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Dazwischen war es wunderbar

 
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tronde
Hobbyautor


Beiträge: 405

Das goldene Aufbruchstück Das silberne Niemandsland


BeitragVerfasst am: 01.12.2016 19:00    Titel: Dazwischen war es wunderbar eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Dazwischen war es wunderbar

Der Junge lässt sich über die Kante rutschen. Der Geruch nach abendlichem Sommerregen bleibt über ihm zurück. Mit einem Schmatzen versinken seine Füße im Matsch am Grund des Grabens. Der Junge wahrt das Gleichgewicht und richtet sich auf. Sein Herz schlägt fest und schnell. Wenn die Eltern ihn hier finden, gibt es Dresche.
 Die Nasenlöcher des Jungen weiten sich. Schießpulver. Scheiße. Irgendwas Metallisches. Wie beim Schlachten, genau.
Beim Gedanken an das aus den Schweinehälsen herauslaufende Blut verzieht er das Gesicht. Er schüttelt sich. Noch ein paar Schritte den Graben entlang. Vielleicht findet er ja was Nützliches, bevor die Amis kommen. Einen Spaten, eine Konservendose.
Da hinten stand bis zum Angriff des Fliegers die Flak, von der nur noch Reste übrig sind. Auf der anderen Seite befindet sich der Unterstand, genau. Also hier lang. Er bleibt mit dem Fuß hängen und legt sich lang in den Dreck. Ein Knall. Schmerzen. Aus.

Dunkelheit. Man liegt in einem Bett, oder? Die Hände streichen über das Leinen, das gefällt und erinnert an … Es wird hell. Die Augen schmerzen. Die Fäuste krallen sich ins Tuch.
»Nein, nein, nein, nein, nein!«
»Schschsch, Herr Müller. Aufstehzeit.«
Die Stimme kennt man und entspannt ein wenig. Aber woher kennt man die Stimme? Die Finger nesteln am Tuch. Es ist feucht. Die Nasenlöcher weiten sich. Pisse. Scheiße.
»Ach, Sie haben ja schon wieder daneben gemacht.«
»Nein, nein, nein, nein, nein!« Man drückt sich mit einem Ruck hoch.
»Schschsch. Kein Problem, ich mach Sie wieder frisch. Legen Sie sich einfach hin.«
Hinlegen, sich ausruhen, das klingt gut, genau.

Stechen hinter den Augen quält ihn aus dem Dunkel. Sein Mund ist trocken, die Zunge klebt am Gaumen. Alles tut weh. Ihm ist schlecht, er schwitzt. Was macht er hier?
 Jemand unterhält sich. Die Stimme seiner Mutter und die eines Mannes, weit weg. Seine Hände fahren über das Betttuch, feucht, nass.
Der Graben, der Knall, der Schmerz.
»Mama, Mama.«
»Er wird wach!«
»Wir geben ihm gleich wieder etwas gegen die Schmerzen. Wir müssen das Bein abnehmen, und selbst dann wird er Gottes Beistand brauchen. Er schwebt zwischen Leben und Tod. Wollen wir uns wünschen, dass der Herrn ihn noch nicht zu sich ruft. Vierzehn ist doch kein Alter. Selbst in diesen Zeiten.«
Ein Piken an der Ellenbeuge, der Junge dämmert wieder weg.

Dunkelheit. Man liegt. Der Rücken tut weh. Die Hände streichen über … den Boden. Schön kühl fühlt sich das an. Man starrt ins Schwarze, bis die Augen schmerzen. Die Finger spielen Klavier auf dem Boden, den Bolero vierhändig. Aber da fehlen zwei Hände. Und wo bleiben denn die Töne?
»Hallo, Hallo, Hallo!« Hört einen denn keiner? Die sollen kommen!
»Nein, nein, nein, nein, nein!«
Eine Tür geht.
»Oh Mann, Einbein ist aus dem Bett gesegelt.«
Die Tür knallt. Man hält sich die Ohren zu und wartet auf den Schmerz. Jetzt will man ins Bett zurück, versucht, sich hochzudrücken. Das Bein rutscht weg, die Arme knicken ein. Früher war man doch mal stark, oder? Genau.
Zittern durchfährt einen. Wieder die Tür. Gegen das schwache Licht vom Flur sieht man den Schattenriss zweier Gestalten. Dunkle Gestalten; die wollen ihn ausrauben.
»Hilfe, Hilfe!«
»Wir sind ja schon da, Herr Müller. Gleich sind Sie im Bett.«
»Weg, weg!«
»Ach Schnauze, Einbein. Dem sollte man abends einfach noch eine Tablette zum Schlafen geben, immer dieses Theater.«
Der hat eine aggressive Stimme, das Herz schlägt in den Hals, man bekommt schlecht Luft. Zittern.
»Jetzt reiß dich mal zusammen. Siehst doch, dass es ihm nicht gut geht. Nicht dass wir noch die Rettung rufen müssen.«
Man wird unter den Armen gepackt und hochgezogen.
Jetzt geht es einem an den Kragen.
»Polizei, Polizei!«
»Die brauchen Sie jetzt nicht, Herr Müller. Was Sie brauchen, ist noch eine Runde Schlaf, ja?«
Man legt ihn hin. Das ist das Bett, oder? Im Bett ist man sicher, genau.
»Siehst du, ist doch wahr. Das ganze Haus voller Leute, die nicht mehr da sind im Kopf. Können sich nicht an ihren Namen erinnern, aber zum Sterben reicht’s nicht.«
»Und du brauchst Urlaub.«
»Was ich brauche, ist ein Lottogewinn.«
Die Tür schließt. Die Nacht ist wieder da.
Die Hände fahren über das Leinen. Das Herz beruhigt sich. Man ist noch mal davongekommen.

Wenn er sich nicht rührt, meldet sich sein Körper nicht. Schon das Öffnen der Augen führt zu dumpfen Kopfschmerzen. Also macht der Junge sie wieder zu.
Andererseits wartet da das Klavier. Und die Schwesternschülerin, die ihm ein wenig das Spielen zeigt. Er schiebt jeden Gedanken an das Wühlen und Pochen in seinem Stumpf zur Seite; so, wie er das Stechen im Rücken und den Gestank der entzündeten Wunde verdrängt. Denn wenn er sich erinnert, wie es ist, wenn er aufsteht, und an die Qualen der Krankengymnastik, wird er liegen bleiben. Und dann enden wie sein Bettnachbar: Als ein Haufen Fleisch, der nur noch an die Decke starrt. Nein, nein, nein, so nicht. Noch ein tiefer Atemzug, dann drückt er sich hoch.

Augen auf. Hell. Man liegt im Bett. Man muss doch aufstehen, wenn es hell ist. Genau, frühstücken. Das Hochdrücken fällt einem schwer. Gut, dass man schon angezogen ist. Wo ist nur der Schuh? Man kann doch nicht in diesem Schlappen rausgehen. Der Schuh, der Schuh, man sucht den Schuh. Und wo haben sie das tote Bein versteckt? Die Hände fahren unter die Decke, da ist es nicht.
Die Tür geht. Eine Frau kommt herein, die einem bekannt vorkommt. Da war eine Wohnung, ein Bett mit weißem Leinen ... Die Frau winkt
»Hallo Hans. Schön warm hast du es hier drinnen.«
Man macht ein Lächeln, damit die Frau bleibt.
»Jaja.«
»Komm, ich bring dich zum Klavier.«
Töne, Klänge, Melodien.
»Jajajajaja.«
Die Frau setzt einen auf einen Stuhl und rollt einen aus dem Zimmer. Durch einen Gang. Aber es ist nicht der von zuhause. Man dreht ruckhaft den Kopf hin und her. Wo geht es hier nach Hause?
»Alles gut, Hans.«
Alles gut, die Frau weiß ja, wo zuhause ist, genau.
Noch eine Tür, andere Menschen. Man verkrampft.
»Schau, da hinten steht das Klavier.«
Die Frau rollt einen vor das Klavier. Die Hände werden von der Frau auf die Klaviatur gelegt. Sanfte Berührung. Schöne weiße und schwarze Tasten. Kühl fühlen sie sich an. Die Frau hält die Hände eine Weile fest. Wie früher. Man lächelt. Die Hände lösen sich.
»Und los.«
Musik füllt den Kopf, die Hände, den Raum.

Der Junge schlägt die Augen auf. Die Sonne schiebt sich über den Horizont. Inzwischen liebt er diese Morgenstunden, bevor sich das Schnarchen der anderen in Husten, Schnaufen und Gebrumm verwandelt. Ach, es geht schon los. Nichts wie raus. Er drückt sich hoch, zieht Hemd und Hose über. Auf seinem Bein hüpfend macht er sich auf zur Türe; da stehen seine Krücken. Er bleibt hängen und legt sich lang. Sein Atem stockt, er wartet auf den Knall. Sein Herz rast.
Es kommt aber nur ein Prusten.
»Na, Kleiner, wohl keine Augen im Kopf, was.«
 Der Boden ist kalt. Einen Augenblick bleibt der Junge liegen, um sich den Schmerz zu verbeißen. Er dreht sich um, na klar, die Schuhe von Matschbirne liegen mitten im Weg.

Man muss husten bis einem Schwarz vor Augen wird. Es tut weh in der Brust, im Rücken. Man sucht im Nachttisch nach Tabletten, da müssen doch welche sein, da sind immer welche.
»Herr Müller, die Ärztin ist da.«
Man runzelt die Stirn. Man hat doch einen Arzt, oder?
»Er hat Fieber, sagen Sie?«
»Ja, Husten und Fieber, schon seit ein paar Tagen.«
»Herr Müller, ich muss Sie mal abhören.«
Was will die Frau? Man zieht die Decke hoch bis zum Kinn. Die Decke wird einem weggezogen.
»Nein, nein, nein!«
»Nur kurz, Herr Müller.«
Die Frau schiebt etwas unter seinen Rücken.
»Au.«
Man bleibt ganz starr liegen, dann geht sie schnell weg, genau.
»Tja, hört sich nach einer Lungenentzündung an. Eigentlich müsste er wohl ins Krankenhaus, aber das will die Frau ja nicht mehr, oder?«
»Nein, ins Krankenhaus soll er nicht mehr.«
Krankenhaus?
»Nein, Nein.«
»Ganz ruhig, Herr Müller. Wir geben Ihnen ein Antibiotikum und schauen mal.«
Die Frau streicht einem kurz über die Schulter.
»Und Sie sagen der Frau Bescheid, ja?«

Die letzten Töne verklingen. Er öffnet die Augen und lächelt. Sanft nimmt er die Hände von der Klaviatur.
Er wird sich der Wärme Annemaries bewusst, die neben ihm auf dem Klavierhocker sitzt. Sie riecht nach dem gestärkten Leinen ihrer Schwesterntracht.
»Ich muss los«, sagt sie. »Morgen wieder?«
Der Junge nickt. Er schaut ihr nach, an der Tür winkt sie ihm kurz. Ob sie weiß, was sie ihm mit dem Klavierspielen geschenkt hat? Immer noch lächelnd dreht er sich wieder zum Klavier und übt seinen Part im Ravel.

Es ist dunkel. Man schwitzt. Die Welt ist weit weg. Gleich kommt Mama, dann wird alles gut.
Eine alte Frau setzt sich ans Bett. Das ist nicht Mama.
»Na Hans, was machst Du denn für Sachen. Die Schwestern sagen, du bis doll krank.«
Die Stimme kommt einem bekannt vor. Schöne Zeiten waren das. Klavier, Hände, Küsse. Wer war das nochmal?
»Annemarie.«
Die Frau strahlt. Man lächelt. Alles wird hell.

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Uwe Helmut Grave
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Alter: 63
Beiträge: 1029
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BeitragVerfasst am: 02.12.2016 18:33    Titel: Antworten mit Zitat

Düster. Bedrückend. Lesenswert.
"Dazwischen war es wunderbar" lautet der Titel - leider war nur noch sehr wenig Wunderbares (?) vorhanden, doch wenn einem sonst nichts mehr bleibt ...


_________________
U.H.G. - Freude am Lesen
"Wie sind des Kaisers neue Kleider unvergleichlich!" - "Aber er hat ja gar nichts an!" (Hans Christian Andersen) - Die Welt ist anders(en) als sie es dir erzählen.
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MoL
Geschlecht:weiblichQuelle


Beiträge: 960
Wohnort: NRW
Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 03.12.2016 21:49    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Autor!
Du bekommst von mir leider keine Punkte.

Dennoch möchte ich dir sagen, dass ich deine Geschichte wirklich toll finde, sie hat mich sehr berührt. Du hast es geschafft, wirklich ein (fast) ganzes Leben UND eine Liebesgeschichte in diese 10.000 Zeichen zu packen, Respekt!
Leider jedoch sehe ich das Thema "Niemandsland" nicht so eindeutig umgesetzt, dass es wesentlich ist; auch fehlt mir das aktive Handeln der Hauptperson.

Trotzdem: Eine wirklich ganz tolle Geschichte! smile

LG, MoL


_________________
"Hexenherz - Eisiger Zorn", acabus Verlag 2017.
"Die große acabus-Jubiläumsanthologie", acabus Verlag, Oktober 2018.
"Hexenherz - Gühernder Hass", acabus Verlag, Frühjahr 2019.
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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2605

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 04.12.2016 01:11    Titel: Antworten mit Zitat

Bonjour,

ich mache es kurz:
Toll. Interessante perspektivische Ausarbeitung und schöne Interpretation der Themenvorgabe.

Du hast es in meine Top Ten geschafft: huit points.

Merci beaucoup,
Constantine
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hobbes
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 2981

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 04.12.2016 21:32    Titel: Re: Dazwischen war es wunderbar Antworten mit Zitat

Guy Incognito hat Folgendes geschrieben:
Man macht ein Lächeln, damit die Frau bleibt.

Wegen so etwas wie dem hier mag ich die Geschichte. Überhaupt erstaunlich, was dieses man aus dem Text macht.

Mag ich. Schrieb ich schon.

Das hier
Guy Incognito hat Folgendes geschrieben:
»Wir geben ihm gleich wieder etwas gegen die Schmerzen. Wir müssen das Bein abnehmen, und selbst dann wird er Gottes Beistand brauchen. Er schwebt zwischen Leben und Tod. Wollen wir uns wünschen, dass der Herrn ihn noch nicht zu sich ruft. Vierzehn ist doch kein Alter. Selbst in diesen Zeiten.«

für mich ein Misston - Infodump. Hätte es für mich nicht gebraucht, diese Erklärung.
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Dmitrij
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 45
Beiträge: 81
Wohnort: von der Zivilisation abgeschnitten in Wien-Umgebung


BeitragVerfasst am: 04.12.2016 21:44    Titel: Re: Dazwischen war es wunderbar Antworten mit Zitat

Die Geschichte hat mich gepackt. Du hast ganz geschickt diese Stimmung der Ausweglosigkeit eingefangen. Die Erzählung ist dermaßen komplex, dass ich sogar zu denken tendiere, dass der Autor selbst einige Spitalaufenthalte hinter sich hat. Eine gute und aktuelle Story, welche, leider, bereits über die Planke von 6 Punkten stolpert und keine 12 erklimmen wird.

Von Anfang an musste ich an einen alten Mann denken, der unter einer Demenz leidet. Ja, zum Schluss kam die Auflösung, die war rührend, die war großartig auf der emotionalen Ebene. Eigentlich kommt mir so vor, dass der Schwerpunkt der gesamten Handlung in den letzten Sätzen steckt. Es fehlt dieser Erzählung an der Aussagekraft. Ich fühle das Mitleid mit dem Herrn Müller, aber hinter dieser Mitgerissenheit von seinem Schicksal  übersieht man leider das Thema.  

Zitat:
Die Stimme kommt einem bekannt vor. Schöne Zeiten waren das. Klavier, Hände, Küsse. Wer war das nochmal?


Weniger als 6 Punkte kann ich dieser Geschichte aber nicht geben, weil alleine dein Schreibstil mehr Wert ist. Leider musste ich ein Paar Punkte für diejenige reservieren, die sich wirklich an die Vorgaben gehalten haben.

Liebe Grüße, Dmitrij


_________________
Selbst wenn du ein überzeugter Optimist bist, unterschätze niemals all die pessimistisch denkenden Menschen;-)
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Lapidar
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

Alter: 56
Beiträge: 2916
Wohnort: Wangen im Allgäu


BeitragVerfasst am: 04.12.2016 22:26    Titel: Antworten mit Zitat

eine sehr schöne Geschichte. Diese zwei Fäden ineinander verwoben. Der Junge früher und dann als alter dementer Mann.
Die Verbindung: die Musik und seine Annemarie.

Gerne gelesen. smile
und auch verstanden


_________________
Every Woman needs a chainsaw for a Valentine.
original: Lapidar
Great minds discuss ideas. Average minds discuss events. Small minds discuss people. Anonym.
If you can't say something nice... don't say anything at all. Anonym.
"Plotpourri - kleiner Krimineller Ratgeber"
"Tod am Hexenwasser"
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Lilly_Winter
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 38
Beiträge: 275
Wohnort: Dortmund


BeitragVerfasst am: 05.12.2016 11:57    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Inko,
ein Mann, zwei Leben. Einmal als Kind, als er sein Bein verlor. Dann als alter Mann mit Demenz.
Das Niemandsland würde ich hier sogar zweifach interpretieren. Einmal in den Sequenzen dazwischen (wie der Titel es auch sagt, der mir sehr gut gefällt), die Teile im Leben des Protagonisten, die nicht erzählt werden. Dann noch in der dementen Phase, die Phase, des Vergessens.

Zitat:
Alles, was man weiß, vergessen. Immer neu loslegen wie neu.


Hier weiß ich nicht, ob mir das reicht. Wird es in dem Text wirklich gezeigt?
Ich grüble noch darüber.
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Seraiya
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 914



BeitragVerfasst am: 05.12.2016 13:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,



Leider kann ich die Texte augrund von Zeitmangel nicht so kommentieren, wie ich gerne würde und wie sie es verdienen.
Noch ein temporeicher Text, der mich mit auf die Reise genommen hat, in diesem Fall eine sehr traurige Reise. Gute Umsetzung des Themas, eine ungewöhnliche Idee. Und ein schöner Titel übrigens. Der Text regt mich zum Nachdenken an, hält aber nicht lange. Ich bin noch unschlüssig.


LG,
Seraiya
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Heidi
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 37
Beiträge: 1152
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 05.12.2016 15:30    Titel: Antworten mit Zitat

Ui, das ist ja eine Gruselgeschichte mit einem sehr berührenden Schluss. Der Text ist richtig gut geschrieben, ich kann ordentlich mitleiden mit dem Hans. Das Motto ist umgesetzt, der Hans fängt jeden Tag von vorne an.
Das Niemandsland wird in der Eingangsszene (Kriegsgebiet) angerissen, bleibt eine Randerscheinung, kommt aber anhand Hans´ Zustand wieder zum Vorschein, er befindet sich durch sein Vergessen offensichtlich im Nirgendwo.
Drei Punkte.


_________________
Meer
ein Rauschen unter den Füßen
bewegen sich Blätter fliegen

zerstäuben im Wind
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Oktoberkatze
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 53
Beiträge: 324

Ei 1 Ei 9


BeitragVerfasst am: 05.12.2016 22:38    Titel: Antworten mit Zitat

Thema: sehe ich im übertragenen Sinn umgesetzt
Motto: sehe ich im geistigen Zustand des alten Mannes umgesetzt
Inhalt: die Mehrschichtigkeit sehe ich auf jeden Fall deutlich umgesetzt
Fazit: sehr berührender Text, für mich der Favorit, 12 Punkte


_________________
Die meisten Denkmäler sind innen hohl
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tronde
Hobbyautor


Beiträge: 405

Das goldene Aufbruchstück Das silberne Niemandsland


BeitragVerfasst am: 06.12.2016 23:03    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ob's am Thema scheitert? Am Kitsch womöglich? Mal sehen.
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Michel
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1566
Wohnort: Südwest
Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 07.12.2016 09:25    Titel: Antworten mit Zitat

Drei Zeitebenen (drei?), ineinander verzahnt. Wie viele Protagonisten? Einer? Egal. Es fällt mir schwer, etwas zum Text zu sagen, außer: er hat mich hineingezogen und lange nicht losgelassen. Die Bilder, die er erzeugt, kommen immer wieder. Ein beinahe traumatisierender Text, gerade in seiner Unmittelbarkeit. Erschreckend gut. Schrecklich. Schrecklich gut.
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holg
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1406
Wohnort: knapp rechts von links
Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 07.12.2016 11:58    Titel: Antworten mit Zitat

Beim Spielen im Niemandsland des Schützengrabens wird ein Junge schwer verletzt. Ein Bein wird amputiert. Er erlebt eine Romanze mit Musik. Er erlebt seinen Lebensabend im Pflegeheim. Er vergisst, er erinnert sich. Die Geschichte springt zwischen den Zeitebenen hin und her. Am Ende ist sie auserzählt.
Niemandsland, das ist, wo Einbein sich befindet. Tief in sich drin. Verwirrung, Erinnerungsfetzen. Glück sind die kurzen Momente des Erinnerns an das Klavierspiel, an Annemarie. Meist aber ist alles fremd, bedrohlich, reduziert auf den Moment, auf Damals. Homo Sapiens gefangen im Mittelhirn.
Das Motiv des vergessen/Neuanfangs wird mMn nicht ganz konsequent verarbeitet.

Ich mag die Erzählweise, dieses ungefähre, reduzierte. Das ist eine ganz eigene Stimme, sprachlich vom Feinsten. Gefällt mir sehr gut.


_________________
Froh zu sein bedarf es wenig.
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Literättin
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

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Beiträge: 1760
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Das silberne Stundenglas Der goldene Roboter
Lezepo 2015 Lezepo 2016


BeitragVerfasst am: 07.12.2016 16:59    Titel: Antworten mit Zitat

Das Leben zwischen dem ersten und dem letzten Krankenhausaufenthalt des Hans Müller, der im Kriegsverletzungsschock-Trauma und im letzten Lebenskapitel, in der Agonie? -  sich selbst nur noch als "man" - als lebendes Irgendwas? Als Niemandsland? - wahrnimmt.


Im letzten Lebensabschnitt meldet sich die erste, die Kriegsverwundung zurück, kehrt in Form von Flashbacks wieder, obwohl er die Kriegsverletzung als Jugendlicher gut überwunden hatte. Die andere Erinnerung, die wiederkehrt ist die Erinnerung, wie er seine Marianne kennen und lieben lernte. Der Kriegsverwundete Volkssturm-Junge und die Schwesternschülerin - zumindest ist es das, was bei mir ankommt.

Ich mag einiges an dieser Geschichte: Das Thema berührt mich, wo der Junge und der Sterbende Herr Müller in den Erinnerungen verschmelzen. Die völlig zurückhaltend eingebaute Liebesgeschichte, nach der ich beinahe fahnden muss, so zart bleibt sie im Hintergrund, das ist schon sehr schön gemacht.

Schwächen sehe ich vor allem in der sprachlichen Umsetzung. die vielen Nein, Neins und das Ja, ja, ja, wirken auf mich zu arg. Und dann kippt in letzter Konsequenz das konsequente verschachteln der Krankenhausszenen, die dann insgesamt doch zu geballt daherkommen und in sich selbst zu vieles wiederholen, zu gleich ums Gleiche kreisen (die Pfleger, das Bein, die Versuche aufzustehen, herauszukommen aus diesem "man"-Zustand"), dass es irgendwann dann doch zu viel wird.

Was jedoch gelingt, ist, dass am Schluss ganz leicht und transparent dieses Bild der Liebenden da schwebt und dann doch wie ein Lichtschimmer das tragische Schicksal des Jungen und das schwere Ende des alt Gewordenen ein wenig überscheint. Da habe ich ein paar Pünktchen für übrig.
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Municat
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 51
Beiträge: 288
Wohnort: Zwischen München und Ingolstadt


BeitragVerfasst am: 07.12.2016 17:36    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Unbekannter Autor smile

Gleich zwei Themen, die unter die Haut gehen: Ein Kind, das im Krieg aufwachsen muss und in einen Spätzünder läuft, danach mit dem Leben ringt und in der Reha wieder lernt, sein Leben in die Hand zu nehmen ... und der selbe Mensch viele Jahre später; So dement, dass er sich nicht mal mehr an seinen Namen erinnern kann und auf die Hilfe gestresster und überforderter Pfleger angewiesen ist. Die Zeit zwischen denm traumatischen Unfall und dem unwürdigen Lebensende muss wahrlich wunderbar gewesen sein. Schließlich hat er in der Reha eine Schwesternschülerin kennengelernt, die ihm die Begeisterung für die Musik vermittelt hat und irgendwanns eine Frau geworden ist. Jetzt sistzt sie an seinem Bett, hofft auf einen lichten Moment von ihm und verfügt, dass er nicht mehr ins Krankenhaus gebracht werden soll.

Die bruchstückartigen Erinnerungsfetzen des verletzten Jungen und des alten Mannes sagen so viel über das, was in seinem Kopf vor sich geht. Du schaffst es, durch Andeutungen auch die Geschichte zwischen den beiden Ankerpunkten der Geschichte zu erzählen.

Umsetzung der Aufgabenstellung

Das Niemandsland findet sich zum einen ganz real an der Frontlinie, in die der 14-jährige Junge läuft, zum anderen in der Welt des alten Mannes, dessen Erinnerungen immer mehr schwinden.

Der Junge vergisst, weil er nach dem Unfall fiebert und / oder narkotisiert ist, der alte Mann vergisst, weil die Demenz ihn fest im Griff hat. Du als Autor gibst uns einzelne Bruchstücke, die für sich stünden, wenn man als Leser alle anderen Happen vergessen würde. Ein Neuanfang ist die die Reha, mit der er sich ins Leben zurückkämpft. Im Alter ist für jeder Tag ein Neuanfang, weil ihm so viele Erinnerungen fehlen.

Inhaltlich und formal ist Dein Text definitiv vielschichtig, ausgereift und ernsthaft.

Stilistisch habe ich nichts gefunden, was mir unangenehm aufgefallen wäre. Dein Text bewegt mich.

Bewertungen gebe ich erst ab, wenn ich alle Texte kommentiert habe.


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Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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V.K.B.
Geschlecht:männlichDichter und Denker

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Beiträge: 1443
Wohnort: an der Nordseeküste
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 07.12.2016 21:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,
ein Junge tritt auf eine Mine oder anderen Explosionskörper und wird zum Krüppel, im Alter zieht sein Leben noch einmal an ihm vorbei. So weit so gut, da hätte was draus werden können. Was mir ganz ehrlich die Geschichte komplett verdirbt ist das ständige "man". Was soll das? Eine Verallgemeinerung, die zeigt, dass es jeden hätte treffen können? Egal – es liest sich fürchterlich so, jedenfalls meinem Empfinden nach. Und haut mich ständig raus, verhindert, dass ich irgendwie mitfühlen kann, weil ich von der Schreibweise ultra-genervt bin und mich das ständige "man" schon fast aggressiv macht. Das mag irgendwie auch an mir liegen, aber sorry, es hat mir jegliche "Lesefreude" (oder ich sage mal lieber Begeisterung, weil Freude bei diesem Thema fehl am Platze ist) genommen.

Handlungsmäßig erinnert mich der Text an den Roman "Johnny got his gun" von Dalton Trumbo, dessen Protagonisten es sogar noch schlimmer getroffen hat: Er hat im Krieg beide Arme und Beine, sein Augenlicht und sein Gesicht durch eine Minenexplosion verloren, ist jetzt ein Gefangener in seinem eigenen Körper, der sich nur noch per Morsezeichen durch Kopfbewegung verständigen kann. Von daher ist deine Geschichte nichts neues. Und lange nicht so aufwühlend wie dieses Antikriegsbuch von 1938.

Sorry, ich möchte deinen Text nicht verreißen, sieht man über das "man" hinweg, hat er durchaus seine guten Passagen. Nur eben weil ich das Thema schon in einer wesentlich verstörerenden Variation kenne, konnte er mir auch nichts neues geben.

Zu den Vorgaben: Das Thema "Niemandsland" muss man hineininterpretieren (sein Leben als Niemandsland, oder der Ort, wo es ihn getroffen hat?) und das Motto sehe ich auch nur vage gestreift, da es um alters- und demenzbedingtes Vergessen und Neuanfangen (?) geht, nicht um eine bewusste und gewollte Entscheidung oder eine Lebenseinstellung, wie in den Vorgaben nahegelegt.

Von daher leider keine Punkte von mir.



Edit: Nach langer Überlegung, ewigen Vergleichen, alles vergessen und immer wieder von vorne beginnen wie neu, meine endgültige Wertung: leider nicht in meine Top Ten geschafft und von daher keine Punkte. Was aber nicht heißt, dass dich die Geschichte jetzt schlecht fand, eigentlich habe ich alle gerne gelesen. Aber da man nur zehn bepunkten kann, muss der Rest eben leer ausgehen, auch wenn's schwer fällt.


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»Sticks & stones may break your bones – but words … they will define you!«
(Phil Orani)
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Tjana
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Alter: 58
Beiträge: 1863
Wohnort: Inne Peerle


BeitragVerfasst am: 10.12.2016 14:23    Titel: Antworten mit Zitat

Beeindruckend geschrieben. Toll, der Wechsel zwischen dem distanzierten „man“ und dem Jungen, der „man“ einmal war.
Der Text gehört ins obere Drittel.


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Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück, sondern nach Gefühlen, die sie ins uns auslösen
In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten (Albert Einstein)
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Jenni
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Beiträge: 3727

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 11.12.2016 15:31    Titel: Antworten mit Zitat

Da ist sie, die Demenzgeschichte. Ich habe bei dem Thema mehr Demenzgeschichten erwartet. Also: Thema und Vorgabe erfüllt.

Ich mag, dass du das gar nicht so melodramatisch und kitschig erzählst. Da ist heute, wo der Patient gar nicht wirklich versteht, was er erlebt. Und dazwischen die Erinnerungen. Bezieht sich jetzt der Titel auf diese Erinnerungen (die ja eigentlich nicht besonders wunderbar sind) oder zynisch auf die vergessene Zeit zwischen den Erinnerungen? Die Erinnerungen finde ich etwas zu linear zusammenhängend erzählt. Klar, unterbrochen sind sie, aber in sich jetzt. Andererseits sind sie vom Setting her (Krankenhaus) so ähnlich den heute-Szenen, was natürlich Sinn macht von der Assoziation her, andererseits beim Lesen schwer macht zu unterscheiden ... aber das macht natürlich auch Sinn in diesem speziellen Fall.
Doch das ist schon eine stimmig Geschichte, und ganz solide erzählt ist das auch, sprachlich recht einfach gehalten, aber was will man dagegen sagen. Wenn es für Punkte nicht reicht, dann liegt das daran, dass beides für sehr viele Texte im Wettbewerb zutrifft, und dann entscheidet halt das Mehr darüber.
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Ithanea
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Beiträge: 1269

Ei 3


BeitragVerfasst am: 11.12.2016 16:02    Titel: Antworten mit Zitat

Ein guter Text. Leider regt mich das "man"-Gerede in der späteren Zeitlinie tierisch auf. Mal sehen, ob ich mich damit noch versöhnen kann. Die Wiederholung der "genau, genau" dagegen gefällt ganz gut. Der Junge hat sein Bein verloren als er 14 war, ich nehme an, weil eine Mine explodiert ist oder so. Annemarie hat mit ihm Klavier geübt in der schlimmen Zeit danach. Jetzt ist Herr Müller lat/älter, liegt wieder flach, zieht die Verbindung zum früheren Erleben. Dazwischen war es wunderbar. Ja, gefällt mir gut.
Die Themen finde ich nur angedeutet, Niemandsland im Kriegsgeschehen und in diesem Schwebezustand zwischen Jetzt und Damals und Bett und Klavier vielleicht. Immer neu find ich eigentlich nur in der Wiederholung dieses Erlebens und da muss ich mal drüber nachdenken, wie das der Sache gerecht wird.


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Verschrieben. Verzettelt.
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weltensegler
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Wohnort: Nürnberg


BeitragVerfasst am: 12.12.2016 11:01    Titel: Antworten mit Zitat

Dein Text ist stark und berührend. Ich wünschte nur, ich hätte es geschafft näher an diesen Menschen heranzukommen. Dadurch das "man liegt", oder "man sich die Ohren zuhält" wird er irgendwie gesichtslos. Es wirkt aber, als hättest du das als Stilmittel ganz bewusst eingesetzt, vielleicht erschließt es sich mir nach einer kurzen Erklärung?

Das Thema finde ich gut umgesetzt, der Text hat es leider trotzdem nicht in die Punkte geschafft.
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rieka
Geschlecht:weiblichSucher und Seiteneinsteiger


Beiträge: 972



BeitragVerfasst am: 12.12.2016 12:55    Titel: Antworten mit Zitat

Rückerinnerungen: Kindheit – Krieg - zerstörerische Verletzung mit Verlust eines Beins und des Augenlichts.  
Jetzt Pflegeheim, im Alter hochbrechende Traumata, dazu beginnende oder bestehende Demenz.
Das Erleben der jetzigen Hilflosigkeit vermischt sich mit dem damaligen Erleben.
Hallo Inco, definierst du das Niemandsland mit der Benutzung der MAN-Form? Ist der Prota, wenn von MAN  die Rede ist im Niemandsland? So verstehe ich es zumindest.
Die Überschrift: ‚Dazwischen war es wunderbar‘. Damit ist die Zeit nach dem Krieg, nach der Verletzung und vor dem Ausgeliefertsein im Pflegeheim, seiner Demenz, gemeint, nicht wahr? Erzählt wird diese ‚wunderbare Zwischenzeit‘  ja nicht, als Leser kann ich sie mir zwischen den Zeilen erschließen.  In dieser Zwischenzeit war das jetzt Hochdrängende ‚Niemandsland‘, nicht in der Wahrnehmung des Prota?
Eine eindringlich beschriebene Geschichte, detailliert aufgeschlüsselt. Auffallend finde ich die Kenntnisse der Szenerie des Unfalls, der Granaten oder Bombenexplosion. Ich bin gespannt, wer der Inco dahinter ist.
Eine weitere Geschichte, die ich toll finde, zu Viele in diesem Wettbewerb.
3 Punkte
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