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Der Platz am Borstener Feld

 
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Autor Nachricht
Lilly_Winter
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 37
Beiträge: 275
Wohnort: Dortmund


BeitragVerfasst am: 01.12.2016 19:00    Titel: Der Platz am Borstener Feld eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Der Platz am Borstener Feld

Kleine Kieselsteine rollen den Weg hinauf. Geplatzte Regentropfen fügen sich zusammen und steigen hoch in den Himmel, bilden dunkle Wolken, die wiederum zusammenschrumpfen und Azur entblößen.
Tobias Lippen ziehen die Atemwolke ein, füllen damit die Lungen, während sich seine Füße knirschend vom Boden lösen.
Der Weg gespickt mit Dornenbüschen. Erinnerungsblüten werden zu Knospen …
Irgendwo, weit entfernt, im nahen Hier, oder dazwischen?
Alles zurück auf Anfang.


Das Café war gut besucht. Bot demjenigen Schutz, der sich durch den Herbstregen gewagt hatte. Regenschirme drängten sich in einem Ständer zusammen.
Vergeblich versuchte eine Kellnerin, den Schlamm vom Boden zu beseitigen, doch jedes mal, wenn das kleine Türglöckchen bimmelte, zogen sich neue Spuren über das Parkett.
Leise Gespräche, das Tippen auf einer Tastatur, der Geruch von frisch aufgebrühten Kaffee. Der Beste in der Stadt.
Tobias beobachtete Michael. Zwischen ockerfarbenen Fingern hielt dieser seine Gedrehte, ließ sie auf und ab wippen, während er die Bindfäden vor dem Fenster betrachtete. Immer wieder strich seine Zunge über die Lippen, als suchte sie nach dem gewohnten Geschmack von Papier und Rauch.
Das Gesicht voller Falten, die Augen eingefallen, erinnerte nichts mehr an den Jungen von damals. Kurz löste Michael den Blick von der Scheibe. »Gut siehst du aus.«
Obwohl Michael wieder hinaussah, nickte Tobias. »Man bemüht sich.« Seltsame Gesten, seltsame Antworten, die man sich im Laufe des Lebens angewohnt hatte. Er griff nach der Tasse. Kleine Bläschen drehten sich auf der dunklen Oberfläche. Mit spitzen Lippen pustete er den Dampf weg.
Vor zwanzig Minuten hörte sich die Idee, einen Kaffee zu trinken, noch gut an.

Geisterhafte Stimmen fliegen über den Platz. Die Schemen dreier Jungs, vielleicht zwölf Jahre alt, verschwinden hinter dem Zaun.
Morsches Holz zerbröselt unter Tobias Hand. Mit etwas Druck lässt sich die Latte verschieben. Er quetscht sich hindurch.
Vor ihm liegt der Platz. Die Natur hat sich diesen Ort zurückgeholt, ihn mit Brennnesseln überflutet.
Zwischen Brombeersträuchern steht das Skelett einer Schaukel. Die Streben vom Rost zerfressen. Fetzen eines Seils hängen herab.
Die Geisterjungen stehen davor. Die Hosen abgewetzt, die Gesichter voller Schlamm. Das Lachen der beiden Größeren, übertönt das Wimmern des Kleinen.


Die Tür öffnete sich. Eine Gruppe triefender Regenschirme kam herein. Vier Männer, alle im Anzug, setzten sich an den Nebentisch und unterhielten sich lautstark. Einer rief etwas Richtung Tresen. Kurz darauf folgte die Kellnerin, beladen mit einem Tablett.
Tobias zog seine Tasche näher heran. Achtundzwanzig Mathearbeiten warteten darin auf Korrektur. Achtundzwanzigmal Haare raufen und ein Glas Whiskey zum Runterspülen.
Michael legte seine Zigarette auf den Tisch. Er hatte den Blick vom Fenster gelöst und betrachtete den Hintern der Kellnerin. »Wie geht es Nadine?«
»Ganz gut, denke ich.« Tobias zuckte mit den Schultern. »Sie hat wieder angefangen zu Arbeiten.«
»Das ist gut.«
»Hast du jemanden?«
»Nein, nichts Ernstes.« Aus seiner Tasche zog Michael ein Paket Tabak. Er drehte eine Weitere und legte sie neben die Erste. »Beschissenes Nichtrauchergesetz!«
Zustimmend schnaubte Tobias, obwohl er vor einem Jahr mit dem Rauchen aufgehört hatte.
Mit der Hand fuhr er über die Unebenheiten der Tischplatte. Jemand hatte ein Herz hinein geritzt. Zwei Buchstaben erinnerten an den Verfasser. Ob die Liebe diesen Tisch überlebt hatte? Wie viele Geschichten konnte er erzählen? Wie viele Menschen hatten hier gesessen, die diesen Tisch längst vergessen hatten?
»Ich war neulich am Borstener Feld.« Michael nippte an seinem Kaffee, verzog das Gesicht, nahm den Löffel und rührte um.
Tobias sah auf.

Der Geruch von fließendem Wasser weht herüber. Die großen Geisterjungs drücken den Kleinen gegen die Strebe der Schaukel.
»Das hier ist mein Land, hörst du? Hier bin ich König!« Der Junge, der spricht, spuckt die Worte heraus. Frischer Schorf bedeckt sein Kinn. Er holt ein Seil hervor, das er die ganze Zeit in seinem Hosenbund stecken hatte. Mit der Hilfe seines Freundes bindet er den anderen Jungen an der Schaukel fest.
Tobias streicht über die Narbe an seinem Kinn. Beobachtet, wie dem Gefesseltem die Hose heruntergezogen wird. Die Großen lachen.
»Unten am Fluss sind die Mädchen. Geh, und hol sie!«, sagt sein jüngeres Ich.
Der Geisterjunge, er hat den Namen vergessen, geht einfach durch Tobias hindurch und verschwindet hinter dem Zaun. Tobias nähert sich der Schaukel. Bei jedem Schritt raschelt das Laub unter seinen Füßen.
Der Kleine wimmert: »Bitte, Tobias, hör auf.«
»Halt's Maul!« Er presst die Lippen aufeinander und drückt den Jungen fester gegen die Strebe.
Der erwachsene Tobias sieht den verbissenen Gesichtsausdruck.
Heute, weiß er, dass es Neid war, damals fühlte es sich an, wie Hass.


»Als Kind kam mir der Platz irgendwie größer vor. Keine Ahnung, was wir daran so toll fanden.« Mit einem Zug leerte Michael seine Tasse.
»Er gehörte uns. Niemand hatte uns etwas zu sagen.«
»Heute gehört er niemandem mehr. Rottet vor sich hin.« Michaels Stimme hatte einen harten Unterklang.
Die Männer sahen sich in die Augen. Für einen Moment schien es Tobias, als könnte er das Gesicht des wimmernden Jungen in Michaels, sehen.
Michael schluckte, dann schlug er mit den Handflächen auf den Tisch. »Ich muss jetzt los. War schön, dich zu sehen.«
Er winkte die Kellnerin heran. Bevor er seine Geldbörse hervorholen konnte, hatte Tobias ihre Rechnung bezahlt.
Gemeinsam gingen sie zur Tür. Draußen prasselte immer noch der Regen auf den Asphalt und spülte das Laub in die Abflussgitter. Schweigend sahen sie zu.
Michael vergrub seine Hände in die Jackentaschen. Er sah Tobias nicht an. »Ich musste heute einer ganzen Belegschaft sagen, dass sie am Montag nicht mehr zur Arbeit kommen muss.«
»Es gibt Dinge, auf die ist man nicht stolz. Wird es auch nie werden. Wenn man irgendwann zurückblickt, ist nichts Gutes darin zu finden.«
»Das Leben geht weiter«, schloss Michael.
Die Männer in Anzug drängten sich an ihnen vorbei. Tobias ging einen Schritt zur Seite.
»Wir könnten uns mal zum Abendessen treffen. Ich lade dich ein, und bring Nadine mit.«
»Das machen wir.« Er klopfte Michael auf die Schulter.
Auf der Straße trennte sich ihr Weg.

Sein Königreich existiert nicht mehr. Verwahrlost liegt es unter totem Laub. Die Natur hat es sich zurückgeholt.
Sein Thron nur noch ein Skelett. Umzingelt von Brombeersträuchern und Brennnesseln.
Ein Land ohne Herren. In der Nähe des Flusses, am Borstener Feld.
Teil einer Erinnerung, eines Gefühls. Unumkehrbar.
Wegbegleiter der Zukunft.
Hinter dem Zaun erklingt Lachen. Die lose Latte wird zur Seite geschoben. Drei Jungs zwängen sich durch die Lücke. Die Hosen abgewetzt, die Gesichter voller Schlamm. Sie bleiben stehen und sehen ihn mit offenen Mündern an.
Tobias lächelt, er nickt ihnen zu und geht. Lässt den Platz am Borstener Feld hinter sich.
Der Weg ist abschüssig. Kleine Kieselsteine rollen hinab. Auf dem Boden zerplatzen die letzten Regentropfen. Die dunklen Wolken am Himmel werden kleiner, am Horizont ist bereits ein Streifen Azur zu sehen.
Bei jedem Schritt hört er ein knirschendes Geräusch, sein Atem wird sichtbar vor seinem Mund. Er greift seine Tasche fester. Achtundzwanzig Mathearbeiten warten auf Korrektur. Achtundzwanzigmal Haare raufen und ein Glas Whiskey zum Runterspülen.

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gold
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BeitragVerfasst am: 02.12.2016 08:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

leider scheine ich zu begriffsstutzig zu sein. Ich verstehe die Szene leider nicht mit den großen und den kleinen Geisterjungs. Das geht mir einfach zu sehr durcheinander.

Den Anfang finde ich hingegen sehr gut. Auch deine bildhafte, originelle Sprache gefällt mir.  

der Anfang erinnert mich an:
http://www.dsfo.de/fo/viewtopic.php?t=57801&start=0&postdays=0&postorder=asc&highlight= ; Wink

Das Motto ist gut umgesetzt: Ein Versuch des Neubeginns der Beziehung der beiden Männer, wobei das Opfer sich wiederum zum Opfer macht.

Fazit: Ich hätte dir auf Grund der Umsetzung und der Sprache, die mich fesselt, gerne mehr Punkte gegeben. Aber die Geisterjungs haben mich leider aus dem Konzept geworfen.

Liebe Grüße
gold


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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 03.12.2016 16:24    Titel: Antworten mit Zitat

Ich mag vor allem den Stil, in dem die Gegenwart im Café beschrieben wird.
Am liebsten die Regenschirme, die sich zusammendrängen  oder triefend hereinkommen. Die Sparsamkeit des Textes insgesamt.

Thema und Vorgaben sehe ich inhaltlich und auf Textebene umgesetzt.

Das Niemandsland ist der Platz dort.
Das Motto wird dadurch verwirklicht, dass beide, unabhängig voneinander, ihn nach langer Zeit wieder besuchen. Auch das Treffen der beiden ist schon so ein Neuanfang.

Vergangenheit (in den Rücksichten) und Gegenwart sind Schichten, die hier ineinander fließen.
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MoL
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Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 03.12.2016 22:05    Titel: Antworten mit Zitat

3 Federn von mir, lieber Autor!

Ich mag die sperrigen Protagonisten, eben weil sie nicht 100%ig sympathisch sind (Ergibt das einen Sinn?).
Der Text spricht vieles in mir an, sei es in dieser oder jenen "Rolle".

Dein Niemandsland schmeckt nach Sommer.

LG, MoL


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"Hexenherz - Eisiger Zorn", acabus Verlag 2017.
"Die große acabus-Jubiläumsanthologie", acabus Verlag, Oktober 2018.
"Hexenherz - Gühernder Hass", acabus Verlag, Frühjahr 2019.
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Constantine
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Beiträge: 2605

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 04.12.2016 01:11    Titel: Antworten mit Zitat

Bonjour,

insgesamt ordentlich geschrieben, aber für mich nicht mehr als eine überarbeitete Rohfassung, an der man inhaltlich noch einiges ausarbeiten und feilen muss.
Die Themenvorgaben sind für mich kaum ersichtlich. Sicherlich, der erinnerte Platz stellvertretend fürs Niemandsland schimmert durch, aber was ich vermisse, ist die Bedeutung des Platzes. Ein früherer Treffpunkt in Jungendjahren und eine Rückblende. Was mir aber zu wenig ausgearbeitet worden ist und ich dem Verfasser glauben muss, es aber nicht sehe oder fühle, ist die Sache mit dem Königreich und was sonst noch alles dort gemacht worden ist, um dem Platz mehr Substanz zu geben.
Die beiden Protagonisten kommen mir unterentwickelt vor und über den Platz erfahre ich, wo er gelegen ist und wie er aussieht, aber wofür er in einer Rückblende steht, kommt bei mir leider nicht an. Vor allem diese eine Rückblende dominiert den Platz, ist das das einizge, was die Jungs dort gemacht haben und worüber sich dein Protagonist eher mit Schrecken erinnert.

Des Weiteren, das "Ende":
Zitat:
Sein Königreich existiert nicht mehr. Verwahrlost liegt es unter totem Laub. Die Natur hat es sich zurückgeholt.
Sein Thron nur noch ein Skelett. Umzingelt von Brombeersträuchern und Brennnesseln.
Ein Land ohne Herren. In der Nähe des Flusses, am Borstener Feld.
Teil einer Erinnerung, eines Gefühls. Unumkehrbar.
Wegbegleiter der Zukunft.
Hinter dem Zaun erklingt Lachen. Die lose Latte wird zur Seite geschoben. Drei Jungs zwängen sich durch die Lücke. Die Hosen abgewetzt, die Gesichter voller Schlamm. Sie bleiben stehen und sehen ihn mit offenen Mündern an.
Tobias lächelt, er nickt ihnen zu und geht. Lässt den Platz am Borstener Feld hinter sich.
Der Weg ist abschüssig. Kleine Kieselsteine rollen hinab. Auf dem Boden zerplatzen die letzten Regentropfen. Die dunklen Wolken am Himmel werden kleiner, am Horizont ist bereits ein Streifen Azur zu sehen.
Bei jedem Schritt hört er ein knirschendes Geräusch, sein Atem wird sichtbar vor seinem Mund. Er greift seine Tasche fester. Achtundzwanzig Mathearbeiten warten auf Korrektur. Achtundzwanzigmal Haare raufen und ein Glas Whiskey zum Runterspülen.

Eine fast wortwörtliche Wiederholung von bereits Verfasstem im Text. Wozu?
Wenn ich diese wiederholende Passage weglasse, ist der Text für sich leider zu kurz, um die Mindest-Wortvorgabe von 6600 Zeichen zu erfüllen. Ich hoffe nicht, dass nur dies der Grund war, den Text aufzuplustern, um die Zeichenvorgaben zu erfüllen.

Sorry, du hast es leider nicht im meine Top Ten geschafft: zéro points.

Merci beaucoup,
Constantine
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Lapidar
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Beiträge: 2914
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BeitragVerfasst am: 04.12.2016 22:37    Titel: Antworten mit Zitat

Die Geschichte hat mir gut gefallen. Ich finde auch die Umsetzung gelungen. Das sich Wiederholende. Das Benehmen von Damals wirkt noch nach.

_________________
Every Woman needs a chainsaw for a Valentine.
original: Lapidar
Great minds discuss ideas. Average minds discuss events. Small minds discuss people. Anonym.
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Dmitrij
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Beiträge: 81
Wohnort: von der Zivilisation abgeschnitten in Wien-Umgebung


BeitragVerfasst am: 05.12.2016 01:23    Titel: Re: Der Platz am Borstener Feld Antworten mit Zitat

Ich mag deine eindrucksvolle Schreibweise. Die ist meisterhaft. Wenn ich aber diese langatmige Erzählung in Einzelteile zerlege, sieht es folgenderweise aus: zwei Freunde treffen sich und eins davon erinnert sich an seine Erlebnisse, welche an einen bestimmten Platz gebunden sind.
Sorry, die Geschichte ist banal und dementsprechend vorhersehbar. Selbst der Titel verrät mir die Handlung und nimmt die Spannung weg. Ja, alles ist vergänglich, und weiter?

Ich stehe jetzt vor einem Dilemma. Der Autor ist   schriftstellerisch versiert, das Thema wurde korrekt umgesetzt, nur die Trivialität der Handlung stört mich. Die Kernaussage der Erzählung reduziert sich zu einem Erkenntnis, dass Protagonist nicht "the king of the world" ("König des Platzes am Borstener Feld"), sondern ein erwachsener Mensch ist. Dieses Streben nach Dominanz mit allen damit verbundenen territorialen Ansprüchen, die besonders bei Minderjährigen zum Vorschein kommen, wird sehr einseitig aus einer Perspektive dargestellt.

Vielleicht liegt es daran, dass alle anderen außer Tobias in dieser Erzählung nur die belanglose Dekoration darstellen.  Der Protagonist hat keinen einzigen Opponenten. Er wird isoliert dargestellt und konfrontiert nur mit seinen eigenen Empfindungen. Es dreht sich alles nur um seine Erinnerungen und Gedanken über den Platz am Borstener Feld.  Verstehe ich es richtig, dass Michael früher geschlagen wurde? Es ist für mich schwer nachzuvollziehen, welche Rolle er in der Clique spielte. Was wird sich ändern, wenn man diesen Michael aus der Geschichte weg radiert und Tobias allein mit seinen Gedanken im Café sitzen lässt?

  
Zitat:
Achtundzwanzig Mathearbeiten warten auf Korrektur. Achtundzwanzigmal Haare raufen und ein Glas Whiskey zum Runterspülen.
Entschuldigung, was bedeutet dieser Satz mit Whiskey? Und warum sind am Ende diese 28 Mathearbeiten so wichtig? Es lenkt mich nur von eigentlichem Thema ab.

PS: aus meinem Bekanntschaftskreis hat kein einziger ehemaliger "Schläger" es bis zum Lehrer geschafft Shocked

Leider nur 5 Punkte und
Liebe Grüße,
Dmitrij


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Babella
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Das goldene Aufbruchstück Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 05.12.2016 09:20    Titel: Antworten mit Zitat

Zwei Männer treffen sich im Cafe in der Nähe des Grundstücks, wo sie als Kinder gespielt haben. Dort haben sie /hat Tobias damals einen kleiner Junge gequält. Die Männer haben einander nichts zu sagen. Tobias, Lehrer, hat sich offenbar von Nadine getrennt, aber Michael fordert ihn auf, Nadine mit zu einem Abendessen zu bringen. Das Cafe steht schon lange (verkratzte Tische), das Grundstück aber ist noch mehr verfallen.

"Das Leben geht weiter." Äh - ja. Und die Mathearbeiten sind natürlich zum Haareraufen.

Trotz einiger Holperer habe ich das flüssig lesen können, aber mir fehlt das Mehrschichtige und der Bezug zum Thema. Man vergisst ja nicht, man erinnert sich. Dass man als Erwachsener anders tickt als als Kind, ist ja klar.


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- auch ich glaube, dass die Literatur das Beste ist, was gegen das Unglück erfunden wurde -

M. V. Llosa
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Heidi
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BeitragVerfasst am: 05.12.2016 19:16    Titel: Antworten mit Zitat

Noch eine Geschichte die unter die Haut geht. Die Umsetzung vom Niemandsland ist dir richtig gut gelungen, die Atmosphäre, die du schaffst, finde ich insgesamt bewundernswert. In den Gegenwartsszenen bin ich mit dabei im Café und in der Vergangenheit schaudert mich die düstere Stimmung am Borstener Feld. Der Text ist also gut geschrieben, nimmt mich mit, berührt mich. Nur das Motto fehlt mir. Tobias verdrängt ja eher, als dass er immer wieder neu anfangen würde.
Deshalb wird es eng mit Punkten, obwohl ich dir gerne welche geben würde, weil das eine gute Geschichte ist, die zu Nachdenken anregt.


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Meer
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bewegen sich Blätter fliegen

zerstäuben im Wind
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Seraiya
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 914



BeitragVerfasst am: 05.12.2016 22:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,


Leider kann ich die Texte augrund von Zeitmangel nicht so kommentieren, wie ich gerne würde und wie sie es verdienen.
Im Moment mein Favorit.


LG,
Seraiya
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Oktoberkatze
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 53
Beiträge: 324

Ei 1 Ei 9


BeitragVerfasst am: 05.12.2016 22:49    Titel: Antworten mit Zitat

Thema: sehe ich klar umgesetzt
Motto: sehe ich in anderen Texten deutlicher umgesetzt
Inhalt: eine Mehrschichtigkeit könnte mMn intensiver gestaltet werden, wenn in den kursiven Abschnitten nicht sofort der Name des Protas genannt würde und sie dadurch nicht so schnell als seine Erinnerungen enttarnt würden
Fazit: intensiver Text, hab ich gern gelesen, auch wenn es leider nicht für eine Punktvergabe ausgereicht hat


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Die meisten Denkmäler sind innen hohl
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tronde
Hobbyautor


Beiträge: 405

Das goldene Aufbruchstück Das silberne Niemandsland


BeitragVerfasst am: 05.12.2016 23:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!
Gut geschriebener Text, das Niemandsland in der Rückblende, das zufällige? Treffen.
Das Motto kommt mir zu kurz.
Wohl nicht in den Punkten.

LIebe Grüße
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hobbes
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 2979

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 06.12.2016 22:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hm. Der Held von damals ist der Wicht von heute. Und alles wiederholt sich.

Na ja. Das ist nicht schlecht, aber wirklich begeistern kann ich mich auch nicht dafür.
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Michel
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1564
Wohnort: Südwest
Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 07.12.2016 09:32    Titel: Antworten mit Zitat

Täter. Schuld. Etwas, das nicht mehr gutzumachen ist. Keine Gelegenheit, kein Mut? Was geschehen ist, wird nicht angesprochen.
Was mir beim Lesen immer wieder durch den Kopf ging, war die Frage, ob Michael Täter oder Opfer war. Das bleibt mir völlig unklar und hält dadurch das Nicht-Gesprächim Café in der Schwebe. An das Präteritum musste ich mich erst gewöhnen. Das grenzt die beiden Zeitebenen voneinander ab, aber es distanziert auch und passt für mich nicht ganz zu den ebenfalls sehr unmittelbaren Eindrücken im Café. Aber das sind Peanuts.
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Literättin
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BeitragVerfasst am: 07.12.2016 17:24    Titel: Antworten mit Zitat

Zwei erwachsen gewordene Schulkameraden treffen sich in einem Café und es ist mir nicht ganz klar: Ist es eine Verabredung, die von einem der Beiden bewusst anberaumt wurde, um Vergangenes zu klären, oder ist es ein Treffen, dass so nichtssagend pflichtgemäß bei einem zufälligen Aufeinandertreffen verabredet wurde, wie das finale »Wir könnten uns mal zum Abendessen treffen. Ich lade dich ein, und bring Nadine mit.«


Das dieses Treffen zum Abendessen genauso nichtssagend verlaufen wird, sofern es denn noch stattfindet, das ergibt sich aus dem nichtssagenden Gespräch der beiden. Freunde sind sie wohl eher nicht. Ehemalige Schulkameraden halt. Zu sagen haben sie sich wenig, obwohl es vielleicht an der Zeit wäre, den Streit von damals zu klären.

Das Niemandsland scheint mir weniger der ehemalige Spielplatz der Jungs zu sein, sondern das Niemandsland, das sich zwischen den beiden heute auftut. Die paar dürren Sätze, die zwischen ihnen fallen könnten banaler nicht sein, da erscheint mir ein freundlicher Gruß zwischen völlig Fremden sie sich zufällig begegnen ja beredter.

Das ist es auch, was mich an der Geschichte ein wenig irritiert: Die Sätze, die ein letztliches einvernehmliches Abschließen mit dem damals Geschehenen signalisieren könnten, erscheinen mir so hohl und leer, dass sie auf mich wie eine besiegelte Sprachlosigkeit, ein finales Bejahen zur Fortsetzung eines Austausches weiterer Belanglosigkeiten zu sein.

"Das Leben geht weiter." Welcher Satz könnte leerer sein?

Einen einzigen Moment gibt es, da scheint es kurz davor zu stehen, dass sich die beiden doch noch wirklich sagen, was sie zu sagen haben, als sie sich in die Augen sehen. Doch der eine - das damalige Opfer - beendet diesen Moment mit einem Handschlag und geht dann scheinbar so weit, die damalige Spielplatzquälerei mit der Kündigung seiner Belegschaft aufzuwiegen.

Das Ganze wird quittiert mit einem: "Es gibt Dinge, auf die ist man nicht stolz."

Hierüber stolpere ich: was hat die eine, sehr persönliche Quälerei aus Kindheitstagen mit der anderen Tat, eine Belegschaft entlassen zu müssen zu tun? Nichts, meine ich. Das eine ein sadistisches Spiel, das andere - die näheren Umstände werden nicht benannt - eine wahrscheinlich nicht eben leichtfertige und schon gar keine sadistische Handlung zu der ihn wohl eher das Leben gezwungen haben mag. Zumindest erzählt es die Geschichte so.

Das geht nicht auf. Da stolpere ich. Und ich finde an dieser Stelle wird etwas verschenkt. Denn einerseits wäre es eine interessantere Variante, wenn die beiden tatsächlich ihre damalige Geschichte mit Hohlheit und leere in beiderseitigem Einverständnis besiegeln, dann hätte dies aber konsequenter erzählt sein müssen - oder aber es hätte einer der beiden den Mut gehabt, nach all den Jahren auszusprechen, was Sache war und ist.

So bleibt mir am Schluss einige Skepsis hängen und weder Achtung vor dem innerlich über die Arbeit stöhnenden Lehrer, noch vor seinem ehemaligen Opfer, der sich selbst zum Arschloch erklärt, um seinem Sadisten nichts mehr übel nehmen zu müssen.

Was mir gefällt an der Geschichte ist die handwerklich solide Umsetzung, die Bilder, die von diesem verwilderten Spielplatz entstehen, so wie der verregnete Tag, der ewig nasse und wieder gewischte Boden, die Tristesse insgesamt und das Melancholische. Von innen her mehr Konsequenz und das wäre eine richtig gute und bewegende Geschichte geworden, schätze ich. Mal sehen, ob bis hierher punktemäßig noch was übrig ist.
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V.K.B.
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Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 07.12.2016 22:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,
schöne Geschichte, erinnert mich ein bisschen an das Sonett Ozymandias von Percy Bysshe Shelley. Der Platz, an dem Tobias sich als Kind als großer König fühlte, jetzt ein Niemandsland, nichts erinnert mehr an das Früher.

Das Thema hier ist eher Vergänglichkeit denn Niemandsland, dazu würde auch der Tisch passen, an dem etwas eingeritzt ist und die Frage, ob die Liebe dieser Personen wie der Tisch überdauert habe. Und Michaels Erzählung über die Leute, die er entlassen musste. Aber auch zum Thema Niemandsland sehe ich die Vorgabe noch erfüllt. Schwieriger wird es mit dem Motto: Wir haben eine Rückblende, aber kein Vergessen und keinen Neuanfang. Höchstens zwischen Michael und Tobias, da Michael ihm das doch recht fiese Bullying als Kind nicht mehr wirklich übel zu nehmen scheint.

Abgesehen von dieser eher losen Umsetzung der Vorgabe hat mir deine Geschichte gefallen.

Mal sehen, ob ich am Ende noch Punkte für dich habe, ich habe noch nicht alles gelesen.



Edit: Nach langer Überlegung, ewigen Vergleichen, alles vergessen und immer wieder von vorne beginnen wie neu, meine endgültige Wertung: leider nicht in meine Top Ten geschafft und von daher keine Punkte. Was aber nicht heißt, dass dich die Geschichte jetzt schlecht fand, eigentlich habe ich alle gerne gelesen. Aber da man nur zehn bepunkten kann, muss der Rest eben leer ausgehen, auch wenn's schwer fällt.


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»Sticks & stones may break your bones – but words … they will define you!«
(Phil Orani)
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Municat
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BeitragVerfasst am: 08.12.2016 09:52    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Unbekannter Autor smile

Der Mobber und der Gemobbte aus Kindertagen treffen sich in einem Café. Beide sind mit ihrem Alltag nicht wirklich zufrieden. Als Erwachsene pflegen sie einen förmlichen Umgang miteinander ... laden sich sogar gegenseitig zum Abendessen ein - aber der Umgang, den sie miteinander pflegen ist so kalt und grau wie das Wetter vor dem Fenster. Gerade der Lehrer, der früher wohl aus Neid (auf was erfahren wir leider nicht) andere Jungs gequält und erniedrigt hat, scheint auch innerhalb seiner Familie keine Wärme aufkommen zu lassen. Auf dem Weg ins Café läuft die Zeit für Tobias rückwärts. Anschließend bestimmen Erinnerungen sein Denken. Bei der ersten Erinnerung frage ich mich, ob der Platz damals schon so verwahrlost war, oder ob er die Szene von damals im Umfeld von heute sieht.

Von der Stimmung her ist Dein Text grau und eintönig, aber ich gehe davon aus, dass Du uns genau das zeigen und vermitteln willst.

Umsetzung der Vorgaben

Das Niemandsland in Deinem Text ist der Ort, der für die Jungs damals ein Königreich war, der in der Gegenwart jedoch brach liegt, von niemandem genutzt oder beansprucht wird und vor sich hingammelt ... passt.

Das immer wieder neu, immer wieder von vorne, die vorigen Schritte vergessen wird weniger deutlich, finde ich. Gut, da sind die Erinnerungen, aber das ist eher eine Rückblende. Wenn die erste Erinnerung tatsächlich so gemeint ist, dass die alten Erinnerungen in einem neuen Umfeld gesehen werden, ist das so etwas wie ein immer-weider-neu-sehen der alten Machtspielchen.

Die vielschichtige, ungewöhnliche Darstellungsweise sehe ich zum einen in der Klammer für den Text, die zu Beginn rückwärts, zum Ende vorwärts erzählt wird, zum in anderen in der Art, wie sich die Bilder aus der Jugend mit dem aktuellen Geschehen mischen.

Stilistisch sind mit ein paar einzelne holprige Stellen aufgefallen. Da steht mal ein Komma, wo es nicht hingehört oder nicht ganz sitmmig gewähltes Verb, das nicht zu der Aktion im Satz davor passt. Was mir gefällt, ist, wie Du die graue Stimmung transportierst.

Die Punkte vergebe ich erst, wenn ich alle Texte kommentiert habe.


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Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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holg
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Beiträge: 1406
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Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 08.12.2016 11:22    Titel: Antworten mit Zitat

Niemandsland ist das Dorstener Feld, auf dem die beiden Protagonisten als Kinder herrschen wollten. Jetzt ist einer Lehrer und braucht 28 Whiskey für ebensoviele Klassenarbeiten. Der andere muss einen Betrieb schließen.
Zitat:
Es gibt Dinge, auf die ist man nicht stolz. Wird es auch nie werden. Wenn man irgendwann zurückblickt, ist nichts Gutes darin zu finden.

Sprachlich nicht ganz sicher sind Erinnerungsblüten zum Teil nahe an Stilblüten.
Das Motiv vergessen/neuanfang finde ich nicht.


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Froh zu sein bedarf es wenig.
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Tjana
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Beiträge: 1863
Wohnort: Inne Peerle


BeitragVerfasst am: 11.12.2016 14:57    Titel: Antworten mit Zitat

Der Text lässt mich mit einem Gruseln zurück.
„Das Leben geht weiter“ will mir nicht genügen, als Verarbeitung der Grausamkeiten, die, da nur angedeutet, in wilden Bildern in mir toben. Soll ich sie mit „Jugendsünden“ wegzuschieben versuchen?
Die Männer im Anzug und auch die Mädchen, die geholt werden sollen, stören irgendwie.
Nein, der Text ist noch nicht rund.


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Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück, sondern nach Gefühlen, die sie ins uns auslösen
In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten (Albert Einstein)
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Jenni
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


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Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 11.12.2016 16:03    Titel: Antworten mit Zitat

Tobias und Michael sind Freunde, obwohl sie früher, auf dem Borstener Feld, auf verschiedenen Seiten standen. Tobias hat Michael damals gedemütigt, und darüber möchte er sprechen, aber Michaels Verzeihen ist an Vergessen gekoppelt. "Das Leben geht weiter." Ihre Begegnung ist unterbrochen durch Erinnerungen, aus denen ich mir den Konflikt zusammenreimen soll.
Das Thema sehe ich umgesetzt, die Vorgabe nun ja, beinhaltet für mich optimalerweise mehr als bloßes Vergessen und einen Neuanfang.
Erzählt ist das bemüht, und trotzdem bleibt es für mich irgendwie undeutlich. Die Gespräche belanglos, die obwohl doch detailgenau beschriebene Umgebung im Café doch irgendwie beliebig. Die Figuren werden für mich nicht lebendig, ihre Motivation bleibt mir unklar.
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Ithanea
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 28
Beiträge: 1269

Ei 3


BeitragVerfasst am: 11.12.2016 17:27    Titel: Antworten mit Zitat

Eine schöne Geschichte (schön, im Sinne von wunderbar geschrieben, in einem schönen Ton, diese erinnerungen wiederbringend). Ich weiß zwar nicht wie, aber irgendwie sind sie doch Freunde geworden.
Du hast ein Wahnsinnsgefühl für Situationen, Menschen und Verhalten, deswegen, und in Kombination mit der schönen Schreibart, landet der Text in den Punkten, auch wenn ich finde, der Text schwacht am Ende etwas ab. Eigentlich hätte es den ganzen letzten Absatz so nicht gebracht (gerne einen Schlussabsatz, der wieder im "Niemandsland" spielt, ja, aber so wie er da steht fügt er dem Text mMn nichts neues hinzu, sondern wiederholt lediglich, was für mich die Wirkung der starken Cafészenen irgendwie auflöst.)
Alles neu finde ich jetzt auch nicht so direkt, gehe da aber gern nochmal auf die Suche.


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Verschrieben. Verzettelt.
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weltensegler
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 89
Wohnort: Nürnberg


BeitragVerfasst am: 12.12.2016 10:57    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde den Text gut geschrieben und habe ihn gern gelesen. Trotzdem schwingt er irgendwie nicht nach und gehört deshalb nicht zu meinen Favoriten.
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