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Fliegen


 
 
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Enfant Terrible
Geschlecht:weiblichalte Motzbirne

Alter: 29
Beiträge: 10245
Wohnort: München


Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
Beitrag17.11.2014 19:37
Fliegen
von Enfant Terrible
eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zu fliegen
unter grauen Himmeln,
das Herz umschlossen
von einer Eierschale.

Wenn wir landen,
fliegen die Daunen.

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Zinna
Geschlecht:weiblichschweißt zusammen, was


Beiträge: 1723
Wohnort: zwischen Hügeln und Aue...
Das Silberne Pfand Der silberne Durchblick
Lezepo 2015 Lezepo 2017
Podcast-Sonderpreis


Beitrag17.11.2014 21:47

von Zinna
Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

ein paar Worte von mir, wenn es recht ist.

Bei der Zuordnung deines Gedichts hast du nur wenige Rubriken ausgelassen(?) Wink
So muss ich es nicht als eine spezielle Gedichtart auffassen.

Mir gefällt dein kleines Werklein, doch stört mich das "Zu" am Beginn und zwar nicht wenig, nimmt es doch mehr an Aussage als dass es Wirkung erreicht.
Allein gelesen: "zu fliegen" Pause, Luft holen, ergibt sich eine etwas sehnsuchtsvolle Stimmung, aber in der gesamten Strophe verliert sie sich, für mich  jedenfalls.
Warum nicht einfach "Fliegen" wie im Titel?
Wenn es besonders betont werden soll, vielleicht ein Ausrufezeichen danach, muss aber nicht sein?

Der Schluss lässt mich lächeln.
(Nicht nur, weil ich beim ersten Mal statt fliegen stieben gelesen hatte. Rolling Eyes  )

LG
Zinna
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Rainer Zufall
Geschlecht:weiblichKlammeraffe

Alter: 68
Beiträge: 826

Pokapro und Lezepo 2014


Beitrag18.11.2014 06:47

von Rainer Zufall
Antworten mit Zitat

Ich finde das goldig. Bitte nicht falsch verstehen, ist wirklich als Kompliment gemeint.
Ich mag das Bild des von einer Eierschale umschlossenen Herzens, denn es zeigt die Zerbrechlichkeit und Brüchigkeit von Gefühlen.
Ich mochte auch das Landen und die fliegenden Dauen, als seien ein Haufen Kinder in ihren Betten wild am Toben. Nach den vorsichtigen und vielleicht auch ein klein wenig ängstlichen oder sogar gefährlichen Träumen, schließlich ist man ja nur mit einer Eiserschale gerüstet, erfolgt die Landung, sie ist zwar wuchtig, sonst würden die Daunen nicht fliegen, aber sie ist auch weich. Ein liebevoll wirkendes Gedicht.
Für mich stimmt da alles, aber Zinnas Idee, das "zu" wegzulassen, könnte man mal ausprobieren und eine Ecke auf sich wirken lassen. Bin mir selbst noch nicht sicher, und Zinnas Argumente haben was, jedenfalls im Gesamtzusammenhang des Gedichtes. Aber das hängt natürlich von deiner Intention ab.
Viele Grüße
Zufall
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Enfant Terrible
Geschlecht:weiblichalte Motzbirne

Alter: 29
Beiträge: 10245
Wohnort: München


Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
Beitrag21.11.2014 16:08

von Enfant Terrible
pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für euer Feedback!
Das "zu" könnte man in der Tat weglassen, da hat sich, gelaube ich, ein kleiner Anglizismus eingeschlichen (To fly ...)
Lustigerweise wollte ich erst statt dem 2. "fliegen" tatsächlich "stieben" schreiben, entschied mich aber dagegen, da es mir irgendwie hochtrabend vorkam Laughing
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Gast







Beitrag02.01.2015 19:41

von Gast
Antworten mit Zitat

Hallo Enfant Terrible,


haaach dein kleines Gedicht ... ich möchte, nein ich WILL, dass Zartheit und Zerbrechlichkeit von Herz und Gefühlen mit einem Ei korrelieren, aber ich finde, es geht einfach nicht auf, um nicht zu sagen, das Gedicht eiert noch etwas.

Zunächst würde auch ich bevorzugen, das "zu" wegzulassen. Aber wozu braucht es überhaupt das Fliegen? Und wozu "unter grauen Himmeln"`? Damit wird nur eine Dimension eröffnet, die für so eine Kürze viel zu groß ist und ja auch gar nicht weiter anklingt. Finde ich zumindest.
Wieso nicht

Enfant Terrible hat Folgendes geschrieben:
"Das Herz umschlossen
von einer Eierschale.

Wenn wir landen, (-> das suggeriert doch eh schon das Fliegen)
,fliegen die Daunen."


Mich stört nach wie vor die Eierschale. Für mich ist es so, als würdest du "Herz" und "Ei" nebeneinander auf einen Tisch legen, aber da fängt für mich nichts an zu schwingen. Ich wünschte mir, dass das Wort "Ei" gar nicht auftaucht sondern zwischen den Zeilen steht. Das ist nur eine Idee, ein Vorschlag.
Wieso nicht:

"Das Herz
und was drin brütet.

Wenn wir landen,
fliegen Daunen."


Grüße
Gerhard
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missmarple
Geschlecht:weiblichSchneckenpost
M

Alter: 58
Beiträge: 12
Wohnort: NRW


M
Beitrag02.01.2015 20:55

von missmarple
Antworten mit Zitat

Sehr schön, enfant terrible.

Ich denke auch, dass das "zu" zu Beginn des Gedichts weggelassen werden könnte/sollte - klingt in meinen Ohren besser.
Mich stört die Eierschale überhaupt nicht, im Gegenteil. Für mich wirkt es, als würde sie das Herz gefangen halten. Nicht einschnürend, aber doch so, dass das Herz nicht ganz frei ist. Vielleicht hast du deshalb die zarte, zerbrechliche Eierschale gewählt?
Und dann, bei der Landung - die Befreiung. Die Federn fliegen Smile
Fliegen, nicht "stieben" - denn das wäre die Vergangenheit.

Es grüßt euch die miss
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Aranka
Geschlecht:weiblichBücherwurm
A


Beiträge: 3366
Wohnort: Umkreis Mönchengladbach
Lezepo 2017 Pokapro und Lezepo 2014



A
Beitrag10.01.2015 18:39

von Aranka
Antworten mit Zitat

Hallo Enfant Terrible,

schön etwas von dir zu lesen. Ein für mich luftiges Gebilde, ein flüchtiger Gedanke, ein zärtlicher Gedanke. Und ... ich kann dem "zu fliegen" auch im deutschen Sprachgebrauch etwas abgewinnen. Für mich setzt dieser Satz irgendwo mittendrin ein, als begänne der text mitten im Gedanken.

Natürlich geht dann der Titel nicht. Das doppelte "fliegen" ist mir auch bei einem so schmalen Text fast zu brutal.

Aber "zu fliegen" ist reizvoll. Ich lese da: wie wäre es, einfach mal zu fliegen!? Egal, auch wenn der Himmel grau ist. Warum sollte man nicht auch unter grauem Himmel (nein: grauen Himmeln) fliegen?
Wie wäre es zu fliegen mit einem Herz, umschlossen von einer Eierschale?

Für mich braucht dieser Gedanke, der ja so verlockt, sich mal draufzuschwingen, einfach mehr Luft.
Daher würde ich Leerzeilen reingeben und die gewichtige Großschreibung und Zeichensetzung rausnehmen. Einfach mal ein Versuch:

wie es wäre ...


zu fliegen
unter grauen himmeln

das herz umschlossen
von einer eierschale

wenn wir landen
in daunen

dann ...


Enfant Terrible, die Textidee, die gefundenen Worte und auch der Ton in deinem Text, das alles gefällt mir. Mein Versuch soll keine bessere Version sein, nur aufzeigen, dass ich mir den Text "leichter" vorstellen könnte, damit die Zerbrechlichkeit Eierschale und dieser Vorstellung "zu fliegen" spürbar wird und formal sichtbar und nicht nur gewortet wird.

Gerne bei dir reingeschaut. Liebe Grüße Aranka


_________________
"Wie dahingelangen, Alltägliches zu schreiben, so unauffällig, dass es gereiht aussieht und doch als Ganzes leuchtet?" (Peter Handke)

„Erst als ihm die Welt geheimnisvoll wurde, öffnete sie sich und konnte zurückerobert werden.“ (Peter Handke)
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Harald
Geschlecht:männlichShow-don't-Tellefant

Alter: 74
Beiträge: 5228
Wohnort: Schlüchtern


Beitrag10.01.2015 21:33

von Harald
Antworten mit Zitat

Hallo,

"groß gewordenes Küken",

ich halte mich ja normal bei ungereimten Sachen heraus, aber deine Zeilen haben es mir irgendwie angetan …

Zu fliegen
unter grauen Himmeln,
das Herz umschlossen
von einer Eierschale.



Hier "fliegt" der junge Vogel auf das Erwachsenwerden zu, das Herz gegen jegliche Einflüsse wie noch von der Eierschale geschützt …




Wenn wir landen,
fliegen die Daunen.


Die "Eierschale" wurde abgestreift, das Herz ist verletzlich/wurde verletzt, bei der harten Landung in der Realität hat der erwachsene Vogel sich von den  letzten Daunen befreit …


 Wink


_________________
Liebe Grüße vom Dichter, Denker, Taxi- Lenker

Harald

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