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Das Lied Aetherions


 

 
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Maunzilla
Klammeraffe


Beiträge: 795



BeitragVerfasst am: 18.10.2020 18:00    Titel: Das Lied Aetherions eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

DAS LIED AETHERIONS
oder
DER TAG, AN DEM DAS LICHT VERLOSCH


Sarabelle flog so geschwind sie konnte. Der große Kristalltempel lag bereits in Sichtweite. Keiner würde merken, daß sie sich heute verspätet hatte. Es waren auch nur fünfzehn oder zwanzig Minuten. Das konnte doch nicht so schlimm sein, dachte sie. Wie jeden zweiten Sonntag war es ihre Aufgabe, das Lied des Lichtgottes Aetherion zu singen, und noch nie war sie zu spät gekommen.
»Sorge dich nicht. Ich werde den Ältesten sagen, daß ich es war, der dich so lange aufhielt«, sagte Lianlian, der neben ihr flog.
»Das brauchst du nicht, Liebster. Ich werde mit dem Meister sprechen. Bestimmt wird er schimpfen, aber wenn ich heute besonders schön singe, wird er mir vergeben, und Aetherion ebenso. Geh du lieber nach Hause. Deine Schwester macht sich sonst noch Sorgen, wenn du weiter säumest.«
Lianlian drückte ihr im Flug einen Kuß auf ihre errötende Wange und bog dann scharf nach links ab. Sarabelle sah ihm mit einem verträumten Blick nach und wandte ihren Blick wieder nach vorn, wo ihr Ziel in weniger als dreihundert Metern lag.
Für einen Augenblick schien es ihr, als würde ein riesiger Schatten über den Himmel huschen, dann fühlte sie sich auf einmal mit großer Macht emporgehoben, als hätte sie jemand mit starker, unsichtbarer Hand in die Luft geworfen. Sie flog mehr als hundert Meter in die Höhe, und noch ehe sie begriff, wie ihr geschah, sah sie, wie die schlanke Kristallsäule des Tempels, die vom geschwungenen dreistufigen Dach bis in die unsichtbare Ferne der kristallenen Sphäre, an der die Sterne hingen, empor ragte, entzwei brach. Bruchstücke splitterten ab und fielen in die Tiefe, begruben und zermalmten alles in einer gewaltigen weißen Staubwolke. Die filigranen Häuser und Türme der Inneren Stadt zerbrachen, als wäre ein unsichtbarer Riese mit seinen Füßen darauf getreten. Bäume und Säulen knickten ab. Der kleine sichelförmige See, der sich am Rande der Stadt um den Fuß einen flachen Hügels schmiegte, schwappte über die Ufer, als hätte man einen Teller mit Suppe verschüttet. Alles dies ereignete sich in völliger Stille – so kam es ihr jedenfalls vor, denn sie konnte kein Geräusch vernehmen. Doch dann, mit einiger Verzögerung drang ein Brausen und Knirschen und ein dumpfes Poltern an ihr Ohr. Und weit entfernt vernahm sie ein dumpfes Knacken. Ein Wind erhob sich, wuchs zum alles mitreißenden Sturm und wirbelte Sarabelle durch die Luft. Ihre Flügel knickten ab und sie taumelte durch die Luft wie ein Blütenblatt im Sturm. Und dann wurde es dunkel. In dem Land, in dem immer Mittag war, in dem lichtdurchfluteten Kristallreich, das die Nacht nicht kannte, ging die Sonne unter – nein, sie ging nicht unter, sie erstarb allmählich, flackerte auf wie eine Kerze im Luftzug, wurde immer schwächer und zuletzt blieb nur noch ein schwaches rötliches pulsierendes Glimmen übrig, das die Trümmer der Kristallstadt wie blutige Scherben in einem unheimlichen Dämmerlicht erscheinen ließ. Der Sturm, der eben noch getobt, legte sich sogleich wieder. Vom Himmel herab drang ein eisiger Lufthauch und legte sich wie eine kalte Decke über das Land.
Illaya die Hauptstadt des Feenreiches lag in Trümmern. Die kleinen filigranen Häuser aus dünnen, durchschimmernden Kristallplättchen waren buchstäblich zu Staub zerfallen. Nach der ersten Panik machte sich Verwirrung und Ratlosigkeit allenthalben breit. Keiner wußte, was geschehen war. Sorgenvoll blickten sie auf die Sonne, die das Zentrum ihrer kleinen Welt bildete, ewige Spenderin von Licht und Wärme und Kristalltropfen, der Nahrung, die als birnenförmige Früchte von den Ästen des Weltbaumes hingen, der zwischen der Sonnensphäre und der Erde gedieh.
»Ist das das Ende der Welt?« fragte Chiarabelle. Lianlian schüttelte den Kopf. »Mach dir keine Sorgen, Schwesterchen«, sprach er. »Laß uns zum Tempel gehen und schauen, wie es den Ältesten geht. Sie werden uns sagen, was geschehen ist.« Chiarabelle schlug ihre Ärmchen um den Hals Lianlans und er nahm sie Huckepack, denn ihre kleinen zerbrechlichen Flügel waren ebenso beschädigt wie seine.
Der Tempel im Zentrum der Stadt war das einzige Gebäude, das nicht völlig zerstört war, da es den mächtigen Sockel bildete, aus dem die Kristallsäule, welche die Sonnensphäre trug, erwuchs.
Vor den siebenundzwanzig Stufen, die zum Haupttor führten, hatte sich bereits eine große Schar Feen versammelt. Viele humpelten oder hüpften auf ihren dünnen Beinchen, da ihre Flügel geknickt oder abgebrochen waren und sie nicht mehr fliegen konnten. Die meisten waren entweder vom Strumwind fortgeblasen oder in ihren zusammenstürzenden Behausungen verschüttet worden. Zum Glück bestanden alle Gebäude aus feinen, glasartigen, hauchdünnen Kristallplättchen, die kaum etwas wogen.  
»Was ist geschehen, Meister Raosan?« fragten sie. »Was hat dies zu bedeuten?« Der Angesprochene stand auf einen langen Stab gestützt, an dessen Ende sich eine kleine leuchtende Sphäre befand. Die Sphäre glomm schwach und flackerte von Zeit zu Zeit kurz auf, synchron mit dem Aufflackern und sich Verdunkeln der Sonne.
»Hört, ihr Volk der Aithian, Hüter des ewigen Lichtes! Ein großer Frevel ist geschehen und dies ist die Strafe Aetherions, die über uns gekommen ist.« Alle zuckten zusammen und warfen sich vor den staubbedeckten Stufen des Tempels zu Boden.
Raosan warf einen Blick in die Runde, bevor er erneut zu sprechen anhob: »Wenig verlangt er von uns. Drei Mal am Tage das Lied des Lichtes zu singen, um seine Kraft zu stärken und zu erhalten, auf daß uns die lebenspendende Sonne weitere Tausend Jahre scheine. Doch zum ersten Male erklang das Lied nicht zur festgesetzten Zeit. Aetherions Kraft verging. Seht, die Früchte des Lebensbaumes sind verdorrt. Seht, der Urquell des Lebens, der zu den Wurzeln des Weltbaumes entspringt, ist am Versiegen. Seht, unsere Sonne, die seit Anbeginn der Zeit glüht, erstirbt.«
Lianlian, der soeben den Platz vor dem Tempel erreicht hatte, setzte Chiarabelle sanft ab. »Warte hier auf mich. Ich bin bald zurück.« sagte er noch etwas außer Atem, und strich der Kleinen zärtlich über das silberweiße Haar. Chiarabelle sah ihm nach, wie er sich seinen Weg durch die dichte Menge bahnte und zwischen den zitternden Leibern verschwand.
Keuchend erreichte er die Treppe. Der Schmerz in seinem linken Flügel, der zur Hälfte abgerissen war, als er von den herabstürzenden Kristallsplittern im Flug getroffen worden war, machte ihn fast wahnsinnig, und die Unfähigkeit zu Fliegen irritierte ihn. Fliegen war die natürliche Fortbewegungsart der Feen, nicht Gehen. Gehen war so anstrengend, langsam und erniedrigend. Seine Füße und Beine waren zerschrammt und mit blutenden Wunden übersät, die von den scharfkantigen Splittern und Trümmern auf dem Boden her rührten. In einer Welt, in der niemand zu Fuß ging, trug auch keiner Schuhe.
»Meister Raosan!« sprach er mit lauter Stimme während er sich die hohen Treppenstufen hinauf mühte. Die Stufen des Tempels dienten nicht als Zugang, sondern nur der Dekoration und waren schmal und sehr steil.
»Ehrwürdiger Raosan«, wiederholte er, während er sich vor dem um den Hohepriester versammelten Rat der Ältesten zu Boden warf, »Es ist nicht die Schuld Sarabelles, sondern meine.«
Raosan blickte ihn aus seinen wasserblauen, vom Alter und der Zeit getrübten Augen an und sprach: »«Das spielt nun keine Rolle mehr, mein junger Freund. Unsere Welt ist am Vergehen. Alles, was wir noch tun können, ist ein letztes Mal unsere Stimmen zu erheben und Aetherion ein letztes Lied zu singen. Bald wird die ewige Nacht anbrechen. Laßt unserer Sonne ein Lied zum Abschied singen!«
Die versammelten Feen erhoben sich und richteten ihre Augen auf den Lebensbaum und die zerbrochene Kristallsäule. Sie wischten sich den Staub und die Tränen aus den Gesichtern und gemeinsam mit Raosan, mit Lianlan und Sarabelle fingen sie an, das alte Lied zu singen …

»Sara, Timmy! Was ist das für ein Lärm? Wieso schlaft ihr nicht?« fragte die Mutter mit strengem Blick, als sie das Kinderzimmer betrat.
»Mama, Tim hat die Lampe kaputt gemacht.«
Tim verzog unwillig das Geſicht. »Du hast angefangen, mit dem Kissen zu werfen«, maulte er in Richtung seiner Schwester.
»Aber du hast die Leuchtkugel vom Tisch gestoßen, und jetzt ist sie kaputt.«
Die Mutter bückte sich und warf einen Blick auf die Bescherung. Sie hob die kleine Kristallsphäre auf, die schwach glimmend auf dem Fußboden lag und in unregelmäßigen Abständen kurz aufflackerte.
«So eine Schande, die war noch ganz neu«, sagte sie seufzend und hob vorsichtig drei kleine Splitter auf, die auf dem Boden lagen. Sie nahm die Sphäre, hielt sie hoch, doch konnte sie nichts erkennen. Aber es schien ihr als hörte sie aus dem Inneren ein ganz leises, feines Summen. Eigenartig! Dachte sie.
»Es tut mir leid«, sagte Timmy kleinlaut.
»Es ist nicht schlimm. Vater bringt euch eine neue Leuchtkugel aus dem Wald der Tausend Lichter mit, wenn er das nächſte Mal nach Rossberg fährt. Und jetzt wird geschlafen. Gute Nacht!«
Sie ging hinaus, schloß die Tür zum Kinderzimmer und warf die kaputte Leuchtkugel in den Ascheeimer in der Küche.




Ende.

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silke-k-weiler
Geschlecht:weiblichKlammeraffe

Alter: 45
Beiträge: 512



BeitragVerfasst am: 19.10.2020 13:54    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Text,

hier mein erster Leseeindruck: Du machst es mir einfach in Deine plastische Welt einzutauchen, nimmst mich bei der Hand, weckst Neugier. In der Mitte gibt es einen Break, der mich kurz raushaut:

Nach der ersten Panik machte sich Verwirrung und Ratlosigkeit allenthalben breit. Keiner wußte, was geschehen war. Sorgenvoll blickten sie auf die Sonne, die das Zentrum ihrer kleinen Welt bildete, ewige Spenderin von Licht und Wärme und Kristalltropfen, der Nahrung, die als birnenförmige Früchte von den Ästen des Weltbaumes hingen, der zwischen der Sonnensphäre und der Erde gedieh.
--> »Ist das das Ende der Welt?« fragte Chiarabelle. Lianlian schüttelte den Kopf. »Mach dir keine Sorgen, Schwesterchen«, sprach er. »Laß uns zum Tempel gehen und schauen, wie es den Ältesten geht. Sie werden uns sagen, was geschehen ist.«


Ich dachte, ich bin immer noch an Sarabelles Seite, aber plötzlich bin ich bei Lianlian und seiner Schwester. Das hätte man vielleicht durch einen neuen Absatz lösen können.

Die Idee mit der Kristallkugel im Kinderzimmer ist schön. Ich selbst habe Hemmungen, so etwas wegzuräumen, weil ich mir auch schon ein paar Mal vorgestellt habe, was wäre, wenn die Welt dort drinnen echt wäre? Und ich packe sie in einen dunklen Karton und verbanne sie auf den Speicher ...

Dennoch, bei all den Details habe ich so ein Gefühl von ... mir fehlt ein wenig die Seele. Ich werde an der Hand genommen und durch die Geschichte geführt, aber trotzdem bleiben die Figuren leblos. Vllt weil das Augenmerk zu sehr auf der Beschreibung der Gebäude und der märchenhaften Welt liegt? Mal sehen, was der zweite Leseeindruck bringt.

Vorgaben:
Licht - check!
Verfolgungsjagd? Ähm, na ja, gegen die Zeit? Sehr weit gefasst.
Alles dies ereignete sich in völliger Stille würde ich auch nicht gelten lassen. Wenn das das Kriterium war, hätte sie sich nicht mit Lianlian unterhalten dürfen.

VG
Silke
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Raven1303
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 37
Beiträge: 418
Wohnort: NRW


BeitragVerfasst am: 19.10.2020 21:12    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Unbekannte/r,

was für eine bezaubernde Geschichte! Sehr schön geschrieben, gut zu lesen und die geforderte Szene ist - wenn auch etwas ausgereizt ? - vorhanden.
Vor allem das Ende ist dann wie ein Aha-Effekt, der mir sehr gefällt.
Sehr gelungen und kommt auf den kleinen Haufen meiner Top-Auswahl smile
Liebe Grüße!


_________________
Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den Nächsten vielleicht nicht vollbringen, aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm und ich kreise Jahrtausende lang.
Und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm? Oder ein großer Gesang... (R.M. Rilke)
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Stefanie
Reißwolf


Beiträge: 1324



BeitragVerfasst am: 19.10.2020 22:00    Titel: Antworten mit Zitat

Böses Ende. Twisted Evil
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hobbes
Geschlecht:weiblichTretbootliteratin


Beiträge: 3675

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 20.10.2020 13:38    Titel: Antworten mit Zitat

Herrje. Dieser Text ärgert mich. Erst das überzuckerte Herumgeschmachte am Anfang. Dann wildes Perspektivenhüpfen inklusive Leserinnenverunsicherung a la: Hä? Warum erzählt jetzt jemand anderes, wie sind wir denn plötzlich hierher gekommen?
Vor allem aber dieser unsägliche Meister. Ich habe keine Lust mehr, von Meistern zu lesen. Vor allem nicht, wenn sie über eine Heerschar Feen herrschen, die über nichts weiter nachdenken, als schöne Lieder zu singen und sich ansonsten vor dem Meister in den Staub werfen, weil, der ist weise und sie selbst halt nicht. Der Meister ist natürlich auch total unschuldig an allem, nicht wahr. Alles nur die Schuld dieser liebestrunkenen Idiotin.

Tut mir leid, das kommt jetzt ziemlich harsch daher und eigentlich ist so ein Text ja auch kein Wunschkonzert. Also in dem Sinn, dass da drinstehen muss, was ich lesen will.
Aber diese Art Geschichte schafft es immer wieder, mich fürchterlich aufzuregen.

Die Auflösung, den Schluss, finde ich tatsächlich ganz gut, aber bis ich dahin komme, bin ich halt schon ziemlich entnervt.
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d.frank
Geschlecht:weiblichReißwolf

Alter: 41
Beiträge: 1047
Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 20.10.2020 14:21    Titel: Antworten mit Zitat

Irgendwie fehlt der Zusammenhang zwischen Feenwelt und Kinderzimmer, also auf der Metaebene ist der schon vorhanden, aber da ist keine Verknüpfung im Text, die erklärt, wie die beiden Welten miteinander verbunden sind. Die Perspektive hüpft da auch ziemlich ziellos herum. Die Beschreibungen fand ich dagegen an vielen Stellen ganz schön.

_________________
Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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RAc
Eselsohr


Beiträge: 412



BeitragVerfasst am: 20.10.2020 15:44    Titel: Antworten mit Zitat

Zwei Geschwister im Kindesalter verträumen sich in eine Phantasiewelt, in der Alltagsgegenstände zu mythischen Objekten werden. während des Spielens geht eine Lampe zu Bruch, was im Spiel zu einer größeren existenziellen Krise wird, da sie die Sonne der Traumwelt ist.

Vorgaben:
  => Es gibt keine Verfolgungsjagd, nur einen "gemeinsamen Flug" der  beiden Kinder im Spiel, die im Spiel zu spät zu einer Zeremonie kommen.
        Also eine "Verfolgung der Uhr zum Erreichen der Zeit" wäre eine sehr bauchschmerzerzeugende Interpretation, oder die zu Bruch gehende Lampe als Unfall.
  => Licht spielt in Form der Lampe (im Spiel der Kinder eine lebensspendende Sonne) eine zentrale Rolle.
  => Phantastische Elemente sind natürlich in der Form der von den Kindern erträumten Welt vorhanden.

Die Vorgaben sind damit erfüllt (mit viel Wohlwollen).

Ausgestaltung:

Der Hauptteil der Erzählung spielt in der Traumwelt der Kinder, wobei die reale Welt zuweilen durchscheint (es wird z.B. offensichtlich, dass die Lampe auf eine Spielzeugwelt gefallen ist und diese "zerstört," aber vermutlich ohne größere Schäden in der Realität - Lego o.ä.). Da sind zuweilen ganz reizvolle Tupfer drin. In einem Kinderbuch vermutlich ganz passabel. Das "leise feine Summen" aus der zerbrochenen Kugel, das die Mutter beim Aufräumen der Reste wahrnimmt, ließe sich mit etwas Leserphantasie so interpretieren, dass es das Feenreich wirklich gibt und ihre Überreste aus der kaputten Lampe in die echte Welt scheinen, aber dazu ist es nicht eindeutig genug (eine zerbrochene LED Lampe, die noch restflackert, kann auch in der normalen Welt surren).

Die Auflösung kommt etwas abrupt, da hätte man (z.B. a la Calvin&Hobbes, wo in einem strip die als Space Alien gesehene Mutter mit einer Limo und einem Sandwich ankommt) mit einem fließenden Übergang etwas mehr Esprit hineinbringen können.

Vom handwerklichen her soweit ok, aber nicht überragend. Ich persönlich bin ein fan von abgesetzten Absätzen und störe mich am durchgehenden Blocktext.
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Rodge
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 624
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 21.10.2020 09:19    Titel: Antworten mit Zitat

Tja, da hilft alles Singen nicht, möchte man sagen. Tolle Geschichte, einfühlsam und spannend erzählt und auch die fast sicher geglaubte Vorhersehbarkeit bleibt auf der Strecke.
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Katinka2.0
Geschlecht:weiblichEselsohr


Beiträge: 265



BeitragVerfasst am: 21.10.2020 20:02    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Autor/in,

hätten sie mal lieber gesungen Laughing.
Kreative Umsetzung der Vorgaben, runde Geschichte, flüssiger Schreibstil.
Leider bin ich keine begeisterte Anhängerin von solchen Feengeschichten, die einzige Fee, die ich kenne, ist Tinkerbell aus Peter Pan. Hm, ich behalte dich mal im Hinterkopf und schaue eventuell wieder vorbei, wenn ich alle Geschichten gelesen habe und weiß, wie ich die Punkte verteile.

LG Katinka
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V.K.B.
Geschlecht:männlich[Error C7: not in list]

Alter: 47
Beiträge: 3067
Wohnort: Nullraum
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 22.10.2020 00:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo unbekannter Autor, Autorin, heimlich mitschreibende KIs, magische Wesen oder was auch immer,

Ich kommentiere direkt beim ersten Lesen und während ich lese, damit die Leseeindrücke so frisch wie möglich sind. Daher kann es sein, dass ich mal auf etwas hinweise, was sich später im Text noch klärt.
Disclaimer vorweg: All meine Kritiken sind in diesem Wettbewerb hochgradig subjektiv und bedeuten damit eigentlich gar nichts, außer wie mir ein Text persönlich gefallen hat. Ich neige zu Sarkasmus und mache mich auch gerne mal über Dinge lustig. Ich bitte diejenigen, die eine gefühlt zu harte Kritik von mir abbekommen, das nicht persönlich und mit Humor zu nehmen, denn es ist ganz bestimmt nicht böse gemeint. Ich nehme aber auch kein Blatt vor den Mund, wenn jemand seinen Text bei einem Wettbewerb der ungeschönten und schonungslosen Kritik vorwirft. Wer ein Problem damit hat, möge das Lesen meines Kommentars an dieser Stelle abbrechen.

So, los geht‘s, you have been warned …


Zitat:
des Lichtgottes Aetherion
Ein großes Æther-Tier also?

Zitat:
wenn ich heute besonders schön singe, wird er mir vergeben, und Aetherion ebenso
Wenn nicht, schickt der Lichtgott Hans und Helga vorbei, da soll sie bloß aufpassen. So als fliegendes Ziel…

Zitat:
Vom Himmel herab drang ein eisiger Lufthauch und legte sich wie eine kalte Decke über das Land.
An dieser Stelle frage ich mich gerade, warum mich irgendwas davon interessieren sollte.

Zitat:
vom Strumwind fortgeblasen
WTF ist ein "Strumwind"? Hatte kurz überlegt, ob du "Sturmwind" meinst, aber das ergäbe auch nicht viel Sinn, weil redundante Doppelung.

Zitat:
und dies ist die Strafe Aetherions, die über uns gekommen ist
Hans und Helga kommen wirklich?

Zitat:
bevor er erneut zu sprechen anhob
Gawds, muss ich das wirklich weiterlesen??? Ach so, ist ja Wettbewerb, fair bleiben. Okay, ich quäle mich weiter durch. Obwohl ich jetzt schon genau weiß, das kriegt bestimmt keine Punkte von mir.

Zitat:
und Sarabelle
Wo kommt sie plötzlich wieder her? Er ist doch mit Chiarabelle dorthin. Oder sind das die gleichen?

Zitat:
»Sara, Timmy! Was ist das für ein Lärm? Wieso schlaft ihr nicht?« fragte die Mutter mit strengem Blick, als sie das Kinderzimmer betrat.
Oh, eine zweite Ebene.

Zitat:
Tim verzog unwillig das Geſicht.
Was soll das jetzt? "daß" statt "dass" zu schreiben ist eine Sache, aber "Geſicht" statt "Gesicht"?

Zitat:
Aber es schien ihr als hörte sie aus dem Inneren ein ganz leises, feines Summen. Eigenartig! Dachte sie.
Ich auch. Hätte irgendwie witziger gefunden, die Kinder hätten nur irgendwas mit Feen gespielt, statt dass sie wirklich da drin zu leben scheinen. Irgendwie verpufft der durch die neue Ebene reingekommene Witz hier wieder.

Okay, bin durch. Durch die neue Ebene am Ende kommt ein bisschen Witz rein, oder auch nicht oder doch oder vielleicht Tiefe oder ich bin mir nicht sicher, was das genau soll. Wir haben diese unsäglich schwülstige Feengeschichte, und am Ende stellt sich das ganze als Leuchtkugel raus, die kaputt im Mülleimer landet und leicht ersetzbar ist. Ist das jetzt ein Witz, oder eine Ermahnung, wie wir mit Mikrokosmen (oder generell Lebensräumen) anderer Lebewesen umgehen? Sorry, irgendwie funktioniert die Geschichte für mich nicht. So oder so, diese Feengeschichte war mir zu lang und zu absichtlich übertrieben geschrieben, und sie macht nun mal einen Großteil der Geschichte aus und liest sich ziemlich furchtbar. Ich gehe zwar davon aus, dass diese Sprache Absicht ist, aber lesen muss man es ja trotzdem. Und für mich funktioniert weder die eine noch die andere Interpretation. Soll das ein Witz sein, also die vor Pathos strotzende Feengeschichte vom Untergang ihrer Welt ist nur sowas Triviales wie das Runterfallen einer Kinderlampe, haut das für mich nicht hin, denn anscheinend haben die Feen da ja wirklich drin gelebt und dann wäre eine Welt untergegangen, voller Wesen die Gefühle haben und damit wäre es nicht mehr trivial. Sollen die Kinder sich die Feen nur vorgestellt haben, kommt das nicht rüber, die waren ja mehr mit Kissenschlacht beschäftigt.
Bei anderer Interpretation, achtlose Zerstörung von Lebensräumen anderer Wesen– ach, Shit, ich geb’s jetzt auf. Ich denke mal, ich interpretiere da gerade viel mehr rein, als gemeint ist, weil ich mal wieder zu autistisch bin und einen Witz nicht verstehe oder nicht verstehen will.

So oder so, für mich funktioniert die Geschichte nicht, aber das liegt wahrscheinlich mehr an mir als an der Geschichte.

beste Grüße und bitte nicht kratzen beleidigt sein,
Veith


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Warning: Cthulhu may occasionally jumpscare people …
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A.J.Triskel
Leseratte

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Beiträge: 110



BeitragVerfasst am: 22.10.2020 22:36    Titel: Antworten mit Zitat

Bin auch immer bemüht mit Synomynen zu arbeiten, um Wortwiederholungen zu vermeiden
aber beim Schluß verwirrt es und man muss ein zweites Mal lesen, damit man erkennt, dass es sich in allen Fällen um die Kristallkugel handelt


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Natürlich spreche ich mit mir selber. Auch ich brauche kompetente Beratung
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MoL
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Beiträge: 1595
Wohnort: NRW
Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 25.10.2020 11:18    Titel: Antworten mit Zitat

Leerer Kommentar. Auf Wunsch kann ein ausführliches Feedback gern bei mir erfragt werden.

_________________
NEU - NEU - NEU im September 2020:
"Hexenherz - Goldener Tod"
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"Hexenherz - Eisiger Zorn", acabus Verlag, Februar 2017.
"Die große acabus-Jubiläumsanthologie", acabus Verlag, Oktober 2018.
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Taranisa
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Beiträge: 1378
Wohnort: Frankenberg/Eder


BeitragVerfasst am: 25.10.2020 15:21    Titel: Antworten mit Zitat

Leider hast du die Vorgabe für den direkten Anfang nicht erfüllt (Verfolgung, Unfall, Stille). Der Unfall (Kinder lassen Miniwelt fallen) passiert mir zu spät, da hättest du den Anfang weglassen und die beiden direkt in die Situation schicken sollen, mit dem Schrecken und Eigenvorwürfen. Stilistisch müsste mMn poliert werden, aber Idee finden, Geschichte schreiben und überarbeiten in zwei Wochen, ist sportlich.
Ansonsten gefällt mir die Geschichte, sie erinnert mich in Teilen an "Man in Black" (Universum in Schmuckstück, Miniwelt in Schließfach). Der Schluss sagt mir, dass man Kinder nicht mit allem spielen lassen sollte.


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"Henkersweib", Burgenwelt Verlag, ET 12/18
"Die Ehre des Henkersweibs", Burgenwelt Verlag, ET 12/20
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anderswolf
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BeitragVerfasst am: 27.10.2020 09:41    Titel: Antworten mit Zitat

Immer das alte Lied. Oder: Evolutionär abbaubare Feen sind am Vergehen.

Die Fee Sarabelle hat über ihr Stelldichein die Zeit vergessen und kommt zum spät zum lobpreisenden Gesang, glaubt gleichzeitig, das wäre ja kein Weltuntergang. Tja, falsch gedacht: weil alle anderen Feen immer pünktlich und pflichtbewusst sind und gleichzeitig niemand für Notfälle oder Krankheiten vorgeplant hat und offensichtlich auch niemand beim Lobsingen einspringen konnte, ist jetzt die Lichtwelt kaputt. Schön blöd. War aber nur eine Frage der Zeit, diese Feen sind evolutionär untergesegnet: Füße, die sie nie nutzen, Flügel, die sofort brechen. Kein Wunder, dass die anderen Fabelwesen auf sie runterblicken (also in den anderen Geschichten).

Insgesamt natürlich keine ganz unbekannte Idee, kleine Welten in großen unterzubringen und Unheil, das aufgrund von Dingen der großen Welt geschehen, als Verfehlung oder Frevel in der kleinen Welt zu sehen (siehe "Men In Black 1" oder Religion). Ist ja letztlich auch in der Realität nicht anders, dass man den tatsächlichen Sachzusammenhang irgendwie nicht immer mitbekommt.

Insgesamt unbefriedigend. Sprachlich mitunter unnötig gestelzt (z.B. geschwind, allenthalben), gleichzeitig teilweise in den Beschreibungen so verschachtelt, dass erst nach dreimaligem Lesen sich erschließt, was wie wo dran befestigt ist und jetzt eigentlich nicht mehr, weil abgebrochen. Schlimmer aber: Die Vorgaben wurden nicht erfüllt, weder Verfolgungsjagd noch Stillstand noch Unfall.

Keine Punkte.
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nicolailevin
Geschlecht:männlichLeseratte


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Wohnort: Süddeutschland


BeitragVerfasst am: 27.10.2020 17:17    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Fee kommt geflogen, sie ist zu spät dran für das Abendlied an den Sonnengott und prompt geht die lebensspendende Sonne aus und die Kristallstadt zerbirst in tausend Teile. Was hinüber ist, bleibt hin – für Erklärungen oder Entschuldigungen ist es zu spät. Am Ende war aber alles im echten Leben nur die phantasievolle Einbildung tobender Kinder, die eine Schlafzimmerlampe zerdeppert haben.

Dass alles nur Einbildung ist, erklärt immerhin, wieso im Feenland in Minuten und Metern gemessen wird und wieso es Sonntage dort gibt. Das ist mir beim ersten Lesen nämlich gleich aufgestoßen.

Wie sieht es mit den Vorgaben aus? An Licht ist kein Mangel, aber am Beginn steht weder eine Verfolgungsjagd noch ein Unfall.

Mir ist in dem Text zu viel Architektur; wortreich – mit Wiederholungen und nicht immer elegant – wird die Stadt beschreiben, die ich mir als erdrückenden Albtraum eines Swarovski-Showrooms vorstelle. Demgegenüber bleiben die Figuren blass und die Handlung dünn.

Der abrupte Perspektivwechsel zu Lianlian, als der vor den Hohepriester tritt, hat mich verwirrt und gestört. Die Auflösung federt ein paar Schwächen des Textes ab, aber ist ihrerseits auch nicht superoriginell. Dass die Mutter vom „Wald der tausend Lichter“ spricht, wenn sie die Lampenabteilung des Möbelhauses meint, hat mich verwirrt – oder soll hier auf neuer Ebene etwa eine zweite Fantasy-Erzählung eingeleitet werden?

Sehr gut gefallen hat mir stilistisch die Stelle, in der die Sonne ausgeht. Das liest sich anschaulich und konkret und wirkt gut beobachtet.
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shatgloom
Geschlecht:weiblichEselsohr


Beiträge: 371
NaNoWriMo: 27985
Wohnort: ja, gelegentlich


BeitragVerfasst am: 28.10.2020 15:33    Titel: Antworten mit Zitat

Was mir gefällt:

Die Idee hinter der Geschichte finde ich gut, aufzuzeigen, was sich an "Leben" abspielt in einer Lampe, die von Kindern zerstört wird.
Es ist eigentlich ein Märchen ohne happy end. Ich habe die Geschichte gerne gelesen.

Was ich vermisse:
Ich kam anfangs etwas mit den Namen durcheinander: Sarabelle - Chiarabelle.
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Constantine
Geschlecht:männlichExposéadler


Beiträge: 2969



BeitragVerfasst am: 29.10.2020 19:44    Titel: Re: Das Lied Aetherions Antworten mit Zitat

Bonjour Inko,
 
ursprünglich wollte ich mcih zum Text äußern und begann mir einiges vom Text zu notieren, nur um mein Vorgehen zu überdenken und direkt im Text mein Fedback einzufügen:

Señora Incógnita hat Folgendes geschrieben:
DAS LIED AETHERIONS
oder
DER TAG, AN DEM DAS LICHT VERLOSCH


Sarabelle flog so geschwind sie konnte. Der große Kristalltempel lag bereits in Sichtweite. Keiner würde merken, daß sie sich heute verspätet hatte. Es waren auch nur fünfzehn oder zwanzig Minuten. Das konnte doch nicht so schlimm sein, dachte sie. <-- Das ist, denke ich, im Text das einzige Mal, dass Gedanken einer Figur geäußert werden. Der restliche Text besteht im Grunde aus Beschreibungen und etwas Dialog erzählt vom Erzähler. Wie jeden zweiten Sonntag war es ihre Aufgabe, das Lied des Lichtgottes Aetherion zu singen, und noch nie war sie zu spät gekommen.
»Sorge dich nicht. Ich werde den Ältesten sagen, daß ich es war, der dich so lange aufhielt«, sagte Lianlian, der neben ihr flog.
»Das brauchst du nicht, Liebster. Ich werde mit dem Meister sprechen. Bestimmt wird er schimpfen, aber wenn ich heute besonders schön singe, wird er mir vergeben, und Aetherion ebenso. Geh <-- Flieg; wie bereits weiter unten als Info geschrieben, ist Fliegen die natürliche Fortbewegung der Feen. du lieber nach Hause. Deine Schwester macht sich sonst noch Sorgen, wenn du weiter säumest.«
Lianlian drückte ihr im Flug einen Kuß auf ihre errötende Wange und bog dann scharf nach links ab. Sarabelle sah ihm mit einem verträumten Blick nach und wandte ihren Blick wieder nach vorn, wo ihr Ziel in weniger als dreihundert Metern lag.
Für einen Augenblick schien es ihr, als würde ein riesiger Schatten über den Himmel huschen, dann fühlte sie sich auf einmal mit großer Macht emporgehoben, als hätte sie jemand mit starker, unsichtbarer Hand in die Luft geworfen. Sie flog mehr als hundert Meter in die Höhe, und noch ehe sie begriff, wie ihr geschah, sah sie, wie die schlanke Kristallsäule des Tempels, die vom geschwungenen dreistufigen Dach bis in die unsichtbare Ferne der kristallenen Sphäre, an der die Sterne hingen, empor ragte, entzwei brach. <-- Hier noch mit Sarabelle, verlässt der Text sie als Protagonistin und beginnt mit ellenlangen Beschreibungen ohne einer Äßßerung von Sarabelle, wie es ihr ergeht oder wie sie diese Zerstörung empfindet. Sarabelle ist ab hier in der Story nicht mehr existent/nicht mehr wichtig. Warum? Bruchstücke splitterten ab und fielen in die Tiefe, begruben und zermalmten alles in einer gewaltigen weißen Staubwolke. Die filigranen Häuser und Türme der Inneren Stadt zerbrachen, als wäre ein unsichtbarer Riese mit seinen Füßen darauf getreten. Bäume und Säulen knickten ab. Der kleine sichelförmige See, der sich am Rande der Stadt um den Fuß einen flachen Hügels schmiegte, schwappte über die Ufer, als hätte man einen Teller mit Suppe verschüttet. Alles dies ereignete sich in völliger Stille – so kam es ihr jedenfalls vor, denn sie konnte kein Geräusch vernehmen. Doch dann, mit einiger Verzögerung drang ein Brausen und Knirschen und ein dumpfes Poltern an ihr Ohr. Und weit entfernt vernahm sie ein dumpfes Knacken. Ein Wind erhob sich, wuchs zum alles mitreißenden Sturm und wirbelte Sarabelle durch die Luft. Ihre Flügel knickten ab und sie taumelte durch die Luft wie ein Blütenblatt im Sturm. Und dann wurde es dunkel. In dem Land, in dem immer Mittag war, in dem lichtdurchfluteten Kristallreich, das die Nacht nicht kannte, ging die Sonne unter – nein, sie ging nicht unter, sie erstarb allmählich, flackerte auf wie eine Kerze im Luftzug, wurde immer schwächer und zuletzt blieb nur noch ein schwaches rötliches pulsierendes Glimmen übrig, das die Trümmer der Kristallstadt wie blutige Scherben in einem unheimlichen Dämmerlicht erscheinen ließ. Der Sturm, der eben noch getobt <-- hatte, legte sich sogleich wieder. Vom Himmel herab drang ein eisiger Lufthauch und legte sich wie eine kalte Decke über das Land.
Illaya die Hauptstadt des Feenreiches lag in Trümmern. <-- Nicht nur das, die gesamte Szenerie ist ein Weltuntergang: Die Sonne ist ein schwaches Glimmen, es ist dämmerig und eisig, wo es vor wenigen Minuten noch strahlendeR sonnenschein und warm war.   Die kleinen filigranen Häuser aus dünnen, durchschimmernden Kristallplättchen waren buchstäblich zu Staub zerfallen. Nach der ersten Panik machte sich Verwirrung und Ratlosigkeit allenthalben breit. Keiner wußte, was geschehen war. Sorgenvoll blickten sie auf die Sonne, die das Zentrum ihrer kleinen Welt bildete, ewige Spenderin von Licht und Wärme und Kristalltropfen, der Nahrung, die als birnenförmige Früchte von den Ästen des Weltbaumes hingen, der zwischen der Sonnensphäre und der Erde gedieh.
»Ist das das Ende der Welt?« fragte Chiarabelle. Lianlian schüttelte den Kopf. <-- Das ist ein harter Wechsel von der Stadt plötzlich auf Lianlian und seine Schwester. Wenigstens ein Absatz hätte diesen harten Wechsel für mich etwas gedämpft. »Mach dir keine Sorgen, Schwesterchen«, sprach er. »Laß uns zum Tempel gehen und schauen, wie es den Ältesten geht. Sie werden uns sagen, was geschehen ist.« Chiarabelle schlug ihre Ärmchen um den Hals Lianlans und er nahm sie Huckepack, denn ihre kleinen zerbrechlichen Flügel waren ebenso beschädigt wie seine.
Der Tempel im Zentrum der Stadt war das einzige Gebäude, das nicht völlig zerstört war, da es den mächtigen Sockel bildete, aus dem die Kristallsäule, welche die Sonnensphäre trug, erwuchs.
Vor den siebenundzwanzig Stufen, die zum Haupttor führten, hatte sich bereits eine große Schar Feen versammelt. Viele humpelten oder hüpften auf ihren dünnen Beinchen, da ihre Flügel geknickt oder abgebrochen waren und sie nicht mehr fliegen konnten. Die meisten waren entweder vom Strumwind fortgeblasen oder in ihren zusammenstürzenden Behausungen verschüttet worden. Zum Glück bestanden alle Gebäude aus feinen, glasartigen, hauchdünnen Kristallplättchen, die kaum etwas wogen.  
»Was ist geschehen, Meister Raosan?« fragten sie. »Was hat dies zu bedeuten?« Der Angesprochene stand auf einen langen Stab gestützt, an dessen Ende sich eine kleine leuchtende Sphäre befand. Die Sphäre glomm schwach und flackerte von Zeit zu Zeit kurz auf, synchron mit dem Aufflackern und sich Verdunkeln der Sonne.
»Hört, ihr Volk der Aithian, Hüter des ewigen Lichtes! Ein großer Frevel ist geschehen und dies ist die Strafe Aetherions, die über uns gekommen ist.« Alle zuckten zusammen und warfen sich vor den staubbedeckten Stufen des Tempels zu Boden.
Raosan warf einen Blick in die Runde, bevor er erneut zu sprechen anhob: »Wenig verlangt er von uns. Drei Mal am Tage das Lied des Lichtes zu singen, um seine Kraft zu stärken und zu erhalten, auf daß uns die lebenspendende Sonne weitere Tausend Jahre scheine. Doch zum ersten Male erklang das Lied nicht zur festgesetzten Zeit. Aetherions Kraft verging. Seht, die Früchte des Lebensbaumes sind verdorrt. Seht, der Urquell des Lebens, der zu den Wurzeln des Weltbaumes entspringt, ist am Versiegen. Seht, unsere Sonne, die seit Anbeginn der Zeit glüht, erstirbt.«
<-- Puh. So essentiell wichtige Informationen für das Volk, die über ihre Zivilisation und ihr Überleben entscheiden. Es wundert mich sehr, dass die Feen dies nicht wissen, wie wichtig es ist, dass sie das Lied exakt zu bestimmten Zeiten singen, sonst wird ihre Welt zerstört. Ist das Fahrlässigkeit, Unvermögen oder einfach nur Laissez-faire. Wenn der Gesang verspätet einsetzt und die Welt untergeht, sagen wir dem Volk danach Bescheid, wie wichtig das timig beim Gesang war. Nein, das kaufe ich dem Ältesten nicht ab und für mich das größte Manko dieses Textes, das den Beginn der Geschichte absurd macht.
Lianlian, der soeben den Platz vor dem Tempel erreicht hatte, setzte Chiarabelle sanft ab. »Warte hier auf mich. Ich bin bald zurück.« sagte er noch etwas außer Atem, und strich der Kleinen zärtlich über das silberweiße Haar. Chiarabelle sah ihm nach, wie er sich seinen Weg durch die dichte Menge bahnte und zwischen den zitternden Leibern verschwand.
Keuchend erreichte er die Treppe. Der Schmerz in seinem linken Flügel, der zur Hälfte abgerissen war, als er von den herabstürzenden Kristallsplittern im Flug getroffen worden war, machte ihn fast wahnsinnig, und die Unfähigkeit zu Fliegen irritierte ihn. <-- Diese Info finde ich an dieser Stelle unpassend und kommt für mich zu spät. Passender wäre es, dies weiter oben bei der Szene zwischen Chiarabelle und Lianlian zu erwähnen. Fliegen war die natürliche Fortbewegungsart der Feen, nicht Gehen. Gehen war so anstrengend, langsam und erniedrigend. Seine Füße und Beine waren zerschrammt und mit blutenden Wunden übersät, die von den scharfkantigen Splittern und Trümmern auf dem Boden her rührten. In einer Welt, in der niemand zu Fuß ging, trug auch keiner Schuhe. <-- diese Infos und Beschreibungen passen für mich nicht in die dramatische Situation. Hier mit Infos über die Fortbewegung von Feen zu kommen, nimmt der Szene das Tempo und irritiert mich mehr, als dass ich in der Story bleibe.
»Meister Raosan!« sprach er mit lauter Stimme während er sich die hohen Treppenstufen hinauf mühte. Die Stufen des Tempels dienten nicht als Zugang, sondern nur der Dekoration und waren schmal und sehr steil. <-- Was soll mir diese Info momentan sagen/vermitteln? Würde ich streichen.
»Ehrwürdiger Raosan«, wiederholte er, während er sich vor dem um den Hohepriester versammelten Rat der Ältesten zu Boden warf, »Es ist nicht die Schuld Sarabelles, sondern meine.«
Raosan blickte ihn aus seinen wasserblauen, vom Alter und der Zeit getrübten Augen an und sprach: »«Das spielt nun keine Rolle mehr, mein junger Freund. Unsere Welt ist am Vergehen. Alles, was wir noch tun können, ist ein letztes Mal unsere Stimmen zu erheben und Aetherion ein letztes Lied zu singen. Bald wird die ewige Nacht anbrechen. Laßt unserer Sonne ein Lied zum Abschied singen!«
Die versammelten Feen erhoben sich und richteten ihre Augen auf den Lebensbaum und die zerbrochene Kristallsäule. Sie wischten sich den Staub und die Tränen aus den Gesichtern und gemeinsam mit Raosan, mit Lianlan und Sarabelle fingen sie an, das alte Lied zu singen …

»Sara, Timmy! Was ist das für ein Lärm? Wieso schlaft ihr nicht?« fragte die Mutter mit strengem Blick, als sie das Kinderzimmer betrat.
»Mama, Tim hat die Lampe kaputt gemacht.«
Tim verzog unwillig das Geſicht. »Du hast angefangen, mit dem Kissen zu werfen«, maulte er in Richtung seiner Schwester.
»Aber du hast die Leuchtkugel vom Tisch gestoßen, und jetzt ist sie kaputt.«
Die Mutter bückte sich und warf einen Blick auf die Bescherung. Sie hob die kleine Kristallsphäre auf, die schwach glimmend auf dem Fußboden lag und in unregelmäßigen Abständen kurz aufflackerte.
«So eine Schande, die war noch ganz neu«, sagte sie seufzend und hob vorsichtig drei kleine Splitter auf, die auf dem Boden lagen. Sie nahm die Sphäre, hielt sie hoch, doch konnte sie nichts erkennen. Aber es schien ihr als hörte sie aus dem Inneren ein ganz leises, feines Summen. Eigenartig! Dachte sie.
»Es tut mir leid«, sagte Timmy kleinlaut.
»Es ist nicht schlimm. Vater bringt euch
eine neue Leuchtkugel aus dem Wald der Tausend Lichter mit, wenn er das nächſte Mal nach Rossberg fährt. Und jetzt wird geschlafen. Gute Nacht!«
Sie ging hinaus, schloß die Tür zum Kinderzimmer und warf die kaputte Leuchtkugel in den Ascheeimer in der Küche.
<-- Ein unvermittelter Wechsel in unsere Realität und die oben beschriebenen Ereignisse scheinen sich im Inneren einer Kristallsphären-Lampe abgespielt zu haben, die aus einem Wald der Tausend Lichter(?) stammt und durch Tim zu Bruch ging. Ich bin mir nicht sicher, warum dieser "Epilog" nötig war und ein wenig das Rätsel von Men in Black Teil 1 spiegelt. Nur, dass hier zuerst die "erste Welt" beschrieben wird, aber die anschließende zweite Welt wie ein Fremdkörper in der Story wirkt.

Ende.


Es tut mir leid. Dein Beitrag überzeugt mich leider nicht: zéro points.

Merci beaucoup.
Constantine
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Kojote
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Beiträge: 511
Wohnort: Wurde erfragt


BeitragVerfasst am: 30.10.2020 11:01    Titel: Antworten mit Zitat

Das nenne ich mal stark! Am Anfang dachte ich nur, wow, Beschreibungen und Atmosphäre beherrschst du gut. Als dann das Ende mit dem interessanten Twist kam, war ich mir sicher: Diese/-r Autor/-in beherrscht sein Handwerk.

Punkte sind von mir auf jeden Fall drin, und das nicht zu wenige.

Dicken Dank für den Text!


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"Doobedoobedoo." (Frank Sinatra)
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Abari
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Alter: 39
Beiträge: 1368
Wohnort: ich-jetzt-hier


BeitragVerfasst am: 31.10.2020 14:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hmmm. Bisschen viel gewollt, finde ich, und bisschen mau die Story.

Warum benutzt Du das Lang-ſ in "nächſte"


_________________
Das zeigt Dir lediglich meine persönliche, höchst subjektive Meinung.
Ich mache (mir) bewusst, damit ich bewusst machen kann.

LG
Abari
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Eliane
Geschlecht:weiblichKlammeraffe


Beiträge: 818



BeitragVerfasst am: 01.11.2020 05:30    Titel: Antworten mit Zitat

Damit ich die Beiträge einigermaßen gerecht bewerten kann, vergebe ich jeweils maximal 5 Punkte für:
Thema "Licht": 5
Beginn "Stille / Unfall / Verfolgungsjagd": 2
Genre Phantastik: 5
Schreibstil: 3
persönlicher Eindruck: 3
Summe:18

Der Stil ist mir an manchen Punkten etwas zu geschwollen ("wenn du weiter säumest") und zu umständlich verschachtelt ("Sie flog mehr als hundert Meter in die Höhe, und noch ehe sie begriff, wie ihr geschah, sah sie, wie die schlanke Kristallsäule des Tempels, die vom geschwungenen dreistufigen Dach bis in die unsichtbare Ferne der kristallenen Sphäre, an der die Sterne hingen, empor ragte, entzwei brach." --> Moment, wer was wo?)

Mitten im Text kommt ein plötzlicher Perspektivwechsel von Sarabelle zu Lianlian. Und dann am Schluss nochmal ein ganz unerwarteter Sprung ins Kinderzimmer. Gerade den hätte die Geschichte aber überhaupt nicht gebraucht, finde ich.

Kann mich leider nicht ganz überzeugen, obwohl sie eigentlich gut geschrieben ist.
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Maunzilla
Klammeraffe


Beiträge: 795



BeitragVerfasst am: 02.11.2020 15:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich danke für eure freundlichen Kritiken, die ich auch gut nachvollziehen kann.
Daß alles noch etwas roh und ungeschliffen ist, liegt daran, daß ich die Geschichte weitgehend an einem Tag geschrieben habe und keine Zeit mehr zum Überarbeiten und für den Endschliff war. Embarassed

(Ihr wißt doch wie es läuft: in der ersten Woche, denkt man, man hat noch viel Zeit... dann ist plötzlich die zweite Woche angebrochen, und man hat noch keine richtige Idee. Auf einmal ist Mittwoch und man hat gleich drei Ideen, kann sich aber nicht zwischen der Feenwelt, dem Piratenschiff und dem Eisenbahnunglück entscheiden. Weil man keine Zeit mehr hat, Eisenbahntechnik des letzten Jahrhunderts zu recherchieren oder alte Atztekengötter, entscheidet man sich für die Feen und schafft es gerade noch am Sonntag eine knappe Stunde vor Einsendeschluß fertig zu werden. ^^")

Zitat:
Warum benutzt Du das Lang-ſ in "nächſte"

Ist mir reingerutscht. Ich tippe gerade einen Text ab aus einem alten Buch, das ich neu herausgeben will und evtl. in Fraktur gesetzt wird. Da braucht es die Unterscheidung zwischen s und ſ.


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