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Wäre dieser kurze Anfang/Einstieg für einen Thriller in Ordnung??!


 

 
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Autor Nachricht
matze3004
Geschlecht:männlichGänsefüßchen

Alter: 37
Beiträge: 46
Wohnort: Hannover


BeitragVerfasst am: 02.07.2017 10:25    Titel: Wäre dieser kurze Anfang/Einstieg für einen Thriller in Ordnung??! eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo an alle!
Ich wollte mal fragen, ob dies für einen Thriller Anfang ok geht und auch, ob ich diesen Stile ruhig beibehalten kann, über die ganze Story hinweg?  Es soll ein Thriller werden, der ziemlich flott geschrieben sein soll. Zwar nicht ausschließlich, aber auch kein großes, langatmiges Bla, Bla usw beinhalten soll. Die ganze Geschichte soll sich in einem recht kurzen Zeitfenster abspielen. Vielleicht sogar nur innerhalb von 24 Stunden, wie bei der TV Serie. Das weiß ich aber noch nicht genau.
Bitte übt Kritik an diesem ersten Anfang. Kritik an allem, wo ihr meint, sie wäre angebracht. Auch bzgl Sprache und Ausdruck usw....
Ich danke euch erstmal.



Kapitel 1.


7:14 Uhr. Login ins soziale Netzwerk.

Andre musste sich beeilen. Schnell das Postfach checken und ab zur Arbeit. Sein Smartphone hatte sich gestern Abend aufgehangen und reagierte nicht. Nichts half.
Andre stutzte. Dann klickte er....und stutzte erneut. Sein ganzes Profil war verändert. Im Grunde, war nichts mehr da: kein Profilbild mehr, keine Alben, keine Chronik, ja selbst seine Freundesliste - alles weg! Das ganze Postfach, alle Verläufe - alles verschwunden!
Andre loggte sich aus. Dann wieder ein. Nichts. Alles wie eben. Alles weg! Er starrte auf ein leeres Profil. Erst jetzt bemerkte er, dass selbst sein Name AndreSP, Abkürzung für Andre Speichert, in seinem Profil nicht mehr existierte. Sein Profilname bestand nur noch aus einer willkürlichen Anzahl von Buchstaben, ohne Sinn und Verstand.

WowdrAäkdnDtnwwdsusN.

Er fuhr den PC rauf und runter, sah auf die Uhr. Loggte sich erneut ein und aus. Keine Veränderung! Er verzweifelte langsam. War es ein Virus? Waren es interne Wartungsarbeiten? War er high oder träumte noch? Auch sein verdammtes Smartphone rührte sich nicht. Der PC, sowie das Internet, schien aber normal zu funktionieren.
Nach einem erneuten Login, bemerkte er plötzlich, dass er Post hatte. Diese Nachricht war eben noch nicht da. Da war er sich sicher. Der Absender sagte ihm nichts. Wie auch, bestand dieser nur aus willkürlich zusammengewürfelten Zahlen, wie sie beim Lotto aus der Ziehungsmaschine gerollt kommen.
187729223............, lauteten sie.
Er las die Nachricht....und begriff überhaupt nichts mehr.
 Inhalt der Nachricht: Schauen sie auf ihr Smartphone! Sie erhalten in den nächsten Minuten eine SMS.
Andre schaute zum Smartphone, nahm es in die Hand. Sehr witzig, dachte er.
 Was war nur los? Was sollte der Quatsch? Er war völlig durcheinander. Wie spät es war, juckte ihn kaum noch. Er blickte ratlos zum Monitor. Dann gen Smartphone. Und erneut Richtung Monitor. Die Fox Fanfare ertönte. Andre bekam eine SMS. Insgeheim lachte er,  wusste aber eigentlich nicht, was er empfinden oder denken sollte, als in diesem Moment doch tatsächlich die Fanfare auf seinem Smartphone erklang. So verwirrt und überrascht war er.
Er öffnete die SMS. Sein Smartphone reagierte wieder. Er las.

Aufmerksam lesen! Zuerst einmal, melden Sie sich krank, Herr Speichert. Dann widmen sie ihre ganze Aufmerksamkeit der MMS und den Videodateien, die wir Ihnen gleich senden werden. Anschauen, ganz in Ruhe! Alles weitere folgt dann.

Dreißig Sekunden später folgten die Dateien. Zwei Fotos und zwei Videos. Andre lachte. Er dachte weiterhin nur, was soll der Scheiß? Tatsächlich aber, wurde ihm mittlerweile richtig mulmig zumute. Er kaute an den Fingernägeln, strich sich durchs Haar, wippte mit dem Bein. Er öffnete die Dateien. Zuerst sah er sich die Fotos an. Mein Gott! - was er da sah, konnte er gar nicht so schnell begreifen, als es ihn erschaudern ließ.
 Seine Freundin Ellen auf dem einen Foto, geknebelt hinter schwarzem Hintergrund. Seine Eltern auf dem anderen, geknebelt hinter schwarzem Hintergrund. Schnell drückte er weg. Tatterig öffnete er das eine, schlecht wurde ihm und sein Herz sprang ihm fast aus der Brust, dann das andere Video und er glaubte, sein Mageninhalt käme gleich hoch. Brennend und dickflüssig.
Seine Freundin wurde geschlagen. Eine Hand ging ihr an die Kehle , würgte sie und drückte sie an eine schwarze Wand und zog sie dann wieder zu sich. Ellen weinte und röchelte.
Andres Vater wurde mit einem Brett traktiert, fiel zu Boden. Man hob ihn hoch, drückte ihn gegen die Wand und schlug ihm mit der  Faust ins Gesicht. Die Mutter wurde zu Boden geworfen. Füsse hämmerten gegen ihren Unterleib. Man zog sie an den Haaren hoch und ließ sie wie ein Stück Fleisch wieder fallen.
Wut, Schmerz und Verzweiflung. Die pure Angst! Fragen über Fragen......, alles auf einmal fegte durch Andre hindurch. Ein ganzes Meer an Gefühlen ertrank den jungen Mann. Er wirkte wie ein hilfloses Wrack im Sturm. Ein gewaltiger Orkan, der plötzlich über ihn herein gebrochen kam. Vielleicht lag er aber auch schon längst auf Grund.

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Stefanie
Reißwolf


Beiträge: 1583



BeitragVerfasst am: 02.07.2017 11:14    Titel: Antworten mit Zitat

Mein erster Gedanke: Wenn mein Smartphone eh schon virenverseucht scheint, würde ich ganz bestimmt nicht irgendwelche Dateien öffnen, die mir unbekannte Leute schicken.
Wenn mein Postfach weg ist, würde ich googeln, ob das anderen Leuten auch passiert ist.
Und warum ist für ohn so wichtig, dass er dafür seine Arbeit sausen lässt? Klingt son bisschen Computerjunkie-mäßig.

Und dann erklärst du ständig, wie er sich fühlt. Das sollte eigentlich auch so klar sein. Vor allem der letzte Absatz ist völlig überladen. Du musst dem Leser nicht erklären, wie jemand sich fühlt, der gerade mitansehen musste, wie die Menschen, die ihm am meisten bedeuten, misshandelt werden.
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kioto
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 68
Beiträge: 350
Wohnort: Rendsburg


BeitragVerfasst am: 02.07.2017 11:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inkognito,

Der Text ist nicht schlecht geschrieben, aber als Intro für einen Thriller, der ja 200-300 Seiten haben wird? viel zu schnell. Natürlich ist es schwierig, hier im Forum längere Teile zur Diskussion zu stellen, aber trotzdem.

So eine drastische Szene sollte irgendwie vorbereitet werden. Um die Dramatik zu spüren, muss man die Hauptperson kennen lernen und auch die späteren Opfer. Eine (harmonische) Beziehung zwischen beiden sollte glaubhaft hergestellt sein. Sonst hat der Leser Probleme, der Dramatik zu folgen, aber das erfordert wohl ein paar Seiten.
Meine Idee dazu, alle Essen gemeinsam zu Abend, reden und machen sich dem Leser bekannt, am nächsten Morgen muss die Freundin früher zur Arbeit, er wacht im leeren Bett auf, dann der Telefonkontakt.

Mir persönlich ist die Gewaltorgie zu plötzlich und zu unmotiviert und so früh zu brutal, da zu dem Zeitpunkt weder der Prota noch der Leser irgendeine Idee zur Motivation  der Entführer haben können, wenn doch, sollte das ev. irgendwie angedeutet werden? Es kann ansonsten nur ein Perverser sein. Ok, wenn der Roman in diese Richtung geht.

Viel Spaß beim Weiterschreiben.

Gruß Werner
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Akiragirl
Geschlecht:weiblichDünnhäuterin

Alter: 31
Beiträge: 5658
Wohnort: Leipzig
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BeitragVerfasst am: 02.07.2017 11:29    Titel: Antworten mit Zitat

Aufgrund der Art wie du schreibst, schätze ich mal, dass du noch u18 bist, deshalb tut es mir leid, wenn mein Kommentar etwas zu hart ausfällt.

Du schreibst, du willst kein "langatmiges Bla Bla", das ist schön und gut, aber ein Buch ist nun einmal keine Kurzgeschichte und da du auf jegliche Figureneinführung, Atmosphäre und Setting verzichtest, wirkt das Ganze nur beliebig und sehr flach. Es hat einen guten Grund, dass auch Thriller mehr enthalten als die reine Handlungsebene.

Noch ein Rat: Satzzeichen sind keine Rudeltiere und Punkte auch nicht.

Insgesamt ist das wirklich schlecht geschrieben und ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich da groß an Ratschlägen zur Verbesserung geben soll, außer eben: Nimm dir mehr Zeit für "Bla Bla". Warum sollte mich Andres Schicksal interessieren, wenn ich ihn überhaupt nicht kenne? Charaktereinführung ist wichtig, selbst bei in media res-Einstiegen.

LG
Anne
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Ruyi
Geschlecht:weiblichLeseratte


Beiträge: 155
Wohnort: in meiner eigenen kleinen Welt


BeitragVerfasst am: 02.07.2017 11:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich habe den Einstieg in deinen Thriller gelesen. Er ist in der Tat (fast schon zu) flott geschrieben und spätestens ab den brutalen Videos kommt Spannung auf und ich frage mich, wohin das noch alles führen wird.

Du fragst, ob du den Stil beibehalten solltest:
- Überschriften mit Uhrzeit und Tätigkeit? Das finde ich gut, habe ich so auch schon oft gelesen und gibt etwas von der Dringlichkeit wieder.
- Der Schreibstil an sich? Der kommt mir zu flapsig und oberflächlich daher, das würde ich so ein ganzes Buch über nicht lesen wollen, vor allem da du durch die schnelle Schreibe wirklich extrem durch die Szene hetzt.
Wenn du keinen guten Grund dafür hast, warum sich das 1. Kapitel vom Stil her sehr von den anderen Kapiteln unterscheiden sollte, dann würde ich alles einheitlich gestalten und insgesamt etwas runterfahren.

Und weil wir gerade bei Stil sind: Das hier ... wird immer mit drei Punkten geschrieben und sollte sparsam eingesetzt werden.

Hier
Zitat:
Vielleicht sogar nur innerhalb von 24 Stunden, wie bei der TV Serie. Das weiß ich aber noch nicht genau.

würde ich mich vorher auf eine Zeitspanne festlegen, weil sich dadurch evtl. auch der Aufbau deiner Geschichte ändert. Ist das, was du an Handlung geplant hast, überhaupt in 24 Stunden machbar?

So, und nun geht’s ans Eingemachte.

Zitat:
Andre musste sich beeilen (1). Schnell das Postfach checken und ab zur Arbeit (2). Sein Smartphone hatte sich gestern Abend aufgehangen und reagierte nicht. Nichts half (3).

(1) Willst du ihn wirklich als so süchtig darstellen? (Wenn nicht, finde ich das „müssen“ zu stark. Er ist ja nicht gezwungen, sein Handy zu checken.) Wenn er wirklich so süchtig ist, hätte er wahrscheinlich eher die ganze Nacht damit zugebracht, das Handy wieder zum Laufen zu bringen.
(2) Ich hasse Sätze in diesem Stil „schnell noch ... machen/gemacht und ab ...) Das liest sich wie in jedem zweiten Reisebericht. (aber das nervt wahrscheinlich nur mich wink)
(3) Was ist nichts? Was genau hat er denn schon versucht? Zeitenfehler: Es müsste „nichts hatte geholfen“ heißen.

Zitat:
Andre stutzte. Dann klickte er....und stutzte erneut.

Sitzt er jetzt am Computer, weil das Handy immer noch klemmt? Ist an dieser Stelle noch nicht ganz eindeutig.

Zitat:
Sein ganzes Profil war verändert. Im Grunde, war nichts mehr da: kein Profilbild mehr, keine Alben, keine Chronik, ja selbst seine Freundesliste - alles weg! Das ganze Postfach, alle Verläufe - alles verschwunden!
Andre loggte sich aus. Dann wieder ein. Nichts. Alles wie eben. Alles weg! Er starrte auf ein leeres Profil.

Die Sätze sind alle sehr kurz, oft unvollständig. Dadurch unterstreichst du die Aufregung, es ist aber auch sehr anstrengend zu lesen.

Zitat:
Nach einem erneuten Login (1), bemerkte er plötzlich, dass er Post hatte (2). Diese Nachricht war eben noch nicht da (3). Da war er sich sicher.

(1) Yup, er muss ziemlich süchtig sein, wenn er über so etwas sogar vergisst, in die Arbeit zu gehen. wink
(2) Wo hat er die Post? Im soz. Netzwerk? E-Mail?
(3) Vorvergangenheit: ... war eben noch nicht da gewesen.

Zitat:
Der Absender sagte ihm nichts. Wie auch, bestand dieser nur aus willkürlich zusammengewürfelten Zahlen, wie sie beim Lotto aus der Ziehungsmaschine gerollt kommen (1).
187729223............(2), lauteten sie.

(1) Der Lotto-Vergleich gefällt mir.
(2) Gehören die Punkte noch zum Namen? Wenn nein, weg.

Ich würde die Stelle etwas straffen. Vorschlag:
Der Name des Absenders bestand aus willkürlich zusammengewürfelten Zahlen, wie sie beim Lotto aus der Ziehungsmaschine gerollt kommen: 187729223.

Zitat:
Er las die Nachricht....und begriff überhaupt nichts mehr. (1)
 Inhalt der Nachricht:(2) Schauen sie auf ihr Smartphone! Sie erhalten in den nächsten Minuten eine SMS.

(1) Der Satz funktioniert auch ohne Punkte.
(2) Inhalt der Nachricht würde ich weglassen.

Vorschlag:
Er las die Nachricht und begriff überhaupt nichts mehr: „Schauen Sie auf Ihr Smartphone! Sie erhalten in den nächsten Minuten eine SMS.“

Zitat:
Andre schaute zum Smartphone, nahm es in die Hand (1). Sehr witzig, dachte er.
 Was war nur los? Was sollte der Quatsch?(2) Er war völlig durcheinander. Wie spät es war, juckte ihn kaum noch (3). Er blickte ratlos zum Monitor. Dann gen Smartphone. Und erneut Richtung Monitor. Die Fox Fanfare ertönte. Andre bekam eine SMS. Insgeheim lachte er (4),  wusste aber eigentlich nicht, was er empfinden oder denken sollte (5), als in diesem Moment doch tatsächlich die Fanfare auf seinem Smartphone erklang. So verwirrt und überrascht war er.

(1) Lass es ihn gleich nehmen, ohne erst hinzusehen.
(2) Zwei Fragen mit gleichem Inhalt. Da würde ich auf eine Frage kürzen.
(3) „jucken“ ist schon sehr umgangssprachlich.
(4) Warum nur insgeheim?
(5) Jetzt stelle ich mir vor, wie er da sitzt und sich denkt: „Was soll ich nur denken und empfinden?“ Das hast du so sicher nicht gemeint ... (außerdem wissen wir, dass er durcheinander ist, und gleich darauf beschreibst du ihn als verwirrt und überrascht.)

Zitat:
Aufmerksam lesen! Zuerst einmal, melden Sie sich krank, Herr Speichert. Dann widmen sie ihre ganze Aufmerksamkeit der MMS und den Videodateien, die wir Ihnen gleich senden werden. Anschauen, ganz in Ruhe! Alles weitere folgt dann.

Sehr autoritär formuliert, gut!

Zitat:
Andre lachte. Er dachte weiterhin nur, was soll der Scheiß? Tatsächlich aber, wurde ihm mittlerweile richtig mulmig zumute.

Würde ich auf „Andre lachte nervös.“ zusammenkürzen. Evtl. auch ganz weglassen, weil du seine Nervosität gleich noch viel besser rüberbringst:

Zitat:
Er kaute an den Fingernägeln, strich sich durchs Haar, wippte mit dem Bein.

Da hast du seine Nervosität sehr anschaulich rübergebracht.

Zitat:
Seine Freundin Ellen auf dem einen Foto, geknebelt hinter schwarzem Hintergrund. Seine Eltern auf dem anderen, geknebelt hinter schwarzem Hintergrund.

Du meinst wohl „vor“ schwarzem Hintergrund? Sonst würde er ja nur schwarz sehen wink

Zitat:
Tatterig (1) öffnete er das eine, schlecht wurde ihm (2) und sein Herz sprang ihm fast aus der Brust (3), dann das andere Video

(1) Tatterig verbinde ich immer mit alten Leuten.
(2) Erwähnst du gleich noch mal und anschaulicher.
(3) Abgegriffene Formulierung.
(4) Er sieht sich erst beide Videos an, bevor du beschreibst, was er darauf sieht. So baust du zwar Spannung auf, aber mich frustriert das hier eher, weil ich erst viel zu spät erfahre, warum ihm da schlecht wird (ergo kann ich auch nicht richtig mit ihm mitleiden). Vielleicht lässt du ihn erst ein Video ansehen, beschreibst es dabei mit den zwei, drei Sätzen von weiter unten, lässt seinen Magen rebellieren, und lässt ihn dann das zweite Video ansehen.

Zitat:
er glaubte, sein Mageninhalt käme gleich hoch. Brennend und dickflüssig.

Glaubt er das wirklich nur oder spürt er es schon?

Zitat:
Wut, Schmerz und Verzweiflung. Die pure Angst! Fragen über Fragen......(1), alles auf einmal fegte durch Andre hindurch. Ein ganzes Meer an Gefühlen ertrank den jungen Mann (2). Er wirkte wie ein hilfloses Wrack im Sturm. Ein gewaltiger Orkan (4), der plötzlich über ihn herein gebrochen kam. Vielleicht lag er aber auch schon längst auf Grund.

(1) Schmerz? (Was tut ihm denn weh? wink) Wie genau äußern sich seine Gefühle denn? Welche genauen Fragen hat er? Hier würde ich unbedingt konkreter werden.
(2) Formulierung: Das Meer ertränkte den jungen Mann oder der junge Mann ertrank im Meer ...
(3) Jetzt ist er ein Wrack im Sturm, eben noch ein Ertrinkender. Bleib besser bei einem Bild.
(4) Vom Satzbau her klingt das, als wäre Andre der Orkan.

Fazit
Spannend – ja, flott geschrieben – ja. Ich möchte durchaus wissen, warum die Leute gekidnappt wurden und von wem und was Andre dagegen unternimmt. Ich möchte auch wissen, warum die für die Übermittlung Andres Profil gehackt und gelöscht haben und ihm die Videos nicht einfach so zugeschickt haben.

Wie schon erwähnt, geht mir das alles ein bisschen arg schnell, oberflächlich und umgangssprachlich über die Bühne. Für mich wirkt der Text daher eher wie ein erster Rohentwurf, in dem du mal die wichtigsten Punkte festgehalten hast, die dir zur Szene eingefallen sind. Vielleicht schaust du bei Amazon mal in ein paar aktuelle Thriller mit ähnlicher Thematik rein, um zu sehen, wie die in die Geschichten einsteigen, wie die eine schnelle Schreibe umsetzen usw. Flott geschrieben sind moderne Thriller normalerweise eh.

Sorry, dass ich deinen Text so stark auseinandergenommen habe, aber er steht nun mal in der Werkstatt und ich hatte gerade Zeit lol Vielleicht ist ja was Brauchbares bei meinen Anmerkungen dabei.

LG
Ruyi
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matze3004
Geschlecht:männlichGänsefüßchen

Alter: 37
Beiträge: 46
Wohnort: Hannover


BeitragVerfasst am: 02.07.2017 11:47    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke euch allen erstmal für eure doch sehr unterschiedlichen Kritiken.

Ich hätte vielleicht noch erwähnen sollen, dass definitiv eine Figurenzeichnung geplant ist. Jedoch soll das während der laufenden Geschichte passieren. Die Handlung geht immer weiter vorwärts und genau während der Handlung, den ganzen Ereignissen, die auf Andre noch zu kommen werden, lernt der Leser ihn auch kennen und er bekommt immer mehr ein Gesicht. Auch Infos aus seiner Vergangenheit sollen immer mal wieder dezent mit eingebettet werden.

Es soll also nicht lange erst groß jemand vorgestellt werden, sondern möchte ich, dass man alle wichtigen Personen während der laufenden Handlung Stück für Stück mehr kennenlernt. Also wie selbstverständlich irgendwie.

Eine kleine Einführung am Abend oder so, vor dem großen Knall am Morgen, da habt ihr allerdings Recht, die würde sich gut machen. Denke ich mir mal was aus.
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Yorinde
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 33
Beiträge: 169
Wohnort: Stendal


BeitragVerfasst am: 02.07.2017 16:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inkognito!
Also erst mal: Ich mag es, wenn ich nicht erst seitenweise mit Erklärungen von Landschaften, Wohnungen, Wetter etc. überhäuft werde, während sich der Prota erst mal selbst im Spiegel betrachtet und so. Wink
Von daher, ein Einstieg direkt in die Geschichte ist eine gute Sache, wenn er nicht ZU direkt passiert. Sonst passiert es eben, dass du den Leser erst mal platt fährst.
Einen Thriller zu schreiben stelle ich mir persönlich ziemlich schwierig vor, von daher - Hut ab vor diesem Projekt.
Ich habe bisher aber schon einige Thriller gelesen (kleiner Tipp am Rande: Sebastian Fitzek ist der Hammer!) und was ich immer am meisten mochte, war die Unwissenheit, die versteckte Gefahr, diffus zwischen den Zeilen erkennbar. Du kommst hier in deinem Entwurf eher mit dem Holzhammer um die Ecke.

Zitat:
Dann widmen sie ihre ganze Aufmerksamkeit der MMS und den Videodateien, die wir Ihnen gleich senden werden.


Was jetzt gleich folgt ist total vorhersehbar.

Zitat:
Seine Freundin wurde geschlagen. (...) Andres Vater wurde mit einem Brett traktiert (...)


Für einen Thriller ist mir das einfach zu platt. Auch wenn du kein "blabla" schreiben möchtest, ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl werden die Leser dir danken. Was wäre denn, wenn er ein völlig nichtssagendes Video von einer Blumenwiese bekommen würde, auf die er sich keinen Reim machen kann? Oder wenn die MMS ihn mitten in einem wichtigen Meeting erreicht, das er nicht verlassen kann? Und dann verrinnt die Zeit. Verstehst du, was ich meine?

Noch ein paar Kleinigkeiten:

Zitat:
Login ins soziale Netzwerk.


Ich persönlich mag es, wenn man die Dinge beim Namen nennt. Welches soziale Netzwerk? Wenn du kein bekanntes benutzen willst, denk dir einen Namen aus. Wenn nicht, schreib nur Login. Mir würde das besser gefallen (ist aber wahrscheinlich subjektiv).

Zitat:
Er fuhr den PC rauf und runter


Wenn, dann fährt er ihn runter und rauf. Denn an einem runtergefahrenen PC kann man schlecht Nachrichten abrufen. Wink

Zitat:
Wut, Schmerz und Verzweiflung. Die pure Angst! Fragen über Fragen


Das ist eine reine Aufzählung starker Substantive. Das bewirkt bei mir als Leser nichts. Wenn du ausdrücken möchtest, dass dein Prota Wut, Schmerz, Verzweiflung, Angst und Fragen im Kopf hat (also ein ziemliches Chaos), dann erkläre mir das nicht, sondern zeig mir, was es mit ihm macht. Lass es ihn (und mich) spüren.

Soweit, so gut. Ich denke, da musst du noch mal ran. Weißt du aber wahrscheinlich auch schon selber. Wink
Ich wünsch dir viel Freude beim Weitermachen!
Yorinde
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jon
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 55
Beiträge: 258
Wohnort: Leipzig


BeitragVerfasst am: 04.07.2017 10:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inkognito,

ich finden den Einstieg mit dem „Knall“ gut, aber ich würde ihn kürzer halten: Die Ausschmückungen zu Andres Gefühlen kannst du (auch weil sie in diesem Stil-Kontext nicht gut gelungen wirken) stark eindampfen. Die Szene ist handlungsgeprägt, also konzentrier dich auch auf die Handlung!

Der „harte, schnelle Ton“ ist okay für einen Prolog oder ab und an für harte, schnelle Szenen – auf Dauer würde es den Leser ermüden, stets so eine Anspannung vermittelt zu bekommen.
Auch bei diesem Ton gibt es Grenzen – Sätze einfach nur in Bruchstücke zu hacken (statt wirklich „runde neue Sätze“ zu schreiben), ist ein Stilmittel für besondere Stimmungen, auf die Dauer wirkt es unbeholfen.

Details:

Der Name ist unglücklich gewählt, ich lese immer wieder (vor allem am Satzanfang) erstmal „and(e)re“ statt „André“.

Zitat:
7:14 Uhr. Login ins soziale Netzwerk.

„Lesen ist wie Kino im Kopf“, dafür muss man aber relativ konkret sein. „Soziales Netzwerk“ ist in dem Zusammenhang nicht konkret, denn das kann alles sein – von Facebook bis zu einem Spezialforum für Hühnergott-Sammler.

Zitat:
Andre musste sich beeilen. Schnell das Postfach checken und ab zur Arbeit. Sein Smartphone hatte sich gestern Abend aufgehangen und reagierte nicht. Nichts half.

Besser und dann ab zur Arbeit, denn PF-Checken und Losgehen sollen ja nicht gleichzeitig passieren.
aufgehängt (http://www.duden.de/rechtschreibung/aufhaengen)

Zitat:
Andre stutzte. Dann klickte er....und stutzte erneut.

Zeichensetzung: Das Auslassungszeichen ist das Zeichen „Drei Punkte“ (es gibt eine extra Tastenkombi dafür, bei mir „Alt“+„.“). Leerzeichen dabei: (fast) so, als stünde das Ausgelassene da. („Das ist doch …!“, sagte Peter. „Sie sind ein A…, wissen Sie das? Ich würde Ihnen am liebsten … Nun ja, Sie werden noch von mir hören.“)
Zeichensetzung: „Drei Punkte“ ist ein Auslassungszeichen, hier wäre (wenn überhaupt ein Zeichen angebracht wäre!) ein Gedankenstrich richtiger.

Zitat:
Sein ganzes Profil war verändert.

Aber das kaputte Profil war noch so wie immer? wink (Umgangssprache sollte der wörtlichen Rede vorbehalten sein. Oder dem persönlichen Erzählen wie z. B. bei einem Ich-Erzähler.)

Zitat:
Im Grunde, war nichts mehr da: kein Profilbild mehr, keine Alben, keine Chronik, ja selbst seine Freundesliste - alles weg!

Komma nach „Grunde“ zu viel
„Im Grunde“ benutzt man, wenn man etwas auf einen gemeinsamen/grundlegenden, nicht sofort ins Auge springenden Nenner bringen will. (Z. B.: Egon hielt sich immer zurück, kleidete sich unauffällig, sprach leise und gab nie Widerworte. Man hielt ihn für schüchtern, im Grunde aber war es pure Angst, als Mörder erkannt zu werden.) Also besser: Sein gesamtes Profil war verändert. Genau genommen existierte es nicht mehr, denn nichts war mehr da: kein …“
Zeichensetzung: Der Gedankenstrich ist lang (–) , das da ist der Bindestrich ( - ).

Zitat:
Das ganze Postfach, alle Verläufe - alles verschwunden!

zu „ganze“ siehe oben.
Zeichensetzung: Der Gedankenstrich ist lang.

Zitat:
Andre loggte sich aus. Dann wieder ein. Nichts. Alles wie eben. Alles weg! Er starrte auf ein leeres Profil. Erst jetzt bemerkte er, dass selbst sein Name AndreSP, Abkürzung für Andre Speichert, in seinem Profil nicht mehr existierte. Sein Profilname bestand nur noch aus einer willkürlichen Anzahl von Buchstaben, ohne Sinn und Verstand.

Das gefällt mir rhythmisch gut – die „Action“ ist spürbar, Andres Verwunderung ist aus der Handlung ableitbar (obwohl nur einmal direkt „er starrte“ dasteht).
Gute Lösung für das Einführen des Nachnamens.
Es ist wohl eher irrelevant, ob die Anzahl der Buchstaben willkürlich und „ohne Sinn und Verstand“ ist – die Buchstaben selbst ergeben keinen Sinn.
Fachfrage: Wenn der Profil-Name geändert wurde, wie konnte sich Andre dann einloggen? Dazu benutzt man doch in der Regel den Profil-/Nick-/User-Namen …

Zitat:
Er fuhr den PC rauf und runter, sah auf die Uhr. Loggte sich erneut ein und aus. Keine Veränderung! Er verzweifelte langsam. War es ein Virus? Waren es interne Wartungsarbeiten? War er high oder träumte noch?

„Er verzweifelte langsam.“ ist recht umgangssprachlich. Für mich ist das hier grenzwertig.
„War er high oder träumte noch?“ – Was tut Andre, um das zu testen?

Zitat:
Nach einem erneuten Login, bemerkte er plötzlich, dass er Post hatte. Diese Nachricht war eben noch nicht da.

Zeitfehler; eben noch nicht dagewesen
Das „plötzlich“ ist überflüssig. (Das Wort wird zu oft zu leichtfertig benutzt, deshalb hat ein Stillehrer uns {bei einer Weiterbildung} mal empfohlen, das Wort bewusst zu meiden und die „Plötzlichkeit“ von Ereignissen, wenn nötig{!}, durch Sound und Rhythmus fühlbar zu machen.)

Zitat:
Diese Nachricht war eben noch nicht da. Da war er sich sicher.

Beispiel für so ein bloßes Zerhacken des Satzes. Es erzeugt eine inhaltliche Betonung von „Da war er sich sicher“, die nichts zum Text beiträgt; ja die sogar störend ist (Es reicht, dass Andre es feststellt, dass die Nachricht noch nicht dagewesen war.) – wäre er einen Moment lang unsicher gewesen, ob er sie nur übersehen hat, dann wäre es sinnvoll, mitzuteilen, dass er es nun nicht mehr ist.

Zitat:
Der Absender sagte ihm nichts. Wie auch, bestand dieser nur aus willkürlich zusammengewürfelten Zahlen, wie sie beim Lotto aus der Ziehungsmaschine gerollt kommen.

bestand dieser doch nur

Zitat:
187729223............, lauteten sie.

Das heißt, da waren nach der 3 noch eine Menge Punkte. Oben hast du den wirren Profilnamen doch auch 1:1 aufgeschrieben, also tu es hier ebenso! Oder lass das „Zitat“ weg, wenn es keine später noch relevant werdende Info enthält. (Man kann sich „willkürlich zusammengewürfelte Zahlen“ auch so vorstellen.)

Zitat:
Er las die Nachricht....und begriff überhaupt nichts mehr.

Die Pause ist nicht nur falsch erzeugt (siehe oben), sie ist auch sinnfrei. Ich sehe immer öfter, dass unerfahrene Autoren versuchen, mit „künstlichen Pausen“ Spannung oder/und Lebendigkeit zu erzeugen. Das ist aber nur in wörtlicher Rede glaubhaft, beim typischen Erzähler (also der personellen Erzählweise, die so häufig zum Einsatz kommt) lässt es den Autor unsouverän wirken.

Zitat:
Inhalt der Nachricht: Schauen sie auf ihr Smartphone! Sie erhalten in den nächsten Minuten eine SMS.

Sowas gehört in einen amtlichen Bericht, nicht in einen Erzähltext.
Tippfehler; Schauen Sie auf Ihr Smartphone!
Der Inhalt der Nachricht sollte m.M.n. optisch gekennzeichnet sein (kursiv, Anführungszeichen oder sowas)

Zitat:
Sehr witzig, dachte er.

Wieso dachte er das? (Ja ich weiß, das Smartphone ist angeblich tot, aber Andre ist so durch den Wind {wie du in Folgenden schreibst}, dass er eher verwirrt auf diese Aufforderung reagieren dürfte als sarkastisch.)
Korrekte Zeichensetzung wäre: ,Sehr witzig‘, dachte er.

Zitat:
Was war nur los? Was sollte der Quatsch?

Nur eine der Fragen nehmen! Es sind zwei verschiedene Aspekte: „Was war los?“ fragt, was hier grade passiert. „Was soll der Quatsch“ geht davon aus, dass jemand etwas tut und nur nicht ersichtlich wird, mit welchem Ziel. Was davon entspricht Andres momentanem Gemütszustand eher? (Ich vermute die Frage eins, denn er ist „völlig durcheinander“.)

Zitat:
Er war völlig durcheinander. Wie spät es war, juckte ihn kaum noch.

Wenn er völlig durcheinander ist, interessiert es ihn nicht nur „kaum noch“, sondern vermutlich gar nicht mehr.

Zitat:
Er blickte ratlos zum Monitor. Dann gen Smartphone.

Das „gen“ benutzen junge Autoren offenbar wieder recht gern, ich treffe es öfter mal an. Nur: Es ist ein Wort, das eher in die Ferne reicht, zu etwas nicht Sichtbarem. So wie bei „sich gen Mekka neigen“. (Alternative: „auf das Smartphone“?)

Zitat:
Die Fox Fanfare ertönte.

Fox-Fanfare

Zitat:
Andre bekam eine SMS. Insgeheim lachte er,

Wieso lacht er?? Und das auch noch insgeheim??

Zitat:
wusste aber eigentlich nicht, was er empfinden oder denken sollte

Eben! Also warum sollte er dann lachen?

Zitat:
als in diesem Moment doch tatsächlich die Fanfare auf seinem Smartphone erklang. So verwirrt und überrascht war er.

Noch eine Fanfare? Wieso?
„doch tatsächlich“ gehört in wörtliche Rede, nicht in den Erzählteil des Buches
zerhackter Satz
Der Nachsatz wirkt extrem seltsam, als würde die Fanfare erklingen, weil er so überrascht war. Ich weiß, du meinst, er weiß nicht, war er denken soll, so überrascht war er, aber auch das wirkt unrund – lass das einfach, wir sehen ja vorher schon, dass er durch den Wind ist.

Zitat:
Er öffnete die SMS. Sein Smartphone reagierte wieder. Er las.

Überflüssig – täte es das nicht, könnte er die SMS nicht öffnen.

Zitat:
Aufmerksam lesen! Zuerst einmal, melden Sie sich krank, Herr Speichert. Dann widmen sie ihre ganze Aufmerksamkeit der MMS und den Videodateien, die wir Ihnen gleich senden werden. Anschauen, ganz in Ruhe! Alles weitere folgt dann.

Das sollte als gelesener Text gekennzeichnet werden (kursiv oder in Anführungszeichen oder so).
Tippfehler. Dann widmen Sie Ihre ganze Aufmerksamkeit der …

Zitat:
Andre lachte. Er dachte weiterhin nur, was soll der Scheiß? Tatsächlich aber, wurde ihm mittlerweile richtig mulmig zumute.

Zu viel. Ich verstehe ja die Ambivalenz, auf die du hinaus willst, aber zusammen mit der völligen Verwirrung von eben hat der Leser nun schon drei einander augenscheinlich ausschließende Empfindungen zur Wahl, die er an Andre sehen kann.
Er dachte weiterhin nur: ,Was soll der Scheiß?‘
Komma nach „aber“ zu viel

Zitat:
Mein Gott! - was er da sah, konnte er gar nicht so schnell begreifen, als es ihn erschaudern ließ.

Das ergibt keinen Sinn. Mach es einfacher! „Er erschauderte“ oder „Was er sah, ließ ihn erschaudern.“
Das „Mein Gott!“ ist in der Form fehl am Platz. Entweder er denkt es oder es muss gestrichen werden. Wenn er es denkt: ,Mein Gott!‘ Er erschauderte.

Zitat:
Seine Freundin Ellen auf dem einen Foto, geknebelt hinter schwarzem Hintergrund.

zu sparsamer, sehr berichtsartig wirkender Satz
Echt „hinter dem Hintergrund“??? Der Fehler kommt mehrfach vor
Bezugsfehler: Das hier heißt formal gesehen, dass das Foto geknebelt ist.

Zitat:
Seine Freundin Ellen auf dem einen Foto, geknebelt hinter schwarzem Hintergrund. Seine Eltern auf dem anderen, geknebelt hinter schwarzem Hintergrund.

Diese Zerhackung (mit der Dopplung, die – für mich unerklärlich – den Hintergrund betont) wirkt seltsam.

Zitat:
Tatterig öffnete er das eine, schlecht wurde ihm und sein Herz sprang ihm fast aus der Brust, dann das andere Video und er glaubte, sein Mageninhalt käme gleich hoch. Brennend und dickflüssig.

Völlig „überkandidelte“ Struktur.
„Tattrig“ scheint mir das falsche Wort zu sein, es ist zu stark mit genereller körperlicher Einschränkung assoziiert. Warum nicht einfach „Mit zittrigen Fingern“?
Was soll das? Zumal es durch die Abhackung eine so starke Betonung bekommt, dass es nicht nach „er denkt, es kommt hoch“ klingt, sondern nach „er übergibt sich“.

Zitat:
Seine Freundin wurde geschlagen. Eine Hand ging ihr an die Kehle , würgte sie und drückte sie an eine schwarze Wand und zog sie dann wieder zu sich. Ellen weinte und röchelte.

Das wirkt überraschend sachlich, als empfände Andre nichts dabei. (zu berichtsartig)
Wie: „eine Hand“? Da gehört doch sicher auch noch eine Person dazu, oder?

Zitat:
Andres Vater wurde mit einem Brett traktiert, fiel zu Boden. Man hob ihn hoch, drückte ihn gegen die Wand und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht. Die Mutter wurde zu Boden geworfen. Füsse hämmerten gegen ihren Unterleib. Man zog sie an den Haaren hoch und ließ sie wie ein Stück Fleisch wieder fallen.

Und noch ein Bericht …
Füße
Das ist übertrieben und wirkt hier klischeehaft

Zitat:
Wut, Schmerz und Verzweiflung. Die pure Angst!

Das ist hier so losgelöst von den Bildern, die Andre sieht, dass es extrem aufgesetzt wirkt.
Das Ausrufezeichen stört massiv.

Zitat:
Fragen über Fragen......, alles auf einmal fegte durch Andre hindurch. Ein ganzes Meer an Gefühlen ertrank den jungen Mann.

Zu viel, wirkt klischeehaft.
Zeichensetzung!
ertränkte

Zitat:
Er wirkte wie ein hilfloses Wrack im Sturm. Ein gewaltiger Orkan, der plötzlich über ihn herein gebrochen kam. Vielleicht lag er aber auch schon längst auf Grund.

Zu viel!
Point of View: Auf wen wirkt er so? Und wer weiß nicht genau, ob Andre schon auf dem Grund (des Orkanes?) liegt?
über ihn hereinbrach
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Jenny
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BeitragVerfasst am: 26.07.2017 14:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo matze3004,

meiner Meinung nach muss auch bei einem schnellen Einstieg in einen Thriller nicht bereits auf der ersten oder zweiten Seite die Gewaltorgie losbrechen.

Ich schließe mich dabei meinen Vorrednern an, dass zu diesem Zeitpunkt einfach noch kein Bezug zu Prota oder zu den Opfern besteht, es mich als Leserin also total kalt lässt.

Na gut, da werden die Angehörigen von dem Internetjunkie entführt, aber was juckt mich das? Ich mag ihn zu diesem Zeitpunkt noch nicht sonderlich.

Und ich stimme Jon absolut zu: Die Schreibweise von André als Andre ist meiner Meinung nach ungut gewählt. Ich lese da auch die ganze Zeit "And(e)re".

Als Prota finde ich ihn bisher sehr unsympathisch: Er scheint ziemlich dumm zu sein und bis auf seine ausgeprägte Internetsucht, die aber anderseits so schlimm wieder nicht sein kann (er bringt sein Handy nachts nicht mehr zum Laufen, macht sich da aber offenbar kaum Sorgen drum?), hat er keine sichtbaren Charaktereigenschaften.
Dass er dumm ist, schloss ich schon in den ersten Sätzen daraus:
Zitat:
Er fuhr den PC rauf und runter, sah auf die Uhr. Loggte sich erneut ein und aus. Keine Veränderung! Er verzweifelte langsam. War es ein Virus? Waren es interne Wartungsarbeiten? War er high oder träumte noch? Auch sein verdammtes Smartphone rührte sich nicht. Der PC, sowie das Internet, schien aber normal zu funktionieren.


Er hat sich nur in ein soziales Netzwerk eingeloggt - in dem nichts mehr ging. Warum sollte es irgendetwas helfen, seinen PC neuzustarten?
Hätte der Browser Zicken gemacht oder gar nicht erst gestartet oder so ... okay. Aber so? Insbesondere, da du ja selbst schreibst, dass ansonsten alles normal funktioniert.


Insgesamt würde mich bei einem solchen Start das Buch nicht weiter interessieren, sorry.

Schöne Grüße,
Jenny
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misterdoogalooga
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BeitragVerfasst am: 11.08.2017 14:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Matze,
Ich mag schnelle Schreibe Smile
Ein bisschen übertrieben finde ich die ständige Wiederholung des Namens des Protagonisten. Andre, Andre, Andre…
vielleicht wechselst du das öfter ab und nennst ihn zB mal „Technikfreak“, oder „Nerd“, oder eben, was ihn so charakterisiert…
Vom Stil her stört mich, dass jeder gefühlte zweite Satz entweder mit „Andre“ oder „Er“ anfängt.
Die Story an sich geht flott los, wie geht’s weiter?


_________________
Die Bestätigung, dass ich ein Mensch bin, ist bei der ersten Anmeldung schief gegangen!!!!
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manon
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BeitragVerfasst am: 14.08.2017 14:14    Titel: Re: Wäre dieser kurze Anfang/Einstieg für einen Thriller in Ordnung??! Antworten mit Zitat

matze3004 hat Folgendes geschrieben:

Kapitel 1.


7:14 Uhr. Login ins soziale Netzwerk.

Andre musste sich beeilen. Schnell das Postfach checken und ab zur Arbeit. Sein Smartphone hatte sich gestern Abend aufgehangen und reagierte nicht. Nichts half.
Andre stutzte. Dann klickte er....und stutzte erneut. Sein ganzes Profil war verändert. Im Grunde, war nichts mehr da: kein Profilbild mehr, keine Alben, keine Chronik, ja selbst seine Freundesliste - alles weg! Das ganze Postfach, alle Verläufe - alles verschwunden!
Andre loggte sich aus. Dann wieder ein. Nichts. Alles wie eben. Alles weg! Er starrte auf ein leeres Profil. Erst jetzt bemerkte er, dass selbst sein Name AndreSP, Abkürzung für Andre Speichert, in seinem Profil nicht mehr existierte. Sein Profilname bestand nur noch aus einer willkürlichen Anzahl von Buchstaben, ohne Sinn und Verstand.

Das ist ja dein Anfang des Thrillers, deshalb sollte es eindeutig sein und mich als Leserin sofort hineinziehen. Leider packst du mich damit gar nicht. Du bleibst bei der Überschrift zu allgemein. welches soziale netzwerk? Benenne es! Warum muss er sich beeilen? Ist er spät dran, fährt die Bahn? Welches Postfach? Mails? Da du dann aber nur von einem Profil sprichst, meinst du das des sozialen Anbieters? Er ist nun also gerade dabei sein Postfach zu checken, da wirst du eine Information vom Smartphone ein. Da ich bis dato nicht weiß, ob das Einloggen am Smartphone oder PC erfolgte, stutze ich. Was hat das also mit der aktuellen Situation zu tun? Wann half nichts? heute Morgen oder gestern Abend? Du schreibst von dem Smartphone und dann stutzt er. Aber dieses Mal nicht wegen des Smartphones, sondern wegen des PCs. Muss ja, weil das Smartphone nicht funktioniert. Aber ich erfahre es nicht. Ich tappe im Dunkeln und habe schon so viele Fragezeichen, dass ich die Lust verloren habe weiterzulesen. Um diesen Anfang zu verbessern würde ich den Zusatz mit dem Smartphone löschen. Die Information später einfügen, wenn es besser passt.

WowdrAäkdnDtnwwdsusN.

Er fuhr den PC rauf und runter, sah auf die Uhr. Loggte sich erneut ein und aus. Keine Veränderung! Er verzweifelte langsam. War es ein Virus? Waren es interne Wartungsarbeiten? War er high oder träumte noch? Auch sein verdammtes Smartphone rührte sich nicht. Der PC, sowie das Internet, schien aber normal zu funktionieren.

Diese Person hat scheinbar nicht so viel Ahnung vom Internet. Denn das Profil des Anbieters liegt nicht bei ihm auf dem PC, sondern im Netz. Da hilft es also wenig, wenn er seinen PC ständig hoch und runterfährt, um sein Profil im Internet zu aktualisieren. Ist dieses Bild deiner Figur gewollt? Zudem frage ich mich, warum er sich damit so lange beschäftigt, wenn er doch einen Absatz weiter oben es noch so eilig hatte.

Nach einem erneuten Login, bemerkte er plötzlich, dass er Post hatte. Diese Nachricht war eben noch nicht da. Da war er sich sicher. Der Absender sagte ihm nichts. Wie auch, bestand dieser nur aus willkürlich zusammengewürfelten Zahlen, wie sie beim Lotto aus der Ziehungsmaschine gerollt kommen.
187729223............, lauteten sie.

Er las die Nachricht.... Auslassungspunkte immer nur drei und jeweils mit einem Leerzeichen vorher und hinterher. und begriff überhaupt nichts mehr.
 Inhalt der Nachricht: Schauen sie auf ihr Smartphone! Sie erhalten in den nächsten Minuten eine SMS.
Andre schaute zum Smartphone, nahm es in die Hand. Hier kurze Info, dass das Handy gestern seinen Geist aufgab und seitdem nicht mehr funktioniert. Sehr witzig, dachte er.
 Was war nur los? Was sollte der Quatsch? Er war völlig durcheinander. Wie spät es war, juckte ihn kaum noch. Er blickte ratlos zum Monitor. Dann gen Smartphone. Und erneut Richtung Monitor.
Die Fox Fanfare ertönte. Andre bekam eine SMS. Insgeheim lachte er,  wusste aber eigentlich nicht, was er empfinden oder denken sollte, als in diesem Moment doch tatsächlich die Fanfare auf seinem Smartphone erklang. So verwirrt und überrascht war er.
Er öffnete die SMS. Sein Smartphone reagierte wieder. Er las.

So, endlich beginnt deine Story. Smile Ich würde den ersten Satz von oben nehmen, dass er sich einloggt, auch gern unter Zeitdruck und dann mit diesem Absatz weitermachen. Ihn aber nicht erneut einloggen lassen, sondern er schaut in seine Post. Als er liest, dass er gleich eine SMS erhält, kannst du die Information einfügen, dass sein Smartphone seit gestern nicht mehr funktioniert. Wenn du also den Mittelteil löschen würdest, hättest du mich mit dem Anfang gepackt. Da öffnet jemand seine elektronische Post, er bekommt eine Mail (warum öffnet er sie? keine Angst vor einem Virus, wenn der Absender so merkwürdig ist?), die ihm suggeriert, er bekäme eine SMS, was aber nicht passieren kann, weil sein Handy kaputt ist, aber dann schaltet sich das Handy ein und signalisiert eine eingehende SMS. Jetzt ist es packend und spannend und ich bin bei dir.


Aufmerksam lesen! Zuerst einmal, melden Sie sich krank, Herr Speichert. Dann widmen sie ihre ganze Aufmerksamkeit der MMS und den Videodateien, die wir Ihnen gleich senden werden. Anschauen, ganz in Ruhe! Alles weitere folgt dann.

Dreißig Sekunden später folgten die Dateien. Zwei Fotos und zwei Videos. Andre lachte. Er dachte weiterhin nur, was soll der Scheiß? Das kann ich mir nicht vorstellen. Dafür ist das viel zu konkret. Tatsächlich aber, wurde ihm mittlerweile richtig mulmig zumute. Würde ich streichen, weil du hier beschreibst, was du im Folgenden zeigst. Er kaute an den Fingernägeln, strich sich durchs Haar, wippte mit dem Bein. Er öffnete die Dateien. Zuerst sah er sich die Fotos an. Mein Gott! - was er da sah, konnte er gar nicht so schnell begreifen, als es ihn erschaudern ließ. Das nimmt nur die Spannung weg, lass uns bei den Dingen bleiben, die wichtig sind. Smile
 Seine Freundin Ellen auf dem einen Foto, geknebelt hinter vor schwarzem Hintergrund. Seine Eltern auf dem anderen, geknebelt hinter schwarzem Hintergrund. Schnell drückte er weg. Tatterig öffnete er das eine, schlecht wurde ihm und sein Herz sprang ihm fast aus der Brust, dann das andere Video und du möchtest doch Spannung erzeugen, dann bleib bei dem, was spannend ist und lass das weg, was die Spannung mindert. er glaubte, sein Mageninhalt käme gleich hoch. Brennend und dickflüssig.
Seine Freundin wurde geschlagen. Eine Hand ging ihr an die Kehle , würgte sie und drückte sie an eine schwarze Wand und zog sie dann wieder zu sich. Ellen weinte und röchelte.
Andres Vater wurde mit einem Brett traktiert, fiel zu Boden. Man hob ihn hoch, drückte ihn gegen die Wand und schlug ihm mit der  Faust ins Gesicht. Die Mutter wurde zu Boden geworfen. Füsse hämmerten gegen ihren Unterleib. Man zog sie an den Haaren hoch und ließ sie wie ein Stück Fleisch wieder fallen.
Wut, Schmerz und Verzweiflung. Die pure Angst! Fragen über Fragen......, alles auf einmal fegte durch Andre hindurch. Ein ganzes Meer an Gefühlen ertrank den jungen Mann. Er wirkte wie ein hilfloses Wrack im Sturm. Ein gewaltiger Orkan, der plötzlich über ihn herein gebrochen kam. Vielleicht lag er aber auch schon längst auf Grund.


Wenn du die unnötigen Erklärungen weglässt und bei dem Eigentlichen bleibst, hast du einen ganz spannenden und interessanten Anfang. Zumal er ja auch sehr brutal ist, weshalb man sich die Frage stellt, was dieser Mann denn groß kann oder weiß, dass diese Brutalität notwendig ist.

Glückwunsch! Smile
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manon
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 54
Beiträge: 114



BeitragVerfasst am: 14.08.2017 14:24    Titel: Antworten mit Zitat

Ach so, zu seinem manipuliertem Profil. Das würde ich entweder anders schreiben oder später einfügen. Aber ich sah, dass andere dazu ja schon eine Menge geschrieben haben.
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azareon35
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Beiträge: 295
Wohnort: Hessen


BeitragVerfasst am: 17.08.2017 23:39    Titel: Re: Wäre dieser kurze Anfang/Einstieg für einen Thriller in Ordnung??! Antworten mit Zitat

Yo matze3004,

du willst Kritik an deinem Text? Hier kommt sie.

Ist alles nur meine Meinung, nimm, was du gebrauchen kannst.

matze3004 hat Folgendes geschrieben:
Hallo an alle!

Kapitel 1.


7:14 Uhr. Login ins soziale Netzwerk. Login würde da schon reichen.

Andre musste sich beeilen. Schnell das Postfach die Mails checken wäre wohl angebrachter. checken und ab zur Arbeit. Sein Smartphone hatte sich gestern Abend aufgehangen und reagierte nicht. Nichts half.
Andre stutzte. Dann klickte er.... Wenn überhaupt nur drei Punkte und ansonsten wäre hier ein Bindestrich passender und stutzte erneut. Sein ganzes Profil war verändert. Im Grunde, hier kommt kein Komma war nichts mehr da: kein Profilbild mehr, keine Alben, keine Chronik, ja selbst seine Freundesliste - alles weg! Das ganze Postfach, alle Verläufe - alles verschwunden!
Andre loggte sich aus. Dann wieder ein. Nichts. Alles wie eben. Alles weg! Zu viel Alles hintereinander. Ein bisschen Variation kannst du dir gestatten. Er starrte auf ein leeres Profil. Erst jetzt bemerkte er, dass selbst sein Name AndreSP, Abkürzung für Andre Speichert, in seinem Profil nicht mehr existierte. Sein Profilname bestand nur noch aus einer willkürlichen Anzahl von Buchstaben, ohne Sinn und Verstand.

WowdrAäkdnDtnwwdsusN. Beginnt hier ein neues Kapitel, eine neue Überschrift, oder was? Wenn du einfach nur das Wort hervorheben wolltest, dann benutze bitte die Kursivfunktion.

Er fuhr den PC rauf und runter, sah auf die Uhr. Loggte sich erneut ein und aus. Keine Veränderung! Er verzweifelte langsam. War es ein Virus? Waren es interne Wartungsarbeiten? War er high oder träumte noch? Auch sein verdammtes Smartphone rührte sich nicht. Der PC, sowie das Internet, schien aber normal zu funktionieren. Besser wäre hier PC und Internet schienen normal zu funktionieren.
Nach einem erneuten Login, hier kommt kein Komma bemerkte er plötzlich, dass er Post hatte. Diese Nachricht war eben noch nicht da. Da war er sich sicher. Mach daraus einen Satz, verbunden durch ... , dessen war er sich sicher. Der Absender sagte ihm nichts. Wie auch, bestand dieser nur aus willkürlich zusammengewürfelten Zahlen, wie sie beim Lotto aus der Ziehungsmaschine gerollt kommen.
187729223............ Warum diese ganzen Punkte?, lauteten sie.
Er las die Nachricht.... Wenn überhaupt nur drei Punkte und ansonsten wäre hier ein Bindestrich passenderund begriff überhaupt nichts mehr.
 Inhalt der Nachricht: Schauen sie Sie schreibt man hier groß, das ist eine Anrede. Das Gleiche gilt für das Ihr. auf ihr Smartphone! Sie erhalten in den nächsten Minuten eine SMS.
Andre schaute zum Smartphone, nahm es in die Hand. Sehr witzig, dachte er.
 Was war nur los? Was sollte der Quatsch? Er war völlig durcheinander.Überflüssiger Satz, das der Prota durcheinander ist, sollte man hier begriffen haben. Wie spät es war, juckte ihn kaum noch. Er blickte ratlos zum Monitor. Dann gen Smartphone. Und erneut Richtung Monitor. Die Foxhier fehlt ein Bindestrich oder du machst daraus ein Wort.Fanfare ertönte. Andre bekam eine SMS. Insgeheim lachte er,  wusste aber eigentlich nicht, was er empfinden oder denken sollte, als in diesem Moment doch tatsächlich die Fanfare auf seinem Smartphone erklang. Der Teil kann gestrichen werden. So verwirrt und überrascht war er.
Er öffnete die SMS. Sein Smartphone reagierte wieder. Er las.

Aufmerksam lesen! Zuerst einmal, hier kommt kein Komma melden Sie Hier hast du es richtig gemacht. sich krank, Herr Speichert. Dann widmen sie Und hier wieder falsch. ihre ganze Aufmerksamkeit der MMS und den Videodateien, die wir Ihnen gleich senden werden. Anschauen, ganz in Ruhe! Alles weitere folgt dann.

Dreißig Sekunden später folgten die Dateien. Zwei Fotos und zwei Videos. Andre lachte. Er dachte weiterhin nur, was soll der Scheiß? Mach das hier kursiv, dann passt es. Tatsächlich aber, wurde ihm mittlerweile richtig mulmig zumute. Er kaute an den Fingernägeln, strich sich durchs Haar, wippte mit dem Bein. Er öffnete die Dateien. Zuerst sah er sich die Fotos an. Mein Gott! - Hier kommt kein Bindestrich und mach das Mein Gott! kursiv. was er da sah, konnte er gar nicht so schnell begreifen, als es ihn erschaudern ließ.
 Seine Freundin Ellen auf dem einen Foto, geknebelt hinter schwarzem Hintergrund. Seine Eltern auf dem anderen, geknebelt hinter schwarzem Hintergrund. Schnell drückte er weg. Tatterig öffnete er das eine, schlecht wurde ihm und sein Herz sprang ihm fast aus der Brust, dann das andere Video und er glaubte, sein Mageninhalt käme gleich hoch. Brennend und dickflüssig.
Seine Freundin wurde geschlagen. Eine Hand ging ihr an die Kehle , würgte sie und drückte sie an eine schwarze Wand und zog sie dann wieder zu sich. Ellen weinte und röchelte.
Andres Vater wurde mit einem Brett traktiert, fiel zu Boden. Man hob ihn hoch, drückte ihn gegen die Wand und schlug ihm mit der  Faust ins Gesicht. Die Mutter wurde zu Boden geworfen. Füsse Scharfes ß, kein doppeltes S. hämmerten gegen ihren Unterleib. Man zog sie an den Haaren hoch und ließ sie wie ein Stück Fleisch wieder fallen.
Wut, Schmerz und Verzweiflung. Die pure Angst! Fragen über Fragen......, alles auf einmal fegte durch Andre hindurch. Ein ganzes Meer an Gefühlen ertrank den jungen Mann. Er wirkte wie ein hilfloses Wrack im Sturm. Ein gewaltiger Orkan, der plötzlich über ihn herein gebrochen kam. Vielleicht lag er aber auch schon längst auf Grund. Dafür, dass du im Text bisher gut gezeigt hast, wie verwirrt Andre ist, übertreibst du es hier mit dem Sagen. Die Metaphern wirken deplatziert. Passender wäre es, wenn Andre so geschockt ist, dass er gar nichts fühlt.


Ein sehr guter Anfang. Ich für meinen Teil werde sofort in Andres Gefühlswelt hineingezogen, nur schmeißen mich einige Redundanzen immer wieder hinaus. Aber die hab ich im Text angemerkt.
An deinem Stil kannst du durchaus noch etwas feilen. Wichtigster Punkt: die Zeichensetzung, da ist noch einige Verbesserung möglich. Von diesen Kritikpunkten abgesehen ... ich würde weiterlesen wollen.

MfG
Azareon


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