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Schreiben, um mich zu erinnern

 
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Kew
Geschlecht:männlichSchreiberassi


Beiträge: 44



BeitragVerfasst am: 17.10.2011 19:00    Titel: Schreiben, um mich zu erinnern eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Du standest am Fluss und jenseits erhob sich der Wolkenkratzer, ein Schattenriss gegen die Sonne. Dein Haar glühte rot im Abendschein. Dem Kartenmotiv fehlen dieses Rot und die Sonne, aber es erinnert mich an dich, erinnert an deine Augen, grau wie Stein.
Du hast gesagt, es wäre unser letzter Tag, und ich verstand dich nicht – bis zur Abreise waren noch Wochen. Aber ich fragte nicht und wir spazierten am Fluss entlang. Die Bäume standen in Scharlach und Gold. Du hast meine Hand gehalten, deine Finger waren kalt vom Wind. Und die Jungs sahen dir nach, waren neidisch auf mich - ich muss immer noch lächeln.
Wie alt waren wir damals? Neunzehn vielleicht. Es war unsere erste Reise, es war unsere letzte Reise. Ich wusste nichts davon. Denn du hattest mir nichts gesagt.
Erst am Abend, als wir auf dem Hausboot saßen und die Kellner Meeresfrüchte brachten – erst da hast du mir erzählt, dass du gehen würdest:
„Weißt du, ich habe einen Traum gehabt. In dem Traum schlafe ich in einer Hängematte unter Palmen. Ich habe die Augen geschlossen und kann trotzdem den Affen sehen, der in den Blättern über mir hängt. Er grinst mich an, seine Zähne sind ganz weiß. Sie sehen aus wie hingemalt. Der Affe klettert den Stamm hinab. Sein Grinsen ekelt mich an, aber ich kann mich nicht bewegen, ich schlafe. Und der Affe spricht: ‚Soll ich dir die Erleuchtung bringen?‘ Er beugt sich nach vorne, fährt mit der Hand in meinen Mund. ‚Ich kann dir zeigen, wer du wirklich bist.‘  Ganz hinein steckt er seinen Arm, wühlt in meinem Inneren. Er lachte mir ins Gesicht, mit diesen weißen Zähnen, und zieht eine Elfe aus meinem Mund. Eine Elfe mit Flügeln und meinem Gesicht. Dann läuft er davon, die Elfe in der Hand, und ich erwache.“
Ich weiß die Worte noch, weiß jedes Einzelne. Und ich wünsche mir, dass du deinen Affen findest und wir wieder spazieren gehen am Fluss, wenn es Herbst ist und die Sonne eine Frucht am Horizont.
Dein Bruder.

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Pünktchen
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 26
Beiträge: 204

Ei 9


BeitragVerfasst am: 18.10.2011 18:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hier meine Notizen:

Die verliebte Stimmung gefällt mir gut, passt allerding nicht, wenn er ihr Bruder sein soll
Traum genial

Für ausführlicheren Kommentar bitte per pn melden wink
Lg
.chen


_________________
"Teile die Welt nicht in Schwarz und Weiß. Versuchs mit Farben."
by a friend.
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lady-in-black
Bitte nicht füttern


Beiträge: 1654
Wohnort: Killer Förde
Der goldene Käfig Extrem Süßes!


BeitragVerfasst am: 19.10.2011 09:49    Titel: Antworten mit Zitat

Moin,  smile

dieser Text hat mich etwas verwirrt.  Confused
Durch die Unterschrift: "Dein Bruder" wirkt der Anfang nachträglich auf mich, als gehe es hier um Inzest.
Oder das Hausboot ... ist plötzlich ein Restaurant?!  Shocked

Die Idee mit dem Affen fand ich aber recht gelungen, auch einige Formulierungen sind sehr schön.


_________________
- Ich würde mich gerne geistig mit Dir duellieren ... aber ich sehe Du bist leider unbewaffnet.
- Nein, Stil ist nicht das Ende vom Besen.
- Ich spreche fließend ironisch, auch im sarkastischen Dialekt.
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Einherjer
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 556



BeitragVerfasst am: 20.10.2011 20:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo.


Die formellen Vorgaben sind erfüllt, daher keine Abzüge.


Ich finde nur schwer in die Geschichte hinein. Ein Pärchen hat sich getrennt, weil die junge Frau einen seltsamen Traum gehabt haben will. Anscheinend sind beide Geschwister.

Die gezeigten Bilder gefallen mir hingegen sehr gut. Auch der Traum wirkt sehr plastisch.

Schwierige Entscheidung.


Gebe dir 7 Federn.


Gruß


Einherjer


_________________
Stil ist die Fähigkeit, komplizierte Dinge einfach zu sagen - nicht umgekehrt (Jean Cocteau)

Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist der gleiche wie zwischen einem Blitz und einem Glühwürmchen. (Mark Twain)
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mondblume
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 41
Beiträge: 1276
Wohnort: Costa Brava


BeitragVerfasst am: 20.10.2011 21:13    Titel: Antworten mit Zitat

Aus Zeitmangel leider nur ein kurzer Kommentar:

Es wäre nett gewesen, einen Hinweis zu geben, was der seltsame Traum bedeutet, resp wohin sie deswegen gegangen ist. So bleibt die Geschichte einfach nur wirr und lässt mich gleichgültig.

Zitat:
und die Sonne eine Frucht am Horizont.

Den Satz mag ich allerdings.


_________________
*** Wie Nebel in der Sonne (Amazon Publishing/Tinte&Feder), 14.08.18
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hobbes
Geschlecht:weiblichTretbootliteratin


Beiträge: 3353

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 21.10.2011 11:03    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist mir zu pathetisch.
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Rosanna
Richter und Henker

Alter: 26
Beiträge: 1201

Pokapro V & Lezepo III Silberne Harfe


BeitragVerfasst am: 21.10.2011 15:14    Titel: Antworten mit Zitat

Moin,
Kurzkommentar wegen der Masse an Texten.

Das ist schön. Der erste Text, in dem die Bilder sitzen und nicht lächerlich wirken. Mein Favourit. Traurig, trotzdem schön. Acht Federn.

Liebe Grüße,
Rose


_________________
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Dienstwerk
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 51
Beiträge: 1313
Wohnort: Gera/Markkleeberg
DSFo-Sponsor Goldene Harfe


BeitragVerfasst am: 21.10.2011 15:21    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Pokapro-Teilnehmer!

Da ich davon ausgehen kann, dass die Vorgaben eingehalten wurden, gibt es dafür von mir keine extra Bewertung. Nur, wenn mir etwas arg konstruiert erscheint, ziehe ich bei der Aufgabenerfüllung einen Punkt ab.

Ich habe ein einfaches Schema erarbeitet und denke, damit kann ich fair befedern. (Vorgabe, Sprache 1-3, Logik 0-1, BG 1-4, Idee)

Vorgabenerfüllung: -

Sprache/Stil: 2

Logik/schlüssiger
Handlungsstrang: -

Bauchgefühl/
pers. Gefallen: 1

Zusatzpunkt Idee: -

vorläufige Gesamtpunktzahl: 3

Die Bewertung kann sich im direkten Vergleich evtl. noch nach oben oder unten ändern.

Aufgrund der Vielzahl an Einsendungen gibt es von mir nur eine kurze persönliche Einschätzung und keine ausführliche Kritik:

Nun ja, verstörende, plastisch beschriebene Traumbilder, die ich jedoch der restlichen Geschichte bzw. dem Text auf der Karte nicht zuordnen kann. Aber für mich ist die Postkarte ja auch nicht bestimmt. wink

LG, Ana
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Gast







BeitragVerfasst am: 22.10.2011 00:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ...

Also ein Postkartentext ... ich verstehe, dass der Bruder sich die Schwester zurückwünscht, aber ihren Traum zu interpretieren, das habe ich nicht geschafft.
Wieder ein letzter Satz, der die Geschichte verdirbt:

Zitat:
Und ich wünsche mir, dass du deinen Affen findest und wir wieder spazieren gehen am Fluss, wenn es Herbst ist und die Sonne eine Frucht am Horizont.


Geschmackssache, klar smile

LG

Lorraine
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Gast







BeitragVerfasst am: 23.10.2011 08:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo PokaproAutor/in,

in meine Bewertung eingeflossen sind: die kreative Idee zur Geschichte, die Erfüllung der Aufgabe, die korrekte Einbindung der Vorgaben. Ich finde es nicht schlimm, wenn die Stadt nicht erkannt wurde, solange das Motiv erkennbar bleibt. Logik- und Rechtschreibfehler habe ich ebenso berücksichtigt wie die sprachliche Ausarbeitung. Eine Extrafeder gibt es für den subjektiven Eindruck, weil der Geschmacksache ist. Entscheidend ist aber, wie die Geschichte im Vergleich mit den anderen Storys besteht.
Meine Kommentare werden diesmal sparsam ausfallen, weil ich im Umzugs- und Renovierungsstress stecke. Deshalb nur eine kurze Zusammenfassung:

Warum wünscht dieser Bruder seiner Schwester nicht wirklich etwas Gutes? Schließlich wühlt der ekelig grinsende Affe (wenn auch nur im Traum) tief in seinem Mund – und nimmt dann die Elfe (das Ich des Bruders (wieso ist der Bruder eine Elfe?)) auch noch mit. Beraubt ihm also des Ichs. Dennoch finde die Geschichte kreativ.
„Kann dir“ gehörte an den Satzanfang.

Liebe Grüße
Monika
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fancy
Geschlecht:weiblichSchmuddelkind

Alter: 60
Beiträge: 3552
Wohnort: Im sonnigen Süden


BeitragVerfasst am: 23.10.2011 17:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

du erwähnst, zwar die Karte, schreibst aber weder, was darauf steht, noch wie sie auf dem Boden gelandet ist.

Damit hast du in meine Augen die Voragen nicht erfüllt.


_________________
Don't start doing things, just do them. Fang nicht an, Dinge zu tun, tu sie einfach! (Me)
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Aknaib
Geschlecht:weiblichAutor

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Beiträge: 746
Wohnort: Dresden
DSFo-Sponsor Lezepo IV


BeitragVerfasst am: 23.10.2011 20:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Autor/in,

diesmal gibt es nur einen Kurzkommentar von mir.
Die Wettbewerbskriterien sind für mich nicht erfüllt. Es fehlt der Bezug zur gefunden oder verlorenen Karte. Und damit entsteht ein Text, der dem Wettbewerb nicht gerecht wird.
Die Einbindung des Traumes ist mir zu gewollt und entbehrt einer Grundlogik.
Hinzu kommt, dass hier versucht wird, ein halbes Leben in "350" Worten zu erzählen. Dememtsprechend kann es auf die Kürze des Textes nicht gelingen, mich zu fesseln.

Grüße Bianka
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anuphti
Geschlecht:weiblichTrostkeks

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Beiträge: 3704
Wohnort: Isarstrand
DSFo-Sponsor Pokapro 2015


BeitragVerfasst am: 23.10.2011 21:12    Titel: Antworten mit Zitat

Geht es um einen Traum?

Oder beschreibst Du hier die Ausprägung einer Schizophrenie?

Sprachlich schöner als inhaltlich ...

Leider ist die Situation nicht ganz eindeutig formuliert, deshalb bleibt ein schaler Nachgeschmack.

Deshalb oberes Mittelfeld.

LG
Nuff


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You don´t have to fight to live as you wish; live as you wish and pay whatever price is required. (Richard Bach)
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Kara
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 43
Beiträge: 399



BeitragVerfasst am: 24.10.2011 10:31    Titel: Antworten mit Zitat

schöner Schreibstil, schöne Bilder. Es hakt bei mir im Verständnis; ist sie tot ( Selbstmord oder wie?) oder abgereist oder was ist mit ihr geschehen? Der Leser ist neugierig, möchte mehr erfahren. Empfinde den Text als gelungenen Anfang einer Geschichte, die noch zu Ende erzählt werden will.

_________________
...nur wer sich bewegt, bewegt auch was...
... Gras wächst auch nicht schneller, wenn man dran zieht...
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Kekewa
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 563
Wohnort: in Oberbayern (dirndlfrei)


BeitragVerfasst am: 24.10.2011 11:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hm. Ich bin jedes Mal, wenn ich den Text lese, hin und her gerissen zwischen einem zustimmenden Nicken und einem "ja, aber".

Was mir gut gefällt ist, dass diese Sequenz Tiefgang hat - der Traum fesselt und regt zum Nachdenken an.
Was mir aber fehlt, das sind echte Gefühle des Bruders. Das klingt alles zu aufgesetzt.
Mein Fazit: Der Anfang ist so lala, zum Ende hin immer besser, der Traum, als Herzstück des Ganzen, sehr gelungen.


_________________
„Alltag ist nur durch Wunder erträglich.“
Max Frisch (1911-91)
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Gast







BeitragVerfasst am: 24.10.2011 15:18    Titel: Antworten mit Zitat

Aufgrund der Menge der Beiträge seht mir bitte nach, dass mehr als eine Befindlichkeit nicht drin ist.
Habe versucht jeden Text gleich und unvoreingenommen zu lesen, was mir nicht gelungen sein wird. Denn es spielt eben doch eine Rolle, ob es der erste oder der fünfzehnte ist, in dem zwei/drei Menschen mit einen Schicksalsschlag oder -wendung konfrontiert werden und dabei eine Postkarte eine Rolle spielt.
Tut mir den Gefallen und seht es nicht zu eng – Textkritik ist anders.

Die, denen ich nur wenige Federn verpasst habe – nehmt das nicht zu hart. Es sind feine Abstufungen in den Texten, die zwingen, die Skala zu nutzen. Oft sind die Ideen gut, aber die Umsetzung hapert noch.


Sowohl der Titel und die abschließende Unterschrift halte ich für überdenkenswert – aber der Text ist ganz klar meins. Schade, dass er hier zu Ende ist, den beiden würde ich noch eine Weile folgen wollen.
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adelbo
Geschlecht:weiblichDichter und Denker


Beiträge: 1890
Wohnort: Im heiligen Hafen


BeitragVerfasst am: 24.10.2011 15:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko
Zunächst war ich beim ersten Lesen völlig überrascht, als ich am Ende „dein Bruder“  las. Aha, dachte ich, das soll der Postkartentext sein. Das schrieb als der Bruder an die Schwester. Dann habe ich die Geschichte noch mal gelesen und sie einigermaßen verstanden.
Das ist ein Text der für mich sehr oberflächlich auf Wirkung aus ist.  Im ersten Moment denkt man an eine Liebesgeschichte, so theatralisch sind die Worte gewählt. Letzter Tag, erste und letzte Reise und ich wusste nichts davon… Ich weiß die Worte noch, weiß jedes Einzelne..
Ja und dann kommt der Traum. Ein Affe der ihr im Inneren wühlt und eine Elfe aus dem Mund zieht. Die Geschichte war ja dann zu Ende, weil ich sonst sowieso nicht weiter gelesen hätte. Das ist nicht meine Welt. Das ist mir zu weit hergeholt. Selbst in Träumen.
LG
adelbo

Zitat:
Du standest am Fluss und jenseits erhob sich der Wolkenkratzer, ein Schattenriss gegen die Sonne. Dein Haar glühte rot im Abendschein. Dem Kartenmotiv fehlen dieses Rot und die Sonne, aber es erinnert mich an dich, erinnert an deine Augen, grau wie Stein.  (Die grauen Wolkenkratzer erinnern an die grauen Augen der Schwester? Überhaupt ist mir dieser Satz zu weit hergeholt)Du hast gesagt, es wäre unser letzter Tag, und ich verstand dich nicht – bis zur Abreise waren noch Wochen. Aber ich fragte nicht und wir spazierten am Fluss entlang. (warum fragte er nicht?)
Die Bäume standen in Scharlach und Gold. Du hast meine Hand gehalten, deine Finger waren kalt vom Wind. Und die Jungs sahen dir nach, waren neidisch auf mich - ich muss immer noch lächeln.
Wie alt waren wir damals? Neunzehn vielleicht. (Also Zwillinge? Bruder und Schwester, gleichalt) Es war unsere erste Reise, es war unsere letzte Reise. Ich wusste nichts davon. Denn du hattest mir nichts gesagt. (Das klingt hochdramatisch) Erst am Abend, als wir auf dem Hausboot saßen und die Kellner (gleich mehrere)  Meeresfrüchte brachten – erst da hast du mir erzählt, dass du gehen würdest: (wieder sehr theatralisch)
Weißt du, ich habe einen Traum gehabt. In dem Traum schlafe ich in einer Hängematte unter Palmen. Ich habe die Augen geschlossen und kann trotzdem den Affen sehen, der in den Blättern über mir hängt. Er grinst mich an, seine Zähne sind ganz weiß. Sie sehen aus wie hingemalt. Der Affe klettert den Stamm hinab. Sein Grinsen ekelt mich an, aber ich kann mich nicht bewegen, ich schlafe. Und der Affe spricht: ‚Soll ich dir die Erleuchtung bringen?‘ Er beugt sich nach vorne, fährt mit der Hand in meinen Mund. ‚Ich kann dir zeigen, wer du wirklich bist.‘ Ganz hinein steckt er seinen Arm, wühlt in meinem Inneren. Er lachte mir ins Gesicht, mit diesen weißen Zähnen, und zieht eine Elfe aus meinem Mund. Eine Elfe mit Flügeln und meinem Gesicht. Dann läuft er davon, die Elfe in der Hand, und ich erwache.“
Ich weiß die Worte noch, weiß jedes Einzelne. Und ich wünsche mir, dass du deinen Affen findest und wir wieder spazieren gehen am Fluss, wenn es Herbst ist und die Sonne eine Frucht am Horizont.   (Sie ist also dem Affen gefolgt? Der Schluss ist sehr abrupt und zerstört die Wirkung des Traumes)Dein Bruder.


_________________
„Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel.“

Bertrand Russell
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Susanne2
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 773
NaNoWriMo: 53854



BeitragVerfasst am: 24.10.2011 19:19    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Autor,

Bruder und Schwester - Die Geschichte ist verwirrend.
Die Karte ist ohne Anrede.
Hier hat sich mir leider einiges nicht erschlossen – was ist mit der verschwundenen Schwester  passiert? Ist sie tot – oder seit Jahren verschollen? Konnte mich leider nicht überzeugen, trotz mehrfacher Versuche.

Für mich: Unteres Drittel.


_________________
Das Leben geht immer weiter - bis zum Tod.
(S.E.- BJ 1959)

----------------------------------------------------------
Wer seinen Kopf verliert, beweist damit noch lange nicht, dass er vorher einen gehabt hat ...
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*Katja*
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 704
Wohnort: Bergisches Land


BeitragVerfasst am: 25.10.2011 01:10    Titel: Antworten mit Zitat

Titel:
Schreiben, um mich zu erinnern - der Titel hat mich nicht angesprochen, noch ist er mir zwischen den anderen Titeln aufgefallen.

Einbindung der Wörter:
Die Wörter und das Postkartenmotiv sind gut untergebracht. Eine Feder ist dir somit sicher wink

Inhalt:
Ein Affe, ein Traum und die Deutung daraus ist nicht mein Ding. Es ist interessant, wie du die Aufgabe gelöst hast - ich hoffe, du warst währenddessen Herr deiner Sinne.
Vielleicht ist die Fantasy auch einfach mit dir durchgegangen. Oder ich habe zu wenig davon, auch gut möglich wink
Die erste Hälfte des Beitrages hat mir gefallen, ich habe mich eingelesen und war gespannt, wie es wohl weitergehen würde. Dann kam die zweite Hälfte ....

Befederung:
Kurz und knapp: 5 Federn gibt es von mir.
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Herbert Blaser
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 54
Beiträge: 334
Wohnort: Basel


BeitragVerfasst am: 25.10.2011 09:24    Titel: Antworten mit Zitat

Der Affe gilt als Symbol der Eitelkeit und der Lüsternheit. Den Affen besiegen heisst, die eigenen Dämonen oder den inneren Teufel besiegen. Obwohl gut geschrieben, hinterlässt mir dieser Text Unverständnis. Wenn sie den Affen wieder finden soll , dann doch in der Hoffnung, dass die Elfe noch lebt?

_________________
Wie haben wir den Mut in einer Welt zu leben, in der die Liebe durch eine Lüge provoziert wird, die aus dem Bedürfnis besteht, unsere Leiden von denen mildern zu lassen, die uns zum Leiden brachten?

Marcel Proust
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Dienstwerk
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 51
Beiträge: 1313
Wohnort: Gera/Markkleeberg
DSFo-Sponsor Goldene Harfe


BeitragVerfasst am: 25.10.2011 19:13    Titel: Antworten mit Zitat

Meine Befederung im Überblick:

1x1, 7x2, 9x3, 10x4, 7x5, 6x6, 4x7, 1x8, 1x9

LG, Ana
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Mardii
Stiefmütterle

Alter: 60
Beiträge: 1838



BeitragVerfasst am: 25.10.2011 19:17    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist gut geschrieben. Vielleicht ist es mir einen Tick zu idyllisch, aber ich würde nicht sagen, es drücke auf meine Tränendrüse. Dafür ist der Text offen für Interpretationen. Die Beiläufigkeit, mit der das Postkartenmotiv eingearbeitet wurde, die Erleuchtung als Teil eines Traumes, gefällt mir gut. Der Text fließt durch ohne Brechung, kann als in sich geschlossen angesehen werden, trotzdem lässt er dem Leser die Möglichkeit, seine eigene Phantasie spielen zu lassen. Der Titel betont die Schlüssigkeit der nicht abgeschickten Karte, deren Schreiber die Erinnerung an die letzte gemeinsame Reise heraufbeschwören will.
Die sprachliche Ungenauigkeit am Schluss.
postkartenprosa hat Folgendes geschrieben:

und wir wieder spazieren gehen (werden) am Fluss,


kann man übersehen, wenn man diese Ausdrucksweise der gesprochenen Sprache zurechnet und nicht, wenn man sich in der Wertung der Beiträge noch nicht schlüssig ist. Mal sehen ...


_________________
`bin ein herzen´s gutes stück blech was halt gerne ein edelmetall wäre´
Ridickully
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