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orlando, bist schon lange tot

 

 
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Lorraine
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 723
Wohnort: France
Das goldene Stundenglas Ei 10
Pokapro 2016


BeitragVerfasst am: 14.10.2018 18:00    Titel: orlando, bist schon lange tot eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

.




    orlando, bist schon lange tot

    als das licht, gebrochen
    sich ergab
    verschwendetest du keine zeit
    der welt
    noch etwas nachzusehen

    ihrer wüsten grinsen, breit
    und breiter:  wie es euch gefällt
    hat es sehr weh getan

    berührte dich nicht mehr

    und dein geflüster hängt jetzt
    in der luft
    wie schön es flimmert




    .

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Abari
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 38
Beiträge: 839
Wohnort: ich-jetzt-hier


BeitragVerfasst am: 15.10.2018 14:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hey,

ich finde den Text wirklich gelungen. Besonders die Schlussverse finde ich hervorragend gesetzt.

Aber ich fürchte, dass er entweder auf einem Insider basiert oder am Thema vorbei ist. In ersterem Fall bin ich als Leser draußen, weil ich nicht weiß, auf welchen Orlando (di Lasso?) bezieht und ich es nirgends erkennen kann. In letztrem Fall weiß ich nicht, was ich davon halten soll. Schade.


_________________
Das zeigt Dir lediglich meine persönliche, höchst subjektive Meinung.
Ich mache (mir) bewusst, damit ich bewusst machen kann.

LG
Abari
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menetekel
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 99
Beiträge: 1907
Wohnort: Planet der Frühvergreisten


BeitragVerfasst am: 16.10.2018 06:52    Titel: Re: orlando, bist schon lange tot Antworten mit Zitat

Guy Incognito hat Folgendes geschrieben:
.




    orlando, bist schon lange tot

    als das licht, gebrochen
    sich ergab
    verschwendetest du keine zeit
    der welt
    noch etwas nachzusehen

    ihrer wüsten grinsen, breit
    und breiter:  wie es euch gefällt
    hat es sehr weh getan

    berührte dich nicht mehr

    und dein geflüster hängt jetzt
    in der luft
    wie schön es flimmert




    .


Hallo Anonymus,

mich berührt "orlando" eigentümlich. Handelt es sich dabei doch um einen gern von mir verwendeten Nick, dessen lyrisches Gebaren niemals ganz getilgt werden konnte.
Aber mich wirst du wohl nicht meinen. Mr. Green

Es geht hier wohl um eine Auslöschung anderer, viel tragischerer Art. -

Aus meiner Sicht ein Gedicht mittlerer Qualität, das an Herz geht. Mit einer sehr schönen zweiten Versgruppe.

Liebe Grüße
m.


_________________
Alles Amok! (Anita Augustin)
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poetnick
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 57
Beiträge: 515
Wohnort: Möglichkeiten


BeitragVerfasst am: 17.10.2018 18:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

ich gestehe, ganz habe ich den Inhalt nicht erschließen können und in einen sicheren Zusammenhang mit der Themenvorgabe bringen können.
Doch da blitzt etwas auf:

Zitat:
ihrer wüsten grinsen, breit
und breiter: wie es euch gefällt
hat es sehr weh getan
...gefällt, wie fällen? Das wäre was.

Nur, was hat das mit und welchem Orlando zu tun? Fragen. (Wohl mein persönlicher Schlagbaum). Rolling Eyes

Punkte vergebe ich zum Schluss aller Betrachtungen.

LG  - Poetnick


_________________
Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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Heidi
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 38
Beiträge: 1242
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 18.10.2018 19:40    Titel: Re: orlando, bist schon lange tot Antworten mit Zitat

Ich mag den Text. Vor allem das Flimmern. Und den Titel, wenn der tot-Begriff im Titel vorkommt, bin ich glücklich.

Hier ist die Rede von einem gebrochenen Licht, das sich auch noch ergibt. Wie kann sich Licht ergeben, frage ich mich. Es wird dunkel? Also quasi lichtlos. Vielleicht ist Orlandos Tod gemeint, sicherlich. Licht aus: Orlando futsch. Und die Wüste in ihr grinst auch noch breit, nein sogar noch breiter. Sie ist es also, die Leere in sich empfindet und jetzt nach Orlandos Ende grinst sie, weil die Leere noch leerer wird. Seltsam.

Sehr gerne mag ich den Teil hier:

Zitat:
wie es euch gefällt
hat es sehr weh getan


Das ist ein schöner Kontrast. Jemand erfreut sich daran, dass etwas weh getan hat. Orlandos Übergang woandershin? Wem schmerzt es? Sie scheint robust zu sein, es muss jemand anders sein, der gerade leidet. LI schätze ich mal, dieser Teil soll ein Vorwurf sein, an das lyrische Sie (nennt man das so?).

Und nun mein Lieblingsatz mit dem Flimmern zum Schluss. Das hat was Verächtliches.
So insgesamt ein recht düsteres Werk. Wald, ohne Bäume. Weiß nicht, ich empfinde hier weder das eine noch das andere. Scheint eher ein Gedicht zu sein, das Verachtung/Vorwurf transportieren möchte. Aber was haben Nicht-Bäume und Wälder mit Verachtung oder Vorwürfen zu tun. Ich werde darüber nachdenken müssen.

Vier Punkte


_________________
hast du den luftblick
hast du den erdenblick oder
den fuchsblick_
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d.frank
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 40
Beiträge: 913
Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 20.10.2018 11:17    Titel: Antworten mit Zitat

Shakespeare ist schon lange tot..

bekommt aber 8 Punkte von mir


_________________
Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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MoL
Geschlecht:weiblichQuelle


Beiträge: 1276
Wohnort: NRW
Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 20.10.2018 14:27    Titel: Antworten mit Zitat

Gefällt mir gut, lieber Inko.
Punkteabzüge gibt es leider, weil man erstens Vorwissen braucht und weil mir zweitens das Thema zu blass umgesetzt scheint.
Wäre dies ein freier Wettbewerb, wärst Du bei mir weiter oben, ein schöne Gedicht! Smile


_________________
"Hexenherz - Eisiger Zorn", acabus Verlag, Februar 2017.
"Die große acabus-Jubiläumsanthologie", acabus Verlag, Oktober 2018.
"Hexenherz - Glühender Hass", acabus Verlag, Januar 2019.
NEU - NEU - NEU:
"Die Tote in der Tränenburg", Alea Libris, 31. Oktober 2019.
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Nihil
{ }

Moderator
Alter: 29
Beiträge: 7469



BeitragVerfasst am: 23.10.2018 13:38    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn ich einen einzigen Buchstaben aus diesem Gedicht abholzen, roden, vernichten, in die singuläre Extinktion an nur einem Platze treiben dürfte, so fiele meine Wahl auf dieses saumäßige Stück Letter zwischen Q und S :

ihrer wüsten grinsen


Da nimmst du dem Vers eine Doppeldeutigkeit zugunsten einer schalen Inversion, mit der wohl der Shakespeare'sche Ton aufgegriffen werden soll. Shakespeare finde ich prinzipiell doof, soll deinem Gedicht aber nicht schaden. Schön finde ich das flimmernde Geflüster, das in der Luft hängt. Man könnte schauen, ob manche Verse (sich ergab / der welt) so das Gedicht am besten unterstützen oder ob man da noch mehr machen könnte. Aber: Zwei Stunden. Ich weiß ja.

Auf einer Skala von Nein bis Ja : eigentlich schon ein Ja, wohlmöglich leicht verzögert ausgeprochen.
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finis
Autor


Beiträge: 634
Wohnort: zurück
Die lange Johanne in Bronze


BeitragVerfasst am: 24.10.2018 16:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hi.

Irgendwie habe ich das Gefühl, ich könnte mit dem Gedicht höchstwahrscheinlich mehr anfangen, wenn ich "Wie es euch gefällt" tatsächlich gelesen hätte. Jetzt habe ich da eine intertextuelle Referenz festgestellt und weiß nicht, was ich mit ihr machen soll, weil mir dazu ein bisschen die Anhaltspunkte fehlen und vor allem die Zeit, jetzt schnell noch das Stück zu lesen. Ich vermute ja, dass hier Orlandos Geliebte spricht (die in diesem Kommentar namenlos bleiben wird, weil der Wikipedia-Artikel, den ich gelesen - überflogen -  habe, einen so tiefgreifenden Eindruck hinterlassen hat, dass ich alles schon wieder vergessen habe). Ein Nachruf, also.
Was Du sehr gut schaffst, ist es, mir einen Eindruck der Nachrufenden zu vermitteln, auch dramaturgisch ist das geschickt aufgebaut (I - Aufbruch, II- Rückblick, III- status quo), der Ton ist auch schön, etwas wehmütig.
Warum mecker ich dann so rum? Hm. Ich glaube, was mir fehlt, ist etwas, das über die schöne Oberfläche hinausgeht. Insbesondere beim Themabezug. "Wald ohne Bäume" wird hier wohl dadurch umgesetzt, dass das Gedicht auf ein Stück Bezug nimmt, dass vorrangig im Wald spielt (ha, irgendetwas ist eben doch hängengeblieben!). Dein Gedicht scheint das in irgendeiner Weise zu kommentieren, aber auf welche? Da müsste ich jetzt doch ein wenig raten, weil ich, wie gesagt, das Stück nicht gelesen und den Wikipedia-Artikel vergessen habe.
Das ändert natürlich nichts an den oben genannten Qualitäten! Ich scheine nur sehr viel Platz zu brauchen, um meine Fragezeichen zu erläutern.
Dabei ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass meine verstopfte Nase zu einem Stau in den Hirnarealen (im figurativen Sinne  natürlich! Ganz so verstopft ist meine Nase nicht) geführt hat, weshalb ich in einem halluzinierend-komatösen Zustand Dein Gedicht vollkommen falsch wahrgenommen habe. Dafür entschuldige ich mich dann natürlich auf das Aufrichtigste.

LG
finis


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Zinna
Geschlecht:weiblichschweißt zusammen, was


Beiträge: 1665
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Das Silberne Pfand Lezepo 2015
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BeitragVerfasst am: 26.10.2018 08:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

bei deinem Beitrag hab ich mich schwer getan, Orlando wer/was/wie?
Gerade wenn ich ihn unterwegs habe durch den Kopf habe kreisen lassen.
Außer Fragezeichen stand in meinem gedanklichen Kommentar, dass mir Ton und Sprache sehr gefallen, besonders wie am Schluss ein positiver Hauch, etwas Leichtes erzeugt wird.
Der Shakespeare-Titel brachte mich (Banausen) auf den Weg,
so ganz erkenne ich die Zusammenhänge (mit dem Kopf) nicht,
bin gespannt auf andere Kommentare, wo mich die Erleuchtung trifft.
So lasse ich die Sprache wirken.

LG
Zinna


_________________
Wenn alle Stricke reißen, bleibt der Galgen eben leer...
(c) Zinna
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Catalina
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 46
Beiträge: 339
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 26.10.2018 17:15    Titel: Antworten mit Zitat

Dieses Gedicht ist mit Abstand mein Favorit. Ich finde es großartig.

Gleichgültigkeit in all ihrer Tragik. Die letzte Strophe: sehr berührend.

10 Punkte
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