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Die Kinder der Hunde - 2. Teil


 

 
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pripri
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BeitragVerfasst am: 22.02.2009 17:54    Titel: Die Kinder der Hunde - 2. Teil eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Und hier, wie versprochen also der 2. Teil, den ihr noch nicht gesehen habt.

Auch hier habe ich versucht, Eure Tipps zu beherzigen.



Seufzend liess er sich auf einem kleinen Felsvorsprung nieder und  fuhr sich durch sein schulterlanges dunkles Haar. Inzwischen war sein Ärger längst verraucht. An seiner Stelle  hatte sich aber dieses bedrückende Gefühl der Hilflosigkeit gelegt, das während der letzten Monate ständig gewachsen war. Er griff an das Amulett des Hunde-Clans, das er als Talisman immer um den Hals trug. Den Kopf in den Nacken gelegt, schaute er hoch zu den Sternen, die der aufziehende Nebel noch nicht verdeckt hatte.
 „Ich schwöre Euch Göttern, wo auch immer ihr Euch versteckt. Wenn meiner Frau oder meinem Kind auch nur das Geringste zustösst, werde ich mich künftig nur noch an diesen einen Gott wenden, von dem der kleine kahle Christuspriester spricht, der sich unten im Tal niedergelassen hat,“ versprach er inbrünstig.
„Na, na... , ich werde mal so tun, als hätte ich das eben nicht gehört”, ertönte eine sanft tadelnde Stimme hinter ihm.
„Was sitzt du hier draussen und heulst den Mond an? Du solltest doch eigentlich unten in der Festung sein und die Geburt deines Kindes erwarten. Wie ich hörte, haben die Wehen eingesetzt“.
Ethernan drehte langsam den Kopf und blickte direkt in das gutmütige Gesicht seines besten Freundes und zuverlässigsten Ratgebers. Er hatte die Stimme des Druiden Broichan sofort erkannt.
„Ja, das hatte ich eigentlich auch vor,“ meinte er dann zerknirscht, „bis mir eine wilde Furie mit weissem Haar die Türe vor der Nase zugeschlagen hat“.
„Ah, ich verstehe. Erdudfyl hat also bereits ihr Werk begonnen“, gluckste der Druide amüsiert. „Du weisst, dass sie auch dich damals  auf die Welt geholt hat. Das verschafft ihr natürlich einen nicht zu unterschätzenden Vorteil“.
„Hmpf“
„ Wir sind wohl nicht sehr gesprächig heute...“ - das war mehr eine Feststellung, als eine Frage.
„Nun denn... es wird wohl noch eine Weile dauern. Rück beiseite, ich werde dir Gesellschaft leisten.“

Mit einer für sein Alter erstaunlichen Geschmeidigkeit liess sich Broichan neben Ethernan nieder und legte seinen langen verkrümmten Stab aus Eichenholz neben sich auf die Erde. Wie üblich trug er ein bodenlanges Gewand aus hellgrauer Wolle, welches von einem aus Lederriemen geflochtenen Gurt an der Hüfte zusammengehalten wurde. Gegen die kühle Herbstluft hatte er sich einen weichen rostbraunen Umhang um die Schultern gelegt und mit einer kunstvoll gefertigten Silberbrosche befestigt. Um den Hals trug er als Zeichen seines Druidenstandes einen massiven Silber-Torques an dessen Enden wunderschön gearbeitete Rabenköpfe geschmiedet waren. Bei jeder Bewegung klickerten die vielen kleinen Muscheln und Knochenperlen, die er in sein langes Haar geflochten hatte. Einst war es tiefschwarz gewesen, nun durchzogen bereits einzelne Strähnen unterschiedlicher Grautöne das volle Haar des weisen Mannes. Kluge graublaue Augen unter dichten Wimpern strahlten aus dem markant geschnittenen Gesicht, das zum Teil von einem graumelierten Bart bedeckt war. Tätowierungen verzierten sowohl die Stirn, als auch den Nasenrücken. Broichan war trotz seines undefinierbaren Alters eine beachtliche Erscheinung. Überragte er doch selbst Ethernan noch um gut einen halben Kopf.  

„Es ist kühl heute, der Winter wird wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen“,  versuchte Broichan es mit leichter Konversation.
„Ich weiss. Mein Hintern fühlt sich schon an, als würde er nie mehr auftauen. Und trotzdem bin ich dazu verdonnert, hier draussen vor mich hinzuschlottern, bis endlich das Binsenlicht angeht.“ Zur Verdeutlichung rutschte  Ethernan murrend  auf dem besagten Körperteil hin und her.
„Das Binsenlicht?“.
„Na ja, ich war vorhin in der Halle wohl etwas ungestüm. Nachdem Erdudfyl mich vor die Tür gesetzt hatte, rief sie, ich soll mich solange fortscheren, bis das Binsenlicht brennt.“ Zerknirscht liess Ethernan einen Kiesel mit leisem Klickern über den Felsen hüpfen.
 „Und darum sitze ich nun hier und traue mich kaum, mit den Augen zu blinzeln.“ Lachend warf der Druide den Kopf zurück. „Was führst du dich auch auf wie ein Wahnsinniger! Du bist ja kaum wiederzuerkennen. Ich werde mein Weltbild mit dir als Musterbeispiel der Selbstbeherrschung wohl nochmals überdenken müssen.“
„Was gibt es denn da zu lachen?“ blaffte Ethernan  beleidigt zurück. Doch er konnte  das verräterische Zucken seiner Mundwinkel nicht unterdrücken. Endlich fiel er schliesslich in das befreiende Gelächter mit ein.


Liebe Grüsse aus dem verschneiten Zürich
pripri

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BeitragVerfasst am: 23.02.2009 10:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo pripri,

schliesst das hier nahtlos an den ersten Teil an?
Ich frage, weil es u.U. "gefaehrlich" sein kann, zuviele Figuren auf einmal einzufuehren. Du hast deinen Prota, du beginnst, seine Geschichte zu erzaehlen (seine Familie, was macht er "beruflich"  Wink  etc). Dann hast du die Heilerin, du hast den Stallmeister und nun auch den "Druiden". Und das alles in relativ kurzer Zeit, ohne dass man als Leser Gelegenheit bekommt, sich auf irgendeine dieser Sachen (das Leben des Prota, irgendeine der Figuren) richtig einzustimmen und eine Beziehung aufzubauen.

Sind dies Nebenfiguren, stellt sich die Frage - warum alle auf einmal?

Sind es Hauptfiguren, stellt sich dieselbe Frage.

Und mittendrin der verwirrte Leser, der sich denkt, muss ich mir die jetzt alle merken oder nicht?

Tipp: Lass es langsam angehen!  Wink

Zitat:
Inzwischen war sein Ärger längst verraucht.

Wie gesagt, viel Text ist das bis hierhin nicht gewesen. "Laengst" ist da unfreiwillig komisch. Eben noch hat er Feuer gespuckt...

Zitat:
An seiner Stelle hatte sich aber dieses bedrückende Gefühl der Hilflosigkeit gelegt, das während der letzten Monate ständig gewachsen war.

Der erste Teil des Satzes klingt sehr umstaendlich, vielleicht nur, weil der grammatikalisch nicht ganz richtig ist? Aber auch das Wort "gelegt" klingt seltsam.
Was wuerde ICH machen? Ich wuerde den Satz vorher und diesen hier zusammenfuehren (und wenn noetig an anderer Stelle wieder teilen, muss aber nicht sein), etwa so: "Sein Aerger verrauchte und machte dem bedrueckenden Gefuehl der Hilflosigkeit Platz, dem er sich schon seit Monaten immer wieder ausgeliefert fand."
(Wobei der grosse Held und ein so fruehes Eingestaendnis von Hilflosigkeit vielleicht ein bisschen ... naja ... unpassend scheinen wollen...)

Zitat:
Er griff an das Amulett des Hunde-Clans, das er als Talisman immer um den Hals trug.

Ich wuerde das Amulett benennen. Amulett kann vieles sein. Ein Zahn? Eine Pfote? Ein Edelstein? Nenn die Dinge beim Namen, und das moeglichst fruehzeitig...

Zitat:
Ich schwöre Euch Göttern, wo auch immer ihr Euch versteckt.

Das ist unfreiwillig komisch. Diese Altvoelker wussten sehr wohl, wo sich ihre Goetter rumtrieben. Walhalla, die ewigen Jagdgruende, irgendein Huegel in weiter Ferne mit einem magisch klingenden Namen - you name it. Die verstecken sich nicht. Er weiss schon, wo die sind.  Wink

Zitat:
„Na, na... , ich werde mal so tun, als hätte ich das eben nicht gehört”, ertönte eine sanft tadelnde Stimme hinter ihm.

Da hast du wieder mal "ertoenen". Es klingt einfach nicht gut. Zumal er die Stimme gleich erkennt, dann lass sie ihn auch gleich im Nachsatz an den Tadel erkennen. Erspart dir das "ertoenen", erspart dir das Komma hinter der woertlichen Rede, klingt fertiger  Wink

Zitat:
Wie ich hörte, haben die Wehen eingesetzt

Oh ich liebe solche Saetze! Mach dir nichts draus, sie passieren uns allen und das immer wieder. Erst im Nachhinein und mit ein wenig Abstand merken wir erst, wie schusselig das klingt! Ja wie jetzt, konnte man das hoeren, dass die Wehen eingesetzt haben? Sicher, kann Absicht sein, meistens ist es das aber nicht. Irgendwer hat es dem Druiden zugefluestert. Dann sag das aber auch  Wink

Zitat:
Du weisst, dass sie auch dich damals auf die Welt geholt hat.

Wenn er das weiss, dann koingt es "unbeholfen", wenn der Druide ihn drauf hinweist. Wenn er das weiss, dann ist es "cleverer", das gleich mit in seine Auseinandersetzung mit der alten Dame einfliessen zu lassen und nicht erst hier anzumerken...

Zitat:
Das verschafft ihr natürlich einen nicht zu unterschätzenden Vorteil“

Wobei?

Zitat:
Wie üblich trug er ein bodenlanges Gewand aus hellgrauer Wolle, welches von einem aus Lederriemen geflochtenen Gurt an der Hüfte zusammengehalten wurde.

"welches" ist schlechter Stil. Schreib "das".

Zitat:
einen massiven Silber-Torques

Was ist das? Hau dem Leser keine Fremdwoerter um die Ohren. DU weisst, was das ist - mach nicht den Fehler, davon auszugehen, dass dein Leser es auch weiss.

Zitat:
Zur Verdeutlichung rutschte Ethernan murrend auf dem besagten Körperteil hin und her.

Verdeutlichung wovon? Seiner Worte? Seines Unbehagens? Mach keine Abkuerzungen, wo sie den Text verwirren...

Zitat:
„Und darum sitze ich nun hier und traue mich kaum, mit den Augen zu blinzeln.“ Lachend warf der Druide den Kopf zurück. „Was führst du dich auch auf wie ein Wahnsinniger!

Hier musst du auch nochmal rueber. Es ist nicht ganz klar, wer was sagt. Faustregel: Jedes Mal ein Absatz, wenn der Dialog vom einen zum anderen wechselt. Ich hab das Gefuehl, der erste Satz sollte noch deinem Prota gelten, der zweite Dialogsatz dann aber dem Druiden. Kommt aber eben nicht klar herum.

______________

Lass dich von mir nicht aergern, weil es so viel aussieht! Murmel zum Beispiel schreibt Klasse, aber wenn ich mir ihre Texte vornehme, sieht das genau so schlimm aus! Hat also ueberhaupt nix zu sagen!

Ich bleibe dabei, dass das wirklich vielversprechend ist. Ich weiss nicht, ob die Story mich auf Dauer bei der Stange halten koennte, wenn ich sie als Buch in der Hand hielte. Fuer einen historischen Roman ist mir zuviel "Fantasy" dabei, was aber beim Thema Pikten in der Natur der Sache liegt. Aber rein vom Textgefuehl her bist du auf dem richtigen Weg.

Noch eine kleine Formgeschichte: Neben den Kommas hast du auch ein Problem mit den Gaensefuesschen in der woertlichen Rede. They are all over the place!  Wink  Laughing

Liebe Gruesse aus dem fruehlingshaften Daenemark.
DasProjekt


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25. Mai 2017 - Kim Henry "Be Mine Forever"
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pripri
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BeitragVerfasst am: 23.02.2009 12:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallöchen Projekt

Don't worry...!!! Ich wollte ja schliesslich, dass der Text auch ganz kritisch beurteilt wird. Sonst hätte ich auch gar nicht erst damit anfangen müssen. Und wenn ich dabei noch etwas lernen kann, umso besser Cool

lg pripri
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pripri
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BeitragVerfasst am: 25.02.2009 01:46    Titel: Kinder der Hunde - Zusammenfassung pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallöchen

Bin gerade am Überarbeiten meiner bisher geschriebenen Texte. Inzwischen ist der Rohtext für 4 Kapitel fertig. Je länger ich jedoch darüber nachdenke umso mehr befürchte ich, dass die ganze Geschichte vielleicht etwas zu komplex wird.

Darum möchte ich Euch mal einfach eine grobe Zusammenfassung des Projekts zum Abschuss freigeben.

Ich versuche, mich im grossen und ganzen an historisch belegte Fakten zu halten, bin jedoch unweigerlich oft auch gezwungen, eigene Hypothesen aufzustellen, da die Beweislage doch etwas wage  oder widersprüchlich ist.
Die meisten Schauplätze hat es, wenn vielleicht auch nicht in ganz genau dieser Form tatsächlich gegeben und einige haben bis heute überdauert.
Die Geschichte spielt sich einerseits im Südpiktischen Fibh (heutiges Kingdom of Fife, zwischen Firth of Forth und Firth of Tay gelegen) und andereseit im von den gälischen Skoten bevölkerten Dal Riata (heute Argyll in Westschottland) ab. Auch die Wahl des Namens "Clan der Hunde" kam nicht von ungefähr: Bei genauer Betrachtung der Landkarte fällt nämlich die Form von Fife auf, die der eines Hundekopfes ähnelt. In einer alten Überlieferung habe ich zudem die Erwähnung des "Spitznamens" der Bewohner von Fife gefunden: diese wurden nämlich bereits während der piktisch-gälischen Epoche "cu-sidhe' " zu deutsch "Feenhunde" genannt...et voilà!  Wink

Die ganze Geschichte bezieht sich auf eine Zeitspanne von ungefähr 20 Jahren (548 - ca. 568 n. Chr.) und besteht aus 3 Teilen. Im Laufe der Erzählung werden so Hauptprotagonisten zu Nebendarstellern und umgekehrt.

Aber nun zur Zusammenfassung:

EDIT: Auf Wunsch von pripri wurde die Plot-Zusammenfassung wieder gelöscht, um Missbrauch vorzubeugen!

--------------------------

Sodele, das war so mal der grobe Ablauf der Geschichte. Sorry, ist wohl etwas lang geworden.
Wie gesagt sind gewisse Begebenheiten und Personen tatsächlich historisch belegt, wie z.B. die Fieberepidemie und verschiedene Schlachten, wo piktische Stämme zusammen mit den Skoten gegen die anglischen Invasoren gekämpft haben.
Die erwähnte Reiche Gododdin (dies ist die Region um das heutige Edinburgh und gehörte damals noch zum Britonischen Gebiet von Alt Clut) und Bryneich (wird später mal zu Northumbrien) gehören ebenfalls  zu den wahrheitsgetreuen Überlieferungen aus den Annalen.
Einzig die anglische Kolonie im Süden von Fife ist nicht belegt. Da die Angeln jedoch, soweit man liest, nicht gerade ein gemütliches Völkchen waren und seit ewig eine besondere Abneigung gegen die Pikten hatten, scheint es mir möglich, dass sie vorübergehend zumindest versuchten, ihr Territorium soweit nach Norden, wie nur möglich auszudehnen.

Und nachdem ich Euch nun mit Unmengen von historischen Fakten zugelabbert habe, möchte ich eigentlich nur noch eines von Euch wissen:
Meint Ihr, das lässt sich als Geschichte irgendwie angehen oder bin ich, wie mein Mann mein, tatsächlich reif für den Psychiater Embarassed  Embarassed

ganz liebe Grüsse und gute Nacht
pripri
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DasProjekt
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BeitragVerfasst am: 25.02.2009 09:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo pripri,

schoen zu sehen, wieviele Gedanken du dir um die Geschichte gemacht hast. Bei mir hat es an so einem groben Plot mit Anfang, Mitte und Ende immer gehapert. Ich habe immer nur drauflos geschrieben, ohne Ziel, nur mit Weg. Und kam nie zu einem Ende.

Potenzial hat die Geschichte auf jeden Fall. Ich fuehle mich ein wenig an Barbara Erskine erinnert. In Deutschland sind ja im Histo-Genre momentan eher so die "Einzelkaempferinnen" angesagt, und es geht mehr oder weniger um ein "kleines" Ziel und nur um wenige Monate bis Jahre. Wenn ich mich aber an die Bibliotheken in Schottland erinnere, dann waren dort im Histo-Bereich die Sachen eher so "episch" veranlagt wie deine Geschichte. Deutschsprachige Autoren selbst machen das eher selten, was aber nicht heissen muss, dass es nicht gefragt ist - die Dinger werden ja auch ins Deutsche uebersetzt, gell?

Jetzt kommt es eben nur drauf an, was man draus macht. Du hast ein "Epos" vor dir liegen. Handlungsspielraum ueber zwei Jahrzehnte, Geschichte einer Familie, Geschichte eines Clans. Da musst du schon etwas mehr als die im deutschen Histo-Roman ueblichen 350 Seiten anpeilen. Und das erfordert Durchhaltevermoegen!

Schreibst du chronologisch? Wie eng gestrickt plottest du, ehe du schreibst? Bei einem Epos verliert man schnell den Faden, es bietet sich an, vor dem Schreiben wirklich sehr genau die Kapitel zu planen, um sich nicht zu verlaufen (dass du wirklich Anfang, Mitte und Ziel schon so schoen ausgearbeitet hast, hilft dir zunaechst mal, den Faden zu behalten, aber reicht unter Umstaenden nicht - selbst der kuerzeste Roman hat die Angewohnheit, ein Eigenleben zu entwickeln, dann muss man ihn auch schon mal anketten).

Ich wuerde dir zwei Dinge vorschlagen, die dir helfen koennten bei der Planung. Einmal die Schneeflocken-Methode (google mal danach, so unwahrscheinlich das klingt, aber mit genau diesem Wort kommst du zunaechst mal direkt auf Schreibtheorie-Seiten!), die dir hilft, das Projekt bis ins kleinste Detail zu strukturieren. Und dann den ywriter, eine kostenlose Schreibsoftware (auch wieder googlen, ist zunaechst einmal englisch, hat aber die Funktion, dass man sie sich nach dem Runterladen auf Deutsch anzeigen lassen kann), die wirklich sehr nuetzlich beim Ordnen von Ideen, Kapiteln, Szenen, Charakteren ist und dir dabei nicht die Kreativitaet und den Spass nimmt!
(Wenn du willst, kann ich dir beim Eingewoehnen bei beiden Dingen gerne helfen.)

Und noch ein kleiner Rat bzgl des Forums.
Du warst schon mal clever genug, deine Zielsetzung im existierenden Thread zu verstecken. Generell ist es nicht "verboten", seine Ideen so detailliert hier zu posten, aber du solltest immer daran denken, es gibt "lurker", die ggf. deine Ideen "stehlen" koennten. (Viele Ideen sind es nicht wert, geklaut zu werden, aber fuer einen ambitionierten Histo-Schreiber auf der Suche nach einem guten Stoff koennte dein Plot schon interessante Ansaetze haben...).
Ich vermute mal ganz schuldbewusst, du hast dich vom Inhalt in meiner AG inspirieren lassen, wo mein Plot ja auch drinsteht. Der Unterschied ist aber eben, dass ich die Kontrolle darueber habe, wer in meiner AG rumschnueffelt, und ausser Murmel und dir sind das keine Histo-Schreiber und sowieso Leute, vor denen ich keine "Angst" haben muss. Und eben vor allem keine "lurker", die keiner kennt.

Falls ich dir jetzt Angst mache, kannst du den Plot ja auch wieder rauseditieren. Ich wuerde es beinahe empfehlen, auch wenn dann anderen die Moeglichkeit genommen wird, sich das anzusehen und zu wissen, worum es hier eigentlich geht. Aber manchmal ist sicher eben immer noch sicher...


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25. Mai 2017 - Kim Henry "Be Mine Forever"
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Natalia
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BeitragVerfasst am: 25.02.2009 09:50    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
und ausser Murmel und dir sind das keine Histo-Schreiber und sowieso Leute, vor denen ich keine "Angst" haben muss.


Hey, du hast mich vergessen , aber ich lurks ja auch nichts ab, habe da ganz andere Ideen im Kopf wink .

@Pripri: Ich arbeite auch an einem Histoprojekt, habe zwar nur wenig Zeit fürs Schreiben, komme nur langsam voran (läääängst nicht so schnell wie das Projekt) und bin auch noch ganz am Anfang. Aber da ich genau davor Angst hatte, was das Projekt da anspricht, habe ich doch eine AG aufgemacht, da ist man geschützter. (1. vor Lurkern (das Wort kenne ich gar nicht), 2. vor zu viel Kritk von zuvielen verschiedenen Kritikern )
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BeitragVerfasst am: 25.02.2009 09:54    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry Natalia

siehst du, so schnell kann das gehen, aus den Augen aus dem Sinn!  Embarassed  Embarassed  Embarassed

Fuer eine eigene AG ist pripri vielleicht noch nicht lange genug mit dabei... aber ich hab gehoert, dass Moses bei gewissen Fotos sich auch schon mal bestechen laesst...  Wink


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Natalia
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BeitragVerfasst am: 25.02.2009 10:08    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
aber ich hab gehoert, dass Moses bei gewissen Fotos sich auch schon mal bestechen laesst... Wink
lol  lol



Zitat:
siehst du, so schnell kann das gehen, aus den Augen aus dem Sinn! Embarassed Embarassed Embarassed


Macht doch nichts, wink jetzt bin ich ja wieder da Verstecken
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pripri
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BeitragVerfasst am: 25.02.2009 17:32    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@ Projekt

Zitat:
Ich wuerde dir zwei Dinge vorschlagen, die dir helfen koennten bei der Planung. Einmal die Schneeflocken-Methode (google mal danach, so unwahrscheinlich das klingt, aber mit genau diesem Wort kommst du zunaechst mal direkt auf Schreibtheorie-Seiten!), die dir hilft, das Projekt bis ins kleinste Detail zu strukturieren. Und dann den ywriter, eine kostenlose Schreibsoftware (auch wieder googlen, ist zunaechst einmal englisch, hat aber die Funktion, dass man sie sich nach dem Runterladen auf Deutsch anzeigen lassen kann), die wirklich sehr nuetzlich beim Ordnen von Ideen, Kapiteln, Szenen, Charakteren ist und dir dabei nicht die Kreativitaet und den Spass nimmt!


Ha, für einmal bin ich Dir zuvor gekommen Laughing :

Tatsächlich habe ich mit der Schneeflocken-Methode angefangen als ich nur mal die grobe Idee für die Geschichte hatte und versuche nun, mich so gut wie möglich daran zu halten. Ich stelle fest, dass diese Methode auch für die Erstellung eines späteren Exposés sehr hilfreich sein kann und kann sie nur weiterempfehlen.

Eher zufällig bin ich vor ein paar Monaten über ywriter gestolpert: gesehen, heruntergeladen und geschrieben  Laughing
Das Teil ist schlicht genial und bietet enorme Möglichkeiten.
Inzwischen habe ich so schon die ganze Geschichte mit sämtlichen Kapiteln und den einzelnen Szenen sowie den dazugehörigen Protagonisten und Nebenfiguren durchgeplottet und muss nun eigentlich "nur" noch die Geschichte darum herum schreiben. Wobei ich sicher die eine oder andere Szene noch ändern, oder Kapitel komplett neu werde gestalten müssen.
Bevor ich ywriters hatte, habe auch einfach so mal angefangen zu schreiben, die Geschichte hatte ich ja in groben Zügen schon im Kopf. Doch rasch habe ich festgestellt, dass wenn ich mich auch nur im entferntesten an eine logische Folge oder sagen wir besser an einen roten Faden halten will, klappt das einfach nicht.
Besonders bei einer so umfangreichen Arbeit muss zumindest ich mich genau an mein penibelst vorgeplantes "Drehbuch" halten können. Das bedingt zwar einer zünftigen Vorarbeit, aber es lohnt sich, denke ich.
Es gibt wohl nichts schlimmeres, als wenn man nach 300 Seiten plötzlich merkt, dass das Ganze eigentlich weder Hand noch Fuss hat.   

Dass, das Ganze etwas grösser als 350 Seiten sein würde, war mir eigentlich von Anfang an klar, kaufe ich mir doch auch selber kaum Bücher unter 400 Seiten, weil ich die innerhalb von 2 Tagen  schon durch hab.  smile
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BeitragVerfasst am: 25.02.2009 17:41    Titel: Antworten mit Zitat

Na dann bist du ja bestens gerüstet  Laughing

Ich hatte vorher mal die Software "Newnovelist" ausprobiert (und Geld dafür bezahlt!  Mad ), und das war einfach nur einengend und kreativitätsbeschneidend. Scheussliches Arbeiten.

Ich LIEBE den ywriter. Schon allein deshalb, weil man schön alles geschriebene in einer einzigen Datei hat, auch wenn man - wie ich - nicht chronologisch schreibt. Alle Kapitel schön vorher einteilen, aber nicht dran gebunden, wenn sich was ändert, das passt schon... und alles ist schön leicht zu finden. Aber auch die Grafiken und der andere Kram ist sehr interessant und vertreibt die Zeit bei Schreibblockaden!

Übrigens: Was machst du eigentlich hier? Solltest du nicht schreiben?  lol


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BeitragVerfasst am: 25.02.2009 18:01    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Und schon wieder ertappt  angel
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