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Akkordeverzaubernd (Prosa)

 
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Traumtänzerin
Fähnchen Fieselschreib

Alter: 26
Beiträge: 1209



BeitragVerfasst am: 22.05.2011 21:00    Titel: Akkordeverzaubernd (Prosa) eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Akkordeverzaubernd

Noch dreißig Minuten. Warten, endloses Warten, so schien es ihm. Und dann diese Kälte! Jede neu eintreffende Bahn brachte einen eiskalten Fahrtwind mit sich, der Johann erbärmlich frieren ließ. Vielleicht hätte er sich doch die Winterjacke anziehen sollen heute Abend, auch wenn es eigentlich Frühlingsbeginn war.
Erschöpft fuhr er sich mit einer Hand über die Stirn, ging bedächtig weiter durch diesen unterirdischen Tunnel, der dank der hellen Leuchtstoffröhren an der Decke einen mit seiner klinischen Atmosphäre fröstelnd zurück ließ. Johanns Augen tasteten die Sitzbänke ab. Nur wenige von ihnen waren besetzt, die meisten mit eher zwielichtigen Gestalten. Kein Wunder um diese Uhrzeit, schoss es ihm durch den Kopf und er rang sich ein müdes Lächeln ab, als er sich schließlich neben einer alten Dame mit Pudel niederließ. Sie erwiderte das Lächeln nicht, ihre Lippen blieben zu einem schmalen Strich zusammengepresst, und das mächtige Doppelkinn ließ ihre imposante Gestalt noch skurriler wirken. Der Pudel auf ihrem Schoß war ebenso regungslos wie sein Frauchen.
Johann war die abweisende Art seiner Sitznachbarin ganz recht, er war viel zu ausgelaugt für ein Gespräch. Die Arbeit hatte ihn geschafft, schließlich war er nicht mehr der Jüngste. Außerdem redete er nicht gerne mit Wildfremden, mit Skurrilen wie jener Dame erst recht nicht.
Der Drahtsitz war unbequem, drückte. Insgeheim wünschte sich Johann längst in sein warmes, weiches Bett, die schnarchende Trude neben sich. Er seufzte, nahm mangels anderer Beschäftigung seine Brille ab und putzte sie mit den Hemdsärmeln.
Noch zwanzig Minuten.
Johann war kurz davor einzudösen. Sein Kopf war gerade dabei, vornüber zu sinken, als ihn das Klappern von Absätzen aufhorchen ließ. Er blickte auf.
Eine junge Frau in dunkelgrünem Mantel und mit einem Gitarrenkasten und ein Drahtgestell, das Johann nicht weiter identifizieren konnte, in der Hand, kam zielstrebig von der Rolltreppe her Richtung Sitzreihen. Ihr mittellanges, kastanienbraunes Haar wippte bei jedem ihrer beschwingten Schritte; sie ignorierte das Johlen der Betrunkenen, ging weiter. Dann, kurz vor der Sitzreihe, auf der Johann und die alte Dame Platz genommen hatten, stoppte sie und öffnete den Klappsitz, als welcher sich das Drahtgestell herausgestellt hatte. Sie stellte ihn etwas abseits, an der Wand in der Mitte zwischen den Sitzgelegenheiten; nahm den Gitarrenkasten, öffnete ihn. Setzte sich auf den Stuhl und nahm eine ramponiert aussehende Gitarre heraus. Das alles tat sie ohne die reinste Regung ihrer Gesichtszüge. Sie wirkte hochkonzentriert, als vollführte sie ein alteingesessenes Ritual.

Johanns Müdigkeit war wie weggeblasen. Neugierig sah er zu der jungen Straßenmusikantin, die gerade dabei war, ihr Instrument zu stimmen. Die Töne hallten von den gewölbten Wänden des Bahntunnels wider; Tonleitern, kurz gezupfte Töne, erfüllten den Raum.
Die nächste Bahn fuhr ein. Menschenmassen strömten heraus, ignorierten die zierliche Gestalt mit ihrer Gitarre. Gestresste Gesichter wurden von Körpern in Anzügen, Jacken und Mänteln davon getragen wie Korken auf dem Meer.
Die junge Frau beachtete sie alle nicht. Sie begann zu spielen, erhob ihre Stimme. Kristallkar summte sie zur Melodie, die sie angestimmt hatte.
Johann löste den Blick nicht von ihr. Auch nicht, als der nun wieder ausfahrende Zug ihn mit seinem kalten Wind erneut frösteln ließ.
Er betrachtete ihre schmalen Finger, die über die Gitarrensaiten mal zupften, mal strichen - sie sanft liebkosten wie eine Geliebte. Sie hatte eine schöne Stimme. Johann hörte aus ihr eine tiefe Traurigkeit, einige Akkorde Melancholie heraus. Doch bevor ihn die Musik traurig werden lassen konnte, baute die junge Straßenmusikantin den Refrain ein. Rebellion. Aufbegehren gegen Trübsal, eine Ode an die Hoffnung.
Die Betrunkenen waren verstummt. Und sogar die allzeit gestressten Geschäftsmänner in ihren dunkelblauen Anzügen sahen für einen Moment von ihren Blackberrys auf.
Johann war verzaubert. Verzaubert von ihrer Stimme, ihrem Spiel. Den Weisen, die sie wie nebensächlich einbaute. Und plötzlich, ja ...
Plötzlich war ihm gar nicht mehr kalt. Er schloss die Augen, genoss den Rausch der Melodien, die an sein Ohr drangen. Hörte ihrer Geschichte zu, welche sie mal melancholisch, mal verträumt oder gar rebellisch vortrug.
Bahn um Bahn fuhr ein, fuhr aus. Aber all das existierte für Johann gar nicht mehr.
Das einzige, was es für ihn noch gab, war diese Stimme, die Gitarrenklänge, die berührende innere Ruhe, die beide in ihm auslösten.
Er fühlte sich auch gar nicht mehr all zu müde oder ausgelaugt. Alle Anspannung, der alltägliche Ärger in der Arbeit - all das war von ihm abgefallen. Wirkte nebensächlich und profan auf ihn, verglichen mit den Melodien, denen er so verzückt lauschte.

Das Lied endete und Johann öffnete die Augen. Das grelle Licht der Leuchtstoffröhren blendete ihn, tauchte die gesamte Szenerie, die sich ihm bot, in ein unnatürliches Licht. Sein Blick und derjenige der jungen Straßenmusikantin trafen sich. Ihre Augen waren wie die einer Katze, schimmerten in dunklem Grün.
Sie sah wieder weg, begann bereits das nächste Lied anzustimmen. Johann kramte in seiner Manteltasche nach etwas Geld. Johann stand auf, warf es in den Gitarrenkasten, und als er sich aufrichtete, fiel sein Blick auf die Anzeige mit den Zeiten der Bahn.
Er hatte seine Bahn verpasst.
Aber irgendwie ..., dachte Johann bei sich, als er sich einen leisen Seufzer ausstoßend, wieder auf die nun menschenleere Sitzbank setzte, irgendwie finde ich das gar nicht so schlimm.
Ein Schmunzeln huschte über seine hageren Züge, als er die Straßenmusikantin mit einem Seitenblick streifte.
Kalt wird es mir jedenfalls nicht mehr sein, die nächsten dreißig Minuten.



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Title sponsored by Boro, (c) by Alogius
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Es genügt nicht, keine Meinung zu haben. Man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.
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Eine spitze Zunge ist in manchen Ländern schon unerlaubter Waffenbesitz.
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Dem wird befohlen, der sich selbst nicht gehorchen kann. (Nietzsche)
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Inquisition war in der frühen Neuzeit der ganz große Burner.
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Aliah
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 25
Beiträge: 61
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BeitragVerfasst am: 23.05.2011 09:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, und ein WOW!

Ich war habe mir die Story durchgelesen und, du wirst es nicht glauben, ich hab eine GÄNSEHAUT bekommen O.o
Es war total bildlich, ich habe den Typ gesehen und auch die Frau mit der Gitarre. So etwas alltägliches und so schönes.
Der Anfang, eine gute Einleitung und ein wundervoller Übergang. Die Omi war auch lustig und es wäre auch nicht schlecht gewesen, wenn die auch noch eine Rolle gespielt hätte, aber das muss ja nicht sein. Auch die Betrunkenen, wirklich realistisch und gut umgesetzt. Obwohl ich in meinem Bett sitze konnte ich mich kurz wie an einem Bahnhof fühlen und diese Musik spüren. Danke Razz
Ich fand es wirklich gut und auch dein Stil gefällt mir.
Ich weiß gar nicht, was ich noch sagen soll. Mich hat die Geschichte total eingefangen, sodass ich sogar vergessen habe ans Telefon zu gehen.. Aber das ist nicht so wichtig.
Ich finde sie total toll und schön und beruhigend. Toll gemacht smile

LG
Aliah


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Bewahre lieber eine Freundschaft anstatt alles zu zerstören
glaube an das Gute - es wird uns gelingen!
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Isa
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Beiträge: 168
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 23.05.2011 10:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo lieber FFF-Teilnehmer,

ich kann mir die Situation gut vorstellen, bin mitten im U-Bahnhof und fröstle, das Thema wurde erfolgreich umgesetzt. Vielleicht kommit die 3. Person etwas zu kurz, denn sie spielt nach meinem Empfinden keine Rolle,...

Es kommt rüber, was du vielleicht ausdrücken möchtst, wie Musik (und in dem Fall stellvertretend die Künstlerin) die Situation verändern kann, so dass die Welt in einem anderen Licht erscheint.


LG, Isa
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Traumtänzerin
Fähnchen Fieselschreib

Alter: 26
Beiträge: 1209



BeitragVerfasst am: 23.05.2011 12:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Einen angenehmen guten Morgenmittag.

Das Colloquium steht gleich an. Aber dennoch kann ich nicht umhin, zu bemerken, dass der Schlusssatz absolut daneben ist. Eindeutig zweideutig. Embarassed Gah!
War wirklich keine Absicht. Laughing

Ach ja, und bevor ich's vergesse: Hier der Link zu meinem Inspirationsvideo. Bei der Künstlerin handelt es sich um Anne Lagras.
Leider wird der Text der Atmosphäre nicht gerecht, die ich eigentlich vermitteln wollte.

Schöne Grüße,
mein anderes Ich


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Soraya
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BeitragVerfasst am: 23.05.2011 17:58    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber FFF-Teilnehmer,

so viel zu bewerten, so wenig Zeit ... Deshalb mach’ ich’s knapp. Ich bewerte nach folgenden Kriterien:

Sprache: Sprachlich gut, ein paar sehr schöne Bilder sind dir da gelungen! Allerdings finde ich persönlich die Szenerie sehr "überbeschrieben", jedes Detail wird festgelegt, womit mein Kopfkino eingedämmt wird und ich plötzlich gar nix mehr sehe. Schade, sonst hat hier nämlich für mich alles gepasst, aber das stört mich, muss ich zugeben, massiv.

Idee und Umsetzung: Die Idee finde ich sehr schön, nix zu meckern. Auch die Umsetzung von Johanns Faszination finde ich gut gemacht.

Berücksichtigung der Vorgabe, Atmosphäre: Die Vorgabe ist erfüllt, auch die Atmosphäre, sobald die Dame musikalisch loslegt, finde ich gut, weil wir an dieser Stelle von den detaillierten Beschreibungen wegkommen und mehr Raum für die Vorstellung des Lesers bleibt.

LG,

Sonja


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I get an urge, like a pregnant elephant, to go away and give birth to a book. -Stephen Fry-

Wahr sind nur die Erinnerungen, die wir mit uns tragen, die Träume, die wir spinnen und die Sehnsüchte, die uns treiben. Damit wollen wir uns bescheiden. -Heinz Rühmann als Dr. Johannes Pfeiffer, Die Feuerzangenbowle-
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Hardy-Kern
Kopfloser

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BeitragVerfasst am: 23.05.2011 19:20    Titel: Antworten mit Zitat

Was soll man dazu kommentieren? Finde nichts, bis auf Kleinigkeiten, aber unwichtig. Ein Profi, von denen ich leider nur wenige im Forum kenne. Finde es noch raus. Das ist Klasse, in der Zeit! Volle Hütte. cry  Daumen hoch

Hardy
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Amaryllis
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Das goldene Stundenglas Das Silberne Pfand


BeitragVerfasst am: 23.05.2011 19:32    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Inko,

ein sehr schöner Text. Du beschreibst eine ganz alltägliche Szene, in die man sich gut hineinversetzen kann, was nicht zuletzt auf deine bildhaften Vergleiche zurückzuführen ist. Mir gefällt dein Stil gut – du zeichnest meiner Meinung nach einen schönen Kontrast zwischen der Kälte/der Langeweile/dem Alltag und der Wärme/der Musik/einer ausgewöhnlichen Person. Sehr schön und witzig finde ich auch den Schluss, die Selbstironie, mit der Johann denkt.
Das einzige, was mir negativ aufgefallen ist, ist dass ich „all zu“ zusammengeschrieben hätte. Und dass ich anhand des Textes nicht sicher gewusst hätte, was für ein Lied sie singt. Hätte wohl auf „What’s up“ von 4nonBlondes getippt. Hattest du denn ein bestimmtes vor Augen?

Liebe Grüße,
Ama


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Hoody
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Wohnort: Alpen


BeitragVerfasst am: 24.05.2011 16:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Maskenmann.

Ein wirklich schöner, schöner Text. Er gefällt mir. Es werden sieben Federn. Für acht reicht es bei mir nicht ganz aus, aber deine sieben Federn hast du schon einmal in der Tasche. Es fehlt mir ein bisschen die Originalität. Aber sieben Federn ist eine gute Bewertung. Dankeschön für den Text.

lg Hubi


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The Brain
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Wohnort: Over the rainbow


BeitragVerfasst am: 24.05.2011 19:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,


schöne Geschichte, die Wirkung von Musik übermittelt, lediglich die Bilder der Bahnstation verwirren manchmal. Ist sie nun von Menschen belebt oder nicht? So recht ergab sich für mich keine klare Vorstellung. Vielleicht liegts nur an mir ...



Thema erfüllt      6 Federn
Schreibstil          6 Federn
Idee                  5 Federn
gefällt                6 Federn


macht 6 Federn


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Dinge wahrzunehmen,
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Gast







BeitragVerfasst am: 24.05.2011 21:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Zitat:
Johann war verzaubert (...) von ihrer Stimme.

Zitat:
Sie hatte eine schöne Stimme.

Zitat:
Das einzige, was es für ihn noch gab, war diese Stimme, die Gitarrenklänge, die berührende innere Ruhe, die beide in ihm auslösten.


Leider weiss ich am Ende der Szene nicht, wie ich mir ihre Stimme vorstellen kann ...

Es kommt klar die Message herüber, dass Musik alles um einen herum vergessen machen kann, das ist ziemlich klar, aber Johann schaut und blickt und wendet den Blick nicht ab und putzt die Brille, wenn du genau hinschaust smile , dann ist da mehr Visuelles als Akustisches, so hab ich es empfunden ...
Du hast einige Details hier drin, die ich überflüssig, fast störend fand (Beispiel:  
Zitat:
Dann, kurz vor der Sitzreihe, auf der Johann und die alte Dame Platz genommen hatten, stoppte sie und öffnete den Klappsitz, als welcher sich das Drahtgestell herausgestellt hatte.
)
Mir ist die Zeit ein bisschen lang geworden, und
Sätze wie
Zitat:
  ... als vollführte sie ein alteingesessenes Ritual.
sind nicht originell, sondern nur störend, ein Ritual kann mE nicht so qualifiziert werden ...
Also: ich würde bescheiden sagen: entrümpeln und auf Formulierungen besser acht geben.

LG
Lorraine

*edit
der Titel ist nicht schön, finde ich ...
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Jocelyn
Bernsteinzimmer

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BeitragVerfasst am: 25.05.2011 14:24    Titel: Antworten mit Zitat

Ein etwas bemühter Versuch, das Thema unzusetzen. Sprachlich gar (du verwendest dieses Wort oft) nicht überzeugend.
Unteres Mittelfeld.


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Die beständigen Dinge vergeuden sich nicht, sie brauchen nichts als eine einzige, ewig gleiche Beziehung zur Welt.
(Aus: Atemschaukel von Herta Müller, Carl Hanser Verlag, München 2009, Seite 198)

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(Voltaire)
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EdgarAllanPoe
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Die Tauben
BeitragVerfasst am: 25.05.2011 20:12    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn das eine Persiflage sein soll, kann ich sagen: "Bravo! Gut gemacht!" Wenn das ernst gemeint ist, tue ich lieber das Gegenteil.
Angefangen bei dem klischeehaften älteren Herrn, der auch noch Johann heißt, genauso wie seine Frau Trude (!!). Dann die Musikerin, die dem verbitterten, frustrierten Büroknecht das Herz schmelzen lässt. Ebenso die "Gestressten" (wenn ich das Wort noch einmal höre, krieg ich einen Tobsuchtsanfall, weil es lediglich eine Belastung ist), die auf ihre "Blackberrys" starren (noch ein Klischee!). Das ganze wird verpackt in eine kitschige, süße Watte aus Allgemeinplätzen, die die Musik betreffen (was schon beim Titel anfängt).
Nur die Vorlage ist akzeptabel.
Zwei Federn.


_________________
(...) Das Gedicht will zu einem Andern, es braucht dieses Andere, es braucht ein Gegenüber. Paul Celan

Life is what happens while you are busy making other plans.
- JOHN LENNON, "Beautiful Boy"

Uns gefällt Ihr Sound nicht. Gitarrengruppen sind von gestern. (Aus der Begründung der Plattenfirma Decca, die 1962 die Beatles ablehnte.)
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Fao
wie Vendetta

Alter: 29
Beiträge: 2487



BeitragVerfasst am: 25.05.2011 22:59    Titel: Antworten mit Zitat

Gesamteindruck: Schön smile

Hast mich kurz verzaubern können, will heißen : Die Atmosphäre war spürbar, ich war für einen Moment in der U-bahn und habe der Gitarrenspielerin gelauscht.

Etwas Kritik:

Da ist zum einen die Dame mit dem Pudel. Zu viel Aufmerksamkeit wird auf sie gelenkt, dafür, dass sie keine Rolle in der Geschichte spielt. Ich mein, ich hab jetzt sonst was erwartet (ein Pudel, der sich nicht bewegt ist schließlich höchst merkwürdig). So Skurril, wie sie beschrieben wird, da dachte ich schon, jetzt passiert gleich was (okay, habe auch ein Faible für skurile, horrorähnliche ...Szenarien).

Dann: Du formst und backst dir Atmosphäre, schreibst, dass es sehr spät ist, es hallt im Tunnel, und wenn der Fahrtwind durchweht, dann werden da wohl auch nicht so viele Menschen sein.
Also, vor meinem Auge entstand eben eine fast leere U-Bahn Station, wie es eben so ist, wenn es nach Mitternacht (?) ist.
Aber dann steigen plötzlich Menschenmassen aus den U-Bahnen. Ach, ich weiß nicht, das passt für mich einfach nicht. Und die Geschäftsleute, die plötzlich da sitzen, vorher waren es nur wenige, zwielichtige Personen.
Und wenn so viel Hektik - wenn auch für kurze Zeit - da wäre, dann würde die Gitarrenfrau sicherlich übertönt werden.

Und:

Zitat:
Das alles tat sie ohne die reinste Regung ihrer Gesichtszüge


Ich würde schreiben: Ohne jede Regung. "Reinste" klingt seltsam?  Vielleicht stehe ich aber auch auf dem Schlauch.


Noch ein paar andere Schönheitsfehler, aber hey- das war ein 2-Stunden-Wettbewerb.

Tja, ich weiß nicht. 6 Federn? Für 7 fehlt dann doch was, obwohl ich schon groszügig bin, beim FFF.
Aber mal sehen, was der Endvergleich sagt.


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Begrüßt gerechte Kritik. Ihr erkennt sie leicht. Sie bestätigt euch in einem Zweifel, der an euch nagt. Von Kritik, die euer Gewissen nicht anerkennt, lasst euch nicht rühren.
Auguste Rodin - Die Kunst.
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MadameMimm
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BeitragVerfasst am: 27.05.2011 17:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

eine schöne Idee, Musik kann wärmen. Ich konnte mir beim Lesen die Szenerie sehr gut vorstellen, wenngleich ich mir denken kann, dass dir mittlerweile einige Formulierungen und Satzkonstruktionen aufgefallen sind, die mit einer Überarbeitung noch wirkungsvoller klingen.
Sprachlich holpert es an einigen Stellen.
Für einen FFF-Text dennoch eine ordentliche Leistung.


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Hexliche Grüße von Tanja
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Leene
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BeitragVerfasst am: 27.05.2011 20:12    Titel: Antworten mit Zitat

Schöne, einfühlsam erzählte Geschichte mit wunderschönen Bildern. Etwa „Gestresste Gesichter wurden von Körpern in Anzügen, Jacken und Mänteln davon getragen wie Korken auf dem Meer“ fand ich sehr schön. Auch eine schöne Idee, die der Geschichte zu Grunde liegt: Die kleinen Situationen des Alltags bewusst wahrnehmen und genießen. Mir persönlich war die Stelle, an der die Musikantin sich aufbaut (Stuhl, Gitarre aus Koffer) zu ausführlich; eine etwas knappere Darstellung hätte (für mich) besser in die Szenerie gepasst.
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Akiragirl
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BeitragVerfasst am: 28.05.2011 12:00    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r FFF Autor/in,

Bevor ich mit meiner Kritik beginne, möchte ich mich schon einmal im Voraus entschuldigen, falls ich jemandes Gefühle verletzen sollte. Ich versuche, meine Meinung immer sachlich und möglichst konstruktiv darzulegen. Dennoch spielt bei jeder Kritik auch die subjektive Wahrnehmung eine große Rolle – also bitte nehmt nichts, von dem was ich schreibe, persönlich smile

Dieser Geschichte stehe ich etwas zwiespältig gegenüber. Einerseits gefällt mir die Idee gut, sie ist zwar nicht besonders originell, aber sie hat etwas, das mein Kopfkino direkt anspringen ließ.

Andererseits ist sie stilistisch leider recht unsauber geraten, was für mich das Lesevergnügen etwas schmälerte. Obwohl ich die Zeitbegrenzung natürlich bedenke, haben andere Texte sprachlich mehr Sicherheit bewiesen.

Einige Beispiele:
Zitat:
ging bedächtig weiter durch diesen unterirdischen Tunnel, der dank der hellen Leuchtstoffröhren an der Decke einen mit seiner klinischen Atmosphäre fröstelnd zurück ließ.

Vorschlag: „ging bedächtig weiter durch diesen unterirdischen Tunnel. Die klinische Atmosphäre, welche die hellen Leuchtstoffröhren an der Decke erzeugten, ließ Johann frösteln.“
Zitat:
Nur wenige von ihnen waren besetzt, die meisten mit eher zwielichtigen Gestalten.

Hier entsteht ein schiefes Bild, weil du erst sagst, dass nur wenige Bänke besetzt sind, dann aber wieder von „den meisten“ sprichst, was eher danach klingt, als säßen auf jeder Bank zwielichtige Gestalten.
Vorschlag: „Nur wenige waren besetzt, meist mit zwielichtigen Gestalten.“
Zitat:
Insgeheim wünschte sich Johann längst in sein warmes, weiches Bett, die schnarchende Trude neben sich.

Klingt für mich widersprüchlich, einerseits wünscht er sich in das warme, weiche Bett (positive Assoziationen), andererseits denkt er an „die schnarchende Trude“ neben sich, was nicht gerade liebevoll klingt. Der Satz ist dadurch unstimmig.
Zitat:
Eine junge Frau in dunkelgrünem Mantel und mit einem Gitarrenkasten und ein Drahtgestell, das Johann nicht weiter identifizieren konnte, in der Hand,

Der Satz stimmt hinten und vorne nicht und ist unnötig verschachtelt. Von mir aus: „Eine junge Frau in einem dunkelgrünen Mantel, mit einem Gitarrenkasten und einem undefinierbaren Drahtgestellt in der Hand, (…)“
Zitat:
Ihr mittellanges, kastanienbraunes Haar wippte bei jedem ihrer beschwingten Schritte

Einfach keine gute Beschreibung, klingt wie ein Schulaufsatz.
Zitat:
nahm eine ramponierte aussehende Gitarre heraus. Das alles tat sie ohne die reinste geringste Regung ihrer Gesichtszüge. Sie wirkte hochkonzentriert, als vollführte sie ein alteingesessenes altes Ritual.

Zitat:

Er fühlte sich auch gar nicht mehr all zu müde oder ausgelaugt.

Extremer Füllwörterüberschuss. „Er fühlte sich gar nicht mehr müde oder ausgelaugt.“ Reicht völlig.
Zitat:
Ein Schmunzeln huschte über seine hageren Züge, als er die Straßenmusikantin mit einem Seitenblick streifte.

Perspektivbuch, er kann sich selbst nicht schmunzeln sehen.
Zitat:
Kalt wird es mir jedenfalls nicht mehr sein, die nächsten dreißig Minuten.

Der letzte Satz gefällt mir nicht, weil er so was Doppeldeutiges hat und damit die vorher schön aufgebaute Atmosphäre völlig ruiniert.

Trotzdem fand ich auch einiges in der Geschichte gut, z.B. dieser Satz hier:
Zitat:
Gestresste Gesichter wurden von Körpern in Anzügen, Jacken und Mäntel davongetragen wie Korken auf dem Meer.

Finde ich ein sehr interessantes Bild! smile

Auch die Beschreibung des Spiels der Musikantin und wie Johann sich dadurch verändert, hat mir gefallen.

Das Thema Musik wurde auf jeden Fall sehr zentral eingebaut, sodass man die Themenstellung als 100%ig erfüllt betrachten kann.

Insgesamt hätte die Exposition vielleicht etwas kürzer sein können im Verhältnis zum eigentlichen Hauptteil (Auftreten der Gitarristin), aber den Aufbau richtig zu planen ist innerhalb von 2 Stunden wohl auch nicht ganz einfach …

Ich vergebe für diese Geschichte 5 Federn.
Mein Bewertungsdurchschnitt lag in diesem Wettbewerb bei 4,96 (also rund 5) Federn.

Liebe Grüße
Anne


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BeitragVerfasst am: 28.05.2011 15:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hier finde ich das Thema umgesetzt, der Text ist auch solide geschrieben.
Warm konnte ich mit diesem Text dennoch nicht werden, weil mir die Art, wie dem Leser nahegebracht wird, was das Spiel der jungen Frau mit dem Protagonisten macht, zu offensichtlich, fast kitschig oder schon pathetisch ist. Vom Stil her ist der Text für meinen Geschmack ebenfalls zu konventionell.
Einiges konnte ich auch nicht nachvollziehen, zum Beispiel, warum die alte Dame skurril ist und er erwartet, mit seinem Sitznachbarn sprechen zu müssen. Etwas unlogisch auch die Erwähnung zwielichtiger Gestalten und der Uhrzeit, wenn dann doch Menschenmassen aus den Bahnen strömen.


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»Ob ich mir eine Dramatisierung meiner Bücher vorstellen kann? Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, in meinen letzten vier Büchern gibt es keine Handlung.« (Andreas Maier im Gespräch mit Raimund Fellinger, 2015)
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Nordlicht
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Beiträge: 4192



BeitragVerfasst am: 29.05.2011 02:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo flinke Feder,

ich bin nach folgendem Bewertungsschema vorgegangen:

-Wie stark ist das Thema Musik im Text ausgedrückt, verwertet und verwirklicht worden?
-Wie gut ist der Text sprachlich gelungen (Rechtschreibung, Grammatik, originelle Verwendung von Wörtern, Flüssigkeit, Vermittlung von Bildern)?
-Wie originell ist die Textidee?

Deine Idee ist nicht schlecht, aber ich komme nicht richtig in Deine Geschichte rein. Warum ist Johann dermaßen fertig und warum ist er sofort wieder peppig, kaum, dass die Straßenmusikerin ihre Gitarre rausholt? Und was spielt sie eigentlich für Musik? Die drei Dinge fehlen mir, denn ohne sie macht mir die Geschichte nicht so sehr viel Sinn. Ansonsten ist es flüssig zu lesen.
4 Federn.


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Gast







BeitragVerfasst am: 29.05.2011 10:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Federschwinger/in,

diesmal kann ich aufgrund der relativ geringen Teilnahme jeden Text etwas ausführlicher kommentieren. Die Themenvorgabe war ja sehr offen, also reicht es mir, wenn es irgendwie um Musik geht. Wenn ich Rechtschreib- oder Interpunktionsfehler erwähne, dann um sie dir zu zeigen – bewertet habe ich sie, aufgrund des Zeitdrucks, nicht.
Meinen Geschmack habe ich, so weit es ging, außer Acht gelassen und versucht mich auf die handwerkliche, logische und kreative Ausarbeitung zu beschränken.

Schon mit der Überschrift habe ich ein Problem. Meiner Meinung nach gibt es dieses Wort nicht. Es müsste heißen: Akkordverzaubert oder Akkorde verzaubern.

Auch sprachlich überzeugt mich deine Geschichte leider nicht. Viele Wortwiederholungen, Adjektive und Füllwörter sowie ein paar Rechtschreib- und Interpunktionsfehler erschweren das Lesen.

Die Idee hinter der Geschichte finde ich aber wirklich schön.


Liebe Grüße
Monika
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Dienstwerk
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BeitragVerfasst am: 30.05.2011 20:27    Titel: Antworten mit Zitat

Der Text hat eine starke Mitte, der Anfang und das Ende haben mich jedoch nicht überzeugt.

Für diese Geschichte gibt es von mir freundliche 4 Federn.

Meine Punktevergabe im Überblick:
0x1, 1x2, 3x3, 5x4, 6x5, 6x6, 1x7, 1x8, 1x9

LG, Ana
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Nicki
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Ei 10


BeitragVerfasst am: 31.05.2011 15:09    Titel: Antworten mit Zitat

LiebeR AutorIn
leider habe ich wegen meines Urlaubs nicht die Zeit, zu jedem Text einen ausführlichen Kommentar zu schreiben. Ich habe jedoch alle gelesen und werde deshalb auch mein Hühnchen rupfen und die Federn verteilen. Gegebenenfalls werde ich später gerne einen ausführlichen Kommentar posten.
MfG
Nicki
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adelbo
Geschlecht:weiblichDichter und Denker


Beiträge: 1890
Wohnort: Im heiligen Hafen


BeitragVerfasst am: 01.06.2011 15:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

die Idee für die Geschichte ist nicht schlecht, aber die Umsetzung doch sehr, na, sagen wir mal, einfach.
Es gibt ein paar Sätze, die besonders aus dem Rahmen fallen.
Zitat:
Johann war die abweisende Art seiner Sitznachbarin ganz recht, er war viel zu ausgelaugt für ein Gespräch. Die Arbeit hatte ihn geschafft, schließlich war er nicht mehr der Jüngste. Außerdem redete er nicht gerne mit Wildfremden, mit Skurrilen wie jener Dame erst recht nicht.

Ein Mann der nicht mehr der Jüngste ist und nicht gerne mit Wildfremden redet. Klingt schon ein wenig nach schmunzeln.
Zitat:
Der Drahtsitz war unbequem, drückte. Insgeheim wünschte sich Johann längst in sein warmes, weiches Bett, die schnarchende Trude neben sich. Er seufzte, nahm mangels anderer Beschäftigung seine Brille ab und putzte sie mit den Hemdsärmeln.

Oder hier die schnarchende Trude oder mangels anderer Beschäftigung die Brille putzen.
Klingt schon fast ein wenig nach Loriot.
Zitat:
Dann, kurz vor der Sitzreihe, auf der Johann und die alte Dame Platz genommen hatten, stoppte sie und öffnete den Klappsitz, als welcher sich das Drahtgestell herausgestellt hatte

stoppte sie.....
Das setzt sich durch den ganzen Text fort und deshalb tut es mir Leid, ist er nicht mein Ding.
adelbo


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„Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel.“

Bertrand Russell
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