14 Jahre Schriftstellerforum!
 
Suchen
Suchabfrage:
erweiterte Suche

Login

Jetzt erhältlich! Eine Anthologie von und mit unseren Usern. Jetzt bestellen! Die erste, offizielle DSFo-Anthologie! Lyrikwerkstatt Das DSFo.de DSFopedia


briefing sieben Uhr dreißig


 

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Lyrik -> Werkstatt
 Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Tula
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 700
Wohnort: die alte Stadt


BeitragVerfasst am: 01.06.2019 18:50    Titel: briefing sieben Uhr dreißig eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Briefing sieben Uhr dreißig


die Sonne quetscht sich dreist durch mein Rouleau und trifft
sogar die Wade bleibt dabei: der Morgen ist
noch grauer als der Abend glaub' ich weiß es selbst
der Keks in meiner Kaffeetasse widerspricht

dem archimedischen Prinzip denn er verdrängt
rein gar nichts läuft nach seinem dunklen Drang so läuft
er sich nur voll im schwarzen Analeptikum
versagt auch ihm ein letzter Auftrieb und versinkt
 
in meinen Träumen sitze ich auf einem Berg
von Opfertieren ausgedörrt berechne ich
die Aussichten auf einen Grenzwert über Null
bevor's zu spät wird les' ich schnell mein Horoskop:

ich könnt' ja mal 'was Schönes schreiben



_________________
aller Anfang sind zwei ...
(Dichter und Leser)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
poetnick
Geschlecht:männlichKlammeraffe

Alter: 58
Beiträge: 675
Wohnort: Europa


BeitragVerfasst am: 03.06.2019 12:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tula,

hoffe das Briefing dieses Morgens vermittelt stärkeren Auftrieb.


Zitat:
der Morgen ist
noch grauer als der Abend
vielleicht auf Anhieb nicht so ganz erhellend, da die Sonne sich zuvor schon durchs Rouleau quetschte. Ja, liegt sicher im Empfinden des Beschienen, dennoch - gäbe es eine Alternative?

Zitat:
dem archimedischen Prinzip denn er verdrängt
rein gar nichts läuft nach seinem dunklen Drang


Das mit dem Keks ist ein findiges Bild des beschwerenden Sogs, der selbst LyIchs Wade im Grau des Morgens belässt.

Hm, der Berg von Opfertieren im Traum...eine Strecke von Erlegtem, oder Abgelebtem, das zurückbleibt und selbst einen guten Teil zum Verzehr des Lyichs in doppeltem Sinne beitrug?

Tröstlich, dass, wie ein Wasserzeichen des Archimedes, ein feiner, lakonischer Humor durchschimmert.
Gut, seinem Horoskop zu folgen. Smile

LG - Poetnick


_________________
Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Tula
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 700
Wohnort: die alte Stadt


BeitragVerfasst am: 03.06.2019 22:26    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Lieber poetnick

Vielen Dank für deine Zeilen und den seelischen Beistand Embarassed

Nun ja, du hast es dir sicherlich erschlossen, Lyri ist nicht immer gut drauf, aber auch unter diesem Umstand nimmt er sich trotzdem nicht allzu ernst.

Was die beiden Stellen anbelangt, man sagt doch, dass der Morgen schlauer als der Abend ist, und bei geschlossenem Fenster bleibt es eben bei einem eher farblosen Lagebericht bzw. -plan für den kommenden Tag.

Der Berg von Opfertieren ist nun wieder für das Gedicht extrem wichtig, denn dieser erklärt Lyrich's miserablen Zustand. Also keine Jagdtrophäen, ganz das Gegenteil.

Da fällt mir jetzt zum Thema einer der besten Hits der DDR Rockgeschichte ein. Die Musik war damals nicht so berauschend im Vergleich zu rollenden Steinen anderswo. Aber es gab erstaunlich lyrische Songtexte. Einer meiner Lieblinge ist der von Renft "als ich wie ein Vogel war ...". Ich gehe ihn jetzt mal suchen ...

Hier issa https://www.songtexte.com/songtext/renft/als-ich-wie-ein-vogel-war-2bca74d2.html
Auch auf youtube schnell zu finden.

Also nochmals vielen Dank. Lyrich geht's wahrscheinlich  wieder besser und die nächste Opfergabe wird sich schon finden Rolling Eyes

LG
Tula

PS: bliebe noch eine wichtige Stelle in S2, die es auf recht faust-dicke Weise in unsere deutsche sprichwörtliche Schatztruhe gefunden hat. Auch diese sollte den Bogen zur dritten spannen. Lyri will schon auf dem richtigen Weg schreiten ...


_________________
aller Anfang sind zwei ...
(Dichter und Leser)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Anoa
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 63
Beiträge: 155
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 04.06.2019 09:06    Titel: Antworten mit Zitat

Tut mir leid, aber ich habe nicht verstanden. Um was geht es? Oder lähmt mich die hitze?

_________________
Mona Ullrich, Berlin
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
poetnick
Geschlecht:männlichKlammeraffe

Alter: 58
Beiträge: 675
Wohnort: Europa


BeitragVerfasst am: 04.06.2019 11:16    Titel: Antworten mit Zitat

Nur kurz:

Zitat:
Hier issa https://www.songtexte.com/songtext/renft/als-ich-wie-ein-vogel-war-2bca74d2.html
Auch auf youtube schnell zu finden.


habe mal reingelesen und gehört, stark, und schön die Rosenblätter.

LG - Poetnick


_________________
Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Tula
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 700
Wohnort: die alte Stadt


BeitragVerfasst am: 04.06.2019 23:43    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

die Ironie des Schicksals

liebe Anoa, stellt dein aufrichtiger Seufzer nur allzu deutlich unter Beweis. Denn genau DARUM geht es: du siehst es (bzw. Lyri) nicht, dort oben auf seinem virtuellen Opferberg. Er hat sich hehre Ziele gesteckt, will doch nur 'das Richtige' machen, aber:

Zitat:
rein gar nichts läuft nach seinem dunklen Drang


was den findigen Leser durchaus an den alten Faust erinnern sollte:

Ein guter Mensch, in seinem dunklen Drange,
ist sich des rechten Weges wohl bewußt.


Leichter gesagt als getan wenn die guten Taten gar nicht wahrgenommen werden, und da kann auch der eifrigste und ehrenvollste aller "sich-Aufopfernden" verzagen.

Beim Schreiben dachte ich nicht an den alten Song von Renft, aber gestern beim Kommentieren fiel mir auf, wie schön er eigentlich zu meiner Absicht hier passt. Da hatte ich gestern sogar die Befürchtung, etwas zu deutlich gewesen zu sein.

Ich überlege, ob der Text nicht einen Schwung zu albern ist. Das Thema ist nämlich ernst. Wohl jeder, der sich schon mal 'zu viel vorgenommen hat' dürfte solche Erfahrungen des fehlenden Erfolgs bzw. der ausbleibenden Anerkennung kennen, ob als dichtender Dichter, Sportler, arbeitender Mensch, Liebender und nicht zurück-Geliebter oder einfach nur als (verkannter) Freund. Das wollte ich offen lassen; mag sich der Leser in seiner Erinnerung seine eigenen Enttäuschungen suchen.

Dann aber ist der ironische Unterton auch wieder ein wichtiger Bestandteil der 'mässitsch', denn gerade Humor hilft uns in unseren Tiefpunkten weiter. Wehe dem, der in solchen Momenten nicht über sich selbst lachen kann.

In diesem Sinne, hoffentlich nicht unverstandene Grüße

Tula


_________________
aller Anfang sind zwei ...
(Dichter und Leser)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
menetekel
Geschlecht:weiblichExposéadler

Alter: 100
Beiträge: 2090
Wohnort: Planet der Frühvergreisten


BeitragVerfasst am: 07.06.2019 16:59    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt solche Tage.
Die sind grauer als ihre Vorgänger, egal wie licht die Sonne scheint.
Sie bergen lediglich eine Kette von Widrigkeiten. Alle gebrachten Opfer haben sich längst überlebt - bis auf das eine, das nur in seiner Wiederholung wirkt.
Kurzum: Auf mich wirkt dies alles recht schlüssig. Bin ich doch mit "goldenen Serien" nur allzugut bekannt. Embarassed

Herzliche Grüße
m.


_________________
Alles Amok! (Anita Augustin)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Tula
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 700
Wohnort: die alte Stadt


BeitragVerfasst am: 09.06.2019 11:12    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke dir liebe menetekel

nun habe ich in der Tat versucht, mal 'was Schönes zu schreiben

LG
Tula


_________________
aller Anfang sind zwei ...
(Dichter und Leser)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Lyrik -> Werkstatt Alle Zeiten sind GMT - 11 Stunden
Seite 1 von 1



 
 Foren-Übersicht Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht teilnehmen.
In diesem Forum darfst Du keine Ereignisse posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten
Du kannst Dateien in diesem Forum herunterladen

Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Keine neuen Beiträge Vorstellung nach sieben Jahren x40 Roter Teppich & Check-In 4 01.01.2020 11:11 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Im Bus um 18.30 Uhr Hallogallo Werkstatt 0 05.12.2019 10:05 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Land der sieben Träumer malu_vs Werkstatt 9 18.10.2019 10:11 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Die Uhr ist Zeuge Soleatus Trash 5 08.03.2019 00:02 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Warum sah Max von Sydow auf seine Uhr... Constantine Zehntausend 01/2019 52 01.01.2019 20:00 Letzten Beitrag anzeigen

EmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungBuchEmpfehlungEmpfehlungBuchEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlung

von Cheetah Baby

von Lapidar

von Nordlicht

von zwima

von Schreibmaschine

von CAMIR

von MoL

von Cheetah Baby

von DasProjekt

von Gießkanne

Impressum Datenschutz Marketing AGBs Links
Du hast noch keinen Account? Klicke hier um Dich jetzt kostenlos zu registrieren!