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KONSEQUENZ

 
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Uwe Helmut Grave
Geschlecht:männlichOpa Schlumpf

Alter: 63
Beiträge: 1029
Wohnort: Wolfenbüttel


BeitragVerfasst am: 11.09.2016 18:00    Titel: KONSEQUENZ eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

KONSEQUENZ

Wir begegneten uns in der Innenstadt, wenige Tage nach meinem neununddreißigsten Geburtstag, zur Feierabendzeit. Er kam aus einem Lebensmittelgeschäft an einer Straßenkreuzung, hielt eine Flasche Wein in der Hand und ging so merkwürdig, dass ich befürchtete, er würde jeden Augenblick umfallen. Ich nahm an, er sei betrunken und wollte rasch weitergehen, als er mich ansprach.
„Verzeihung, schöne Frau, ich bin neu in der Stadt. Wissen Sie zufällig, ob sich in der Nähe eine Bank befindet?“
Meiner Schätzung nach (die sich später als richtig erwies) war er Mitte Vierzig. Seine Kleidung wirkte elegant, und ich roch auch keine Alkoholfahne. Insgesamt machte er den Eindruck eines typischen Geschäftsmanns.
Ich deutete auf ein Gebäude am Ende der Straße und bemerkte: „Es ist eine zuverlässige Bank, ich habe dort mein Konto. Allerdings befürchte ich, sie ist bereits geschlossen.“
Sein Lächeln wurde breiter. „Sie haben mich offenbar missverstanden. Ich suche nach keiner Bank zum Auszahlen, sondern nach einer zum Ausruhen. Die Schuhe, die ich trage, habe ich erst gestern gekauft, und sie drücken und zwicken an allen Ecken und Kanten. Darum brauche ich dringend einen Sitzplatz, wenigstens für ein paar Minuten, sonst kann ich keinen Schritt mehr weitergehen.“
Ich lachte über meinen Irrtum. „Es ist wohl am besten, Sie fahren gleich nach Hause. Soll ich Sie stützen, bis wir bei Ihrem Auto sind?“
„Ich habe kein Auto, nicht mal einen Führerschein“, entgegnete er. „Wozu gibt es den Bus und die Bahn?“
„Kein Auto, kein Führerschein ... das hat Seltenheitswert heutzutage. Wissen Sie was? Anstatt eine Bank zu suchen, begeben wir uns zu meinem Wagen. Ich fahre Sie nach Hause.“
„Ist es nicht ziemlich leichtsinnig, einen Wildfremden von der Straße aufzulesen und im Auto mitzunehmen?“
„Falls Sie unterwegs frech werden, trete ich Ihnen auf die schmerzenden Füße“, erwiderte ich kess.
„Ich werde mich benehmen“, versprach er und fügte hinzu: „Ich heiße übrigens Stephan.“
Bald darauf trafen wir in einer Siedlung ein, in der Stephan seit Kurzem ein Reihenhaus zur Miete bewohnte, wie er mir inzwischen berichtet hatte. Zudem hatte er mir verraten, dass er bis vor drei Jahren verheiratet gewesen war, kinderlos. Ein Autounfall hatte sein Lebensglück abrupt zerstört. Aus der Art, wie er über seine verstorbene Frau sprach, schloss ich, dass er sie sehr geliebt hatte.
Er lud mich noch auf ein Glas Wein ein.
Weil er so offen und ehrlich mit mir geredet hatte, gab auch ich einiges von mir preis.
Mein Ehemann war vor vier Jahren gestorben. Vier Tage hatte sein schwerer Kampf mit der plötzlich ausgebrochenen Krankheit gedauert, dann war er von einem gnädigen Schicksal erlöst worden.
Er war ein hoffnungsloser Romantiker gewesen und hatte unsere Ehe stets als zauberhaftes Gedicht bezeichnet: „Wir sind wie zwei Verse, die perfekt zueinander passen – wir reimen uns sogar, was längst nicht bei jedem dichterischen Epos der Fall ist.“ Seit seinem Tod fehlte unserem Gedicht ein Vers.
„Bei aller Trauer empfinde ich auch tiefe Dankbarkeit. Dafür, dass er nicht noch länger hatte leiden müssen. Und dafür, dass ich gut versorgt bin. Als Finanzberater eines großen Bankkonzerns hatte er ein überdurchschnittliches Gehalt bezogen, was sich positiv auf meine Witwenrente auswirkte. Hinzu kamen das Haus, das kleine Grundstück sowie eine stattliche Summe von der Lebensversicherungsgesellschaft. Anderen Frauen geht es in solch einer Situation wesentlich schlechter, mir hingegen fehlt es zumindest finanziell an nichts.“
Ich sprach auch über meine beiden Kinder, die noch im Elternhaus wohnten. Jürgen war einundzwanzig, Susanne neunzehn.
„Susanne hat kürzlich ihre Prüfung zur Einzelhandelskauffrau mit Bravour bestanden und arbeitet in einer angesehenen Boutique. Ihr Traum ist es, einmal ein eigenes Modegeschäft zu leiten. Jürgen hat die Beamtenlaufbahn eingeschlagen. Er ist beim hiesigen Landkreis tätig und rechnet mit einer steilen Karriere. Die beiden sind mein ein und alles – manchmal verwöhne ich sie allerdings viel zu sehr.“


*

Von diesem Tag an trafen wir uns öfter, Stephan und ich. Wir freundeten uns an und verliebten uns bald ineinander.
Mein Sohn und meine Tochter betrachteten unser Verhältnis leider mit unverhohlener Skepsis.
 „Der ist doch nur auf dein Geld aus“, sagte Susanne. „In seinem Beruf kommt er offensichtlich nicht weiter, darum hält er Ausschau nach einer gut betuchten Frau.“
Ich schüttelte den Kopf. „Du irrst dich in ihm. Erstens will er gar nicht weiterkommen, weil ihm seine Stellung als Erstverkäufer völlig ausreicht. Zweitens ist er überaus altmodisch und besteht darauf, selbst zu bezahlen, wenn wir ausgehen. Er hat sogar die teuren Theaterkarten für heute Abend besorgt.“
„Das ist doch gerade der Trick!“, warnte mich Jürgen. „Erst bezahlt er alles, und sobald seine Ersparnisse aufgebraucht sind, nimmt er dich aus wie eine Weihnachtsgans. Die Behauptung, er wolle beruflich gar nicht hochkommen, ist leicht durchschaubar. Jedermann ist auf Karriere aus. Unten bleiben nur die Versager.“
Auch in der folgenden Zeit gingen mir Jürgen und Susanne mit ihren Vorwürfen und ihrem Misstrauen gegenüber Stephan gehörig auf die Nerven. Ich versuchte wegzuhören, denn an einem Familienkrach war mir nicht gelegen. Nur einmal konnte ich mir eine Bemerkung nicht verkneifen.
„Höchste Zeit, dass ihr euch selbst feste Partner sucht. Dann wärt ihr mit euren eigenen Beziehungskrisen beschäftigt und müsstet nicht ständig eure Nase in meine Angelegenheiten stecken.“
Drei Tage lang redeten die zwei kein Wort mehr mit mir. Was für eine Erholung!
Innerhalb dieser drei Tage kam mir eine  wahnwitzige Idee. Stephan hatte bald Urlaub. Ich wollte ihm ein ganz besonderes Geschenk machen: eine Reise kreuz und quer durch Europa. Gleichzeitig wollte ich mir dieses Erlebnis selbst schenken – zu meinem vierzigsten Geburtstag in ein paar Wochen.
Kaum hatten meine Kinder Wind davon bekommen, war es vorbei mit ihrem Schweigeprotest.
„Bist du von allen guten Geistern verlassen?“, fragte mich Jürgen fassungslos. „Du gehst mit diesem Schnorrer auf Weltreise? Auf unsere Kosten?“
„Keine Weltreise“, widersprach ich. „Wir schauen uns lediglich einige europäische Länder an: Frankreich, Italien, Griechenland und die Türkei. Oder sollten wir Belgien und die Niederlande noch mit dazu nehmen, was meint ihr?“
Wer viel fragt, kriegt viel Antwort. Wortreich versuchten Susanne und Jürgen, mir mein Vorhaben auszureden.
„Es ist mein Geld, das ich ausgebe“, machte ich ihnen energisch klar. „Ich schreibe euch schließlich auch nicht vor, was ihr mit dem Erbe eures Vaters macht - das ihr, nebenbei bemerkt, schon ziemlich dezimiert habt.“  
Dem hatten sie nichts entgegenzusetzen.

*

Ich erspare es mir, sämtliche Erlebnisse unserer Reise aufzuzählen. Nur soviel: Es war einmalig!
Bei unserer Rückkehr hatte ich einen weiteren „Schock“ für Jürgen und Susanne parat. Noch auf dem Flughafen, von dem sie uns in meinem Auto abholten, teilte ich ihnen mit, dass Stephan bei uns einziehen würde.
„Du bist verrückt!“, entfuhr es Jürgen entsetzt.
„In unserem Haus ist genügend Platz für uns alle“, erwiderte ich unbeeindruckt.
„Jürgen hat recht“, sagte meine Tochter kopfschüttelnd. „Du bist total verrückt, Mutti.“
Ich blieb gelassen. „Na und? Vielleicht bin ich gern verrückt. Normale Leute haben bekanntlich weniger Spaß.“

*

Mit dem Spaß war es leider schon bald vorbei.
Für meinen vierzigsten Geburtstag hatte ich ein kleines familiäres Fest geplant. Den Abend davor verbrachte ich mit Stephan zu zweit im Haus – Susanne und Jürgen waren ausgegangen. Uns war das nur recht, wir waren frisch verliebt und gern unter uns. Stephan war zwar nicht der fehlende Vers in meinem Leben, doch ich war mir sicher, dass Kurt meine Entscheidung billigen würde.
Wir besprachen gerade die Einzelheiten des geplanten Umzugs, als wir durchs geöffnete Fenster die Turmuhr der nahe gelegenen Kirche schlagen hörten: zehn Mal.
„Noch zwei Stunden bis zu deinem vierzigsten Geburtstag“, sagte Stephan und hob sein Weinglas.
In diesem Augenblick wurde ich ohnmächtig.
Glücklicherweise nur für wenige Minuten …

*

Zunächst dachte ich, es wäre mit ein paar Stunden Bettruhe getan, doch im Morgengrauen bekam ich starke Schmerzen und musste mich in eine Klinik begeben.
Es stellte sich heraus, dass ich unter einem beschleunigten Knochenverfall litt, eine seltene Krankheit, die erblich bedingt war. Dasselbe unheilbare Leiden hatte meine viel zu früh verstorbene Mutter seinerzeit befallen. Die Ärzte konnten es verlangsamen, aber nicht gänzlich aufhalten. Wie viele Jahre mochten mir wohl noch bleiben?
Mir ging es etwas besser, und ich wurde fürs Erste aus der Klinik entlassen. Ich nahm mir vor, von nun an jeden Tag zu genießen als wäre es mein letzter. Mit dem Taxi fuhr ich zu Stephan.
„Warum hast du mich in der Klinik nicht besucht?“, fragte ich ihn vorwurfsvoll. „Zwar lag ich nur eine knappe Woche dort, aber du hättest mich wenigstens anrufen können.“
„Das habe ich mehrfach versucht“, rechtfertigte sich Stephan. „Doch der Chefarzt ließ mich nicht zu dir. Außerdem hatte er den Stationsschwestern Anweisung erteilt, mich am Telefon nicht durchzustellen. Susanne und Jürgen haben das veranlasst. Sie haben dem Arzt weisgemacht, wir hätten uns kurz vor deiner Einweisung heftig gestritten und dass ich schädlich für deine Genesung sei.“
Daraufhin knöpfte ich mir meine Kinder gründlich vor. Sie stritten nichts ab und versicherten mir scheinheilig, sie hätten es nur gutgemeint. Mir platzte der Kragen, ich wurde laut.
„Du führst dich auf wie eine Wahnsinnige“, kommentierte Susanne gelassen meinen Ausbruch, und Rolf fügte kühl hinzu: „Daran ist nur dieser Mitgiftjäger schuld. Du scheinst ihm regelrecht hörig zu sein.“

*

Eine Woche später besuchte mich überraschend ein älterer Herr, der sich mir als Dr. Malischnigg vorstellte. Er behauptete, die Klinik habe ihn geschickt, um meinen Gesundheitszustand zu überprüfen und eventuelle Nachuntersuchungen in die Wege zu leiten.
Arglos beantwortete ich jede seiner Fragen. Ich plauderte mit ihm auch über meine Beziehung zu Stephan.
Der Mediziner hörte sich meine Ausführungen geduldig an. Gegen Nachmittag verabschiedete er sich.
Als meine Kinder abends heimkehrten, erwähnte ich den Besuch nur kurz. Anschließend verließ ich das Haus, um zu Stephan zu fahren.
Vor der Garage stellte ich fest, dass ich die Autoschlüssel in der Diele hatte liegenlassen. Ich schloss die Haustür auf, ging hinein. Jürgen und Susanne hörten mich nicht, sie unterhielten sich im Wohnzimmer. Unwillkürlich bekam ich einige Gesprächsfetzen mit, die mich neugierig machten. Ganz gegen meine Gewohnheit belauschte ich ihre Unterhaltung.
„Und was machen wir, wenn unser Plan schiefgeht, Jürgen? Der Psychiater ist möglicherweise anderer Meinung als wir, und er kommt eventuell zu dem Schluss, dass Mutter gar nicht unzurechnungsfähig ist.“
„Doktor Malischnigg ist nur eine Karte, die wir ausspielen. Unser Trumpf ist Mutters Krankheit. Wenn sie sich nicht von diesem Heiratsschwindler trennt, lassen wir sie in ein Pflegeheim einweisen. Von der Einweisung bis zur Entmündigung ist es nur noch ein kleiner Schritt.“
„Springen wir nicht zu hart mit ihr um?“
„Der Zweck heiligt die Mittel, Susanne. Mutters Tage sind gezählt. Falls sie den Kerl heiratet, schmälert das unser Erbe beträchtlich. Mit meinen Finanzen sieht es nicht gerade rosig aus, und dir geht es ähnlich. Wir sind daher gezwungen, uns zur Wehr zu setzen.“
Das war ich auch, nach allem, was ich gehört hatte. Leise schlich ich mich wieder hinaus.

*

Der Umzug fand statt, allerdings in umgekehrter Richtung. Ich zog bei Stephan ein.
Jürgen und Susanne waren einen gehobenen Lebensstil gewohnt. Ihre Gehälter reichten dafür nicht aus, und weil sie das väterliche Erbe bereits weitgehend unter die Leute gebracht hatten, hatte ich sie in den vergangenen Monaten mit regelmäßigen Zuwendungen finanziell unterstützt. Diese Zahlungen stellte ich umgehend ein.
Kaum hatten sie sich einigermaßen an die Einschränkungen gewöhnt, holte ich zum nächsten Schlag aus. Ich ließ ihnen ein Anwaltsschreiben zukommen und beanspruchte meinen Erbanteil am Haus. Natürlich waren sie nicht in der Lage, mich auszuzahlen, daher musste das Haus mitsamt Grundstück versteigert werden.
Nachdem unsere Anwälte alles abgewickelt hatten, brach ich den Kontakt zu meinen Kindern endgültig ab.

*

Stephan und ich leben glücklich zusammen. Ans Heiraten denken wir nicht, wollten wir auch nie. Meine Krankheit schreitet sehr, sehr langsam voran. Es bleiben mir also noch genügend Jahre, um mein Geld mit vollen Händen auszugeben, damit meine Kinder später nicht doch noch von meinem Tod profitieren.
Alles, was dann noch übrig sein wird, habe ich testamentarisch einem gemeinnützigen Verein vermacht.

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V.K.B.
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 45
Beiträge: 1520
Wohnort: an der Nordseeküste
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 11.09.2016 23:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,
bittere Geschichte, und doch so vorstellbar. Schön finde ich deine Metapher vom fehlenden Vers, auch wenn sie nicht wirklich Hauptthema der Geschichte ist. Auch das Ereignis in zwei Stunden reißt du nur ganz kurz an, so kurz und nebenbei, dass du es per Fettdruck deutlich machen musstest. Ich finde die Vorgaben daher nur sehr lose umgesetzt.

Und eine Frage habe ich auch noch:
Zitat:
und Rolf fügte kühl hinzu: „Daran ist nur dieser Mitgiftjäger schuld. Du scheinst ihm regelrecht hörig zu sein.“
Wer bitte ist Rolf? Hast du die verwechselt und meintest Jürgen?

Im Großen und Ganzen hat mir die Geschichte aber schon gefallen. Ob es dafür Punkte gibt, weiß ich noch nicht, es ist erst die zweite, die ich gelesen habe.

Edit: Trotz einiger Fehler und lose umgesetzter Vorgaben: 5 Punkte von mir.

LG,
Veith


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»Sticks & stones may break your bones – but words … they will define you!«
(Phil Orani)
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MoL
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Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 12.09.2016 09:50    Titel: Antworten mit Zitat

Offene Frage: Welcher Frauenname reimt sich denn auf "Kurt"?
Und: Jürgen oder Rolf oder doch wieder Jürgen? Wink
Sowas passiert schonmal, wenn man es eilig hat. Macht aber nichts.
Die Geschichte hat mich gut unterhalten. Mir gefallen Stil und Aussage.
Besondes schön: "erwiderte ich kess."
Prima! Smile
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halcyonzocalo
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BeitragVerfasst am: 12.09.2016 13:20    Titel: Antworten mit Zitat

Eigentlich ist das ein recht solider Text. Sprachlich ist er in Ordnung und lässt sich flüssig lesen, wenngleich natürlich nicht Weltbewegend. Die Länge des Textes für die kurze Zeit ist auf jeden Fall mehr als respektabel. Aber hierin liegt in meinen Augen auch die größte Schwäche: Für die Handlung ist die Geschichte zu lang geraten, es passiert zu wenig und oftmals dümpelt der Text ohne richtigen Höhepunkt vor sich hin und ist überdies ziemlich vorhersehbar. Die Vorgaben sind so halbgut umgesetzt werden, insbesondere die zwei Stunden erscheinen mir völlig unbedeutend zu sein. Und wer ist eigentlich Rolf? Laughing
Insgesamt also in Ordnung, aber nichts, was Begeisterungsstürme in mir auslöst oder hängenbleibt.

Edit: Es ist für mich mal wieder sehr schwer gewesen, hinter meinen persönlichen Top 3 eine Reihenfolge festzulegen, da ich einige Texte auf einem ähnlichen Level sehe. Letztendlich habe ich mich dazu entschlossen, deinem Beitrag 3 Punkte zu geben. smile


_________________
Die minimaldeterministische Metaphernstruktur mit ihrer mytophoben Phrasierung spiegelt den ideeimmanent abwesenden Bedeutungsraum.
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Municat
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BeitragVerfasst am: 12.09.2016 16:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hey unbekannter Autor smile

Ich mag Deine Geschichte. Sie ist flüssig geschrieben und zeigt, dass es wirklich Sinn machen kann, seinem Bauchgefühl zu vertrauen. Du beschreibst, dass es durchaus Menschen gibt, für die wahre Emotionen mehr bedeuten als beruflicher Erfolg oder Reichtum. Bei den Dialogen frage ich mich an einigen Stellen allerdings, ob die Menschen, die Du beschreibst, sich wirklich so gewählt ausdrücken würden. Phasenweise wirkt das zu steif, finde ich.

Manche Dialoge sind dann wieder richtig klasse - wie der hier zum Beispiel:
Zitat:
„Ist es nicht ziemlich leichtsinnig, einen Wildfremden von der Straße aufzulesen und im Auto mitzunehmen?“
„Falls Sie unterwegs frech werden, trete ich Ihnen auf die schmerzenden Füße“, erwiderte ich kess.


Die Kinder sind richtige Kotzbrocken ... und das wird schon lange vor dem belauschten Gespräch deutlich. Sie bezeichnen Stephan als Schnorrer, leben aber als junge Ewachsene vom Geld der Mutter, weil sie ihr eigenes Erbe schon verbraucht haben.

Ich wünsche den beiden jedenfalls noch viele glückliche Jahre smile

Klar, man könnte die Geschichte kürzen, weil sich einige Dinge vom Sinn her wiederholen. Mich persönlich stört die Länge nicht.


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Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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Heidi
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Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 13.09.2016 10:16    Titel: Antworten mit Zitat

Ich gebe zu, ich hab nur bis zum ersten Sternchen konzentriert gelesen, den Rest überflogen (das aber mehrmals). Es fehlt die Spannung, ein Gefühl, das rübergebracht wird. Die Geschichte ist sehr lang, es passieren allerhand Sachen, die aber berichtartig niedergeschrieben wurden. Selbst die Stelle, die enormes Potenzial hätte, um den Leser mitzunehmen, wurde nur oberflächlich abgehandelt.

Zitat:
Zunächst dachte ich, es wäre mit ein paar Stunden Bettruhe getan, doch im Morgengrauen bekam ich starke Schmerzen und musste mich in eine Klinik begeben.
Es stellte sich heraus, dass ich unter einem beschleunigten Knochenverfall litt, eine seltene Krankheit, die erblich bedingt war. Dasselbe unheilbare Leiden hatte meine viel zu früh verstorbene Mutter seinerzeit befallen. Die Ärzte konnten es verlangsamen, aber nicht gänzlich aufhalten. Wie viele Jahre mochten mir wohl noch bleiben?


Das wirkt kühl auf mich. Ich nehme es so hin, gehe aber nicht mit. Bei so einem dramatischen Thema wünsche ich mir als Leser auch ordentlich Dramatik. Ich kann an dieser (das betrifft auch andere Stellen), nicht mit deiner Protagonistin mitleiden, sie lässt mich nicht an sich ran, und ich bin mir sicher, dass ein Mensch, der so eine Diagnose gestellt bekommt, das nicht so nebenbei wegsteckt.  

Zwar wurden alle Vorgaben erfüllt, für mich ist die Umsetzung deiner Geschichte aber zu unausgereift - selbst, wenn ich ein Auge zudrücken würde, weil sie in kurzer Zeit und unter Druck verfasst wurde. Da denke ich: Weniger wäre mehr gewesen. Deshalb keine Punkte.


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Oktoberkatze
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Ei 1 Ei 9


BeitragVerfasst am: 13.09.2016 15:51    Titel: Antworten mit Zitat

Beeindruckend, wie viel du in der kurzen Zeit geschrieben hast. Für meinen Geschmack wäre hier allerdings weniger mehr gewesen, da sich einige Längen eingeschlichen haben.
Zitat:
Mein Sohn und meine Tochter betrachteten unser Verhältnis leider mit unverhohlener Skepsis.
„Der ist doch nur auf dein Geld aus“, sagte Susanne. „In seinem Beruf kommt er offensichtlich nicht weiter, darum hält er Ausschau nach einer gut betuchten Frau.“

Das ließ tief blicken, denn wie sich später herausstellte, schließt die Tochter mal fix von sich auf andere Twisted Evil


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hobbes
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BeitragVerfasst am: 14.09.2016 22:13    Titel: Antworten mit Zitat

Tja. Wie sag' ich's. Am besten vielleicht gar nicht, aber hey, Wettbewerb, wenn, dann kriegen alle einen Kommentar.

Also, das war leider nichts. Die Geschichte ist ja auch ein wenig hanebüchen - mal eben die Kinder enterbt, nur kein Mitleid, keine Trauer, denn hey, die haben es schließlich verdient!, und sie lebten glücklich und so weiter.
Nun ja, das wäre halb so schlimm, aber die Sprache finde ich leider ziemlich schlimm. So redet doch keiner? Erinnert mich ein wenig an diese Groschenromane, Titel wäre dann so etwas wie: "Die Fürstin und der Erstverkäufer."
Ich könnte jetzt einiges aufzählen, woran ich das festmache, aber es gibt ja noch andere Texte zu kommentieren, daher belasse ich es bei der einen Stelle, an der es mir besonders (unangenehm) auffiel:
Zitat:
erwiderte ich kess.
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Tjana
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BeitragVerfasst am: 15.09.2016 20:35    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr langer Text.
In zwei Stunden geschafft? Hut ab!!! Da kann man verzeihen, wenn aus Jürgen plötzlich Rolf wird.
Die Umsetzung der Vorgaben wirkt leider wie grade noch schnell zwischengefügt.
Warum ist der Titel in Versalien geschrieben? Um den Trotz der Mutter gegen ihre Rabenkinder zu verstärken?


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holg
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Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 16.09.2016 14:43    Titel: Antworten mit Zitat

Witwe findet trotz der Ränke ihrer Kinder ihr zweites Glück.

Was mir gefällt:
Eine ausgearbeitete Geschichte, gut geplant und "konsequent"auf das Ende hin geschrieben.

Was mir nicht gefällt:
Die hölzerne Sprache.
"Anstatt eine Bank zu suchen, begeben wir uns zu meinem Wagen." zB. Wer würde so sprechen?
Der Infodump. Da steht viel Text. Die Hälfte könnte weg, weil für den unmündigen Leser nur herumerklärt und wörtliche Rede so verdreht wird, dass noch ein bisschen mehr Information zur Vorgeschichte hinein gepresst werden kann.
Außerdem ist das Thema, der fehlende Vers nur eine Floskel in der Einführung der Geschichte. Er hätte sich schön am Ende wiederfinden können, aber da musste ja noch ein Schicksalsschlag hin. Ach ja.

Fazit:
Viel Text um eine im Prinzip gute Geschichte, die sich wegen steifer Sprache und Infodumpwasserfall unnötig aufbläht, dabei das Thema verliert.


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Froh zu sein bedarf es wenig.
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Lilly_Winter
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BeitragVerfasst am: 16.09.2016 21:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

Vorgaben:
Thema »Der fehlende Vers«
Der verstorbene Mann, als fehlender Vers im Leben.
Jemand steht an einer Kreuzung und kann sich nicht auf den Beinen halten / während einer Autofahrt kann einer der Insassen nicht sagen, ob der Wagen sich bewegt, oder nicht.
Stephan muss sich setzen, weil seine Füße schmerzen.
Jemand wartet auf ein Ereignis, dessen Eintreffen in zwei Stunden erwartet wird.
Nur noch zwei Stunden bis zu ihrem Geburtstag.


Ein paar kleinere Fehler haben sich eingeschlichen.
Für zwei Stunden ist es sehr viel Text. Mich stört ein wenig, dass der fehlende Vers mehr Nebenhandlung ist. Der Text würde auch funktionieren, wenn sie ihren Mann anders benennen würde.
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Kopfkino
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Wohnort: zwischen Fluss und Wald


BeitragVerfasst am: 17.09.2016 20:06    Titel: Antworten mit Zitat

Eine interessante Geschichte. Zum Ende hin finde ich ein wenig verzwungen. Die gierigen Charaktere der Kinder sind mir etwas zu platt. smile

_________________
Lächeln!
____
...
Stop complainig said the farmer
who told you a calf to be?
...
But whoever treasures freedom
like a swallow has learned to fly.
...
(Donna Donna, Zeitlin und Secunda, Übers. Joan Baez)
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Ithanea
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Alter: 28
Beiträge: 1271

Ei 3


BeitragVerfasst am: 18.09.2016 14:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
Respekt, noch ein weiterer, so langer Text. Keine Ahnung, wie man das in den zwei Stunden schaffen kann, aber ihr habts geschaft, nicht schlecht. Die Vorgaben kann ich alle finden, die Figuren sprechen wie aus der Bausparvertrag- oder Versicherungswerbung (wobei, selbst die dürften mittlerweile lockerer/lebensechter sein), keine Fehler/Verständnisprobleme zu finden, aber leider auch nichts, was mich an den Text bindet/mein Interesse weckt. Von daher wahrscheinlich keine Punkte, obwohl am Text jetzt nichts falsch gemacht ist, ist mehr so ein persönliches Vorlieben-Ding, sorry.


_________________
Verschrieben. Verzettelt.
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poetnick
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Alter: 56
Beiträge: 417
Wohnort: Möglichkeiten


BeitragVerfasst am: 18.09.2016 14:53    Titel: Antworten mit Zitat

Ohne Kommentar, um bewerten zu können.

_________________
Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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Pudelzucker
Schreiberassi

Alter: 30
Beiträge: 42



BeitragVerfasst am: 18.09.2016 19:54    Titel: Antworten mit Zitat

Daumen hoch für diese Leistung, einen so langen, fehlerarmen Text in zwei Stunden zu liefern! (Jürgen heißt nur kurz Rolf wink
Guter Lesefluss, es fällt mir nur schwer nachzuvollziehen, dass deine Prota scheinbar so zufrieden mit dem Ausgang dieser Geschichte ist, in der sie ihre beiden intrigierenden Kinder abgeschossen hat. Gut, dass sie aus der Nummer rauskam - aber es waren schließlich die eigenen Kinder!
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Michel
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Beiträge: 1590
Wohnort: Südwest
Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 19.09.2016 11:30    Titel: Antworten mit Zitat

Das alles in zwei Stunden? Meine Güte.

Eine Frau lernt jemand kennen, die erwachsenen Kinder sind not amused und wollen sie kaltstellen. Sie rächt sich und nimmt ihr Leben in die Hand.
Der Text beginnt relativ distanziert, klingt etwas gestelzt und stimmt mich trotz Ich-Erzähler auf eine auktorial-distanzierte Haltung ein. Das gelingt leider zu gut: Letztlich erzählt der Text für mich keine Geschichte, sondern berichtet davon, v.a. in der zweiten Hälfte.
Die ersten Absätze sind für mich überladen. Die Schuh-Szene wird zu weit ausgewalzt, hier wäre es gut, einen großen Teil der wörtlichen Rede erzählend zusammenzufassen und alles, was für die Geschichte nicht notwendig ist, zu streichen. Infodump: Die Figur erzählt einiges nur ihrem Gegenüber, damit der Leser es "mithört" - und das hört man, es klingt gestelzt und unecht. (Bsp.: „Bei aller Trauer empfinde ich auch tiefe Dankbarkeit.")
Die Gestaltung über einzelne, auch optisch voneinander getrennte Episoden könnte helfen, uninteressante Zwischenszenen oder Nacherzählungen auszulassen und die Bedrohung ebenso wie die Rache in ausgewählten Einzelszenen zu präsentieren - Mut zur Lücke! Die Chance geht durch das viele Nacherzählen aus dem Off verloren. Die Inquits ("sagte Susanne", "warnte Jürgen") verlangsamen unnötig den Lesefluss. Und die Auflösung des Konfliktes ist etwas vorhersehbar und wird dafür zu stark in die Länge gezogen.
Fazit: Da muss noch durchgekehrt werden, damit aus einer auch amüsanten Rachegeschichte eine gut lesbare amüsante Rachgeschichte wird.
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rieka
Geschlecht:weiblichSucher und Seiteneinsteiger


Beiträge: 974



BeitragVerfasst am: 19.09.2016 21:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo unbekannter Dichter. Erst einmal – Respekt, Respekt. Einen brauchbaren Text in zwei Stunden aus dem Nichts zu fertigen ist in meinen Augen eine tolle Leistung.
Bei der Punktevergabe war ich stark zerrissen zwischen meinen Vorlieben und dem Versuch, die Aufgabenstellung korrekt zu beachten. Das wirst du kennen.

Jetzt zum Inhalt:  
Die Art, wie Prota und ihre Bekanntschaft bzw. ihr späterer Partner miteinander sprechen, wirkt auf mich stellenweise gestelzt? Dann wird auch in den Dialogen viel erklärt, ausufernd, so dass ich mich lange fragte, worum es denn in der Geschichte wirklich geht. Es entsteht sehr viel Text – für meine Begriffe für einen fff-Text erstaunlich viel Text - ohne dass sich mir die Aussage erschließt. Mich fasst kein Gefühl. Daher habe ich beim ersten Lesen viel Text übersprungen.
Fazit: dein Text wirkt auf mich wie ein Bericht, ein Lebensbericht, wie er manchmal für diverse Dinge gebraucht wird. Die Prota tut mir stellenweise leid, teilweise nervt sie mich auch in ihrer Selbstgerechtigkeit. Das heißt, mit etwas weniger Schwarz-weiß-Zeichnung wäre sie mir angenehmer. Das Geschehen geht insgesamt nicht in mich über.
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Amaryllis
Geschlecht:weiblichForenschmetterling

Alter: 33
Beiträge: 2000

Das goldene Stundenglas Das Silberne Pfand


BeitragVerfasst am: 21.09.2016 15:30    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Inko,

puh, das war ja vielleicht eine Textmasse. Ich denke, insofern merkt man deinem Text die kurze Zeit doch an, denn ich empfand manche Passagen als ein wenig unnötig, da hätte man sicher noch straffen und feilen können.

Die Umsetzung vom verlorenen Vers hat mir aber extrem gut gefallen, während das "nicht auf den Beinen halten können" schon recht weit ausgelegt wurde.

Die Pointe fand ich ... äh ... etwas sehr ... ach, ich weiß auch nicht. Also ich finds schon gut, dass sie sich da wehrt und eben auch konsequent ist, aber ich hätte es etwas weniger plump verpackt netter gefunden.

Ich denke aber, in die Punkteränge geht sich das schon aus smile

LG, Ama


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Mein Leben ist ein Scherbenhaufen...
Aber ich bin der Fakir.
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Seraiya
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 914



BeitragVerfasst am: 22.09.2016 09:06    Titel: Antworten mit Zitat

Aufgrund von Zeitmangel muss ich mich auf das Nötigste beschränken.
Ich musste mich zwingen. Respekt für die Menge.
4 Punkte


LG,
Seraiya


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Einen Dummkopf erkennt man daran, dass er alles abtut, was er anhand eigener Erfahrungen nicht erklären kann.
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Eredor
Geschlecht:männlichDichter und dichter

Moderator
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Traumtagebuch
BeitragVerfasst am: 22.09.2016 11:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

bei manchen Texten hätte ich mir mehr Worte gewünscht, hier wünsche ich mir weniger. Das ist alles sehr routiniert geschrieben, fast schon zu routiniert. Eine Geschichte wie aus einem Guss, ohne wirklich nachempfindbare Höhen oder Tiefen. Auch die Charaktere erscheinen mir wie Stereotypen aus dem gängigen Liebesdrama, alles glattgeschliffen, ohne Ecken und Kanten (und es sind ja die Ecken und Kanten, die einen Charakter erst interessant machen). Auch die Krankheit der Protagonistin geht total an mir vorüber, vermutlich auch, weil die Erzählinstanz einfach daran vorübergeht, aus Zeitdruck nehme ich an. Ich finde hier leider keinen Zugang. Auch der fehlende Vers ist hier nur ein Randdialog und kein Hauptthema.

LG Dennis

P.S.: Sorry, falls das hart klang. Mit weniger Worten meinte ich: Mehr Dichte zwischen den Worten.


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- Lütfiye Güzel
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Flush
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

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BeitragVerfasst am: 23.09.2016 12:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Teilnehmer,
das ist eine schöne Kurzgeschichte mit Happy End.
Ganz schön lang und ohne Fehler.
Die Wettbewerbsbedingungen sind auch erfüllt...
Grüße
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Uwe Helmut Grave
Geschlecht:männlichOpa Schlumpf

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BeitragVerfasst am: 24.09.2016 07:39    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für die ehrlichen Kommentare, ich hatte schon befürchtet, gnadenlos abgestraft zu werden - für den Versuch, einen kompletten (fiktiven) Groschenroman innerhalb von knapp zwei Stunden als Kurzgeschichte zu erzählen. Meine hauptsächliche Heftromanzeit lag in den Neunzigern des vorigen Jahrtausends (danach folgten fast nur noch Bücher, eigentlich schade), und es hat mich manchmal geärgert, die Geschichten stets gut enden lassen zu müssen - sprich: Die Mutter hätte ihren Kindern verziehen und ihren Liebsten am Schluss geheiratet. Ich wollte gern einmal etwas ohne seichtes Happyend schreiben, aber auch mit keinem allzu brutalen Ende.
Ein orthographischer Fehler fiel mir im Nachhinein noch auf: Man schreibt inzwischen "Ein und Alles" groß. Den Namensverwechslungshektikfehler Rolf/Jürgen habe ich, wie ich zu meiner grenzenlosen Schande eingestehen muss, erst bemerkt, als ich eure Kommentare las.
Tschüss!
Euer Udo Cool


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U.H.G. - Freude am Lesen
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