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Nicht teilbar

 

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Antiquariat -> Dichte Weite 05/2015
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Zinna
Geschlecht:weiblichschweißt zusammen, was


Beiträge: 1627
Wohnort: zwischen Hügeln und Aue...
Das Silberne Pfand Lezepo 2015
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 27.05.2015 17:57    Titel: Nicht teilbar eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nicht teilbar

Ich drehe den Gasgriff
nicht ganz bis zum Anschlag,
der Motor bubbert satt und
wir cruisen: mein Maschinchen, ich,
meine Denk-Organe -
kreuz und quer, wie die so Zeit ist.
Aus den Fugen wuchert Gras.
Gras, ist das nicht egal
- legal jedenfalls nicht  -
und alle Naslang wird das Thema
zerpflückt, zerkaut, inhaliert
und selbstverständlich geteilt, wie alles heute;
Das ist sozial, es heißt ja social, das Netzwerk-
ein Netz für (gem)einsames
Zappeln. Auch ich bin hinein
gesprungen, habe alles Mögliche geteilt,
auf gefällt mir geklickt und Freunde
eingesammelt. Aber es ist so,
ich bin nicht gerade
der Social Network-Typ.
Clicks und likes sind gefräßig.
Shitstorm ist Scheiße.


Hey, zehn Liter Super
für Dreizehnsiebenundfünfzig!
Das passt doch.
Eine Kawasaki ist keine Harley,
ich bin nicht gerade
Dennis Hopper und auch sein Billy
war damals eine ähnliche Type wie ich.
Zur Autobahn? Warum nicht,
der Tank ist voll und die A14 noch Neuland
für mich.


Brummi wünscht gute Fahrt steht auf einer Heckklappe.
Der blockiert die zweite Spur,
kilometerlang schon Elefantenrennen.
An die Schlitze im Anhänger pressen sich
rosa Schweinerüssel, ein Viehtransporter.
Gute Fahrt, von wegen –
Die armen Tiere werden zum Schlachten
durch Europa kutschiert, kommen halbiert zurück
zur weiteren Verarbeitung. Irrsinn.
Ich bin nicht gerade
ein schlauer Kopf, doch es ist klar,
dass Frische nicht gleich frisch bedeutet.
Von wegen das Verkehrsaufkommen soll gesenkt
und der CO2-Ausstoß vermindert werden-
das ist alles so scheinheilig.


Mehr Gas. Meine Süße und ich
fressen die Kilometer nur so.
Da stößt mir der Straßenbelag
wie ein Presslufthammer in die Arme.
Betonkrebs.
Den hat es also auch erwischt.
Shit. Gas weg und weiter.
Ich schwitze unterm Helm.
Nicht nur dem Klima ist zu warm und
Bangladesch wird absaufen eines Tages,
möglicherweise aber
gefrieren die Polkappen wieder
unter unserer Kälte.
Hey, das sollte ich aufschreiben.
Derweil verzweifeln und verrecken sie,
die boat people von heute.
Tut was!
Es muss gehandelt werden,
unbedingt und sofort
sagt [nicht nur]
der scharf begrenzte Bruder
mit den unbegrenzten Möglichkeiten
und dem Stahlzaun von fast zweitausend Meilen im Süden.
Nicht dass mir das am A…. vorbei ginge.
Arsch sagt man nicht, hat Oma immer gemahnt.
Ich bin nicht gerade
folgsam oder zielstrebig gewesen. Richtig geschimpft
hat sie dennoch nie mit mir.
Aus dir wird noch was
hat sie gesagt und
mir die Locken verstrubbelt.
Ob sie mich sieht von da oben?


Raststätten werden getestet,
angeblich regelmäßig, auch bewertet.
Ich blinke und wage den Selbstversuch.
Die Toilette erweist sich als sauber,
meinen 50 Cent-Wertbon schiebe ich am Imbiss
über die Bedienungstheke. Das Bürschchen nimmt
den Abschnitt mit säuerlichem Grinsen.
Ist er am Umsatz beteiligt und ihm entgeht
durch die Wertmarke etwas?
Ich bestelle:
-einen Kaffee schwarz für 2,40 €
-eine Bockwurst für 3,60 €
macht 6 Euro – naja.
Der Kaffee ist lauwarm, die Wurst noch lauer.
Hätte besser einen Salat wählen sollen.
Der scheint gut zu sein, zumindest außerordentlich gut
auszusehen, denn die beiden Mädels am Nebentisch
halten ihre Smartphones über die Teller.
Synchron. Uuuund:
*knips*
Nach Gackern und Kickern und hastigem Tippen  [ nicht synchron ]
erfährt ihre Netzgemeinde, wie der Gemischte Salat
in der Raststätte „ xy “ ausschaut.
Die zwei gleichen sich wie ein Klon dem anderen,
Jeans (eng), Tops (sehr eng und schwarz), Schminke (kontrastreich).
Und dünn, sehr sehr dünn.
Mir fällt die mollige Pia ein,
aus meiner Parallelklasse früher.
Kein Junge wollte mit ihr ausgehen und mit mir
wollte sie nicht. Das war ein Mädchen …
Die Klon-Mädels deuten auf die wässrige Bockwurst
auf meinem Teller und kichern wieder,
auf meine Kosten, was mehr ist als 6 €. Nun,
ich bin nicht gerade
heraus, schlagfertig schon gar nicht.
Nach dem, was ich alles in mich hinein fresse,
müsste ich zwei Zentner wiegen.
Mich schauderts den Magen aufwärts.
Ich greife meinen Helm, schleppe das Tablett zur Abgabe,
mich zum Ausgang, schwinge mich auf den Sitz
und mache, dass ich davon komme,
diesmal den Gasgriff bis zum Anschlag.
Ich bin eine Primzahl.

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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 5677
Wohnort: Irland
Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 28.05.2015 21:31    Titel: Antworten mit Zitat

Die nächsten zwei Wochen werde ich wenig Zeit für Computer haben. Deswegen heute noch ein Kurzkommentar von mir.

Das ist schön lebendig. Irgendwie schnell.

Die letzte Zeile verblüffte mich trotz des Titels.

Das Knipsen des Salates machte mich schmunzeln.
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Lionne
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 44
Beiträge: 455

Ei 8


BeitragVerfasst am: 29.05.2015 15:22    Titel: Antworten mit Zitat

Das Cruisen der Gedanken ist gut zu erkennen Wink . Gut gefällt mir, wie die Zeile "Ich bin nicht gerade" in den Text eingefügt ist.

_________________
Wenn wir in uns selbst ein Bedürfnis entdecken, das durch nichts in dieser Welt gestillt werden kann, dann können wir daraus schließen, dass wir für eine andere Welt erschaffen sind.
C.S. Lewis
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Mardii
Stiefmütterle

Alter: 59
Beiträge: 1819



BeitragVerfasst am: 29.05.2015 15:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lyriker/in,

unterwegs, auf der Straße, on the road heißt hier die Devise. Es erinnert mich an diese Kerouac-Stücke, in denen viel von Unterwegs und den Stationen erzählt wird. Hier bei diesem Text macht eine Station auf der Raststätte den halben Text aus und die Begegnung mit den Girls korrespondiert mit den Gedanken auf dem Weg dorthin. Die Fotosession scheint typisch für die Welt, in der alles dokumentiert und wenig bis nichts wirklich berücksichtigt wird.

Der Charakter des Motorradfahrers, die anderen Typen, sind gut entwickelt. Der Text entfaltet eine gewisse Beliebigkeit, was auch meistens passt. Es ist eben dieses vorbei gleiten an Vielem, was den Tenor der Zeit und des Gedichtes ausmacht. Der überhöhte Schluss kommt ziemlich plötzlich, wenn man über dem Lesen des Textes wieder vergessen hat, wie der Titel heißt. Ich bin mir nicht sicher, ob das notwendig ist.

lg Mardii


_________________
`bin ein herzen´s gutes stück blech was halt gerne ein edelmetall wäre´
Ridickully
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tronde
Hobbyautor


Beiträge: 405

Das goldene Aufbruchstück Das silberne Niemandsland


BeitragVerfasst am: 29.05.2015 20:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Ich mag das dahintuckern der Gedanken, die losen Assoziationen, die Seitenhiebe auf die Politik. Das ist gut verwoben, aber ein wenig viel.
Den Bildern kann ich folgen und sie abnicken, kommt mir vor wie alles schon mal selbst gedacht und daher wenig Neues.
Die Primzahl am Schluss verstehe ich nicht. Einzigartig?

Zeiträume: Fällt mir schwer zu sehen.

3 Punkte

Grüße
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keinort.nirgends
Schreiberassi


Beiträge: 69

Die lange Johanne in Silber


BeitragVerfasst am: 30.05.2015 01:31    Titel: Antworten mit Zitat

Ich lese hier eine Mischung aus Innerem Monolog und stream of consciousness eines Subjektes, das ich durchaus entsprechend des Zitats/Themas gezeichnet empfinde. Allerdings deuten es die beiden Begriffe (Innerer Monolog/stream of consciousness) schon an: Mir ist das zu narrativ. Klar, gerade in einem Langgedicht ist das ein Element, also der dynamische Handlungsfortlauf, das schon verstärkt verwendet wird. Allerdings fehlt mir hier etwas. Ich weiß noch nicht genau, was. Vielleicht eine gezieltere Fokussierung. Oder eine weiterführende Auseinandersetzung des LI mit seiner Wahrnehmung bzw. eine Projektionsfläche, auf der diese Auseinandsetzung mit der eigenen Wahrnehmung stattfindet. So wie der Text jetzt ist, habe ich das Gefühl, dass mir hier hauptsächlich eine kurze Geschichte erzählt wird, die aber nicht besonders viel Tiefe hat.

Was mir gefällt, ist die Klammer zwischen Titel ("nicht teilbar") und Schlussvers ("Ich bin eine Primzahl") und die Verbindung dieses mathematischen Lemmas mit den sozialen Netzwerken, in denen die gleichen Begriffe verwendet werden. Das wäre vielleicht auch ein Ansatzpunkt für eine genauere Zentrierung.

Schöne Grüße,
keinort.nirgends
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Literättin
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 53
Beiträge: 1760
Wohnort: im Diesseits
Das silberne Stundenglas Der goldene Roboter
Lezepo 2015 Lezepo 2016


BeitragVerfasst am: 30.05.2015 07:46    Titel: Antworten mit Zitat

Da macht einer eine kleine Motorradtour mit Zwischenstopp an einer Autobahnraststätte und denkt so vor sich hin. Sprachlich konsequent durchgehalten, entdecke ich eine bewusste Verssetzung nur in der Wiederholung des Verses ich bin nicht gerade, welcher dem geforderten Wiederholvers von zentraler Bedeutung entspricht.

Und da offenbaren sich die beiden Schwächen dieses Gedichtes: es scheint mir eigentlich keines zu sein, da alle anderen Zeilenbrüche relativ willkürlich gesetzt erscheinen und es durchaus möglich wäre, sie auch anders zu brechen. Und es bleibt doch sehr in sich selbst verhaftet.

Ein Beispiel für die recht beliebige Verssetzung, die ohne Verluste auch anders sein könnte:

Zitat:
Ich drehe den Gasgriff
nicht ganz bis zum Anschlag,
der Motor bubbert satt und
wir cruisen: mein Maschinchen, ich,
meine Denk-Organe -
kreuz und quer, wie die so Zeit ist.


Ebenso gut könnte dieser Textteil als Fließtext dastehen und verlöre nichts bemerkenswertes von seiner Wirkung und / oder seinem inneren Gehalt:

Ich drehe den Gasgriff nicht ganz bis zum Anschlag, der Motor bubbert satt und wir cruisen: mein Maschinchen, ich, meine Denk-Organe - kreuz und quer, wie die so Zeit ist.

Oder wenn es als Gedicht gesetzt wird auch so:

Ich drehe den Gasgriff nicht ganz
bis zum Anschlag,
der Motor bubbert satt
und wir cruisen: mein
Maschinchen, ich,
meine Denk-Organe -
kreuz und quer, wie die so Zeit ist.

Was sich allein verändert ist der Einstieg mit dem Gasgriff. In der Originalversion kann er leichten Schauder wecken, der sich aber zügig beim satten Motorbubbern legt und nicht wirklich ernsthaft beunruhigt, oder eine nachhaltigere Irritation bringt. Zumindest verpufft diese Wirkung so schnell, dass auch eine andere Setzung möglich ist, weil eine leicht bedrohliche Stimmung im ganzen Gedicht nicht wieder aufkommt. Es ist ein lässig dahin Geplaudertes.

Was gelungen ist, ist genau diese leicht fließende, lässig-schnoddrige Gedankensprache. Ich habe keinerlei Mühe mir den Motorradfahrer vors innere Auge zu holen. Es entsteht eine eigene Welt, die unterhaltsam und amüsant ist, leicht nachdenklich, leicht kritisch die Welt betrachtet und leider nur zu einem Schluss kommt: LI passt da nicht rein, weil er "nicht gerade ist", sondern eine Primzahl - also ungerade?

Irgendetwas schien mir bei dem Vergleich zu hinken und der berühmt-berüchtigte Blick ins Wiki brachte da die Zwei zum Vorschein, die gerade und Primzahl ist, wenn Wiki Recht hat (ich selbst war immer eher Mathe-Niete und habe in diesem Fach meine einzigen Sechsen kassiert). Jedenfalls scheint hier die Vergleichsrechnung nicht aufzugehen mit Primzahl und gerade sein.

Und was schade ist, ist, dass dieses Stück zwar wirklich unterhaltsam ist und die Szene in der Raststätte amüsant, das Fazit des Textes dann doch in einer Selbstreflexion stecken bleibt: irgendwie sind die heutigen Zeiten verrückt und ich passe nicht hinein.

Darüber hinaus bewegt es mich nicht weiter gehend. Muss es vielleicht auch nicht. An sich also eine runde Sache, nicht weltbewegend und nicht zwingend ein Gedicht.
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Einar Inperson
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1742
Wohnort: Auf dem Narrenschiff


BeitragVerfasst am: 31.05.2015 13:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo du, irgendwo in Raum und Zeit,

ach du meine Güte, noch ein Text, den ich mit einem Namen lese.  Keine Ahnung, ob der Christof überhaupt mitgemacht hat. Wahrscheinlich nicht und deshalb kann er es auch nicht sein. Kriege ich jetzt doch nicht mehr aus dem Kopf, lasse ich den Namen also drin.

Hat Herzog gesagt, der Werner, das mit der Primzahl zum Beispiel. Fitzcarraldo-Tagebuch. Ein Gedicht, dass eine Geschichte im Jetzt durch die Vergangenheit auf, ja auch, auf das Morgen erzählt. Passagen, die mit gar nicht, andere, die mir sehr gut gefallen.

4 Punkte


_________________
Traurige Grüße und ein Schmunzeln im Knopfloch

Zitat: "Ich habe nichts zu sagen, deshalb schreibe ich, weil ich nicht malen kann"
Einar Inperson in Anlehnung an Aris Kalaizis

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"Ehrfurcht vor dem Leben" Albert Schweitzer
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BlueNote
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Beiträge: 6697
Wohnort: NBY
Ei 4



BeitragVerfasst am: 31.05.2015 17:26    Titel: Antworten mit Zitat

Ganz klar ist mir der Zusammenhang noch nicht (und der Bezug zur Themenstellung): Speed auf der Autobahn, dazwischen immer mal wieder Surfen auf der Datenautobahn. Aber egal. An diesem Text gefällt mir Vieles. Vor allem die lockere Art dieses "Gedichtes". Der Witz, zuweilen ... Die Reflexionen des Protagonisten. Was soll ich sagen? Es gefällt mir einfach!
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Rainer Zufall
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 64
Beiträge: 803

Pokapro und Lezepo 2014


BeitragVerfasst am: 31.05.2015 19:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
aus Zeitgründen nur sehr kurz. Dein Gedicht enthält schöne Momente. Insgesamt ist es jedoch ein wenig weitschweifig, schwadronierend.
Trotzdem gefällt es mir.
Viele Grüße
Zufall
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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2605

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 04.06.2015 01:22    Titel: Antworten mit Zitat

Bonjour!

Insgesamt gefällt mir dein schönes Gedicht aus der Sicht deines motorradfahrenden LI auf Tour und den Gedanken über Gott und die gehetzte Welt. Sozialkritik, Konsumkritik, Fleischtransporter und Fleischkonsum, Umweltverschmutzung, Klimawandel, boat people, facebook, liken und Freunde sammeln, und dazwischen Tanken, eine Raststätte mit Toilettengang und Essen. Dein LI fährt mit Bleifuß und trägt selbst zu einigem von ihm Kritisierten bei. Das macht mir dein Gedicht sehr sympathisch. Du brichst ironisch mit deinem LI, machst dich aber nicht über ihn lustig. Prima.

Insgesamt ist die Themenvorgabe gut gelöst worden und dein Gedicht hat es in meine Top 10 geschafft: sept points.

Merci beaucoup.

LG,
Constantine
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finis
Autor


Beiträge: 596
Wohnort: zurück
Die lange Johanne in Bronze


BeitragVerfasst am: 04.06.2015 10:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo.

Dein Gedicht mäandert ein bisschen durch alle möglichen Problemstellungen hindurch, sie werden kurz angerissen und sofort wieder fallengelassen.
Oder ein wenig läppisch abgetan wie hier:
Zitat:
Aber es ist so,
ich bin nicht gerade
der Social Network-Typ.
Clicks und likes sind gefräßig.
Shitstorm ist Scheiße.


Ich verstehe schon, warum das so ist: Maschine und Denk-Organe cruisen gleichermaßen, sprich, die Themen werden am Wegrand aufgesammelt und nach der nächsten Biegung fallen sie von der Maschine. Das finde ich an sich interessant als Idee, ich würde mir nur wünschen, dass es Dir häufiger gelungen wäre, den kurzen Gedankengang so auszugestalten wie die Stelle mit den beiden Mädchen. Häufig ist es so, dass ich mich zwingen muss, nicht darüber hinweg zu lesen und ich kaum eine richtige Aussage erkennen kann, es bleibt mir zu oft bei einer joa, hm, so ist das halt Auseinandersetzung. Und eine bloße Auflistung aktueller Probleme ist mir für so ein langes Gedicht irgendwie zu wenig.

Ich mag die Stellen, an denen sich das lyrische Ich an seine Oma erinnert, da bekomme ich - abgesehen von seiner Motorradleidenschaft - einen echten Eindruck von ihm. Die sind Dir im Übrigen sehr gelungen; es sind kleine, aber aussagekräftige Eindrücke.

achja. Das (gem)einsame Zappeln gefällt mir auch so. Diese schönen Formulierungen reißen's immer wieder raus.

Zitat:
Ich bin eine Primzahl.

Dann verstehe ich diesen letzten Vers nicht. Mir ist klar, dass er an den Titel anknüpft, aber ich sehe keinen anderen Bezugspunkt in dem Gedicht. Vielleicht habe ich etwas Grundsätzliches Deines Gedichtes nicht verstanden. Wenn ja, tut mir das wirklich leid.

Gern gelesen. LG.
finis


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"Mir fehlt ein Wort." (Kurt Tucholsky)
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MrPink
Geschlecht:männlichLyromane

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Wohnort: Oberbayern
Der Bronzene Wegweiser


BeitragVerfasst am: 05.06.2015 10:06    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry,
hab es leider sehr eilig, bin spät dran und überhaupt.. Embarassed

Ich mag die Story und auch wie sie erzählt wird.

Zitat:
kreuz und quer, wie die so Zeit ist


leider trüben ein paar Flüchtigkeitsfehler das Gesamtbild.

MrPink:
three points


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„Das Schreiben wird nicht von Schmerzen besorgt, sondern von einem Autor.“
(Buk)
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Zinna
Geschlecht:weiblichschweißt zusammen, was


Beiträge: 1627
Wohnort: zwischen Hügeln und Aue...
Das Silberne Pfand Lezepo 2015
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 06.06.2015 17:46    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

.

Keine Ahnung, was mich hierzu geritten hat ...
Dabei habe ich zwar C und E aber eben nicht Klasse A. Grr


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Wenn alle Stricke reißen, bleibt der Galgen eben leer...
(c) Zinna
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lilli.vostry
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Wohnort: Dresden


BeitragVerfasst am: 07.06.2015 03:07    Titel: aw:Nichtteilbar Antworten mit Zitat

Hallo,

das ist für mich Prosa mit Zeilenumbruch.
Es ist mir zu beschreibend, wenig reflektierende Gedanken zur Zeit und ich erkenne auch keinen wiederholenden Vers oder Zeile - wie es vorgegeben war.
Es wiederholt sich nur, dass ein Mann mit seinem Motorrad durch die Gegend fährt und was ihm gerade einfällt, wiedergibt.
Es holpert sprachlich ziemlich: "kreuz und quer, wie die (so) Zeit ist." Das so müsste hinter Zeit stehen. Ach da fällt wenigstens mal das Wort Zeit...

Das ist mir einfach zu dünn und wundert mich, dass es hier im Wettbewerb steht.

Null Punkte von mir.

Viele Grüße,
Lilli


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Wer schreibt, bleibt und lebt intensiver
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anderswolf
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Beiträge: 336



BeitragVerfasst am: 07.06.2015 14:43    Titel: Antworten mit Zitat

Aufgrund Zeitmangels (immer dasselbe) nur ein Bepunktungskommentar.
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Zinna
Geschlecht:weiblichschweißt zusammen, was


Beiträge: 1627
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Das Silberne Pfand Lezepo 2015
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BeitragVerfasst am: 23.06.2015 22:02    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe Kommentarschreiber, bitte entschuldigt, aber ich komme erst heute dazu, auf die Kommentare einzugehen.

Meiner Intention kommt Mardiis Einschätzung am nächsten.

Langgedicht überhaupt, ja.
Ich wollte erst nicht, dann doch, dann nicht...
5 Tage hatte ich schließlich, als eine Idee auftauchte.
Mich bringt so ein Wettbewerb wenigstens dazu, zu schreiben, ich denke, dass ich vor allem deshalb am Ball geblieben bin.

Die Details, die finis, keinortnirgends und Literättin angemarkert haben, habe ich gespürt und wollte fast schon nicht abschicken.
Anderen Lesern wieder gefiel es und in den Kommentaren fand sich das, weswegen ich doch schlussendlich auf Senden gedrückt habe.
Denn wie, ohne fremde Blicke darauf, sollte ich erfahren, sicher(er) wissen, was schief ist daran.
Habt vielen Dank für eure Kritik, die positive und vor allem die negative.

Zur Primzahl, mit der 2 ist auch eine gerade Zahl eine Primzahl. Eine Ausnahme, die innerhalb einer Regel existiert. Die Übertragung davon auf das LI ist nicht gelungen, leider. Wegen des verschusselten "so" ärgere ich mich sehr.

Auch wenn Langgedicht und ich am Ende nicht zusammen passen, war es eine interessante Erfahrung und ich freue mich über die wirklich gelungenen Texte, die ich lesen durfte.

Liebe Grüße
Zinna


_________________
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(c) Zinna
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