16 Jahre Schriftstellerforum!
 
Suchen
Suchabfrage:
erweiterte Suche

Login

Jetzt erhältlich! Eine Anthologie von und mit unseren Usern. Jetzt bestellen! Die erste, offizielle DSFo-Anthologie! Lyrikwerkstatt Das DSFo.de DSFopedia


Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Lyrik -> Feedback
Vier Uhr nachmittags


 
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
 Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  « | »  
Autor Nachricht
Elena
Geschlecht:weiblichEselsohr
E

Alter: 81
Beiträge: 248
Wohnort: Berlin


E
Beitrag02.05.2021 07:53
Vier Uhr nachmittags
von Elena
eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Stadt, Schritt des Molochs.
Du, ich, Häuserkarrees,
ihre Schründe.

Wir gehen
unsere gewundenen Wege. Dein Gesicht
bewohnbar, deine Augen
Fenster ins Innen.

Ich allein
unterm kleinsten Himmel,
unterm größten mit dir.

Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Longo
Geschlecht:männlichKlammeraffe
L

Alter: 33
Beiträge: 896



L
Beitrag02.05.2021 10:04

von Longo
Antworten mit Zitat

Also mir gefällt es gut, muss ich sagen. Du bildest die Szenerie gut ab.

MFG Longo
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
schó
Geschlecht:männlichGänsefüßchen


Beiträge: 47



Beitrag02.05.2021 10:29

von schó
Antworten mit Zitat

Hallo Elena,

ganz einzigartige Wortwahl und Wortverbindungen: "Häuserkarrees",
"Schründe", "gewundene Wege".

Auch das Bild mit dem "bewohnbaren Gesicht" gefällt mir.

Einzig in der letzten Strophe schwimme ich. Ich kann sie nicht ganz deuten.
Und ich frage mich, ob das mein Fehler ist oder der Fehler des Textes.

Zitat:
Ich allein
unterm kleinsten Himmel,
unterm größten mit dir.


Was mich irritiert, ist die Nebeneinanderstellung von zwei scheinbar
widersprüchlichen Aussagen (das ich ist "unterm kleinsten Himmel"
und gleichzeitig "unterm größten [...]"). Diese Widersprüchlichkeit
kann aufgelöst werden, wenn wir sagen: Das lyrische Ich ist nur dann
"unterm größten" Himmel, wenn es mit dem lyrischen Du zusammen ist.
Dann stellt sich mir aber die Frage, wieso dort steht: "Ich allein [...]"
Heißt das, nur das Ich ist unterm kleinsten und größten Himmel
oder heißt das: das ich ist alleine unterm kleinsten Himmel und
zusammen mit dem Du unterm größten? Du musst mir diese Fragen nicht
beantworten, wenn du nicht willst. Ich wollte nur ausführen, was mich
verwirrt. Ich glaube nämlich diese Strophe ließe sich noch ein wenig
klarer ausdrücken.

Aber ansonsten finde ich das Gedicht ebenfalls ganz schön Smile

Herzlich,
schó

P.S.: Habe ich meine Gedanken bzgl. der letzten Strophe klar ausgedrückt?
Ich kann versuchen es noch genauer zu erklären (?)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Elena
Geschlecht:weiblichEselsohr
E

Alter: 81
Beiträge: 248
Wohnort: Berlin


E
Beitrag02.05.2021 12:19

von Elena
pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe Scho,

du verstehst das Gedicht völlig richtig, und das freut mich. Nur mit der letzten Strophe hast du Schwierigkeiten.

Die Erklärung ist ganz einfach: Wenn das Ich allein ist, ist ihm der Himmel klein. Ist aber das Du mit ihm, ist ihm der Himmel groß. In diesem Fall kann man auch davon ausgehen, dass Himmel eine Metapher für viel mehr ist.
Umgangssprachlich hieße dieser Satz: Wenn ich allein bin, ist mein Himmel klein. Aber wenn du da bist, ist mein Himmel groß.

Die Schwierigkeit des Verständnisses entsteht dadurch, dass ich den Satz sehr verkürzt habe, man muss sich hineinlesen.

Alles klar? Vielen Dank fürs Reinsehen.

Lieben Gruß, Elena
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Elena
Geschlecht:weiblichEselsohr
E

Alter: 81
Beiträge: 248
Wohnort: Berlin


E
Beitrag02.05.2021 12:22

von Elena
pdf-Datei Antworten mit Zitat

Dankeschön, Longo, fürs Reinsehen. Freut mich, dass dir das Gedicht gefällt.

Lieben Gruß, Elena
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
schó
Geschlecht:männlichGänsefüßchen


Beiträge: 47



Beitrag02.05.2021 15:01

von schó
Antworten mit Zitat

Hallo Elena,

danke fürs Erklären, dann lag ich ja richtig. Ich glaube die Verkürzung
von Sätzen hat so etwas an sich, dass man dann freier daran herumdeuten
kann. Very Happy

Auch spannend die religiöse / evtl biblische Doppeldeutigkeit von dem ersten
Vers und der letzten Strophe. Das heißt "Moloch" als Gott und als Macht im
Kontext der Großstadtlyrik (Stadt als personifiziertes Wesen), da kommt mir
gleich der Expressionismus in den Sinn. Und klar: in der letzten Strophe der
Himmel als Naturphänomen und Paradies.

Grüße,
schó
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Seite 1 von 1

Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Lyrik -> Feedback
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht teilnehmen.
In diesem Forum darfst Du keine Ereignisse posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht herunterladen
 Foren-Übersicht Gehe zu:  


Ähnliche Beiträge
Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Keine neuen Beiträge Roter Teppich & Check-In
Ich würde gerne einchecken. Um wie vi...
von Nico
Nico Roter Teppich & Check-In 2 09.07.2022 18:21 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Werkstatt
tick uhr klack tackt zeit du wrack den
von Patrick Schuler
Patrick Schuler Werkstatt 0 02.06.2021 22:39 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Werkstatt
Die Uhr!
von Peter Hort
Peter Hort Werkstatt 2 10.03.2021 21:31 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Feedback
viertel vor vier
von Tula
Tula Feedback 0 08.06.2020 00:35 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Feedback
Vier weitere Semester
von Mire_Klick
Mire_Klick Feedback 2 28.02.2020 07:18 Letzten Beitrag anzeigen

BuchEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungBuchBuchEmpfehlung

von Schreibmaschine

von Enfant Terrible

von Ralphie

von Mana

von Jenni

von Piratin

von Carizard

von Valerie J. Long

von Lapidar

von Boro

Impressum Datenschutz Marketing AGBs Links
Du hast noch keinen Account? Klicke hier um Dich jetzt kostenlos zu registrieren!