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messer|klingen


 

 
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Lorraine
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 723
Wohnort: France
Das goldene Stundenglas Ei 10
Pokapro 2016


BeitragVerfasst am: 05.03.2019 17:52    Titel: messer|klingen eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

    .


      versessen

    heute gab's verse ich mampfte von wegen
    maß oder haltung – mächtig viel fraß ich
    platzte heraus quoll silbengewürm das
    weibliche wohl die dinge beim namen
    brannte das nest ce nid de vers schlug
    funken wie krallen ins haar: der gestank

    sollte ganz deutlich zu hören … hoffte ich
    weiter am wimmelbild kritzeln wollte ich
    scheiterte klanglich am bodenfrost im
    haus am weg zur straße in die weite
    fremde und alle die flaumselig hier und
    nicht auf brei vom nachbartraum standen

    scharrten dran rum jetzt warte doch warte
    bald kratzt du auch du flatterst ja schon
    mann diese kunstgriffe zielen ja nie auf den  
    schritt kann man machen hier bitte zum
    raum des verswindens einmal trepprunter und
    dann durch den schnitt



    .

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Tula
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 609
Wohnort: die alte Stadt


BeitragVerfasst am: 05.03.2019 22:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lorraine

Bin dreimal um dein Gedicht geflattert, mit wachsender Begeisterung, das silbengewürm und der brei vom nachbartraum sind doch irgendwie wunderbar.
Mein Glückwunsch,

LG
Tula


_________________
aller Anfang sind zwei ...
(Dichter und Leser)
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 6110
Wohnort: Irland
Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 05.03.2019 23:01    Titel: Antworten mit Zitat

Im Grunde ist das wie ein gemaltes Bild.

Ce nid de vers: dieses Nest von Würmern.

Schlängeln sich die Wörter und Silben und Bilder, Gedanken wie solche im Text. Wimmeln, vers/winden. Und ich darf das einfach auf mich wirken lassen.


Hinschauen mehr, als lesend verstehen.

Und das Gewimmel schön finden. Ohne dass ich im Moment gewillt bin, eine Absicht der Autorin darin zu finden.
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Lorraine
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 723
Wohnort: France
Das goldene Stundenglas Ei 10
Pokapro 2016


BeitragVerfasst am: 06.03.2019 07:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Tula,
hat mich gefreut, deine Rückmeldung! Das Gedicht gleich dreimal umflattert ... ^ʘ^ Dankeschön.

Liebe firstoffertio!
Danke auch dir - wie du
Zitat:
das Gewimmel schön finden
kannst und es einfach sagst.
Einen guten Tag euch!
L.
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Anoa
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 63
Beiträge: 154
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 06.03.2019 10:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lorraine,

ein gelungenes kleines Stück! Kann so bleiben.

Liebe Grüße,

Anoa


_________________
Mona Ullrich, Berlin
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Lorraine
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 723
Wohnort: France
Das goldene Stundenglas Ei 10
Pokapro 2016


BeitragVerfasst am: 08.03.2019 13:42    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Anoa,

vielen Dank für deinen Kommentar-Gruß!
Zitat:
Kann so bleiben.
Passt mir gerade gut, denn es hat
verdammt ziemlich lange gedauert, bis aus ihm wurde, was
es im Moment ist.

Grüße zurück!

Lorraine
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Zinna
Geschlecht:weiblichschweißt zusammen, was


Beiträge: 1675
Wohnort: zwischen Hügeln und Aue...
Das Silberne Pfand Lezepo 2015
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 09.03.2019 00:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lorraine,

bei diesem feinen Stückchen, hab ich mich heute mehrmals lesend nieder gelassen,
Das Silbengewürm ist wirklich ein Leckerchen.
Was mir noch sehr zusagt, wo hier auch eine gewisse Atemlosigkeit
ein Tempo, ein Blick auf Fakten und Strecke entsteht:

"ich scheiterte klanglich am bodenfrost im
haus am weg zur straße in die weite
fremde "
Hui!

Zunge schnalzend
Zinna

Editiert


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Wenn alle Stricke reißen, bleibt der Galgen eben leer...
(c) Zinna
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Mettbrötchen
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 31
Beiträge: 1003
Wohnort: Rheinland
Ei 1


BeitragVerfasst am: 09.03.2019 16:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Anja,

ich finde es wie immer bei deinen Texten toll, wie darin Sprach- und Klanglandschaften geschaffen werden. Man merkt bei diesem Text, dass viele Stellen sich an ausgewählten Lauten abarbeiten, z.B. weiter am wimmelbild kritzeln wollte ich oder scharrten dran rum jetzt warte doch warte . Die Sprachbewegung wird auch durch die Bilder silbengewürm oder wimmelbild passend umschrieben, d.h. der Text reflektiert seinen poetologischen Ansatz gleich mit, was ich generell mag, da zeitgenössische Gedichte ja ohnehin ihr eigenes System entwickeln müssen, nach dem sie funktionieren. Da ist es nur konsequent, dieses System auch inhaltlich mit zum Thema zu machen. Das scheiterte klanglich am bodenfrost ist da ein gelungenes selbstironisches Element. Die Wörter habe ich beim Lesen tatsächlich immer weniger als Wörter wahrgenommen, sondern mehr als Lautgebilde. Die Vokale haben sich förmlich aus dem Text herausgehoben und angefangen, zu leuchten. Anders kann ich mein Leseerlebnis gerade nicht beschreiben. Aber es ist gut, dass ich dann doch noch einmal genauer auf die inhaltliche Seite geschaut habe, denn trotz des kompositorischen Ansatzes ist der Text nicht bloße Sprachspielerei, sondern man merkt ihm narrative Strukturen an.

Ich grüble noch an der Form. Klar ist da eine Spannung zwischen der Sprachbewegung und der strengen Strophengliederung zu spüren, aber ich frage mich, wodurch sich diese Spannung inhaltlich legitimiert. Verschwinden die Verse in dieser Form erst, wenn man den raum des verswindens erreicht und den auch formalen schnitt passiert hat? Sieht man das dann im und am zweiten Teil?

Ich bin begeistert von diesem Text.

Liebe Grüße
David


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I read somewhere how important it is in life not necessarily to be strong... but to feel strong.
(Christopher McCandless
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Lorraine
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 723
Wohnort: France
Das goldene Stundenglas Ei 10
Pokapro 2016


BeitragVerfasst am: 10.03.2019 20:50    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Zinna!

Freut mich sehr, dein Schnalzen. "Tempo, ein Blick auf Fakten und Strecke" - Ich glaub schon, dass es beim Lesen auf ein inneres Sich-vorlesen ankommt, oder ein Vorstellungsvermögen bezüglich des Rhythmischen. (Ich hab's ja erlebt, wie sich so etwas bei dir in Bewegung umsetzen kann.) Bei bodenfrost tritt LI in eine Art Falle, oder friert an/in der doppelten Senkung des Wortes fest. Die Bremse muss man halt lösen.

Danke dir,
Lorraine
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Lorraine
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 723
Wohnort: France
Das goldene Stundenglas Ei 10
Pokapro 2016


BeitragVerfasst am: 11.03.2019 11:00    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

David!?

Danke für deine Einschätzung und die Beschreibung deines Leseerlebnisses. - Vielleicht sind es weniger Strophen denn Abschnitte, trotz der jeweils gleichen Anzahl der Verse. Es stellt halt (auch) ein Versessen dar, in Portionen.

Mettbrötchen hat Folgendes geschrieben:
Verschwinden die Verse in dieser Form erst, wenn man den raum des verswindens erreicht und den auch formalen schnitt passiert hat? Sieht man das dann im und am zweiten Teil?

Nichts davon könnte ich im Moment beantworten. Wenn ich auch sagen kann, dass ich dem Begriff der 'narrativen Strukturen' zustimme, so glaube ich doch nicht an einen sukzessiven Charakter oder ein logisches Aufeinanderfolgen innerhalb eines Gedankenverlaufs. In einem Darunter durch einen Schnitt gehen (müssen), ins Dahinter, zurück.
Verswinden, das geht nicht gerade heraus, auch nicht unumwunden.
messer|klingen: es wird sich dorthin bewegen, wo es Schnitte gegeben hat, oder ein Abgeschnitten-sein; ich will/verlange etwas von meiner Sprache, die mit ihrem Verlust droht, wenn ich ihr zu nahe komme; oder das eigenen Denken aushebele, mangels geeigneter Werkzeuge oder der Tatsache, mir den Umgang mit ihnen nur langsam und während oder trotz eines zerschnippelten Lebenslaufs zu eigen machen zu können.

Zitat:
Ich bin begeistert von diesem Text.

Danke für das.
Liebe Grüße zurück!
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Mettbrötchen
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 31
Beiträge: 1003
Wohnort: Rheinland
Ei 1


BeitragVerfasst am: 11.03.2019 18:31    Titel: Antworten mit Zitat

Ich frage mich halt: Tut diese visuell streng wirkende Form dem Text auf Dauer gut? Ist das eine bewusste Reibung und wenn ja, wie ist sie textimmanent begründet?
Daher mein Verdacht, dass das Ende so eine Art Signal in Richtung Auflösung ist. Ich könnte mir vorstellen, dass die Sprache in ihrer Materialität noch stärker wirken kann, wenn der Text auch optisch in eine stärkere Fragmentierung übergeht, sich also mehr über den Raum verteilt.

Falls du noch nicht weitergeschrieben hast, ist das vllt. eine Anregung wink

Liebe Grüße
David


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(Christopher McCandless
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