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Tiefgang
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Und ständig fließt Musik aus meiner Stromgitarre
BeitragVerfasst am: 16.02.2009 17:50    Titel: Unwillkommener Gast eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Unwillkommener Gast




Sie fallen, sie rieseln,
sie detonieren –
Beton, Beton,
schreien sie,
Beton, Beton,
verschlucken sie,
sie heben ab
und heben an,
die Einen schnell,
die Andren dann
hervorgekrochen.

Die Bombenflut,
ein Tidengang
und wieder hallt,
Beton, Beton,
da laufen sie,
noch mehr Beton,
es quillt hervor,
der rote Saft,
der graue Staub,
das weiße Wort,
ein letzter Schwenk,
Beton, Beton
als Gastgeschenk.

(irgendwie durch das Gedicht von WhereIsGoth "Einstürzende Neubauten" inspiriert)


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BeitragVerfasst am: 13.03.2009 16:45    Titel: Antworten mit Zitat

Moin,

und ich hatte dieses Bild vor Augen.
Aus meiner Heimatstadt, in der ich aufgewachsen bin, zwischen Beton, Beton und roten Ziegeln.

http://www.wulfen-wiki.de/index.php/Bild:Blaue_Schule_Mauerbemalung.jpg

Auch wenn sich mir dein Text nicht bis in die letzte Zeile erschliesst, ist es wie ein Monument vergangener Tage fuer mich.

unnachgiebig, verschlossen, betoniert ... am besten du meisselst es in Stein.

Mit schnellbindenden Grüßen,
yt
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BeitragVerfasst am: 13.03.2009 16:50    Titel: Antworten mit Zitat

Detailansicht, was mir sehr gut gefällt, weniger verständlich oder unverstaendlich ist.


Unwillkommener Gast

Sie fallen, sie rieseln,
sie detonieren –
Beton, Beton,
schreien sie,
Beton, Beton,
verschlucken sie,
sie heben ab
und heben an,
die Einen schnell,
die Andren dann
hervorgekrochen.


Die Bombenflut,
ein Tidengang
und wieder hallt,
Beton, Beton,

da laufen sie,
noch mehr Beton,
es quillt hervor,

der rote Saft,
der graue Staub,
das weiße Wort,
ein letzter Schwenk,
Beton, Beton
als Gastgeschenk.


Ich hab schlicht und einfach das Problem, "sie" zu begreifen.
und trotzdem grüble ich gern darüber nach ... weil der Text mich fasziniert.

Mit herzlichem Gruß,
yt
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Tiefgang
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Und ständig fließt Musik aus meiner Stromgitarre
BeitragVerfasst am: 13.03.2009 18:15    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey yt,

danke für deinen Kommentar.

Dann versuch ich das mal aufzuklären:

Es wird ein Bombenangriff auf ein Gebäude beschrieben.
Das erste "Sie" bezieht sich auf die herabrieselnden Bomben.
Das nächste "sie" ("schreien sie") bezieht sich auf die Insassen, über denen der Beton einzustürzen beginnt. Warnschreie, Verzweiflungsschreie, ...
Daraus erschließt sich wohl auch, wer mit "da laufen sie" gemeint ist.
Und naja, "der rote Saft" steht natürlich für das hervorquillende Blut, das sich durch die Trümmer presst, gemischt mit Staub und der bedingungslosen Aufgabe der Untergrabenen (weiße Wort, letzter Schwenk = weiße Fahne).

So, ich hoffe, jetzt ists "verständlich"?

LG, Gerold


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BeitragVerfasst am: 13.03.2009 18:23    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Abend,

ich wollte es vielleicht nicht wahrhaben habe in der Bombenflut und dem Tiedenhub eine andere 'neuzeitliche' Metapher gesucht.

Ja, nun ist es klar, ich lass es noch mal nachwirken.

Mit herzlichem Gruss,
yt
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MrPink
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Der Bronzene Wegweiser


BeitragVerfasst am: 13.03.2009 23:31    Titel: Antworten mit Zitat

Deine Erklärung hat mir den Text dann auch erschlossen, war so auch mein erster Gedanke, der zweite war: Nee, der Gerold hat das bestimmt alles versymbolisiert, muss ich mal weiter drüber nachdenken. Nicht, dass du alles versymbolisieren würdest, aber irgendwie konnte ich die Kriegsszenerie nicht so richtig mit dir in Einklang bringen. Mit anderen Worten: Du hast mich überrascht. Die Stimmung kommt rüber, die Reime geschickt plaziert, die Wiederholungen (Beton Beton) unterstreichen das Stakkato der Einschläge.

Ich lese es, lese es schnell und laut und schrei. Schmerzen und Blut und Tod und Angst und Panik...

...und dann höre ich deinen Text und schon wieder hast du mich überrascht. Da klingt das dann alles viel ruhiger, eher unbeteiligt. Hat auf jeden Fall was, aber ich weiß noch nicht so recht, was ich davon halten soll. Das Gedicht ist gut, der Vortrag ist gut und trotzdem passt es für mich nicht so recht zusammen. An einer Stelle passt es zusammen, beim roten Saft.

schönen Abend

andi


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(Buk)
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