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Am Nordpol ist es auch kalt


 

 
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lebefroh
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 37
Beiträge: 139
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 27.12.2017 20:00    Titel: Am Nordpol ist es auch kalt eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Das Kind
Fünfzehn Kinder sitzen in der Klasse. Die Mädchen tragen rote Spängchen im Haar. Die Jungen hat man in Hemden mit Knöpfen gesteckt.
„Sie können jetzt gehen“, lächelt die Lehrerin den Eltern zu. „Der erste Schultag ist etwas ganz Besonderes.“
Es sind fünfzehn Kinder, aber nur eins trägt einen ausgebeulten Strickpullover mit einem grinsenden Eisbären darauf.   
Es sitzt ganz hinten.
Die Lehrerin hat die Namen der Kinder an die Tafel geschrieben und als erstes fragt sie, wer sie schon lesen kann. Die Kinder rufen durcheinander.
Die Lehrerin lächelt. „Wir sind jetzt in der Schule und melden uns.“
Und dann nimmt sie die Kinder der Reihe nach dran und sie dürfen ihre Namen auf der Tafel einkreisen.
Als das Kind mit dem Eisbären aufgerufen wird, kneift es die Augen zusammen. Es lehnt sich vor und bewegt die Lippen, während es auf der Tafel nach etwas sucht.
„Komm nach vorne“, ruft die Lehrerin und ohne die Schüler nach ihrer Meinung zu befragen, beschließt sie, dass dieses Kind lieber in der ersten Reihe sitzen sollte, wo es besser sehen kann.
Ganze vorne haben zwei Mädchen ihre Plätze, das eine schmal und blass, das andere mit blonden Locken und einer frischen Zahnlücke.
„Maria, du tauschst bitte“, weist die Lehrerin an. Der Lockenkopf erhebt sich und das schmale, blasse Mädchen starrt das Eisbärenkind an, das mit rotem Kopf zwischen den Reihen hindurchgewatschelt kommt.
Jemand lacht.

Die Erstklässler lernen das ABC und Zahlen bis 20 und das Kind mit dem Eisbärpullover erscheint eines Tages mit einer dicken Brille, durch die seine Augen kugelrund aussehen.
In den Pausen bleibt es an seinem Platz sitzen, während das schmale Mädchen zu seinen Freundinnen huscht. Die rutschen mit den Pobacken zur Seite, um ihr Platz zu machen. So teilen sie ihre Stühle und ihre Butterbrote und saugen an ihren Milchkartons.
Das Eisbärenkind liest stockend, wenn die Lehrerin es aufruft, und es hebt niemals die Hand, wenn eine Frage gestellt wird. Aber es malt Figuren an den Rand seines Heftes, alle möglichen Tiere und Männchen, die lustige, große Nasen haben. Und natürlich Eisbären. Das Mädchen neben ihm starrt manchmal aus dem Fenster und in den Himmel und dann wandert sein Blick auf das bemalte Heft zu seiner Rechten und von Zeit zu Zeit lacht es; einmal schaut das Eisbärenkind zu ihm hinüber und zeigt ihm etwas auf dem Blatt und beide kichern.
Doch eines Tages sagt die Lehrerin: „Im Unterricht wird nicht gezeichnet!“ Auf ihre Stirn hat sich eine steile Falte gegraben. Das Mädchen gleitet an den Rand des Tisches, als das Eisbärenkind aufschaut und seine dicken Finger über die Zeichnungen in seinem Heft legt.
„Wenn du dich auf den Unterricht statt auf deine Kritzeleien konzentrieren würdest, würde dir vielleicht auch das Rechnen leichter fallen“, sagt die Lehrerin, die sich schon wieder der Tafel zugewandt hat.
Jemand lacht. Das Kind sagt nichts.
Von diesem Tag an zeichnet es nur noch in der Pause. Einmal, als es gerade geklingelt hat und sich das Mädchen wieder zurück auf seinen Platz setzt, schiebt das Kind ihm ein Blatt Papier hin. Da sitzt ein verwackelter Vogel auf einem Dach und schaut hinab auf fünfzehn Schüler und eine Lehrerin mit großem, aufgerissenem Mund.
„Für dich“, flüstert das Kind. Das Mädchen lächelt. Aber nach dem Unterricht, als Maria daneben steht, knüllt es den Zettel zusammen und wirft ihn in den Papierkorb.

In der Sporthalle trägt das Kind ein T-Shirt, das ihm nur knapp über den Bauchnabel reicht. An seinen fleischigen Armen spannt es.
„Schon wieder ein Eisbär!“, dröhnt ein Junge. Er rempelt das Kind ein bisschen an. Das Kind lacht laut und quietschend und streicht schnell über das runde Eisbärengesicht auf seiner Brust.
Aber manchmal hat es kein Sportzeug dabei. „Mein T-Shirt ist in der Wäsche“, erklärt es.
„Dann musst du ein anderes mitbringen“, ruft die Lehrerin. Ihre Stimme ist nicht freundlich. Doch das Kind starrt sie nur an – und muss im Unterhemd mitmachen.

In der zweiten Klasse hat die Lehrerin eine Überraschung.
„Wisst ihr, was ein Referat ist?“ Sie erklärt den Jungen und Mädchen, dass sich jeder ein Tier aussuchen darf. Das soll in der nächsten Woche mit einem selbstgestalteten Plakat und einem kleinen Vortrag vorgestellt werden.
Die Lehrerin hat fünfzehn Tierbilder an die Pinnwand geheftet.
Das schmale, blasse Mädchen schaut aufmerksam nach vorne. Neben ihm hat sich das Nachbarskind kerzengerade aufgerichtet. Sein Mund steht offen. Schon sind überall im Klassenzimmer Finger in die Höhe geschossen.
„Tina?“, ruft die Lehrerin die erste Schülerin auf.
„Ich nehme den Eisbären!“
Für einen Moment ist es ganz still.
Und dann poltert es. Neben dem schmalen Mädchen ist ein Stuhl krachend umgefallen. Alle Köpfe fahren herum. Die Lehrerin runzelt die Stirn.
Ein Kind hat sich erhoben. Seine Wangen leuchten. Auf der dicken Brille prangen fettige Fingerabdrücke.
„Nein!“, ruft das Kind mit zitternder Stimme. „Nein!“
Es hat den Arm in die Höhe gestreckt.
„Was ist?“, fragt die Lehrerin. Ihre Mundwinkel sind herabgezogen.
„Ich…“ Sein Atem rasselt. „Ich möchte den Eisbären.“ Seine Stimme ist kaum zu hören.
Die Lehrerin schaut zu Tina und dann wieder zurück.
„Tina hat sich als erstes gemeldet.“
„Du kannst deinen Arm jetzt runternehmen!“, ruft jemand und alle lachen.
Da steht das schmale, blasse Mädchen auf. Es steht vor dem Eisbärenkind. Für einen winzigen Moment sind seine Arme ausgebreitet, wie ein Schild. Niemand spricht. Das Mädchen ist starr.
„Lilly?“, fragt die Lehrerin.
Das Mädchen bewegt die Lippen. Seine Freundinnen legen die Köpfe schief.
„Nichts“, sagt es schließlich. „Nichts.“

Am nächsten Tag kommt der Schulfotograf. Nur das Kind mit dem Eisbärenpullover fehlt.
Das schmale Mädchen ist umringt von seinen Freundinnen und als der Fotograf „Cheese“ ruft, lächelt es in die Kamera.

Die Komplizin
„Wir freuen uns, Sie so zahlreich begrüßen zu dürfen!“, beginnt der Schulleiter seine Rede. Er dankt für die großzügigen Spenden der ehemaligen Schüler, die die Renovierung und die Modernisierung in dieser Form erst möglich gemacht haben. Nach einer Führung durch das Schulgebäude ruft eine aufgeregte Stimme die Schüler der 1a, Jahrgang 1987, zusammen.
„Maria?“, fragt eine schmale, blasse Frau.
„Lilly?“
Die beiden Frauen lachen und umarmen sich. Andere ehemalige Schüler kommen hinzu. Köpfe werden geschüttelt, Erinnerungen hervorgeholt.
„Du hast das alles organisiert?“ Maria nickt und zeigt einen Brief der Lehrerin, der es leider nicht gut gehe. „Sie hat Bilder von uns aufbewahrt.“ Maria reicht einen Ordner herum, in den Zeichnungen aller Schüler eingeheftet sind.
Die schmale, blasse Frau hat sich auf einem winzigem Erstklässlerstuhl niedergelassen, den Ordner auf den Knien. Sie blättert langsam durch die Seiten. Als sie bei einem leeren, weißen Blatt anlangt, hält sie inne. Aber es ist nicht leer. Es ist weiß wie Schnee – und unten in der Ecke sitzt ein Eisbär mit ungewöhnlich großer Nase.
Die Frau lässt den Blick durch den Raum schweifen. Als sich eine schwere Hand auf ihre Schulter legt, klappt sie den Ordner schnell zu. „Ich habe gehört, du arbeitest jetzt mit Flüchtlingen?“, brummt der dicke Mann, zu dem sie aufblickt.
„Wir müssen ein Erinnerungsfoto machen!“, unterbricht Maria. Sie zeigt den anderen das Gruppenfoto aus der zweiten Klasse.
„Ich weiß genau, wo das war“, ruft jemand und lotst alle auf den Schulhof. Dort stellen sie sich vor dem Klettergerüst auf.
„Lilly, du musst hier in die Mitte.“ Die schmale Frau wird in die erste Reihe geschoben. „Wir machen das genauso wie damals.“
Maria legt ihr den Arm um die Schultern.
„Wahnsinn“, bemerkt ein schlaksiger Mann. „Haargenau wie auf dem Foto. Es fehlt niemand.“
Die schmale Frau dreht suchend den Hals. Sie macht einen Schritt vorwärts, um einen Blick auf die ganze Gruppe zu werfen.
„Komm schon“, ziehen ihre Freundinnen sie zurück.
Die Frau bewegt die Lippen. Sie runzelt die Stirn. Alle sind still.
„Cheese!“, ruft ein Ehemann, der sich bereit erklärt hat, das Fotografieren zu übernehmen, und alle lächeln.

Der Eisbär
Die schmale, blasse Frau steht in einer hellen Küche und schnippelt Gemüse. In einer Pfanne sammeln sich Ölbläschen um ein brutzelndes Bio-Huhn.
Plötzlich bleibt das Messer in der Luft stehen. Die Frau dreht das Radio lauter.
…tragischen Vorfall am Eisbärgehege des Zoos. Bisher gibt es keine Anhaltspunkte für einen Unfall oder ein Verbrechen. Die Polizei geht von Suizid aus.

Es nieselt. Der Zoo ist fast gänzlich verlassen. Ein Eisbär steht mit pendelndem Kopf in der Mitte seines Geheges. Vor dem Wassergraben und der hohen Mauer, von der die Menschen auf ihn hinabschauen, steht eine Frau und betrachtet ihn. Ihre Hände umschließen die Kanten des Informationsschilds: Ursus Maritimus. Leise schlagen die Wellen des Wasserbeckens gegen die Einfassung aus Beton.
Nach langen Minuten, in denen der Eisbär nicht von der Stelle weicht, lösen sich ihre Hände und sie wendet sich zum Gehen.
In diesem Moment tritt ein Zoowärter in schweren Stiefeln und braunen Hosen aus dem an das Gehege angrenzenden Gebäude. Sein Blick streift die einsame Besucherin.
„Entschuldigung“, ruft sie ihm da zu und er bleibt stehen. „Werden sie ihn nicht töten?“
„Töten?“, fragt der Mann. Er kratzt sich am Kinn.
„Den Eisbären“, erklärt die schmale Frau. „Schläfern sie ihn nicht ein, weil er einen Menschen angefallen hat?“
Der Wärter sieht die Frau an, dann den Eisbären.
„Er hat keinen Menschen angefallen“, antwortet er schließlich. „Die Frau ist da hinten über die Brüstung geklettert und kopfüber auf die Steine unten im Wasser gesprungen. Sie war sofort tot. Der Bär stand bloß da und hat mit dem Kopf gewackelt.“
„Die Frau?“
„Ja, die Verrückte, die sich umgebracht hat.“
Einen Augenblick länger starrt der Wärter die Besucherin an, dann geht er fort.
Sie hat die Hände gegen ihre Wangen gepresst und plötzlich lacht sie. Sie lacht ein paar Mal laut auf und schließlich beginnt sie zu weinen.
Da steht sie im Zoo am Eisbärgehege im Nieselregen und weint.

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jaeani
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Beiträge: 64



BeitragVerfasst am: 08.01.2018 00:05    Titel: Antworten mit Zitat

12 Punkte
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RememberDecember59
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BeitragVerfasst am: 08.01.2018 20:05    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Verfasser/in,
ich finde die Geschichte schön und traurig, obwohl ich glaube, dass ich sie nicht ganz verstanden habe. Ich frage mich, was mit dem Eisbärjungen passiert ist und ob die Frau, die sich in den Tod gestürzt hat, irgendeine Rolle gespielt hat. Nichtsdestotrotz habe ich das sehr gerne gelesen, und es stört mich auch nicht, wenn ein paar Fragen offen bleiben und man als Leser die Möglichkeit hat, die Lücken selbst zu füllen.
Das Thema Gedächtnisbilder/Leere finde ich sehr gut getroffen – die Frau erinnert sich wieder an den Eisbärjungen, weil er beim Klassentreffen fehlt. Das Motto finde ich dagegen überhaupt nicht, auch nicht, wenn ich danach suche. Trotzdem ist das einer meiner Lieblingstexte hier im Wettbewerb, es ist einer der wenigen, die mir auch Tage nach dem Lesen noch nachgegangen sind.

***

Nach dem Lesen und Kommentieren der anderen Texte habe ich mich dazu entschieden, 8 Punkte zu geben.


_________________
Bartimäus: "...-was ist das?"
Kobold: "Hätte mich das jemand anders gefragt, o Herr, der ihr Schrecklich und Unübertrefflich seid, hätte ich ihn einen Dummkopf genannt, bei Euch jedoch ist diese Frage ein Zeichen jener entwaffnenden Schlichtheit, welche der Born aller Tugend ist. ..."

Bartimäus I (Jonathan Stroud)
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hobbes
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Beiträge: 2752

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 09.01.2018 15:19    Titel: Antworten mit Zitat

Was mir bei jedem Lesen aufstößt:
Zitat:
und saugen an ihren Milchkartons

Das tun sie ganz sicher nicht.

Ich mag diese neutrale-Erzähler-Sache. Würde mich mal interessieren, wie ich die Texte bzw. diesen Text empfinden würde, wäre er aus einer anderen Perspektive erzählt. Ich schätze, da hätte er es viel schwerer. Der Text.
Was den letzten Abschnitt betrifft, bin ich mir auch mit dieser Version nicht ganz sicher. Ob ich das nicht schon zu, hm, diktiert finde. Also mir aufdiktiert. Dass es eben ganz und gar nicht neutral ist, was ich erzählt bekomme, dass eine bestimmte Reaktion von mir erwartet wird und ich wette, wäre dieser Texte anders erzählt worden, würde ich so etwas kommentieren, wie, dass mir das zu tränendrüsig etc. wäre.

In der Form hängt er auch ein bisschen in der Luft. Der letzte Abschnitt. War sie es nun oder nicht? Und wenn ja oder nein, was bedeutet das nun? Irgendwie fehlt mir ein Abschluss. Oder sonst irgendwas.

Den Titel mag ich auch nicht. Ich verstehe ihn so, dass es hier, in diesem Land, an dieser Schule mindestens so kalt ist wie am Nordpol, eben auf eine andere Art, aber wenn das so gemeint ist, dann hätte man das doch noch schöner sagen können? Er, also der Titel, hat so gar keine Melodie in sich.

Was ich an diesen neutralen-Erzähler-Sachen auch mag, ist die Sache, dass ich so mich wundernd vor einem Text sitze. Mich zum Beispiel hier frage, wie das nun kommt, dass ich die Lehrerin so leicht als Idiotin einordne.

Ach ja, was will ich eigentlich sagen. Ich muss den Text noch ein bisschen auf mich wirken lassen. Ich mag ihn im Grunde, aber ich bin ein wenig vorsichtig, ihm gegenüber. So auf die Art, ob ich ihm trauen kann, ob er tatsächlich so neutral ist, wie er tut oder wie es für mich erträglich ist. Oder eben nicht. Vielleicht ist die Lehrerin ja gar keine Idiotin.

edit:
Tja, Text. Das war knapp. Hätte ich elf Mal Punkte zu vergeben, hättest du auch welche bekommen.
Dass ich nur zehn Mal Punkte zu vergeben habe, ist aber auch in Ordnung, denn aus der Entfernung betrachtet, ist mir der Text trotz (vermeintlicher) Neutralität dann leider doch einen Tick zu "rührselig."
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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 09.01.2018 22:24    Titel: Antworten mit Zitat

Finde ich gut gemacht.

Ich brauchte eine Weile, um die Mädchen zu unterscheiden, bis zum Ende.
Und drauf zu kommen, dass die Frau, die sich umbrachte, die Lehrerin war.
(Stimmt doch?)
Das passt aber zum neutralen Erzählen, finde ich.
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Municat
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BeitragVerfasst am: 10.01.2018 13:40    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Autor smile

Du erzählst eine traurige Geschichte von der Außenseiterin Maria, deren erster (und vermutlich für lange Zeit einziger) Versuch, ihre Wünsche durchzusetzen, von der Lehrerin abgeblockt wurde, deren erste "Freundin" ihre Zuneigung mit Füßen tritt, die später funktioniert und irgendwann beschließt, ihr Leben zu beenden. Am Eisbärengehege scheint Lily endlich zu begreifen, dass sie an Marias Leid nicht unschuldig ist.

Im ersten Absatz gibt es eine Stelle, an der der neutrale Erzähler wertet, wenn auch nur dadurch, dass er durch die Formulierung sein Missfallen kundtut:
Zitat:
Die Jungen hat man in Hemden mit Knöpfen gesteckt.


Ansonsten ist mir nur noch aufgefallen, dass Du Maria relativ spät beim Namen nennst. Für mein Gefühl hättest Du das entweder früher schon tun sollen (zum Beispiel in der Szene, wo die Namen an der Tafel stehen) oder sie bis zum Schluss namenlos lassen.

Punkte vergebe ich erst, wenn ich alle Texte kommentiert habe.


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Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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Literättin
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BeitragVerfasst am: 11.01.2018 18:19    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist solide erzählt und weiß durchaus zu gefallen, auch wenn ich, um herauszufinden wer da später wer von früher war und was der Clou ist, noch einmal herkommen muss. Jedenfalls gibt es für den Eisbärjungen mindestens Sympathiepunkte, so viel hat der Text auf jeden Fall geschafft.

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when I cannot sing my heart
I can only speak my mind
- John Lennon -
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Heidi
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BeitragVerfasst am: 12.01.2018 14:16    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht hätte ich deinen Text nur einmal lesen sollen. Beim ersten Mal hat er mich berührt, ich sah ihn schon ganz weit oben, verschwommen sogar auf meinem persönlichen Treppchen. Dann aber, beim zweiten Lesen, haben sich die "Berührungs"punkte plötzlich verschoben und der Text mich nicht mehr mitgenommen.
Mir kommt das Eisbärkind als Figur jetzt klischeehaft vor, die Handlung aufgesetzt, konstruiert, um Gefühle hervorzurufen. Die Echtheit ist irgendwo kleben geblieben.
Gut geschrieben ist das allemal, nicht zu viel, nicht zu wenig, ein Konzept im Hintergrund, dann die Leere, die keiner sieht als Aussage (aber vielleicht ist es auch das, womit ich ein Problem habe - eine Geschichte mit Botschaft) und die ebenso gute Umsetzung des Mottos; es steigert sich was, aber ob das Stille ist? Noch hat sich nichts an meinem Ohr gebrochen.
Was mir überhaupt nicht gefällt, ist der Titel; der ist zu lang. Nordpol hätte gereicht. So in der Form legt es der Titel auf Effekt an, lässt mir keinen Raum für eigene Assoziationen.
Auch kommt der Text recht brav daher. Die Bilder sind eindeutig, es kommt nichts Provokantes vor, es entsteht keine Verwirrung. Fügsame Umsetzung.

Alles in allem: Die perfekte Geschichte. Ich bin mir sicher, eine Million Menschen werden deinen Text berührend finden, er wird ihnen nicht mehr aus dem Kopf gehen, deren Leben verändern, was weiß ich. Mir ist er zu perfekt.
Und ich weiß noch nicht, ob du Punkte bekommst. Vielleicht schon, weil es mich doch auch fasziniert, wenn jemand dazu in der Lage ist, so perfekt zu schreiben.

Die Entscheidung ist gefallen: leider nix mit Punkten.
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d.frank
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Beiträge: 523
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BeitragVerfasst am: 13.01.2018 17:41    Titel: Antworten mit Zitat

Um diese Geschichte bin ich schon herumgeschlichen, sie erinnert mich ein bisschen an Jenny Erpenbecks altes Kind und wahrscheinlich deshalb hatte ich vorerst Skrupel, sie zu kommentieren. Auch hier sitzt ein Kind mitten in der Gesellschaft, ohne je Zugang zu ihr zu finden. Aber hier ist es sehr viel einfacher und das ist auch das, was mir letztendlich nicht gefällt. Der Eisbär, ein Detail, das sich ja durch die ganze Geschichte zieht, wirkt mit Abstand betrachtet dann doch irgendwie nur herbeigezogen. Die Sätze, aus denen ich krampfhaft Tiefe lesen wollte:

Zitat:
„Entschuldigung“, ruft sie ihm da zu und er bleibt stehen. „Werden sie ihn nicht töten?“
„Töten?“, fragt der Mann. Er kratzt sich am Kinn.
„Den Eisbären“, erklärt die schmale Frau. „Schläfern sie ihn nicht ein, weil er einen Menschen angefallen hat?“
,

behandeln mir die Schuld dann doch wieder zu einseitig. Und alles Andere lässt mir zu wenig Freiraum. Positv hervorzuheben wäre die handwerklich stringente Anwendung der neutralen Kamera und ihre Wahl für diese Mobbingsituation, das hat auch schon bei Erpenbeck eindrucksvoll funktioniert, aber Erpenbeck lässt ihr Kind trotzdem sprechen und vergräbt etwas unter seiner Unnahbarkeit. Vielleicht vergleiche ich auch zu sehr mit einem meiner Lieblingsbücher und kann mich deshalb nicht einlassen, aber echte Begeisterung konnte der Text bei mir leider nicht auslösen.


_________________
Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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finis
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Die lange Johanne in Bronze


BeitragVerfasst am: 15.01.2018 20:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Das sind gelungen eingefangene Szenen. Besonders gefallen haben mir die kleinen Gesten, in denen die Grausamkeiten eines Kinderalltags zu Tage treten können. Dabei ist der neutrale Erzähler sicherlich eine gelungene Wahl und wirkt auf mich hier solide durchgeführt.

Schade finde ich, dass das Ende mir den schönen Anfang ein wenig leidig macht. Die Idee mit dem Klassentreffen finde ich noch gut, das gehe ich mit. Auch dass das Mädchen mit dem Eisbärenpullover nicht auftaucht finde ich realistisch und nachvollziehbar.
Die Geschichte mit dem Suizid allerdings kommt mir etwas vor wie Effekthascherei. Oder wirkt so, als hättest Du einen guten Schluss gesucht, einen möglichst Dramatischen, der alles auflöst. Das funktioniert für mich aber aus folgenden Gründen nicht so richtig:
- im Grunde löst der Schluss nichts. Er ist eher ein ziemlich pompöses Ausrufezeichen, dass mich etwas ratlos zurücklässt. Führen die schwierigen Grundschulerfahrungen, die Hänseleien zum Suizid? Das greift mir dann doch etwas zu kurz. Und klar, man kann unterschwellig herauslesen, dass das Kind möglicherweise unter problematischen Bedingungen aufgewachsen ist (kein T-Shirt...). Aber das dann gleich in Suizid umzumünzen finde ich eher unangebracht. Und mehr habe ich als Leser nicht an der Hand, um mir da ein stimmiges Bild zu basteln.
- eigentlich passt es nicht zu der Geschichte überhaupt "aufzulösen" was mit dem Eisbärkind passiert/passiert ist. Es ist für mich hier so, dass der eigentliche Reiz der Geschichte dadurch entsteht, dass es ein grundsätzliches Anderssein zwischen Eisbärkind und anderen Kindern und eine daraus resultierende unüberbrückbare Distanz gibt, ohne dass man genau den Finger darauf legen könnte, was genau diese Distanz nun ausmacht. Prinzipiell ist Kindern ja oft egal, ob eine Giraffe oder ein Eisbär auf dem Pullover ist, aber bei manchen Kindern ist das anders, wie eben auch hier. Am spannendsten finde ich dabei dann die Versuche des schmalen Mädchens die Distanz zu überbrücken, die aber immer wieder scheitern. Das wäre etwas gewesen, was ich gerne noch erkundet gesehen hätte, in dem schönen, zurückhaltenden Stil der ersten Absätze. Aber das ist natürlich meine ganz persönliche Tasse Tee und muss Dir nicht in den Kram passen.

Insgesamt habe ich den Text gern gelesen und mich auch gern damit beschäftigt.
LG
finis


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V.K.B.
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Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 15.01.2018 23:15    Titel: Antworten mit Zitat

Schöne Geschichte, hat mir gefallen. Die Stille hier als zwischenmenschliche. Bzw als sozialer Druck, der Lilly davon abhält, sich für das Kind einzusetzen. War der dicke Mann auf dem Klassentreffen das Eisbärkind? Immerhin wird er wieder übergangen, und scheint auch beim Foto nicht mehr dabei zu sein. Und Lilly unterhält sich wieder nicht mit ihm, hört immer noch auf die alten Freundinnen von damals. Der Schluss erst zeigt, wie sie sich dabei fühlt. Auch wenn sie doch nicht Komplizin war, einen Mitschüler in den Suizid zu treiben, wie sie wohl schon gedacht hatte.
Ist es Absicht, dass du das Geschlecht des Eisbärkinds nie erwähnst? Er bleibt immer sächlich, undefiniert. Einen Moment habe ich mich am Ende gefragt, ob es nicht doch ein Mädchen gewesen sein könnte, also dann die "Verrückte" die sich später umgebracht hat. Ich denke aber eher nicht, dann passt Lillys Reaktion (das Lachen) nicht wirklich.
Beim Erinnerungsbild stutze ich ob der Vorgaben. Ich nehme an, es geht um das nachgestellte Klassenfoto? Aber wird es durch etwas fehlendes hervorgerufen? Das Kind von damals fehlt doch niemandem.
Neutrale Perspektive sauber eingehalten, finde ich, und doch gelingt es dir, eine Menge damit zu zeigen, auch emotionales.

Punkte vergebe ich erst, wenn ich alles gelesen habe.


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Der Möbiusstreifen ist der beste Beweis dafür, dass Komplexität die Projektion menschlicher Kleinheitsängste ist (Nis-Momme Stockmann)

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Schlomo
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BeitragVerfasst am: 17.01.2018 01:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hat mehr von einem Krimi, als von einem Bewusstseinsbild.

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Mathematik bringt dich besser durch Zeiten ohne Ruhe als Ruhe durch Zeiten ohne Mathematik. (Frei nach Freewheelin' Franklin )
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Jenni
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Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 17.01.2018 22:44    Titel: Antworten mit Zitat

Aus neutraler Perspektive erzählst du von einem Kind, das auf nicht näher definierte Weise "anders" ist als die anderen Kinder. Und aus dieser neutralen Perspektive gelingt es dir gut, das Befremden der Lehrerin und der Mitschüler zu zeigen. Das Totemtier des Kindes ist ein Eisbär, denn "am Nordpol ist es auch kalt", so wie es unbewusst vielleicht die Kälte seiner Mitmenschen spürt.
Später, als alle das Kind vergessen haben, selbst auf dem Klassenfoto fehlt es, erinnert und sorgt sich wenigstens eine Person noch um das Kind. Und man glaubt, ich glaube, dass die Begegnung diese Person geprägt hat.
Ich finde das ganz konsequent und stimmig aufgebaut und erzählt, aus der eingeschränkten Perspektive hast du viel herausgeholt. Gefällt mir gut.
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holg
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Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 19.01.2018 18:10    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist wunderschön und wundertraurig. Leise erzählt und mit sehr genauem Bock für die wichtigen Details, die bei dieser Art des Schreibens viel mehr erzählen als große Gesten.
Toll!

Kann nicht viel mehr dazu sagen.


Falls ich noch zum Bewerten komme: 10 Punkte


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Froh zu sein bedarf es wenig.
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anderswolf
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Beiträge: 307



BeitragVerfasst am: 20.01.2018 00:38    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist ein Beispiel dafür, wie man mit einem neutralen Erzähler, der ja per definitionem keine Bewertung und damit keine Emotionalität gibt, dennoch große Gefühle wecken kann. Vielleicht funktioniert das nur bei ehemaligen Eisbärkindern, das kann natürlich auch sein, aber kaum steht da das erste Mal "Jemand lacht.", fühle ich mit, leide mit, verdrücke ein Tränchen der Betroffenheit.
Schön finde ich das.
Es funktioniert, weil geschickt mit Dialogen und Beobachtungen Charaktere gemalt werden, die zwar relativ stereotyp sind (dickes Kind mit Brille, das von allen ausgelacht wird; schmales Mädchen, das sich zur Komplizin macht, um nicht auch Opfer zu sein; die Rädelsführerin; die ignorante Lehrerin), aber doch haben alle eine Nuance, die aus ihnen Charaktere macht. Gut gemacht.
Ein bisschen geht die Vorgabe mit der Leere aus der Vorgabe unter, die die Erinnerung auslöst. Im Fehlen des Eisbärkindes (und später des Eisbärmannes) auf dem Gruppenbild sind ja weniger Anlässe zur Erinnerung als kulminierte Ausprägung der strukturellen Ausgrenzung des Kindes (und später Mannes). Auch wird die Erinnerung nicht ausgelöst, wenn sie vorwegsteht.
Es sei denn, das Fehlen, die Leere bezöge sich auf den Irrtum: Weil eben nicht der Eisbärmann gefressen wurde, weil eben sein Leichnam fehlt, drängen sich die Erinnerungen an Momente auf, die letztlich einen Eisbär-induzierten Suizid plausibel erscheinen ließen. Als Leser weiß ich es nicht, als punkteverteilender Kommentator hätte ich mir hier mehr Deutlichkeit gewünscht.
Punkte werde ich hier verteilen, denn die Charaktere berühren mich im Innersten, also so intim, wie man sich das von guter Literatur wünscht.
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crim
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Wohnort: Wiesbaden/München
Die lange Johanne in Gold Lezepo 2015
Pokapro und Lezepo 2014 Pokapro VII & Lezepo V



BeitragVerfasst am: 20.01.2018 12:55    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist sehr routiniert geschrieben, der Text nimmt mich aber trotz des Themas nicht wirklich mit. Kann ein sehr privates Problem meinerseits sein, aber in ihrer Machart für mich spannendere Texte haben mehr Punkte von mir bekommen.

Lg crim
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Michel
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1264
Wohnort: Südwest
Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 20.01.2018 18:16    Titel: Antworten mit Zitat

neutraler Erzähler gut durchgehalten, Ton ein wenig Böll-haft, oder  wie Borchert. Das gefällt mir, das unaufdringliche Schildern der Außenseiterposition, keine neue Geschichte, aber neu erzählt. Leider wird mir der Eindruck durch das Ende genommen, das  ich für diese ansonsten leise Geschichte übertrieben finde. Das hätte es nicht gebraucht.
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Angst
Geschlecht:männlichScheinheiliger

Alter: 27
Beiträge: 1672



BeitragVerfasst am: 20.01.2018 20:12    Titel: Antworten mit Zitat

Dieser Beitrag hat eine dichte Textur, die mir sehr gefällt.
Lebendig bis ins letzte Detail, handwerklich ausgezeichnet.
Du ziehst starke Bilder ins Kopfkino, das Filmhafte des neutralen Erzählers kommt gut zur Geltung.
Ja. Ich mag das. Manchmal gerät es in die Nähe des kitschigen Fahrwassers, bleibt aber letztlich doch fern.
Weil es da grosse Lücken gibt, die vom Leser selbst ausgefüllt werden wollen.
Dieser Text hat viele Punkte verdient.

5 Punkte.


_________________
»Das Paradox ist die Leidenschaft des Gedankens.«
— Søren Kierkegaard, Philosophische Brosamen,
München: Deutscher Taschenbuch Verlag, S. 48.
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nebenfluss
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 3325
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Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 21.01.2018 12:45    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe gerade Angst vor der Macht meiner Kritik und sorge mich um meine Urteilsfähigkeit. Deshalb an dieser Stelle kein inhaltlicher Kommentar.

Danke für deine Teilnahme am Wettbewerb.


_________________
fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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fabian
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 84



BeitragVerfasst am: 21.01.2018 19:12    Titel: Antworten mit Zitat

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lebefroh
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 37
Beiträge: 139
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 22.01.2018 20:50    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank für Eure Punkte und Kommentare.

Die Kritik kann ich ganz gut nachvollziehen.

Interessant fand ich, wie viele von Euch von einem bestimmten Geschlecht des Eisbärenkindes ausgegangen sind. Das habe ich nämlich tatsächlich nicht erwähnt. Eigentlich dachte ich, dass der Leser in dem Moment darüber nachdenkt, wo erwähnt wird, dass die Selbstmörderin eine Frau ist. Weil man als Leser halt gar nicht weiß, ob das Kind ein Mädchen war oder nicht. Naja, hat wohl nicht so geklappt Embarassed

(Meine eigene Antwort ist übrigens, dass das Kind ein Junge war und also nichts mit der Selbstmörderin zu tun hat. Aber ich dachte, jeder Leser würde seine eigene Antwort finden...)

Und zur Sache mit dem Klischee und der Idioten-Lehrerin: Als Kind hielt ich meine Lehrerin für eine liebenswürdige Person und ich mochte sie sehr. Heute ist mir klar, dass sie zwei Kindern, die ausgegrenzt und belacht wurden, in keinster Weise den Rücken gestärkt hat. Im Gegenteil. Die Geschichte mit dem übergewichtigen Kind, das kein Sportzeug hatte (keine Ahnung warum, aber er hat einfach nie welches mitgebracht, muss wohl an den Eltern gelegen haben) und deswegen in Unterwäsche mitmachen musste, ist wahr.
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