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Charakterbeschreibung


 

 
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pripri
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Wohnort: Schweiz (Zürich)
Postkartenprosa I


BeitragVerfasst am: 02.03.2009 23:58    Titel: Charakterbeschreibung eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallöchen zusammen

Ich sitze nun schon seit Tagen an einer Charakterbeschreibung für einen der Protagonisten meines Projekts und tu mich damit etwas schwer.
Ohne gross weitere Hintergrundinfos zu geben (ich denke, die sind aus dem Text heraus zu erkennen), möchte ich darum die Beschreibung mal einfach so in den Raum werfen.
Wichtig ist für mich die Frage:

Wie wirkt diese Person auf Euch persönlich und was lässt sich aus dem Text bezüglich des Charakters herauslesen?

Wie gesagt geht es hier nicht um die äusserliche Beschreibung.

Ich bin gespannt, ob die Beschreibung so auf Euch wirkt, wie ich es mir eigentlich vorstelle.
_____________________

Inzwischen waren die Clansführer waren fast vollständig eingetroffen und feierten ihr Wiedersehen in scheinbar brüderlicher Geselligkeit.  Welch ein pathetischer Haufen! Jetzt feierten sie Seite an Seite, teilten grosszügig das Ale miteinander und beglückwünschten sich gegenseitig zu ihren Heldentaten. Und doch würden sie sich ohne zu zögern gegenseitig an die Kehle springen, sobald sich die Gelegenheit dazu ergab.
Talorc mhic Mordeleth, Hochkönig des gesamten Südpiktischen Reiches hatte den wankelmütigen Charakter seiner Untertanen schon immer verabscheut. Sie waren allesamt zu sehr damit beschäftigt, die kleinlichen Bedürfnisse ihrer eigenen Clans zu befriedigen, als dass sie dazu fähig wären, über den Horizont hinaus zu sehen.
Selbstgefällig rühmten sie sich ihres Mutes und Stolzes, dabei waren sie stur und einfältig wie eine Herde wiederkäuender Rindviecher.
Den Vergleich fand er treffend  amüsant und verzog das Gesicht zu einer Grimasse, die aber kaum einem Lächeln ähnelte.
Welchen Wert hatte schon eine solch scheinheilige Tugend wie Ehre gegenüber Macht? Nicht den Geringsten: Er hatte schon früh am eigenen Leib erfahren, dass Ehrenhaftigkeit nur etwas für Schwächlinge war.  
Doch um Macht zu erlangen waren Opfer nötig, waren schlussendlich aber nur ein einkalkuliertes Mittel zum Zweck. Wer Macht wollte, durfte sich nicht Nebensächlichkeiten, wie Skrupel abgeben. Auch das hatte er lernen müssen.
Doch nun war er bereit:  Nach dieser Clansversammlung würde ein neues Zeitalter beginnen. Das Reich der Pikten würde von nun an  nicht mehr länger im Schatten der benachbarten Stämme sein trauriges Dasein fristen. Sie würden Ruhm erlangen, den sie sich nie hätte träumen lassen. Mächtige Verbündete würden um die Gunst einer Allianz mit den Pikten buhlen. Und er, Talorc mhic Mordeleth würde sie anführen, als alleiniger Herrscher über das gesamte Nord- und Südreich. Als König über das neue Piktavien, das eines Tages die gesamte Insel beherrschen würde.
Ein kaltes Grinsen erschien auf seinem Gesicht. Ja, die Zeit war gekommen. In den nächsten Tagen würde er diesen  hochmütigen Häuptlingen seine neuen Gesetze erläutern, durch die sie der Befehlsgewalt über ihre Clans weitgehend enthoben würden. Aber das würde ihnen in ihrer Einfältigkeit erst bewusst werden, wenn es bereits zu spät war. Er rechnete zwar mit dem Widerstand vereinzelter, wohl etwas scharfsinnigeren Anführern aber auch diese würden ihn nicht aufhalten können. Dafür hatte er längst die nötigen Vorkehrungen getroffen. Im Gegenteil, er hoffte geradezu darauf, dass sich ihm vor allem ein bestimmter Kriegsführer widersetzen möge, was das Spiel noch viel interessanter gestalten würde.
Bei dem Gedanken an diesen einen Mann spürte er wieder dieses alles verzehrende Gefühl von abrundtiefem Hass in sich hochsteigen.
Dieser...selbstverherrlichende Idealist, dem schon sein ganzes verfluchtes Leben lang jede Fehlbarkeit verziehen worden war, während er, Talorc seine Lektionen bitter hatte lernen müssen.
Er liess ein kaltblütiges Lachen erklingen. Oh, ja...auf  die Gelegenheit, sich für all die Demütigungen revanchieren zu können, hatte er viele Jahre lang gewartet. Und eigentlich spielte es überhaupt keine Rolle, ob er tatsächlich auf den erwarteten Widerstand treffen würde. Das Schicksal deises Mannes und seines ganzen verfluchten Clans war ohnehin bereits besiegelt.

____________

Vielen Dank schon jetzt für Eure Feedbacks und Kritiken

lg Pripri

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DasProjekt
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 3470
Wohnort: Ørbæk, Nyborg, Dänemark


BeitragVerfasst am: 03.03.2009 02:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo pripri,

hab schon gedacht, du willst nicht mehr  Wink

Ganz persoenlich mag ich solche langen Abschnitte von "er wuerde" und "er wollte" nicht. Das ist schlicht und ergreifend zuviel "tell" und bei weitem zuwenig "show". Deine Aufgabe ist es, eine Geschichte zu erzaehlen und nicht zu erzaehlen, was fuer eine Geschichte du erzaehlen willst.

Es ist auch. ehrlich gesagt, keine wirkliche Charakterbeschreibung. Es ist eine Beschreibung von Plaenen einer Figur deiner Geschichte. Die will der Leser aber nicht beschrieben haben, die will er erleben. Das kann man hier und da mal anklingen lassen, was ein Charakter vorhat, aber nicht ins kleinste Detail ausfuehren, denn das bremst unwahrscheinlich aus.

Auf deine in diesem Abschnitt leider zahlreichen Formfehler gehe ich mal nicht gesondert ein... bei Bedarf gerne.


_________________
25. Mai 2017 - Kim Henry "Be Mine Forever"
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pripri
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 47
Beiträge: 460
Wohnort: Schweiz (Zürich)
Postkartenprosa I


BeitragVerfasst am: 03.03.2009 12:13    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Projekt
Schläfst Du eigentlich gar nie??? lol

Vielen Dank für Deine Kritik...irgendwie hab ich gewusst, dass ich mir das Ganze wohl doch nochmal vornehmen muss. Aber wie gesagt, bringe ich das ausgerechnet bei diesem Charakter hier nicht richtig auf die Reihe. Dabei ist er einer der wichtigsten Schlüsselfiguren im ersten Teil, sozusagen der Ursprung allen Übels.
Er soll im Grunde, simpel ausgedrück, als "Charakterschwein" erscheinen.

Ich möchte erreichen, dass der Leser merkt, dass Talorc eine berechnende, kalte und skrupellose Person ist, der statt seine Leute zu unterstützen nur an seinen eigenen Machtgelüste denkt und bereit ist, dafür über Leichen zu gehen.

Durch die Beschreibung seiner durchtriebenen Pläne habe ich versucht eben genau das durchsickern zu lassen. Aber das hab ich wohl von der falschen Seite her angepackt.

Hmmm...dann werd ich mich nochmal dransetzen. Das muss doch irgendwie zu schaffen sein *grübel*

lg pripri

P.S. Wollen tu ich schon noch, keine Angst Wink
Bin nur die letzten paar Tage so ziemlich flach gelegen, weil mich die Grippe erwischt hat und bin erst gerade wieder aus den Untiefen meiner Bettdecke aufgetaucht. smile extra
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DasProjekt
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 3470
Wohnort: Ørbæk, Nyborg, Dänemark


BeitragVerfasst am: 03.03.2009 12:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo pripri,

lag daran, dass ich letzte Nacht sehr schlecht geschlafen habe, und da ich kurz nach 4 eh immer schon auf dem Weg zur Arbeit bin, stehe ich auch schon mal nachts halb 2 auf, wenn es mir absolut nicht gelingen will zu schlafen - bleibe ich auf Biegen und Brechen liegen, krieg ich bloess Migraene!

Verschlagene, abgrundtief fiese Charaktere zu verbildlichen ist nie einfach. Und noch viel schwerer machst du es dir, wenn du diesen Charakter von innen heraus, aus seiner eigenen Perspektive, verdeutlichen willst. Das Ergebnis hast du in deinem Text: eine Aufzaehlung fieser Machenschaften, aber nicht wirklich eine Motivation, ein Charakter-Grundzug, aus dem dieser Wille nach derartigem Verhalten entspringt.

In solchen Faellen greift sehr gut die Masche eines "nahestehenden" Menschen. Dabei meine ich mit "nahestehend" nicht jemanden, der in die Figur verliebt ist, sondern einfach jemand, der Tag und Nacht in der Naehe der zu charakterisierenden Person ist und so ziemlich genau weiss, was in diesem Menschen vorgeht. Ein Diener vielleicht, oder in deinem Fall ein enger Kampfgefaehrte, der nach aussen vielleicht ein Freund ist, innerlich aber den Mann verflucht. Der kann den Mann von aussen beleuchten, kann im Stillen ueber ihn urteilen, kann seinen Charakter deutlich machen, indem er ihn fuer den Leser zum Leben erweckt. Wenn die beiden schon in fruehester Jugend "unzertrennlich" waren (oder es sich um einen alten Diener handelt, der schon seinem Vater diente), kann es auch einen kleinen Blick in die Vergangenheit geben, um zu erlaeutern, warum der Mensch so wurde, wie er heute ist.

Versuch das mal so. Beleuchte den Mann von aussen. Weniger die genauen Plaene, nur Vermutungen, was er im Schilde fuehren koennte und warum. Etc etc. Und dann wollen wir mal sehen, ob es besser wird  Wink


_________________
25. Mai 2017 - Kim Henry "Be Mine Forever"
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caesar_andy
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 37
Beiträge: 1129



BeitragVerfasst am: 03.03.2009 13:32    Titel: Antworten mit Zitat

Also für eine Charakterisierung sagt mir dein Text herzlich wenig über den Charakter. Ok, ich erfahre das er machtgierig ist und egoistisch. Skrupellos und leicht größenwahnsinnig. Klassische Schwarz-Weiß-Malerei. Aber sonst? Eher wenig bis gar nichts.
Der typische Fantasy-Haudrauf ohne Manieren und mit wenig Sympathie auf seiner Seite, der im zweiten Drittel eines Buches auftaucht, und im dritten Drittel eines heroischen Todes sterben darf um der Geschichte einen Schuss Heldenpathos zu spendieren.
Ich fühle mich etwas an Boromir erinnert, oder diesen Bärtigen typ aus dem Eragon-Film, weiß den Namen gar nimmer.

Versteh mich nicht falsch. Abgesehen von den Formfehlern (zwei mal "waren" in einem Satz ließt sich seltsam wink ) ist der Text als solches nicht schlecht. Ich mag ohnehin keine aus dem Zusammenhang gerissenen, erzwungenen Charakterisierungen, die versuchen, den Charakter möglichst in 5 Zeilen zusammen zu fassen.
Lieber Taten sprechen lassen, und der Leser bildet sich seine eigene Meinung.
Aber eine echte Charakterisierung - wenn es denn eine sein sollte - ist der Text so nicht, dafür bleibt zu viel im Dunkeln.

Oder, was ich nicht hoffe, der Charakter ist tatsächlich so flach, wie er hier beschrieben wird. Dann würde aber an ganz anderen Stellen noch mächtig Nachholbedarf bestehen wink
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pripri
Geschlecht:weiblichHobbyautor

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Wohnort: Schweiz (Zürich)
Postkartenprosa I


BeitragVerfasst am: 03.03.2009 14:03    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Projekt

Zitat:
In solchen Faellen greift sehr gut die Masche eines "nahestehenden" Menschen.


Hmmm... ich glaube, das bringt mich auf eine gar nicht schlechte Idee. Danke für den Tipp Daumen hoch
Ich werd's heute Abend mal versuchen umzusetzen.

@caesar

Zitat:
Oder, was ich nicht hoffe, der Charakter ist tatsächlich so flach, wie er hier beschrieben wird.


Neeee, eigentlich wäre eher das Gegenteil der Fall...Aber wie's scheint kriegt man mit einem schnöden Text jeden Charakter "flach"rotwerd  smile

lg pripri
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DasProjekt
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 3470
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BeitragVerfasst am: 03.03.2009 14:14    Titel: Antworten mit Zitat

Jederzeit  Wink

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25. Mai 2017 - Kim Henry "Be Mine Forever"
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caesar_andy
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 37
Beiträge: 1129



BeitragVerfasst am: 03.03.2009 14:28    Titel: Antworten mit Zitat

pripri hat Folgendes geschrieben:

Neeee, eigentlich wäre eher das Gegenteil der Fall...Aber wie's scheint kriegt man mit einem schnöden Text jeden Charakter "flach"rotwerd  smile

lg pripri


Nicht unbedingt wink

Aber normalerweise gibt es in einem Roman keine "Charakterisierung" in dem Sinne. Der Charakter wird durch seine Taten und Dialoge Stück für Stück Charakterisiert. Das kann sich das ganze Buch hinziehen, und man entdeckt als Leser immer wieder neue Facetten, die sich schließlich zu einem Ganzen zusammenfügen.

Ich war nur etwas irritiert, da du von einer Charakterisierung sprichst. Denn unter einer Charakterisierung im eigentlichen Sinne verstehe ich eine vollständiges Abbild der Charakters.
Und wenn dein Charakter eben mehr Facetten hat, als hier angesprochen werden, ist es keine Charakterisierung wink Höchstens ein Teil davon.
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