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Musikalische Vorurteile


 
 
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Alter Ego
Geschlecht:männlichSchneckenpost

Alter: 28
Beiträge: 8
Wohnort: Österreich


Beitrag15.06.2014 15:51
Musikalische Vorurteile
von Alter Ego
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In seinen Augen blitzte der Wahnsinn. Unter seinen Zehen bröckelten Steine in die Tiefe doch er schien es kaum zu bemerken. Er stand hoch oben, am Rande der Klippe und blickte gefesselt  hinunter auf die kafkaeske Szenerie, die sich vor seinen Augen abspielte.
Der Strand – ansonsten ruhig und gemütlich -  hatte sich in ein höllengleiches Inferno verwandelt. Musikalische Klänge, wie sie nur eine Death Metal Band hervorzubringen im Stande war, schallten mit der Lautstärke eines Presslufthammers über den Strand und ließen die Badegäste vor Qualen kreischen. Panisch und orientierungslos liefen sie durcheinander.
Das Meer begann zu kochen und zu brodeln und färbte sich in blutroter Farbe. Ein Mann versuchte mit einer Luftmatratze den sicheren Strand zu erreichen, doch sie schmolz unter seinem Körper zu einer Schlacke-artigen, schwarzen Masse zusammen und die erbarmungslos kochenden Wellen des Meeres schlugen über ihm zusammen.
Die Lautstärke der Musik war indes um einige Dezibel hinaufgeklettert und ließ nun selbst hartgesottene Metaller, die Hände auf die Ohren pressen und zu Ronnie James Dio beten, er würde sie von der schier unerträglichen Qual erlösen.
Der bislang strahlend blaue Himmel verdunkelte sich. Eine über dem Strand befindliche Gewitterwolke spie mit einem Mal glühende Gitarrensaiten aus, die in der Luft vibrierten und – wie der Mann am Rande der Klippe nüchtern erkannte- der Metal Musik nun eine progressive Note verliehen.
Als die Lautstärke abermals einen Anstieg durchlief, begann Blut aus den Ohren der Badegäste zu rinnen. Die Gitarrensaiten fielen wie Regentropfen und hinterließen brennende Striemen auf den, nur mit Badekleidung bedeckten Körpern.
Der Wahnsinn in den Augen des Mannes hatte zugenommen und ein breites Grinsen nahm die untere Hälfte seines Gesichtes nun fast komplett in Anspruch. Er stieß einen tiefen Growl aus, stürzte sich von der Klippe und  wurde von dem blutroten, brodelnden Meer verschlungen.



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nebenfluss
Geschlecht:männlichShow-don't-Tellefant


Beiträge: 5372
Wohnort: mittendrin, ganz weit draußen
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Beitrag16.06.2014 10:05

von nebenfluss
Antworten mit Zitat

Hallo Alter Ego,

da könnte man sicher ein Standbild draus nehmen und ein Cover einer Metal-Band nach zeichnen.
Als Text mit fortschreitender Handlung sagt es mir allerdings überhaupt nicht zu.

Was den Wahnsinnigen am Rand der Klippe angeht, erzählst du mir außer dem Wahnsinn nichts über seinen Charakter. Das ist dünn, ich weiß mit dem Kerl nichts anzufangen.
Als Kafka-Fan finde ich den Begriff "kafkaesk" hier nicht passend. "Traumhaft" oder "surreal" würde es eher treffen - aber sollte sich das nicht aus der Szene selbst ergeben? Warum erklärst du dem Leser vorher, wie die Szene auf ihn wirken soll?

Gitarrensaiten sind aus Nylon, Nickel oder Stahl - wie können die wie Regentropfen zur Erde fallen? Kann ich mir optisch nicht vorstellen.

Das Ganze wirkt mir wahllos aus apokalyptischen Versatzstücken zusammengebastelt. Die Gewitterwolke könnte eine Strafe Gottes sein - doch Strafe wofür? Dass die Musik nicht progressiv genug ist, oder wie.
Das haut auch in Kombination mit dem Titel nicht hin.
Blutende Ohren hängen mir langsam zum Hals raus, so oft werden die bemüht.
Auch stilistisch kommt mir das, sorry, ziemlich pseudo-literarisch vor (eine über dem Strand befindliche Gewitterwolke - als die Lautstärke abermals einen Anstieg durchlief) - du verschwurbelst Einfaches, um es bedeutsamer klingen zu lassen. Echte symbolische Wirkkraft lässt der Text aber leider vermissen.

Vielleicht magst du dich ja mal mit dem sogenannten 'Handwerk' beschäftigen. Dafür gibt es viele Möglichkeiten im dsfo.


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saher
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 37
Beiträge: 167
Wohnort: baiuvarische Großstadt


Beitrag16.06.2014 15:56

von saher
Antworten mit Zitat

Huuuu,
das ist doch mal echt anders! Nicht mein Ding, aber nicht schlecht geschrieben.
An meinen Vorposter: Als Kafaka-Fan kann ich ihre Irritation sicher verstehen, aber "gogolesk" (wenn schon, dann den Richtigen Wink ) liest sich einfach nicht so schön.
Außerdem kann ich absolut nachvollziehen, warum hier erstmal der Leser durch die Ansage vorbereitet werden soll: Hey, da tut sich Surreales... Minimiere den Schock, um dann noch eins draufzusetzen -> finde ich ok.
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nebenfluss
Geschlecht:männlichShow-don't-Tellefant


Beiträge: 5372
Wohnort: mittendrin, ganz weit draußen
Podcast-Sonderpreis


Beitrag17.06.2014 06:31

von nebenfluss
Antworten mit Zitat

saher hat Folgendes geschrieben:

An meinen Vorposter: Als Kafaka-Fan kann ich ihre Irritation sicher verstehen, aber "gogolesk" (wenn schon, dann den Richtigen Wink ) liest sich einfach nicht so schön.
Außerdem kann ich absolut nachvollziehen, warum hier erstmal der Leser durch die Ansage vorbereitet werden soll: Hey, da tut sich Surreales...

Klar, im 19. Jahrhundert haben die Autoren das schließlich auch gerne getan, diese Wertungen und Vorwarnungen aus der auktorialen Warte. Es ist halt nur nicht mehr zeitgemäß.
Dass sich 'kafkaesk' einfach nur schön lesen sollte (ohne Rücksicht darauf, ob es passt), ist auch mein Eindruck. Das erzeugt eine Erwartung, der das Kommende gerecht werden sollte.

LG


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