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Von Gewohnheit zur Sucht, erst Freude dann Druck


 

 
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Nicnak
Schreiberling

Alter: 35
Beiträge: 207
Wohnort: Pendler zwischen Berlin und Bayern


BeitragVerfasst am: 06.04.2014 14:35    Titel: Von Gewohnheit zur Sucht, erst Freude dann Druck eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Täglich trinken, wie geht’s mir dann?
Scheiße, und dass ein Leben lang!
Aber ab und zu, geht doch klar
Bringt nichts, schon probiert nicht wahr?
Ein paar Bierchen, sind aber nicht so schlimm
Du weißt doch genau, dass ich immer gewinn
Doch mit Willenskraft, schaff ich dich weg
Probier‘s nur aus, du landest wieder im Dreck
Wenn ich will, hast du keine Chance
Und wenn ich will, landest du in Trance
Ach, wenn’s zu schlimm wird, nüchter ich halt aus
Doch vorher, bring ich dein Mageninhalt raus
Du kannst drohen wie du willst, ich schaff‘s
Red’s dir nur ein, ich sieg, du passt
Wie du denkst, dass du wirklich siegst
Wie du denkst, dass du mir nicht erliegst
Ich hör wieder auf, einfach so, und trink nicht
Ein paar Wochen vielleicht, doch dann, ich krieg dich

Wieso bist du so, lass uns doch Freunde sein
Nur hoher Pegel, ist mein Freund allein
Doch ich mag dich, denn du schmeckst so gut
Schmeckt dir auch Hass, Selbstzweifel und Wut?
Versteh dich nicht, du bringst doch viel Freude
Doch nicht auf Dauer, später bring ich Reue
Morgens bist du weg, und dann kommt der Schmerz
Ja den bring ich, bis tief in dein Herz
Doch warum, manchmal so schlimm, dass ich zitter
Zur Mahnung, lässt du’s nicht bleiben, wird‘s bitter

Aber ab und an, und auch nur ganz wenig
Dass hast du verspielt, jetzt bettel nicht so kläglich
Dass ist mir zu krass, du meckerst wie ne Oma
Wird’s wirklich zu krass, landest du im Koma
Ach ich nehm’s locker, hab ja nen Notfallplan
Nimmst du mich nicht ernst, wirst du wieder einfahrn
Leere Drohungen, alles nur bla-bla
Red’s dir nur ein, doch es ist wirklich wahr
Ach zur Not werd ich halt Achtsam sein
Dass rat ich dir, sonst sperr ich dich wieder ein

Abstinenz also, ist der einzige Weg?
Gar der einzige ja, es klingt sehr schräg
Klingt nach Qualen, ein Leben lang nicht frei
Halb so schlimm, besser als jeden Tag nur high
Und lange Weile, wohin mit ihr?
Schaff sie fort, nur bring sie nicht zu mir
Und warum, du kannst sie doch vertreiben
Nur zeitweilen, mit mir wird sie ewig bleiben.
Dann hör ich ganz auf bevor ich mich weiter plag
Tust du es nicht, bring ich dich in den Sarg

Geschrieben für einen Menschen der mir sehr am Herzen liegt.

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hwg
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 76
Beiträge: 501
Wohnort: A 8786 Rottenmann


BeitragVerfasst am: 07.04.2014 15:27    Titel: Antworten mit Zitat

Aus einem Wienerlied:

A so a Räuscherl is mia liaba, als wia a Krankheit oda a Fiaba...

Wiener Dialekt richtig zu schreiben ist für einen Steirer nicht einfach.

Der Gesundheitsapostel nebenan hat niemals Alkohol und Tabak konsumiert
und ist trotzdem nicht sehr alt geworden.

Der Beitrag von Inkognito hat mich zum Schmunzeln verleitet.  Schon deswegen lesenswert...
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Sera
Geschlecht:weiblichAbc-Schütze


Beiträge: 2
Wohnort: OWL


BeitragVerfasst am: 07.04.2014 18:31    Titel: Antworten mit Zitat

Die Thematik ist alleine schon klasse gewählt. Ich sah darin einen Inneren Kampf mit seinen Problemen und viele Ansichten und Sichtweisen. Wirklich toll dargestellt!

Ich muss allerdings auch anmerken: Anfangs war das Lesen irgendwie.. holperig. Musste einige Sätze 2, 3 Mal lesen. Aber jede Zeile wird es immer besser und der Rhythmus wird immer Stimmiger.

absolut Lesenswert! Da man auch diese Art von Lyrik immer weniger sieht,  ziehe ich meinen Hut smile
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Zinna
Geschlecht:weiblichschweißt zusammen, was


Beiträge: 1696
Wohnort: zwischen Hügeln und Aue...
Das Silberne Pfand Lezepo 2015
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 08.04.2014 11:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

schwieriges Thema. Gut, dass du es aufnimmst.
Das Wechselgespräch als Möglichkeit, den Zwiespalt, die Zwickmühle des (direkt) Betroffenen darzustellen, finde ich gut gewählt. Doch es ist meiner Ansicht nach zu lang und die "Aussagen und Argumente" des Gegensprechers widersprechen sich im Laufe des Textes. Meist wirkt die "Stimme" als Warner, doch an einigen Stellen hat es doch einen verführenden, lockenden Touch.
Auch einige Reime klingen zu erzwungen.

Thema und Richtung sind gut gewählt!
Hier ist Feedback, aber ich würde sagen, straffe das Stück, dann wirkt es stärker. Vielleicht gelänge es auch, der "Stimme" ein kleines teuflisches Funkel zu verleihen.

Inko, Gern gelesen
Lieber Gruß
Zinna
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Nicnak
Schreiberling

Alter: 35
Beiträge: 207
Wohnort: Pendler zwischen Berlin und Bayern


BeitragVerfasst am: 08.04.2014 12:37    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für die netten Kritiken. Das motiviert sehr.
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Nicnak
Schreiberling

Alter: 35
Beiträge: 207
Wohnort: Pendler zwischen Berlin und Bayern


BeitragVerfasst am: 14.04.2014 23:28    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

-----------------------------------------------------------

Schlecht gelaunt, drück ich die Münzen in den Automaten,
Sag, was hab ich schon groß zu erwarten?
Alles statistisch berechnet  > vorprogrammiert,
Wie es Außenstehende, immer noch schockiert,
Ja das Hartz ist, schon am 5ten weg,
Den Rest des Monats, zu Essen = Dreck,
Auch das Schulgeld meiner Tochter, landet im Schlitz,
Das gesamte Spiel hier, ein einziger Witz,
Omas Juwelen, sind, längst schon verpfändet,
Die Ehe, zu meiner Frau, lange schon beendet,
Funkelnde Lichter, blinken auf, die mich verhöhnen,
Kann es trotzdem, nicht lassen, der Sucht zu frönen,
Die gelbe Sonne schaut mich, blöd lächelnd an,
Wie ich es nicht lassen kann, sie anzustarren,
Am liebsten, würde ich, den Automaten aufbrechen,
Und mich, an dem gesamten, System hier rächen,
Mir mein Geld wiederholen, und einfach gehen,
Dabei kann ich nicht mal, von dem Hocker aufstehen,
Die letzten Münzen fallen, die Räder rotieren,
Wie Novoline es schafft, mich stets zu blamieren,
Automatisiert, fass ich nochmal in den Geldschlitz,
Ist es heute soweit, dass ich mich aufritz?

-----------------------------------------------------------

Habe lange mit der Rhythmik rum gekämpft, aber jedes neue Kommata das ich setz, macht zwei andere wieder obsolet -.-
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Manon Moony
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 44
Beiträge: 52
Wohnort: Düsseldorf


BeitragVerfasst am: 20.04.2014 20:33    Titel: Antworten mit Zitat

Da Sucht meistens nicht der Grund für Probleme sind, sondern eher, ich nenne es mal, Aushängeschild für Probleme, die erst nach der begonnen Abstinenz sichtbar werden (abgesehen von denen, die vom Suchtmittelmissbrauch später verursacht wurden, bin ich gespannt, ob der nächste Schritt auch verdichtet wird.

Zumindest meine ich, aus den Zeilen herauslesen zu können, dass da noch mehr ist, als "nur" der Suff.

Grundsätzlich klingt es mir zu einfach, zu wenig tief, mehr wie diese typischen SHG-Schritte und Buß-Betfibeln der AA´s oder so...

Mehr Tiefe hätt ich mir gewünscht, wenn man dieses Thema schon angeht.
Andererseits, wie einen meiner Vorkommentatoren, ein paar Zeilen ließen mich auch schmunzeln wink
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Nicnak
Schreiberling

Alter: 35
Beiträge: 207
Wohnort: Pendler zwischen Berlin und Bayern


BeitragVerfasst am: 28.04.2014 01:03    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für das Feedback.
Ich werde probieren mehr Tiefe mit rein zunehmen.
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