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Ein ganz normaler Tag in der Junkie-WG


 

 
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Leveret Pale
Geschlecht:männlichAutor

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Wohnort: Jenseits der Berge des Wahnsinns


BeitragVerfasst am: 04.09.2017 22:30    Titel: Ein ganz normaler Tag in der Junkie-WG eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Funktioniert der Humor?

Ich saß, lediglich mit Boxershorts bekleidet und seit drei Tag ungeduscht, in der Finsternis meines WG-Zimmers. Mein blasser Körper strahlte im Leichenlicht des Laptops, umgeben von Bücherstapeln, verwesenden Instantnudeln; die Wände volltapeziert mit Notizzetteln, wie bei einem schizophrenen Verschwörungstheoretiker. Ich starrte seit drei Stunden ohne zu blinzeln auf Word, während meine Finger in einem einzigen irren Tanz die Tastatur misshandelten. Endlich. Nach wochenlangen Plotten und Grübeln war ich wieder im Schreibflow. Das würde mein nächster Bestseller werden. Ich konnte es in meinen Hoden kribbeln fühlen. Die Euphorie steigerte sich gerade in tranceartigen Wahn, als mich plötzlich ein energisches Klopfen aus dem Flow riss. Die Tür schwang hinter mir auf.
Außenweltlicht erhellte die Manuskriptfetzen an den Wänden. Ich biss mir auf die Zunge. Die Bewegungen der Finger verlangsamten. Tim, wie immer mit seinem pinken Jumpsuit gekleidet, trat an mich heran und mit ihm rollte eine dichte Dopewolke in den Raum. „Was?“, fragte ich, ohne den Blick zu heben.
„Yo, Nathan, ich brauche deinen Rat“, sagte er und ließ sich auf den Sitzsack neben meinem Schreibtisch fallen. Ich sah zuerst in seine blutunterlaufenen Augen, von denen eins geistlos durch den Raum wanderten und das andere in entgegengesetzter Richtung Tims Hand dabei verfolgte, wie sie das Tischbein sexuell belästigte; dann auf mein Manuskript. Mit einem Seufzer klappte ich meinen Laptop zu, und griff nach einer der unzähligen Tassen, die sich um mich herum stapelten. Es war noch etwas kalter Kaffee drin; wahrscheinlich vom Vortag oder so.
„Erzähl. Was ist los“, sagte ich und nahm einen Schluck. Mein Zentralnervensystem zuckte unter einem spontanen, ekelinduzierten Krampfanfall. Meine Zunge rollte sich auf. Okay, der Kaffee war etwas älter gewesen; wenn es überhaupt Kaffee gewesen war. Ich biss die Zähne zusammen und versuchte so zu wirken, als würde ich aufmerksam den Problemen meines Mitbewohners lauschen, der von der ganzen Sache eh nichts mitbekommen hatte, weil er damit beschäftigt war, in der Nase nach den Überresten seines Gehirns zu bohren.
„Hey“, ich schnippte.
Tim sah mich an, blinzelte und zog den Finger wieder aus der Nase.
„Ah, ja. Stimmt. Verzeihung. Also“, Tim leckte sich über die Lippen und faltete die Hände zusammen, wie ein Politiker, der sich auf eine neutrale, nichtsagende und einschläfernde Rede vorbereitete. „Du bist ja Schriftsteller. Du weißt Sachen und so.“ Sein Blick schweifte wieder zu meinem Schreibtisch. Er flatterte mit seinen Augenbraun wie mongolider Berggorilla bei einem Paarungsritual.
„Ja“, sagte ich laut, während ich gegen die Versuchung ankämpfte die Kaffeetasse in meiner Hand als Wurfgeschoss zu verwenden. Mein Herz raste vor Wut, wahrscheinlich aber auch wegen dem Frühstücksamphetamin. Das Porzellan knackte.
Tim sah mich wieder an. „Also Alex und ich waren auf Wikipedia. Und, du kennst doch Strahlenkrankheiten oder? Die man so von Strahlung bekommt.“
„Ja.“ Ich nickte und winkte mit der Tasse. „Red schneller.“
„Also, ja, da stand unter den neurologischen Symptomen. Also bei den Symptomen, die nur das Gehirn betreffen.“
„Das gesamte Nervensystem. Das Gehirn ist nur ein Teil davon.“
„Oder das halt. Also da stand: Schwindel, Benommenheit, Störung des ZNS und so weiter. Ja und. Das ist ja so ähnlich wie ein Benzo oder Saufen. Oder?“
„Oh Nein.“ Die Tasse zerbröselte zwischen meinen Fingern und fiel in blutigen Bruchstücken auf den Boden. „Du willst jetzt mir nicht ernsthaft erzählen, dass ihr darüber nachgedacht habt, durch Strahlung high zu werden. Nicht, dass ... Selbst wenn. Da treffen viel mehr Sachen auf, wie Erbrechen, Nekrosen, Geschwüre, Haarausfall. Das ist so bescheuert.“
„Aber wenn man nur auf dem Gehirn, also wenn man nur das Gehirn bestrahlt, dann hat man doch nur die neurologischen Symptome, dann ist man dauerbreit.“
„Wie kommt ihr überhaupt auf solche bescheuerten Ideen? Und wie soll man überhaupt nur Strahlung auf den Kopf anwenden. Woher wollt ihr die nehmen?“
„Na mit der Mikrowelle“, sagte Tim und sah mich an, als wäre ich der Idiot. Ich schlug verzweifelt die Hände vor dem Gesicht zusammen und zog sie mir über die Wange, bis mir die Augen fast herausploppten. Wie viel Dummheit ... dunkler Herr in der Lektoratshölle, wirf Hirn hoch.
„Das ist eine ganz andere Art von Strahlung. Hast du nicht die Internetvideos von Leuten gesehen, die ihre Hamster in Mikrowellen gesteckt haben? Davon wird man nicht high, davon explodiert dir nur der Kopf.“
„Ooohh.“
Aus der Küche kam das pansiche Piepen der Mikrowelle.
„Was ...? Nein, oder?“
„Also Alex wollte es ausprobieren. Ich war mir nicht so sicher, deswegen wollte ich dich um ...“
Ich sprang auf und rannte in die Küche, über vollgejunkte Matratzen, einen Hamsterkäfig, Bücherpyramiden, und dreckiges Geschirr springend, aber es war zu spät.
Tim torkelte hinter mir in den Raum.
„Well, also, die Mikrowelle ist wohl kaputt, würde ich sagen.“
„Wir haben eine gottverdammte Leiche in der Wohnung. Das ist ein größeres Problem, als die verfluchte Mikrowelle“, schrie ich und deutete auf den kopflosen Körper, der in der Mitte der Küche lag, von deren blutgetränkten Wänden und Decke Alex´ von DXM zerfressenes Gehirn heruntertropfte.
„Arrgh“, schrie ich und kratze mir über den Kopf, während ich hin und her hüpfte und die blutigen Schubladen und Schränke nach einander aufriss und wieder zuwarf. Verdammtes Amphetamin. Verdammtes Adrenalin. Verdammte Scheiß Junkies. „Okay, ruhig bleiben. Ruhig bleiben. Wir finden eine Lösung“, schrie ich vor mich hin, rastlos auf der Suche nach einer Lösung. Tim stand weiter debil im Türrahmen und bohrte in der Nase.
„Meinst du. Also. Sollten wir nicht vielleicht die Polizei oder den Bestattungsdienst oder so rufen?“
Ich starrte ihn an. „Bist du total irre? Wie zur Hölle sollen wir das hier erklären? Niemand, wirklich niemand, wird uns glauben, dass er wirklich so bescheuert war, seinen Kopf da reinzustecken. Naja, vielleicht seine Eltern, aber sicher nicht die Behörden. Und wenn sie erst hier ne Durchsuchung machen. Und die ganzen Drogen finden, dann sind wir geliefert. Arrgh“,ich knurrte und ließ meinen Unterkiefer hin und her kreiseln, um die Kiefersperre loszuwerden, und lief aufgedreht im Kreis, während meine aufgeputschten Synapsen die Lage erfassten. „Wir müssen diese Leiche loswerden. Mit etwas Glück können wir dann auch noch sein Bafög und das Geld, das seine Eltern ihm immer schicken, einstreichen, bevor jemand bemerkt, dass er weg ist. Wir müssen nur einen Weg finden ihn loszuwerden, nur wie?“
„Du bist doch Schriftsteller, dachte ich, die kennen sich doch mit so etwas aus.“
„Aber ich schreib doch keine Krimis, was bin ich, ein lahmer Mainstreamer? Nein, nein, nein ... Vielleicht sollten wir ihn vergraben? Oder Jonathan anrufen, der kann sich Säure besorgen ... oder ...“  Doppeltes Piepen.
Ich erstarrte. Tim sprach in sein Smartphone:
„Siri. Wie wird man eine Leiche los? Also so einen toten Körper, Biomüll praktisch, oder so.“
„Dein fucking Ernst“, schrie ich. Tim hob die Hand.
„Schh. Sie hat mir bisher immer geholfen.“
Siri antwortete: „Ich habe verschiedene Optionen gefunden, wo man eine Leiche entsorgen könnte. Es gibt einen Friedhof, ein Krematorium, drei Wälder und einen Sumpf in deiner Nähe.“
Er sah mich an. Ich seufzte. „Sumpf klingt gut. Wir sind so am Arsch.“
„Siri, trage den Sumpf bei Google Maps mit einem Sternchen ein.“
„Kann ich sonst noch etwas für dich tun?“
„Also, wie bekommt man Blut von Wänden und so ab?“
„Ich empfehle das Dubaplex Bleichmittel von Sandoy.“
„Bestell mir bitte eine Flasche Bleichmittel, also von diesem Sandoy, einen Klapspaten und die großen Mülltüten via Prime Now. Und ah,also, da bräuchte ich noch eine neue Mikrowelle.“
„Erledigt. Die Bestellung wird innerhalb der nächsten zwei Stunden eintreffen. Kann ich sonst noch etwas tun?“
„Ähm, das gleiche wie immer.“
„Zwei Pizza Hawaii XXL wurden bei Giovanni bestellt.“
„Oder warte. Also. Nathan“, Tim sah zu mir auf. „Du magst schon Pizza Hawaii, oder?“
„Ja, ja, passt schon“, sagte ich, bevor ich den Raum verließ, um mich wieder in meinem Zimmer einzusperren. Das war zu viel des Guten. Da widmete ich mich doch lieber meinen Romanen, die besaßen im Gegensatz zu meiner Realität, zumindest so etwas wie eine innere Logik und einen Sinn. Die Charaktere waren auch realistischer, wenn ich so darüber nachdachte. Ah, da kam mir auch gleich wieder die Idee für eine neue Kurzgeschichte ...

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crim
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BeitragVerfasst am: 04.09.2017 23:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hi.

Ich glaube, ich weiß, wer du bist. Für mich funktioniert der Humor nicht immer. Für meinen Geschmack ein wenig zu überdreht. Das erste Mal lachen musste ich bei: Du bist ja Schriftsteller. Du weißt Sachen und so.
Die Dialoge sind sehr gut. Das Setting ist zwar ein wenig klischeebeladen (die vielen Tassen, die Manuskriptfetzen an den Wänden, das entspricht mir zu sehr einem Bild eines Schriftstellers, dem ich ganz ähnlich schon oft begegnet bin) aber du bindest es gut ein. Was ich wahrscheinlich sagen will ist: Das ist gut gemacht, wie du Dialoge und Umgebung in der die Dialoge geführt werden, verknüpfst. Das ist sogar teilweise hervorragend. Und hintenraus nimmt es mich deshalb auch mit und ist amüsant.
Verzichte vielleicht auf allzu heftige Übertreibungen, bei denen ich als Leser das Gefühl bekomme, oha, das sollte jetzt wahrscheinlich witzig sein, war es aber nicht unbedingt. Beispiel: Das sexuell belästigte Tischbein.
Trotzdem: Mir gefällt schon sehr, was du im Großen und Ganzen mit diesem Text anbietest.
Lg crim
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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 05.09.2017 12:46    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Ich glaube, ich weiß, wer du bist.

Ja, danke für die PN. Laughing
Vielleicht sollte ich weniger Texte einstellen, die mit Drogen zutun haben ... Das wird ja langsam redundant. In meiner aktuellen Schaffensperiode absurder Geschichten, die bisher sechs etwas längere Kurzgeschichten umfasst, ist das hier die kürzeste und die einzige, die mal wieder dieses Thema anschneidet. Es ist aber auch die einzige, bei der ich Schwierigkeiten habe, die gewünschte Wirkung zu erzielen.
Ich habe aber auch einen sehr ... speziellen Humor.
Zitat:

Verzichte vielleicht auf allzu heftige Übertreibungen, bei denen ich als Leser das Gefühl bekomme, oha, das sollte jetzt wahrscheinlich witzig sein, war es aber nicht unbedingt. Beispiel: Das sexuell belästigte Tischbein.


Ich glaube, ich weiß was du meinst. Ich glaube, ich würde es etwas mit dem Rythmus des Texts umschreiben? Die Pointen sind noch nicht wirklich harmonisch; teilweise wirken sie noch etwas zu bemüht oder unpassend oder eben übertrieben. Mir fällt es nur schwer die mangelhaften Stellen zu wirklich identifzieren; ich spüre, dass das alles noch nicht ganz passt, aber ich kann auch den Finger nicht genau drauflegen, weshalb ich den Text hier eingestellt habe.

Zitat:

Trotzdem: Mir gefällt schon sehr, was du im Großen und Ganzen mit diesem Text anbietest.

Danke Smile
Hmm. Ich werde versuchen das mit der sexuellen Belästigung des Tischbeins vielleicht etwas sanfter einzuführen oder umzuschreiben; eventuell streiche ich es auch.
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BlueNote
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BeitragVerfasst am: 05.09.2017 13:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke auch, dass ziemlich klar ist, wer das ist.

Grundsätzlich finde ich den Stil gut - und vor allem den Humor. Aber das ist schon alles noch arg fehlerhaft, überdosiert, improvisiert. Wenn das die Grundlage für eine sorgfältige Überarbeitung ist, würde ich sagen, der Text wird großartig. Wenn er so bleiben soll, ist er keine Literatur, sondern lediglich ein Erguss. Aber zu deiner Frage: Ja, der Humor funktioniert, manchmal kommt er aber zu stakkatoartig.

BN
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ArtFaulII
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Wohnort: Baumhaus


BeitragVerfasst am: 05.09.2017 13:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

für mich funktioniert der Humor hier auch nur stellenweise. Was ich beispielsweise ebenfalls gelungen fand, war die Aussage
Zitat:
„Du bist ja Schriftsteller. Du weißt Sachen und so.“

oder das Gespräch des Mitbewohners mit Siri, wie er konsequent weiterlabert obwohl es offensichtlich dumm ist lol2
Was mir zum Beispiel zu viel war, war ebenfalls das Tischbein.
Dein Stil ist insgesamt auch leicht schräg aber einheitlich durchgezogen, gefällt mir also auch.

Was das Ganze für mich persönlich kaputt macht, ist, dass diese absurde Realität der WG-Bewohner in eine real nicht funktionierende Handlung eingebettet ist. Ich finde gerade schräge Charaktere, Dialoge, Sichtweisen noch sehr viel reizvoller, wenn sie durch ein absurdes, aber realistisch mögliches Setting kontrastiert werden.
Da die Kopfexplosion durch die Mikrowelle aber physikalisch nicht möglich ist (erstens funktionieren Mikrowellen mit geöffneter Tür normalerweise nicht und zweitens dringt Mikrowellenstrahlung nur wenige Zentimeter in Muskel- und Knochengewebe ein und würde wenns hochkommt vielleicht die Augen schädigen und für Verbrennungen sorgen) verliert die Geschichte für mich persönlich ziemlich an Reiz, da ich dann das Gefühl bekomme, es mit mal eben dahin geschriebenen Phantasien zu tun zu haben, als mit einem Szenario, das zwar herrlich absurd ist, sich theoretisch aber genau abspielen könnte.

Außerdem irritiert mich die gänzlich fehlende emotionale Reaktion von Tim auf den Tod von seinem Kumpel - wenn sie dank der Drogen ein bisschen verspätet einsetzt oder sich auf eher ungewöhnliche Art zeigt, okay, aber würde sie wirklich ganz ausbleiben?

Ich meine, du erwähnst am Ende ja ironisch, dass die hier "echten" Mitbewohner beabsichtigt unrealistischer sind als Romanfiguren - um für mich als Leser reizvoll zu sein, müssten sie aber noch ein kleines bisschen mehr realistisch sein.

Das nur so, was mir beim drüberlesen eingefallen ist, vielleicht hilft dir etwas davon weiter.

Liebe Grüße,
Arty
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Leveret Pale
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Alter: 20
Beiträge: 751
Wohnort: Jenseits der Berge des Wahnsinns


BeitragVerfasst am: 05.09.2017 16:28    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Grundsätzlich finde ich den Stil gut - und vor allem den Humor. Aber das ist schon alles noch arg fehlerhaft, überdosiert, improvisiert. Wenn das die Grundlage für eine sorgfältige Überarbeitung ist, würde ich sagen, der Text wird großartig. Wenn er so bleiben soll, ist er keine Literatur, sondern lediglich ein Erguss. Aber zu deiner Frage: Ja, der Humor funktioniert, manchmal kommt er aber zu stakkatoartig.

Das sehe ich genauso; ich brauche allerdings noch etwas Orientierung bei der Überarbeitung ... Vielen Dank smile

Zitat:
Was das Ganze für mich persönlich kaputt macht, ist, dass diese absurde Realität der WG-Bewohner in eine real nicht funktionierende Handlung eingebettet ist. Ich finde gerade schräge Charaktere, Dialoge, Sichtweisen noch sehr viel reizvoller, wenn sie durch ein absurdes, aber realistisch mögliches Setting kontrastiert werden.
Da die Kopfexplosion durch die Mikrowelle aber physikalisch nicht möglich ist (erstens funktionieren Mikrowellen mit geöffneter Tür normalerweise nicht und zweitens dringt Mikrowellenstrahlung nur wenige Zentimeter in Muskel- und Knochengewebe ein und würde wenns hochkommt vielleicht die Augen schädigen und für Verbrennungen sorgen) verliert die Geschichte für mich persönlich ziemlich an Reiz, da ich dann das Gefühl bekomme, es mit mal eben dahin geschriebenen Phantasien zu tun zu haben, als mit einem Szenario, das zwar herrlich absurd ist, sich theoretisch aber genau abspielen könnte.


Hmm, die Idee für die Geschichte stammt davon, dass ein Bekannter mich tatsächlich mal gefragt hat, ob man davon high werden könnte, wenn man den Kopf in die Mikrowelle steckt und well, es ist zwar irgendwie unrealistisch, aber das Explodieren des Kopfes fand ich irgendwie als extreme Übertreibung der Konsequenzen amüsant. Wenn ich das ausbaue, verliere ich die Hauptpointe der Geschichte? Ich müsste dann schreiben, wie Alex erblindet. Hmm. Und dann von seinen WG-Mitbewohnern getötet wird oder blind durch die Küche rennt und dann durch die Blindheit sich tödlich verletzt? Ich muss mir das überlegen, ob ich das anders arrangiere.

Vielen Dank für die bisherigen Kommentare. Ich habe jetzt anhand ihrer ein paar Detailänderungen vorgenommen, unter anderem die Pointe mit dem Tisch umgebaut.
Ich habe den Namen von Tim jetzt auch auf Danny geändert, weil bereits in einem meiner Romane ein Junkie in einem pinken Jumpsuit auftaucht, der Danny hieß und ähnlich tickt, allerdings war mir beim Schreibprozess der Name entfallen.

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Ich saß, lediglich mit Boxershorts bekleidet und seit drei Tag ungeduscht, in der Finsternis meines WG-Zimmers. Mein blasser Körper strahlte im Leichenlicht des Laptops, umgeben von Bücherstapeln, verwesenden Instantnudeln; die Wände volltapeziert mit Notizzetteln, wie bei einem schizophrenen Verschwörungstheoretiker. Ich starrte seit drei Stunden ohne zu blinzeln auf Word, während meine Finger in einem einzigen irren Tanz die Tastatur misshandelten. Endlich. Nach wochenlangen Plotten und Grübeln war ich wieder im Schreibflow. Das würde mein nächster Bestseller werden. Ich konnte es in meinen Hoden kribbeln fühlen. Die Euphorie steigerte sich gerade in tranceartigen Wahn, als mich plötzlich ein energisches Klopfen aus dem Flow riss. Die Tür schwang hinter mir auf.
Außenweltlicht erhellte die Manuskriptfetzen an den Wänden. Ich biss mir auf die Zunge. Die Bewegungen der Finger verlangsamten. Danny, wie immer mit seinem pinken Jumpsuit gekleidet, trat an mich heran und mit ihm rollte eine dichte Dopewolke in den Raum. „Was?“, fragte ich, ohne den Blick zu heben.
„Yo, Nathan, ich brauche deinen Rat“, sagte er und ließ sich auf den Sitzsack neben meinem Schreibtisch fallen. Ich sah zuerst in seine blutunterlaufenen Augen, von denen eins geistlos durch den Raum wanderten und das andere in entgegengesetzter Richtung Dannys Hand dabei verfolgte, wie sie das Tischbein streichelte; dann auf mein Manuskript. Mit einem Seufzer klappte ich meinen Laptop zu, und griff nach einer der unzähligen Tassen, die sich um mich herum stapelten. Es war noch etwas kalter Kaffee drin; wahrscheinlich vom Vortag oder so.
„Hör auf meinen Tisch zu belästigen. Erzähl. Was ist los“, sagte ich und nahm einen Schluck. Mein Zentralnervensystem zuckte unter einem spontanen, ekelinduzierten Krampfanfall. Meine Zunge rollte sich auf. Okay, der Kaffee war etwas älter gewesen; wenn es überhaupt Kaffee gewesen war. Ich biss die Zähne zusammen und versuchte so zu wirken, als würde ich aufmerksam den Problemen meines Mitbewohners lauschen, der von der ganzen Sache eh nichts mitbekommen hatte, weil er nun damit beschäftigt war, in der Nase nach den Überresten seines Gehirns zu bohren.
„Hey“, ich schnippte.
Danny sah mich an, blinzelte und zog den Finger wieder aus der Nase.
„Ah, ja. Stimmt. Verzeihung. Also“, Danny leckte sich über die Lippen und faltete die Hände zusammen, wie ein Politiker, der sich auf eine neutrale, nichtsagende und einschläfernde Rede vorbereitete. „Du bist ja Schriftsteller. Du weißt Sachen und so.“ Sein Blick schweifte wieder zu meinem Schreibtisch. Er runzelte die Stirn, als würde an den Tischbeinen etwas sehen, was außer ihm niemand im Stande war zu erkennen.
„Ja“, sagte ich laut, während ich gegen die Versuchung ankämpfte die Kaffeetasse in meiner Hand als Wurfgeschoss zu verwenden. Mein Herz raste vor Wut, wahrscheinlich aber auch wegen dem Frühstücksamphetamin. Das Porzellan knackte.
Danny sah mich wieder an. „Also Alex und ich waren auf Wikipedia. Und, du kennst doch Strahlenkrankheiten oder? Die man so von Strahlung bekommt.“
„Ja.“ Ich nickte und winkte mit der Tasse. „Red schneller.“
„Also, ja, da stand unter den neurologischen Symptomen. Also bei den Symptomen, die nur das Gehirn betreffen.“
„Das gesamte Nervensystem. Das Gehirn ist nur ein Teil davon.“
„Oder das halt. Also da stand: Schwindel, Benommenheit, Störung des ZNS und so weiter. Ja und. Das ist ja so ähnlich wie ein Benzo oder Saufen. Oder?“
„Oh, Nein.“ Die Tasse zerbröselte zwischen meinen Fingern und fiel in blutigen Bruchstücken auf den Boden. „Du willst jetzt mir nicht ernsthaft erzählen, dass ihr darüber nachgedacht habt, durch Strahlung high zu werden. Nicht, dass ... Selbst wenn. Da treffen viel mehr Sachen auf, wie Erbrechen, Nekrosen, Geschwüre, Haarausfall. Das ist so bescheuert.“
„Aber wenn man nur auf dem Gehirn, also wenn man nur das Gehirn bestrahlt, dann hat man doch nur die neurologischen Symptome, dann ist man dauerbreit.“
„Wie kommt ihr überhaupt auf solche kranken Ideen? Und wie soll man überhaupt nur Strahlung auf den Kopf anwenden. Woher wollt ihr die nehmen?“
„Na mit der Mikrowelle“, sagte Danny und sah mich an, als wäre ich der Idiot. Ich schlug verzweifelt die Hände vor dem Gesicht zusammen und zog sie mir über die Wange, bis mir die Augen fast herausploppten. Wie viel Dummheit ... dunkler Herr in der Lektoratshölle, wirf Hirn hoch.
„Das ist eine ganz andere Art von Strahlung. Hast du nicht die Internetvideos von Leuten gesehen, die ihre Hamster in Mikrowellen gesteckt haben? Davon wird man nicht high, davon explodiert dir höchstens der Kopf.“
„Ooohh.“
Aus der Küche kam das panische Piepen der Mikrowelle.
„Was ...? Nein, oder?“
„Also Alex wollte es ausprobieren. Ich war mir nicht so sicher, deswegen wollte ich dich um ...“
Ich sprang auf und rannte in die Küche, über vollgejunkte Matratzen, einen Hamsterkäfig, Bücherpyramiden, und dreckiges Geschirr springend, aber es war zu spät.
Danny torkelte hinter mir in den Raum.
„Well, also, die Mikrowelle ist wohl kaputt, würde ich sagen. Der hat ja ein fettes Loch in die Tür geschlagen, um seinen Kopf da durchzubekommen.“
„Wir haben eine gottverdammte Leiche in der Wohnung. Das ist ein größeres Problem, als die verfluchte Mikrowelle“, schrie ich und deutete auf den kopflosen Körper, der in der Mitte der Küche lag, von deren blutgetränkten Wänden und Decke Alex´ von DXM zerfressenes Gehirn heruntertropfte.
„Also, was soll ich dazu sagen. Es ist schon traurig, aber, also, er war ein scheiß Drogensüchtiger, die sterben immer jung, da kann man wohl nichts machen“, sagte Danny, zuckte mit den Schultern und zupfte Dreck aus seinem pinken Jumpsuit.
„Arrgh. Halt doch einfach mal deine verdammte Klappe“, schrie ich und kratze mir über den Kopf, während ich hin und her hüpfte und die blutigen Schubladen und Schränke nach einander aufriss und wieder zuwarf. Verdammtes Amphetamin. Verdammtes Adrenalin. Verdammte Scheiß Junkies. „Okay, ruhig bleiben. Ruhig bleiben. Wir finden eine Lösung“, schrie ich vor mich hin, rastlos auf der Suche nach etwas, woran ich meine weiteren Hand. Danny stand weiter debil im Türrahmen und bohrte in der Nase. Entweder hatte er den Ernst der Lage noch immer nicht begriffen; oder er war zu zugedopet, um sich aufzuregen. Er sah mich an und zog den Finger aus der Nase.
„Meinst du. Also. Sollten wir nicht vielleicht die Polizei oder den Bestattungsdienst oder so rufen?“
Ich starrte ihn an. „Bist du total irre? Wie zur Hölle sollen wir das hier erklären? Niemand, wirklich niemand, wird uns glauben, dass er wirklich so bescheuert war, seinen Kopf da reinzustecken. Naja, vielleicht seine Eltern, aber sicher nicht die Behörden. Und wenn sie erst hier ne Durchsuchung machen. Und die ganzen Drogen finden, dann sind wir geliefert. Arrgh“,ich knurrte und ließ meinen Unterkiefer hin und her kreiseln, um die Kiefersperre loszuwerden, und lief aufgedreht im Kreis, während meine aufgeputschten Synapsen die Lage erfassten. „Wir müssen diese Leiche loswerden. Mit etwas Glück können wir dann auch noch sein Bafög und das Geld, das seine Eltern ihm immer schicken, einstreichen, bevor jemand bemerkt, dass er weg ist. Wir müssen nur einen Weg finden ihn loszuwerden, nur wie?“
„Du bist doch Schriftsteller, dachte ich, die kennen sich doch mit so etwas aus.“
„Aber ich schreib doch keine Krimis, was bin ich, ein lahmer Mainstreamer? Nein, nein, nein ... Vielleicht sollten wir ihn vergraben? Oder Jonathan anrufen, der kann Säure besorgen ... oder ...“  Doppeltes Piepen.
Ich erstarrte. Danny sprach in sein Smartphone:
„Siri. Wie wird man eine Leiche los? Also so einen toten Körper, Biomüll praktisch, oder so.“
„Dein fucking Ernst“, schrie ich. Danny hob die Hand.
„Schh. Sie hat mir bisher immer geholfen. Ihr Tweaker seid immer viel zu, also, aufgedreht, um die einfachsten Lösungen zu erkennen.“
Siri antwortete: „Ich habe verschiedene Optionen gefunden, wo man eine Leiche entsorgen könnte. Es gibt einen Friedhof, ein Krematorium, drei Wälder und einen Sumpf in deiner Nähe.“
Er sah mich an. Ich seufzte. „Sumpf klingt gut. Wir sind so am Arsch.“
„Siri, trage den Sumpf bei Google Maps mit einem Sternchen ein.“
„Kann ich sonst noch etwas für dich tun?“
„Ja, also, wie bekommt man Blut von Wänden und so ab?“
„Ich empfehle das Dubaplex Bleichmittel von Sandoy.“
„Bestell mir bitte eine Flasche Bleichmittel, also von diesem Sandoy, einen Klapspaten und die großen Mülltüten via Prime Now. Und ah, also, da bräuchte ich noch eine neue Mikrowelle, am besten die selbe wie letztes Mal.“
„Erledigt. Die Bestellung wird innerhalb der nächsten zwei Stunden eintreffen. Kann ich sonst noch etwas tun?“
„Ähm, also, das gleiche wie immer.“
„Zwei Pizza Hawaii XXL wurden bei Giovanni bestellt.“
„Oder warte. Also. Nathan“, Danny sah zu mir auf. „Du magst schon Pizza Hawaii, oder?“
„Ja, ja, passt schon“, sagte ich, bevor ich den Raum verließ, um mich wieder in meinem Zimmer einzusperren und Jonathan anzurufen, damit Danny half die Leiche zu entsorgen. Für mich das zu viel des Ganzen. Da widmete ich mich doch lieber meinen Romanen, die besaßen im Gegensatz zu der Realität, zumindest so etwas wie eine innere Logik und einen Sinn. Die Charaktere waren auch realistischer, wenn ich so darüber nachdachte. Ah, da kam mir auch gleich wieder die Idee für eine neue Kurzgeschichte ...
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manon
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BeitragVerfasst am: 07.09.2017 13:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leveret Pale,

also mir ist das zuviel und es ist nicht mein Humor, denn lachen konnte ich nicht. Die Panik finde ich übertrieben und eine Leiche zu entfernen ... nun ja. Man hätte auch einfach die Drogen verschwinden lassen können und hätte dann die Polizei gerufen. Aber du merkst schon, es ist nicht meine Art Humor.

Ansonsten finde ich deinen Schreibstil flüssig und ich habe mir die Geschichte bildlich vorstellen können.

Viele Grüße
manon
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manon
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BeitragVerfasst am: 07.09.2017 13:19    Titel: Antworten mit Zitat

ach, es wäre gut, wenn du "Neue Version" bei einer neuen anklickst, damit man gleich deinen aktuellen Text liest.
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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 07.09.2017 13:29    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
ach, es wäre gut, wenn du "Neue Version" bei einer neuen anklickst, damit man gleich deinen aktuellen Text liest.

Habe ich, soweit ich mich erinnern kann, auch gemacht ... hmm bin ja nicht seit gestern hier im Forum und vergesse das eigentlich nie. Naja, diesmal wohl anscheinend schon. Grr

Zitat:
also mir ist das zuviel und es ist nicht mein Humor, denn lachen konnte ich nicht. Die Panik finde ich übertrieben und eine Leiche zu entfernen ... nun ja. Man hätte auch einfach die Drogen verschwinden lassen können und hätte dann die Polizei gerufen. Aber du merkst schon, es ist nicht meine Art Humor.

okay. Gut, nicht jeder hat den gleichen Humor, und über die Sachen, über die die meisten Menschen lachen, kann ich meist nur müde mit der Schulter zucken, aber jedem das sein. Wäre ja auch langweilig, wenn wir alle den selben Geschmack hätten.

Zitat:
Ansonsten finde ich deinen Schreibstil flüssig und ich habe mir die Geschichte bildlich vorstellen können.

Vielen Dank. Die schreibhandwerkliche Umsetzung ist wohl demnach, und was die anderen so schreiben, bereits recht gut. Ich muss noch etwas am Inhalt feilen.

Danke smile
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BeitragVerfasst am: 07.09.2017 13:48    Titel: Antworten mit Zitat

Die Idee, dass jemand eine billige Möglichkeit sucht sich den Kopf zu vernebeln, fand ich witzig. Auf die Idee mit der Mikrowelle wäre ich nicht gekommen, aber würde nicht jeder davor zurückschrecken, weil es bleibende Schäden hervorrufen könnte? Hättest du nicht etwas, was weniger drastisch ist? Dazu dann, dass der Kopf platzen würde, ist ja völlig unrealistisch.

Würdest du also alles etwas weniger übertreiben, könnte es sein, dass du mich dann wieder abholst.
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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 07.09.2017 14:08    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

manon hat Folgendes geschrieben:
Die Idee, dass jemand eine billige Möglichkeit sucht sich den Kopf zu vernebeln, fand ich witzig. Auf die Idee mit der Mikrowelle wäre ich nicht gekommen, aber würde nicht jeder davor zurückschrecken, weil es bleibende Schäden hervorrufen könnte?


Nein hmm Das ist traurige und absurde an der Sache ist, das ein Bekannter von mir das tatsächlich mal ausprobieren wollte ... aber der ist auch etwas schizophren und war an dem Zeitpunkt unter dem Einfluss von einigen starken Medikamenten, die ihn wohl nicht ganz so klar denken ließen.
Und nein, wenn das funktionieren würde, natürlich würde es Leute geben, die das tun würden. Manche Menschen gehen für das High sehr weit, wie z.B.:
https://www.vice.com/de/article/mv4dw8/ich-habe-mir-ein-loch-in-den-kopf-gebohrt-um-fuer-immer-high-zu-sein-723

Naja, der Kopf würde ab einem gewissen Zeitpunkt schon explodieren, dafür müsste man ihn nur lang genug drinlassen. Das Gehirn an sich hat ja keine Schmerzrezeptoren und wenn man ausreichend mit Fentanyl o.ä. vollgepumpt ist könnte es schon sein, dass man grinsend den Kopf in der Mikrowelle hält, bis man bewusstlos wird, stirbt und dann irgendwann alles so heiß wird, dass es aufplatzt hmm ich muss mal meinen Physiklehrer fragen, was er davon hält Buch
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manon
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BeitragVerfasst am: 07.09.2017 14:18    Titel: Antworten mit Zitat

Okay, dann scheint es eine Ausnahme zu sein und dann müsstest du das in deinem Text, bei deinen Figuren entsprechend einführen, dass die zu so etwas Verrücktem greifen würden. Ist dein Text dein Anfang? Dann lass ihn doch erst zu etwas weniger Drastischem greifen und da ihn das nicht zufriedenstellt, überlegt er sich immer verrücktere Sachen. Dann wäre es vorbereitet und viele von uns könnten mitgehen. (nur so als Idee)
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Constantine
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Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 07.09.2017 18:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leveret Pale,

zu deiner Anfangsfrage, ob der Humor funktioniert.
Für mich erst am Ende. Das letzte Viertel (oder Fünftel?) mit Siri fand ich witzig, auch wenn ich ein wenig umstellen würde, weil zwischen der ersten Frage an Siri und ihrer Antwort ich keine Zwischengespräche geschrieben hätte.
Zitat:
Ich erstarrte. Danny sprach in sein Smartphone:
„Siri. Wie wird man eine Leiche, also einen toten Körper, Biomüll oder so los? Also so einen toten Körper, Biomüll praktisch, oder so.
„Dein fucking Ernst“, schrie ich. Danny hob die Hand.
„Schh. Sie hat mir bisher immer geholfen. Ihr Tweaker seid immer viel zu, also, aufgedreht, um die einfachsten Lösungen zu erkennen.“

Siri antwortete: „Ich habe verschiedene Optionen gefunden, wo man eine Leiche entsorgen könnte. Es gibt einen Friedhof, ein Krematorium, drei Wälder und einen Sumpf in deiner Nähe.“
„Dein fucking Ernst“, schrie ich.
Danny
sah mich an. Ich seufzte. „Sumpf klingt gut. Wir sind so am Arsch.“
„Siri, trage den Sumpf bei Google Maps mit einem Sternchen ein.“
„Kann ich sonst noch etwas für dich tun?“
„Ja, also, wie bekommt man Blut von Wänden und so ab?“
„Ich empfehle das Dubaplex Bleichmittel von Sandoy.“
„Bestell mir bitte eine Flasche Bleichmittel, also von diesem Sandoy, einen Klapspaten und die großen Mülltüten via Prime Now. Und ah, also, da bräuchte ich noch eine neue Mikrowelle, am besten die selbe wie letztes Mal.“
„Erledigt. Die Bestellung wird innerhalb der nächsten zwei Stunden eintreffen. Kann ich sonst noch etwas tun?“
„Ähm, also, das gleiche wie immer.“
„Zwei Pizza Hawaii XXL wurden bei Giovanni bestellt.“
„Oder warte. Also. Nathan“, Danny sah zu mir auf. „Du<-- das Satzkonstrukt hier würde ich überdenken. Liest sich sehr holprig.  magst schon Pizza Hawaii, oder?“
„Ja, ja, passt schon“, sagte ich, bevor ich den Raum verließ, um mich wieder in meinem Zimmer einzusperren und Jonathan anzurufen, damit Danny half die Leiche zu entsorgen. Für mich das zu viel des Ganzen. Da widmete ich mich doch lieber meinen Romanen, die besaßen im Gegensatz zu der Realität, zumindest so etwas wie eine innere Logik und einen Sinn. Die Charaktere waren auch realistischer, wenn ich so darüber nachdachte. Ah, da kam mir auch gleich wieder die Idee für eine neue Kurzgeschichte ...


Alles vor dieser zitierten Passage hat mich leider nicht mitnehmen können. Ich bleibe im Lesen zu sehr außen vor, vieles an deinem Text funktioniert für mich nicht, z.B. sprachlich und inhaltlich, und dementsprechend langweilen mich dein Prota und der Textinhalt, bis zur Endpassage mit Siri.

Beispielhafte Anmerkungen zu deinem Anfang:
Zitat:
Ich saß, lediglich mit Boxershorts bekleidet und seit drei Tag ungeduscht, in der Finsternis meines WG-Zimmers. Mein blasser Körper strahlte im Leichenlicht des Laptops, umgeben von Bücherstapeln, verwesenden Instantnudeln; die Wände volltapeziert mit Notizzetteln, wie bei einem schizophrenen <-- eher paranoiden, oder? Verschwörungstheoretiker. Ich starrte seit drei Stunden ohne zu blinzeln auf Word, während meine Finger in einem einzigen irren Tanz die Tastatur misshandelten. Endlich. Nach wochenlangen Plotten und Grübeln war ich wieder im Schreibflow. Das würde mein nächster Bestseller werden. Ich konnte es in meinen Hoden kribbeln fühlen. Die Euphorie steigerte sich gerade in tranceartigen Wahn, als mich plötzlich ein energisches Klopfen aus dem Flow riss. Die Tür schwang hinter mir auf.

Dieser ganze Anfang ist für mich völlig misslungen. Es werden Infodump und hingeworfene Begriffe verwendet, ohne passenden Bezug und einer kohärenten Dramaturgie bzw. Motivation des Protas. Ist er euphorisch oder in Trance oder die ganze Zeit im Flow (wie er mit dem irren Tanz der Finger auf der Tastatur beschreibt)? Und wenn er im Schreibflow ist oder gar in Trance gerät, beschreibt er mir sicherlich nicht kleinlich seinen Body, sein Zimmer und erzählt mir, was er seit Stunden oder Wochen gemacht hat, sondern ist im Schreibflow. Hier wird mir als Leser plump zu viel untergejubelt und dann bin ich raus. Leider setzt sich dies
im weiteren Text fort, was mir das bereits genommene Lesevergnügen noch rapider nimmt.
Den Abschnitt mit Siri fand ich besser.

Soweit mein Leseeindruck.

LG
Constantine
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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 08.09.2017 22:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leveret Pale,

Also, für mich funktioniert der Humor durchaus. Ich fand es herrlich abstrus und deshalb haben mich auch die Logiklöcher (Mikrowelleneffekt, Sicherung) kein bisschen gestört. Wenn ich so eine Geschichte lese, gehe ich da sowieso nicht ran, als wäre es die Realität.

Besonders der Dialog mit Siri ist richtig klasse.

Fazit: Keine Geschichte, die ich in irgendeiner Form und Weise irgendwie ernst nehmen würde, aber dennoch ein kurzweiliger Text, der mich prächtig unterhalten hat. Und mehr sollte es wahrscheinlich auch gar nicht sein, oder?

Gruß,
Veith


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Leveret Pale
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Wohnort: Jenseits der Berge des Wahnsinns


BeitragVerfasst am: 08.09.2017 23:14    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Fazit: Keine Geschichte, die ich in irgendeiner Form und Weise irgendwie ernst nehmen würde, aber dennoch ein kurzweiliger Text, der mich prächtig unterhalten hat. Und mehr sollte es wahrscheinlich auch gar nicht sein, oder?

Das trifft das was ich mit dem Text erreichen wollte genau. Ein kleiner, absurde Kurzgeschichte, die wahrscheinlich sowieso am Ende in irgendeinem Ordner verschwindet und verstaubt.

Vielen Dank für die Rückmeldung smile extra


Zitat:
Dieser ganze Anfang ist für mich völlig misslungen. Es werden Infodump und hingeworfene Begriffe verwendet, ohne passenden Bezug und einer kohärenten Dramaturgie bzw. Motivation des Protas. Ist er euphorisch oder in Trance oder die ganze Zeit im Flow (wie er mit dem irren Tanz der Finger auf der Tastatur beschreibt)? Und wenn er im Schreibflow ist oder gar in Trance gerät, beschreibt er mir sicherlich nicht kleinlich seinen Body, sein Zimmer und erzählt mir, was er seit Stunden oder Wochen gemacht hat, sondern ist im Schreibflow. Hier wird mir als Leser plump zu viel untergejubelt und dann bin ich raus. Leider setzt sich dies
im weiteren Text fort, was mir das bereits genommene Lesevergnügen noch rapider nimmt.
Den Abschnitt mit Siri fand ich besser.


Vielen Dank für deine ausführliche Kritik. smile Hmm.
Hmmm... Okay. Ich habe jetzt mal versucht den Anfang umzuschreiben. Inhaltlich ist das noch immer sehr ähnlich zum Original, aber jetzt etwas bildhafter. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das besser funktioniert. Ich werde mal die Tage mal die Geschichte etwas ruhen lassen und dann nochmal genauer angehen.

Neuer Anfang
______
Ich saß, lediglich mit Boxershorts bekleidet und seit drei Tagen ungeduscht, in der Finsternis meines WG-Zimmers. Mein blasser Körper strahlte im Leichenlicht des Laptops, umgeben von Bücherstapeln, verwesenden Instantnudeln; die Wände volltapeziert mit Notizzetteln, wie bei einem schizophrenen Verschwörungstheoretiker. Ich starrte seit drei Stunden ohne zu blinzeln auf Word.
Ich schluckte den trockenem Schleim, der meinen Rachen verklebte herunter, und drückte eine Taste. Tak.
Tak. Tak. Ein Lächeln stahl sich auf meine aufgeplatzten Lippen.
Tak. Tak. TahkTakTak „Ja. Ja! Ja!“ Tak Tak Taktaktaktak
Meine Finger misshandelten in einem einzigen irren Tanz die Tastatur.
Endlich. Tak Tak Tak. Nach wochenlangen Plotten und Grübeln war ich wieder im Schreibflow. Ich schlug auf die Entertaste. Bamm. Und ein weiterer Satz ergoss sich in steriler Perfektion auf den Bildschirm. TakTakTakTakkkraratatatatatatat Das würde mein nächster Bestseller werden. Tatatkatak. Ich konnte es in meinen Hoden kribbeln fühlen. Die Euphorie steigerte sich in tranceartigen Wahn. Mein Gesicht verzerrte sich zu einer einzigen grinsenden Fratze. Ratatatatatatatatat, als wäre ich Rambo, und die Tastatur der Abzug, mit dem ich den Vietcong auslöschte. RATATATAT HAHAHAH
„Ja!“
Ein energisches Klopfen riss mich aus dem größenwahnsinnigen Flow. Die Tür schwang hinter mir auf. Rakta tak tak ... tak ...tak tak
tak
Außenweltlicht erhellte die Manuskriptfetzen an den Wänden. Ich biss mir auf die Zunge. Meine Finger verkrampften. Danny, wie immer mit seinem pinken Jumpsuit gekleidet, trat an mich heran und mit ihm rollte eine dichte Dopewolke in den Raum. „Was?“, fragte ich, ohne den Blick zu heben und biss mir in die Faust, bis ich das Blut schmecken konnte. Niemanden umbringen ... Ruhig atmen.
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BeitragVerfasst am: 08.09.2017 23:40    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
„Was?“, fragte ich, ohne den Blick zu heben und biss mir in die Faust, bis ich das Blut schmecken konnte. Niemanden umbringen ... Ruhig atmen.
Die Änderung finde ich gut.

Ob mir die Taktak Ratatatatat Rambo Analogie davor gefällt, weiß ich noch nicht genau. Weil ich die erste Version noch im Kopf habe und eigentlich schon recht rund fand. Ich glaube, dass ist für den Anfang etwas zu overdone so. Andererseits gibst du mit der "Leichenlicht des Laptops"-Alliteration ja schon einen sehr übertriebenen Ton vor, könnte also doch passen. Wie gesagt, hier bin ich mir nicht sicher.


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Constantine
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Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 09.09.2017 11:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leveret Pale,

dein neuer Anfang geht als Entwurf in die Richtung, mir als Leser den Flow und den Schreibwahn deines Protas zu zeigen. Wenn du diese Richtung ausarbeitest, kannst du auf einige deiner darlings verzichten und sie killen.
Leveret Pale hat Folgendes geschrieben:
Neuer Anfang
______
Ich saß, lediglich mit Boxershorts bekleidet und seit drei Tagen ungeduscht, in der Finsternis meines WG-Zimmers. Mein blasser Körper strahlte im Leichenlicht des Laptops, umgeben von Bücherstapeln, verwesenden Instantnudeln; die Wände volltapeziert mit Notizzetteln, wie bei einem schizophrenen Verschwörungstheoretiker. Ich starrte seit drei Stunden ohne zu blinzeln auf Word. <-- diesen Abschnitt könntest du etwas überarbeitet weiter runter stellen, wenn Danny Nathans Zimmer betritt. Da würde es mMn besser passen. Stattdessen direkt mit dem folgenden Schreibwahn beginnen. Du könntest den Schreibwahn noch mit Inhalt füllen, sprich, an welcher Story schreibt er.
Ich schluckte den trockenem Schleim, der meinen Rachen verklebte herunter, und drückte eine Taste. Tak.
Tak. Tak. Ein Lächeln stahl sich auf meine aufgeplatzten Lippen.
Tak. Tak. TahkTakTak „Ja. Ja! Ja!“ Tak Tak Taktaktaktak
Meine Finger misshandelten in einem einzigen irren Tanz die Tastatur.
Endlich. Tak Tak Tak. Nach wochenlangen Plotten und Grübeln war ich wieder im Schreibflow. Ich schlug auf die Entertaste. Bamm. Und ein weiterer Satz ergoss sich in steriler Perfektion auf den Bildschirm. TakTakTakTakkkraratatatatatatat Das würde mein nächster Bestseller werden. Tatatkatak. Ich konnte es in meinen Hoden kribbeln fühlen. Die Euphorie steigerte sich in tranceartigen Wahn. Mein Gesicht verzerrte sich zu einer einzigen grinsenden Fratze. Ratatatatatatatatat, als wäre ich Rambo, und die Tastatur der Abzug, mit dem ich den Vietcong auslöschte. RATATATAT HAHAHAH
„Ja!“
Ein energisches Klopfen riss mich aus dem größenwahnsinnigen Flow. Die Tür schwang hinter mir auf. Rakta tak tak ... tak ...tak tak
tak
Außenweltlicht erhellte die Manuskriptfetzen an den Wänden. Ich biss mir auf die Zunge. Meine Finger verkrampften. Danny, wie immer mit seinem pinken Jumpsuit gekleidet, trat an mich heran und mit ihm rollte eine dichte Dopewolke in den Raum. „Was?“, fragte ich, ohne den Blick zu heben und biss mir in die Faust, bis ich das Blut schmecken konnte. Niemanden umbringen ... Ruhig atmen.


LG
Constantine
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