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leichte gebrauchsspuren

 
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dürüm
Wolf im Negligé

Alter: 42
Beiträge: 487
Wohnort: Cape Town
Das Bronzene Pfand Der bronzene Spiegel - Lyrik
Die lange Johanne in Bronze DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 03.12.2012 01:00    Titel: leichte gebrauchsspuren eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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ich habe dir mein herz geschenkt
mit zuckerschrift stand drauf
für immer (kitschig ich weiß aber ich bin so)
du fragtest was ich dafür will

ich sagte nichts (und versuchte die frage zu vergessen)
bis ich mein herz wiederfand
leichte gebrauchsspuren sagte das schild
im schaufenster vom pfandleihhaus


ich habe dich nie gefragt warum








.

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Aranka
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 3382
Wohnort: Umkreis Mönchengladbach
Pokapro und Lezepo 2014



BeitragVerfasst am: 04.12.2012 02:53    Titel: Antworten mit Zitat

Vorab Überlegungen zu meiner Bewertung:

Da ich bei zwei Stunden Zeit kein perfektes „lyrisches Gebilde“ erwarte, in dem auch das letzte Wort auf den Prüfstand gestellt werden sollte, kann das Erreichen der 9 Federn nicht unbedingt heißen: alles perfekt!
Meine Erwartung für alle Federn ist: erkennbare „gekonnte lyrische Umsetzung“ der Thematik und vor allem einer Gesamtstimmigkeit. Keine offensichtlichen „Ungereimtheiten“ und die Besonderheit, mit der das gedicht mir sagt, so und nur so konnte ich geschrieben werden.

Ich werde mir die folgenden fünf Fragen zu jedem Text stellen und immer auch ein waches Auge auf die Besonderheiten eines jeden Textes haben, die in den Fragen nicht abgebildet sind.

1. Ist die Umsetzung der Thematik in ein „lyrisches Gebilde“ so gelungen, dass es mich an irgendeiner Stelle erstaunt, berührt oder schmunzeln lässt?
* besonders interessante thematische Aspektsetzung
2. Sind die erkennbar eingesetzten Stilmittel im Sinne des Gedichtgegenstandes angemessen eingesetzt?
* Raffinierter gekonnter Einsatz
3. Ist eine klangliche Gestaltung erkennbar oder ein „Textton“ und ist er dem Gehalt angemessen und nachvollziehbar?
4. Ist die Sprache angemessen gewählt, sind gewählte Bilder passend?
* eigenwillige unverbrauchte Sprache/Bilder
5. Ist eine sinnvolle überzeugende Gesamtkomposition entstanden?

* Zusatzfedern

Bei aller gewissenhaften Urteilsüberprüfung an Hand von Kriterien gibt es da auch immer noch die „Bauchfeder“, die ich dann vergebe, wenn sich beim ersten Lesen, ganz ohne Grübeln, das Gefühl einstellt: Ja, so muss es sein! Der Text hat mich auf seiner Seite.

So und jetzt mein Kurzkommentar:


1. Thema:
eine nette kleine Geschichte / die Nähe zum Kitsch sympathisch offengelegt und den Leser erst einmal an der Stelle entwaffnet / die Idee „mit den Gebrauchsspuren“ nicht umwerfend, aber auch nicht ohne Witz /

2. Umsetzung / Stil / Sprache:
Die Doppelbödigkeit, das Spiel mit dem verschenkten Herzen und Herzen, ist ganz nett gemacht, es fehlt mir hier vielleicht eine erkennbare „lyrische Gestaltung“, oder „sprachliche Wendungen“, Wortwahlen, die mir ein „Aufhorchen“ oder ein „Innehalten“ bescheren. Der Text bleibt in einer alltäglichen Sprache mit sehr gebräuchlicher und erwartbarer Wortwahl.

3. Strophen:
die Strophenform ist inhaltlich nachvollziehbar  / die letzte Zeile wäre nicht zwingend notwendig. Eigentlich (auch im Hinblick auf den Titel) hat das Gedicht sein Ende mit der zweiten Strophe gefunden. Die Frage kann man natürlich stellen, aber überzeugend finde ich sie nicht.

Für mich sucht diese nette kleine Idee noch nach dem durchgängig richtigen Ton und einer stärker gestaltenden Umsetzung. Die Zeilen schwanken so zwischen kindlicher Naivität (1.S), leichter Tendenz zu einem witzigen Seitenblick (2.S) und dann einer so ernsten Frage als Schluss. Es ist in sich mMn nicht ganz stimmig.


_________________
"Wie dahingelangen, Alltägliches zu schreiben, so unauffällig, dass es gereiht aussieht und doch als Ganzes leuchtet?" (Peter Handke)

„Erst als ihm die Welt geheimnisvoll wurde, öffnete sie sich und konnte zurückerobert werden.“ (Peter Handke)
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Stimmgabel
Geschlecht:männlichBestseller-Autor


Beiträge: 4399
Wohnort: vor allem da
Bronzener Sturmschaden Der goldene Spiegel - Lyrik (2)



BeitragVerfasst am: 04.12.2012 12:46    Titel: Antworten mit Zitat

-

ich habe dir mein herz geschenkt
mit zuckerschrift stand drauf
für immer (kitschig ich weiß aber ich bin so)
du fragtest was ich dafür will

ich sagte nichts (und versuchte die frage zu vergessen)
bis ich mein herz wiederfand
leichte gebrauchsspuren sagte das schild
im schaufenster vom pfandleihhaus


ich habe dich nie gefragt warum

------------------------------


Für mich fraglos ein interessantes Gedicht, da es mir wie eine formale Bestandsaufnahme gleichkommt, zu einem Zweisamkeits Tauschgeschäft  (ohnr reale Füllung) zweier Protagonisten.

Als ginge es vorab darum, man kommt zusammen, damit man für eine gewisse Zeit Berührpunkte haben kann (weils halt schön sein könnte), LI puscht sein Geschenk, vllt ein Lebkuchenherz mit zusätzlichem Zuckerguss auf - LD will formal retournieren mit einem Gegengeschenk, LI lehnts ab,
beide machen irgendwas zusammen (wird nicht besagt), dann wohl ein kongruenter Cut, bis LI sein Geschenk zum Verkauf im Pfandleihhaus wiederfindet.

Symbolisch für mich nun sehr interessant, dass LI's Herz nun wieder an einem Ort der Be -und Verleihung auftaucht - eben wohl genau LI's einzige Intention, einzig kurztrippig mit anderen Berührpunkte eingehen zu wollen.

Zuzmindest die umgesetzte Empathie, die mir das Gedicht (allein sprachlich in seinem Wechsel von Infos und Egaligkeit) vermittelt.

Thematisch echt interessant - das mal so umgesetzt zu besagen, wie's letztlich allermeistig in der Welt der überdumpten Träume real abläuft. Wink


... hat mir gefallen Smile , die Schritte dieser, mal anders Aussage (so ich sie lese) nachzuschreiten


Grüße Stimmgabel


-


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Gabel im Mund / nicht so hastig...
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Rübenach
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Beiträge: 2334



BeitragVerfasst am: 04.12.2012 22:10    Titel: Antworten mit Zitat

hier bin ich mit bewerten schnell fertig. lakonisch, humorvoll. mir gefällt so etwas.

einzige erbse: pfandhaus gefällt mir besser als pfandleihhaus.


_________________
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Zinna
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BeitragVerfasst am: 04.12.2012 23:10    Titel: Antworten mit Zitat

Schlichte Worte, einfache Bilder. LI ist verletzt, hat er/sie sein Herz hingegeben, fand es ungeachtet wieder. Verletztsein wird spürbar. Ein Textlein, das mir gefällt, ich mag hier die stillen Worte und das Bild vom Herzen, das wie eins aus Lebkuchenteig mit Zuckerschrift bezeichnet ist.

LG
Zinna
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Dienstwerk
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BeitragVerfasst am: 05.12.2012 17:30    Titel: Antworten mit Zitat

Wie fast jeder weiß, habe ich von Lyrik null Ahnung (hab's ja beim letzten Pokapro versucht und wurde vorletzer, hihi) - aber ich bewerte der Fairness halber trotzdem.

Dabei konzentriere ich mich rein auf mein Bauchgefühl und gehe kräftig in mich. Auf die inhaltlichen Vorgaben gehe ich nicht ein, die wurden ja bereits geprüft. Ob mir der lyrische Text auch beim zweiten oder dritten Lesen vermag, etwas mitzuteilen oder ob die Buchstaben nur nach dem Prinzip der Schönheit ungewöhnlich kreativer Formulierungen aneinandergereiht wurden, hat selbstverständlich Einfluss auf meine vergebenen Federn. Ob sich was reimt oder nicht - nicht. Ich nutze die ganze Bandbreite von 1-9, aber erst, wenn ich alle Gedichte gelesen habe.

Zum vorliegenden Gedicht:

Zitat:
ich habe dir mein herz geschenkt
mit zuckerschrift stand drauf
für immer (kitschig ich weiß aber ich bin so)
du fragtest was ich dafür will

ich sagte nichts (und versuchte die frage zu vergessen)
bis ich mein herz wiederfand
leichte gebrauchsspuren sagte das schild
im schaufenster vom pfandleihhaus


ich habe dich nie gefragt warum


Bei den ersten Zeilen habe ich einen gewaltigen Schreck bekommen und dachte, öder kann's ja kaum werden, doch es wurde noch... Nein, es wurde richtig gut! Die Aussage ist simpel, der Vergleich mit dem Lebkuchenherz - naja, hätte nicht sein müssen, mir ein bissel zu süß. Aber ansonsten: ordentlich. Befederung erfolgt ganz zuletzt.

LG, Ana
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Beobachter
Autor


Beiträge: 736



BeitragVerfasst am: 05.12.2012 19:31    Titel: Antworten mit Zitat

Wow. Ich verstehe mal ein Gedicht. Ich bin geradezu begeistert. Oder ich wäre es zumindest, wenn es mich berühren würde, doch mein Geist bleibt völlig neutral. Gefällt's? Keine Ahnung. Gefällt's nicht? Auch keine Ahnung.

_________________
Stil ist die Fähigkeit, komplizierte Dinge einfach zu sagen - nicht umgekehrt.
- Jean Cocteau
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dürüm
Wolf im Negligé

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Die lange Johanne in Bronze DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 05.12.2012 21:39    Titel: Re: leichte gebrauchsspuren pdf-Datei Antworten mit Zitat

Guy Incognito hat Folgendes geschrieben:
ich habe dir mein herz geschenkt
mit zuckerschrift stand drauf
für immer (kitschig ich weiß aber ich bin so)
du fragtest was ich dafür will

ich sagte nichts (und versuchte die frage zu vergessen)
bis ich mein herz wiederfand
leichte gebrauchsspuren sagte das schild
im schaufenster vom pfandleihhaus


ich habe dich nie gefragt warum








.


Kitsch pur, ich weiß, Du bist einfach so. Was soll ich sagen. Kryptisch ist etwas anderes, ob das Lyrik ist? Keine Ahnung. Aber immerhin untypisch für Dich, so ganz ohne abgelöste Wortteile und Sonderformatierungen, völlig anonym diesmal, nicht schlecht, bin gespannt, ob Dich irgendjemand erkannt hat.

Gruß
Kerem


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Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wiederkommen.
(Oscar Wilde)
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gold
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DSFo-Sponsor Ei 10


BeitragVerfasst am: 05.12.2012 22:25    Titel: Antworten mit Zitat

hallo Guy,

gefällt mir...

Lg Gold


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die zetern
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Dienstwerk
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

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Beiträge: 1315
Wohnort: Gera/Markkleeberg
DSFo-Sponsor Goldene Harfe


BeitragVerfasst am: 06.12.2012 02:03    Titel: Antworten mit Zitat

Meine Befederung in der Lyrik im Überblick:

0x 1
2x 2
5x 3
2x 4
1x 5
1x 6
2x 7
0x 8
1x 9

LG, Ana
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MrPink
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Beiträge: 2804
Wohnort: Oberbayern
Der Bronzene Wegweiser


BeitragVerfasst am: 07.12.2012 11:20    Titel: Antworten mit Zitat

Feines Teil. Mich überzeugt, dass die Vorgaben hier gar nicht als solche erkennbar werden. Gern gelesen. Mein Favorit.

_________________
„Das Schreiben wird nicht von Schmerzen besorgt, sondern von einem Autor.“
(Buk)
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Nihil
{ }

Moderator
Alter: 29
Beiträge: 7492



BeitragVerfasst am: 08.12.2012 02:05    Titel: Antworten mit Zitat

→ (kitschig ich weiß aber ich bin so)
Die Selbsterkenntnis tröstet mich leider nicht darüber hinweg, dass das
Gedicht tatsächlich sehr kitschig ist und den Liebeskummer leider nur
sehr allgemein beschreibt. Das Herz als Symbol der Liebe, die Zucker-
schrift, die Tatsache, dass es dann noch im Pfandleihhaus an den Nächst-
besten verhökert wird – das beschriebene Minderwertigkeitsgefühl des
lyrischen Ichs kann ich zwar erkennen, aber mich erreicht kein Gefühl.

Das Herz oder die Liebe als Pfand zu nehmen war eine der naheliegendsten
Ideen, wie auch die anderen Gedichte mit ähnlichen Themen zeigen. Im
Gegensatz zu anderen konnte deins mich aber nicht fesseln, weil es ein
wenig blutleer wirkt. Du bleibst sehr weit „draußen“ und dadurch wird
es schwer, sich mit dem Inhalt zu identifizieren, auch wenn es jedem schon
mal passiert ist.

Insgesamt ein Gedicht, das mir nicht genug wagt und dessen größte
Schwäche seine Blässe ist.
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crim
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Pokapro und Lezepo 2014 Pokapro VII & Lezepo V



BeitragVerfasst am: 08.12.2012 12:21    Titel: Antworten mit Zitat

Vor allem der erste Einschub in Klammern reißt mich aus dem Fluss. Mir erschließt sich eine Unechtheit dieses Herzens, untereinander geschenkt und verliehen, ein Bild einer Beziehung, die nicht funktionieren konnte, eine kleine kitschig süßliche Liebschaft, die nie wirklich von intimer Nähe geprägt war und im LI, an seinem Herz nur kleine Gebrauchsspuren hinterlassen hat, deshalb fragt er LD auch nie, warum sie dieses seine Herz fortgegeben hat. Es ist eigentlich egal. Das ist in sich stimmig. Weil da eine Form der Beziehung aufgefächert wird vor mir, die ich mir gut vorstellen kann, gibt es von mir gute sieben Federn.

LG Crim
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OrangeHair
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Alter: 48
Beiträge: 109
Wohnort: Wien


BeitragVerfasst am: 08.12.2012 18:33    Titel: Antworten mit Zitat

Ja! Gefällt mir ganz gut.
Mir hätte es mit Versmaß besser gefallen (zumindest kann ich keins erkennen?) --> kann aber an mir liegen.

LG Orange
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Nina
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Beiträge: 4163



BeitragVerfasst am: 08.12.2012 22:50    Titel: Antworten mit Zitat

leichte gebrauchsspuren

Hier sehe ich die Pfandleihhausgeschichte deutlich vor mir. Es ging um Liebe, jedenfalls für das Lyrische Ich. „Für immer“, sagt da einer zu einer anderen. Doch die andere nimmt sich, was sie möchte, das Herz des Lyrischen Ichs, und tut damit auch, was sie möchte. Er findet es wieder, zufällig, irgendwo, herabgesetzt … Gute Idee die im Gedicht steckt, auch wenn das "ich habe dir mein Herz geschenkt" etwas "old school ist" - Gefällt mir, auch das Ende und die Einschübe in den Klammern. Ich wundere mich gerade, dass ich annehme, dass das LI männlich und das LD weiblich ist. Aber warum nicht? Im nächsten Durchlauf werde ich sämtliche Texte befedern. Falls Du Dein Herz immer noch suchst - ein Hund hat es gefressen. Hab ich in der Prosa gelesen.  Shocked
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jim-knopf
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Das Goldene Pfand DSFo-Sponsor
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BeitragVerfasst am: 09.12.2012 13:58    Titel: Antworten mit Zitat

hallo unbekannter,

dieser text ist leider nicht so ganz meins.
ich habe mich am abend des wettbewerbs danach mit einer dame unterhalten und wir kamen darauf zu sprechen, dass in der lyrik vermutlich eine menge texte mit dem thema "herz als pfand" rauskommen würden. weil diese metapher so naheliegend ist. allerdings ist sie daher schon wieder sehr klischeehaft. Auch finde ich persönlich diese metapher sehr kitschig.

man muss dir zu gute halten, dass du dir dem allem schon bewusst warst und versucht hast, das ganze zu umgehen.

Zitat:
mit zuckerschrift stand drauf
für immer (kitschig ich weiß aber ich bin so)


damit beispielsweise. allerdings mussten solche versuche scheitern, wenn die zeile davor...

Zitat:
ich habe dir mein herz geschenkt


...lautet.

weil die umsetzung sicherlich auf ihre weise gekonnt, das thema aber so naheliegend und klischeebelastet ist, gibt es von mir heute 4 punkte.

viele grüße
roman


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Ich habe heute leider keine Signatur für dich.
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Leene
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BeitragVerfasst am: 11.12.2012 17:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hier wird ein Herz im doppelten Sinn verpfändet, ein Lebkuchenherz vom Jahrmarkt, und ein echtes Herz, die Liebe. Das Wort "Gebrauchsspuren" passt in dem Zusammenhang sehr gut. Auch das Schaufenster: zur Schau stellen. Ich habe einen der Forums-Lyriker im Verdacht - bin gespannt.
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lupus
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Alter: 51
Beiträge: 4173
Wohnort: wien



BeitragVerfasst am: 11.12.2012 18:11    Titel: Antworten mit Zitat

irgendwie find ich dein Gedicht ganz nett,
aber andererseits - nicht bös sein - is es mir ein bisserl zu platt .. ich kann dir nicht sagen warum, vielleicht, weil es eher aphoristisch ist?

Und ein Gedicht, das mit
ich habe dir mein herz geschenkt beginnt, will mich nicht so recht fesseln und so bleibt auch meine Gefühlsebene recht unberührt

möglicherweise wegen

ich habe dich nie gefragt warum

unweigerlich meine Frage: warum nicht?

und in Bezug worauf hat das PI nie gefragt?

irgendwie passt mir dann das schenken mit dem Pfandleihhaus nicht zusammen

es sind alles Kleingkeiten, die in der Summe mich unbefriedigt zurück lassen


_________________
lg Wolfgang

gott ist nicht tot noch nicht aber auf seinem rückzug vom schlachtfeld des krieges den er begonnen hat spielt er verbrannte erde mit meinem leben

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Schmierfink
Lyroholiker

Alter: 29
Beiträge: 1199



BeitragVerfasst am: 13.12.2012 02:47    Titel: Antworten mit Zitat

Ich begrüße dich mit Freude,

der Text macht mir Probleme. Ich will ihn mögen, weil ich die Metapher mit den Gebrauchsspuren mag und auch den Ton ganz sympathisch finde (kitschig ich weiß aber ich bin so).
Auf der anderen Seite leider wenig originelles, das Herz mit der Zuckerschrift würde ich durch etwas persönlicheres originelleres ersetzten.
Hm ich denk um die Grundmetapher herum kann man noch einiges machen, in der Form mir leider zu beliebig und auf negative weise zu alltäglich. Ich will das besondere am Alltag haben nicht seine ausgelutschten Algemeinplätze.

lg
Schmierfink


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Georg Büchner
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Gast







BeitragVerfasst am: 13.12.2012 23:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hier hat mich die letzte Zeile richtig gestört, weil ich hiermit nichts anfangen konnte: "ich sagte nichts, bis ..." - "ich habe dich nie gefragt, warum"
Schade, dass aus der Zeile, die den (guten) Titel geliefert hatte, nicht mehr entstehen konnte.

LG
Lorraine
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femme-fatale233
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Alter: 26
Beiträge: 2044
Wohnort: München
Das Bronzene Pfand


BeitragVerfasst am: 14.12.2012 13:34    Titel: Antworten mit Zitat

Was dieser Text sehr schön macht: Ein Bild ausarbeiten. Gerade bei der Kürze der Vorgabe tut das dem Text gut, er versucht sich nicht an zu viel. Schade ist nur, dass das Herz als Pfand eine Idee war, die schon als die Vorgabe rausging relativ nahe liegend war und der Text deswegen ein bisschen was von seiner Kraft verliert. Da hätte es dann - auch wenn man bei einem Bild bleibt - noch einen Dreh/ einen Clou dazu gebraucht, der das Herz als Pfand nicht so 100% vorhersehbar werden lässt.
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adelbo
Geschlecht:weiblichDichter und Denker


Beiträge: 1890
Wohnort: Im heiligen Hafen


BeitragVerfasst am: 14.12.2012 17:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inka/o

Das sind sehr einfache, klare Zeilen, die man sowohl einfach lesen kann, in die man aber auch einiges hineindenken kann.

Mir gefallen sie ganz gut, die Botschaft kommt bei mir an.

Freundliche Grüße
adelbo


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„Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel.“

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