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Die anonymen netten Kerle


 

 
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Enfant Terrible
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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 11.05.2014 17:38    Titel: Die anonymen netten Kerle eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nach monatelangem Heranpirschen, geduldigem Ausharren in Chatrooms und dem Anhören tränenreicher Beichten im Freundeskreis bin ich dem Nest einer fast ausgestorbenen Spezies auf die Schliche gekommen: den netten Kerlen.
Nach dem Vorbild der Anonymen Alkoholiker treffen sie sich regelmäßig in einer Versammlung von Leidensgenossen, wo sie gegenseitig Schicksalsschläge beklagen und Strategien ausarbeiten, um in der von Oberflächlichkeit dominierten herzlosen Welt nicht unterzugehen.

Der Leiter der Sitzung? Therapierunde?, ein untersetzter Mann mit Brille und schütteren Haaren, empfängt mich herzlich. Sein Händedruck ist weich und sanft, so als fürchtete er, das filigrane Gebilde meiner Hand zu beschädigen. Umso energischer ist sein Monolog: "Schön, dass Sie heute hier sind! Ich finde es eine tolle Sache, dass sich eine Frau bereit erklärt, mal die Perspektive jener Männer in den Fokus zu rücken, die immer auf der Strecke bleiben, nur weil sie keine sexistischen Alphamännchen sein können oder wollen."
"Ähm, danke. Ich gebe mir Mühe."
"Nein, wirklich, Chapeau! Normalerweise sind Frauen ja voreingenommen und scheren alle Männer über einen Kamm wegen ein paar Arschlöchern, die ihnen das Herz gebrochen haben. Dabei lassen sie all die anständigen Kerle außer Acht, die in der Friendzone versauern! Somit wird Ihre Reportage einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung leisten!"
"Das war der Plan, ja. Ich setze mich dann mal da hinten hin..."
"Kommen Sie, ich hol Ihnen einen bequemeren Stuhl! Und kann ich Ihnen einen Kaffee und einen Donut bringen?"
"Nein, danke, machen Sie sich keine Umstände wegen mir."
"Ach, Unsinn! Sie sind es nur nicht gewohnt, wie eine Dame behandelt zu werden. Die Donuts sind ausgezeichnet!"
"Daran liegt's nicht, ich will aber wirklich keinen Donut."
"Bestimmt achten Sie nur auf Ihre Figur, wie die oberflächliche Gesellschaft es Ihnen diktiert. Aber bei uns müssen Sie das nicht! Wir akzeptieren Frauen in jeder Form!"
"Das mag sein, aber ich leide unter Glutenunverträglichkeit."
"Warum haben Sie das nicht im Vorfeld gesagt? Ich hätte für Sie glutenfreies Gebäck bestellt."

Schließlich schicke ich mich an, mit meinem Notizblock in einer Ecke des Raumes Platz zu nehmen. Ebenso wie mein Donut-Verzicht erweist sich diese Aktion als indiskutabel: Als Ehrengast soll ich mich mit in die Runde setzen und zur Diskussion beitragen, falls die gebeutelten Romantiker Fragen an die Botschafterin aus dem feindlichen Lager haben.
Nachdem ein Nachzügler eingetrudelt ist (sein Tempo wird wohl durch seine füllige Statur gebremst), beginnt die Sitzung.

"Gentlemen, neben unserer Besucherin aus der Presse dürfen wir heute ein neues Mitglied in unserer Runde begrüßen. Erzähl doch bitte etwas zu deiner Person."
Der korpulente Neuzugang räuspert sich. "Also, ich heiße Marvin und meine Frau hat mich verlassen."
Ein mitfühlendes "Oooh" geht durch die Runde."
"Warum hat deine Frau dich verlassen, Marvin?"
"Vor zwei Wochen ist sie mit so einem überzüchteten Fitnessviech durchgebrannt. Hat nur eine Notiz hinterlassen, dass sie sich mit mir nicht mehr als Frau fühlt. Nur weil ich nicht so ein körperfixierter Bock bin, der nur ans Pumpen und F*** denkt!"
Nochmal betroffenes Raunen, ehe der Leiter beschwichtigt: "Es liegt nicht an dir, sie hat nur deine Qualitäten als Mensch nicht zu schätzen gewusst, weil sie, wie viele Frauen, von dem Aussehen von Arschlöchern verblendet ist. Sie wird schon sehen, was sie davon hat."
"Ja! Ich verstehe auch nicht, was er an so einer Schabracke wie ihr findet. Ihr kann man doch nicht mal auf den Arsch hauen, ohne dass der eine halbe Stunde nachwabbelt!"
"Der Kerl verlässt sie doch eh bald für eine jüngere, Hübschere", murmelt ein Leidensgenosse.
"Ja, Karma is a bitch! Und ich dachte noch, sie hätte wenigstens einen lieben Charakter, wenn schon das Aussehen zum Kotzen war ..."

"Und Jürgen, wie geht es bei dir mit deiner besten Freundin voran?"
Auf diese Frage hin meldet sich ein schlaksiger junger Mann, eine Verkörperung des Nerd-Archetyps, zu Wort. Sein grimmiges Gesicht glänzt fettig im trüben Licht der Lampe. "Naja, ihr Macker hat vor zwei Wochen mit ihr Schluss gemacht."
"Na, das ist doch eine Chance für dich."
"Eben, dachte ich zuerst auch, aber Frauen sind ja so dumm! Ich habe ihr sogar Andeutungen gemacht, dass es da einen netten Kerl gibt, der sie auf Händen tragen würde, aber sie rafft es nicht!"
"Wie hat sie denn reagiert?"
"Ach, sie heult bloß rum, dass sie ihn ja noch so liebt und dass sie keinen anderen haben will. Ich meine, es ist schon zwei Wochen her! Sie sollte doch langsam hinwegkommen und sich nach dem Richtigen umschauen!"
"Frau Reporterin, was meinen Sie denn dazu?"
"Naja", sage ich zögernd, "du musst vielleicht bedenken, manche Menschen brauchen länger, um eine Trennung zu verarbeiten."
"So ein Schwachsinn! Als damals die Susi aus dem Chat mit mir Schluss gemacht hat, habe ich ihr nicht hinterher getrauert, die war eh eine dumme Kuh, die keine Ahnung vom Zocken hatte. Da hab ich gleich die Melanie angeschrieben ..."
"Ja, aber deine beste Freundin muss ja nicht genauso denken wie du. Vielleicht braucht sie im Moment ja erstmal deinen Beistand als Kumpel."
Das hätte ich nicht sagen sollen.
"Immer die Friendzone!", wettert Jürgen. "Ich würde alles für sie tun, aber was bringt es mir? Sie läuft ja immer irgendwelchen Typen hinterher, die keine Ahnung haben, wie man eine Frau behandelt. Und mir sagt sie immer, ich sei nicht ihr Typ ..."

"Dann vergiss sie!", mischt sich ein netter Kerl ein, der mit verschränkten Armen neben mir sitzt. "Genieß dein Single-Leben, dann kann dich wenigstens kein Weib ausnehmen, so wie mich."
"Erzähl doch der Dame von der Presse, was du erlebst hast."
Der Betroffene lehnt sich eindringlich zu mir vor. "Naja, manchmal glaube ich, die Weiber stehen wirklich nur auf Kerle, die sie wie Dreck behandeln. Und die Kerle, die nett zu ihnen sind, lassen sie irgendwann fallen und krallen sich so ein Arschloch."
"Wie meinst du das?"
"Naja, meine Ex zum Beispiel. Ich habe alles für sie gemacht, alles für sie gezahlt, was sie wollte. Sie brauchte mich nicht einmal darum bitten, ich habe ihr alles geholt. Und was macht sie? Lässt mich sitzen, weil sie meint, sie kommt mit meinem Charakter nicht klar! Als ob Taten nicht lauter sprechen als Worte!"
"Aber irgendeinen Grund musste es ja geben", werfe ich kleinlaut ein.
"Ach, sie hat irgendwas geblubbert von wegen, sie erträgt meine Stimmungsschwankungen nicht. Nur weil ich ein paar mal ausgetickt bin, weil ich es nicht mehr aushalten konnte!"
"Konntest du denn nicht mit ihr über deine Probleme reden?"
"Keine Ahnung, ich war ja zu sehr damit beschäftigt, ihr zuzuhören, wenn sie Probleme hat!"
"Aber sollte es kein Austausch unter Partnern sein ...?"
"Ich wäre doch ein Waschlappen, wenn ich ständig so rumheulen würde wie sie. Und überhaupt, warum kann sie mir nicht einfach verzeihen? Ich habe mich jedes Mal entschuldigt, hab ihr ständig Geschenke gemacht."

Langsam verliere ich die Geduld und wende mich an den Diskussionsleiter.
"Hören Sie, ich habe schon viele wertvolle Einblicke gesammelt, aber jetzt muss ich langsam gehen."
"Bleiben Sie doch noch bis zum Ende der Sitzung, Sie haben doch noch gar nicht alle Schicksale gehört!"
Der schenkungsfreudige Choleriker grätscht dazwischen: "Da sieht man es wieder, keine Frau hat Zeit, keine Frau interessiert sich für unsere Probleme, aber wir müssen immer springen!"
"Am Ende kommen wir in dem Artikel noch total klischeehaft weg", setzt Marvin, der verhinderte Adonis hinzu, "wie ein Haufen Verlierer, die einfach keine Ahnung haben von Frauen."
"Bestimmt nicht", versichere ich, "ich habe mir ein objektive Bild gemacht, es ist nur, ich muss wirklich los."
"Bestimmt zu einem Date!", verdreht der Nerd die Augen.
"Nein, aber heute ist noch ein Raid geplant", erwidere ich. Beim Verlassen des Raums bin ich um eine Handynummer reicher.

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anuphti
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BeitragVerfasst am: 11.05.2014 19:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hmmmmmmmmmmmm.
Hmmmm.
Hmmmmmmmmm.

Den Titel fand ich klasse.
Und ich habe den Text auch bis zum Ende gelesen. Und jetzt habe ich Probleme mein Unbehagen in Worte zu fassen.

Schreibtechnisch kann ich nicht meckern, also flott und routiniert geschrieben.

Inhaltlich komme ich nicht so zurecht, weil der Inhalt irgendwie am Titel vorbei läuft.

Wie soll ich das jetzt genau erklären .. *Haare rauf* ...

Der Beitrag klingt für mich wie der "genervte" Bericht von einer Frau, die die Nase voll hat von den "sogenannten" netten Kerlen, die sich übergewichtig, ungepflegt und mit chauvinistischen Sprüchen in Selbstmitleid suhlen.

Und geht damit für mich am Thema vorbei, weil alle Typen, die Du beschreibst eben genau keine "netten Kerle"  sind.

Und damit ist die Pointe im Text weg. Ratzfatz weg.

Und damit hat der Text verloren.

Eine letzte Chance würde ich sehen, wenn Du "echte nette Kerle" beschreiben würdest.(also zum Beispiel den gutmütigen Typen, der immer auf das Baby aufpasst, damit seine Frau abends mit ihren Freundinnen um die Häuser ziehen kann, oder den netten Nachbarn, der immer ihre Katze füttert, wenn sie mal wieder nachts nicht nach Hause kommt. Oder der Kommilitone, der jedesmal beim Umzug hilft, anstatt nur hinterher mit Tequila zur Einweihungsparty zu kommen ... echte nette Kerle gibt es wie Sand am Meer, aber viele Frauen sind dafür tatsächlich blind ...)


Deinen zweiten Versuch würde ich auch sofort lesen smile Aber so klingt es leider, wie oben gesagt, reichlich genervt und oberflächlich.

Nichts für ungut.

LG
Nuff
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Constantine
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Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 11.05.2014 20:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

ich finde deinen Text formal sehr gut geschrieben mit flotten Dialogen. Inhaltlich bist du für mich leider komplett am Thema vorbei, oder ich verstehe unter einem "netten" Kerl was anderes als du.

Du präsentierst in deiner Geschichte drei Schicksale von Männern:
Marvin, der von seiner Frau verlassen wurde,
Jürgen, der sich in seine beste Freundin verguckt hat, aber nicht ihr Typ ist (Stichwort Friendzone) und mit einer Susi, die er im Chat kennengelernt hatte, zusammen gewesen ist;
Namenloser dritter Kerl, der über seine Ex berichtet.

Die drei beschriebenen Männer waren in Beziehungen, Marvin sogar verheiratet. Insofern verstehe ich nicht, was das Problem dieser sogenannten netten Kerle sein soll, außer, dass ihre Beziehungen vor Kurzem auseinander gegangen sind oder sich gerade die beste Freundin nicht für Jürgen interessiert.
Die dargestellten Männer wissen, wie sie Frauen kennenlernen und für sich gewinnen können. Hier in dieser Situation haben sie eine Pseudo-Selbsthilfe-Gruppe verlassener Männer gegründet, um ihren Frust Luft zu verschaffen und um über einige Schönheitsideale herzuziehen.
Unter den "Anonymen netten Kerlen" verstehe ich etwas völlig Anderes.
Dein Text hat mich leider nicht überzeugt!

Na, wenigstens hat Jürgen mit der Reporterin die Nummern ausgetauscht, da könnte sogar was laufen zwischen den beiden Nerds.

LG,
Constantine
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Enfant Terrible
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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 11.05.2014 21:17    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank für eure Feedback!
Wenn es euch sauer aufgestoßen ist, dass die "netten Kerle" in der fiktiven Geschichte eben keine netten Kerle sind, dann wurde die Intention genau erreicht.
Was ich mit dem Text zeigen wollte, war eben, dass nicht jeder Mann sein Pech bei den Frauen darauf schieben sollte, dass er "zu nett" ist, sondern es teilweise wirklich an charakterlichen oder auch äußerlichen (z.B. mangelnde Pflege) Unzulänglichkeiten liegt. Und dass mancher glücklose Romeo vielleicht eher in sich gehen sollte, bevor er "Weiber" und ihren Hang, "Arschlöchern hinterherzulaufen" verteufelt.
Und natürlich sollte der Text - da Trash - gnadenlos überzeichnet sein.
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anuphti
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Beiträge: 3701
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BeitragVerfasst am: 12.05.2014 11:48    Titel: Antworten mit Zitat

Inkognito hat Folgendes geschrieben:
Vielen Dank für eure Feedback!
Wenn es euch sauer aufgestoßen ist, dass die "netten Kerle" in der fiktiven Geschichte eben keine netten Kerle sind, dann wurde die Intention genau erreicht.
Was ich mit dem Text zeigen wollte, war eben, dass nicht jeder Mann sein Pech bei den Frauen darauf schieben sollte, dass er "zu nett" ist, sondern es teilweise wirklich an charakterlichen oder auch äußerlichen (z.B. mangelnde Pflege) Unzulänglichkeiten liegt. Und dass mancher glücklose Romeo vielleicht eher in sich gehen sollte, bevor er "Weiber" und ihren Hang, "Arschlöchern hinterherzulaufen" verteufelt.
Und natürlich sollte der Text - da Trash - gnadenlos überzeichnet sein.


Hallo junge Dame smile

Genau das funktioniert meiner Meinung nach hier nicht smile

Ich versuche es nochmal zu erklären.

Die Typen, die Du da malst, sind überhaupt keine netten Kerle (nicht einmal ansatzweise!) Und deshalb funktioniert der Text nicht.

Nette Kerle sind die, die gnadenlos auf sich herumtrampeln lassen, weil sie gutmütig und freundlich sind.

Ungepflegte Typen, die Frauen als "Weiber, Schnepfen und ähnliches" bezeichnen, Frauen mißhandeln etc., das sind nicht "die netten Kerle", die es oft so schwer haben eine tolle Frau zu finden.

Meiner Meinung nach, weil sie sich nicht gut genug abgrenzen, und damit den Frauen "Schwäche" signalisieren, die die Frauen wieder nicht wollen, weil Frauen immer "instinktiv" nach einem "Beschützer" für die gemeinsamen Kinder suchen.

Sofern eine Famiie geplant ist, braucht eine Frau immer einen starken zuverlässigen Partner für die Zeit während der Schwangerschaft und der Erziehungszeit. Das ist unterbewusst eingebaut.

Und deshalb hätte ich es witziger gefunden, wenn in dieser Selbsthilfegruppe genau dieses Thema (Abgrenzung, Stärke signalisieren, Nein sagen können, Verantwortung übernehmen) zum Beispiel in Rollenspielen trainiert worden wäre.
Zum Beispiel von dem Muttersöhnchen, das lernen muss, seine Energie auf seine Partnerin zu fokussieren, anstatt auf seine Mutter (die sicher gut alleine klar kommt, schließlich ist ihr Sohn schon erwachsen smile )

Klar, was ich meine?

LG
Nuff


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Learn from the mistakes of others. You don´t live long enough to make all of them yourself. (Eleanor Roosevelt)

You don´t have to fight to live as you wish; live as you wish and pay whatever price is required. (Richard Bach)
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Constantine
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Beiträge: 2681

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 12.05.2014 16:49    Titel: Antworten mit Zitat

@Anupthi: Daumen hoch  Genau in diese Richtung, hätte ich mir eine Satire über die "Anonymen netten Kerle" gedacht, anstelle mir klischeebeladene "nicht-nette" Kerle zu präsentieren, die mir weder ein Lächeln noch ein Schmunzeln entlocken.


@Inkognito: Entspricht Anuphtis Definition eines netten Kerls auch deiner?

Das Ende, dass die Reporterin eine Handynummer reicher die Selbsthilfegruppe verlässt, ergibt für mich in der jetzigen Form keinen Sinn, weil mir die dargestellten Kerle unsympathisch sind. Da zweifle ich am gesunden Menschenverstand der Protagonistin, dass ihr diese von dir gezeigten charakterlichen Unzulänglichkeiten egal sind.

Umgekehrt, wenn die netten Kerle wie von Anuphti beschrieben gewesen wären, dann fände ich das Ende mit der Handynummer eine weitaus bessere Pointe.

Aber wie du deine Intention beschrieben hast, nette Kerle zu zeigen, die eben keine netten Kerle sind, funktioniert für mich in dieser Form leider nicht. Ihre Schwächen vor anderen Männern zu zeigen, und sich für nette Kerle zu halten, obwohl sie es nicht sind, macht für mich keinen Sinn.
Ich finde, nach dem einleitenden ersten Drittel deines Textes entgleitet dir deine Geschichte.


Inkognito hat Folgendes geschrieben:
Und natürlich sollte der Text - da Trash - gnadenlos überzeichnet sein.

Ich verstehe den Zusammenhang zwischen Trash und gnadenlos überzeichnet nicht.

LG,
Constantine
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meerenblau
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Beiträge: 1085



BeitragVerfasst am: 13.05.2014 12:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

also ich muss auch sagen, der Text funktioniert zwar, aber wohl nicht so wie gedacht. Vom Stilistischen her, sprachlich, alles einwandfrei. Aber inhaltlich ...
... liest sich das wie der Text einer gefrusteten Tussi (Reporterin), die  nicht dazu in der Lage ist, nette und blöde Männer auseinanderzuhalten. Die eigentliche Ironie, die wohl zum Tragen kommen sollte (Männer verstehen die Frauen nicht - sie sind doch sooo nett und trotzdem bleibt keine bei ihnen) kehrt sich dadurch ins Gegenteil (Frau versteht die Männer nicht - sie sind alle Ärsche und trotzdem werden sie als nett bezeichnet).

Das funktioniert so einfach nicht.
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Soraja
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Beiträge: 218

DSFx


BeitragVerfasst am: 13.05.2014 13:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko ,

für mich war beim Lesen recht schnell klar, den Titel des Textes, haben sich die Männer selbst gegeben. Sie halten sich für nett, ohne zu erkennen, dass sie es nicht sind. Sie sind das Gegenteil von nett. Sie sind in der hier geschilderten Geschichte selbst-zentrierte kleine Arschlöcher. Insofern hat der Text für mich durchaus funktioniert. Allerdings fehlt mir für eine wirklich amüsante Überzeichnung die genauere oder intensivere Beschreibung der drei Typen.

Es gibt natürlich auch die wirklich netten Männer, aber die sind in der Regel alle in netten Händen und das seid Jahren. (Meine Meinung)
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Eredor
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BeitragVerfasst am: 25.05.2014 19:31    Titel: Antworten mit Zitat

Ich würde mich ja auch als netten Kerl bezeichnen.
Ok, manchmal bin ich nicht so nett.
Aber grundlegend einer, der Frauen so behandelt wie sie es verdienen.
Was mich noch nie in so eine Lage gebracht hat wie sie in diesem Text beschrieben wird.
Für mich legt sich das ganze zu offen - Trash oder nicht - worauf das hinausläuft, wird ziemlich schnell klar, es gibt keine weiteren Überraschungen, ich habe das Gefühl, dass nur Klischees überspitzt werden.
Also nicht unbedingt meins.
Was ich dir aber zu Herzen legen wollte, mal unabhängig vom Inhalt (der bewusst und gut provoziert, das schon): ich find die Dialoge jetzt nicht so dolle.
Will sagen, da fehlt irgendwie die Dreidimensionalität. Klar, es soll überspitzt wirken, aber da geht für mich die Dynamik verloren, die bei Dialogen so ausschlaggebend ist. Ich kann dir jetzt kein besseres Beispiel geben, ohne groß herumzupfuschen, aber vielleicht weißt du, was ich meine.

Nur das noch,

lg Dennis


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- Lütfiye Güzel
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 26.05.2014 21:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo E. T.,

ich habe den Text vor zwei Wochen gelesen und melde mich jetzt in erster Linie, weil ich mich freue, dass du mal wieder da bist (im öffentlichen Bereich). Welcome back.

Was den Text angeht, bin ich mir nicht sicher, ob ich (als Mann) zur Zielgruppe gehöre. Ich kann mich insbesondere Eredor anschließen: Es wird sehr schnell klar, was es mit diesen angeblich netten Kerlen auf sich hat - was zu verkraften wäre, wenn nicht schon beim 'überzüchteten Fitnessviech' die Wortwahl so drastisch wäre, dass sie sich kaum noch steigern lässt.

Ich finde, bei solcher Ein-Szenen-Prosa müssen die verschiedenen Figuren deutlich herausgearbeitet werden, ich aber erlebe diese 'netten Kerle' (und auch die Reporterin) tatsächlich als 'anonym'. Dadurch bekommt der Text so eine vermeintliche Allgemeingültigkeit und ich lese den Schluss als a. Pointe um der Pointe willen oder b. Kniff, damit die Frauen auch noch 'ihr Fett wegkriegen'.

Wäre schön, dich wieder öfter hier zu sehen!

LG


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fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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katriina
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Wohnort: Heidelberg


BeitragVerfasst am: 28.09.2014 11:29    Titel: Antworten mit Zitat

Ich fand deinen Text herrlich!

Über deinen Schreibstil und die Dialoge gibt es natürlich nichts weiter zu sagen, als dass sie angenehm und einfach zu lesen sind - etwas, das ich sehr oft vermisse.

Darüber hinaus schienen sich aber die meisten Leser an deinen "netten Kerlen" aufzuhängen, die ja eben keine waren. Aber ich meine zumindest, zu verstehen, dass es gerade darum geht. Viele dieser Herren denken nämlich, sie wären nett, wenn sie in Wirklichkeit total aufdringlich und eben das komplette Gegenteil von nett und angenehm sind. lol2 Das hast du ziemlich treffend auf den Punkt gebracht. Dass einer der Herren das alles auf Chat-Bekannschaften und Chat-Beziehungen bezieht, macht es in meinen Augen nur noch besser und noch realistischer.

Gefiel mir also sehr gut!


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