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Sechs Tote, zwei Vermisste

 
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femme-fatale233
Geschlecht:weiblichFüßchen

Alter: 25
Beiträge: 2042
Wohnort: München
Das Bronzene Pfand


BeitragVerfasst am: 01.10.2017 18:00    Titel: Sechs Tote, zwei Vermisste eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Sechs Tote, zwei Vermisste

Das sei eine Glaubensfrage. Sagt Maria. Ich weiß nicht, was das mit Glaube zu tun hat. Maria ist pro Backenspeck. Ihr Familie habe das immer so gemacht, alles andere sei nicht essbar. Ich habe aber Pancetta gekauft. Bisher mochte Maria mich, doch jetzt, wo der Speck in der Pfanne unserer Gemeinschaftsküche vor sich hin brät, bin ich mir nicht mehr so sicher.

- Das ist keine Carbonara, das ist Dreck.
- Es tut mir Leid, ich wusste nicht…
- Ihr Deutschen wisst nie etwas.

Ich würde gerne etwas darauf antworten, aber manchmal ist meine Zunge schwerfällig in der fremden Sprache. Dann sage ich etwas und es klingt so absolut. Ich bin gegen den Glauben. Ich finde, man sollte mehr Steuern zahlen. Meine Mutter ist eine wütende Frau. Solche Dinge. Das passiert besonders abends, wenn der Kopf schon den den ganzen Tag hin- und herübersetzt hat, und ich mich nach einem deutschen Schlaf mit deutschen Träumen sehne.
Anfangs hat mich das nicht gestört, dieses Gefühl, dass man nicht über Tiefes reden kann, sondern nur über Flaches. Da habe ich jedes Wort in mich aufgesogen, habe Gründe gesucht, um mit den anderen zu sprechen. Sie sind nett zu mir, weil ich das R rollen kann und auch das „gli“ über die Lippen bringe. „Bravo“, sagt Maria manchmal, wenn ich eine besonders schwere Vokabel über meinen Gaumen nach draußen geschoben habe. Und ich lächle und denke, was für ein Idiot ich bin.

Maria ist die einzige echte Italienerin hier im Wohnheim. Sie studiert in Berlin und macht jetzt ein Auslandsjahr. In Italien. Ich finde das witzlos. Sie findet das praktisch. Ein Semester brauche man zum Eingewöhnen und eines zum Genießen, da sei es doch von Vorteil das Eingewöhnen zu überspringen und direkt zum Genießen überzugehen.

Sie klatscht die Nudeln in die Pfanne, als Paolo reinkommt. Paolo trägt wie immer nur eine Hose, aber kein Oberteil, im Ohr einen Kopfhörer. Ich habe ihn seit unserem Einzug drei Wochen zuvor noch nie in mit einem T-Shirt gesehen. Die Proteinshakes im Kühlschrank sind seine. Es sind viele, er hat sie aus Spanien mitgebracht, aber langsam geht der Vorrat zu Ende. Ich weiß nicht, was er dann macht.

- Eh, Maria, ich habe gehört, es gibt endlich das Gewitter.

Paolo kann wie alle Spanier auf unserer Etage nur Spanisch. Wir antworten dann auf Italienisch und er nickt und wir glauben, einander verstanden zu haben und sind zufrieden, weil es trotzdem irgendwie klappt. Ich gucke einmal prüfend aus dem Fenster. Der Himmel ist klar, ich weiß nicht, wo da ein Gewitter kommen soll. Aber man kann nie wissen, hat Maria gesagt. Und Maria vertraue ich.

- Entweder es kommt oder es kommt nicht.

Sie rührt das Ei in die Pasta ein. Paolo genügt das nicht. Er stochert mit einer Gabel in einem Proteinshakes, Geschmackssorte „fresa“, und guckt ebenfalls aus dem Fenster.

- Ich sehe nichts.
- Entweder es kommt oder es kommt nicht.

Das ist fast schon eine allgemeine Aussage für Italien. Entweder die Tram fährt oder sie fährt nicht. Entweder die Post kommt an oder sie kommt nicht an. Egal was passiert - oder nicht passiert - es bewahrheitet sich. Das schützt vor Enttäuschung. Und das ist gut so. In einem Land, in dem jede Straße uneben ist, kann man keine gradlinige Aussage erwarten.

- Ich habe im Radio gehört, dass es seit drei Monaten nicht mehr geregnet habe in dieser Region und sogar die Speicherseen auf einem ungewöhnlich niedrigen Stand seien.

May Lin sitzt auf der Eckbank am Küchentisch und malt sie die Fingernägel an, die sie sich zuvor mühsam angeklebt hat. Sie sagt nie etwas und wenn sie doch mal etwas sagt, ist es wohl formuliert. Ich glaube, sie baut in ihrem Kopf 15 Minuten an einem Satz und wenn der Denkdruck zu groß wird, schießt er ganz schnell nach draußen. So wie jetzt. Paolo guckt sie verständnislos an, hebt wie in Gedanken ein paar von May Lins Plastiknägel vom Tisch auf und lässt sie wieder fallen. Klackklackklack.

- Ach, die übertreiben. Der Bürgermeister von irgendso einem Kaff hat neulich auch dem Trump einen schönen Gruß bestellt, der soll mal vorbei kommen und sich die Waldbrände angucken, das ist Klimaerwärmung live…
- Aha. Du sagst immer so spannende Dinge, Maria!

May Lin lächelt dankbar und lackiert dann weiter Nägel, Paolo schlürft laut. Das macht er immer, wenn er uns nicht mehr versteht. Ich habe versucht, ihm zu erklären, dass ich Kultursoziologie studiere und was man da so macht. Er hat geschlürft. May Lin hat ihm etwas über Katzen im koreanischen Fernsehen erzählt. Er hat geschlürft. Maria hat ihm gezeigt, wie man die Kurse online belegt. Er hat geschlürft. Vielleicht ist das seine Art, einen Gedanken aufzusaugen. Und eines Tages, wenn er genug in sich aufgesogen hat, kommt er dann in die Küche und spricht Italienisch.

- So, fertig.

Maria klatscht lieblos drei Portionen Pasta auf die Teller. Normalerweise bietet sie Paolo auch immer etwas an, aber sie schämt sich für das da, das merke ich, und Paolo lehnt eh immer ab. Nur Shakes, nur Shakes, wegen der Fitness.

- Ist das eine echt italienische Carbonara? Das möchte ich probieren.

Er nimmt die Gabel, mit der er vorher in seinem Proteinshake gerührt hat, und stochert  damit in der Pfanne rum. Maria guckt angestrengt auf ihren Teller.

- Das ist keine Carbonara, das ist Dreck.

May Lin schiebt ihre fünfzig Fingernägel beiseite und wir fangen an, zu essen. Mir schmeckt es sehr gut, aber wenn ich das sage, wird Maria böse. Und man will nicht, dass Maria böse wird. Dann gibt es eine Entladung, auch ganz ohne Gewitter. Die anderen wissen das auch und so futtern wir schweigend vor uns hin. Ich bin dankbar für diese Momente der Stille. So kann man kurz auf Deutsch denken und May Lin auf deutsch für ihre künstlichen Nägel hassen und sich auf deutsch vor Paolos Getränken ekeln und niemand bekommt es mit. Vermutlich geht es den anderen genauso. May Lin sitzt abends noch oft allein in der Küche und skypt mit ihren Freunden, weil das Internet hier am besten ist. Dann sagt sie etwas und es klingt immer furchtbar niedlich, aber wahrscheinlich sagt sie in Wirklichkeit sowas wie „Maria ist so eine italienische Fotze“ oder so. Im Italienischen heißt es „Das schweigsame Wasser zerstört die Brücken“ und wenn das zwischen uns jemals zerbrechen sollte, dann nicht wegen Maria oder Paolo, oder Lucien, der nie da ist, sondern wahrscheinlich wegen May Lin, so wenig wissen wir von ihr.

- Wolke.

Paolo zeigt mit der Gabel aus dem Fenster. Wolke ist etwas untertrieben. Es ist ein ganze Wolkenwand. Dazu ein seltsames, intensives Gelb, wie die Farbkorrektur aus einem David-Lynch-Film. Und dazu ein Wind, ein Wind, sowas kennt man bei uns gar nicht. Am Nachbarbalkon, den man von hier aus sehen kann, hat sich gerade ein Hemdchen von der Wäscheleine gelöst. Maria steht auf, öffnet das Fenster, hält die Nase in den italienischen Abend.

- Kein Gewitter, Sturm.
- Sturm?
- „Tempest“, May Lin, Sturm.
- Sturm.

Etwas Ängstliches ist über ihr Gesicht geschlichen und hat sich dort niedergelassen. Ich weiß nicht, wie Stürme in Südkorea sind, hier finde ich das auf jeden Fall äußerst aufregend.

- Dann machen wir doch direkt mal den Wein auf.
- Das ist mal eine italienische Einstellung.

Maria und ich grinsen uns an, als ich mich mit zwei Gläsern Pecorino zu ihr ans Fenster geselle. Die Luft ist jetzt herrlich. Seit Tagen war es schwül, wir waren zwei Mal täglich duschen, trotz Wasserknappheit, und wir haben gewartet auf den erlösenden Regen und es ist doch nichts passiert und wir haben gewartet und noch mehr gewartet. Da tut das hier gut. Die plötzliche Kühle. Der Dreck, den es von der Straße bläst. Die Blätter, die braun geworden sind, vor lauter Dörre und nun von einem Luftstoß davon getragen werden.

- Sturm.

May Lin kaut jetzt an einem der frisch geklebten Fingernägel.

- Sturm.

Paolo gibt May Lin ein Glas Wein, nimmt sich auch eines und zieht es in einem Schluck weg. Wir haben ihn noch nie zuvor trinken sehen. Dann schiebt er die Teller weg, die Fingernägel fallen auf den Boden, klackklackklack, steigt auf den Tisch, direkt vor May Lin.

- Now would I give a thousand furlongs of sea for an acre of barren ground: long heath, brown furze, anything. The wills above be done, but I would fain die a dry death…

Paolos Englisch klingt ungewöhnlich gut. Als habe er es mit seinen Shakes eingesogen. Er zitiert nicht nur die Worte, sondern auch die Klänge. Schweigsame Wasser…

- Weiter weiß ich nichts.
- Geht wohl schlecht aus, dieses Mal. Tja, schade. Kein Rettung.

Die anderen müssen lachen, auch May Lin, und wir prosten uns zu,Paolo knufft May Lin einmal und sie lässt es zu, warum auch immer, und ich habe vergessen, wie man sich auf Deutsch in so einer Situation verhalten würde und May Lin hat vergessen, wie man es auf koreanisch täte. Draußen fällt ein Tropfen, und ein zweiter und dann plötzlich tausende. Maria schließt das Fenster.

- Wo ist eigentlich Lucien?

Dieses Mal hat auch Paolo sie verstanden.

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femme-fatale233
Geschlecht:weiblichFüßchen

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Das Bronzene Pfand


BeitragVerfasst am: 01.10.2017 22:12    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Pizza, Pasta und Amore. Mein Italienmotto. Sollen andere es richten.
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V.K.B.
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Beiträge: 1439
Wohnort: an der Nordseeküste
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 02.10.2017 00:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,
so ein langer Text, und dann doch kein Ende. Jedenfalls nichts, was ich mit dem Titel zusammenkriege. Da war noch viel mehr geplant, oder?

Was dir gut gelingt, sind die Charakterzeichnungen. Ich kann mir die Personen gut vorstellen, sie auseinanderhalten, lerne ihre Eigenarten kennen, etc. Das gefällt mir sehr gut.

Schade, dass es nur bei einem Fragment geblieben ist, aber zwei Stunden sind verdammt kurz. Oder war das so beabsichtigt?

Was mich am meisten stört, ist der Gedankenstrich für die wörtliche Rede. Ich habe ein bisschen gebraucht, um erstmal zu verstehen, was das sein soll, zuerst habe ich es für Gedanken des Ich-Erzählers gehalten, oder auktoriale Einschübe. Und selbst als ich verstanden hatte, dass es Dialoge sein sollen, hat mich das beim Lesen immer wieder rausgeworfen.

Punkte verteile ich erst, wenn ich alles gelesen habe.


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(Phil Orani)
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Herr N.
Geschlecht:männlichHobbyautor


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BeitragVerfasst am: 02.10.2017 10:10    Titel: Antworten mit Zitat

posting für wertung

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Das Herrliche:
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Uwe Helmut Grave
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Alter: 63
Beiträge: 1029
Wohnort: Wolfenbüttel


BeitragVerfasst am: 02.10.2017 10:23    Titel: Antworten mit Zitat

Triste Schreibe ... vielleicht empfinde ich das aber auch so wegen der tristen Geschichte, die ich nicht so richtig einordnen kann. Soll man vermutlich auch gar nicht, doch irgendwie fehlt mir dadurch das gewisse Etwas, der Funke springt nicht über.

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U.H.G. - Freude am Lesen
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Michel
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Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 02.10.2017 13:30    Titel: Antworten mit Zitat

Und was, bitte, hat der Text mit der Überschrift zu tun?
Was mich in diese Geschichte vor allem hineinzieht, sind die ausgestalteten Charaktere. Jeder für sich mit einer manchmal etwas, aber nicht zu stark überzeichneten Eigenschaft mit Sicherheitsabstand zur Karikatur. Grübelneigung mit Übersetzungsproblemen (selbst erlebt), gnadenloser Pragmatismus, Schönheitsfixierung - das läuft in einer beinahe sprachlosen Form zusammen. Jetzt müssten nur noch alle ihr Smartphone vor der Schnauze haben und die Gegenwarts-Dystopie wäre fertig. Schöner Wechsel zwischen Dialogfragmenten (eben doch noch keine Handys) und längeren Erzählpassagen. Den Schluss fand ich ein bisschen unvermittelt, die Frage nach Lucien liest sich, als hätte die Zeit nicht mehr für einen gezielteren Schluss gereicht, v.a. wenn L. nur einmal erwähnt wird und hier plötzlich eine gefühlt überzeichnete Bedeutung erhält.
Trotzdem: Gern gelesen, auch wenn ich nicht in der WG wohnen möchte.
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MoL
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Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 02.10.2017 14:27    Titel: Antworten mit Zitat

Dieser Text hat von mir leider keine Punkte bekommen.

Lieber Inco!
Ich finde keinen rechten Zugang zu Deinem Text. Die Szene, die Du aufbaust, habe ich klar vor Augen.
Und wieso hast Du auf sämtliche Anführungszeichen verzichtet? Zeitnot? Glaube ich nicht. Bewusst eingesetztes Stilmittel? Falls ja, geht es leider total an mir vorbei und wirkt nicht locker und cool, sondern einfach nur unübersichtlich und schludrig.
Daher ist mir das Ende auch kein Schocker, sondern einfach nur "Uff, geschafft!"
Diese Szene der multilingualen Studenten in der kleinen, italienischen (Dach?)WG ist gelungen. Dann aber hätte mehr passieren müssen, als irgendwas mit künstlichen Fingernägeln. Und worin genau liegt eigentlich der Zusammenhang zu der Überschrift? Ich ziehe aus der Geschichte einfach keinen Gewinn für mich.


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"Hexenherz - Eisiger Zorn", acabus Verlag 2017.
"Die große acabus-Jubiläumsanthologie", acabus Verlag, Oktober 2018.
"Hexenherz - Gühernder Hass", acabus Verlag, Frühjahr 2019.
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traumLos
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Beiträge: 260



BeitragVerfasst am: 02.10.2017 20:20    Titel: Antworten mit Zitat

Der Wind stößt die Tür auf und weht zehn Punkte über den Tisch dieser sprachgewirr Gemeinschaft, die sich versteht. Vielleicht.

Zwischen Carbonara und Shake sind da Menschen, die mit knappem Strich erkennbar werden.


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Meine Beiträge geben nur meine Meinung wieder. Jede Einbeziehung realer oder fiktiver Personen wäre nur ein Angebot. Zwinkersmiley
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Schlomo
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BeitragVerfasst am: 02.10.2017 23:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hat für mich etwas Surreales...

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Mathematik bringt dich besser durch Zeiten ohne Ruhe als Ruhe durch Zeiten ohne Mathematik. (Frei nach Freewheelin' Franklin )
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Tjana
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Wohnort: Inne Peerle


BeitragVerfasst am: 03.10.2017 15:05    Titel: Antworten mit Zitat

Schön. Die Stimmung der WG prima eingefangen.
Nun weiß ich auch (dank Wiki), dass Pecorino nicht nur Hartkäse ist. Laughing
Dieser Satz gefällt mir besonders:
Zitat:
In einem Land, in dem jede Straße uneben ist, kann man keine gradlinige Aussage erwarten

Aber wie passt der Titel? Sind die Personen gemeint? Ich hab aber nur 5 gezählt, vor allem nur einen Vermissten. Hat May Lin Erinnerungen an eine Katastrophe? Hm.


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Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück, sondern nach Gefühlen, die sie ins uns auslösen
In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten (Albert Einstein)
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hobbes
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Beiträge: 2979

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
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BeitragVerfasst am: 04.10.2017 19:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hier also der google-Beitrag. Mein google-Beitrag. Denn meinen Shakepeare, den habe ich dann doch nicht so parat.
Ein grobes Überfliegen von "Der Sturm" bei Wikipedia erleuchtet mich allerdings auch nicht. Bei der Suche nach der Bedeutung des Titels. Des Titels dieser Geschichte. Sechs Tote, zwei Vermisste - hä? Wo sind die? Ich habe sie nicht gefunden.
Meine Vermutung, das Zitat habe vielleicht etwas damit zu tun, bestätigte sich nicht. Was soll das dann aber mit dem Zitat? Fandest du es einfach nur spaßig, bei einer Geschichte, die einen Sturm als Vorgabe hat, einen ebensolchen zu zitieren? Oder ist da noch irgendein Mehrwert dahinter?

Entweder da geht etwas gnadenlos an mir vorbei oder die Geschichte mäandert einfach so vor sich hin, ohne irgendeine tiefere Aussage zu haben. Das kann man sicherlich machen, mir ist es aber zu wenig. Die Figuren begeistern mich jetzt auch nicht wirklich. Aus diesem Wettbewerb ließe sich prima eine Aufgabenstellung für einen Schreibkurs extrahieren. Finden Sie das Klischee. Hier die Koreanerin mit dem Faible für Fingernägel.

Hm. Vielleicht finde ich die Erleuchtung (oder sie mich) ja noch beim wiederholten Lesen.

Punkte-Edit:
Hallo fünfter Gewinner-Text smile
Hätte ich jetzt so nicht vermutet. Aber im Endeffekt ist das hier schon gut gemacht, es ist nur ein bisschen hm, behäbig, also nicht vom Stil her, mehr so vom Gemüt. Des Protas und somit auch das, was bei der Leserin ankommt.
Auf die Toten und Vermissten bin ich immer noch neugierig. Also einer vermisst, ja. Sollte ich die Namen kennen und Lucien ist losgezogen, Amok zu laufen?
Ach, was weiß ich. Ändert auch nichts mehr.
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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2605

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 04.10.2017 20:38    Titel: Antworten mit Zitat

Bonjour

nette Geschichte mit lebendigen Charakterbeschreibungen.
Ich bin mir nicht sicher, was der Titel mit der Geschichte zu tun hat?
un point

Merci beaucoup
Constantine
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 5661
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Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 04.10.2017 21:44    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin erst mal beeindruckt, dass jemand in zwei Stunden so einen Text hinbekommt.

Und er gefällt mir gut.

Von den Vorgaben sehe ich alles drin. Hier wird mit Kommunikationen und Gedanken mehr gezeigt als berichtet.
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TZH85
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 33
Beiträge: 307
Wohnort: Essen


BeitragVerfasst am: 05.10.2017 11:27    Titel: Antworten mit Zitat

Mir gefällt der angenehme Erzählfluss und dass die Figuren in der Kürze der Zeit so gut charakterisiert wurden. Allerdings weiß ich nicht, worauf der Text hinaus will. Ist es nur eine beliebige Szene aus dem WG-Alltag der Figuren, die zufällig vor einem Sturm spielt? Vielleicht überlese ich es ja, aber mir fehlt ein bisschen Struktur und Prämisse des Beitrags.
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Heidi
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 37
Beiträge: 1141
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 06.10.2017 20:17    Titel: Antworten mit Zitat

Kurzweilig erzählt, aber sehr, sehr, sehr viele Figuren für so eine kleine Geschichte. Allen wirst du hier nicht gerecht. Ich bin ja so der Typ: Weniger ist mehr. Also mehr Konzentration auf wenige Figuren und die dann so richtig lebendig werden lassen.
Gut, du brauchtest acht Leute, damit der Titel stimmt. Das ist natürlich das andere.
Den Schluss hast du unaufgeregt gestaltet.
Bekommst deshalb ein Trostpünktchen.
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Eliane
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 506



BeitragVerfasst am: 06.10.2017 20:36    Titel: Antworten mit Zitat

Schön. Die Situation ist sehr plastisch, ich bin mittendrin. Es passiert nicht wirklich was, aber das stört nicht, ist trotzdem schön zu lesen. Über ein paar kleine Fehler (Pecorino ist doch Käse, nicht Wein?; Dörre - Dürre?) und Logikbrüche ("wir haben ihn noch nie trinken sehen" - dabei schlürft er doch immer seine Shakes) bin ich kurz gestolpert, aber nicht aus dem Tritt gekommen. Die Pointe (ich habe vergessen, wie man sich auf deutsch verhalten würde, ...) gefällt mir gut.
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Lapidar
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BeitragVerfasst am: 06.10.2017 21:27    Titel: Antworten mit Zitat

Du zauberst mit kurzen prägnanten Strichen eine Backgroundstory, die schön durchscheint.
Das Essen ist da, der Sturm: alles passt.
Die Frage, die sich mir aufdrängt: Wer ist Lucien? Aber das ist sicherlich beabsichtigt.

und die Toten (in der Überschrift) und Vermissten hab ich iwie überlesen,


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shatgloom
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BeitragVerfasst am: 07.10.2017 17:23    Titel: Antworten mit Zitat

Der Text gefällt mir vor allem sprachlich gut. Schöne Dialoge, originelle Figuren. Thema auch erfüllt (lecker Carbonara Smile)
Bekommt von mir Punkte!


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Gruß von Karolin
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gold
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BeitragVerfasst am: 08.10.2017 14:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inco,

Thema: Gut umgesetzt

Inhalt:
Die Charaktere wurden gut gezeichnet.
Amüsanter Text. Etwas makaber.
Die Shakespeare Rezitation würde in Deutsch m.E. besser passen.

Sprache: Gut und klar.

Federn: Vier

LG gold


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rieka
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Beiträge: 972



BeitragVerfasst am: 11.10.2017 18:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko
Gemeinsames Essen im Wohnheim also.
Das ist mir aber ein atmosphärisch dichter Text. Da kann jemand aus einem marginalen Moment eine umfassende und tiefgründige Geschichte machen.
Was mir gefällt ist die permanente Reflexion zwischen inneren Denk- und Erlebensprozessen bei gleichzeitiger Beobachtung des äußeren Geschehens. Nicht immer kann ich den Sprüngen folgen, was mich aber nicht beim Lesen stört, ich bekomme einen Eindruck vom Zusammenleben im Wohnheim. Der Text enthält einige interessante Aspekte. Z.B. werden nebenbei multikulturelle Betrachtungsebenen eingebaut, Verarbeitung von Fremdheit und Einfühlung dahinein, Gruppenleben, Gruppendynamik, auch mal Klischees und mehr.
Allerdings, hmm, steh ich auf dem Schlauch? Wie kommt es zu dem Titel? Sechs Tote? Zwei Vermisste? Ich finde den Zusammenhang nicht. Ich hoffe, ich tu dir nicht Unrecht, aber das kostet Punkte.
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holg
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1406
Wohnort: knapp rechts von links
Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 11.10.2017 19:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko.
Entschuldige, wenn ich mich kurz fasse und eventuell nicht mehr zum Bewerten komme. Bin gerade eher mit existentiellen Dingen beschäftigt und einer immer wieder Streikenden iPad-Tastatur.

Ich verstehe die Überschrift nicht.
Ich kannte Pecorino nur als Käse, nicht als Weißwein.
Da sind ein paar kleine Rechtschreibfehlerchen.
Mehr hab ich nicht zu meckern.
Das ist für 2 Stunden erstaunlich viel Text, eine warme, kleine Geschichte , zum Glück ohne großes Drama. Das gefällt mir sehr gut und gehört zu meinen Favoriten.


_________________
Froh zu sein bedarf es wenig.
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fabian
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 85



BeitragVerfasst am: 13.10.2017 17:01    Titel: Antworten mit Zitat

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