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ich nenne dich


 

 
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Tiefgang
Geschlecht:männlichDichter und Denker

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Und ständig fließt Musik aus meiner Stromgitarre
BeitragVerfasst am: 06.07.2013 09:16    Titel: ich nenne dich eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

ich nenne dich

wenn die sonne zerbricht
& die scherben dich zart ritzen
werde ich da sein

beziehungsweise
da gewesen sein

denn als die sonne zerbrach
wurde es kalt um mich
& kalt in mir

- zu viel war ausgelaufen
& zu viel eingedrungen -

: wärme
: kühles glas

als ich dich erkannte
nannte ich dich:
sonja sonnensplitter

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hypnobader
Geschlecht:männlichHobbyautor

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BeitragVerfasst am: 08.07.2013 17:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

dieses sollte nicht ohne Resonanz bleiben. Es berührt mich.
Hier benennt ein Ich ein Du. Es bleibt offen, ob es ein äußerer oder ein innerer Dialog ist (gut).
Dann entstehen Ahnungen. Über Verletzungen. Fremd- und selbstzugefügte. Spannend auch die Zusammenstellung von :wärme und :kühlem Glas.

Für mich genau die richtige Mischung an Ausgesprochenem und Unausgesprochenem.

Herzlich, Michael
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Tiefgang
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 39
Beiträge: 1217
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Und ständig fließt Musik aus meiner Stromgitarre
BeitragVerfasst am: 08.07.2013 19:23    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

hallo michael,

vorweg einmal sehr herzlichen dank für dein feedback!

deine ahnungen und äußerungen treffen ziemlich genau meine intention beim schreiben; ich wollte es mir selbst offen lassen und dem text kein inhaltliches korsett verpassen.

umso mehr freut es mich, dass dich der text anspricht - weil es dieses inkonkrete ist, das den autor anschließend selbst ungewiss zurücklässt, ob er seine intention aufs papier bringen konnte oder nicht.

hintergrund des textes ist die überlegung, ob denn die sonne kalt sei oder nicht, wenn alles, was sie anstrahlt warm wird, nur sie selbst ja keine strahlen bekommen kann - und damit ja kalt sein müsste. im prinzip natürlich ein physikalisch einfach zu widerlegender gedankengang, der mich dennoch fesseln und zu dem gedicht führen konnte.

das bild einer zerbrechenden sonne, die in funkelnden splittern zu boden rast, hat etwas faszinierendes für mich.

nicht weniger, nicht mehr.

schönen abend noch!
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BlueNote
Geschlecht:männlichStimme der Vernunft


Beiträge: 6891
Wohnort: NBY
Ei 4



BeitragVerfasst am: 09.07.2013 06:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hi!

Auf mich wirkt das Gedicht eher etwas infantil, "sonja sonnensplitter" beispielsweise wie eine Figur aus einem Donald Duck Heftchen. Viele (junge) Autoren meinen ja, mit dem bloßen Erwähnen des Themas "Ritzen" ihrem Gedicht Tiefe verleihen zu können. Aber wenn man das einfach nur in den Raum stellt, ist das ziemlich ... wirkungslos bzw. oberflächlich. Apropos bzw. Beziehungsweise ist ein sehr sperriges Wort, das man in Gedichten nur dann verwenden sollte, wenn es dort auch zu 100 Prozent hinpasst. Bei dir ist das eher nicht der Fall. Die Verwendung erscheint wie eine Korrektur, als ob du zurück gehen würdest in deinem Text. Bei einem Gedicht (Kurztext) wirkt das ziemlich aufgesetzt. Und dann all das (Über-)Dramatische: die Sonne zerbrach, es wurde kalt in mir, das Auslaufen ... Leere, abgedroschene Metaphern, die einem Leser einfach nur hingeworfen werden. Irgendwer ist wohl traurig, denkt man sich als Leser. Warum? Keine Ahnung! Ist ja auch egal! Was kümmert mich ein irgendwer?

Bleibt also wieder nur das "Unausgesprochene". Man muss sich das Gedicht durch eigene Gedanken schönlesen. Ich hätte aber gerne, dass der Autor mehr zu dem kreativen Werk beisteuert als der Leser.

Wenn der Autor u16 ist, würde ich ihm raten, das nächste Mal nicht die Inkognito Funktion zu verwenden.

BN
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Paradigma
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 50
Beiträge: 1087
Wohnort: Östlich von Westfalen
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 09.07.2013 06:49    Titel: Antworten mit Zitat

Wieso kommst du auf einen u16-Autor, BlueNote?


--
Ich als Nicht-Lyrikerin kann dem Gedicht durchaus was abgewinnen. Speziell diese Zeilen fand ich schön:

- zu viel war ausgelaufen
& zu viel eingedrungen -

Wobei mich der Ampersand stört: Den darf man nämlich nur in Zusammehang mit Personen verwenden: Z. B. bei "Kumpfmüller & Söhne".

Und natürlich müssen da anstelle der Bindestriche die längeren Gedankenstriche hin: – (Zum Vergleich: - – )
Ich denke, wenn man in einem Gedicht bewusst mit Satzzeichen spielt, sollten es auch die typografisch Richtigen sein.

---
sonja sonnensplitter hat für mich das Gedicht richtig runter gewertet. Der Name wirkt wirklich wie eine Comic-Figur, und das zieht den gesamten Text ins lächerliche.
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BlueNote
Geschlecht:männlichStimme der Vernunft


Beiträge: 6891
Wohnort: NBY
Ei 4



BeitragVerfasst am: 09.07.2013 06:55    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wieso kommst du auf einen u16-Autor, BlueNote?

Weil sich 50-jährige nicht mehr für "Ritzen" interessieren. Wenn schon, dann eher für manipulatorische Maßnahmen (am eigenen Körper), die tiefer gehen.
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Tiefgang
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 39
Beiträge: 1217
Wohnort: Hamburg
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Und ständig fließt Musik aus meiner Stromgitarre
BeitragVerfasst am: 09.07.2013 08:33    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey BlueNote,

auch dir vielen Dank fürs Feedback & die äußerst interessante Interpretation.

Ich muss gestehen, du liegst in vielen Punkten ja goldrichtig bzw. kann man deinen Standpunkt der Interpretation durchaus so vertreten – ich selbst sehe das zum Teil nicht anders.

Aber es ist in diesem Falle bewusst geschehen: es sind ja nicht immer alle Dinge, die man häufiger liest, gleich abgedroschene Metaphern. Ich bin der Auffassung, dass ein Autor die Wörter verwenden sollte, die dem Inhalt bzw. seiner Aussage den größten Wahrheitsgehalt verleihen. & wenn das nunmal eher Blau anstatt Azur ist oder eben Auslaufen anstatt in den Äther verflüchtigen, dann finde ich das okay, nein, ich finde das sogar besser und richtiger – inzwischen.

Und das Verb "ritzen" hat nicht immer die Funktion eine autoaggressive Handlung zu beschreiben, das tut es nämlich in diesem Falle ganz und gar nicht. Beim Schreiben war mir aber selbst schon klar, dass es diese Assoziation erwecken wird – ich selbst hatte ja auch dran gedacht, nur ist es hier eben in seiner Ursprungssemantik gebraucht & nicht als selbstverletzendes Verhalten.

Das Bild der zerbrechenden Sonne finde ich übrigens gar nicht banal, aber auch darüber lässt sich streiten, ebenso wie darüber, ob der Name Sonja Sonnensplitter in seiner Infantilität dem Gedicht nicht den richtigen Kontrast verleiht oder es eben ins Lächerliche zieht. Geschmackssache sicherlich.

Hello Paradigma!

Merci auch dir!

Der Ampersand gehört zu meinen Lieblingszeichen, aber das ist ja in einem Gedicht so wichtig wie nichtig zugleich. Dass man besser Gedankenstriche als Bindestriche verwenden soll, wenn man denn schon mit Satzzeichen spielt, finde ich völlig richtig. Ganz deiner Meinung.

Danke euch beiden fürs Lesen!
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