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Bitte hier einen besonders geistreichen Titel sich vorstellen


 
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Constantine
Geschlecht:männlichExposéadler


Beiträge: 2908

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 19.06.2020 18:00    Titel: Bitte hier einen besonders geistreichen Titel sich vorstellen eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Bitte hier einen besonders geistreichen Titel sich vorstellen


Der Titel eines Textes ist pure Magie. Er erinnert an eine verschlossene Tür mit einem Schild inklusive einladender, geheimnisvoller Aufschrift. Das ist der Moment – zumindest bildet sich das der Schildaufbringer ein –, an dem die Zauberkunst ihre Wirkung entfaltet: Die Vorstellungskraft höflich und direkt anzuregen. Warum nicht gleich beim Titel damit beginnen?

Der erste Satz gilt allgemein als essenziell, da er in den Text einführt, das Interesse weckt, sicherlich mit Informationen über das Setting, über das Thema oder über eventuelle Protagonisten anfängt und den Folgeabschnitt oder -satz beeinflusst und dieser den anschließenden und dieser den nächsten undsoweiterundsofort.
Es mag an der unspektakulären Zeit liegen, die auf den Text abgefärbt hat, denn endlich beginnt er, aber leider unspektakulär:

Es war einer dieser wunderschönen Spätsommertage, wie sie so oft in Geschichten und so selten im wahren Leben vorkommen. Die Menschheit strahlte. Heute. Gestern. Letzte Woche. Vergangenes Jahr. Unspektakulär, metaphorisch, absolut genderneutral und mit Assoziationen, die in die falsche Richtung liefen. In ihrer Gesamtheit und als Gemeinschaft strahlte die Menschheit voller Freude. Seit über einem Jahrzehnt. Dieser Tag lud zu tiefgründigen Gedanken ein und regte sie an einem Ort an, der prädestiniert dafür war, über Gott, die Welt und das Leben zu sinnieren.

In einer Kneipe betrachtete ein alter Mann sein leeres Glas und schüttelte den Kopf. Er war unzufrieden. Mit sich und seiner gesamten Situation. Deswegen saß er hier, an der Theke einer Bar in einer nicht näher genannten deutschen Stadt, und trank ein Bier. Nichts Besonderes, außer: Er war bis vor einigen Jahren, es könnte über ein Jahrzehnt her sein, kein Freund von Kneipen. Aber, was sollte er daheim auch machen. So war das gegenwärtig meistens, da die Zeiten nun einmal so waren, wie sie waren.

Der Alte hob die Hand und sagte: »Noch eins. Kannst wieder das alte verwenden.«
Der Barmann nickte, so wie es Barmänner taten, und zapfte ein weiteres Bier in das gleiche Glas. Als er es vor dem Alten stellte, markierte er auf dessen Deckel mit seinem Stift neben zwei Strichen einen dritten und fuhr so dann fort, das zu tun, was Barmänner hinter der Theke zu tun pflegten.
Der Alte strich sich durch den Bart und betrachtete fasziniert sein Getränk. In einem Glas voller Bier waren Sonnenschein, ein Lächeln und eine Erkenntnis drin. Die Erkenntnis lag auf dem Grund. Eine schwere Erkenntnis. Mehrere Erkenntnisse wären unmäßig gewesen.
»Mach mal den Fernseher an«, sagte der Alte. »Die Nachrichten beginnen und ich brauche was zum Lachen.«
Der Barmann nickte und schaltete das Gerät ein.

Vielleicht können die nun folgenden Nachrichten als Exposition angesehen werden. Oder vielleicht können die vorangegangenen Zeilen bereits als solche benannt werden. Vielleicht ist dies ein literarischer Kniff, um den Text oder die Motivation des Protagonisten zu erklären. Nicht nur vielleicht, sondern ganz sicher ist dies der Fall.

Eine eindeutig feminine Sprecherin grüßte mit einem genderneutralen »Guten Tag, sehr geehrte Zuschauende« – der Alte kommentierte unmittelbar mit einem angewiderten Lachen – und berichtete: »Stockholm. UN-Generalsekretärin Greta Thunberg verkündete heute Vormittag im neuen Hauptquartier der Vereinten Nationen mit großer Freude und Zufriedenheit den dreizehnten Jahrestag des Weltfriedens. Sie lobte die Einhaltung der Charta der Vereinten Nationen durch alle Mitgliedsstaaten und zitierte zum siebzigjährigen Gedenken an Martin Luther King jr. genauso flammend wie emotional dessen historischer Rede ›I have a dream‹ vom 28. August 1963.«

Die Rede ist eine perfekte Rede und gehört zum Allgemeinwissen. Daher werden, aufgrund der Straffung der Textlänge und der Lesezeit, aber vor allem aus Respekt vor dem verstorbenen Bürgerrechtler und vor den genderneutralen Lesenden, Details dieser historischen Begebenheit durch UN-Generalsekretärin Greta Thunberg ausgespart. Es wird nicht erwähnt, dass die Neuauflage der Rede aus einer minutenlangen Totalen der UN-Generalsekretärin bestand, auch wird auf ihr Mienenspiel nicht eingegangen. Stattdessen wird hier mit einem anderen literarischen Kniff gearbeitet und Informationen über diese Utopie mittels direkter Rede an den Leser vermittelt.

»So viel Harmonie und Frieden. Das ist doch scheiße!«, sagte der Alte, vielleicht mehr zu sich oder dem Barmann, der ihn interessiert anblickte und dabei klassisch ein Glas auf Hochglanz polierte, als zum Fernseher. »Oder, was meinst du?«
»Mh-mh«, antwortete der Barmann und polierte unbeirrt weiter.
»Ich versteh die Welt nicht mehr. Was ist aus ihr geworden?« Der Alte trank erneut, stellte das Glas ab und deutete auf den Barmann. »Erinnerst du dich noch daran, als es Atomwaffen gab?«
»Mh-mh.« Der Barmann nickte und seufzte. Die Kneipe war damals ein reger besuchter Treffpunkt und ein kulturelles Zentrum gewesen, besonders an Wochenenden war das Haus voll und die Gäste noch voller. Heutzutage verirrte sich kaum noch jemand hier, außer dieser Nostalgiker.
»Tschernobyl bläute der Menschheit Vernunft ein. Alles muss bis zum Schluss ausgereizt werden, sonst ist es uninteressant und langweilig.«
Der Alte lachte und in seinem Lachen lag Bitterkeit mit einer Prise Wahnsinn. Er hob sein Glas und rief: »Auf dich, Tschernobyl.«
»Mh-mh.«, kommentierte der Barmann und nickte wissend, während der Alte trank.
»Ich vermisse die damalige Zeit. Es gibt niemanden zu verteufeln. Mag verrückt klingen, aber ist es nicht schade, dass nichts mehr auf der Welt knallt? Ich meine, wann war der letzte Bürgerkrieg? Wann der letzte Terroranschlag? Vor Jahrzehnten war weltweit richtig was los. Da wusste man noch: Der war gut, der war böse. Da hatte man noch Ziele. Was sind heutzutage Ziele, die man erreichen möchte? Hast du welche?«
Der Barmann zuckte mit den Schultern.
»Siehst du. Sag ich doch. Weltfrieden! Pah! Alles lebt ziellos in den Tag hinein.«

Der alte Mann fixierte plötzlich den Barmann, der sich davon nicht irritieren ließ, und sah ihn durchdringend an. Dann zeichnete sich ein Lächeln in seinen tiefen Gesichtsfalten ab, als er fragte: »Erinnerst du dich auch, dass es früher zwei Geschlechter gab?«
»Mh-mh«, stimmte der Barmann zu, wechselte die Gläser und begann von Neuem zu polieren.
»Männlich und weiblich. Inklusive Schwule und Lesben, aber um die gehts nicht, das waren ja auch Männer und Frauen.«
Der Alte trank aus, tippte lächelnd aufs Glas und zwinkerte seinem Gegenüber zu.
Der Barmann füllte nach, stellte das Bier inklusive Deckel-Vermerk vor seinem Gast, dazu eine Schale mit salzigen Nüssen neben das Bierglas, und setzte seine Tätigkeit fort.
»Gleichgeschlechtliche Liebe war ein heikles Thema. Die katholische Kirche verteufelte sie damals, aber machen wir uns nichts vor, warme Brüder und Schwestern gab es und nicht nur dort zu Hauff.«
»Mh-mh.« Die Stimme des Barmanns klang um eine Terz höher als zuvor. Er war ein wunderbarer Zuhörer, sehr aufmerksam, und er kommentierte an genau den richtigen Stellen die Worte seines Gastes.
»Seit Jahren die weltweite Toleranz und dieses Die-Menschheit-ist-eine-große-Familie-und-alle-haben-sich-lieb-Gerede. Ich kann nicht mehr. Diese ganze Toleranz halte ich nicht mehr aus: aller Ethnien, aller Hautfarben, aller Religionen und dann aller Geschlechter. Ich habe eine Liste gesehen mit sechzig Geschlechtsbezeichnungen. Sechzig!«
Mit einem lang gezogenen »Mh-mh« reagierte der Barmann. Er war richtig gut.
Der Alte sah ihn entgeistert an und fragte: »Kannst du auch etwas anderes sagen außer Mh-mh?«

Das kam überraschend und vermutlich war angenommen worden, dass dieses ›Mh-mh‹ als Running Gag die ganze Zeit bis zum Schluss durchgezogen wird, aber wer hätte ahnen können, dass der Alte seinen Monolog mit einer Tabufrage für Barmänner sabotierte, und wer hätte ahnen können, dass dieser Barmann einer besonders erfahrenen Gattung angehörte und im Gegenzug die Sabotage weiterführte, in dem er nickte und sagte: »Es tut mir leid. Ich wollte dich nicht verärgern oder respektlos erscheinen, sollte dies der Fall gewesen sein. Natürlich kann ich etwas anderes sagen. Stattdessen höre ich dir zu und möchte dich nicht unterbrechen, weil ich das Gefühl habe, dass du wichtige Dinge zu sagen hast.«
»Mh-mh«, antworte der Alte, seine Überraschung kleinspielend, hatte er offensichtlich keine Antwort seines Gegenübers erwartet, und fuhr, als wäre nichts gewesen mit seinen geäußerten Gedanken fort: »Das muss man sich mal geben. Ich bin da raus. Für mich ist das nichts. Ich brauche es einfach. So wie ich es in den Priesterseminaren gelernt habe. Den katholischen Mann und die katholische Frau bei mir, da die Moslems, dort die Juden und nicht zig Geschlechter, nicht diese grenzenlose Toleranz aller Volksgruppen und Minoritäten, verdammt noch mal!«

Der Alte hatte sich in Rage geredet, auch wenn ihm das nicht bewusst war, dass er es tat, und er hätte unter anderen Umständen und Zeiten, wäre es ihm bewusst geworden, sofort damit aufgehört, aber die Zeiten waren, wie sie waren, und diese Zeiten bedurften einiger klarer Worte eines Ex-Priesters in einer Kneipe mit einem sehr aufmerksamen Barmann, wie es ihn wohl überall in dieser oder ähnlicher Form weltweit gab. In diesem kurzen Innehalten zwischen Rage und Schweigen nahm der Alte erneut einen tiefen Schluck, als würde er wissen, dass er noch lange nicht fertig war und noch einiges sich von der Seele zu reden hatte.

»Wo sind meine Feindbilder geblieben?«, fragte er und seine Stimme klang plötzlich gebrochen.
Der Barmann horchte auf und trat einen Schritt zurück.
»Wo sind die Themen geblieben, die ich in meinen Predigten behandelte?«
Der Alte fasste sich an die Stirn, erinnerte sich und sprach genauso gebrochen weiter: »Ich stand vor meiner Gemeinde und blickte in diese zufriedenen, glücklichen Gesichter kulturell unterschiedlicher Individuen aller Altersstufen, und sie saßen alle da und blickten mich erwartungsvoll an und ich wusste nicht, was ich ihnen sagen sollte. Kennst du dieses Gefühl?«
Dem Alten liefen plötzlich Tränen die Wangen hinab und er schluchzte.
»Ich fühlte mich so einsam, vor meiner Gemeinde. Ich stand da, der Hirte, der nichts zu hüten hatte.«

Der Barmann tat das einzig Richtige. Er ließ die Schale mit den salzigen Nüssen verschwinden, reichte seinem Gast ein Taschentuch und wechselte den Sender zu etwas Aufbauendem, was er im Angesicht der Situation als aufbauend einschätzte, denn weinende Gäste waren Gift fürs Geschäft. Und der Grund eines Bierglases barg tatsächlich schwere Erkenntnisse: Der Weltfrieden war für manche Menschen eine Belastung.

Der Alte fasste sich und sprach weiter, mit der gewohnten Stimmlage, die er seit Beginn der Szene hatte: »Meine Predigten konnte ich an den Nagel hängen. Ich wusste nichts mehr mit meiner Arbeit, die ich als eine Berufung angesehen hatte, anzufangen. Mich hat diese Welt so zerstört, das glaubst du gar nicht.«

Dem Barmann entglitt ein erleichterter Seufzer. Der Alte stockte und sah ihn irritiert an.
Ein wundervoller und perfekter Moment zwischen den beiden, schweigenden Männern. Alles passte perfekt zusammen, die Kneipe, der Expriester und der Barmann; der Weltfrieden war genau dort, wo er sein sollte. Draußen.

Der Alte fuhr fort: »Wo war ich? Ach ja. Der Mann war der Herr im Haus und der Brotverdiener, die Frau kümmerte sich um den Haushalt und die Familie. So gehört es sich. Alles hatte seine Ordnung. Darum geht es doch: Ordnung.«
»Mh-mh.« Der Barmann nickte, um nicht zu monoton zu erscheinen, und baute in seinen Gesichtsausdruck eine kleine Variation ein, um interessierter zu blicken. Es wirkte. Der Alte nickte und sprach weiter: »Um Frauen aus manchen Berufen fernzuhalten, war für sie das Lohnniveau in manchen Branchen trotz Frauenquote ungünstiger. Das war volle Absicht durch die Regierung. Weißt du noch? Fand ich ok.«
»Mh-mh.« Die Stimmlage des Barmanns war auf ihre ursprüngliche Tiefe zurückgekehrt. Er trat wieder einen Schritt vor, hoffte, der Alte würde es als eine Geste der Verbundenheit verstehen, und entschied mit eindeutigen, finanziellen Hintergedanken, es wieder riskieren zu können, seinem Gast salzige Nüsse anzubieten.
»Jetzt haben wir Gleichberechtigung aller, gleiche Lohnniveaus zwischen Männern, Frauen und all dem Diversen dazwischen. Keine Feindbilder mehr. Alle weg. Weltfrieden. Ne, mir wird übel.«

Ja, er war sehr unzufrieden und es gab nichts auf der Welt, was seinen Unmut in Luft hätte auflösen können, denn er lebte in einer Utopie. Wahrscheinlich hätte ihn doch eine Sache herzhaft zum Lachen gebracht, hätte er die schrecklich guten Nachrichten weiterverfolgt, als es um das Thema Wirtschaft ging: Bill Gates hatte mit Stolz verkündet, dass Windows endlich fehlerfrei sei, er es der Menschheit als kostenlosen Download zur Verfügung stellt und er sich schließlich in seinen wohlverdienten Ruhestand zurückzieht. Aber das ist eine andere Utopie.

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V.K.B.
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Wohnort: Nullraum
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 04.07.2020 02:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo [hier bitte mindestens 60 verschiedene geschlechtsneutrale Bezeichnungen denken ],

Wow, die zweite Geschichte, die ich lese, und schon wieder richtig gut. Vorgaben sauber umgesetzt. Was mir allerdings fehlt ist eine Erklärung, wie es zu dieser Utopie gekommen sein soll, wo mir der Text doch sonst auch alles erklärt, sogar, wie er funktionieren soll. Einerseits war das witzig, andererseits aber auch schon wieder zu viel. Ich lese das mal als Meta-Parodie auf Meta-Texte. Und dennoch, irgendwie – ich kann es nicht festmachen – zündet die Umsetzung bei mir nicht wirklich. Trotzdem tut das dem Text kaum Abbruch und er rangiert bei mir – auch wenn ich erst einen anderen gelesen habe – weit oben. Ich würde jetzt sagen, der ist bestimmt bei den Punkten dabei, aber das habe ich bei dem anderen bisher gelesenen auch schon gesagt und jetzt denke ich, wenn alle Texte weiterhin so gut sind, dürfte das mit dem Bepunkten echt schwer werden. Also mal abwarten, was noch kommt.

Dieser hat mir aber schon mal gefallen,
Veith

Edit: Platz 3 meiner Top Ten. Glückwunsch.


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nicolailevin
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BeitragVerfasst am: 04.07.2020 11:05    Titel: Antworten mit Zitat

Der Text beginnt auf der Metaebene, das gefällt mir schon mal gar nicht. Die Selbstreferenz setzt sich fort, aber mir als Leser gibt das nix, es bringt den Text auch nicht vorwärts, und so richtig originell ist es auch nicht.

Die Szene in der Kneipe gefällt mir hingegen gut: Das Geplänkel zwischen Barkeeper und Gast, das ist gut beobachtet und ich kann die Atmosphäre greifen. Das Drumherum der Fernsehrede hätte ich vielleicht knapper gehalten.

Dann kommt der für mich stärkste Teil: Die Auflehnung. Die These, dass der Mensch für eine Welt in Harmonie nicht gemacht ist. Das ist bedenkenswert und geschickt transportiert. Da hätte der Text für meine Begriffe einhaken sollen und mehr draus machen.

Stattdessen gleitet die Argumentation leider ab. Der Typ stellt sich als Pfarrer raus und rutscht in eine schlichte und nicht näher verargumentierte Chauvi-Nostalgie. Ich hätte erwartet, dass sich aus der Spannung zwischen Gast und Barmann noch irgendwas entlädt und war am Ende enttäuscht.
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d.frank
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BeitragVerfasst am: 04.07.2020 14:36    Titel: Antworten mit Zitat

Das muss man wirken lassen. Zuerst hat mich das genervt, dieser schriftstellerische Wink mit dem Zaunpfahl, aber abschließend finde ich das dann doch ganz witzig, weil es mir so ein bisschen (Achtung, Kritik am Wettbewerb) wie eine Persiflage auf selbigen vorkommt. Da hat der Prediger also nix mehr zu tun - könnte man auch auf den Schriftsteller anwenden: Das ewige und immer gleiche Gerede über die ewigen und immer gleichen Themen.
Und wenn da jetzt auch noch Weltfrieden ist, ey, über was soll ich denn dann noch schreiben??
Na vielen Dank auch, dass Sie Herr Autor meine Dämonen füttern.


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Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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Ribanna
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BeitragVerfasst am: 04.07.2020 17:18    Titel: Antworten mit Zitat

Ein wunderbarer Text, der durch seine Sprache etwas ganz besonderes ist. Feine Ironie an manchen Stellen, witzig, die Kommentare, die den Text als solchen kommentieren.
Das Thema ist gut umgesetzt.
Allerdings steht hier - so liest es sich für mich - die Unzufriedenheit im Vordergrund, das Schöne, die Utopie bleibt im Hintergrund.
Das stört mich ein wenig.

Ich lasse Punkte da, wie viele, weiß ich noch nicht.


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Wenn Du einen Garten hast und eine Bibliothek wird es Dir an nichts fehlen.
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Hummelchen48
Geschlecht:weiblichLeseratte


Beiträge: 105
Wohnort: Rheinland-Pfalz


BeitragVerfasst am: 05.07.2020 06:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

mir gefällt besonders, wie du den Leser mit einbeziehst.

Grüße

Hummelchen
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Gast







BeitragVerfasst am: 05.07.2020 09:37    Titel: Antworten mit Zitat

ahhh die Meta-Ebene! Ich bin ihr Fan.

Hier muss ich zugeben, dass mir ihre Funktion im Text entgeht, sie erscheint mir frei schwebend und deshalb aus Sicht der darunterliegenden Ebene zwecklos. Im Gegensatz natürlich zur obersten Ebene: der Tatsache, dass es sich um einen Beitrag für einen Schreibwettbewerb handelt und so in diesem Kontext über die erwähnte Meta-Ebene sehr direkt ein gewisses vorhandenes Wissen um literarische Kniffe vermittelt werden kann.
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silke-k-weiler
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 45
Beiträge: 443



BeitragVerfasst am: 05.07.2020 22:19    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Text,

ja, das liest sich ganz amüsant.
Wobei ich die ganze Zeit "Dittsche" vor Augen hab, keine Ahnung, warum.
Aber das Lamento des unzufriedenen Ex-Priesters rieselt doch so ein bisschen durch mich durch, ohne dass viel haften bleibt. Das Spiel mit dem Barmann-Klischee gefällt mir ganz gut.
Die Einführungsebene ist auch ganz nett.
Ach, ich weiß nicht. Ich glaube, die Unzufriedenheit ist auf mich übergeschwappt. Mal sehen, ob Du es in meine Top Ten schaffst, bin ja erst bei ca. einem Viertel.

Vorgaben sind jedenfalls erfüllt.

Herzlichst
Silke
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hobbes
Geschlecht:weiblichTretbootliteratin


Beiträge: 3534

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
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BeitragVerfasst am: 06.07.2020 21:46    Titel: Antworten mit Zitat

Na, das ist jetzt mal wieder typisch. Da finde ich einen Text, den ich mag und weiß nichts weiter dazu zu sagen, als dass ich ihn mag.
Außer, dass ich den Titel doof finde, aber das ist dann eher doof, denn eigentlich wollte ich doch schreiben, warum ich den Text mag.
Nun denn. Vielleicht fällt mir noch etwas ein, wenn ich wiederkomme.


(...)

So. Weil es mir ein bisschen schwer fällt, meine ersten drei Plätzen zu vergeben, muss ich jetzt auswürfeln genauer herausfinden, was ich an diesen drei Texten mag.

Aber verdammt. Mir fällt immer noch nichts dazu ein.

Wenigstens die Lieblingsstelle:
Zitat:
Alles passte perfekt zusammen, die Kneipe, der Expriester und der Barmann; der Weltfrieden war genau dort, wo er sein sollte. Draußen.
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So_Ro
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BeitragVerfasst am: 08.07.2020 19:50    Titel: Antworten mit Zitat

Dein Text war wirklich faszinierend, obwohl ich mit einer gegensätzlichen Einstellung angefangen habe. Der Titel war der Grund: Ich dachte, er wäre "ernst" gemeint, d.h. dir wäre wirklich kein Titel angefangen, aber stattdessen ist er Teil des Ganzen.

Ich konnte nicht aufhören zu lesen, wollte wissen, wo dein Text hinführt, wo er endet. Ich wurde nicht enttäuscht, auch wenn ich nicht wirklich weiß, ob er mir gefallen hat.

Das Thema hast du natürlich eingehalten, und du hast es geschafft, höchst aktuelle und stark diskutierte Tagesthemen in die Handlung einzufädeln (Gender) ohne dass es wie ein Cliché wirkt.
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So_Ro
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen

Alter: 26
Beiträge: 18
Wohnort: Österreich


BeitragVerfasst am: 08.07.2020 19:52    Titel: Antworten mit Zitat

Dein Text war wirklich faszinierend, obwohl ich mit einer gegensätzlichen Einstellung angefangen habe. Der Titel war der Grund: Ich dachte, er wäre "ernst" gemeint, d.h. dir wäre wirklich kein Titel angefangen, aber stattdessen ist er Teil des Ganzen.

Ich konnte nicht aufhören zu lesen, wollte wissen, wo dein Text hinführt, wo er endet. Ich wurde nicht enttäuscht, auch wenn ich nicht wirklich weiß, ob er mir gefallen hat.

Das Thema hast du natürlich eingehalten, und du hast es geschafft, höchst aktuelle und stark diskutierte Tagesthemen in die Handlung einzufädeln (Gender) ohne dass es wie ein Cliché wirkt.
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Heidi
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BeitragVerfasst am: 10.07.2020 21:35    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Expriester heult sich aus, während er sich betrinkt. Der Barmann bekommt den Mist ab, sieht das aber pragmatisch als seinen Job an und tut alles dafür, dass der Alte noch ein Bier kippt und sich wohlfühlt.

Nun aber zum Leiden des Priesters: Er ist erschüttert darüber, dass die Menschen seit geraumer Zeit in Frieden und Harmonie leben – alles Dinge die er früher predigen musste, um den Menschen Halt zu geben, die aber gegenwärtig niemand mehr braucht. Der Priester ist arbeitslos und zeigt gerade deshalb vor dem Barmann sein wahres Gesicht, das konservativ, egoistisch und abgrundtief böse ist.
Aber auch der Barmann hat seine Hintergedanken. Ihm geht es darum, diesen einen Kunden zu halten, weil kaum noch Menschen irgendwelche Sorgen zu „ertränken“ haben und das Geschäft am Ende ist.

Diese beiden Themen, also den Alkohol und den Glauben, miteinander zu kombinieren, halte ich für eine ausgesprochen gute Idee, weil beide doch viel miteinander zu tun haben, wenn tiefer betrachtet.
Geist im Materiellen und Geist im Immateriellen. Beides kann gut sein, beides kann schlecht sein, je nachdem. In diesem Text übersteigert sich aber sowohl der materielle Geist, wie auch der immaterielle in eine negative Seite. Der Tröster wird zum Nörgler und nutzt den „Geist“ aus dem Bier, um sich zu beruhigen und den Tatsachen nicht ins Auge blicken zu müssen.

Die Geschichte ist bereits vor dem Einstieg amüsant – der Titel schon fordert mich heraus, zu denken. Es gibt einige Stellen, bei denen ich laut lachen musste. Etwa, wenn der Alte „Mh-mh.“ antwortet, nachdem der Barmann doch in einem ganzen und sogar langen Satz antwortet, obwohl er vorher nur schwieg und eben „Mh-mh.“ sagte.
Aber auch die Stellen, die erklären, wie ein Text grundsätzlich aufgebaut zu sein hat, sind angenehm trocken formuliert und lassen mich schmunzeln.
Ich halte es für keine leichte Aufgabe einen amüsanten Text zu schreiben und muss sagen, dass du das ziemlich gut hingekriegt hast. Auch sprachlich finde ich deinen Text gewandt und eigenständig.

Es gibt sechs Punkte dafür.


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Scheiße darf keine Flügel haben
der Phallus braucht Flügel
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Xeomer
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BeitragVerfasst am: 10.07.2020 22:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Señora Incógnita,

die Aufgabenstellung sehe ich als eindeutig erfüllt an.

Ich hätte mir aber anstatt der gewagten Einführung, lieber einen Titel und den Geschichtsbeginn gewünscht. Aber da ist ein Wettbewerb, also warum nicht? Mal was probieren, finde ich wiederum gut. Cool

Die Geschichte finde ich ganz ok. Wobei ich mir nicht sicher bin, was die Moral der Geschichte ist. Der Weltfrieden wird durch Toleranz und ein gleiches Lohnniveaus erreicht und der alte Mann findet sich nicht mehr zurecht. (Stark vereinfacht). Laughing

Was mich grübeln lässt, ist ob das die Ansicht des Autors ist oder ob es sich um heimliche Kritik handelt.

Der letzte Satz ist übrigens ein Killer. Dafür wird es auf jeden Fall einen oder mehrere Punkte geben.

Für den Rest lasse ich mir Zeit, bis ich weitere Texte gelesen habe.

Viele Grüße,
Xeomer


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Constantine
Geschlecht:männlichExposéadler


Beiträge: 2908

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 11.07.2020 19:03    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Bonjour

Ich bin's nur.

Merci beaucoup
Constantine
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chaoticinfinity
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen


Beiträge: 18
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 12.07.2020 07:58    Titel: Antworten mit Zitat

Die Idee finde ich prima, hat mir besonders gefallen
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Malaga
Geschlecht:weiblichKlammeraffe


Beiträge: 900



BeitragVerfasst am: 13.07.2020 20:03    Titel: Antworten mit Zitat

Das Thema gleich wie in vielen anderen Wettbewerbsbeiträgen, die formale Umsetzung jedoch ganz anders, mit einem massiv allwissenden Erzähler, der den Leser schon zu Beginn mit seinen Reflexionen über den perfekten Titel fordert.
Der, der aus der Reihe tanzt, ist diesmal nicht ein junger Mensch, sondern ein alter, arbeitsloser Pfarrer. Witzige Idee! Die Moral ist arbeitslos geworden, wenn es nur noch Gut, kein Böse mehr gibt. Auch die Interaktion zwischen Barmann und Altem hat etwas.
Bewertung am Ende im Vergleich.
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RAc
Eselsohr


Beiträge: 306



BeitragVerfasst am: 13.07.2020 22:29    Titel: Antworten mit Zitat

- Welche Krise(n) wurde(n) überwunden? Soziale Ungleichheit

- Wie? "Political Correctness Everywhere"

- Aus welchem Blickwinkel wird das Geschehen geschildert? Ein Ex-Priester, dessen Arbeit aus der Aufarbeitung der Ungleichheit bestand, betrinkt sich in einer Kneipe aus Frust über den "angeglichenen" Zustand (und damit seiner Redundanz in der Arbeitswelt).

- Wer ist der in der Ausschreibung geforderte Unzufriedene? Der Erzähler, dem die Arbeitsgrundlage entzogen wurde.

=> Anforderungen erfüllt? Ja

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- Hat die Darstellung logische Fehler? Ist die Handlung schlüssig? Man könnte die Figur des Priesters als Karikatur lesen, wären da nicht die Seitenhiebe auf Greta Thunberg und Bill Gates sowie die Darstellung des Barkeepers als genau das Feindbild, auf das sich der Prota eingeschossen hat. Beides legt nahe, daß der Prota hier i.W. als Sprachrohr des Autoren und seines Weltbildes konstruiert wurde.

- Wie ist die handwerkliche Ausgestaltung? Ich empfinde sie als stereotyp und eindimensional. Ich finde keine verborgenen Handlungsebenen, überraschende Wendungen oder Sprachwitz. Ich könnte mir vorstellen, daß das Ganze erheblich an Esprit gewinnen würde, wenn der Barkeeper als Charakter feiner und als Gegenpol zum Protagonisten gezeichnet werden würde.

- Punkte und Begründung: Keine (siehe meine Randbemerkung 1). Schon die Einleitung (inklusive Titel) ist ein ziemlicher Abtörner ohne Funktion für den Text. Klingt ein bißchen so, als wollte sich der Autor (ähnlich wie bei "Es fehlt die Utopie") über den Wettbewerb und die Aufgabestellung lustig machen. Das empfinde ich als respektlos gegenüber den Organisatoren und den Lesern.

----------------------------------------------

- Welche anderen Einreichungen sind vom Sujet her vergleichbar? Sex ist das Einzige (Krise in Form von sozialer Ungleichheit), Es fehlt die Utopie (Metareferenzen)

- Sonstige Kommentare:
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poetnick
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Beiträge: 681
Wohnort: Europa


BeitragVerfasst am: 16.07.2020 21:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Unbekannt,

das war ja (fast) ein prima Eyecatcher. Idee und Szene
Barmann/Gast gefällt mir als originelle und atmosphärische Umsetzung.

Beim Prolog geht für mich die Wirkung nach hinten los. Ich halte den für austauschbares und damit verzichtbares Lametta.

Für die Geschichte vergebe ich Punkte.

LG - Poetnick


_________________
Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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Michel
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Alter: 48
Beiträge: 2592
Wohnort: Südwest
Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 17.07.2020 10:40    Titel: Antworten mit Zitat

5) Bitte hier sich einen besonders geistreichen Titel vorstellen: Nö. Kein Bock. Warum sollte ich, wenn jemand versucht, seine Faulheit als Gag zu verkaufen?
Alter Mann nölt, dass ihm die Feindbilder fehlen. Sitzt in der Kneipe, war früher wohl Pfarrer und wetterte gegen Schwule und freie Liebe, bis ihm die Erneuerung der Welt den Job gekostet hat. Für mich läuft das nicht rund, ohne dass ich wirklich den Finger darauf legen könnte, was mich am meisten stört. Nettes Detail oder Running Gag ist der Barmann, der fast durchgehend mit Mh-mh antwortet. Das Muster hast Du an der richtigen Stelle gebrochen.


_________________
Ab November 2019 im Handel: "Shevon", erster Band der Flüchtlings-Chroniken
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Constantine
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Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 21.07.2020 22:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Veith,
V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Hallo [hier bitte mindestens 60 verschiedene geschlechtsneutrale Bezeichnungen denken ],

 Laughing I do my best.
Danke für diese schön-referentielle Inko-Begrüßung.

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Wow, die zweite Geschichte, die ich lese, und schon wieder richtig gut. Vorgaben sauber umgesetzt.

Danke für das Lob. Freut mich, dass dir mein Text beim ersten Lesen gefallen hat und er die Vorgaben erfüllt.
V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Was mir allerdings fehlt ist eine Erklärung, wie es zu dieser Utopie gekommen sein soll, wo mir der Text doch sonst auch alles erklärt, sogar, wie er funktionieren soll.

Mich hat das „Wie“ der Utopie nicht interessiert, keine roadmap to utopia, darüber wollte ich nicht schreiben. Mich interessierten mehr die Charaktere in der Jetztzeit und andere Dinge. Ich wollte mich mehr auf diese konzentrieren.

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Einerseits war das witzig, andererseits aber auch schon wieder zu viel.

Das Zuviel kann ich gut nachvollziehen, es ist gut spürbar.

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Ich lese das mal als Meta-Parodie auf Meta-Texte. Und dennoch, irgendwie – ich kann es nicht festmachen – zündet die Umsetzung bei mir nicht wirklich.

Ich denke, du konntest mit vielem im Text gut was anfangen, Meta-Ebenen sind dir nicht unbekannt. Die Gefahr, dass der Text untergeht oder nicht vollends zündet/überzeugt, bestand und habe ich gesehen.  

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Trotzdem tut das dem Text kaum Abbruch

Danke.
V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
und er rangiert bei mir – auch wenn ich erst einen anderen gelesen habe – weit oben.

Erneut Danke.

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Ich würde jetzt sagen, der ist bestimmt bei den Punkten dabei, aber das habe ich bei dem anderen bisher gelesenen auch schon gesagt und jetzt denke ich, wenn alle Texte weiterhin so gut sind, dürfte das mit dem Bepunkten echt schwer werden. Also mal abwarten, was noch kommt.

Dieser hat mir aber schon mal gefallen,
Veith

Freut mich, dass er bei dir einen sehr guten, ersten Eindruck hinterlassen hat und dir gefallen hat.

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Edit: Platz 3 meiner Top Ten. Glückwunsch.

Noch mehr freut mich, dass mein Beitrag am Ende den sehr positiven Eindruck bei dir behalten konnte und bei dir den dritten Platz belegt hat. Danke.
Gratulation zum zweiten Platz, Veith.
Sorry, dass ich deinem Text leider nicht kommentiert habe. Ist mir leider durchgeschlüpft, ich glaube, im Nachhinein betrachtet, waren es ca vier Texte, die mir zum Ende hin durchgeschlüpft sind, die ohne wirklichen Kommentar von mir geblieben sind.

LG Constantine
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Constantine
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Beiträge: 2908

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 21.07.2020 22:12    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo nicolailevin,

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:
Der Text beginnt auf der Metaebene, das gefällt mir schon mal gar nicht. Die Selbstreferenz setzt sich fort, aber mir als Leser gibt das nix, es bringt den Text auch nicht vorwärts, und so richtig originell ist es auch nicht.

Meta-Ebenen sind ein glatteisiges Terrain und da kann von Top oder Flop schnell der Flop resultieren. Ich habe mich auf Neuland begeben und die Gefahr, Leser zu verlieren, lag sehr nah. Ich kann gut nachvollziehen, dass dir das nicht gefallen und dir nichts gegeben hat.

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:
Die Szene in der Kneipe gefällt mir hingegen gut: Das Geplänkel zwischen Barkeeper und Gast, das ist gut beobachtet und ich kann die Atmosphäre greifen.

Danke. Freut mich, dass dir die „eigentliche Story“ gefallen hat.

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:
Das Drumherum der Fernsehrede hätte ich vielleicht knapper gehalten.

Ich habe mich so knapp wie ich es mir eingestand gehalten.

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:
Dann kommt der für mich stärkste Teil: Die Auflehnung. Die These, dass der Mensch für eine Welt in Harmonie nicht gemacht ist. Das ist bedenkenswert und geschickt transportiert.

Ist leider so. Freut mich, dass dir dies gefallen hat und dir bedenkenswert war.

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:
Da hätte der Text für meine Begriffe einhaken sollen und mehr draus machen.

Zu sehr auswalzen wollte ich dies nicht, damit mir der Text nicht aus dem sprichwörtlichen Leim gerät und in eine nicht gewählte Richtung überschwappt.

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:
Stattdessen gleitet die Argumentation leider ab. Der Typ stellt sich als Pfarrer raus und rutscht in eine schlichte und nicht näher verargumentierte Chauvi-Nostalgie.

„Nicht näher verargumentiert“ kann ich leider nicht nachvollziehen, wird im Text ein sehr überspitzt-konservatives Bild eines alten, katholischen (Ex-)Priesters gezeichnet, der keinen Sinn mehr in seinen Predigten sieht.

nicolailevin hat Folgendes geschrieben:
Ich hätte erwartet, dass sich aus der Spannung zwischen Gast und Barmann noch irgendwas entlädt und war am Ende enttäuscht.

Erwartungen bitte an der Garderobe abgeben. Danke.

Danke für deinen Leseeindruck. Teilweise hat dir manches gefallen und manches nicht. Voll ok.

LG Constantine
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Constantine
Geschlecht:männlichExposéadler


Beiträge: 2908

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 21.07.2020 22:13    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe d.frank,

d.frank hat Folgendes geschrieben:
Das muss man wirken lassen.

Das habe ich auch gedacht, dass das nötig werden könnte.

d.frank hat Folgendes geschrieben:
Zuerst hat mich das genervt, dieser schriftstellerische Wink mit dem Zaunpfahl,

Das kann ich sehr gut nachvollziehen, also der Gedanke, dass manches in meinem Text Leser nerven könnte. Ich habe mir gedacht, wenn es nervt, dann nervt es. Mich hat es auch nach mehrmaligem Abklopfen des Textes immer noch nicht genervt, also blieb es drin.
d.frank hat Folgendes geschrieben:
aber abschließend finde ich das dann doch ganz witzig,

Puh, nochmal die Kurve gekriegt. Danke.

d.frank hat Folgendes geschrieben:
weil es mir so ein bisschen (Achtung, Kritik am Wettbewerb) wie eine Persiflage auf selbigen vorkommt.

Schön, wenn dies der Text bei dir vermittelt bekommen hat. Gefällt mir. Sehr sogar. Danke.

d.frank hat Folgendes geschrieben:
Da hat der Prediger also nix mehr zu tun - könnte man auch auf den Schriftsteller anwenden: Das ewige und immer gleiche Gerede über die ewigen und immer gleichen Themen.

Stimmt, könnte man und ich denke, da steckt ein Funke Wahrheit drin. Ja.

d.frank hat Folgendes geschrieben:
Und wenn da jetzt auch noch Weltfrieden ist, ey, über was soll ich denn dann noch schreiben??

Jep. Genauso.

d.frank hat Folgendes geschrieben:
Na vielen Dank auch, dass Sie Herr Autor meine Dämonen füttern.

Gern geschehen, werte Kollegin.

Liebe Diana, danke für deinen Leseeindruck und deine grandiose Bepunktung. Dass dir diese Dämonenfütterung dann doch so gut gefallen haben, geht aus deinem Feedback nicht unbedingt hervor, freut mich ungemein. Danke.

LG Constantine
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