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Buchidee


 
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d.frank
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 39
Beiträge: 870
Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 27.01.2018 11:29    Titel: Buchidee eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Es ist gut, den Anschein der Armut zu erwecken. Niemand von den Leuten, die ihr auf ihrem Weg begegnen, würde vermuten, dass unter dem Deckel der grünen, dicken Stofftasche, die sie mit sich führt, ein mächtiges Bündel Geldscheine steckt. Sie trägt sie bäuchlings um den Hals, weil eine Ahnung sie beschlichen hat, auch, wenn sie nicht mit Sicherheit sagen könnte, woraus diese besteht. Der Hund hat sich im Eingang der Bank erleichtert. Es hat ihm zu lange gedauert. Hunde sind in Banken eigentlich nicht erlaubt, aber man hat sie mit einer Mischung aus Neugier und üblicher Abscheu vorgelassen, ihr einen Kaffee angeboten und dem Hund eine Schüssel Wasser gebracht. Der Bankangestellte, der mit dem künstlich dichten, rehbraunen Haar und dem Bauchansatz über der ansonsten schlank gebliebenen Körpermitte, hat mit einer belustigt, abschätzigen Art die feuchten Papiere entgegengenommen.
“Frau Dublonski?“, hat er gefragt, mit einer Stimme, so als ekelte er sich allein schon vorm Ausspruch eines Namens.
“Dublonski“, hat sie gemurmelt, den Hund davon abgehalten, in seiner mühelos trampeligen Weise den guten Tisch zu erklimmen, und den Ausweis aus ihrer Tasche gekramt, ein kleines Plastekärtchen Identität, mit dem sie nicht mehr viel anzufangen weiß.
Ein paar studierende Blicke, Telefonate und Beglückwünschungen später, hat der Hund eine Wurst auf die grauen Linien des Abtreters gepresst, eigentlich schön anzusehen, von rehbrauner Farbe und fester Konsistenz, und deshalb hat sie das Würstchen dortgelassen.
Jetzt weht Frau Dublonskis gelbkarierter, knielanger Rock im Wind, die baumwollenen, schwarzen Strumpfhosen darunter geben an einigen, bezeichnenden Stellen den Blick auf ihre ältlich gewordene Haut frei, das dunkelrote Einkaufsnetz, das ihre naturgelockte und unbändige Haarpracht zusammenhält und schützt, verleiht ihrem kleinen, rundlich geformten Gesicht eine seltsam filigrane Eleganz.
"Whoa was das denn!", ruft ein junger Mann aus einer Gruppe junger Männer heraus. Innerlich bemängelt Frau Dublonski nicht nur deren Umgangsformen, ungestüm wie der Hund, immer überall die Schnauze hineinstecken, aber wehe da kommt eine Tüte geflogen, dann aber ratzfatz den Schwanz eingeklemmt und unter den Rock gekrochen. Frau Dublonski stellt sich in Pose, als die Männer ihre Handys zückten. Frau Dublonski schert sich nicht darum, vielleicht für einen dieser Filmchen herhalten zu müssen, Frau Dublonski hat auch kein Interesse am Persönlichkeitsrecht. Sie dreht den Fotografen ihre Kehrseite zu, das mit der Kehrseite hat sie schon oft gesehen, das ist wie eine geheime Sprache, und Frau Dublonski hat eine Tugend daraus gemacht, indem sie an einigen müßig, warmen Abenden mithilfe ihres Strickzeugs eine große, gelbe Sonne auf die Kehrseite ihrer Strumpfhose aufgebracht hat. Dahinten lässt man die Sonne scheinen, denkt Frau Dublonski, als sie lächelnd den Rock lupft und der Hund sich gebärdet, als wäre er eingeweiht.

"Isabell!", ruft Susann aus der Küche ins Nebenzimmer. Am Kühlschrank hängt eine Liste für den Küchendienst, an die sich nie jemand hält, auch Isabell nicht. Sie erscheint im Türrahmen. Susann bemerkt nicht zum ersten  Mal, dass Isabells Haare, so ungeordnet nach oben gesteckt, dem kleinen, rundlich geformten Gesicht eine seltsam filigrane Eleganz verleihen. Das dort ist kein Kind mehr, auch noch keine Frau, irgendetwas dazwischen, das mit eingeübt lässiger Pose und provozierend vorgestrecktem Kinn irgendetwas von: "Was ist denn schon wieder?", zurückgibt, schlecht zu verstehen, weil nur hervor gespuckt wie ein Stück Knorpel.
"Du könntest mir helfen, den Abwasch zu machen."
Isabell wirkt unentschlossen, ein bisschen wie damals im Wasserpark, oben auf der wasserblauen Rutsche, zusammen mit Markus, der ihr in seiner geduldigen Art gut zugeredet hat. Susann schiebt die Schultern vor, es ist lange her, dass sie an Markus denken musste.
“Ich muss lernen“, sagt Isabell, kein anderer Wortlaut, als der, keine Lust zu haben. Aber er zieht, weil er Susann an der Wurzel packt. Hätte sie doch bloß gelernt, sich selbst etwas beigebracht, wie man es aushielt, immer spröder zu werden, unter Reibung nicht nachzugeben, die Balance aus Kopf hoch und Kopf runter, die man abzuschätzen hat, etwas mehr Witz auf den Lippen, weniger Fleisch die Hüften hinab. Vorne schließt es. Gregor kommt von der Arbeit und Isabell sieht sich sofort befreit. Sie reden nicht miteinander. Immer steht Susann als Vermittler da. Mit zehn oder so, da hat es noch gereicht, Freitags die animierten Filme zu sehen, überbackene Weizenteile mit selbstgemachter Dipsoße, ein Fest, ein kleines, aber wie Tradition. Solche Dinge sind es, an denen sich Susann gern festhalten möchte.
“Du wirst mal sone bescheuerte Katzenoma“, hat Isabell gesagt, in dem typisch vergnatzten Ton einer Fünfzehnjährigen und deshalb hat Susann kurz gelacht. Im Spiegel ist sie nicht mehr weit davon entfernt, ein verhutzelt, verquollenes Abbild ihrer Tochter zu werden, gediegene Blusen und Rollkragenpullover, um keinen Preis auffallen, weder in Gesellschaft, noch in dem kleinen Kosmos der eigenen vier Wände. Gregor mag diese Häuslichkeit, sie täuscht ihn über das Alter hinweg, ohne dass er sich alt fühlen muss. Ankommen, auspacken, aufgehoben werden. Dann wird sie eben eine Katzenoma, Susann hat einfach nicht gelernt, komplett für sich allein zu stehen.


Am späten Nachmittag hat Frau Dublonski ein schattiges Plätzchen gefunden. Der Hund gräbt mit purer Leidenschaft ein Loch neben ihr in die Rasenfläche. Vielleicht könnte sie das viele Geld drin verstecken. Hat man das früher nicht so gemacht? Ein Bündel in die Kissen genäht und ruhig drauf geschlafen?
Frau Dublonski weiß nicht so recht, wann sie das letzte Mal ruhig geschlafen hat..

12Wie es weitergeht »


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anuphti
Geschlecht:weiblichTrostkeks

Alter: 53
Beiträge: 3701
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BeitragVerfasst am: 27.01.2018 12:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

das ist richtig richtig gut!

Ich bin mir zwar noch nicht im Klaren, was Frau Dublonski mit Susan und Isabell zu tun hat, aber schon die ersten Zeilen haben mich gepackt und ich möchte nicht nur wissen, wie es weitergeht, sondern würde viel darum geben, mich sprachlich so ausdrücken zu können.

Ich mag den Humor von Frau Dublonski smile

Mein einziger Kritikpunkt ist der Titel Deines Threads. Ich fürchte, der ist nicht sehr gelungen und wird potentielle Leser vielleicht nicht so ansprechen.
Vielleicht fällt Dir etwas Interessanteres ein und Du kannst einen Moderator bitte es noch nachträglich zu ändern.

Sehr gerne gelesen und gespannt auf die Fortsetzung!

LG
Nuff
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d.frank
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 39
Beiträge: 870
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BeitragVerfasst am: 27.01.2018 16:55    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo anuphti,

danke für die Blumen! Und keine Ermahnungen wegen der vielen Adjektive und allgemeinen Behäbigkeit besonders im ersten Teil?
Frau Dublonski ist eigentlich eine Figur aus einem meiner anderen Projekte. Irgendwann hat sie mich dieser Tage von hinten angesprungen und wollte Aufmerksamkeit. Laughing  Das Ganze hat deshalb noch keinen Titel, weil ich den Gedanken zunächst nur festhalten wollte und weil er auch gleich so bildlich war, habe ich ein erstes Kapitel draus gemacht. Mit Titeln tue ich mich immer schwer, meistens setze ich sie erst ganz am Ende über eine Geschichte.
Wollte erst mal wissen, ob die Idee für ein Buch reichen könnte und jemand geneigt wäre, so was zu lesen.

Vielen Dank für dein Vorbeischauen und das sehr wohlwollende Lob! := )
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BlueNote
Geschlecht:männlichStimme der Vernunft


Beiträge: 6710
Wohnort: NBY
Ei 4



BeitragVerfasst am: 27.01.2018 17:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ink!

Mit gefällt der Ausschnitt auch (sehr/ziemlich/überwiegend), obgleich er nicht zu 100 % meinen persönlichen Lesegeschmack trifft. Dazu ist der Text zu verspielt, er tänzelt mir ein wenig zu sehr auf der Stelle (und erinnert mich ein wenig an d.frank) - aber vielleicht ist das ja gerade seine Stärke. Ja der Schreibstil ist ... wohlgeformt, durchgängig, erkennbar. Immer gibt es zu jeder Begebenheit, jeder Wahrnehmung etwas zu sagen. Und ja, die Adjektive ... sind sehr gewählt, sehr durchdacht, zielsicher eingesetzt.

Wenn ich das ganze Buch läse, würde ich hoffen, dass ich nicht allzu lange rätseln müsste, wo der Text eigentlich hingeht. Manche Erzählungen verschleiern gerne mit vielen, schönen Worten, um was es eigentlich gehen soll. Die vielen Worte dienen also nicht der Klarheit, sondern der Verhüllung. Ich hoffe, das ist bei deinem Text nicht auch der Fall. Ich erkenne hier aber nur eine recht kleine Gefahr/Tendenz. Es ist halt nur ein Ausschnitt.

BN
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Nordlicht
Geschlecht:weiblichWaldschrätin


Beiträge: 4099



BeitragVerfasst am: 27.01.2018 17:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

mein Ding ist das leider nicht. Sprachlich finde ich die umständlich formulierten, sich in Nebensätzen wiederholenden Sätze nicht sonderlich ansprechend, aber verloren hast du mich beim Wurst abpressenden Hund - der kommt mir irgendwie zu unecht vor und im Kontext mit der ärmlich kaschierten Frau zu klischeehaft. Als Aufhänger ist mir "auf arm getrimmte Frau läuft mit viel Geld rum" nicht genug; Geld ist für mich ein ödes Thema Laughing

Ein Roman lässt sich aber sicher draus stricken, was sollte denn dagegen sprechen?
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d.frank
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 39
Beiträge: 870
Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 27.01.2018 18:43    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Tja, lieber BlueNote, ich sehe das jetzt Mal als Kompliment, dass du mich sogleich enttarnt hast, auch wenn das irgendwie gemein von dir war. Wink Laughing

Es spricht aber für mich als Urheberin, dass man mich anscheinend ohne Weiteres erkennen kann (Sprache/Themen, schon klar Embarassed).
Vielen Dank für deine objektiv gehaltenen Worte dazu. smile

Zitat:
Wenn ich das ganze Buch läse, würde ich hoffen, dass ich nicht allzu lange rätseln müsste, wo der Text eigentlich hingeht.


Das vielleicht nicht, aber langsam aufbauen dürfte sich die Geschichte doch schon, oder?

Zitat:
Die vielen Worte dienen also nicht der Klarheit, sondern der Verhüllung. Ich hoffe, das ist bei deinem Text nicht auch der Fall. Ich erkenne hier aber nur eine recht kleine Gefahr/Tendenz. Es ist halt nur ein Ausschnitt.


Das kann ich nicht wirklich beurteilen. Ich versuche immer, dem Erzählten treu zu bleiben, ob mir das immer gelingt, steht auf einem anderen Blatt.
Auf jeden Fall habe ich große Lust, die Frau Dublonski noch weiter zu begleiten, wer weiß, was mir da noch alles begegnen wird. wink

Auch wenn dieser Stil nicht jedem zusagt (auch(at)Nordlicht), er fließt halt so aus mir raus, ich kann nicht jeden erreichen, muss das auch nicht und möchte vor allem Anderen Erfüllung im Schreiben finden. Dass der Hund sich im Eingang erleichtert, ist etwas, das durchaus passieren kann, ebenso ist die Frau nicht "ärmlich kaschiert" und der Kapitalismus als Thema weder auserzählt noch unwichtig, finde ich.
Klar, kann man einen Roman daraus stricken, kann man wahrscheinlich aus so ziemlich jedem Thema, ich wollte halt wissen, ob es an dieser Stelle auch Leser gibt, die bereit wären, der Geschichte weiter zu folgen.

Danke für deine Gedanken dazu!


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Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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Inanymos
Geschlecht:weiblichSchreiberassi


Beiträge: 32



BeitragVerfasst am: 27.01.2018 20:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallod.frank,
also meinen Geschmack trifft es auch! Das die Sätze zum Teil etwas lang sind stimmt zwar, aber es nicht störend und liest sich gut. Ich persönlich beneide es, weil ich das nie hin bekomme Sad
Ich würde wissen wollen, wie es weiter geht.
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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 27.01.2018 22:30    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde den Anfang interessant, irgendwie skurril.
Im Moment möchte ich weiterlesen, mag den Stil.

Es kommt aber noch darauf an, wie es nun weitergeht, wo ich dann meine, dass das hin soll. Auch, was es mit dem kursiven Teil auf sich hat.
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Selanna
Geschlecht:weiblichHobbyautor


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BeitragVerfasst am: 28.01.2018 00:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Diana,

mir gefiel der Text auch gut! Er hat sein eigenes Erzähltempo, seine eigenen Blickwinkel. Du hast alles bis ins Detail durchdacht, darum war ich ein wenig enttäuscht vom Anfang, der einfach nur mit „Es ist gut“ beginnt, das klingt sehr einfach und auch ein bisschen nichtssagend im Vergleich zum Stil, der folgt wink

Zitat:
… der Hund eine Wurst auf die grauen Linien des Abtreters gepresst, eigentlich schön anzusehen, von rehbrauner Farbe und fester Konsistenz, und deshalb hat sie das Würstchen dortgelassen.

Ist da eine Doppeldeutigkeit vorhanden oder interpretiere ich die rein? Wenn sie da ist: Laughing

Die dezente Verknüpfung der beiden Sequenzen über die Gesichtsform finde ich übrigens sehr gelungen. Eine Andeutung und man ahnt genug, ohne lange Erklärungen oder ein Dutzend durchschaubarer Randkommentare smile

Liebe Grüße
Selanna


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Nur ein mittelmäßiger Mensch ist immer in Hochform. - William Somerset Maugham
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Tjana
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BeitragVerfasst am: 28.01.2018 00:50    Titel: Antworten mit Zitat

Mir bringt der Anfang genug Anreiz, weiterlesen zu wollen. Vor allem, weil ich die Sprache mag. Ich denke dann immer, wer so schreibt, hat auch was zu erzählen. Also kommt da bestimmt eine Geschichte, die mir die Hintergründe von Frau Dublonskis Bankbesuch in einer Weise erzählt, die mich nicht enttäuscht.
Die kursive Stelle kommt zwar recht früh, falls es wirklich eine Rückblende sein soll (ich setze mich insoweit aber auch über die „Regeln“ hinweg), aber sie erhöht mein Interesse.  
Gerne gelesen


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Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück, sondern nach Gefühlen, die sie ins uns auslösen
In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten (Albert Einstein)
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d.frank
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BeitragVerfasst am: 28.01.2018 20:18    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo ihr alle und vielen Dank für eure Einschätzungen! smile

Vielleicht hätte ich den Auszug lieber nicht einstellen sollen, die Idee dahinter und eure interessierten Kommentare bringen mich von eigentlich favorisierter Arbeit ab. Es fehlt mir, das freie Schreiben und der Wettbewerb, die Auseinandersetzung mit so vielen guten Texten hat bei mir einen Quell der Inspiration freigesetzt, aus dem ich mit mühevoller Überarbeitung einer schon stehenden Geschichte zur Zeit nicht befriedigend schöpfen kann.
Wahrscheinlich fehlt mir einfach die Disziplin. Crying or Very sad
Wie haltet ihr das? Lasst ihr so einen Einfall dazwischen oder arbeitet ihr euch diszipliniert an gesteckten Zielen ab?

@Inanymos

Zitat:
die Sätze zum Teil etwas lang sind stimmt zwar, aber es nicht störend und liest sich gut

Danke!

@firstoffertio
Du hast ja auch den anderen Kram schon gelesen - ich weiß, das ist jetzt eine sehr zudringliche Frage-, aber würdest du diesem Einfall den Vorzug geben?

Zitat:
Es kommt aber noch darauf an, wie es nun weitergeht, wo ich dann meine, dass das hin soll. Auch, was es mit dem kursiven Teil auf sich hat.


Ich verstehe, was du meinst und kann da eigentlich nur sagen, dass ich nicht vorhabe, es mir einfach zu machen. Einfach ist nicht so meins, obwohl einfach vielleicht dazu beitragen würde, dass ich endlich mal was zur Reife bringen würde. Crying or Very sad

@Selanna,

lange nichts voneinander gehört. wink Schön, dich zu sehen.

Zitat:
Du hast alles bis ins Detail durchdacht, darum war ich ein wenig enttäuscht vom Anfang, der einfach nur mit „Es ist gut“ beginnt, das klingt sehr einfach und auch ein bisschen nichtssagend im Vergleich zum Stil, der folgt


Darüber lässt sich sicher noch nachdenken. Dieser Ausschnitt ist überhaupt nicht überarbeitet und dass er trotzdem mit so regem Interesse aufgenommen wurde, bestärkt mich leider in der Annahme, ich hätte einen weiteren Schritt in meiner künstlerischen Entwicklung gemacht,  was ja gut ist, andererseits aber auch heißt, dass vorhergegangene Projekte, an die ich doch so sehr glauben wollte, nur als Meilensteine auf dem Weg hierher zu werten sind und deshalb wohl nicht mehr den Weg nach draußen finden werden.

Zitat:
Ist da eine Doppeldeutigkeit vorhanden oder interpretiere ich die rein? Wenn sie da ist: Laughing


Das darfst du halten, wie du willst. wink
Aber klar, die Abschnitte mit Frau Dublonski beinhalten einen schon beabsichtigten, vielleicht auch grenzwertigen oder klischeehaften Humor. Die Kunst wird es dann, diesen subtil zu verpacken.

Zitat:
Die dezente Verknüpfung der beiden Sequenzen über die Gesichtsform finde ich übrigens sehr gelungen. Eine Andeutung und man ahnt genug, ohne lange Erklärungen oder ein Dutzend durchschaubarer Randkommentare


Zu meiner Entschuldigung ist dieser Zug vorerst auch beim mir nicht mehr als eine Ahnung. Wie ich ihn genau ausarbeite, ob er hier schon offensichtlich steht, wird sich erst in der weiteren Arbeit daran zeigen, auf jeden Fall möchte ich keine typische Geschichte erzählen.

@Tjana
Zitat:
Vor allem, weil ich die Sprache mag. Ich denke dann immer, wer so schreibt, hat auch was zu erzählen. Also kommt da bestimmt eine Geschichte, die mir die Hintergründe von Frau Dublonskis Bankbesuch in einer Weise erzählt, die mich nicht enttäuscht.


Das ist ein großes Kompliment, das meine eigenen Ansprüche schön in Worte fasst. smile
Etwas, das leider nicht immer klappt.  Diese Balance aus Sprache und Inhalt, da habe ich gerne mal Übergwicht... Crying or Very sad

Zitat:
Die kursive Stelle kommt zwar recht früh, falls es wirklich eine Rückblende sein soll (ich setze mich insoweit aber auch über die „Regeln“ hinweg), aber sie erhöht mein Interesse.


Das denke ich auch! Das muss man letztendlich anders lösen.
An dieser Stelle gehört sie für mich noch am Ehesten zur groben Idee, die ich hier vorerst nur festhalten wollte. Mir wurde schon oft der passive Stil aus den Dublonski Absätzen angekreidet, ich weiß noch nicht, ob der an dieser Stelle eine Distanzierungstaktik ist oder ob ich ihn bewusst als Mittel einsetzen will, kann und darf. Der nicht ganz ernste Blick auf Frau Dublonskis Machenschaffen gibt einen schönen Kontrast, allerdings ist das auch ein  extremer Bruch in der Sprache. Wie seht ihr das denn? Welcher Abschnitt hat euch stärker getragen? Wärt ihr gern näher an Frau Dublonski dran?


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Selanna
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BeitragVerfasst am: 29.01.2018 11:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Diana,

nicht so selbstkritisch. Ich sähe kein Problem darin, wenn Du Dir die Ideen zur einen Geschichte zwischendurch von der Seele schreibst, dann ist das erledigt und Du kannst Dich in aller Ruhe und Konzentration der ursprünglichen Geschichte widmen. - Wenn Du stur an der ursprünglichen Geschichte festhältst, macht Dir die Arbeit an ihr vllt keine Freude mehr und wenn Du mit ihr dann fertig bist, findest Du in die Dublonski-Geschichte auch nicht mehr rein. Das wär doch viel schlimmer.

Zitat:
andererseits aber auch heißt, dass vorhergegangene Projekte, an die ich doch so sehr glauben wollte, nur als Meilensteine auf dem Weg hierher zu werten sind und deshalb wohl nicht mehr den Weg nach draußen finden werden.

Woran machst Du das fest? Weil Dir jetzt einige Kommentatoren gesagt haben, dass sie den Dublonski-Anfang gut finden, meinst Du, alles andere von Dir wäre nicht so gut? Laughing Ach geh! Das seh ich überhaupt nicht so.

Zitat:
diesen subtil zu verpacken

Das rehbraune Würstchen in der Bank Laughing Wunderbar!

Zitat:
auf jeden Fall möchte ich keine typische Geschichte erzählen

Hätte ich von Dir auch nicht erwartet.

Ich wünsch Dir viel Erfolg beim Weitererzählen! Und stürz Dich immer auf das, wovon Du im Moment ohnehin nicht lassen kannst Wink

Liebe Grüße
Selanna


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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 29.01.2018 22:37    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Du hast ja auch den anderen Kram schon gelesen - ich weiß, das ist jetzt eine sehr zudringliche Frage-, aber würdest du diesem Einfall den Vorzug geben?


Das kann ich nicht sagen. Dafür ist mir einfach noch zu wenig da.
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d.frank
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BeitragVerfasst am: 25.02.2018 21:38    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hier soll es jetzt mal ein Stück weitergehen.
Ich habe mich an deinen Vorschlag gehalten, Selanna, und bin schon ein gutes Stück weiter mit der Handlung voran. Ich habe entschieden, weiter mit den kursiven Abschnitten zu arbeiten. Sie sollen letztendlich wie Teile zu einem Puzzle stehen. Der folgende Abschnitt ist nach wie vor unbearbeitet.
Mich würde interessieren, ob hier schon viel zu deutlich ist, worauf es hinausläuft oder ob weiterhin Interesse besteht.

Vielen Dank allen, die sich Zeit dafür nehmen!

...........Frau Dublonski weiß nicht so recht, wann sie das letzte Mal ruhig geschlafen hat.
Und daran wird auch das Geld nichts  ändern können. Was soll sie damit auch anfangen? Es verschenken? Das kommt ihr nicht richtig vor. Seinem Zweck nach ist es für Größeres gedacht. Aber was ist dieses Große, das man sich unters Kissen legt und wann hat Frau Dublonski sich endgültig frei davon gemacht? Der Hund hat den Spaß am Graben verloren und nagt jetzt an einer Rinde herum. Sicher, zunächst ließe sich für das Wohl des Hundes sorgen. Frau Dublonski weiß nicht, was dieser Hund gern zu Fressen hat. Sicher wird er sich, wie alle anderen Hunde auch, für eine Portion Fleisch interessieren. Frau Dublonski selbst mag nichts mehr essen, das einmal Augen gehabt hat, aber so ein Hund braucht ja, was die Natur eben für ihn vorsieht, warum nur hat sie sich diesen Hund auch andrehen lassen. Den Hund und das feucht gewordene Papier, alles beinahe wie ein Wink des Schicksals. Aber Frau Dublonski glaubt nicht mehr an das Schicksal. Vielleicht an seltsame Zufälle, manchmal an dumme Zufälle, obwohl ja ein Zufall per Definition auch nicht dumm sein kann, jedenfalls aber passierte etwas. Dem konnte man sich kaum entziehen und weil Frau Dublonski von ihren eigenen Gedanken schon ganz zufällig ist, legt sie das mit dem Hund und das mit dem Papier auf den Stapel mit den zufälligen Sachen.
Zum Fleischer, dem Hund einen Vorrat besorgen, viel weiter denkt Frau Dublonski nicht, holt das Tier ein und schultert ihre Habe, die Tasche. Darin, außer dem vielen Geld, eine Lesebrille mit kaputtem Glas,  mehrere Lagen fein säuberlich zusammengefaltetes Küchentuch, die flache Identitätskarte, eine kleine Flasche Arsenikum album und vergraben unter Woll- und Stoffresten eine Postkarte aus Honduras. Frau Dublonski lässt den Hund gern vorangehen, weil sie selbst noch keine Richtung hat. Wenn man denn wirklich mal etwas sucht, kann es sein, dass man es nicht  mehr auffinden kann. Die großen Tempel sind nicht nach Frau Dublonskis Geschmack, zu viele Menschen, viel zu viel Zeug und 50 Cent für einen Toilettengang. Die Fleischtheke im Supermarkt? Frau Dublonski kennt noch den Konsum, als man in aller Herrgottsfrüh mit Pfennigen in der Hosentasche für ein paar Schrippen angestanden hat. Manche Menschen sind einfach nicht dafür gemacht. Aber heute, das ist ja auch nicht recht, mit Kindern wie Heuschrecken, Jugend wie schmutziger Gerste und Alten,  die sich ganz  heimlich auflösen,  als wenn es sie nie gegeben hat.
Der Hund zerrt Frau Dublonski in Richtung Ententeich. Grüne Grütze umzäunt von Betonwänden,  die Städter füttern zu viel und der Hund erschnüffelt die Reste ihrer Hinterlassenschaften. Auch die Enten hat er schon erspäht. Seine fast noch welpenweichen Haare an Hals und Rücken stehen ab. Er zerrt wie irr geworden und Frau Dublonski hat nicht viel entgegenzusetzen, außer einem:“Huch“, und einem:“Ach“.
Wie ein Kind an der Drachenleine stolpert, ja, fliegt sie fast, über die kniehohe Brüstung und nach allen Regeln der Schwerkraft, mitten hinein in das schwammige Grün. Ihr Rock bauscht sich zur tellerflachen Seerose auf, sie selbst ragt als Blüte heraus, etwas mickerig, gekrönt besonders von ihrem voluminösen Einkaufsnetz, die Enten retten sich in Unterholz und irgendjemand lacht. Frau Dublonski dreht sich im schlammig warmen Wasser der Stimme zu, denn der Hund ist jetzt umgänglich und buddelt am Ufer das nächste Loch in den Sand.

Da stehen zwei Kinder, nicht gerade feingemacht, ohne elterliche Obhut und deshalb in Einigkeit, vielleicht aber auch ein bisschen verloren da.
Das Jüngere ist jenes, das so herzlich lacht, erfolglos gemaßregelt vom Älteren, dessen ernstes Gesicht Frau Dublonski nun wirklich zu schaffen macht. Also fängt auch sie mit dem Lachen an, nicht so lauthals, dass es erschreckend wirken könnte, eher verschworen, schwebend auf einem Moment der Zwanglosigkeit, wie sie ihn vielleicht verschenken kann, und siehe da, nun ist es so, dass auch das ältere Kind nicht mehr an sich hält und Frau Dublonski fühlt sich wunderbar, obwohl alles an ihr immer weiter durchnässt: Strumpfhose, Leine und Rock, und auch die grüne Tasche, deren Inhalt über nichts hinwegtäuschen kann.


Markus, 14.02.1960


Irgendwann ging ich dann öfter mit Susann. Wir liefen nur still nebeneinander her, aber das hat nicht gestört. Der Weg am Maisfeld damals streckte sich eine halbe Ewigkeit und wo da noch andere Schritte waren, kam es mir weniger einsam vor. Ich habe dann zu ihr aufgeholt, ich weiß nicht mehr genau, warum. Vielleicht wollte ich vor ihr an der Abzweigung sein, weil das Nachzügeln einen faden Hauch vom Verlieren zu mir herüber geweht hat. Aber sie wollte sich nicht schlagen lassen, ist gerannt, als wär' ihr der Teufel am Kragen. Die klobige Mappe auf ihrem Rücken klappernd und schwankend wie eine Büchse bei Seegang.
Erst, als ich auf ihrer Höhe war, ist sie merklich zurückgefallen und dann hab auch ich mich zurückfallen lassen. Das Gewinnen hat ohne Verlierer keinen Sinn mehr gemacht. Ich habe ihr damals nicht gesagt, dass sie mit ihren kurzen Mädchenbeinen und den viel zu großen Schuhen schneller als Jakob war. Wir haben nicht viel reden müssen, um über einander Bescheid zu wissen. Ich wusste, dass ihr Vater eine Kriegsbeule hatte, direkt unter dem Auge, auf dem linken Wangenknochen sitzend, ein Granatsplitter soll schuld daran gewesen sein, und ich wusste, dass er und ihre Mutter Kräuter banden. Man konnte sie sehen, wie sie in Bergen von Petersilie und Schnittlauch auf der Veranda saßen, still und beschäftigt, nur ab und an die Arbeit unterbrechend, um die Gläser zu füllen, hellen Schnaps wie mein Vater ihn an langen Abenden manchmal trank. Susannas Bruder Kay war, was meine Mutter mit pikiert gekräuselter Nase einen Rowdy nannte, zwei Jahre jünger und bar jeder Vernunft. Heimlich bewunderte ich ihn für seinen Mut, noch auf den höchsten Baum zu klettern und der Frau Irmscher zu wiedersprechen, selbst, wenn die ihn mit langgestrecktem Arm schon des Zimmers verwiesen hatte. Er wirkte älter, kräftiger und derber als Susann, die vielleicht nicht wachsen konnte, weil man sie kleinhielt, aber das wurde mir erst sehr viel später klar.
Ich hatte dem Leben auch nicht viel mehr entgegenzusetzen, als den dritten Platz bei der jährlichen Matheolympiade. Ich war kränklich und für einen Jungen meines Alters wohl auch zu schwach. Meine Mutter schleppte mich mit sorgenvoller Miene von Arzt zu Arzt und am Ende dann hinaus aufs Land. Dort verging kaum ein Monat und sie wurde mürrisch wie ein erschöpftes Kind, vor dessen Launen mein Vater sich in die Arbeit flüchtete. Meine Mutter versteckte sich ihrerseits, im Haus vor der sengenden Sommerhitze, im Schlafzimmer vor dem Tagewerk, das wegen der Drewert Luise, die kochte, backte und die Teppiche klopfte, eigentlich nur aus Kontrollen bestand. Vielleicht war es deswegen, dass sie immer kränklicher und schwächer wurde und vielleicht war es deswegen, dass ich mich in meiner Not mit Susann zusammentat.


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*Arthur Schopenhauer
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d.frank
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BeitragVerfasst am: 01.03.2018 07:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo ihr,


ich weiß, das gehört jetzt wieder in die Schublade mit der Aufschrift: armselig, aber warum kommt denn hier nichts mehr?
Ist die anfängliche Euphorie mit dem Einstellen von weiterem Text schon verraucht?
Ich selbst finde es gar nicht so schlecht!? Bin ich auf einem Irrweg?
Denn eigentlich hatte ich bis zu diesem Punkt nur die Befürchtung gehegt, das Ganze könnte hier schon zu offensichtlich sein. Dass es die Leser verprellt, erregt bei mir doch Verwunderung. Ist das jetzt wirklich so schlecht oder ist es nur untergegangen?


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Selanna
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BeitragVerfasst am: 01.03.2018 10:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Diana,

ich finde es ganz in Ordnung, dass Du nochmal an Deinen Text erinnerst. Ich hatte ihn schon vor etlichen Tagen angeklickt und hatte keine Zeit, gleich drüber zu sehen, dann war der Faden aber nicht mehr als neu markiert und geriet bei mir in Vergessenheit Embarassed

Zitat:
...........Frau Dublonski weiß nicht so recht, wann sie das letzte Mal ruhig geschlafen hat.
Und daran wird auch das Geld nichts  ändern können. Was soll sie damit auch anfangen? Es verschenken? Das kommt ihr nicht richtig vor. Seinem Zweck nach ist es für Größeres gedacht. Aber was ist dieses Große, das man sich unters Kissen legt Ja, was ist denn das Große, das man sich unters Kissen legt? Ich komm nicht ganz mit Embarassed Im Text davor, wollte sie noch Geld ins Kissen einnähen, oder? und wann hat Frau Dublonski sich endgültig frei davon gemacht? Der Hund hat den Spaß am Graben verloren und nagt jetzt an einer Rinde herum. Sicher, zunächst ließe sich für das Wohl des Hundes sorgen. Frau Dublonski weiß nicht, was dieser Hund gern zu Fressen hat. Sicher wird er sich, wie alle anderen Hunde auch, für eine Portion Fleisch interessieren. Frau Dublonski selbst mag nichts mehr essen, das einmal Augen gehabt hat, aber so ein Hund braucht ja, was die Natur eben für ihn vorsieht, warum nur hat sie sich diesen Hund auch andrehen lassen. Ach so, sie mag ihn gar nicht??? Da bin ich ein bisschen erstaunt, hätte ich nicht erwartet Den Hund und das feucht gewordene Papier, alles beinahe wie ein Wink des Schicksals. Aber Frau Dublonski glaubt nicht mehr an das Schicksal. Vielleicht an seltsame Zufälle, manchmal an dumme Zufälle, obwohl ja ein Zufall per Definition auch nicht dumm sein kann, jedenfalls aber passierte etwas sinniger fände ich: Er passiert . Dem konnte man sich kaum entziehen und weil Frau Dublonski von ihren eigenen Gedanken schon ganz zufällig ist Weißt Du, das ist der erste echte „Diana“ in dem Text. Finde ich. Ich vermiss hier bislang ein bisschen Deine unorthodoxe Fabulierfreude, legt sie das mit dem Hund und das mit dem Papier auf den Stapel mit den zufälligen Sachen.
Zum Fleischer, dem Hund einen Vorrat besorgen, viel weiter denkt Frau Dublonski nicht, holt das Tier ein und schultert ihre Habe, die Tasche. Darin, außer dem vielen Geld, eine Lesebrille mit kaputtem Glas,  mehrere Lagen fein säuberlich zusammengefaltetes Küchentuch, die flache Identitätskarte, eine kleine Flasche Arsenikum album und vergraben unter Woll- und Stoffresten eine Postkarte aus Honduras. Frau Dublonski lässt den Hund gern vorangehen, weil sie selbst noch keine Richtung hat und noch so eine schöne typische Stelle Smile . Wenn man denn wirklich mal etwas sucht, kann es sein, dass man es nicht  mehr auffinden kann. Die großen Tempel sind nicht nach Frau Dublonskis Geschmack, zu viele Menschen, viel zu viel Zeug und 50 Cent für einen Toilettengang. Die Fleischtheke im Supermarkt? Frau Dublonski kennt noch den Konsum, als man in aller Herrgottsfrüh mit Pfennigen in der Hosentasche für ein paar Schrippen angestanden hat. Manche Menschen sind einfach nicht dafür gemacht. Aber heute, das ist ja auch nicht recht, mit Kindern wie Heuschrecken, Jugend wie schmutziger Gerste und Alten,  die sich ganz  heimlich auflösen,  als wenn es sie nie gegeben hat. gefällt mir, der Satz, auch wenn ich nicht genau weiß, wie diese Jugend aussieht, die ich nicht mit der Gerste zusammenbringe
Der Hund zerrt Frau Dublonski in Richtung Ententeich. Grüne Grütze umzäunt von Betonwänden Daumen hoch  die Städter füttern zu viel und der Hund erschnüffelt die Reste ihrer Hinterlassenschaften. Auch die Enten hat er schon erspäht. Seine fast noch welpenweichen Haare an Hals und Rücken stehen ab. Er zerrt wie irr geworden und Frau Dublonski hat nicht viel entgegenzusetzen, außer einem:“Huch“, und einem:“Ach“.
Wie ein Kind an der Drachenleine stolpert, ja, fliegt sie fast, über die kniehohe Brüstung und nach allen Regeln der Schwerkraft, mitten hinein in das schwammige Grün. Ihr Rock bauscht sich zur tellerflachen Seerose auf, sie selbst ragt als Blüte heraus, etwas mickerig, gekrönt besonders von ihrem voluminösen Einkaufsnetz, die Enten retten sich in Unterholz und irgendjemand lacht. Frau Dublonski dreht sich im schlammig warmen Wasser der Stimme zu, denn der Hund ist jetzt umgänglich und buddelt am Ufer das nächste Loch in den Sand. toller Absatz

Da stehen zwei Kinder, nicht gerade feingemacht, ohne elterliche Obhut und deshalb in Einigkeit, vielleicht aber auch ein bisschen verloren da.
Das Jüngere ist jenes, das so herzlich lacht, erfolglos gemaßregelt vom Älteren, dessen ernstes Gesicht Frau Dublonski nun wirklich zu schaffen macht. Also fängt auch sie mit dem Lachen an, nicht so lauthals, dass es erschreckend wirken könnte, eher verschworen, schwebend auf einem Moment der Zwanglosigkeit, wie sie ihn vielleicht verschenken kann, und siehe da, nun ist es so, dass auch das ältere Kind nicht mehr an sich hält und Frau Dublonski fühlt sich wunderbar, obwohl alles an ihr immer weiter durchnässt: Strumpfhose, Leine und Rock, und auch die grüne Tasche, deren Inhalt über nichts hinwegtäuschen kann. auch inhaltlich: gelungen! Smile


Markus, 14.02.1960


Irgendwann ging ich dann öfter mit Susann. Wir liefen nur still nebeneinander her, aber das hat nicht gestört. Der Weg am Maisfeld damals streckte sich eine halbe Ewigkeit und wo da noch andere Schritte waren, kam es mir weniger einsam vor. Ich habe dann zu ihr aufgeholt, ich weiß nicht mehr genau, warum. Vielleicht wollte ich vor ihr an der Abzweigung sein, weil das Nachzügeln einen faden Hauch vom Verlieren zu mir herüber geweht hat. Aber sie wollte sich nicht schlagen lassen, ist gerannt, als wär‘ ihr der Teufel am Kragen. Die klobige Mappe auf ihrem Rücken klappernd und schwankend wie eine Büchse bei Seegang.
Erst, als ich auf ihrer Höhe war, ist sie merklich zurückgefallen und dann hab auch ich mich zurückfallen lassen. Das Gewinnen hat ohne Verlierer keinen Sinn mehr gemacht. Ich habe ihr damals nicht gesagt, dass sie mit ihren kurzen Mädchenbeinen und den viel zu großen Schuhen schneller als Jakob war. Wir haben nicht viel reden müssen, um über einander Bescheid zu wissen. Ich wusste, dass ihr Vater eine Kriegsbeule hatte, direkt unter dem Auge, auf dem linken Wangenknochen sitzend, ein Granatsplitter soll schuld daran gewesen sein, und ich wusste, dass er und ihre Mutter Kräuter banden. Man konnte sie sehen, wie sie in Bergen von Petersilie und Schnittlauch auf der Veranda saßen, still und beschäftigt, nur ab und an die Arbeit unterbrechend, um die Gläser zu füllen, hellen Schnaps wie mein Vater ihn an langen Abenden manchmal trank. Susannas Bruder Kay war, was meine Mutter mit pikiert gekräuselter Nase einen Rowdy nannte, zwei Jahre jünger und bar jeder Vernunft. Heimlich bewunderte ich ihn für seinen Mut, noch auf den höchsten Baum zu klettern und der Frau Irmscher zu wiedersprechen widersprechen , selbst, wenn die ihn mit langgestrecktem Arm schon des Zimmers verwiesen hatte. Er wirkte älter, kräftiger und derber als Susann, die vielleicht nicht wachsen konnte, weil man sie kleinhielt, aber das wurde mir erst sehr viel später klar. hervorragender Gedanke in einem würdigen Satz
Ich hatte dem Leben auch nicht viel mehr entgegenzusetzen, als den dritten Platz bei der jährlichen Matheolympiade. Ich war kränklich und für einen Jungen meines Alters wohl auch zu schwach. Meine Mutter schleppte mich mit sorgenvoller Miene von Arzt zu Arzt und am Ende dann hinaus aufs Land. Dort verging kaum ein Monat und sie wurde mürrisch wie ein erschöpftes Kind, vor dessen Launen mein Vater sich in die Arbeit flüchtete. Meine Mutter versteckte sich ihrerseits, im Haus vor der sengenden Sommerhitze, im Schlafzimmer vor dem Tagewerk, das wegen der Drewert Luise, die kochte, backte und die Teppiche klopfte, eigentlich nur aus Kontrollen bestand. Vielleicht war es deswegen, dass sie immer kränklicher und schwächer wurde und vielleicht war es deswegen, dass ich mich in meiner Not mit Susann zusammentat.


Nein, ich habe keine konkrete Ahnung, worauf es hinauslaufen würde. Nur soweit, dass sie das Geld nicht auf alltägliche Art anlegen wird. Und weil sie an die Versorgung des Hundes denkt, vllt ist sie nur noch absehbare Zeit unter den Lebenden? Nein, Du hast nicht zu viel Infos gestreut.
Susann ist hier jünger als beim letzten kursiven Abschnitt, oder? Diese Abschnitte kann ich nach wie vor schlecht einordnen.

Ich fand, am Anfang dieses Textausschnitts hast Du nicht ganz so außergewöhnlich geschrieben, wie es sonst Deine Art ist. Natürlich schon in die Richtung, aber gegen Ende steigerst Du Dich deutlich. Vllt bastelst Du noch ein bisschen am Ausschnittanfang?

Zu den letzten Fragen: Der Text ist, wie oben von mir beschrieben, nur untergegangen. Du bist nicht auf dem Irrweg. Ich wünsche Dir, dass bald noch mehr Kommentare eintrudeln.

Liebe Grüße und bis bald
Selanna


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Aslindor
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BeitragVerfasst am: 01.03.2018 12:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Diana,

mich hat es langer Atempause wieder mal ins Forum verschlagen und da bin ich zufällig auf deinen neuen Thread gestoßen und habe mir gerade eben mal das Ganze zu Gemüte geführt

nun... ich mag deinen detailverliebten Schreibstil sehr gern und gerade im ersten Abschnitt bringst du den Leser meiner Meinung nach sehr nah an Frau Dublonski heran (Ist der Name Dublonski von Dublone abgeleitet? Oder war das nur gerade eine verrückte Idee von mir, weil du die Leser auf das Thema Geld stößt?)

du beschreibst plastisch und schmückst die Charaktere mit gut ausgewählten und mit bedacht ausgewählten Worten, was man dem Text deutlich anmerkt, was das angeht musst du dich also keineswegs verstecken, auch im zweiten Abschnitt setzt sich das so fort weshalb auch für mich ein flüssiges Leseerlebnis daraus wurde

allerdings wie auch von anderen bereits erwähnt habe ich meine liebe Not mit den kursiven Textabschnitten, die sich bislang noch nicht wirklich Einordnen lassen und statt Spannung und Neugier vorerst nur Fragezeichen hinterlassen, was ich schade finde

nichtsdestotrotz denke ich das dein Text durchaus Potenzial für viele Leser bietet

liebe Grüße Stefan


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d.frank
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BeitragVerfasst am: 01.03.2018 23:29    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank euch Beiden für's Mut machen!
Eine falsche Handbewegung hat die erste Passage meiner Antwort verschwinden lassen. Zu mehr als dieser kurzen Danksagung komme ich deshalb heute nicht mehr. sad

Liebe Grüße
diana


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Tlönfahrer
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BeitragVerfasst am: 02.03.2018 18:41    Titel: Antworten mit Zitat

d.frank hat Folgendes geschrieben:
Bin ich auf einem Irrweg?


Ob du mit dieser Geschichte oder deine Buchidee auf dem Irrweg bist, kann ich nicht sagen. Aber mir gefällt deine Art zu erzählen. Sie sucht nicht verkrampft nach Individualität, ist aber doch, das merkt man nachdem man alles gelesen hat, eine ganz eigene in ihrer Mischung aus konventionellem Erzählen, genauen Blick und einprägenden, nicht alltäglichen Bildern und Formulierungen.

Noch ist das allerdings nicht wirklich durchgängig, aber das ist durch ein wenig Fleißarbeit zu beheben.
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d.frank
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BeitragVerfasst am: 02.03.2018 21:18    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Heute also ein bisschen mehr Zeit:

Hallo Selanna,

Zitat:
ich finde es ganz in Ordnung, dass Du nochmal an Deinen Text erinnerst. Ich hatte ihn schon vor etlichen Tagen angeklickt und hatte keine Zeit, gleich drüber zu sehen, dann war der Faden aber nicht mehr als neu markiert und geriet bei mir in Vergessenheit


Naja, dieses Aufmerksamkeitsheischen hat für mich schon auch immer einen bitteren Beigeschmack. Natürlich wünsche ich mir wie jeder andere Autor auch  rege Begeisterungsstürme, fanatische Fangemeinden und quengelnde Nachfragen. wink
Nein, im Ernst, ich schließe in dieser Sache gern und vielleicht fälschlicherweise von mir auf Andere, heißt, wenn es völlig still bleibt, habe ich sehr wahrscheinlich Bockmist produziert, denn eigentlich verleiten einen gute Texte doch zumindest zu einem kurzen: "Hey, gefällt mir."
Und ich bin sehr ungeduldig, ich weiß wink Embarassed

Deine Anmerkungen finde ich sehr interessant, weil sie eben deine individuelle Lesart spiegeln. Das, was du im ersten Abschnitt anmarkerst, habe ich für mich jetzt nicht als direkten Fehler aufgefasst. Vielleicht war ich im ersten Teil des neu eingestellten Textes noch nicht ganz eingeschrieben und ich versuche schon auch die Balance zu halten, nicht, dass da wieder eine Julia bei rumkommt. wink Ich freue mich aber sehr, dass du diese eher unkonventionelle und mit Sicherheit öfter noch unausgegorene Schreibweise als etwas positiv Typisches in meinem Schaffen siehst. smile
Über die Jugend als schmutzige Gerste habe ich tatsächlich längers nachgedacht. Ich möchte das Bild aber jetzt nicht zerreden, weil ich zur Abwechslung mal ganz stolz darauf bin, obwohl ich auch befürchte, es irgendwo entwendet zu haben Shocked  Hab gerade mal kurz geguckt: auf den ersten Blick sieht es nicht so aus. Wink smile

Zitat:
Frau Dublonski dreht sich im schlammig warmen Wasser der Stimme zu, denn der Hund ist jetzt umgänglich und buddelt am Ufer das nächste Loch in den Sand. toller Absatz


Schön, dass du das so empfindest! Hier habe ich sehr gehangen. Crying or Very sad
Eben noch jagt der Hund den Enten nach, nun buddelt er in aller Ruhe wieder Löcher in den Sand? Ich habe dann aber entschieden, dass man es hier eben mit einem jungen, sprunghaften Hund zu tun hat. wink
Nebenbei bemerkt stelle ich gerade fest, dass du deine Anmerkungen in grün verfasst hast. Etwa, auch weil ich mich in bekannt mimosenhafter Art sonst angegriffen fühlen könnte? Wink Laughing
Ja, wirklich, in meiner ehemaligen AG hat jemand nach den üblichen Erklärungsversuchen, die manchmal aus mir herausstürmen, wenn es gilt, Formulierungen oder Absichten zu verteidigen, von rot auf grün gewechselt, daran fühlte ich mich erinnert, als ich deine Anmerkungen jetzt bewusst in grün gesehen hab.

Zum Thema wiedersprechen:
Es gibt so Worte, deren Schreibung will einfach nicht bei mir hängen bleiben. Embarassed Ja, ich oute mich da jetzt mal. Hundertmal nachgeschaut, hundertmal abgespeichert, in Regelmässigkeit falsch geschrieben. Dazu gehören auch die Kirsche /Kirche, der Professor, warte mal, allgemein, wenn etwas mit einem H geschrieben wird, das man nicht heraushören kann. Ist das jetzt schon eine Form der Legasthenie? Ach egal, ein bisschen Ginko und ein paar ernst gemeinte Trainingseinheiten könnten vielleicht noch Abhilfe schaffen. Wink

Zitat:
Und weil sie an die Versorgung des Hundes denkt, vllt ist sie nur noch absehbare Zeit unter den Lebenden?


Das ist hier also doch schon zu offensichtlich, nicht wahr? Eben auch meine Befürchtung, wobei ich gern auf eine Lösung hinarbeite, um die nächsten Fragen in den Raum zu werfen. Ich fürchte aber (und weil ich dieses Mal auch gern die Suspense Leser erreichen würde), dass es hier schon zu früh ans Eingemachte geht. Crying or Very sad

Zitat:
Susann ist hier jünger als beim letzten kursiven Abschnitt, oder? Diese Abschnitte kann ich nach wie vor schlecht einordnen.


Ja! Ich möchte diese Abschnitte auch weiterhin so gestalten, dass sie erst am Ende ein vollständiges Bild ergeben. Ich habe versucht, sie im Stil voneinander zu trennen (Perspektive / Wortwahl), weil sie ganz allein für sich stehen sollen. Das Risiko, dass sie anfangs überlesen werden, gehe ich ein, umso schöner, wenn der Leser dann vielleicht noch ein mal zurückkommt und mit bestehendem Hintergrundwissen verstehend den Kopf nickt.  

Zitat:
Vllt bastelst Du noch ein bisschen am Ausschnittanfang?


Wenn, dann kommt das erst ganz zum Schluss. Es liegt mir nicht, eine noch nicht zu Ende erzählte Geschichte zu frisieren. Ich muss immer erst mal ein Ende darunter zu stehen haben, selbst, wenn das Ganze dann mehr ein Rohgerüst und voller Löcher ist. wink

Vielen Dank für deine Zeit und Worte!

Liebe Grüße
diana


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BeitragVerfasst am: 02.03.2018 21:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe verpasst, dass es hier schon weitergegangen ist mit dem Text.
(Du kannst Fortsetzungen als solche kennzeichnen.)

Mag den zweiten Teil auch sehr, und immer noch Frau Dublonski. Wie sie da ins Wasser fällt, und auf die Kinder reagiert, ist wunderbar.

Ist sie Susann?

Das Datum hinter Markus. Ich überlege, was es bedeutet.
1960 (und später, ich erinnere mich an unsern) war der Konsum noch ein Laden, eine Ladenkette.

In den Rückblenden tut sich nun langsam eine Geschichte auf.

Der Schreibstil gefällt mir weiterhin sehr.
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d.frank
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BeitragVerfasst am: 02.03.2018 23:06    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Stefan,

wo warst du denn? Warum Atempause? Das klingt so komisch, als hätte dir das Forum den Atem genommen und rückwirkend dann wieder, als könntest du ohne das Forum nicht atmen. wink

Wie geht es denn mit deinem Projekt voran?
Schön, dass ich und mein Stil einen Fan in dir haben. love
Das kaufe ich dir auch jetzt wirklich ganz so ab, weil du das schon immer gesagt und weil du trotz der Eigenheiten und dem vorzeitigen Abbruch in der AG hergefunden hast. smile

Zitat:
Ist der Name Dublonski von Dublone abgeleitet? Oder war das nur gerade eine verrückte Idee von mir, weil du die Leser auf das Thema Geld stößt?


Das kann schon sein. Manchmal fliegt mir so etwas zu, ohne dass ich es explizit darauf angelegt hätte. Erst im Nachhinein werden mir meine eigenen Absichten dann bewusst.

Zitat:
allerdings wie auch von anderen bereits erwähnt habe ich meine liebe Not mit den kursiven Textabschnitten, die sich bislang noch nicht wirklich Einordnen lassen und statt Spannung und Neugier vorerst nur Fragezeichen hinterlassen, was ich schade finde


Wie sehr wurmt dich das denn?
Ist es richtig ärgerlich oder denkst du nicht, es könnte in der Gesamtheit dann doch ein Bild ergeben?

Zitat:
nichtsdestotrotz denke ich das dein Text durchaus Potenzial für viele Leser bietet


Dankeschön!

Liebe Grüße an dich


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