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momentum

 

 
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MrPink
Geschlecht:männlichLyromane

Moderator
Alter: 47
Beiträge: 2803
Wohnort: Oberbayern
Der Bronzene Wegweiser


BeitragVerfasst am: 11.09.2016 18:00    Titel: momentum eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

meine gedanken hängen an gummibändern
mühsam ziehen sie dir nach
krallen sich in die rockzipfel dessen was du
vor sekundenbruchteilen scheinbar gewesen bist
erliegen der ent-täuschung und schnellen schnalzend vor das jetzt

doch dann sehe ich dich und

und du machst einen schritt

und ich ich schreite mit
ich neben dir und du denkst auf den bruchteil einer sekunde
so schnell wie ich und ich binde mir deinen augenblick
mit einer zeitschleife in meine gedanken und denke
scharf

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HerbertH
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 553
Wohnort: terra sol III


BeitragVerfasst am: 12.09.2016 14:58    Titel: Antworten mit Zitat

hier ist mir der bezug zur bewegungsunschärfe nicht klar

_________________
schiefwinklig ist eine kunst
© herberth - all rights reserved
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drusilla
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 36
Beiträge: 235
Wohnort: Schweiz
Ei 7


BeitragVerfasst am: 12.09.2016 20:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko oder Inka Smile

Danke für dein Gedicht. Hat mir sehr gut gefallen. Zuerst das Ungleichgewicht, dann die Synchronität der Gedanken in stimmungsvollen Bildern. Die "Gedanken an Gummibändern" haben mir am besten gefallen.

LG Drusilla
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 5661
Wohnort: Irland
Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 13.09.2016 21:22    Titel: Antworten mit Zitat

Die Bilder der Gummibänder, die die Gedanken etwas in die Länge ziehen in meiner Leseweise, und der Zeitschleife, in die der Moment, der dann doch eingeholt wurde, geknotet wird, finde ich überraschend.. Insgesamt muss ich schmunzeln bei diesem Gedicht.
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menetekel
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 100
Beiträge: 1657
Wohnort: Planet der Frühvergreisten


BeitragVerfasst am: 14.09.2016 08:11    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
meine gedanken hängen an gummibändern
mühsam ziehen sie dir nach
krallen sich in die rockzipfel dessen was du
vor sekundenbruchteilen scheinbar gewesen bist
erliegen der ent-täuschung und schnellen schnalzend vor das jetzt

doch dann sehe ich dich und

und du machst einen schritt

und ich ich schreite mit
ich neben dir und du denkst auf den bruchteil einer sekunde
so schnell wie ich und ich binde mir deinen augenblick
mit einer zeitschleife in meine gedanken und denke
scharf

Den Anfang finde ich spannend (Gummibänder) und auch einen Teil des letzten Verses in der ersten Versgruppe (schnellen schnalzend vor das jetzt).

Danach kommt mir das Werk recht borniert daher (du denkst ... so schnell wie ich), vor allem sprachverquer: "ich schreite mir dir" würde wohl keine Socke sagen, egal ob 12 oder 102 Jahre alt.
Gut wiederum scheint mir der zeitschleifengebundene Augenblick, der für mich im Niveau an die erste Gruppe heranreicht, aber leider nicht mehr in die dritte passt. ---

"Scharf" denken ist immer gut, mir hier aber eindeutig zu zweideutig.

Das vorgegebene Thema erschließt sich mir nicht hinreichend aus deinem Gedicht, obwohl ich es ja kenne ... Insgesamt ein klassischer Fall von: "Hätte ich mehr Zeit gehabt, dann wäre ...", und es wäre vermutlich tatsächlich gut geworden.

m.
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MoL
Geschlecht:weiblichQuelle


Beiträge: 958
Wohnort: NRW
Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 14.09.2016 11:03    Titel: Antworten mit Zitat

Besonders schön: "ich binde mir deinen augenblick
mit einer zeitschleife in meine gedanken" - echt klasse! Smile
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Literättin
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 53
Beiträge: 1754
Wohnort: im Diesseits
Das silberne Stundenglas Der goldene Roboter
Lezepo 2015 Lezepo 2016


BeitragVerfasst am: 17.09.2016 10:24    Titel: Antworten mit Zitat

In diesem Gedicht holpert es: Der Titel scheint sich interessant zu machen und bedeutet doch nicht mehr als Moment oder Augenblick. Irgendwie hatte er dabei Erwartungen geweckt (beim sich interessant machen), die hier nicht ganz erfüllt werden.

Es holpert halt: Das Bild der Gedanken an Gummibändern es ist in sich wenig stimmig. "Gedanken" das sind ja hier recht abstrakte, inhaltsleere Impulse, die in ein Bild gefasst werden, das nicht trägt und nicht bewegt. Gedanken hängen an Gummibändern - es bleibt ein abstraktes Bild, es  nimmt keine Gestalt an, da hängt etwas an Gummibändern, das unsichtbar und ungreifbar bleibt.

Auch im Folgenden bleibt es holprig. Mühsam ziehen sie dir nach - in meinem Kopf stottert das Bild, erst weiß ich nicht, wer jetzt nachzieht, die Gedanken oder die Gummibänder und dann muss ich in meinem Kopf schnell die an den bildlich konkreten Gummibändern hängenden abstrakt bleibenden gedanken an das LDu hängen, das jetzt die Bühne betritt.

Einen Vers später krallen sich dann die Gedanken-Gummiband-Konstruktionen. Das ganze ein wild zusammen gewürfeltes Bild, das sich in seinen Einzelteilen in meinem Kopf sperrt, sich zu etwas Greifbarem oder etwas bewegenden zusammen zu finden.

Was folgt ist ein weiteres Durcheinander abstrakter und / oder ungenauer Begrifflichkeiten im holprigen Zusammenspiel mit  Bildfetzen, die kein Gefüge ergeben wollen, welches eine poetische Ebene erreichen könnte.

Der letzte Vers erscheint mir hier symptomatisch für das ganze Durcheinander: Als Leser kann ich mir jetzt denken, dass mit dem Satzsubjekt jetzt die Gedanken gemeint sind, die hier erliegen. Diese werden indirekt wieder mit dem Gummiband verknüpft, das sich im schnalzenden schnellen wiederfindet. Für mich funktioniert das hier nciht, weil die Gedanken (abstrakt) immer noch ein abstraktes Eigenes bleiben, die an dem konkreten Band hängen. Es ist und bleibt kein irgendwie rundes oder griffiges Bild. Nicht einmal ein schlüssig in sich widersprüchliches. Hier passt einfach das eine nicht zum anderen. Und dann lese ich rein vom Satzbau her dass schnellen als Adjektiv und nicht als Verb (falls das jetzt die richtigen grammatikalischen Begriffe sind). Ich lese also zunächst, dass die Gedanken der Enttäuschung und etwas schnellem erliegen, bevor ich begreife, dass es dann doch wieder um das schnellende  Gummi geht. Dass letzteres vor das Jetzt schnalzend schnellt, macht das Bild noch holpriger, weil das Jetzt im Vergleich zum Gummiband wieder ein Abstraktes bleibt. Als weiteres Element wird hier noch die Trennung von Ent-täuschung bemüht, eine Marotte, die mir leider aus der Pädagogik der Achtzigerjahre her noch in Erinnerung geblieben ist und mir persönlich wenig originell erscheint.

So geht es dann auch weiter in diesem Gedicht, das sich unablässig um sich selbst zu bemühen scheint, um Bilder und Worte ringt und doch in sich kein Ganzes erschafft. Mit mehr als zwei Stunden Zeit - so bleibt die Hoffnung - könnte es noch zu sich selbst finden und das Bild der Bewegungsunschärfe besser zur Geltung bringen, das hier doch ein wenig verborgen bleibt.

Was mir durchaus gefällt ist diese Grundidee des LI, das sich dem LDu in Zeit und Gedanken annähern will und es für einen Sekundenbruchteil zu schaffen scheint. In diesem Sekundenbruchteil, in dem es dann "scharf" sehen, bzw. denken kann. Spannende Grundidee, leicht überstürzt und über sich selbst stolpernd umgesetzt, wie mir scheint. Landet im unteren Drittel.
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poetnick
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 56
Beiträge: 402
Wohnort: Möglichkeiten


BeitragVerfasst am: 18.09.2016 14:56    Titel: Antworten mit Zitat

Ohne Kommentar, um Bewertung abgeben zu können.

_________________
Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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Lorraine
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 696
Wohnort: France
Das goldene Stundenglas Ei 10
Pokapro 2016


BeitragVerfasst am: 20.09.2016 05:47    Titel: Re: momentum Antworten mit Zitat

Guy Incognito hat Folgendes geschrieben:
meine gedanken hängen an gummibändern
mühsam ziehen sie dir nach
krallen sich in die rockzipfel dessen was du
vor sekundenbruchteilen scheinbar gewesen bist
erliegen der ent-täuschung und schnellen schnalzend vor das jetzt

doch dann sehe ich dich und

und du machst einen schritt

und ich ich schreite mit
ich neben dir und du denkst auf den bruchteil einer sekunde
so schnell wie ich und ich binde mir deinen augenblick
mit einer zeitschleife in meine gedanken und denke
scharf


Hallo,

Diesem Text hätte ich mehr Zeit gegönnt, um entstehen zu können, der Titel ist sehr gut gewählt, wie ich finde, und seine Entsprechung findet sich klar im Text wieder - nicht wegen des "augenblick", der beinah seltsam anmutet, den ich gedanklich durch "anblick" (-> "doch dann sehe ich dich*), sondern durch die "gespeicherte Bewegung", die Spannung ... und ich kann förmlich sehen (weil du das im Text festhältst): dieses Gleichauf der Gedanken, eben diesen (kritischen) Augenblick, in dem Klarsicht herrscht.

Ich, für meinen Teil, sehe auch das Bildfeld um eine Frau, ihr Haar.

*"doch" oder auch "scheinbar", vllt auch das (vielgedachte) "ent-täuschung", Kleinigkeiten ... aber: zuviel? Wär es mein Text, ich würde wohl nochmal drangehen, irgendwann.

Grüsse,
Lorraine
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Zinna
Geschlecht:weiblichschweißt zusammen, was


Beiträge: 1627
Wohnort: zwischen Hügeln und Aue...
Das Silberne Pfand Lezepo 2015
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 21.09.2016 21:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

Der Titel enthält das Wort Moment, bleibt ansonsten etwas ungreifbar für mich.

Das Gedicht setzt das Thema im Zwischenmenschlichen um. Wie ist die Bewegungsunschärfe eingearbeitet?
Die beiden ersten Verse ziehen mich ins Bild.
Das krallenmim dritten schnippt mich zunächst raus, da ich es kurz den Gummibändern statt den Gedanken zuordne.
Mein Fehler.

In der zweiten Strophe habe ich nicht das Gefühl, dass ein Vers fehlt, 1 und 3 können auch aufeinander folgen.

Hier ist ein LI, nicht gerade blind vor Liebe, doch seine Sicht ist beeinträchtigt, unscharf.
Gummi ermöglicht eine Bewegung in beide Richtungen, lässt aber auch ein Dehnen zu von etwas, das eigentlich schon vorbei ist/sein sollte.
Insgesamt ein runder Text, der auch ohne die Vorgaben funktioniert.

Zitat:
... und ich binde mir deinen augenblick
mit einer zeitschleife in meine gedanken ...
ist meine Lieblingsstelle im Wettbewerb.

Liebe Grüße
Zinna

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Wenn alle Stricke reißen, bleibt der Galgen eben leer...
(c) Zinna
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Rübenach
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2291



BeitragVerfasst am: 23.09.2016 07:02    Titel: Antworten mit Zitat

fff-lyrik ist immer schwierig zu bewerten. insgesamt fand ich das niveau der gedichte diess mal beachtlich, wenn ich an die äußerdt knappe zeit denke, in denen die texte entstanden sind.

In meiner persönlichen Rangliste liegt momentum im unteren Mittelfeld

2 Punkte


_________________
"Von Literatur verstehen Autoren so viel wie Vögel von Ornithologie." (Marceel Reich-Ranicki)

„Ist es nicht idiotisch, sieben oder gar acht Monate an einem Roman zu schreiben, wenn man in jedem Buchladen für zwei Dollar einen kaufen kann?“ (Mark Twain)
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holg
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1406
Wohnort: knapp rechts von links
Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 23.09.2016 15:38    Titel: Antworten mit Zitat

so ein schon vorbei moment, festgehalten und scharf gestellt.

_________________
Froh zu sein bedarf es wenig.
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