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Umstieg auf Linux? (Distribution, funktioniert Scrivener ...)

 
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Nordica
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BeitragVerfasst am: 13.12.2019 11:40    Titel: Umstieg auf Linux? (Distribution, funktioniert Scrivener ...) eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo allerseits,
ich denke über einen Umstieg auf Linux nach und habe nun Fragen über Fragen. Hier im Forum scheinen ja ein paar Linux-Nutzer zu sein, ich hoffe, ihr könnt mir Tipps geben:

Welche Distribution empfehlt ihr einem technisch nicht super-versierten "Normalnutzer", der möglichst wenig Zeit in die Wartung des Systems investieren will? Mint? (Oder ist Mint wegen seiner Beliebtheit bei Nichtprofis hackanfälliger?)

Sollte man überhaupt umsteigen, wenn man kein Technikprofi ist?

Funktioniert Scrivener unter Linux?

Empfehlt ihr, Linux und Windows parallel auf demselben Notebook zu installieren?

Weitere Tipps und Hinweise? Bin für alles unendlich dankbar! smile

Nordica
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fabian
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Beiträge: 202



BeitragVerfasst am: 13.12.2019 12:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ich möchte anderen Usern nicht vorgreifen, aber du wirst sicher erschöpfendere Auskünfte erhalten, wenn Du Dich an eins der spezifischen Linux-Foren wendest. Insbesondere, was Parallelinstallationen angeht.

Was Scrivener betrifft: die Windows-Version läuft bei mir unter Wine (direkt, aber wahrscheinlich auch unter Play on Linux). War ein bisschen Gefrickel nötig, weil der neue Identifizierungsdienst von L&L Anpassungen erforderte. Ist aber alles dort im Forum ausführlich beschrieben.
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Michel
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BeitragVerfasst am: 13.12.2019 13:14    Titel: Antworten mit Zitat

Puh, da wird wahrscheinlich jeder seine Lieblings-Version darstellen. Und nicht nur das: Man kann (anders als bei Windows) ganz unterschiedliche Oberflächen nutzen. Einige laufen leicht verständlich (z.B. Gnome), bei anderen kann man mehr einstellen und alles für sich anpassen (z.B. KDE).

Für den Start finde ich eine Parallelinstallation hilfreich. So kann man sich in aller Ruhe an das neue und ungewohnte System herantasten. Und im Bootmanager kannst du festlegen, welches System vorrangig starten soll (d.h. wenn Du keine manuelle Auswahl triffst). So bin ich viele Jahre gefahren und habe dann irgendwann Windows von der Platte geputzt.

Ich bin damals mit OpenSuse gestartet. Das fand ich als Noch-Windows-Nutzer gut verständlich, es gab ein zentrales Instrument, um Einstellungen zu verwalten, und weil Suse damals weit verbreitet war, fand ich im Netz genügend Support. Ich habe mich mit der KDE-Oberfläche immer am wohlsten gefühlt, aber da geht das mit dem Geschmack schon los.

Im Dienst muss ich, damit mein Praxisprogramm läuft, Ubuntu nutzen. Das ließ sich ultraschnell installieren, aber die dahinterstehende Firma versucht immer mal wieder Eigenprodukte in den Markt zu drücken, die dann mit anderen Linuxen nicht gut laufen. Auf meinen anderen Rechnern läuft deshalb Debian (darauf baut Ubuntu immer noch auf). Etwas mehr Bastelei und fast nie die aktuellsten Programmversionen, aber exzellente Online-Hilfe.

Veith schwört meines Wissens dagegen auf Mint (ähnlich wie Ubuntu); aber vielleicht meldet er sich noch selbst zu Wort.

Jetzt muss nur noch Papyrus für Linux rauskommen und ich bin glücklich.


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Maunzilla
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BeitragVerfasst am: 13.12.2019 15:15    Titel: Antworten mit Zitat

Ich würde Mint empfehlen. Das verwende ich schon seit mehreren Jahren. Es sieht hübsch aus, läßt sich gut konfigurieren und es gibt es deutsches Forum, wo man bei Problemen Hilfe findet.

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Nordica
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BeitragVerfasst am: 13.12.2019 15:55    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank für die Antworten! Der Wechsel scheint ja tatsächlich machbar zu sein.

Noch eine Frage: Ich plane das ja, weil ich Windows 10 vermeiden will. Wenn ich nun beide Systeme eine Weile parallel laufen lasse und dafür das alte Windows benutze, bekomme ich dann ein Sicherheitsproblem?
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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 13.12.2019 16:07    Titel: Antworten mit Zitat

Michel hat Folgendes geschrieben:
Veith schwört meines Wissens dagegen auf Mint (ähnlich wie Ubuntu); aber vielleicht meldet er sich noch selbst zu Wort.
Tut er, keine Sorge.

Ich versuche mal, einen relativ kurzen aber fundierten Einstieg zu geben:

Mint empfehle ich immer, das stimmt, selber nutzen tue ich es nur als Partitionsbackup&Rescue System. Im Moment nutze ich MX auf dem Laptop und Manjaro auf dem Schreibtischrechner. Aber gerade Manjaro würde ich keinem Anfänger empfehlen, weil man quasi nach jedem update damit rechnen muss, dass irgendwas nicht mehr läuft und man es von Hand reparieren muss.
Linux Distributionen kannst du generell in drei Dimensionen unterscheiden: rolling oder frozen, politisch oder apolitisch, und anfängertauglich oder nicht. Für Anfänger empfehle ich jeweils letzteres (es sei denn, man wechselt aus politischen Gründen natürlich).
Unterschied zwischen rolling und frozen ist, dass eine frozen-Distro stabiler läuft, man aber keine komplett neuen Programmversionen dafür bekommt, sondern nur Sicherheitsupdates für die alten Versionen. Somit muss man eine frozen-Distro etwa alle zwei Jahre komplett neu aufsetzen, wenn man neuere Versionen haben will (man kann natürlich auch versuchen, z.B. eine neue LibreOffice von Hand reinzufrickeln, aber dafür muss man ein bisschen Ahnung haben. Und hebelt den Stabilitätsmechanismus der frozen-Idee selber aus). Rolling dagegen heißt, man kriegt sofort jede neue Version von einem Programm, die Distro bleibt immer auf dem aktuellen Stand und wenigstens theoretisch muss man niemals ein neues System installieren. Problem ist nur: Programme ändern sich, und was bei den alten Versionen mal aufeinander abgestimmt war, passt bei den neueren unter Umständen nicht mehr wirklich zusammen und muss wieder von Hand angepasst werden.

Kommen wir zur politischen Dimension: Erst einmal, das Betriebssystem heißt GNU/Linux, Linux ist nur der Kernel (Systemkern), mit dem man alleine nichts anfangen kann. Bisschen Geschichte: Anfang der 80er hat Richard Stallman damit begonnen, ein freies Betriebssystem zu entwickeln. Frei heißt hier nicht kostenlos (freie Software kann gratis sein oder Geld kosten), sondern dass der User damit machen kann, was er will, ohne an Lizenzbestimmungen irgendwelcher Konzerne gebunden zu sein. Richard Stallman lehnt jegliche Form von proprietärer (=nicht freier) Software als unethisch ab, weshalb er manchmal auch (mMn zu Unrecht) als Fanatiker belächelt wird. Stallman entwickelte mit einem Team das freie Betriebssystem GNU (Abkürzung für GNU's not Unix), um einen freien Unix-Klon zu schaffen.Ein wirklich funktionsfähiger Systemkern dafür (der ominöse Hurd) existiert bis heute nicht. Linus Torvalds hatte aber, eigentlich zuerst als Proof of Concept, einen monolithischen Kernel entwickelt, der funktionierte (und ebenfalls freie Sofware ist). Irgendwann kam dann jemand auf den Gedanken, diesen Kernel in das GNU-System einzubauen. Das war die Geburtsstunde von GNU/Linux, was heute von vielen (nach Richard Stallman fälschlich) schlichtweg als Linux-Bertiebssystem bezeichnet wird.
Die Grundidee war also mal ein vollkommen freies System, und die Distributionen wie z.B. Debian, die sich selbst als GNU/Linux bezeichnen und Wert auf den Unterschied legen, sind die politischen. Das heißt, sie enthalten keine proprietäre Software, wie zum Beispiel Adobe-flash-player, Nvidia-Graphiktreiber, MP3-Codecs, etc. Proprietäre Software nicht benutzen zu wollen führt natürlich zu Einschränkungen in der Benutzbarkeit. Die Frage ist hier also: Freiheitsideal oder Funktionalität.  Und ja, man kann auch mit Debian einen Mittelweg gehen und zum Beispiel selbst einen Nvidia-Treiber oder MP3-Codecs installieren.

Mint oder Ubuntu empfehle ich daher, weil es einerseits auf Debian basiert, andererseits bereits proprietäre Treiber und Codecs mitbringt, die der Normalnutzer braucht. Außerdem lässt es sich einfach installieren. Zur Installation sollte man folgendes wissen: Eine Festplatte ist in sogenannte Partitionen aufgeteilt. Das sind voneinander abgegrenzte Speicherbereiche, die mit unterschiedlichen Dateisystemen betrieben werden können. Für ein GNU/Linux System braucht man mindestens zwei Partitionen, nämlich eine sogenannte   Root-Partition (/) und eine Swap-Partition. Letztere sollte etwa doppelt so groß wie der Hauptspeicher des Rechners sein, weil diese als Auslagerungsspeicher benutzt wird und dort der Speicherinhalt reingeschrieben wird, wenn man z.B. beim Laptop den Schlafzustand (hybernate) benutzen will, um Energie zu sparen. Bei frozen-Distros sollte man zusätzlich eine Homepartition (/home) anlegen, auf der die Benutzerdateien gespeichert werden. Das hat den Vorteil, dass man beim Aufsetzen einer neuen Version nur die Rootpartition überschreiben kann, aber die Homepartition behalten. Somit muss man nicht alles auf ein externes Medium sichern, das ganze System überschreiben und dann zurückkopieren (aber externe Backups seiner Nutzerdateien sollte man ja sowie haben und aktuell halten).

Erst einmal sollte man sich überlegen, warum man wechselt. Es gibt verschieden Gründe. Als erstes sei angemerkt: Wer ein besseres Windows sucht, sollte auf eine neue Windows-Version warten und nicht zu Linux wechseln. Linux ist kein besseres Windows, es ist ein ganz anderes Betriebssystem, das ganz anders funktioniert (zumindest unter der Haube, einige Desktop-Varianten lassen sich recht Windows-ähnlich bedienen). Gründe wären also: Ich hab genug von der Bevormundung von Microsoft; ich will ein selteneres System, auf dem die meisten Viren nicht greifen; ich will etwas neues ausprobieren; ich will ein stabileres und sichereres System als Windows; ich will ein freies Unix-System, etc.

Habe ich mich bis hierhin verständlich ausgedrückt? Wenn ja, kann ich später noch was über die verschiedenen Desktops schreiben. Generell: Linux bedeutet Auswahl. Bei Windows kriegt man vorgegeben, was für ein Dateisystem man benutzt, was für einen Desktop, was für einen Filemanager, etc. Bei Linux gibt es überall Alternativen und Anpassungsmöglichkeiten. Oder ganz simple: Wenn Windows Playmobil ist, dann ist Linux Lego (oder Kosmos-Elektronikbaukasten mit chinesischer Betriebsanleitung, je nach Distro.)

beste Grüße,
Veith


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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 13.12.2019 18:10    Titel: Antworten mit Zitat

Nordica hat Folgendes geschrieben:

Noch eine Frage: Ich plane das ja, weil ich Windows 10 vermeiden will. Wenn ich nun beide Systeme eine Weile parallel laufen lasse und dafür das alte Windows benutze, bekomme ich dann ein Sicherheitsproblem?
Ein Sicherheitsproblem bekommst du nur für das alte Windows. Da Linux auf einer anderen Partition liegt, und ein Dateisystem verwendet, das Windows (zumindest out-of-box) gar nicht lesen kann, kann auch keine Schadsoftware von Windows aus an das Linux ran. Es sei denn, du fängst dir unter Windows einen Schädling ein, der mit Administratorrechten läuft und deine gesamte Festplatte auf low-level Ebene schreddert. Dann wäre die Linux-Partition mit zerstört. An die Daten darauf kommt Windows aber gar nicht ran (es sei denn, du installierst unter Windows Treiber dafür, was ich bleiben lassen würde). Linux kann andersrum auch auf Windowspartitionen und Dateisysteme zugreifen.


Weiter zu Linux: Man hat die Auswahl zwischen verschiedenen Desktopumgebungen, kann aber auch mehrere installieren und ausprobieren. Beim Log-In kann man dann auswählen, welchen Desktop man benutzen will. Es gibt ein paar große, weit verbreitete Desktopsysteme und etliche kleinere Exoten, die aber zum Teil nur für bestimmte Anwendungen (Systementwicklung) interessant sind. Weit verbreitet sind:

Gnome: Interessantes System, das aber ganz anders als ein Windows-Desktop funktioniert und einiges an Umdenken erfordert.

Cinnamon: im Prinzip der Gnome Desktop, nur auf Windows-ähnlichere Bedienung umprogrammiert

KDE: War mal (für mich) das Nonplusultra, leider hat sich das ziemlich geändert. KDE-5 ist mMn instabiler Frickelschrott, der, besonders wenn man mit mehreren Benutzeraccounts gleichzeitig arbeitet und im laufenden Betrieb wechselt, sogar mal zu Abstürzen führt. Außerdem fängt KDE an, seine User zu gängeln und besipielsweise zu verbieten, einen Filemanager mit Administrator(=root)-Rechten auszuführen. Klar sind sowas Sicherheitsrisiken, bei denen jeder selber wissen muss, ob er sie eingeht, aber es Usern pauschal zu verbieten geht für mich gegen die Freiheit, für die GNU/Linux eigentlich steht. Ich nutze KDE trotzdem, weil es ein absolutes Killer-Feature hat, das kein anderer Desktop bietet: Aktivitäten. Man kann sich für verschiedene Aktivitäten (z.B. Internet, schreiben, Musik, Graphikbearbeitung, wasauchimmer) separate Desktops anlegen, jeweils mit eigenen Startern und Ordnern auf dem Bildschirm, und beliebig zwischen ihnen hin- und herwechseln. Mehrere Desktops zum Wechseln für mehr Übersicht bieten fast alle Desktop-Systeme, aber da sind dann alle Desktops gleich und unterscheiden sich höchstens durch das Hintergrundbild. Aber gleiche Icons, gleiche Starter, gleiche Dateien auf dem Bildschirm. Aktivitäten, was die meiste Übersicht mMn bietet, kann leider nur KDE. Aber sobald sich das ändert, bin ich da weg.

Mate: Ein Fork des alten Gnome-Desktops, bevor dieser sich mit Version 3 komplett änderte. Stabiler und simpler Desktop, der ein wenig an ältere Apple-Rechner erinnert.

XFCE: Schlanker, relativ älteres-Windows-ähnlicher Desktop, den zum Beispiel MX von Haus aus verwendet. Kann man gut mit Compiz (alternativer Fenstermanager) für unglaubliche Graphikeffekte (z.B. verbrennende oder zerbröselnde Fenster beim Schließen, animierte 3D-Modelle in einem frei drehbaren Desktop-Würfel oder -Zylinder, etc.) aufbohren. KDE bietet auch ein paar Compiz-ähnliche Effekte, aber längst nicht so viele, und vor allem nicht so stabil und flüssig.  

Was für einen Desktop man verwendet, ist vor allem eins, nämlich Geschmackssache. Ruhig mal am Anfang verschiedene installieren und ausprobieren, was einem am besten gefällt.

Ach so, Thema Installation: Die großen, benutzerfreundlichen Distros bieten alle sogenannte Software-Manager. Damit kann man aus einer Liste ganz einfach jedes Programm installieren, das man haben will, einfach durch Anklicken. Man muss nichts von Hand installieren und sich auch nicht mit Installationsprogrammen und Deinstallationsprogrammen rumschlagen. Je größer eine Distro ist, desto mehr Programme findet man in diesen sogenannten Repos. Ist ein Programm nicht im Repo einer Distro, kann man es von Hand nachinstallieren (ggf selbst kompilieren), aber das erfordert einiges an Administrator-Wissen. Die Distribution mit der größten über Repos verfügbare Softwareauswahl zur einfachen Installation durch anklicken ist mMn immer noch Ubuntu. Mint kann aber zum Beispiel auch die Ubuntu-Repos nutzen, weil Mint letztendlich immer noch eine Art Ubuntu-Variante ist.

Als Anfänger würde ich also sagen: Mint oder Ubuntu.

Viel Spaß beim Ausprobieren und willkommen in der GNU/Linux-Welt. Bei Fragen darfst du dich gerne an mich wenden.

Oh, und bloß nicht abschrecken lassen, von all den Auswahlmöglichkeiten. Hat man erstmal ein System gefunden, ist die Bedienung davon nicht komplizierter als bei Windows, in vielen Fällen sogar einfacher (Softwareinstallation und -deinstallation, zentrale und vor allem übersichtliche Einstellungsmöglichkeiten). Selbst meine Schwiegermutter (oder heißt das bei Mutter von Ex-Frau dann auch Ex-Schwiegermutter?) kommt mit dem von mir installierten Ubuntu auf ihrem Laptop prima klar, und die hat wirklich überhaupt keine Ahnung von Computern. Dass Linux nur für Experten sei, ist ein lange überholter Mythos (lass allerdings die Finger von Distributionen wie Gentoo, Arch und Debian, die sind wirklich für Experten und die kriegt ein normaler User nicht einmal installiert (selbst Linus Torvalds hat mal gesagt, er nutze kein Debian, weil ihm das zu kompliziert sei)).

beste Grüße,
Veith

Edit/Korrektur zum ersten Post:
Veith hat Folgendes geschrieben:
Für Anfänger empfehle ich jeweils letzteres
Natürlich nur in den ersten beiden Kategorien, also nicht nicht-anfängertauglich, aber das sollte trotz meiner falschen Ausdrucksweise klar sein.

Ich hoffe, meine längeren Ausführungen helfen weiter.

Ach ja, und nicht vergessen: Laughing

Quelle: XKCD


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Pollux
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BeitragVerfasst am: 13.12.2019 18:59    Titel: Antworten mit Zitat

Dem von V.K.B. ist nichts zuzufügen ^^

Ich selber arbeite seit einem halben Jahr mit Mint und bin hoch zufrieden.
Anfänglich war es zwar etwas kompliziert, wenn man doch mal über das Terminal arbeiten musste. Die ganzen Befehle sind für mich  nach wie vor völlig rätselhaft... aber im deutschen mint-Forum wird einem echt gut geholfen.

Win und Linux parallel laufen lassen, da kann ich nichts zu sagen. Ich plane es zwar immer wieder mal ein, wenn ich eine Software habe, die nur auf Windows läuft.
Aber am Ende hab ichs doch nicht gemacht und stattdessen lieber nach einem Programm gesucht, das den geforderten Ansprüchen einigermaßen gerecht wird und über die Anwendungsverwaltung verfügbar ist ^^
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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 13.12.2019 19:47    Titel: Antworten mit Zitat

Pollux hat Folgendes geschrieben:
Win und Linux parallel laufen lassen, da kann ich nichts zu sagen.
Man muss da auch unterscheiden, was man mit "parallel" meint. Nur auf dem gleichen Rechner, beim Booten auswählbar, welches System man starten will (Dual-Boot-Konfiguration) oder wirklich parallel, also beide gleichzeitig in Betrieb?

Ersteres funktioniert problemlos, man sollte nur bei Windows fast-boot deaktivieren und Secure-Boot ausschalten, sonst weigert sich der Windows-Rechner, Linux zu starten (obwohl es ein paar Distros gibt, die auch mit Secure-Boot funktionieren).

Zweites macht immer Probleme. Wenn der Rechner zwei Betriebssysteme gleichzeitig laufen lassen soll, hast du für jedes nur die Hälfte an Systemressourcen (z.B. Speicher und Rechengeschwindigkeit) zur Verfügung. Eins der Systeme muss man virtualisieren, das heißt, das erste System simuliert einen zweiten Rechner in einem Fenster, auf dem dann das zweite Betriebssystem läuft. Das geht zum Beispiel mit dem Programm VM-Ware. Ich würde Linux nativ laufen lassen und Windows virtuell, weil dann das Hauptsystem die Sicherheit von Linux hat und Schädlinge auf dem virtuellen Windows nicht einfach so aus ihrer Sandbox ausbrechen können. Dabei gilt aber: Die virtuelle Maschine frisst viele Ressourcen des Systems, auf dem sie läuft, und kann nicht die Leistung wie ein System im Einzelbetrieb erreichen. Spielen auf einem virtuellen Windows kann man damit vergessen, wenn man nicht einen Ultra-Überrechner hat.

Muss man Windows-Programme auf Linux verwenden, ist Wine/PlayonLinux oft die bessere Lösung. Im Prinzip ist beides das gleiche, PlayonLinux ist nur ein Verwaltungsprogramm für verschiedene Wine-Versionen und –Konfigurationen. Wine emuliert im Gegensatz zu einer VM (virtual mashine) keinen zweiten Rechner (wie der Name schon sagt, Wine steht für "Wine is not an emulator"), sondern stellt nur eine Art Übersetzer zwischen der Windows und Linux-API dar. Versucht also, die vom Windows-Programm getätigten Systemaufrufe so zu übersetzten, dass auch Linux sie verstehen und ausführen kann. Nachteil ist, dass man sich damit aber auch u.U. Kompatibilität zu Windows-Schadsoftware erschafft. Auch funktionieren nicht alle Windows-Programme unter Wine. Aber die Programme, die laufen, laufen dann ohne Geschwindigkeitsverlust. Man kann z.B. einen Windows-Steam-Client unter Wine auf Linux laufen lassen und viele Windows-only Spiele damit auch ohne Geschwindigkeitsverlust unter Linux laufen lassen. Oder –ganz ironisch– die Windows-Version des Playstation1-Emulators ePSXe läuft schneller als die native Linux-Version, selbst wenn man sie unter Wine auf Linux laufen lässt (weil die Windows-Version länger entwickelt wurde und die besseren Codecs hat). Wine ist also oft die bessere Alternative als Dual-Boot (kein Umschalten zwischen Systemen, ohne den Rechner neu zu starten) oder VM (erhebliche Leistungseinbußen), allerdings auch ein größeres Sicherheitsrisiko (falls man Programme mit Trojanern u.ä. damit ausführt). Hat man aber eine saubere Windows-Binary (=.exe-Datei), kann man sie ruhigen Gewissens unter Wine ausführen, da kann eigentlich nichts passieren. Ich empfehle, die Mime-Eintäge für .exe und .com Dateien in der Systemkonfiguration zu löschen, falls Wine solche angelegt hat. Dann kann man Windows-Programme nicht einfach über Anklicken automatisch mit Wine starten, sondern nur sorgfältig ausgewählte von Hand über Konsole oder dafür angelegten Starter. Damit man nicht aus Versehen mal auf den Rechnung.pdf.exe Anhang einer Mail klickt und das Ding vielleicht tatsächlich unter Wine lauffähig ist.


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Literättin
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BeitragVerfasst am: 14.12.2019 08:35    Titel: Antworten mit Zitat

So sehr ich die Idee hinter Linux schätze und so sicher ich mich auf meinem kleinen Laptop mit Linux gefühlt habe, so sehr hat es mich genervt, dass ich andauernd nacharbeiten musste. Der Cartoon oben gibt es recht gut wieder Laughing .

Irgendwann aber war ich es satt, denn eines ist Linux leider wirklich nicht: benutzerfreundlich.

Ich kam mir zwar eine Weile schon wie ein Profi vor (na toll), wenn es mir gelungen war, mich gegen die penetrante Machokultur in entsprechenden Userforen, durch enorme Beharrlichkeit und Dickfelligkeit hindurchzukämpfen (unter einem geschlechtsneutralen Nick), um an wirklich taugliche (und nicht eitel herausgeblasene) Infos zu kommen wie ich x unter y ans Laufen bekomme, aber das Blöde war, dass es an immer anderen Ecken, nach jedem update oder upgrade, zu irgendwelchen Unstimmigkeiten kam und ich mich immer wieder ins dicke Fell werfen und in die Machohöhlen begeben musste, damit ich überhaupt an meinem Rechner arbeiten konnte. Da hat es mir dann irgendwann gereicht.

Als ich mir zuletzt zum x-ten Male anhören durfte, dass ich wohl zu denen gehöre, die sich einbilden, einmal im Jahr im Forum auftauchen zu können, ohne mich selbst vorher schlau gemacht zu haben, oder mich wenigstens regelmäßig (täglich? wöchentlich?) einzubringen, war ich regelrecht froh, dass mein kleiner Linux-Laptop seinen Geist aufgab und ich seufzend (nicht einmal wirklich erleichtert, aber von der Aussicht weiteren Linux-Frust befreit (und nein: Scrivener habe ich unter Linux nie zum Laufen bringen können)) einen neuen Gebrauchten mit dem obligatorischen vertraut-verhassten Windows drauf anschaffen musste.

Jetzt läuft natürlich auf dem auch wieder der Windows support aus - aber ehrlich: mich wieder der Linux-Tortur aussetzen? ... Nee. Ich glaube, ich lasse es diesmal lieber drauf ankommen und werde feststellen, dass nicht wirklich was Schlimmes geschehen wird. Ich kenne Leute, die haben uralt Versionen von Windows auf ihren Rechnern und die laufen immer noch, ohne dass sich ein Virus dafür interessiert hätte.


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Christ wird nicht derjenige, der meint, dass "es Gott gibt", sondern derjenige, der begonnen hat zu glauben, dass Gott die Liebe ist.
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Im günstigsten Fall führt literarisches Schreiben und lesen zu Erkenntnis.
- Marlene Streeruwitz - (Danke Rübenach für diesen Tipp.)
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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 14.12.2019 09:42    Titel: Antworten mit Zitat

Literättin hat Folgendes geschrieben:
Irgendwann aber war ich es satt, denn eines ist Linux leider wirklich nicht: benutzerfreundlich.
Darf ich fragen, was für ein Linux du benutzt hast? Wie ich bereits erklärte, gibt es da große Unterschiede bei den Distributionen. Ubuntu und beispielsweise Mint gehen nach Updates nie kaputt und da muss auch überhaupt keine Wartung erfolgen (frozen releases). Ich hab die beiden Systeme schon etlichen Leuten installiert, und da hat nie jemand wirklich Ärger mit gehabt. Und das waren keine IT-Fachleute, sondern Kollegen meiner Ex-Frau (Lehrer) mit absolut Null Ahnung von Computern.

Wo ich dir recht gebe, sind einige Foren, besonders die deutschen. Ich habe jahrelang kein deutsches Linux-Forum mehr besucht, und das hat Gründe. Anscheinend gibt es da eine Menge arroganter Idioten, die sich für was Besseres halten und man kriegt nur dumme Sprüche, wenn man eine Frage stellt (auch als Mann, mit Sexismus hat das also nichts zu tun). Sicherlich gibt es in englischsprachigen Foren auch solche Leute, aber der Prozentsatz ist wesentlich geringer. Außerdem ist in englischsprachigen Foren auch der User-pool wesentlich größer, und damit bessere Chancen, jemanden zu treffen, der wirklich eine Lösung für das Problem weiß, statt irgendwelche Dummschwätzer, die sich wichtig machen wollen.

Zitat:
so sehr hat es mich genervt, dass ich andauernd nacharbeiten musste. Der Cartoon oben gibt es recht gut wieder
Ich fürchte nur, du hast ihn nicht ganz richtig verstanden, da geht es nicht ums nacharbeiten müssen, sondern darum, alles selbst machen und anpassen zu wollen, was man machen und anpassen kann. Niemand muss sich selbst einen Kernel kompilieren, das macht man nur, wenn man ein System haben will, das 100% auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist und absolut keinen Ballast enthalten soll. Und kein normaler Benutzer käme je auf den Gedanken, von Ubuntu auf Gentoo zu wechseln, weil bei Ubuntu einiges vorkonfiguriert ist ("autoconfig issues"). Bei Gentoo baust du dir selbst ein System fast from scratch auf, da läuft gar nichts out of-box und soll es auch nicht. Ist nämlich für diejenigen, die sich wirklich selbst ein eigenes Betriebssystem zusammenbasteln wollen, das keinen Ballast enthält wie zum Beispiel Treiber für Hardware, die man gar nicht verwendet. Damit holt man dann wirklich den letzten Funken Leistung aus seiner Maschine raus, den diese aufbringen kann. Aber der normale Programmanwender braucht das bestimmt nicht. Auch ich nutze meist nicht mehr als höchstens 60% der Systemleistung meines Rechners (von den vielleicht 90%, die ein vorkonfiguriertes Betriebssystem nutzbar macht). Warum sollte ich da hunderte von Stunden investieren, um die restlichen 10% verfügbar zu machen?

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BeitragVerfasst am: 14.12.2019 10:51    Titel: Antworten mit Zitat

Laughing  Ja natürlich darfst du fragen, aber ich die Antwort führt sicher nicht weiter, denn du wohnst vermutlich nicht hier um die Ecke und kämst auch nicht vorbei um mir das alles fachgerecht aufzuspielen. Nicht jeder hat das Glück einen versierten Linux-Nutzer in leibhaftiger Rufweite zu haben und ich fürchte, das braucht es aber, um nicht hauptberuflich selbst zum Linuxnutzer werden zu müssen und deshalb quasi zu nichts anderem mehr zu kommen. Überspitzt gesagt.

Den Cartoon habe ich insofern schon richtig verstanden, dass kein normaler Nutzer dieses Kauderwelsch sich so zu eigen machen kann, dass er nicht in die Falle tappt, sich irgendwann im Kernel (oder sonstwo in den Tiefen des Systems) wiederzufinden. Unfreiwillig.

Ich habe es jedenfalls geschafft, dank der freundlichen Bombardierung mit lauter lustigen Algorithmen mein System völlig zu schreddern. Es entstand natürlich ein überflüssiger Hahnenkampf über den Blödsinn, der mir da im Forum angeraten worden war, solange, bis sich die Hähne geeinigt hatten, dass ich wohl der Idiot gewesen war, dem die falsche Endung des Algorithmus (nur für absolute Fachleute vorgesehen!) nicht aufgefallen war. Laughing

Das Ergebnis sah so aus:



P.S.: Immerhin: es wurde mir auch wieder geholfen, das System zu reparieren, bzw. funktionsfähig neu aufzusetzen. Äm: halbwegs funktionsfähig.


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BeitragVerfasst am: 14.12.2019 11:23    Titel: Antworten mit Zitat

Die meisten Computerprobleme entstehen, wenn Leute meinen, an einem funktionierenden System etwas ändern zu müssen.
Ich habe einen Laptop, auf dem seit 2016 ein unverändertes, nie gepatchtes Windows 10 läuft, und läuft, und läuft...
Keine Probleme mit kaputten Updates, zerschossenen Treibern oder Programmen, die plötzlich ganz anders aussehen und funktionieren, weil irgend jemand meint, da wäre jetzt modern so. Ich muß nicht mehr alle paar Monate sämtliche Spionage- und Telemetriefunktionen deaktivieren, weil irgend ein Update sie heimlich wieder in Betrieb setzt.
Und Angst vor Viren habe ich auch keine. Hatte den letzten harmlosen irgendwann um 1998. Auch Linux läuft großartig, so lange man sich mit Updates an bestimmten Funktionen zurück hält. Aber auch gibt es gewisse Programme, an denen ich nichts mache, weil ich keine Änderungen mag.


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BeitragVerfasst am: 14.12.2019 11:39    Titel: Antworten mit Zitat

Laptops und Grafikkarten sind nach meiner Erinnerung in früheren Jahren der Essig im Wein der Nutzerfreundlichkeit von Linux gewesen (vielleicht ja auch immer noch).
In Bezug auf Desktop-Rechner gilt aber schon lange: man muss die Pforten zur Hölle nicht mehr öffnen.
Und noch ein Aspekt, der für mich für Linux spricht:
alte Mac- und Windows-Hardware wird mir fast nachgeschmissen, weil sie mit neueren Systemanforderungen nicht mehr klar kommt.
Linux läuft dann immer noch prima darauf – auch in den neuesten Versionen.
Wenn ich unbedingt frickeln will, mach ich das also auf einer zweiten Maschine.
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BeitragVerfasst am: 14.12.2019 13:39    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Das Ergebnis sah so aus:
:shock: Hölle, was hast du da denn angestellt???
Den Graphiktreiber deinstalliert? Versucht, von Hand an Displayeinstellungen wie Bildrate rumzufrickeln und die XORG.conf zerschossen? Von alleine passiert sowas jedenfalls nicht.
Man sollte auch nicht irgendwelche Konsolenbefehle eingeben, die einen jemand in einem Forum sagt, wenn man die nicht versteht. Da besser an Anleitungen und HowTos offizieller Webseiten halten.

Ich kann ja auch schreiben: Hallo Linux-Nutzer, gebt doch mal folgenden Befehl in die Konsole ein, geht auch mit copy&paste:
 :(){ :|:& };:
Und das ist noch harmlos (führt nur nach kurzer Zeit zu einem Systemabsturz, macht aber nichts dauerhaft kaputt (sogenannte Forkbomb)). Richtig bösartige Befehle zitiere ich mal lieber nicht, bevor das tatsächlich noch irgendwer eingibt. Aber Vorsicht, es gibt auch in Foren mal Trolle, die es witzig finden, jemandem einen möglichst kryptischen Befehl wie den oben (den man aber durchaus verstehen kann, wenn man sich mit Konsolensyntax auskennt) vorzusetzen.

Die Konsole ist ein mächtiges Werkzeug, das einem jede Menge Arbeit durch Automatisierung von Vorgängen erleichtern kann, aber man sollte sie zumindest etwas verstehen, bevor man sie nutzt. Denn da die Konsole quasi alles kann, kann man damit eben auch eine Menge Mist machen und sich das System ganz schnell irreparabel beschädigen. Da kann schon ein falsch getippter Buchstabe fatal sein (ist einem Bekannten von mir mal passiert: statt ein Installationsimage auf einen USB-Stick zu flashen hat er damit seine Datenfestplatte überschrieben (falscher Laufwerksbuchstabe)). Ich sag meinen Kunden da immer: Finger von weg von irgendwas, was ihr nicht versteht. Man stochert ja auch nicht mit einem Lötkolben in der Platine seines Fernsehers rum, wenn man keine Ahnung von Elektronik hat.

Und, wie Maunzilla schon sagte: If it ain't broke, don't fix it.


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sleepless_lives
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BeitragVerfasst am: 14.12.2019 15:33    Titel: Antworten mit Zitat

Ich benutze schon viele Jahre lang ohne größere Schwierigkeiten Linux auf Desktops, Laptops und dem Raspberry Pi. Gut, wenn es Probleme gibt, kann ich was unternehmen, auch wenn es die Konsole und die Veränderung von Konfigurationsdateien einschließt. Ich habe nur nicht die geringste Lust, meine Zeit damit zu verbringen. Da verhalte ich mich also praktisch wie ein Linux-Anfänger. Anpassen des Erscheinungsbildes und des Verhaltens der Benutzeroberfläche, ja; viel daran herumwerkeln, nein.  In letzer Zeit waren es bei mir Ubuntu-Versionen (Xubunu, Lubuntu), aber von der Arbeit her habe ich jetzt sehr gute Erfahrungen mit Debian, also vielleicht wird es das auch beim nächsten privaten Computer. Es gibt natürlich bei den Computerherstellern auch deutliche Unterschiede, manche sind völlig Microsoft-fixiert, andere weniger. Das sollte man vielleicht im Hinterkopf behalten.

Wer allerdings glaubt, mit veralteten, nicht (mehr) gepatchten Betriebssystemen sicher zu sein, der lebt in einer Fantasiewelt. Weder Viren, noch Würmer, noch menschliche Angreifer geben ihre Anwesenheit bekannt, es sei denn sie wollen Geld, nachdem sie die Festplatte verschlüsselt haben (das staatliche britische Gesundheitssystem NHS hatte 2017 Schäden in Millionenhöhe und der Betrieb war gefährdet, weil ihre alten Windows XP Rechner unbrauchbar wurden). Auch wenn der Computer Teil einer Zombie-Armee geworden ist, um andere Angriffe zu unternehmen, bemerkt der Normalbenutzer es bestenfalls, wenn es zu spät ist. Sollte es dem Angreifer gelingen, ein Keylogger-Programm zu installieren, dann kommt er oder sie auch an alle Passwörter, die vom nichtsahnenden Benutzer irgendwann irgendwo eingetippt werden.


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Maunzilla
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BeitragVerfasst am: 14.12.2019 18:10    Titel: Antworten mit Zitat

Computerviren kommen nicht von selbst. Die muß man sich schon installieren, etwa indem man auf irgendwelche Links in Mails klickt oder sich irgend ein dubioses Zeug installiert oder Dokumente mit Makros öffnet usw.
Da ich das alles nicht mache, Scripte und Werbung möglichst blockiere, ist selbst mein Windows XP-Rechner immer noch sicher unterwegs.
Als Privatperson bekomme ich normalerweise keine Mails von Unbekannten und muß daher auch keine solchen öffnen.
Für Linux-Systeme gibt es ohnehin kaum Malware, weil sich das außer für Staatstrojaner o.ä. nicht lohnt. Warum sollte jemand einen Virus programieren, der auf max 1,4% der PC funktioniert, wenn er sich mit dem gleichen Arbeitsaufwand an 85% Windows-Nutzer wenden kann?


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Nordica
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BeitragVerfasst am: 16.12.2019 13:03    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank für die zahlreichen Antworten!

Besonderen Dank an dich, Veith, für die ausführlichen, auch für Anfänger verständlichen Erklärungen. Dann werde ich es mal versuchen ...
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BeitragVerfasst am: 16.12.2019 21:13    Titel: Antworten mit Zitat

Nordica hat Folgendes geschrieben:

Besonderen Dank an dich, Veith, für die ausführlichen, auch für Anfänger verständlichen Erklärungen. Dann werde ich es mal versuchen ...
Viel Erfolg. Fall du auf Probleme stößt, frag mich ruhig.

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Maunzilla
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BeitragVerfasst am: 16.12.2019 23:32    Titel: Antworten mit Zitat

Noch ein kleiner Hinweis: Auf Youtube gibt es unzählige Videos, wo man sich die verschiedensten Linuxe und Desktop-Umgebungen anschauen kann. Da kann man sich schon mal einen kleinen Überblick verschaffen, ob einem das Design und das Bedienkonzept grundsätzlich zusagen.

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BeitragVerfasst am: 18.12.2019 11:56    Titel: Antworten mit Zitat

Maunzilla hat Folgendes geschrieben:
ob einem das Design und das Bedienkonzept grundsätzlich zusagen.
Bedienkonzept ja, aber Design ist doch komplett variierbar. Icons, Fensterrahmen, Fensterknöpfe, Mauszeiger, Farben, Menüstruktur, Aussehen und Position der Systemleiste(n), etc. Also da bloß nicht abschrecken lassen, wenn einem was von Aussehen her nicht gefällt, das lässt sich meist mit ein paar Klicks umändern.

Die meisten Installation-DVDs sind heute ja auch gleichzeitig Live-Systeme, das heißt, man kann sie vorm Installieren einfach auf dem eigenen Rechner ausprobieren. Dabei nur im Hinterkopf behalten: Eine Live-CD ist sehhhr laaaaaaangsam, also nicht von minutenlangen Lade– und Reaktionszeiten abschrecken lassen; hat man das System später auf Festplatte installiert, läuft es sehr viel schneller. Und auf SSD nochmal viel schneller.


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Maunzilla
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BeitragVerfasst am: 18.12.2019 12:44    Titel: Antworten mit Zitat

Wer benutzt denn heute noch CD? Shocked
Von einem USB-Stick aus läuft es schon akzeptabel schnell. ==> Eine .iso-Datei herunterladen und vermittles eines Programms wie Unetbootin auf einen Stick installieren.

Was das Anpassen anbelangt, konnt es sehr auf die Umgebung an. Bei manchen kann man kaum etwas ändern, ohne daß man direkt Konfigurationsdateien editieren muß. Aber es ist zweifellos einfacher anpaßbar als bei Windows 7-10.


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