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Aus·Wege

 
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tronde
Hobbyautor


Beiträge: 406

Das goldene Aufbruchstück Das silberne Niemandsland


BeitragVerfasst am: 02.11.2014 20:00    Titel: Aus·Wege eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Neue Version »

Aus·Wege

Ich schmecke die Pulverrückstände am Revolverlauf und gehe ein letztes Mal durch meine Bilanz. Unter dem Strich: Exitus.
Chopin op. 35, 3. Satz läuft als Dauerschleife, die Hände schwitzen. Der Lauf schlägt gegen die Zähne, bis ich draufbeiße. Entscheidende Gegebenheiten der letzten Zeit, die rückblickend betrachtet beinahe zwangsläufig, aber doch mit einer geringen Unsicherheit behaftet, zur jetzigen Lage geführt haben.

Der Bug (15062034. 31.327512, 15.896203. 35.658847, 14.457111. 350) pflügte durch den vollgepferchten Seelenverkäufer. Der Uffz sang: »Oh wärt ihr doch in Libyen geblieben«. Der Käpt’n ließ unverändert volle Fahrt machen. Das hätte ich mir in Bremerhaven nie albträumen lassen. (»Mehr Bilder, Mann, mehr Bilder!«) Im Kielwasser (Ich) phosphoreszierten (will) Noctiluca scintillans und (so) Pyrocystis noctiluca unbeeindruckt vor sich hin, durchbrochen von schwarzen Schatten, die (nicht mehr leben.) mit den Armen wedelten.

Meyer schwadronierte immer von der afrikanischen Pestbeule, die bald aufplatzen würde, und dann würde die Festung Europa unter dem Ansturm der Termiten zerbröseln. Unter Gelächter (30072034. 35.183631, 11.097520. 35.490510, 12.493722. 200) rief er über die Reling: »Lernt erstmal richtig Schiffe bauen!« Der Pott war schon kurz vorm Absaufen; Wasser bis zur Brust, Wellen über den Kopf. Und die Kinderaugen und - münder (Arschlöcher!) so weit aufgerissen. (»Kriegt der jetzt seinen Moralischen oder was!?«)
(Nur noch diesen MindSim aufzeichnen. Dann bin ich raus.)

Steile Vorlage vom Typ am Heck, eine Knarre (07092034. 36.913598, 8.385211. 38.594802, 8.603174. 300) zu ziehen. Bei den Kähnen reicht es ja, wenn du draufspuckst. Was da eine Handgranate ausrichtet ... Gluckgluckgluck, weg war er. Klar gab es eine Weile Geschrei. Jedem Kopf auf dem Wasser eine Kugel. Ich stand am Bug und versuchte krampfhaft, in die andere Richtung zu blicken. (»Was’n für ’n Scheiß, wegschauen. Draufballern soll er! Der soll sich ans Script halten, verdammt.«) Ruhe über der glatten See.
(Ich will nicht mehr mitmachen dabei, die Fantasien von Idioten zu imagenisieren. Die sollten sich mit ihrem Leben auseinandersetzen, anstatt nur dem Script anderer zu folgen. Ich habe das lange genug getan, jetzt ist Schluss. (»Jetzt produziert er auch noch Aussetzer. Ich fass es nicht, der ist doch Profi!«) Das Script sagt, er soll seine Frau verachten, aber was, wenn er sie bis zum Ende geliebt hätte?)

Ich verließ die Agentur nach dieser Fahrt und verbrachte abwärtsspiralige Monate mit Susanne, deren Krankheit sich weiter verschlimmerte. Insofern war es gut, dass ich zu Hause war. Zunehmend war Pflege angesagt, dazwischen hatte ich zu viel Zeit um Nachdenken. Ah, da hat noch mein altes Ich gesprochen, denn nachdem in die Kruste um mein Hirn die ersten Risse gesprengt waren, fehlte die Zeit, all das Denken (Immer Zweifel.) nachzuholen, das ich mir in Schule und Militär habe austreiben lassen. Ich bin nicht dumm, es kostete mich einfach weniger Kraft, der Clique, den Sprüchen der Angeber (Immer alleine.) zu folgen. Nolens volens führte mich der Weg zum Militär; da, wo Mitlaufen (Immer zerrissen.) nicht nur gesellschaftlich gewünscht, sondern vorausgesetzt wird. Aber in beiden Fällen fliegen die Quertreiber raus. (Flucht in die Welt der MindSims.) Durch meine Kündigung kam ich dem Rauswurf zuvor, ich wollte nicht mehr danebenstehen und wegschauen.
Tat ich dann doch. Hilflos dem Verfall Susannes gegenüber machte ich lange Spaziergänge, da mir der Anblick Susannes eiserne Bänder um die Brust legte, und suhlte mich in meiner Scham. (Aber das heilt die Zerrissenheit nicht.) Die Krankheit beherrschte unser Zusammenleben.
(»Mann, Scheiße, unsere Kunden wollen Entertainment und nichts Ernsthaftes. Der Junkie wird zum Spießer, ich fass es nicht. Kranke Frau, so’n Quatsch, ein Verhältnis hat sie, mit ’nem Nigger. Ok, wir lassen das MindGrabbing laufen, irgendein verfickter ›Bildungsbürger‹ wird das schon als Doku usen, für’n Sonderpreis vielleicht.«)

Vor ein paar Tagen schrieb Meyer mir eine E-Mail, sie würden sich in einer Kneipe treffen, ich könne gerne dazustoßen. Treffen mit denen vom Schiff? Was würde mir das bringen? Reminiszenzen an die alte Kameradschaft? Susanne wirkte froh - selbst vorhin noch, bevor ich ging -, ich solle mir doch einen schönen Abend machen. Ich hatte so ein Bauchgefühl ... (Nur noch diesen MindGrab und dann zum Entzug.)
Aus jetziger Sicht betrachtet hätte ich natürlich bleiben müssen. Oder länger weg sein, dann wäre es vielleicht von alleine vorbei gewesen. Aber nein: Ich verteidige mich nicht. Ich hatte keine klare Vorstellung davon, was ich wirklich wollte. Vielleicht war es ein Impuls unbewusster Loyalität oder die Konsequenz eines dieser ironischen Zwänge, die in den Gegebenheiten der menschlichen Existenz lauern. Ich weiß es nicht. Ich kann es nicht sagen. Aber ich ging hin. Vielleicht hätte sich ja ein Ex-Kollege geändert, würde Selbstkritik äußern, oder ich würde mir den nötigen Schwung holen, um irgendetwas zu unternehmen, zur Presse zu gehen, was weiß ich.

Das Gespräch war wie ein torkelnder Kreisel, der sich an meinem Gewissen stieß, also brach ich bald auf, ohne bei den anderen auch nur einen Hauch von Einsicht verspürt zu haben. Das Ziehen in den Eingeweiden trieb mich zu Susanne.

Warum bin ich nur hin? Es ist mir unklarer als zuvor. Und doch: Wäre es danach anders gelaufen, wäre der Abend vielleicht einer der Punkte im Leben geworden, an denen man seinen Entschluss, sich zu ändern, in die Tat umsetzt.

Als ich die Tür aufschloss, brannten überall in der Wohnung Kerzen. Aus dem Schlafzimmer drang Stöhnen. Susanne lag auf dem Bett und (Selbst entscheiden, nicht sein Leben gelebt bekommen.) streckte mir ihre linke Hand entgegen. Sie hing herunter und war blutverschmiert. »Nicht mal das kriege ich noch hin«, stieß sie zwischen Schluchzern hervor. Ich sah die nassen Fußspuren aus dem Bad und folgte ihnen zum Bett. Mein Kopf klärte sich, ich nahm Susanne in die Arme. »Ich will so nicht mehr leben«, flüsterte sie. »Die Schmerzen, die Hilflosigkeit, dein Mitleid. Ich will nicht warten, bis ich nur noch vegetiere. Hilf mir.«
Wärme in der Brust, Tränen in den Augen. Ich hielt sie in den Armen, die Frau meines Lebens. Ein kleines Stück wich ich von ihr zurück, nur soviel, dass ich ihr in die Augen schauen konnte. Darin erblickte ich Hoffnungslosigkeit (Better-than-Life) und Hoffnung (Reallife). Ich strich ihr über den Scheitel, fühlte die Widerspenstigkeit ihrer Haare und ließ meine Hand auf ihrer Wange ruhen.
In meinem Kopf breitete sich Stille aus, in der nur vereinzelte Gedanken und Bilder aufblitzten. Worin zeigt sich Liebe? Das erste vorsichtig forschende Ineinanderflechten unserer Hände. Die lange, lange Umarmung nach der Fehlgeburt. Unsere SMS, in die wir jeweils nur einen Punkt setzten, der uns alles sagte, was zu sagen war, und mich zum Lächeln brachte.
Was ist ein echter Liebesbeweis? Unzahlige kleine und große, ernst gemeinte und vorgespielte fielen mir ein, aber jetzt? Unter dem Stapel Unterwäsche im Schrank die illegal besorgte Waffe.
»Bitte«, sagte Susanne. (Endlich wieder Herr im eigenen Kopf sein.) Ich hielt sie noch eine Ewigkeit. Sie drückte sich an mich. Schließlich küsste ich sie auf die Stirn und ging zum Schrank. Susanne legte sich nach hinten auf das Bett und schloss die Augen. Ich nahm die Waffe - das gleiche Modell wie unsere Diensthandwaffe, so vertraut - heraus, sie war geladen. Mit leisem Klicken änderte der Sicherungshebel seine Position. Ich setzte mich neben Susanne aufs Bett und griff mit meiner linken nach ihrer rechten Hand.
Geht es nicht darum: Selbstbestimmung bis zum Schluss?
(Geht es nicht darum: Selbstbestimmung, um zu leben?)
Ich zielte auf die Brust, aber auf dieses Herz konnte ich nicht schießen.
Wir haben uns schon immer ohne viele Worte verstanden; Susanne drehte den Kopf weg von mir und drückte meine Hand. »Bis dass der Tod uns scheide«, sagte sie. Ich setzte die Waffe an ihre Schläfe und drückte ab. (»Endlich mal Blut, Mann!«) Der Schuss interessiert in unserer Gegend keinen, und wenn schon. Hier in dieser Welt war uns kein Glück beschieden, aber dort, wohin ich ihr jetzt folge, werden wir vereint sein für immer.
Ich drehte ihren Kopf zurück, Blut und anderes ignorierend, und küsste ihre Lippen, Botschafter von Liebe und Zärtlichkeit für neun Jahre, fünf Monate und vier Tage. Dann steckte ich mir den Revolverlauf in den Mund und ... (Die Dienstwaffe war doch sicher eine Pistole?! Diese schlampigen Scripts kotzen mich an!)

(»Stop, Stop, Stop! Schaltet den Mindgrabber aus. Man könnte meinen, sein Mindport hat 'nen Kurzen, dieser MindGrab läuft echt Scheiße, Mann!«)

»Also, du bist schon solange dabei, du kennst das Spiel: Es geht nur um Action. Wir kriegen das Script, du spielst es in deinem Kopf - Mann, du bist ein super Imagenie -, wir pimpen den MindSim und das Better-Than-Life geht weg wie warme Semmeln. Diesen Frauenquatsch kriegen wir nicht verkauft. Und den Esoquatsch von wegen Reise ins Afterlife: das Theater kannste dir sparen.
Also reiß dich zusammen und halt dich an das Script und konzentrier dich. Kein Gelaber, mehr Action, mehr Blut. Mann, unsere Kunden wollen Hardcore, die wollen eiskalte Typen, nicht so nen gefühlsduseligen alten Sack. Zieh Bilanz, dann mach die Alte und ihren Nigger-Loverboy kalt, wie’s im Script steht. Schuss und Schluss. Ok?
Ach, und kein Meta-Wischwasch mehr, schaffen die Filter nicht.
Mann, einfach nur das Script runter imagenisieren.«

(Dieses eine Grabbing noch, dann nehm ich das Geld und fang neu an.)

Ich schmecke die Pulverrückstände am Pistolenlauf und gehe ein letztes Mal ...

(»Wenn er jetzt zum Ende kommt, erschießt ihn. Damit kommen wir in die erste Liga, werden die Kings of Town. Unsere Kunden wollen Hardcore, Jungs, Hardcore.«)

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fancy
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Wohnort: Im sonnigen Süden


BeitragVerfasst am: 03.11.2014 15:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

schön anders, experimentell. Gefällt mir bis jetzt ganz gut.


_________________
Don't start doing things, just do them. Fang nicht an, Dinge zu tun, tu sie einfach! (Me)
Wer wenig denkt, irrt viel (Leonardo da Vinci)
Meinungsverschiedenheiten über ein Kunstwerk beweisen, dass das Werk neu, komplex und lebenswichtig ist. (Oscar Wilde)
Wenn Kritiker uneins sind, befindet sich der Künstler im Einklang mit sich selbst. (Oscar Wilde)
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Einar Inperson
Geschlecht:männlichDichter und Denker


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Wohnort: Auf dem Narrenschiff


BeitragVerfasst am: 03.11.2014 22:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mr Conrad, hallo Ms Conrad,

du hast es geschafft, mich beim ersten Lesen schon zu verärgern. Wer soll das lesen? Ein Text, der nur aus Klammern besteht und was ist da drin, Ziffernfolgen und mehr. Und das hat mich gezwungen immer wieder zu kommen, man will ja fair sein. Noch mehr Ärger. Soviele Texte und der hier klaut soviel Zeit. Aber dann habe ich auch gemerkt, dass mich der Text auch beim wiederholten Lesen nicht langweilt. Nanu.

Ich kann nur 10 Texte mit Punkten bedenken. Ob du dabei bist, werde ich mir erlesen.

Lord Jim sagt: 8 Punkte


_________________
Traurige Grüße und ein Schmunzeln im Knopfloch

Zitat: "Ich habe nichts zu sagen, deshalb schreibe ich, weil ich nicht malen kann"
Einar Inperson in Anlehnung an Aris Kalaizis

si tu n'es pas là, je ne suis plus le même

"Ehrfurcht vor dem Leben" Albert Schweitzer
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Lese Lina
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 52
Beiträge: 60
Wohnort: Gran Canaria


BeitragVerfasst am: 04.11.2014 01:17    Titel: Antworten mit Zitat

So was wie die Heavy-Metal-Version von Tron.

Klasse geschrieben.

Liebe Grüße
Lese Lina
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lilli.vostry
Wortschmiedin


Beiträge: 1138
Wohnort: Dresden


BeitragVerfasst am: 04.11.2014 02:05    Titel: aw:Aus.Wege Antworten mit Zitat

Hallo,

eine ungeheuer spannende und vielschichtig erzählte Geschichte, Flüchtlingsdrama, Actionfilme die am brutalen Elend verdienen und ein Mann, der das alles nicht mehr aushält, Schluss machen will und in seinem Leben einen Schicksalsschlag verkraften muss und seiner schwerkranken Frau die letzte Bitte erweist... Aber was ist hier echt, was erfunden, Hardcore-Film und Wirklichkeit gehen ineinander über, die Regieanweisungen in Klammern lassen darauf schließen.
Ob er seinem Leben tatsächlich ein Ende macht, bleibt offen.

Die sprachliche Form mit den Aussagen in Klammern, hinter und in die Sätze eingefügt, sind atmosphärisch dicht und zoomen die schrecklichen Ereignisse immer näher an den Icherzähler heran, die ihn nicht loslassen und mit denen er so nicht mehr leben kann...
Auch der Ton zwischen trocken nüchtern, emotional bis zynisch menschenverachtend bei den Hardcoreproduzenten geht unter die Haut.
Nur die Zahlenkolonnen - was wird da gezählt - sind es Waffennummern, Waren... kann ich nicht einordnen.

Bisher die beste Geschichte die ich hier gelesen habe.

Gebe ich 12 Federn.

LG,
Lilli


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Wer schreibt, bleibt und lebt intensiver
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crim
Geschlecht:männlichsex, crim & rock'n'roll


Beiträge: 1330
Wohnort: Wiesbaden/München
Die lange Johanne in Gold Lezepo 2015
Pokapro und Lezepo 2014 Pokapro VII & Lezepo V



BeitragVerfasst am: 04.11.2014 09:45    Titel: Antworten mit Zitat

Der experimentellste Text im Wettbewerb. Mag ich eh. Gute Ideen, gute Umsetzung. Sprachliche Aufhorcher. Setzt schon sehr auf Effekt, aber liefert inhaltlich eine Begründung. Oben dabei.
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hobbes
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 2831

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 05.11.2014 11:40    Titel: Antworten mit Zitat

smile Also hier blicke ich (vorerst) wenig bis gar nichts. Aber im Gegensatz zu rübenach mag ich Umklammertes in Texten total gern. Das ist allerdings nicht der Grund, warum ich den Text in die Reihe der potentiellen Punktekandidaten aufgenommen habe. Der Grund liegt im Rhythmus der Worte. Den mag ich. Eine Hörversion, bitte!, kommt mir da sofort in den Sinn. Ich freu mich jedenfalls schon auf's Wiederkommen.

edit:
Zitat:
Chopin op. 35, 3. Satz

Spaßeshalber habe ich mir das während des Lesens jetzt auch mal angehört. Hätte ich mir schneller vorgestellt, überraschenderweise (für mich) passt es trotzdem richtig gut.
Gibt dem Ganzen noch mehr traurige Dramatik. Die sich nie in den Vordergrund drängt und gerade deshalb so reinhaut.
Wiederkommen macht in dem Fall jedenfalls Freude.

Und: Tja. War eine schwierige Entscheidung zwischen 10 und 12. Am Ende war es das Thema des anderen Textes, das mich einfach mehr angesprochen hat.
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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2448

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 05.11.2014 22:38    Titel: Antworten mit Zitat

Bonjour!

Liebe/r Verfasser/in,

eine arg konstruiert wirkende SciFi-Geschichte, die mir leider nicht zugesagt hat: zu unrund, zu holprig, zu chaotisch/wirr/unausgewogen.
Beispiele:
Wenn dies hier als ein stilistisches, experimentelles Mittel wirken soll,
"Der Bug (15062034. 31.327512, 15.896203. 35.658847, 14.457111. 350)", "Unter Gelächter (30072034. 35.183631, 11.097520. 35.490510, 12.493722. 200)" und "eine Knarre (07092034. 36.913598, 8.385211. 38.594802, 8.603174. 300)", verstehe ich den Kontext zur Geschichte nicht. Für mich wirkt es unmotiviert eingeworfen ohne Mehrwert. Es kommt nur 3x vor, ohne in irgendeiner Form aus dem Text schlüssig geklärt zu werden, was es damit auf sich hat, und wird anschließend nicht mehr verwendet. Als Leser überfliege ich diese Einschübe. Sie wirken für mich unmotiviert eingefügt, um einem seichten Setting eine künstliche formale Spielerei zu geben, ohne klaren Mehrwert oder konzeptionelle Konsequenz.
Hingegen finde ich diese Spielerei nicht schlecht: "Im Kielwasser (Ich) phosphoreszierten (will) Noctiluca scintillans und (so) Pyrocystis noctiluca unbeeindruckt vor sich hin, durchbrochen von schwarzen Schatten, die (nicht mehr leben.) mit den Armen wedelten." Aber du hälst es leider auch nicht konsequent durch. Anstelle wie beim zitierten Satz beim Protagonisten zu bleiben, wechseln diese eingeklammerten Einschübe später die Perspektiven zwischen ihm und anderen Protagonisten und liegen für mich oft als Fremdkörper eingebettet zwischen der Ich-Perspektive deines Protagonisten. Beispiele: "[/i](»Jetzt produziert er auch noch Aussetzer. Ich fass es nicht, der ist doch Profi!«) Das Script sagt, er soll seine Frau verachten, aber was, wenn er sie bis zum Ende geliebt hätte?)" oder "(»Mann, Scheiße, unsere Kunden wollen Entertainment und nichts Ernsthaftes. Der Junkie wird zum Spießer, ich fass es nicht. Kranke Frau, so’n Quatsch, ein Verhältnis hat sie, mit ’nem Nigger. Ok, wir lassen das MindGrabbing laufen, irgendein verfickter ›Bildungsbürger‹ wird das schon als Doku usen, für’n Sonderpreis vielleicht.«)"

Die Motivation deines Protagonisten ist mir unklar und das Ende wirkt zu aufgesetzt.
Da wäre einiges zu überdenken.Ich denke, da steckt noch viel Arbeit zum Überarbeiten drin in deiner Idee, damit der Text inhaltlich und stilistisch homogener wird.

Leider bist du für mich nicht unter den Texten, die Punkte bekommen: zéro point.

Merci beaucoup!

LG,
Constantine
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fancy
Geschlecht:weiblichSchmuddelkind

Alter: 58
Beiträge: 3358
Wohnort: Im sonnigen Süden


BeitragVerfasst am: 06.11.2014 16:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

dein Text hält sich an die Vorgaben. (Wahrscheinlich werde ich das doch honorieren.)

Ich hoffe, du erklärst die Zahlenkolonnen, denn auf die kann ich mir keinen Reim machen.

Beim zweiten Lesen gefällt mir deine Story noch besser als beim ersten Mal. Und ich gehe davon aus, dass die Wörter, die man auch anders hätte schreiben können, in voller Absicht so und nicht anders geschrieben wurden.

Ich schätze, du schaffst es in die Wertung.

Mir gefällt, dass du viele verschiedene Themen ansprichst und immer wieder neue Interpretationen zulässt.


Liebe Grüße

fancy


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Merope
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Beiträge: 746
Wohnort: Am Ende des Tals
Der Goldene Käse


BeitragVerfasst am: 06.11.2014 17:44    Titel: Antworten mit Zitat

Anders geschrieben, mutig neue Wege gegangen.
Das Ende: Schade! Das verwässert ein wenig.
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Lapidar
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Beiträge: 2787
Wohnort: Wangen im Allgäu


BeitragVerfasst am: 06.11.2014 20:15    Titel: Antworten mit Zitat

Das Ganze ist mir zu konfus. Ich habe mich stirnrunzelnd durch dein Stück gelesen. Die ganzen Zahlenkolonnen haben mich nur verwirrt (ich weiß immer noch nicht, welche Bedeutung sie haben. Mein Hauptverdacht war: die setzt du ein, um auf die erforderliche Mindestanzahl zu kommen, aber der ist wohl eher boshaft, als berechtigt).
Ich mag Fremdwörter, aber auch dein Rumgewerfe mit Speziesnamen etc. tut nichts, um mir das Stück angenehm lesbar zu machen.
Wenn E definiert wird, als unverständlich und schwer lesbar, dann hast du E geschrieben.


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Every Woman needs a chainsaw for a Valentine.
original: Lapidar
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shatgloom
Geschlecht:weiblichHobbyautor


Beiträge: 300
Wohnort: hier


BeitragVerfasst am: 06.11.2014 20:50    Titel: Antworten mit Zitat

Tja, was soll ich hierzu schreiben.
Better-than-life, würde ich mal sagen.
Bei diesem Text weiß ich nicht, was Reallife und was  Better-than-life ist.
Macht aber nichts.
Eine ganz toll geschriebener Text. Bei jedem Lesen entdecke ich neue Erlebnis-Ebenen und neue Ausdrücke, die ich genial finde. Mal meine ich, ich hab alles kapiert, dann wieder nicht.

Sehr außergewöhnlich und ganz sicher nicht das, was man sonst liest.
Einer meiner Favoriten.
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tronde
Hobbyautor


Beiträge: 406

Das goldene Aufbruchstück Das silberne Niemandsland


BeitragVerfasst am: 06.11.2014 23:38    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Meiner.
Mist, grade noch einen Rechtschreibfehler entdeckt ...
Wer findet ihn?
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gold
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Alter: 65
Beiträge: 4980
Wohnort: ebenda
DSFo-Sponsor Ei 10


BeitragVerfasst am: 07.11.2014 08:33    Titel: Re: Aus·Wege Antworten mit Zitat

Guy Incognito hat Folgendes geschrieben:
Aus·Wege

Ich schmecke die Pulverrückstände am Revolverlauf und gehe ein letztes Mal durch meine Bilanz. Unter dem Strich: Exitus.
Chopin op. 35, 3. Satz läuft als Dauerschleife, die Hände schwitzen. Der Lauf schlägt gegen die Zähne, Parkinson? bis ich draufbeiße. Entscheidende Gegebenheiten der letzten Zeit, die rückblickend betrachtet beinahe zwangsläufig, aber doch mit einer geringen Unsicherheit behaftet, zur jetzigen Lage geführt haben.

Der Bug (15062034. 31.327512, 15.896203. 35.658847, 14.457111. 350) die Zahlen irritieren  pflügte durch den vollgepferchten Seelenverkäufer. Der Uffz sang: »Oh wärt ihr doch in Libyen geblieben«. Der Käpt’n ließ unverändert volle Fahrt machen. Das hätte ich mir in Bremerhaven nie albträumen lassen. (»Mehr Bilder, Mann, mehr Bilder!«) Im Kielwasser (Ich) phosphoreszierten (will) Noctiluca scintillans und (so) Pyrocystis noctiluca unbeeindruckt vor sich hin, durchbrochen von schwarzen Schatten, die (nicht mehr leben.) mit den Armen wedelten. beeindruckendes BildMeyer schwadronierte immer von der afrikanischen Pestbeule, die bald aufplatzen würde, und dann würde die Festung Europa unter dem Ansturm der Termiten zerbröseln. Unter Gelächter (30072034. 35.183631, 11.097520. 35.490510, 12.493722. 200) rief er über die Reling: »Lernt erstmal richtig Schiffe bauen!« Der Pott war schon kurz vorm Absaufen; Wasser bis zur Brust, Wellen über den Kopf. Und die Kinderaugen und - münder (Arschlöcher!) so weit aufgerissen. (»Kriegt der jetzt seinen Moralischen oder was!?«)
(Nur noch diesen MindSim aufzeichnen. Dann bin ich raus.)

Steile Vorlage vom Typ am Heck, eine Knarre (07092034. 36.913598, 8.385211. 38.594802, 8.603174. 300) zu ziehen. Bei den Kähnen reicht es ja, wenn du draufspuckst. Was da eine Handgranate ausrichtet ... Gluckgluckgluck, weg war er. Klar gab es eine Weile Geschrei. Jedem Kopf auf dem Wasser eine Kugel. Ich stand am Bug und versuchte krampfhaft, in die andere Richtung zu blicken. (»Was’n für ’n Scheiß, wegschauen. Draufballern soll er! Der soll sich ans Script halten, verdammt.«) Ruhe über der glatten See.
(Ich will nicht mehr mitmachen dabei, die Fantasien von Idioten zu imagenisieren imaginisieren Die sollten sich mit ihrem Leben auseinandersetzen, anstatt nur dem Script anderer zu folgen. Ich habe das lange genug getan, jetzt ist Schluss. (»Jetzt produziert er auch noch Aussetzer. Ich fass es nicht, der ist doch Profi!«) Das Script sagt, er soll seine Frau verachten, aber was, wenn er sie bis zum Ende geliebt hätte?)

Ich verließ die Agentur nach dieser Fahrt und verbrachte abwärtsspiralige Monate mit Susanne, deren Krankheit sich weiter verschlimmerte. Insofern war es gut, dass ich zu Hause war. Zunehmend war Pflege angesagt, dazwischen hatte ich zu viel Zeit um Nachdenken. Ah, da hat noch mein altes Ich gesprochen, denn nachdem in die Kruste um mein Hirn die ersten Risse gesprengt waren, fehlte die Zeit, all das Denken (Immer Zweifel.) nachzuholen, das ich mir in Schule und Militär habe austreiben lassen. Ich bin nicht dumm, es kostete mich einfach weniger Kraft, der Clique, den Sprüchen der Angeber (Immer alleine.) zu folgen. Nolens volens führte mich der Weg zum Militär; da, wo Mitlaufen (Immer zerrissen.) nicht nur gesellschaftlich gewünscht, sondern vorausgesetzt wird. Aber in beiden Fällen fliegen die Quertreiber raus. (Flucht in die Welt der MindSims.) Durch meine Kündigung kam ich dem Rauswurf zuvor, ich wollte nicht mehr danebenstehen und wegschauen.
Tat ich dann doch. Hilflos dem Verfall Susannes gegenüber machte ich lange Spaziergänge, da mir der Anblick Susannes eiserne Bänder um die Brust legte, und suhlte mich in meiner Scham. (Aber das heilt die Zerrissenheit nicht.) Die Krankheit beherrschte unser Zusammenleben.
(»Mann, Scheiße, unsere Kunden wollen Entertainment und nichts Ernsthaftes. Der Junkie wird zum Spießer, ich fass es nicht. Kranke Frau, so’n Quatsch, ein Verhältnis hat sie, mit ’nem Nigger. Ok, wir lassen das MindGrabbing laufen, irgendein verfickter ›Bildungsbürger‹ wird das schon als Doku usen, für’n Sonderpreis vielleicht.«)

Vor ein paar Tagen schrieb Meyer mir eine E-Mail, sie würden sich in einer Kneipe treffen, ich könne gerne dazustoßen. Treffen mit denen vom Schiff? Was würde mir das bringen? Reminiszenzen an die alte Kameradschaft? Susanne wirkte froh - selbst vorhin noch, bevor ich ging -, ich solle mir doch einen schönen Abend machen. Ich hatte so ein Bauchgefühl ... (Nur noch diesen MindGrab und dann zum Entzug.)
Aus jetziger Sicht betrachtet hätte ich natürlich bleiben müssen. Oder länger weg sein, dann wäre es vielleicht von alleine vorbei gewesen. Aber nein: Ich verteidige mich nicht. Ich hatte keine klare Vorstellung davon, was ich wirklich wollte. Vielleicht war es ein Impuls unbewusster Loyalität oder die Konsequenz eines dieser ironischen Zwänge, die in den Gegebenheiten der menschlichen Existenz lauern. Ich weiß es nicht. Ich kann es nicht sagen. Aber ich ging hin. Vielleicht hätte sich ja ein Ex-Kollege geändert, würde Selbstkritik äußern, oder ich würde mir den nötigen Schwung holen, um irgendetwas zu unternehmen, zur Presse zu gehen, was weiß ich.

Das Gespräch war wie ein torkelnder Kreisel, der sich an meinem Gewissen stieß, also brach ich bald auf, ohne bei den anderen auch nur einen Hauch von Einsicht verspürt zu haben. Das Ziehen in den Eingeweiden trieb mich zu Susanne.

Warum bin ich nur hin? Es ist mir unklarer als zuvor. Und doch: Wäre es danach anders gelaufen, wäre der Abend vielleicht einer der Punkte im Leben geworden, an denen man seinen Entschluss, sich zu ändern, in die Tat umsetzt.

Als ich die Tür aufschloss, brannten überall in der Wohnung Kerzen. Aus dem Schlafzimmer drang Stöhnen. Susanne lag auf dem Bett und (Selbst entscheiden, nicht sein Leben gelebt bekommen.) streckte mir ihre linke Hand entgegen. Sie hing herunter und war blutverschmiert. »Nicht mal das kriege ich noch hin«, stieß sie zwischen Schluchzern hervor. Ich sah die nassen Fußspuren aus dem Bad und folgte ihnen zum Bett. Mein Kopf klärte sich, ich nahm Susanne in die Arme. »Ich will so nicht mehr leben«, flüsterte sie. »Die Schmerzen, die Hilflosigkeit, dein Mitleid. Ich will nicht warten, bis ich nur noch vegetiere. Hilf mir.«
Wärme in der Brust, Tränen in den Augen. Ich hielt sie in den Armen, die Frau meines Lebens. Ein kleines Stück wich ich von ihr zurück, nur soviel, dass ich ihr in die Augen schauen konnte. Darin erblickte ich Hoffnungslosigkeit (Better-than-Life) und Hoffnung (Reallife). Ich strich ihr über den Scheitel, fühlte die Widerspenstigkeit ihrer Haare und ließ meine Hand auf ihrer Wange ruhen.
In meinem Kopf breitete sich Stille aus, in der nur vereinzelte Gedanken und Bilder aufblitzten. Worin zeigt sich Liebe? Das erste vorsichtig forschende Ineinanderflechten unserer Hände. Die lange, lange Umarmung nach der Fehlgeburt. Unsere SMS, in die wir jeweils nur einen Punkt setzten, der uns alles sagte, was zu sagen war, und mich zum Lächeln brachte.
Was ist ein echter Liebesbeweis? Unzahlige unzählige kleine und große, ernst gemeinte und vorgespielte fielen mir ein, aber jetzt? Unter dem Stapel Unterwäsche im Schrank die illegal besorgte Waffe.
»Bitte«, sagte Susanne. (Endlich wieder Herr im eigenen Kopf sein.) Ich hielt sie noch eine Ewigkeit. Sie drückte sich an mich. Schließlich küsste ich sie auf die Stirn und ging zum Schrank. Susanne legte sich nach hinten auf das Bett und schloss die Augen. Ich nahm die Waffe - das gleiche Modell wie unsere Diensthandwaffe, so vertraut - heraus, sie war geladen. Mit leisem Klicken änderte der Sicherungshebel seine Position. Ich setzte mich neben Susanne aufs Bett und griff mit meiner linken nach ihrer rechten Hand.
Geht es nicht darum: Selbstbestimmung bis zum Schluss?
(Geht es nicht darum: Selbstbestimmung, um zu leben?)
Ich zielte auf die Brust, aber auf dieses Herz konnte ich nicht schießen.
Wir haben uns schon immer ohne viele Worte verstanden; Susanne drehte den Kopf weg von mir und drückte meine Hand. »Bis dass der Tod uns scheide«, sagte sie. Ich setzte die Waffe an ihre Schläfe und drückte ab. (»Endlich mal Blut, Mann!«) Der Schuss interessiert in unserer Gegend keinen, und wenn schon. Hier in dieser Welt war uns kein Glück beschieden, aber dort, wohin ich ihr jetzt folge, werden wir vereint sein für immer.
Ich drehte ihren Kopf zurück, Blut und anderes ignorierend, und küsste ihre Lippen, Botschafter von Liebe und Zärtlichkeit für neun Jahre, fünf Monate und vier Tage. Dann steckte ich mir den Revolverlauf in den Mund und ... (Die Dienstwaffe war doch sicher eine Pistole?! Diese schlampigen Scripts kotzen mich an!)

(»Stop, Stop, Stop! Schaltet den Mindgrabber aus. Man könnte meinen, sein Mindport hat 'nen Kurzen, dieser MindGrab läuft echt Scheiße, Mann!«)

»Also, du bist schon solange dabei, du kennst das Spiel: Es geht nur um Action. Wir kriegen das Script, du spielst es in deinem Kopf - Mann, du bist ein super Imagenie -, wir pimpen den MindSim und das Better-Than-Life geht weg wie warme Semmeln. Diesen Frauenquatsch kriegen wir nicht verkauft. Und den Esoquatsch von wegen Reise ins Afterlife: das Theater kannste dir sparen.
Also reiß dich zusammen und halt dich an das Script und konzentrier dich. Kein Gelaber, mehr Action, mehr Blut. Mann, unsere Kunden wollen Hardcore, die wollen eiskalte Typen, nicht so nen gefühlsduseligen alten Sack. Zieh Bilanz, dann mach die Alte und ihren Nigger-Loverboy kalt, wie’s im Script steht. Schuss und Schluss. Ok?
Ach, und kein Meta-Wischwasch mehr, schaffen die Filter nicht.
Mann, einfach nur das Script runter imagenisieren.«

(Dieses eine Grabbing noch, dann nehm ich das Geld und fang neu an.)

Ich schmecke die Pulverrückstände am Pistolenlauf und gehe ein letztes Mal ...

(»Wenn er jetzt zum Ende kommt, erschießt ihn. Damit kommen wir in die erste Liga, werden die Kings of Town Du hast dich verraten Laughing . Unsere Kunden wollen Hardcore, Jungs, Hardcore.«)


Hallo Inko,

ein beeindruckender Text. Mit den verschiedenen Ebenen, Variationen der einzelnen Szenen, verwirrt er und ist damit wiederum realistisch. Fiktive Szenen, die das RL abbilden.

Ich bleibe verwirrt lesend zurück.
Liebe Grüße
gold
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holg
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Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 07.11.2014 16:42    Titel: Antworten mit Zitat

Ich versuche mich mal an einer Art Schema. Anders komme ich der FLut an Texten in der kurzen Zeit nicht bei. Ich vergebe jeweils 1 bis 5 rein subjektive Punkte.

Originalität der Story     3
Sprache                        3
Stil                              4
Relevanz                      2
Das Zitat eingefügt       4
Aufbruchstellen            3
E.igkeit                        2

Highlights
Ein bisschen Strange Days, ein bisschen SimStim.
Erinnerungs-Snuff für Hardcore-Couchpotatoes. Wer hat behauptet, SiFi kann kein E sein? Ein Idiot.
Dein Text schafft meiner Meinung nach aber nicht, die unsichtbare Linie zu überschreiten. Da ist viel Originalität, viel Versuch, aber wenig Kunst. Ein ernster Hintergrund reicht nicht. Leider. Ein wenig Verworrenes etwas prägnanter herausgearbeitet und des wäre tolle Genre-Lit.

Gesamt                       3


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Akiragirl
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BeitragVerfasst am: 08.11.2014 22:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko!

Ich versuche, jedem Text des Wettbewerbs einen kurzen Kommentar dazulassen, bitte aber um Verständnis dafür, dass ich denjenigen, die Punkte von mir bekommen, ausführlicher schreibe und allen anderen nur kurz umreißen kann, warum es nicht zu Punkten gereicht hat.

Dies war einer der wenigen Texte, bei denen ich mir nach dem ersten Lesen nur die Notiz gemacht habe: „Noch keine Meinung … wahrscheinlich Punkte“. Ein Text, den man ganz einfach mehrfach lesen muss, um dahinter zu steigen. Was ich normalerweise nicht so gut finde, aber bei diesem Wettbewerb muss man andere Kriterien anlegen, deswegen gibt es nur einen kleinen Abzug für die Tatsache, dass ich 3x lesen musste, um einigermaßen zu verstehen, was der Text mir sagen will. Ich sage einigermaßen, weil ich mir nicht 100% sicher bin, nach wie vor.

Wie ich es verstanden habe: Der Protagonist ist eine Art Schauspieler, nur dass er Geschichten nicht mit seinem Körper vor einer Kamera spielt, sondern sozusagen in seinem Kopf sich die Bilder zu den Geschichten vorstellt, die dann irgendwie von einer Art Software gelesen und verarbeitet werden können und später zu einer Art Filmen oder Serien verarbeitet werden können, die andere Menschen sich dann anschauen. Er hat dafür bestimmte Skripte, die sich irgendwelche Produzenten vorher ausdenken und die er dann nachspielen bzw. „nach-denken“ muss. Er hat darauf aber keinen Bock mehr (weil ihm die Skripte zu platt sind?) und verändert seine Rolle und auch die Handlung. In der eigentlichen Handlung geht es dann irgendwie um einen Soldaten (?), der daran beteiligt ist Flüchtlinge abzuknallen und seine Frau zu pflegen respektive zu verachten. (Falls irgendetwas an meiner Interpretation falsch oder unvollständig war – mich würde die Sicht des Autors/der Autorin hier besonders interessieren!)

Okay: Die Idee finde ich richtig genial. Super. Hammer. Originell, abgefahren und – was ich besonders erwähnenswert finde – das ist der erste Text, der sich ausdrücklich selbst auf der Meta-Ebene mit dem Spannungsverhältnis zwischen E und U beschäftigt, das wir hier im Forum bis zum Abwinken diskutiert haben. Da sind auf der einen Seite die Produzenten, die Action und Blut wollen und bloß keine 3-dimensionalen Charaktere. Auf der anderen Seite die Hauptfigur selbst, die sich damit nicht mehr zufrieden geben möchte.

Man kann auch durchaus noch mehr hineinlesen. Die Geschichte gibt viele Möglichkeiten zum Weiterdenken. Das finde ich sehr gut.

Mit der Umsetzung dieser super guten Idee bin ich leider nicht ganz so glücklich. Die vielen Einschübe (Dinge, die er denkt; willkürliche Zahlen, Einwände der Produzenten usw.), Sprünge usw. haben mir den Zugang doch arg erschwert. Obwohl sie auf eine Weise funktionieren, empfand ich sie beim Lesen doch als störend und dem Lesevergnügen eher abträglich. Vielleicht auch deshalb, weil es gerade zu Beginn zu viele auf einem Haufen waren. Ich finde, am Anfang einer Geschichte muss man sich erstmal orientieren können, irgendwie, und will nicht gleich mit zu viel „zugeschüttet“ werden.

Trotzdem für mich einer der sehr guten Texte dieses Wettbewerbs.
Von mir gibt es 7 Punkte (und damit Platz 4).

Liebe Grüße
Anne


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Maria
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Beiträge: 7731

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BeitragVerfasst am: 09.11.2014 21:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hey,

eine kleine Matroschka. Oder eine große. Ich habs glaube nicht vollständig durchblickt, bin gespannt was es ganz genau beschreibt. Ein Chip im Kopf oder diese Brillen? Egoshooter-Chip im Hirn. Ich sehe aber deutlich die konsistente Vorgehensweise, das ist ein echt cooles Experimenttextdings, absolut konsequent, jede Klammer (wie eine Excel-Formel) ist bis zu Ende geführt.
Mich beeindruckt das.
Das Zitat gehört zum Text, nicht andersrum, viele Lagen übereinander, Thema erfüllt, sprachlich sauber und klug. Freiwillig mehrfach hintereinander gelesen und mir wurds nicht über.

love

VG, Maria


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Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 11.11.2014 18:00    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist so eine Art Dystopie über den Verfall der (E-)Literatur. Soweit so originell und so: gefällt mir. smile

Der Protagonist verdient sein Geld mit der Imagination von Action-Thriller-Plots nach Vorgabe entsprechend der Zielgruppe. Er schweift dabei jedoch gedanklich ab, zweifelt an seiner Tätigkeit und geht schließlich das Risiko ein, die Geschichte nach seinen eigenen Vorstellungen umzuschreiben, scheiß auf die Zielgruppe und die Verkäuflichkeit.
Da nun ist für mich der kleine Haken: Seine Auftraggeber bezeichnen das, was herauskommt als etwas, das allenfalls irgendwelche seltsamen Bildungsbürger noch im Sonderangebot kaufen würden. Doch was herauskommt ist nicht wirklich etwas Existenzielles, sondern nur ein anderes Genre, ein Melodram. Seine Lebensmüdigkeit als Kritik am System, das ist mir zu wenig. Gewollt, weil ernsthafter als das gibt es Zukunft nicht mehr, oder knapp am Ziel vorbei?

Umgesetzt und erzählt ansonsten die ganze Geschichte sehr gelungen. Noch schöner hätte ich gefunden, nicht ganz so lange im Dunkeln zu tappen, wo ich mich eigentlich befinde, aber kein Verbesserungsvorschlag, denn im Grunde hast du die Informationen sehr passend einfließen lassen.
Unklar bleibt mir, weshalb er diese Zahlenkolonnen denkt, was die bedeuten sollen.

Für mich sehr weit vorne dabei.
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Mardii
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Beiträge: 1820



BeitragVerfasst am: 12.11.2014 17:52    Titel: Antworten mit Zitat

Mindgrabbing also. Eine SciencFiction-Geschichte. Stilistisch sehr durchwachsen. Zumindest könnte man die Schrifttypen für die verschiedenen Perspektiven einheitlich gestalten. Kursiv sind die Gedanken des Protagonisten, aber an manchen Stellen scheinen die Formatierungen zu fehlen. Die Zahlen könnten für irgendwelche Koordinaten im Hirn des Protagonistenstehen, der an ein MRT angeschlossen ist. Oder es sind die Seriennummern der Bugplatten.
Der Geschichte mit der kranken Susanne wird nachträglich ein Sinn in dem Ganzen eingehaucht. Nur komme ich an dieser Stelle vollkommen aus dem Text raus.
Unter Mindgrabbing verstehe ich die Usurpation eines fremden Gehirns.

Einige Sätze sind arg vermurkst:
Zitat:

Entscheidende Gegebenheiten der letzten Zeit, die rückblickend betrachtet beinahe zwangsläufig, aber doch mit einer geringen Unsicherheit behaftet, zur jetzigen Lage geführt haben.


Hellblau markierte Stelle beinhaltet zweimal das Gleiche.
Grün markierte Stelle: Warum wird hier ein Wiederspruch geschaffen, der sich in sich aufhebt und darüber hinaus keine Bedeutung erlangt?

Ich bin geteilter Meinung.


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Ridickully
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Zinna
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BeitragVerfasst am: 13.11.2014 20:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inkognito-Autor!

Als ganzes Buch könnte ich so nicht lesen. Bin ehrlich froh, dass es „nur“ eine 10000- Teilchen-Geschichte ist.

Edit
Die Aussage bezieht sich auf das Lesen am Monitor.
Diesen Text bekam ich nur ausgedruckt zu fassen.


Bilder, Szenen, die das LI be- bzw. überfallen, wo es sitzt mit dem Waffenlauf im Mund.
Ich glaube, ich verstehe sie nicht vollständig, schwanke zwischen Filmdrehsequenz und …,
aber mich beeindruckt das Tempo, die Vielschichtigkeit, die Wucht, die der Text versprüht. Ich finde mich (Leser) immer wieder in einer anderen Position zum Text.
Probleme bereiten mir die Zahlen. (Hab hin und her gedeutet, den Würfel als Werkzeug habe ich sein gelassen. Die jeweils erste ist vermutlich ein Datum, aber die anderen… - zeitliche Zuordnung; Vieh; Menschen; Geld- oder andere Summen; Chargennummern?)

Edit
Das LI spielt in Gedanken Episoden durch (nach Drehbuch), die aufgezeichnet werden und zum Verkauf angeboten werden sollen.
LI driftet immer wieder von der Vorgabe ab, das „Mensch“ kommt durch -> Rüffel vom „Regisseur“
Kursiv in Klammern gesetzte Stellen sehe ich als echte Gedanken und Emotionen des LI, die sich immer wieder dazwischen „stehlen“. Zum Beispiel: (Ich will so nicht mehr leben)

Szenenvorgaben und reale Erlebnisse, Erinnerungen(?) vermischen sich, ich kann sie nicht immer sauber auseinander halten. Reales, Gedanken, Anweisungen überschneiden, überlagern sich. Kein Text, der sich mal so lang hin lesen lässt.

Was mir gefällt ist, dass die Stimmung des LI je nach Situation spürbar wird, mal grob, den harten Kerl raus kehrend (Skriptvorgabe), im Abschnitt mit Susanne wirkt er weich (das Echte kommt durch).

Die Geschichte lässt sich übertragen(?)
Was haben „wir“(werden wir haben – siehe Futur-Datum) unter Kontrolle, wo und von wem werden wir manipuliert, realisieren oder erahnen „wir“ das.

Eine Anmerkung zu einem Satz, ich denke, da ist ein z oder ein zu abhanden gekommen:
Zitat:
Zunehmend war Pflege angesagt, dazwischen hatte ich zu viel Zeit um Nachdenken
.

Auch nach der Papierversion , auf jeden Fall bleibt die Geschichte ein Punkteempfänger für mich.

Lieber Gruß
Zinna


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Rainer Zufall
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Beiträge: 781

Pokapro und Lezepo 2014


BeitragVerfasst am: 13.11.2014 22:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Unbekannter, ich könnte wetten, das hat ein Mann geschrieben.
Dein text - phhh, ich versteh leider nichts. Oder nur sehr wenig, aber man kann natürlich in diese bizarre Atmosphäre eintauchen wie verrückt. Ja, hat es mir trotzdem angetan dein Text. Ich find das Zitat auch gut eingearbeitet,
Gruß von mir
Zufall
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anderswolf
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 307



BeitragVerfasst am: 14.11.2014 00:50    Titel: Antworten mit Zitat

Aus Zeitmangel nur ein Kommentar zur Punktabgabe. Ausführlicher Kommentar vorbehalten.

Zehn Punkte.
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