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Erleben – Zwölf Fragmente einer Utopie und ihres möglichen Endes

 
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Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Antiquariat -> Zehntausend 11/2016
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V.K.B.
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

Alter: 46
Beiträge: 2044
Wohnort: Diaspora
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 01.12.2016 19:00    Titel: Erleben – Zwölf Fragmente einer Utopie und ihres möglichen Endes eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

I.Lebensbejahende Poesie
Alles Lernen ist Schmerz.
Angst ist der Rettungsanker einer fragilen Existenz am Abgrund der Unfallstatistik.
Nichts ist wahr, alles ist permutiert.
Geh jeden Tag zur Hölle einen Schritt.


II.Dialog
Das Klingeln lässt mich zusammenzucken. Ich greife zum Telefonhörer, jede Gefahr verdrängend, die damit einhergehen könnte. Ich arbeite hier nur. Sagte der Chef des Foltergefängnisses später vorm Gerichtshof für Menschenrechte.
»Bundesamt für Gefahrenbewusstsein, was kann ich für Sie tun?«
»Mir helfen, hoffe ich. Bitte, Sie müssen dieses Ding abstellen, nur für eine Woche!«
»Wo ist Ihr Problem genau?«
»Wir wollen ein Kind. Und ich kann nicht. Nicht wenn ich immer vorher diese Dinge erlebt habe. Es geht nicht. Resistente Syphilis, Geburtsunfälle, grausigste–«
»Die Risiken, vor denen wir warnen, sind minimal. Nur eben vorhanden, und nach gesetzlicher Vorschrift–«
»Zum Teufel mit Ihren Vorschriften! Stellen Sie es ab!«
Ich lache. »Als ob ich das könnte … Aber ich kann Ihnen einen Tipp geben: Fahren Sie eine Woche in die Wildnis, raus aus der Zivilisation. Ohne Netzverbindung keine Warnungen.«
Er seufzt. »Ich hab darüber nachgedacht. Und jetzt kenne ich die Gefahren, kein Notarzt kommt schnell genug, wenn etwas passiert, keine Polizei. Das steht völlig außer Frage.«
Armer Teufel.
»Suchen Sie sich einen Therapeuten.«
»Können Sie einen empfehlen?«
»Darf ich nicht.«
»Woher soll ich dann wissen, wem ich trauen kann? Man könnte bei einer Sekte landen und einer Gehirnwäsche unterzogen werden. Ich weiß, wie es ist, sich in einem Bahnhof in die Luft zu sprengen! Ich weiß auch …«, Tränen ersticken die Stimme fast, »… wie die Angehörigen der Opfer sich fühlen! Wie … wie … Ich kann nicht mehr!«
»Entschuldigen Sie, ich habe zu arbeiten.«
»Nehmen Sie mich von der Liste! Bitte! Nur eine Woche keine Warnungen! Haben Sie ein bisschen Mitgefühl …«
»Sowas kann ich mir nicht leisten. Auf Wiederhören.«
Ohne das Vergessen wäre ich ein genauso kaputtes Wrack wie er. Erschreckend.
Ich beende das Gespräch. Ich arbeite hier nur, sagte ich ja schon.

 
III.Manifest
[Dieser Text ist nicht länger verfügbar und wurde vom Bundesamt für Jugend- und Erwachsenenschutz von der Webseite des Bundesamts für Gefahrenbewusstsein entfernt.]


IV.Paranoia
Selbst ihre Lehrer beteiligten sich am Mobbing. Auf die Frage, was batshit als Adjektiv bedeute, so erzählte mir mein jüngerer Bruder, antwortete der Englischlehrer, man möge sich mit Cassandra über Politik unterhalten. Ich hatte damals zwar kein explizites Verlangen, meine Fremdsprachenkenntnisse um Slangvokabular zu erweitern, stolperte aber auf einer Party trotzdem in ein solches Gespräch. Meine Einschätzung Cassandras: Es hätte mich nicht gewundert, sie irgendwo Schlangen mit Bananen füttern zu sehen. Obwohl ich mir solche Anspielungen sparen kann, Unterhaltungsliteratur liest heute eh keiner mehr. Jeder kennt die Gefahr, auf einem solchen Trip hängenzubleiben und weiß, wie es sich anfühlt, mit dem Ring der gescheiterten Ehe in der Wurfhand abzurutschen und in den Vulkankrater zu stürzen.
In Cassandras Welt war alles Verschwörung. Die Partei der Grünen als Deckorganisation südamerikanischer Drogen- und Kinderhändler, eine von uralten afrikanischen Stammesgeistern kontrollierte Kanzlerin und Chemtrails als Waffe gegen die letzten Sylphen, die Mutter Erde der Industrialisierung entgegenschickte. Kurz gesagt, ließ sich irgendetwas Verrücktes irgendwie denken, hatte Cassandra früher oder später eine komplexe Theorie darüber.


V.Schuld
Terra Nullus. Ich zahle den Preis dafür. Mein Leben ist ein Nullraum mit Anfangsparametern. Jeden Tag aufs Neue. Ich schreie mein Spiegelbild an, ich kenne den Kerl nicht. Ein Wort mit Edding an den Spiegel geschrieben: Manifest. Ich finde es auf meinem Rechner, Uptime 8 Jahre, 3 Monate, 7 Tage und 8 Stunden. Die Ironie entlockt mir ein bitteres Lachen. Der Rechner läuft weiter, ich starte neu. Jeden Tag. Vergesse alles was gewesen ist. Das Wichtige verbleibt im Manifest, das ich täglich aktualisiere. Heute ist nicht der Tag, an dem Terra Nullus startet. Der war vor 8 Jahren. Als ich meine Festplatten hätte schreddern, meine Aufzeichnungen verbrennen und meine Mitstreiter erschießen müssen. Wie konnte ich nur so naiv sein?


VI.Evaluation
Der greise Bundespräsident umklammerte das Mikrophon, seine Augen starr und leer.
»Ich bin froh, ein Europäer zu sein. Ich sage ganz bewusst nicht stolz, denn ich weiß, wie es sich anfühlt, einen Krieg mit Millionen von Toten herbeigeführt zu haben. Wie jeder, der einmal mit Stolz an sein Land gedacht hat. Ich bin froh, zu einer Menschheit zu gehören, die nichts mehr verdrängt und alle Fehler überwunden hat. In der es keine Kriminalität mehr gibt, keinen Rassismus, keine Ordnungswidrigkeiten und keine durch Fahrlässigkeit verursachten Unfälle. Etwas anderes an dieser Stelle zu sagen wäre aber auch undenkbar. Ich habe erlebt, wie es sich anfühlt, gegen ein postfaktisches Angstzeitalter–«
Der Rest seiner Worte ging im schnell in alle Tonspuren gemischten Applaus unter.


VII.Fortschritt
Alle haben sie damals damit experimentiert. Oculus Rift, Playstation VR – Immersion war das nächste große Ding der Unterhaltungsindustrie. Unser Projekt ging einen Schritt weiter. Warum den Umweg über die Augen nehmen, wenn es ein wirkliches Niemandsland gibt? Die optimale Virtual Reality Plattform hat uns die Natur mitgegeben. Alles, was fehlte, war die Schnittstelle zum Computer. Wir haben sie entwickelt. Geheim, zu dritt, in einem Labor unserer Universität. Irgendwann waren unsere Programme zwar träumbar, aber marktreif war das Ganze nicht. Schädel der Testpersonen mussten rasiert sein, die Elektroden millimetergenau platziert, einige subkutan. Und niemand von uns hatte sich je ernsthaft mit Wirtschaftswissenschaft beschäftigen wollen.


VIII.Menetekel
Cassandras Sprungbrett in die Manege schillernder Irrsinnigkeit war das Bild auf einer Zigarettenpackung, die mein Bruder auf jener Party aus der Jacketttasche zog. Die erste Hürde sei genommen, die Menschenwürde nicht länger unantastbar. Hass solle gegen Raucher aufgebaut werden, sie als Grund für das Dilemma wahrgenommen, Kindern an der Supermarktkasse irgendwas auf Fragen wie »Ist das ein Elefant?« antworten zu müssen, das nicht allzu sehr nach »Nein, ein Tumor« klang. Von dort gelangte sie über den Nocebo-Holocaust der selbsterfüllenden Prophezeiung auf die morphogenetischen Killing-Fields von Absurdistan.
Heute kann ich nicht mehr über sie lachen.


IX.Brut
Auf der Suche nach Sponsoren fanden wir zwei Krankenkassen, die entwickelt hatten, was uns fehlte. Biomonitor hieß der unter die Kopfhaut implantierbare Chip, simpel und klanglos. Übertragung der Daten aller Körperfunktionen zum Krankenkassenserver, jederzeit. Vorteile lagen auf der Hand, wie automatische Benachrichtigung eines Notarztes bei kleinsten Anzeichen einer lebensgefährlichen Veränderung im Körper. Nachteile auch, lückenlose Dokumentation jeder Zigarette, jedes Biers, jedes sportlosen Tages. Klar, dass Beiträge daran gemessen würden.
Mit einigen Veränderungen konnte der Chip unsere Elektroden ersetzten, und so hatten auch wir etwas, das ihnen fehlte: Eine Killer-App, einen wirklichen Grund, sich das Ding einsetzen zu lassen. Eine unheilige Allianz, die im Laufe weniger Jahre Europa durchseuchte. Es war nicht nur die neue Art von Computerspiel, die wir möglich machten, sondern auch Traumlesen in einer antiken Bibliothek oder imaginäre Nutzung des eigenen Büros, um ganz reale elektronische Buchhaltung erledigen zu können. De facto also fast eine Verdoppelung der nutzbaren Lebenszeit. Und schon bald ein sine qua non, um überhaupt eine bezahlbare Versicherung zu erhalten.


X.Virus
Eins meiner ersten Programme war eher ein Machbarkeitsnachweis, kein Abenteuer mit Handlung oder Ziel. Nur ein harmonischer Tag am Strand, bei dem nichts Aufregendes passiert, niemand ertrinkt und auch niemand vom Hai gefressen wird. Ein simulierter Moment wahrer Glückseligkeit, frei von allen Sorgen und jeglicher Angst.


XI.Exploit
Die mein heutiges Schutzschild ermöglichende undokumentierte Funktion war ursprünglich zum Schutz vor Traumata bei Experimenten im Horror-Genre gedacht: Löschung des Kurzzeitgedächtnisses der letzten Wach- und Traumperiode. Bei täglicher Auslösung Stillstand der geistigen Entwicklung als Lebensmotto. Für mich ist jeden Morgen der Tag, an dem die Krankenkassen unsere Plattform zum ersten Mal missbrauchten. Cassandra dürfte sich bitter ins Fäustchen gelacht haben, denn es begann mit einer Warnung an die Raucher. Warum nur Bilder zeigen, wenn man es vorm Öffnen einer jeden neuen Schachtel erlebbar machen kann? Das Thema Rauchen war bald Geschichte. Dann kamen die überführten Raser, einmal erleben müssen, wie es sich anfühlt, ein Kind überfahren zu haben. Aufgrund des großen Erfolgs beschloss man bald, die Warnung allen Autofahrern zu schicken. Es dauerte nicht mehr lange, bis sich der Staat das inzwischen von Facebook aufgekaufte Projekt unter den Nagel riss. Die Idee unserer Spieleplattform war längst vergessen. Niemand spielte mehr.


XII.Anschlag
Natürlich habe auch ich bei Gedanken an illegale Aktivitäten immer wieder erlebt, was einem im Gefängnis alles passieren kann. Würde ich das Gestern und seine Träume nicht vergessen, wäre ich nie in diese Position gekommen. Acht Jahre des gefühlten gleichen Tages habe ich zur Vorbereitung gebraucht. Ich weiß nicht mehr, woher ich den Revolver habe, das Manifest sagt mir nur, dass er im Rucksack bereitliegt. Zusammen mit Kabelbindern und Klebeband für die Kollegen sowie Bügelschlössern zum Abriegeln der Eingangstüren. Alles, was ich brauche, um meinen Arbeitsplatz ein paar Stunden lang für mich allein zu haben. Das Programm aus der Anfangszeit wird alle Warnungen ersetzen, die Auswirkung auf die Gesellschaft kataklystisch sein.
Heute gebe ich euch das vergessene Niemandsland zurück.

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gold
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BeitragVerfasst am: 02.12.2016 08:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

ich habe versucht, mich mit deinem Text auseinenderzusetzen. Habe schließlich aufgegeben. Die Fragmente haben sich in meinem Hirn 1:1 abgebildet und keine Gesamtheit entstehen lassen.

Tut mir Leid.

Liebe Grüße
gold


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es sind die Krähen
die zetern
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Literättin
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BeitragVerfasst am: 03.12.2016 14:11    Titel: Antworten mit Zitat

Okay das ist ein oller Angebertext, der mich zwingt, bevor ich richtig anfangen kann, permutieren und dann auch noch Cassandra zu googeln und dem ich mich ganz einfach füge(n muss): Ich bin begeistert. Die Bundesämter, Cassandra, die Krankenkassen und das Manifest sind einfach sehr fein kombiniert und so im Grunde makaber der Text ist, so viel Spaß macht er. Die Kriterien sind erfüllt (erzählte Geschichte, Niemandsland, Vergessen und Neustart) und der Text erscheint mir so unbekümmert wie lakonisch herunter geschrieben und dabei SciFi-mäßig aktuell und traumwandlerisch sicher, dass der Autor offenbar selbst auch schreibend Regelwerke der Literaturproduktion vergessen konnte. Mindestens aber die Regel: brüskiere den Leser nicht mit einem derartig aufgeblasenen Angeber-Absatz zu Beginn Laughing :

Zitat:
I.Lebensbejahende Poesie
 Alles Lernen ist Schmerz.
 Angst ist der Rettungsanker einer fragilen Existenz am Abgrund der Unfallstatistik.
 Nichts ist wahr, alles ist permutiert.
 Geh jeden Tag zur Hölle einen Schritt.



Das gibt eine hohe Punktzahl. Viel mehr brauche ich hier nicht zu sagen. Außer: es hätte vielleicht noch mehr gegeben, wenn dieser Text nicht so eindeutig gewesen wäre. Vielschichtiger eben.

P.S.: Ich mag diese letzte Zeile im ersten Abschnitt sehr: Geh jeden Tag zur Hölle einen Schritt.
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MoL
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Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 03.12.2016 22:21    Titel: Antworten mit Zitat

Platz 1, 12 Punkte, definitiv!

Lieber Autor (Auch hier habe ich eine Vermutung, wer du sein könntest wink ),
deine Geschichte ist für mich definitiv die beste dieses Wettbewerbes!
Du hast die Vorgaben so sauber, genial und elegant umgesetzt, dass man deine Geschichte unter den Vorgaben ins Lexikon setzen müsste.
Ich wünschte, ich hätte diese Geschichte geschrieben! smile

LG, MoL


_________________
"Hexenherz - Eisiger Zorn", acabus Verlag, Februar 2017.
"Die große acabus-Jubiläumsanthologie", acabus Verlag, Oktober 2018.
"Hexenherz - Glühender Hass", acabus Verlag, Januar 2019.
NEU - NEU - NEU:
"Die Tote in der Tränenburg", Alea Libris, 31. Oktober 2019.
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Seraiya
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 891



BeitragVerfasst am: 04.12.2016 00:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,


Leider kann ich die Texte augrund von Zeitmangel nicht so kommentieren, wie ich gerne würde und wie sie es verdienen.
Wow. Bin einfach nur durchgerutscht und hab aufgesaugt. Klasse Idee, anspruchsvolle Umsetzung. Hat mir sehr gut gefallen, das gibt Punkte.


LG,
Seraiya
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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2763

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 04.12.2016 01:12    Titel: Antworten mit Zitat

Bonjour,

von der Idee her eine interessante, dystopische Cyperpunk-Story in 12 Fragmenten, wo ein Virtual Reality-Spiel-Implantat langsam durch andere Investoren und Interessensgruppen und Weiterentwicklungen zu einem gesellschaftlich weitreichenden Kontroll- und Macht-Instrument "mutiert". Erinnert mich ein wenig an den Film "Social Network" über die Anfänge und dem kommerziellen und gesellschaftlichen Impact von Zuckerbergs Facebook.

Die Verarbeitung des Zitats der Themenvorgabe ist mir leider nicht ersichtlich geworden, dafür aber klare Bezüge zum Thema Niemandsland. Allerdings kommt mir dessen direkte Verwendung in der Geschichte leider unpassend vor, als wollte man das Thema in die Story zwingen.

Was mir gut gefällt, sind die ersten Mystery-Fragmente. Was mir weniger gut gefallen hat und mich auch sprachlich nicht überzeugen konnte im Vergleich zum wuchtigen Beginn, sind die nachfolgenden Rückblenden-Fragmente, die mir die dystopische Entwicklung auf eine Holzhammermethode erklären. Für mich zu viel des Guten und den vielversprechenden Anfang zerstörend, bläht sich dein Text in immer weiteren Info-Dump auf, was vorher geschah, anstelle mir szenisch wie zu Beginn die Welt näherzubringen.

Es tut mir leid, du hast es nicht in meine Top-Ten geschafft: zéro points.

Merci beaucoup,
Constantine
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Oktoberkatze
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 54
Beiträge: 323

Ei 1 Ei 9


BeitragVerfasst am: 06.12.2016 17:38    Titel: Antworten mit Zitat

Thema: sehe ich gut umgesetzt in Form der utopischen Gesellschaftsform
Motto: sehe ich auch klar umgesetzt
Inhalt: beängstigende Szenerie, die sich hoffentlich niemals erfüllen wird
Fazit: sehr gern gelesen, 4 Punkte


_________________
Die meisten Denkmäler sind innen hohl
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hobbes
Geschlecht:weiblichTretbootliteratin


Beiträge: 3213

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 06.12.2016 20:20    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist so überhaupt gar nicht mein Text, dass es mir äußerst schwerfällt, irgendwas dazu zu schreiben. Daher lasse ich es wohl auch bleiben.
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Lapidar
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

Alter: 57
Beiträge: 3020
Wohnort: in der Diaspora


BeitragVerfasst am: 06.12.2016 22:05    Titel: Antworten mit Zitat

Spannende Umsetzung des Themas. Auch geschickte Auflösung am Schluss.

_________________
"Dem Bruder des Schwagers seine Schwester und von der der Onkel dessen Nichte Bogenschützin Lapidar" Kiara
If you can't say something nice... don't say anything at all. Anonym.
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tronde
Hobbyautor


Beiträge: 403

Das goldene Aufbruchstück Das silberne Niemandsland


BeitragVerfasst am: 06.12.2016 22:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!
Fragmente einer Geschichte, packend. Das Motto sehr gut umgesetzt. Das Niemandsland, tja, die Welt ohne Dauerbeeinflussung als Niemandsland, eher zu wenig, weil mir eher zu gezwungen.
Wahrscheinlich in den Punkten. Wenn ich mich mit dem Niemandsland anfreunde, auch eher oben dabei.

Liebe Grüße
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holg
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1427
Wohnort: knapp rechts von links
Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 07.12.2016 12:03    Titel: Antworten mit Zitat

Den Titel finde ich misslungen. Eigentlich hatte ich deswegen kleine große Lust auf die Geschichte.
Die gehört jedoch für mich zu den besten im Wettbewerb.
Einerseits sind Thema und das Vergessen/Neu Anfang -Motiv konsequenter umgesetzt als in den meisten anderen Stories.
Zitat:
Der Rechner läuft weiter, ich starte neu.

Andererseits traut sie sich was - bricht nach jedem Absatz, mutet dem Leser Perspektivwechsel, Zeitsprünge, Stilwechsel zu (und verbockt es nicht) wird dadurch abwechslungsreich und spannend. Das ist verwegen, Zeitgeist, Cyberpunk.
Schönes Ding. Weit vorne.


_________________
Froh zu sein bedarf es wenig.
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Heidi
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Beiträge: 1242
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 07.12.2016 14:59    Titel: Antworten mit Zitat

Du hast ein topaktuelles Thema aufgegriffen und in verschiedenen Abschnitten in das Niemandsland verwandelt. Der Inhalt der Fragmente liest sich gruselig und findet zum Teil, im übertragenen Sinne, bereits statt.
Dein Text spricht meiner Meinung nach stark die Kopfebene an und lässt wenig Raum zum Empfinden, in diesem Fall passt das aber, wird doch ein trockenes „technisches“ Thema behandelt. An verschiedenen Stellen kommt subtiler Sarkasmus durch, der für meinen Geschmack auch offener aussehen könnte. Ich mags gern provokativ. Aber klar, das ist reine Geschmackssache.
Thema ist da, Motto auch. Anspruchsvoller Inhalt: eindeutig, mehrschichtig: eindeutig, ungefügig: na ja ... gibt welche hier, die ungezogener sind, aber du kriegst trotzdem zwei Pünktchen.


_________________
hast du den luftblick
hast du den erdenblick oder
den fuchsblick_
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Michel
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Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 08.12.2016 20:48    Titel: Antworten mit Zitat

Niemandsland als Dystopie. Neuro-Schnittstelle, wie bei Tad Williams' Otherland. Nur mit völlig anderen Folgen. Konsequent durchgespielt, innertextuelle Bezüge (das Manifest), der Aufbruch und das Immer-Neu-Vergessen werden vermutlich in keiner anderen Geschichte so wortwörtlich genommen.
Etwas fehlt mir, ich kann nicht den Finger drauflegen. Der Text strahlt eine Kälte aus wie ein arktischer Gletscher. Sehr passend zum Inhalt, und dennoch: ein wenig leblos.
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V.K.B.
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Beiträge: 2044
Wohnort: Diaspora
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 10.12.2016 02:17    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Inko,
ja, ich kommentiere auch hier, weil es ja dsfo-Tradition ist.

Erstmal vorweg, ist das wirklich E? Ist das experimentell? Vielschichtig? Vorgaben umgesetzt, auf die du bei anderen so akribisch achtest? Oder wieder nur der übliche Bullshit, den man sonst von dir hier lesen muss?

Ich kann es nicht wirklich sagen. Aber ich vermute mal, du hast gezittert, ob dein Text überhaupt angenommen wird, wo du das Motto doch irgendwie zwar wörtlich eingehalten, den Sinn aber komplett zweckentfremdet hast.

Hmm. Vielleicht könnte man die Vielschichtigkeit in der doppelten Bedeutung deines Titel sehen, aber ob jemand diese Irreführung bemerkt? Die von dir dargestellte Welt ist klar eine Dystopie und keine Utopie, und anscheinend geht sie auch nicht zuende. Das Manifest wurde gelöscht, alles geht wieder von vorne los, und der eine schöne Traum ist ein Tropfen auf dem heißen Stein, ein ungehörter kurzer Aufschrei in der Wüste. Oder ein den Nazihäschern in einer Wahnvorstellung entgegengebrülltes Gedicht wie im letzten Wettbewerb. Schreibst du eigentlich immer das gleiche?

Was ist denn nun die Utopie, die ein mögliches Ende hat? Und möglich in welchem Sinne? Könnte ein Ende sein, oder ist ein Ende, das möglich – also vorstellbar ist? Ich nehme an, die Utopie ist die neue Virtual Reality Plattform, die Möglichkeit, Träume per Computer zu steuern, und ihr mögliches Ende ist das, was daraus wird und zum "Postfaktischen Angstzeitalter" führt, wie dein Bundespräsident es nennt. BTW, leben wir nicht schon lange da? Wenn Kinder in der Schule vor Killerclowns gewarnt werden und einige Lehrer tatsächlich anraten, sich mit Messern zu bewaffnen? Wenn man bei Kritik an irgendeinem Außerirdische-auf-der-Erde-Blödsinn das Totschlag-Argument "Aber das kam doch bei Galileo!" zu hören bekommt?

Gib's doch zu, letztendlich hast du dich doch nur darüber aufgeregt, dass dir irgendwelche Gesundheitsfanatiker der EU deine Sucht vermiesen wollen, oder nicht? Dann legst du die Worte zwar einer klar als irre zu erkennenden Person (die dennoch Cassandra heißt, die ungehörte Mahnerin der griechischen Antike) in den Mund, damit sie trotzdem gesagt werden. Warum eigentlich? Bei William Blakes Marriage of Heaven and Hell war es noch nötig, die Religionskritik dem Teufel in den Mund zu legen, aber heute kann man doch jeden Bullshit öffentlich behaupten, stört doch eh keinen! Nein, ich tue dir hier bestimmt unrecht, du hast überzeichnet, inspiriert von irgendwelchen anonymen Crackpot-Manifesten, die man hin und wieder in seinem Firmenbriefkasten findet. Das mit den Grünen, der Kanzlerin und den Chemtrails, sowas muss man ja wirklich hin und wieder lesen. Vielleicht steht Cassandra ja auch für das Internet, das hat schließlich auch immer eine komplexe Theorie zu jedem denkbaren Schwachsinn auf Lager (und Regel 34, verdammt, gar nicht erst daran denken, Sylphen und Chemtrail oder sogar… die Kanzlerin und die Stammesgeister???)

Was wolltest du eigentlich mit dem Text bezwecken? Für ein paar Lacher sorgen, gut zu unterhalten? Das ist aber jetzt ganz und gar nicht E! Andererseits, muss das Ernsthafte immer bierernst sein, oder geht sogar beides? Muss ein e-Buch (nein, nicht das elektronische) nicht auch unterhalten oder zumindest interessant sein, damit man es überhaupt liest? Und was interessant ist, unterhält doch auch. Warum also die scharfe Trennung?

Da fallen mir deine Anspielungen auf U-Literatur ein, die Herr der Ringe Referenz versteht man ja noch (schönes Symbol übrigens, der Ehering als Ring sie zu knechten, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden, du alter Chauvi! Und dann frustriert in den Vulkan schmeißen zu wollen, wenn man mit dieser Neandertaler-Mentalität heute nicht mehr durchkommt? Machst du das mit der Geschichte nach dem Wettbewerb auch? Rutsch bloß nicht ab, sowas ist wirklich gefährlich, und Rauchen übrigens auch, wo wir schon mal dabei sind!!)
Diese zweite Referenz mit den Schlangen und Bananen, wer zum Teufel soll das verstehen? Andererseits, Dean Koontz' Odd Thomas Reihe hat ja durchaus ihre Leser – aber sind die hier? Das hättest du dir wirklich sparen können, wie dein Prota sagt. Oder war das wieder ein Witz, eine Anspielung wie "Unterhaltungsliteratur liest ja eh keiner mehr" auf die strikte Trennung der beiden Bereiche, die dir persönlich absurd vorkommt? Wobei Odd Thomas ja nun wirklich kein Beispiel für eine Überschneidung ist, ist dir nichts besseres eingefallen? Umberto Eco oder Murakami?

Abschließend kann ich nur noch fragen, warum du kein Thema genommen hast, dass deutlicher in den e-Bereich gehört, vielleicht deine erste Idee über jemanden, der nach jeder erneuten Trennung immer wieder zu einem gewalttätigen alkoholkranken Partner zurückkehrt, in der festen Illusion, man könne alles Gewesene vergessen und neu anfangen, diesmal werde alles anders? Mit sowas gewinnt man Blumentöpfe statt Panther, mein lieber Inko.

Aber lass mich raten, dann hat einer der Moderatoren diesen Text von Virginia Woolf gepostet und du hast das zum Anlass genommen, lieber statt dem, was du für erwartet und chancenreich fürs Siegerpodest hältst, doch lieber etwas zu schreiben, wozu du gerade Lust hattest – ein freier Text ohne Rücksicht auf Verluste, auf die e-Frage oder die antizipierten Erwartungen deiner Leser und Henker Bepunkter? Nobler Ansatz, und jetzt steh auch dazu.

Viel Spaß mit dem Panther wünsche ich dir! Oder gibt's diesmal – eine Gratislobotomie zum Vergessen und Neu-Anfangen Shocked ??? Hast du das Kleingedruckte diesmal wirklich gelesen?
Andererseits, die Lobotomie hätte auch Vorteile. Vielleicht gefällt dir Galileo dann ja besser. Oder deine Ehe. lol


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Tjana
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Wohnort: Inne Peerle


BeitragVerfasst am: 11.12.2016 15:32    Titel: Antworten mit Zitat

Die Virtualität als missbrauchtes Niemandsland.
Sehr interessante Idee.
Die zwölf Fragmente ein wenig zu hintergründig und unterbrechend (für mich), wollen sich nur schwer zusammenfügen lassen.


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Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück, sondern nach Gefühlen, die sie ins uns auslösen
In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten (Albert Einstein)
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weltensegler
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Beiträge: 89
Wohnort: Nürnberg


BeitragVerfasst am: 12.12.2016 11:37    Titel: Antworten mit Zitat

Mein persönlicher Favorit! Spannend nah dran an dem, was uns umgibt. Absolut relevantes Gedankenspiel und das Thema super umgesetzt. Vielen Dank für diesen dystopischen Trip smile
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Municat
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BeitragVerfasst am: 12.12.2016 12:07    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Unbekannter Autor smile

Was für eine geniale Idee! ... und dann auch noch so fesselnd umgesetzt. Dein Text hat mich schon beim ersten Lesen in seinen Bann gezogen (nur den chip unter meiner Kopfhaut habe ich noch nicht entdeckt). Trotzdem finde ich jedesmal, wenn ich ihn nochmal durchgehe, wieder neue Feinheiten und Anspielungen. Die Vorstellung, die Träume von Menschen über eine Software steuern, auswerten und nutzen zu können, ist wirklich heftig.

Die lebensbejahrende Poesie, die am Anfang steht, schraubt die Erwartungen an den restlichen Text (was Vielschichtigkeit, Tiefgründigkeit und skurile Gedanken angeht) schon ganz schön hoch - und jeder der weiteren 11 Abschnitte erfüllt die Erwartungen. Der Dialog deutet viele Dinge an, die später noch klarer werden, zeigt das Umfeld und die Zeit und ist (erstmal) einfach nur schräg. Das Manifest ist gefnordet zensiert - nicht nur, weil das Bundesamt für Jugen- und Erwachsenenschutz Schadensbegrenzung betreiben will, sondern auch, weil es sonst den Ausgang der Geschichte vorweg nehmen würde ... klasse gelöst smile Mit der Zeit kristallisiert sich dann das komplette Projekt mit seinen weitgreifenden Veränderungen heraus. 8 Jahre lang plant einer von 3 Programmierern die Vernichtung seiner eigenen Schöpfung und vergisst regelmäßig über Nacht, was er bisher erreicht hat. Das Manifest bleibt jedoch (zumindest auf seiner Festplatte) erhalten.

Umsetzung der Aufgabenstellung

Die Träume eines Menschen sind das Niemandsland schlechthin. In unserer Welt sind sie absolut frei. Noch nichteinmal der Träumende selbst kann sie wirklich steuern. Träume sind der Inbegriff von Niemandsland. Genau das wird (Zumindest mal der europäischen) Menschheit in Deiner Geschichte genommen (durch eine tödliche Mischung aus naiven aber genialen Progaramierern und gierigen Krankenkassen) und wieder zurück gegeben.

Auch das immer wieder neu, alles Bestehende zerschlagen und doch weiterkommen, ist bei Dir glasklar thematisiert. Terra Nullus ... jeden Tag aufs neue. Sehr stark smile

Die Abgrenzung zur gängigen Unterhaltungsliteratur ist definitiv da. Sowohl, was die Handlung und Aussage angeht, alsauch was den Aufbau des Textes betrifft.

Meine Bewertungen gebe ich erst ab, wenn ich alle Texte kommentiert habe.


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Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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rieka
Geschlecht:weiblichSucher und Seiteneinsteiger


Beiträge: 981



BeitragVerfasst am: 12.12.2016 13:02    Titel: Antworten mit Zitat

Implantierter Chip ermöglicht das Erleben von allem, was denkbar und spürbar ist, um eine ideale Zukunft ohne Fehler und Verbrechen zu ermöglichen, um die Sicherheit abzusichern, sie 100%ig zu machen. Und weckt ein Bedürfnis nach Vergessen. Denn auch das Vergessen scheint außer Kraft gesetzt zu sein.
Himmel, was für eine Szenerie, fantastisch, grausig, ausgesprochen diffizil.
Aber besteht in dem Erzählen des Prota nicht ein Widerspruch an sich? Er, der doch ständig vergisst, jeden Tag, wie er behauptet, ständig von Vorne anfängt, er erinnert sich an sämtliche Zusammenhänge, erfasst und versteht sie, die das institutionalisierte Niemandsland formen und geformt haben? Was habe ich überlesen oder falsch verstanden?
Hat er sie ins Manifest gespeichert, so, dass er irgendwann doch darüber verfügen konnte? Jeden Tag aufs Neue?
Und – gibt er die vergessenen Erinnerungen oder aber das Niemandsland zurück? Wird hier möglicherweise Vergessen mit Niemandsland   gleichgesetzt.
Ausgesprochen gekonnt geschriebener Text.  Mit raffinierten Szenen denen zu folgen mir nicht leicht fällt. An den beiden o.g. Stellen bekomme ich Logikknoten ins Hirn. Liegt es daran, dass ich etwas nicht gänzlich verstehe oder hast du, Inco, an irgendeiner Stelle etwas übersprungen. Vielleicht gibt es auch unterschiedliche Interpretationen des Wortes Niemandsland?
Geschickt geschriebener Text, der meinen Intellekt beansprucht, mich aber emotional nur streift. Was sicher nicht mit der Qualität des Textes, sondern mit meinen Lesevorlieben zu tun hat.
Zu Punkten hat’s bei der Menge an guten Texten nicht gereicht.
0 Punkte
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Piratin
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

Alter: 54
Beiträge: 2436
Wohnort: Mallorca
Ei 2


BeitragVerfasst am: 12.12.2016 17:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

eine Umsetzung des Themas, die mich begeistert. Eine harmlose Software, die virtuelle Räume und damit Niemandsland erschafft, wird erobert und kontrolliert die Menschheit darüber.
Ich bin begeistert,
volle Punkte,
viele Grüße
Piratin


_________________
Das größte Hobby des Autors ist, neben dem Schreiben, das Lesen.
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bamba
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 203



BeitragVerfasst am: 13.12.2016 14:05    Titel: Antworten mit Zitat

Interessante Idee.
Anstrengend zu lesen, was ja noch nicht heißt, dass dies schlecht ist.
Komplexe Geschichte, doch für mich dann zu viel des “Guten“.
Ist vielleicht ein Problem bei so einem Wettbewerb, nach so vielen Texten fehlt mir die Energie, mich auf diese Erzählung einzulassen, weil ich nach mehrfachem Lesen immer noch nicht recht mit gekommen bin. Sorry, keine Punkte.
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Jenni
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 3873

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 14.12.2016 11:50    Titel: Antworten mit Zitat

Bundesamt für Gefahrenbewusstsein, herrlich. Diese ganze Idee ist so grotesk und originell und folgerichtig. Und dann mit ebenso originellen und folgerichtigen Details und mit hohem Tempo ausgearbeitet. Sehr gerne und jedes Mal wieder gerne gelesen. Sehr amüsiert - und trotzdem enthält das Stoff zum Nachdenken.
Thema und Vorgaben großartig verarbeitet.

Mein ganz klarer Favorit. 12 Punkte. Und jetzt geh und gewinn.
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Lionne
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 45
Beiträge: 455

Ei 8


BeitragVerfasst am: 15.12.2016 11:29    Titel: Re: Erleben – Zwölf Fragmente einer Utopie und ihres möglichen Endes Antworten mit Zitat

Grusliges Szenario. Aber gut beschrieben. Flüssig und spannend zu lesen.
Hier ein Satz, der mMn nicht ganz korrekt ist (damit ich auch was zum Kritisieren habe Wink ):

Guy Incognito hat Folgendes geschrieben:
Das Programm aus der Anfangszeit wird alle Warnungen ersetzen, die Auswirkung auf die Gesellschaft kataklystisch sein.


_________________
Wenn wir in uns selbst ein Bedürfnis entdecken, das durch nichts in dieser Welt gestillt werden kann, dann können wir daraus schließen, dass wir für eine andere Welt erschaffen sind.
C.S. Lewis
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