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6 Wochen

 
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MoL
Geschlecht:weiblichQuelle


Beiträge: 959
Wohnort: NRW
Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 01.12.2016 19:00    Titel: 6 Wochen eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich ziehe mich aus.
Ich ziehe mich aus und steige in die Duschkabine.
Ich ziehe mich aus und steige in die Duschkabine und drehe das Warmwasser auf.
Ich ziehe mich aus und steige in die Duschkabine und drehe das Warmwasser auf, bis ich das Gefühl habe zu brennen.

Ich steige aus der Dusche.
Ich steige aus der Dusche und rubbele mich nicht ab.
Ich steige aus der Dusche und rubbele mich nicht ab, damit ich frieren kann.
Ich steige aus der Dusche und rubbele mich nicht ab, damit ich frieren kann und rasiere die sich aufgestellten Beinhaare weg.

Währenddessen ...
Sechs Wochen, mehr Zeit hat er nicht, dann muss Marios erstes Event stattfinden. Nicht sein allererstes, natürlich nicht, was denken Sie denn, ich habe viel Jahre für [i]ValentineEvents gearbeitet, bevor ich mich selbstständig gemacht habe[/i], aber sein erstes eigenes. Er nennt es seine Steißgeburt; nichts läuft so, wie er es geplant hat. Was er als Verantwortlicher für die privaten Events derjenigen die wissen, dass Spaß sehr wohl käuflich ist mit einem Fingerschnippen hat erledigen lassen, frisst seiner Einmannfirma nun die Zeit weg wie eine fette Raupe das Kohlblatt und Mario hatte schnell erkannt, dass er ohne den klangvollen Doppelnamen „Schanzer/ValentineEvents“ nur noch halb so viel gilt und sich auch der Kundenstamm nicht gleichmäßig auf die nun getrennte Wege gehenden Parteien loyalisiert hat. Dennoch ist er froh, Valentine verlassen zu haben.
„Nur sechs Wochen bis zur Party“, denkt Mario, „und der verdammte Manager hat immer noch nicht zurückgerufen. Früher-“
Er schüttelt den Kopf.
„Früher ist nicht heute“, hatte Großvater immer zu Oma gesagt, wenn sie mal wieder in Nostalgie zu ertrinken drohte. Irgendwann hörte sie dann auf mit der Nostalgie und begann mit dem Obstbrand.
Just in diesem Moment spürt Mario das angenehme Vibrieren seines Mobiltelefons, das er trotz aller hochgezogenen Augenbrauen in der Brusttasche seines Hemdes trägt. Das Call Center, das er aus Geldmangel in Anspruch nehmen muss, meldet den lang ersehnten Rückruf und dreizehn Minuten später weiß Mario, dass er den DJ im Sack hat. Zum ersten Mal seit Wochen spürt er wieder Boden unter den Füßen. Jetzt ist er nicht mehr einer von vielen, jetzt ist er wieder wer. Jetzt braucht er nur noch wen fürs Licht, die Arrangements, Catering, Versicherungen, Security, den Promoter … vielleicht Finnja?
Mario scrollte sich durch seine privaten Kontakte, ruft Finnja an und reiht sich mit dem Handy am Ohr in die Menschenmasse Richtung Schadow-Arkaden ein.

Wieder hier
Der Fön ist kalt.
Der Fön ist kalt, das schont die Haare.
Der Fön ist kalt, das schont die Haare, wenn sie langsam trocknen.
Der Fön ist kalt, das schont die Haare, wenn sie langsam trocknen., also föhne ich sie nicht.

Der Spiegel ist beschlagen.
Der Spiegel ist beschlagen und ich sehe nichts darin.
Der Spiegel ist beschlagen und ich sehe nichts darin als Schemen.
Der Spiegel ist beschlagen und ich sehe nichts darin als Schemen, weil ich nur noch schemenhaft bin.

Währenddessen ...
„Als ob du nie eine andere angeguckt hättest!“
„Angucken und fremdgehen ist jawohl ein kleiner Unterschied, oder?“
Nina klingt heiser. Kein Wunder.
Valentine zuckt mit den Schultern. „Sie war süß, sie war da und du ...“
„Ich war in Australien. Ist das ein Grund, mich zu betrügen?“
„Es hat mir nichts bedeutet, glaub mir. Herrje, ich weiß ja nichtmal, wie alt sie ist.“
Nina hebt die Augenbrauen. „Hast du sie nicht gefragt oder kannst du dich nur nicht dran erinnern, weil sie dir das Hirn rausgevögelt hat?“
„Ich sag doch, dass mir die Kleine nichts bedeutet hat. Es war nur Sex, sonst nichts.“
„Sechs Wochen, ich bin erst verdammte sechs Wochen lang weg und schon vögelst du so eine billige, kleine Nutte.“
Dass Nina nicht mehr schreit, ist kein gutes Zeichen. Valentine starrt auf den Bildschirm und fragt sich, ob ihre Verlobte jetzt wirklich und wahrhaftig via Skype vom anderen Ende der Welt aus mit ihr Schluß macht.
„Es tut mir leid. Ich schwöre, ich wollte gar keine aufreißen. Wir waren auf der Party, auf der dieser seit Neuestem total angesagte DJ aufgelegt hat. Als ich in der Pause hin bin, um ihm meine Karte zu geben, hat er mir seine Schwester vorgestellt. Finnja hat mich sofort angebaggert und dann ist es irgendwie passiert. Ich hatte zu viel getrunken und dich so wahnsinnig vermisst und-“
„Ach so.“ Die Millisekunde Zeitverzögerung in der Übertragung lässt Ninas Sarkasmus nur noch stichfester anschwellen. „Dann hast du mich also nur betrogen, weil du mich so liebst?“
„Bitte, Nina!“ Valentine fleht jetzt. „Ich liebe dich, ich brauche dich! Ich wollte dir nie wehtun! Das Ganze hat doch überhaupt nichts mit uns zu tun. Komm nach Hause, Süße, dann wird alles wieder wie Früher, ich verspreche es.“
„Das ist ja das Problem, oder? Und ich dumme Kuh dachte, dieses Mal würdest du dein Versprechen halten und mir treu bleiben.“
Valentine schweigt. Es gibt keinen Satz, den sie nicht schon durch mehrfachen Gebrauch abgenutzt und keine Wahrheit, die sie nicht schon unter Scham und Selbsthass bis zum Erbrechen bekannt hat; sie hat schon beim letzten Mal komplett blank gezogen, all ihr seelenentblößenden Traumajoker verbraucht.
Nina hebt den Kopf und einen Moment lang ist es, als würden sie einander tatsächlich in die Augen sehen.
„Ich muss jetzt los“, sagt sie. „Wir fahren wieder raus in den Outback. Du weißt, dass ich dort kein Netz habe, also ruf bitte Morgen Tante Lisa an und gratulier ihr von mir mit.“

Wieder hier
Ich zucke zusammen.
Ich zucke zusammen, weil ich allein bin.
Ich zucke zusammen, weil ich allein bin, als es klingelt.
Ich zucke zusammen, weil ich allein bin, als es klingelt und herzrase herunter zur Haustür.

Die Post ist da.
Die Post ist da, sagt der Postbote.
Die Post ist da, sagt der Postbote und bringt ein Paket.
Die Post ist da, sagt der Postbote und bringt ein Paket, das ich für die Nachbarn annehme.

Währenddessen ...
„Ihre Kilos verschwinden wie von Zauberhand!“ - „Sagen Sie Ihren überflüssigen Pfunden auf Nimmerwiedersehen!“ -  „Mit Wundertrunk verlieren Sie zwölf Kilo in sechs Wochen!“
„Hier Schatz, schau mal!“ Veit schiebt seiner Frau den optimistisch kolorierten Prospekt zu. „Wäre das nichts dich?“
Unbegeistert mustert Lisa die Reklame. „Das ist doch nur wieder eine von diesen Diäten, die teuer Geld kosten und dann doch nichts bringen. Hast du vergessen, wie viele ich schon ausprobiert habe?“
Hat er nicht. Lisa hatte es mit der Trennkost-Diät, der Brigitte-Diät, mit Low Carb (Veit erinnert sich noch gut daran, wie sie gemeinsam das Wort „carb“ gegoogelt haben), der Glyx-Diät (die deutlich gutgelaunter klingt, als sie wirkt), mit der Dukan-Diät („Schatz, heißt es 'Du-kahn' oder 'Du-kän'?“), der Steinzeitdiät und etlichen mehr versucht. Nur hatte sie leider keine einzige davon durchgehalten.
„Es könnte daran liegen, dass du keine einzige davon durchgehalten hast“, gibt Veit daher zu bedenken.
Lisa funkelt ihn an. „Na schön, Herr Oberschlau, ich schlage dir einen Deal vor: Ich mache diese Diät, sechs Wochen lang. Wenn du dafür auch auf etwas verzichtest, damit du mal siehst, wie das ist.“
Entsetzen rennt sich in Veits Blick. „Ich soll auch auf Diät gehen?“
„Nein. Obwohl du ruhig auch mal etwas abspecken könntest.“ Lisa stupst ihn mit Zeigefinger und boshaftem Grinsen an jene Stelle, die den französisch-wohlklingenden Namen „Amour poignée“, „Liebesgriff“, zu Recht trägt. „Aber das meine ich nicht, schließlich isst du nicht halb so gerne wie ich. Pass auf: ich nehme morgens und abends diesen Diätdrink und mittags esse ich nur noch Salat. Dafür verzichtest du auf deine Morgenzeitung, gehst in der Mittagspause nicht mehr mit Mario zum Squash und abends bleibt die Glotze aus. Einverstanden?“
Veit betrachtet den viel zu mittigen Hintern Lisas, wiegt die Nebenwirkungen einer diäthungergelaunten Frau gegen den Anblick derselben in reduziertem (und vielleicht auch mal wieder trägerkleidtauglichem) Umfang ab und nickt dann. Zum Squash wird er heimlich gehen, das steht nicht zur Debatte, läuft sozusagen „außer Konkurrenz“.

Wieder hier
Ich koche.
Ich koche das Mittagessen.
Ich koche das Mittagessen und verzehre.
Ich koche das Mittagessen und verzehre mich nach meinem Mann.

Das Warten dauert.
Das Warten dauert an bis Drei.
Das Warten dauert an bis Drei, dann ist mein Mann zuhause.
Das Warten dauert an bis Drei, dann ist mein Mann zuhause und ich kann endlich schlafen gehen.

Währenddessen ...
Mit einer Hand legt er auf, mit der anderen durchfährt er die Luft, streichelt sie, liebkost sie. Er lässt den Beat ins Harte wechseln und nun schlägt und zerteilt er die Unsichtbare.
„Morgen“, überdröhnt es in seinem Kopf jede Musik. Morgen sind die sechs Wochen um. Die letzten Male hat sich das Schicksal als gnädige Mutter erwiesen, die seine Lebensbilanz offenbar positiv betrachtet und den Test hat negativ ausfallen lassen – woraufhin er Fortuna jedes Mal wieder mit präservativem Sex gehuldigt hatte. Bis zum nächsten Blackout. Es ist daher mehr Gewissheit denn mulmige Vermutung, dass sich sein Schicksalblatt irgendwann einmal wenden und ihm eine hohnlachende Bitch zeigen wird.
Er wechselt noch einmal die Platte, er muss sich härter, wilder vergessen als je zuvor. Über den Rhythmus laufen, sich auf die versteckten Melodien legen, sein Selbst zerfasern, in einzelne Töne auflösen und davonklingen lassen. Im Jetzt sein. Jetzt ist hier und überall, denn die Musik durchdringt alles und nichts, ist ihm Heimat und Wüste zugleich.

Wieder hier
Ich wusste und weiß nicht.
Ich wusste und weiß nicht woher.
Ich wusste und weiß nicht woher und alle sehen mich.
Ich wusste und weiß nicht woher und alle sehen mich an.

Ich zog mich aus, legte mich hin.
Ich zog mich aus, legte mich hin, spreizte die Beine.
Ich zog mich aus, legte mich hin, spreizte die Beine, legte sie in die Halterungen.
Ich zog mich aus, legte mich hin, spreizte die Beine, legte sie in die Halterungen und schloss die Augen.

6 Wochen bloß.

Du bist jetzt im Niemandsland,
wo ich Dich nie mehr lieben kann.

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Seraiya
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 914



BeitragVerfasst am: 02.12.2016 20:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,


Leider kann ich die Texte augrund von Zeitmangel nicht so kommentieren, wie ich gerne würde und wie sie es verdienen.
Der Text hat mich ein Weilchen beschäftigt. Ohne die Formatierung und den Aufbau der "Wieder hier" - Sequenzen hätte ich das Interesse sehr schnell wieder verloren, sie sind für mich das eigentlich Interessante und der Hauptteil, worin das Problem liegt.
Das Ende hat mich verwirrt. Ist vielleicht zu hoch für mich. Embarassed
Hat mir ansonsten aber besser gefallen als manch andere Texte.

LG,
Seraiya
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tronde
Hobbyautor


Beiträge: 405

Das goldene Aufbruchstück Das silberne Niemandsland


BeitragVerfasst am: 02.12.2016 21:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!
Fragmentarische Geschichte von miteinander verbundenen Menschen, die Fragmente quasi shortest stories undn angenehm zu lesende Miniaturen.
Allein, mir fehlt das Niemandsland, auch wenn es im letzten Teil darum geht. Aber für mich nur da, die Fragmente sind Variationen vom Motto, aber nicht so recht Niemandsland, nun ja, irgendwie ja schon, mir aber zu schwach.
Der DJ schein ja der Vater des Kindes zu sein, das am Ende abgetrieben wird, aber der Zusammenhang mit den anderen ist mir zu vage.

Eher wegen des (Wenig-)Themas wohl nicht in den Punkten.

Liebe Grüße
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MoL
Geschlecht:weiblichQuelle


Beiträge: 959
Wohnort: NRW
Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 03.12.2016 13:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey, lieber Text! Ich hoffe, die anderen Kinder sind nett zu dir. Wink

_________________
"Hexenherz - Eisiger Zorn", acabus Verlag 2017.
"Die große acabus-Jubiläumsanthologie", acabus Verlag, Oktober 2018.
"Hexenherz - Gühernder Hass", acabus Verlag, Frühjahr 2019.
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Babella
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 55
Beiträge: 600

Das goldene Aufbruchstück Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 03.12.2016 13:42    Titel: Antworten mit Zitat

Bei mir kommt die Message nicht an, sorry, ich versuche zu verstehen, es will mir nicht gelingen.

_________________
- auch ich glaube, dass die Literatur das Beste ist, was gegen das Unglück erfunden wurde -

M. V. Llosa
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ErnestH
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 20
Beiträge: 35



BeitragVerfasst am: 03.12.2016 19:06    Titel: Antworten mit Zitat

Ein sprachlich und auch stilistisch ganz gelungener Text!
Es werden verschiedene Geschichten skizziert, die alle diese ominösen "6 Wochen" mehr oder weniger als Thema haben.
Ich muss sagen, dass mir die Verknüpfungen zwischen den Geschichten bzw. Skizzen ein bisschen zu wenig sind; vielleicht soll das aber auch so sein, da das Thema ja auch den beständigen Neustart sozusagen "fordert".
Ich muss zugeben, dass ich das Wettbewerbsthema nicht als 100%ig getroffen sehe...
Mir werden die verschiedenen Punkte (Neubeginn, Vergessen...) zu sehr abgearbeitet, was evtl. auch an der Form des Textes liegt, die ich grundlegend spannend und gewagt finde.
Die Einschübe des Ich-Erzählers gefallen mir außerordentlich!
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Lapidar
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

Alter: 56
Beiträge: 2915
Wohnort: Wangen im Allgäu


BeitragVerfasst am: 03.12.2016 22:32    Titel: Antworten mit Zitat

Also die KG erfüllt auf alle Fälle meine persönliche Qualifikation für E-Literatur.

Ich erkenne dumpf ein sich wiederholendes Muster, habe aber beim ersten und zweiten Durchlesen noch nicht so ganz kapiert um wieviele Protas es sich handelt und worum es eigentlich geht.

Falls ich nach Durchlesen der anderen KGs nochmal Zeit habe und den Kopf dazu, probiers ich es ein drittes Mal.

Ich bin sicher, es ist nicht ganz so unnachvollziebar, wie es mir grade erscheint. smile


_________________
Every Woman needs a chainsaw for a Valentine.
original: Lapidar
Great minds discuss ideas. Average minds discuss events. Small minds discuss people. Anonym.
If you can't say something nice... don't say anything at all. Anonym.
"Plotpourri - kleiner Krimineller Ratgeber"
"Tod am Hexenwasser"
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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2605

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 04.12.2016 01:10    Titel: Antworten mit Zitat

Bonjour,

Welchen Effekt du mit dem Wiederholen und in der neuen Zeile dem Verlängern des Satzes erhoffst, bleibt mir schleierhaft.
Im Song "Du hast" haben Rammstein diese Art verwendet und dort finde ich es um einiges gelungener. Vielleicht weil's ein Song ist und literarisch empfinde ich diese Stilisierung als schwierig. Spätestens beim zweiten Vorkommen überlese ich die Zeilen und springe gleich zum vollständigen Satz. Somit, Effekt für mich, gleich null.
Mag vielleicht beim Vorlesen oder in einem Poetry-Slam funktionieren, aber hier empfinde ich es als störend, umständlich, viel zu ablenkend und nicht experimentell, sollte dies die Idee dahinter gewesen sein.

Insgesamt ein wenig überzeugender Beitrag, dessen längere Passagen mich leider auch nicht sonderlich mit Interesse beim Lesen halten konnten.
Es tut mir leid, du hast es nicht in meine Top Ten geschafft: zéro points.

Merci beaucoup,
Constantine
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Oktoberkatze
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 53
Beiträge: 324

Ei 1 Ei 9


BeitragVerfasst am: 04.12.2016 21:50    Titel: Antworten mit Zitat

Thema: sehe ich bei anderen Texten deutlicher umgesetzt
Motto: sehe ich eher formal als inhaltlich umgesetzt
Inhalt: hab etwas gebraucht, bis ich den Zusammenhang zwischen den einzelnen Abschnitten gefunden hatte, also die erwünschten Vorgaben hier auf jeden Fall erfüllt Laughing
Fazit: toller Text, gern gelesen, auch wenn es für Punkte leider nicht gereicht hat


_________________
Die meisten Denkmäler sind innen hohl
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Lilly_Winter
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 37
Beiträge: 275
Wohnort: Dortmund


BeitragVerfasst am: 05.12.2016 08:08    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Inko,
der Text lässt mich etwas verwirrt zurück. Irgendwie entzieht sich mir der rote Faden. Namen tauchen in den verschiedenen Teilen mehrmals auf, aber irgendwie finde ich den Zusammenhang nicht.
Wo ist das Vergessen, der Anfang?
Die Erwähnung des Niemandsland am Ende, reicht für mich nicht aus, um den Text zu bepunkten.
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Heidi
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 37
Beiträge: 1152
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 05.12.2016 09:51    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde nur schwer Zugang zu deiner Geschichte, dabei kommt sie vom Stil her gar nicht ungefügig rüber - liest sich alles flüssig weg, show don´t tell, ohne große "Auffälligkeiten"; mehrschichtig ist sie schon eher (sind ja einige Figuren, die ich hier kennenlerne und die Veränderung anstreben), inhaltlich anspruchsvoll kann ich nicht beantworten, weil der Inhalt mMn auseinanderklafft und ich ihn irgendwie nicht zusammenkriege (ich schätze in diesem Fall haben Autor und Leser eine sehr unterschiedliche Art zu denken).
Zunächst wollte ich sagen, dass ich diese Stellen mag:

Zitat:
Ich ziehe mich aus.
Ich ziehe mich aus und steige in die Duschkabine.
Ich ziehe mich aus und steige in die Duschkabine und drehe das Warmwasser auf.
Ich ziehe mich aus und steige in die Duschkabine und drehe das Warmwasser auf, bis ich das Gefühl habe zu brennen.

Ich steige aus der Dusche.
Ich steige aus der Dusche und rubbele mich nicht ab.
Ich steige aus der Dusche und rubbele mich nicht ab, damit ich frieren kann.
Ich steige aus der Dusche und rubbele mich nicht ab, damit ich frieren kann und rasiere die sich aufgestellten Beinhaare weg.


Die Szenen dazwischen, die offensichtlich im Zusammenhang stehen, sind bildhaft/lebendig geschrieben, aber ich werde noch nicht ganz schlau daraus und was noch schwieriger finde: sie lösen bei mir auch keine Empfindungen aus. Vielleicht wollen deine Figuren alle vergessen? Verdrängen anhand von Diäten, Sex, Leben im Outback, durch die Arbeit als Eventmanager?
Das Thema wirkt im letzten Satz wie rangehängt. Da ich schwer Zugang zur Geschichte finde, kann es natürlich auch daran liegen, dass ich das Wesentliche übersehe. Das Motto erkenne ich schon eher. Alle wollen neu anfangen wie neu (oder werden dazu gezwungen), könnte man sagen; ob sies schaffen bleibt offen.
Leider keine Punkte, obwohl ich die oben zitierte Stelle (neben allen anderen, die in diesem Stil verfasst sind) wirklich gut finde, aber das reicht nicht aus.


_________________
Meer
ein Rauschen unter den Füßen
bewegen sich Blätter fliegen

zerstäuben im Wind
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V.K.B.
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 45
Beiträge: 1440
Wohnort: an der Nordseeküste
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 05.12.2016 23:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

Gleich am Anfang ein Rauswerfer: Dieser Satz ist so gut wie unlesbar:
Zitat:
Was er als Verantwortlicher für die privaten Events derjenigen die wissen, dass Spaß sehr wohl käuflich ist mit einem Fingerschnippen hat erledigen lassen, frisst seiner Einmannfirma nun die Zeit weg wie eine fette Raupe das Kohlblatt und Mario hatte schnell erkannt, dass er ohne den klangvollen Doppelnamen „Schanzer/ValentineEvents“ nur noch halb so viel gilt und sich auch der Kundenstamm nicht gleichmäßig auf die nun getrennte Wege gehenden Parteien loyalisiert hat.


Dieser Satz hingegen gefällt mir sehr gut:
Zitat:
Irgendwann hörte sie dann auf mit der Nostalgie und begann mit dem Obstbrand.


Die Geschichte ist manchmal schwer zu lesen, da sind einige Fehler drin, falsche Formatierungszeichen, willkürlich wirkende Tempuswechsel.

Jetzt zur eigentlichen Geschichte: Sorry, mir ist das etwas zu wirr. Das Spiel mit den angefangenen und wiederholt und weitergeführten Sätzen soll abgefahren wirken, tut es im ersten Moment auch, aber geht mir irgendwann nur noch auf die Nerven, weil ich kaum einen (keinen?) Mehrwert für die Geschichte darin entdecken kann.

Wer der Ich-Erzähler ist und wie sich das alles mit den "währenddessen"-Teilen zusammenfügen soll, entzieht sich mir. Die Fragmente sind an sich ganz interessant, bleiben aber nur (fast) zusammenhanglose Fragmente.

Sorry, nicht mein Ding, von daher keine Punkte von mir. Das ist aber nur meine persönliche Meinung, andere können damit bestimmt mehr anfangen als ich.


Edit: Nach langer Überlegung, ewigen Vergleichen, alles vergessen und immer wieder von vorne beginnen wie neu, meine endgültige Wertung: leider nicht in meine Top Ten geschafft und von daher keine Punkte. Was aber nicht heißt, dass dich die Geschichte jetzt schlecht fand, eigentlich habe ich alle gerne gelesen. Aber da man nur zehn bepunkten kann, muss der Rest eben leer ausgehen, auch wenn's schwer fällt.


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»Sticks & stones may break your bones – but words … they will define you!«
(Phil Orani)
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Michel
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Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 06.12.2016 12:03    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Person. Zwei Personen. Drei - nein, vier?
Immer neue Wendungen, neue Episoden, die (für mich) nur locker miteinander verbunden sind. Und ein roter Faden in lyrischer Form. Beinahe genussvoll folge ich den Volten, die die Zeilen mit ein, zwei zusätzlichen Worten schlagen. Das Ende führt sie zusammen und lässt mich, ja, betroffen zurück. (Gibt es einen Ersatz für "betroffen"?).
Gerne gelesen, schwingt lange nach.
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Literättin
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BeitragVerfasst am: 06.12.2016 16:52    Titel: Antworten mit Zitat

Mehrmals gelesen und mehrmals versucht, die einzelnen Leute auseinander zu halten, was mir nur schwer gelingt. Am Ende weiß ich nicht wirklich, wer da mit wem und wer nicht und wer eigentlich weg und wer nun eifersüchtig war.

Die eingeschobenen Absätze mit den Wiederholungssätzen wirken zunächst interessant, dann zu dramatisch und irgendwie sehr ernst im masochistischen Selbstmitleid. Dagegen die ablaufende Geschichte eigentlich leger-flapsig.

In den Dialogen finden sich eine Spur zu häufig recht altbekannte und recht flache Sätze, die tobende Eifersuchtsszene wirkt wie hundertmal in irgend einer Vorabendserie gesehen:

Zitat:
Valentine zuckt mit den Schultern. „Sie war süß, sie war da und du ...“
„Ich war in Australien. Ist das ein Grund, mich zu betrügen?“
„Es hat mir nichts bedeutet, glaub mir. Herrje, ich weiß ja nichtmal, wie alt sie ist.“
Nina hebt die Augenbrauen. „Hast du sie nicht gefragt oder kannst du dich nur nicht dran erinnern, weil sie dir das Hirn rausgevögelt hat?“
„Ich sag doch, dass mir die Kleine nichts bedeutet hat. Es war nur Sex, sonst nichts.“
„Sechs Wochen, ich bin erst verdammte sechs Wochen lang weg und schon vögelst du so eine billige, kleine Nutte.“


Das ist nicht mehr als Soap Opera.

Es ist also ein Beziehungsdrama zwischen Figuren, die ich nicht sortiert bekomme, und ich erkenne weder ein Niemandsland noch einen Neubeginn. Das reicht nicht für Punkte.
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hobbes
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Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
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BeitragVerfasst am: 06.12.2016 22:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hm. Ich fürchte, ich habe noch nicht so recht verstanden, um was es geht. Ob es um was geht, wo die Verbindung zwischen all dem ist, falls es eine gibt, abseits der losen Verflechtungen.

Ich weiß auch noch nicht so recht, was ich von den sich wiederholenden Sätzen halten soll.
Überhaupt, die bzw. in denen müsste wohl irgendeine "Lösung" verborgen sein? Ein abgetriebenes Kind, eventuell hat das was mit dem DJ zu tun, aber hm. Ich sehe den Bogen nicht, wie gesagt, vielleicht gibt es gar keinen.

Ich mag das übrigens, also diesen Text, auch wenn sich das jetzt vielleicht nicht so angehört hat. Schade finde ich die kleinen Nachlässigkeiten. Eigentlich nicht weiter schlimm, stört aber trotzdem.

edit: Auch so ein Text, den ich spontan eher weiter vorn eingeordnet hätte (also in meiner Bepunktung). Dass er da nicht steht, liegt am direkten Vergleich und daran, dass er (der Text) mir in gewisser Weise zu "einfach" ist.
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Municat
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BeitragVerfasst am: 07.12.2016 11:55    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber unbekannter Autor smile

Sehr interessant, wie die einzelnen Fragmente, die auf den ersten Blick erst einmal nichts miteinander zu tun haben, letztendlich ineinandergreifen. Die Idee gefällt mir.

Da ist erstmal die wiederkehrende Erzählerin, die uns Bruchstücke aus ihrem mechanich erlebten Alltag und ihrem Seelenleben in bester Ramstein-Manier (Du ... du hast ... du hast mich) offenbart. Am Ende stellt sich heraus (zumindest interpretiere ich das so), dass sie sich in den vergangenen 6 Wochen dazu durchgerungen hat, einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen und damit ihr ungeborenes Kind ins Niemandsland zu schicken.

Dann ist da der angesagt DJ, der wohl der Vater des ungeborenen Kindes ist und ungebunden bleiben möchte. Beim ersten Lesen dachte ich, er macht sich Sorgen um Aids ... aber durch den letzten Abschnitt sehe ich seine Gedanken unter einem anderen Licht. Dann ist da Mario, der sich von seiner (Geschäfts?-)partnerin Valentine getrennt hat und nun als Selbständiger merkt, wie viel Arbeit tatsächlich hinter einem Projekt steckt. Valentine wiederum ist verlobt mit Nina, betrügt ihre Verlobt aber mit der Schwester des DJs. Ninas Tante Lisa wiederum ist mit einem oberflächlichen Schnösel verheiratet, der sie gerne als Zierpüppchen hätte und seinerseits nur sehr bedingt Kompromisse eingehen will. Der Kerl wiedrum trifft sich mit Mario zum Sport.

Ich frage mich, ob Lisa die Frau ist, die die schwere Entscheidung treffen muss und ihr ungeborenes Kind ins Niemandsland schickt.

Zur Umsetzung des Themas:

Das Bild, ein Kind, das nicht geboren werden soll, ins Niemandsland zu schicken, ist erschreckend, aber treffend, finde ich. Insofern ist das Thema schon getroffen. Schade ist nur, dass man das erst im letzten Satz erkennt. Beim zweiten Lesen habe ich dann mehrere Dinge gefunden, die mich auch vorher schon auf das Thema bringen (Die wiederkehrende Figur sieht sich selbst schemenhaft ... keine der Figuren macht den EIndruck, wirklich angekommen zu sein). Dinge, die ich im ersten Durchlauf noch nicht in die Richtung gedeutet habe.

Das immer wieder neu starten und vergessen transportiert Du sehr gut, finde ich. Die einzelnen Abschnitte beginnen immer neu, stehen nicht mit dem zuvor geschriebenen in Zusammenhabg (obwohl sie letztendlich dann doch ineinandergreifen) - als würde der Autor jedes Mal neu starten. Aus der Summe der neuen Einstiege ergibt sich dann letztendlich der Zusammenhang.

Sowohl formal alsauch inhaltlich setzt sich Dein Text von der üblichen Unterhaltungsliteratur ab. Auch dieser Aspekt ist also erfüllt.

Stilistisch gefällt mir die Idee. Allerdings gibt es einige holprige Stellen, die den Eindruck vermitteln, Du hattest nicht mehr genug Zeit, den Text noch einmal durchzuarbeiten oder vor dem Abschicken nochmal über die Ansicht zu gehen.

Insgesamt ein intensiver Text, der so lange wirr erscheint, bis sich die Fragmente zusammenfügen.

Zu Bewertungen kann ich noch nichts sagen ... die gebe ich ab, wenn ich alle Texte kommentiert habe.


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Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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holg
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Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 08.12.2016 11:06    Titel: Antworten mit Zitat

Die Satzkaskaden sind einigermaßen originell, wirken in der Häufung auf mich aber anstrengend und bemüht (vor allem um eine Wendung, da muss eine Wendung rein!!1!), so dass sie am Ende, wo es wirklich interessant wird, ihr Pulver verschossen haben. Die Story um Mario, Finnja, Nina und die anderen hat wenig Tiefgang, wirkt beliebig, hat ein paar grammatikalische Schwächen. Das Niemandsland als Thema ist für mich zu gut versteckt. Das Motiv vergessen/Neuanfang nicht so richtig umgesetzt.

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Froh zu sein bedarf es wenig.
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Tjana
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BeitragVerfasst am: 10.12.2016 13:45    Titel: Antworten mit Zitat

Sechs Wochen. Sechs Personen mit eigenen Geschichten, beinahe unmerklich verknüpft.
Bis auf das Ich. Das scheint losgelöst vom Ganzen, und das verwirrt mich.
Das Ich könnte „die zentrale Figur“ sein, die nach dem Motto handelt. Dazu würde auch die am Schluss angedeutete Abtreibung als Vergessen und Neubeginn passen.
Warum aber soll ich daneben so viel über sechs andere Menschen erfahren? Hmmmm  

Der gefiel mir besonders gut:
Zitat:
... er muss sich härter, wilder vergessen als je zuvor.


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Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück, sondern nach Gefühlen, die sie ins uns auslösen
In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten (Albert Einstein)
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Jenni
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 3727

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 10.12.2016 15:33    Titel: Antworten mit Zitat

Menschen, die auf verschiedene Weise miteinander in Verbindung stehen, warten auf etwas, das sechs Wochen dauert - leben sechs Wochen ihres Lebens, könnte man auch sagen.
Die Wiederholungssequenzen dazwischen, die alles miteinander verbinden: Eine Frau, die sich auf eine Abtreibung vorbereitet. Ein Menschenleben - das auf die ein oder andere Art mit all den handelnden Figuren in Verbindung steht - endet, noch bevor es beginnt. Und ist das überhaupt schon ein Leben, ein sechs Wochen alter Embryo. Und hier ist die Korrelation all der Episoden: Wie lange sind sechs Wochen? Was bedeutet es, sechs Wochen zu leben - oder ein Leben nicht.
Dieses Gedankenkonstrukt, das du da aufgebaut hast, und auch wie du es aufgebaut hast, das gefällt mir schon mal.
Auch, was du mit den Sequenzen dazwischen versucht hast (und was teils sehr gut, teils noch nicht ganz so optimal funktioniert), gefällt mir: Bei jedem neu Ansetzen des Satzes verkehrt sich seine Bedeutung, was in seiner Wiederholung die Unsicherheit der Protagonistin in ihrer Entscheidung wiederspiegelt.
Ebenso wie der Schluss, denn bereits während der Tat hadert sie mit ihrer Entscheidung.


Gibt auf jeden Fall Punkte von mir. 6 Punkte.
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weltensegler
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 89
Wohnort: Nürnberg


BeitragVerfasst am: 12.12.2016 11:38    Titel: Antworten mit Zitat

Es hat gedauert, bis die Geschichte ganz bei mir ankam. Dann kam sie mit voller Wucht! Danke dafür.
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rieka
Geschlecht:weiblichSucher und Seiteneinsteiger


Beiträge: 972



BeitragVerfasst am: 12.12.2016 12:48    Titel: Antworten mit Zitat

Die weibliche Prota ist im Ausnahmezustand, im psychischen Niemandsland . So verstehe ich deinen Text.  Die wiederholenden Zeilen sollen den sich im psychischen Niemandsland befindenden und scheiternden Versuch des ICH/Protas, sich/etwas festzuhalten, darstellen.  Eine interessante Lösung des Themas.
Die konkrete Aussagen des Textes ist für mich ein wenig verworren, ich muss vor und zurück lesen. Habe Mühe, das sich-zusammenhalten-wollende ICH unter den Personen, die du ins Spiel gebracht hast, zu identifizieren, meine aber es sei Finnja, die möglicherweise als Mittel zum Zweck für Mario hergehalten hat.  Sie ist die Einzige, die in deinem Text zwar erwähnt wird, aber nicht präsent ist.
Deine Geschichte ist mehrschichtig, wie gefordert. Gleichzeitig beinhaltet sie Intrige, Verrat und Betrug, hat also Spannung, die natürlich hauptsächlich aufgrund deines Schreibstils greift.
Der Inhalt spricht mich nicht so sehr an, was aber meinem Eindruck von einer sehr guten Schreibe keinen Abbruch tut. Ein anderer mag genau solche Geschichten. Lebendige und durchdachte, geschickt verschlüsselte,  bildhaft beschriebene Szenen.
4 Punkte
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bamba
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 203



BeitragVerfasst am: 13.12.2016 13:54    Titel: Antworten mit Zitat

Bei diesen aufbauenden Sätze, da lese ich bald nur den Letzten. Funktioniert also bei mir nicht im Sinne von aufbauendem Interesse.
Mehrere Geschichten werden angerissen, kaum bin ich in einer drin, geht es zur Nächsten, wobei ich den Zusammenhang nicht recht verstehe. Die Geschichte/Idee mit der Diät fand ich witzig. Sorry, keine Punkte.
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