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Time Keeper


 

 
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Bonston
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 28
Beiträge: 28
Wohnort: Neuseeland


BeitragVerfasst am: 20.12.2015 04:26    Titel: Time Keeper eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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So folgende Textzeilen ist der Beginn einer Geschichte, bei der ich mir aber weder handwerklich noch vom Stil her sicher bin ob das alles wirklich so funktioniert und gut klingt. Ich hoffe als Einstand hier ein paar kleine Anregungen finden zu können smile

Zitat:
Der Uhrmacher

Wo Raum und Zeit im Chaos wankten
Wo Welten um mehr Welten zankten
Die Welt uns einen Führer schenkte
Der uns durch alle Zeiten lenkte

Durch die Arbeit, unsren Fleiß
Durch die Ordnung und den Schweiß
Durch gute wie auch schlechte Tage
Stellten wir ihn nie in Frage

Wir gedenken all der Zeiten
Als Geschenke ohne Vorbehalt
Mit ihm gemeinsam woll'n wir schreiten
Bis an's Ende unsrer Zeit

Prolog
Wenn dein Körper wieder zum Leben erwacht, dann fühlt sich das in etwa so an, als ob eine höhere Macht mit roher Gewalt Energie durch deine leblose Hülle pumpt. Die Wärme kehrt zurück und flutet deine Venen bis in die kleinsten Kapillaren, Sauerstoff strömt mit einem explosiven Atemzug zurück in deine Lunge, unzählige Gedanken explodieren in deinen Hirnzellen. Lichtstrahlen brechen durch deine Augenlider und erweitert deine Nadelöhr großen Pupillen bis deine Iris droht von ihnen verschlungen zu werden. Nur um festzustellen, dass an diesem Ort, zu diesem Anlass, niemand auf dich wartet.

Was passiert mit mir?

Gedanken schießen dir durch den Kopf, irren wie ein Suchtrupp durch die Ruinen eines zerschlagenen Hirns, auf der Suche nach jedem noch so kleinen Überbleibsel einer Identität. Fragen häufen sich, Fragen die du dir nie stellen musstest, Fragen auf die du keine Antworten mehr findest.

Wer bin ich?

Die weißen Kacheln um dich herum blenden dich, du sehnst dich nach Dunkelheit, dein Kopfschmerz geht einher mit den Lichtstrahlen, als wären es Messer, die von allen Seiten auf dich einstoßen. Muskelkontraktionen schütteln deinen Körper und finden Fesseln an Hals und Extremitäten. Panik. Schmerz. Fragen.

Wo bin ich?

Deine Pupillen kontrollieren den Lichtfluss, Formen lösen sich aus dem gleißenden Lichtstrom. Schatten bilden sich vor deinen Augen und malen deine Umgebung auf weißem Grund. Du erkennst Gerätschaften und Werkzeuge, medizinische Apparaturen funkeln im sterilen Licht. Dein Kopf ist fixiert, du versuchst dennoch einen bestmöglichen Überblick zu bekommen. Die Gurte geben nicht nach, dein Puls rast, du gibst den Kampf auf und lehnst dich zurück. Über dir brennen OP-Lichter wie heiße Sonnen, sie füllen deine Augen mit ihrem Licht. Du schließt die Augen. Du atmest bewusst ein und aus, auf der Suche nach Ruhe und Antworten.

Vielleicht hatte ich einen Unfall? Wieso bin ich fixiert? Das macht alles keinen Sinn. Vielleicht-

Plötzliche Dunkelheit umgibt dich, das Licht, das noch bis vor wenigen Sekunden deine Augenlider erhellte, ist erloschen. Lediglich ein paar kleine Leuchtstoffröhren leuchten noch in den Ecken und tunken den Raum in ein düsteres Dunkelblau. Eine dir unbekannte Person tritt vor dich. Du fragst dich ob sie die ganze Zeit schon hinter dir stand. Still und starr steht sie vor dir, das schwache Licht der Leuchtstoffröhren umrandet ihre Silhouette in der Dunkelheit. Sie spricht mit dir. Du lauscht.

"Willkommen zurück, CES-010! Sie befinden sich in einer staatlichen Korrektureinrichtung. Als verurteilter Terrorist und Gefahr gegen den Staat wurden Teile ihrer Hirnstruktur neu kalibriert. Sobald Sie bereit sind, können wir mit dem Programm der Resozialisierung beginnen."

Terrorist? Resozialisierung?

Die Stimme der Person klang männlich, tief und eisern. Als würde sie durch eine Maske sprechen.

"Um sicherzugehen, dass in der Kalibrierungsprozedur keine Schäden am Hirn zustande gekommen sind, muss ich darauf bestehen, dass Sie mir mündlich in geordneten Sätzen zu verstehen geben, dass Sie zum Fortfahren des Prozesses bereit sind."
"Was soll das alles? Wieso bin ich hier? Wieso kann ich mich an nichts erinnern?"
"Ich muss Sie bitten, meinen Anweisungen folge zu leisten. Ich benötige eine Antwort im direkten Bezug auf meine Fragen. Sind Sie bereit zum Fortfahren der Prozedur?"
"Was ist das hier für eine kranke Scheiße? Machen Sie mich los! Das kann alles nicht richtig sein!"
"Ich bin mir durchaus bewusst, dass der selektive Verlust einiger Gedächtnisstränge verwirrend sein kann. Ich muss dennoch abermals darauf bestehen, dass Sie mir eine klare Antwort im direkten Sachbezug geben, CES-101. Sollten sie sich weiterhin meinen Anordnungen widersetzen wird zu ihrer Konditionierung der Einsatz von elektrischen Impulse nötig sein."
"Wer zum Teufel sind Sie und warum halten Sie mich fest?"
"Ich sehe Sie haben auch ohne Erinnerungen einen nicht ungefährlichen Drang dazu sich direkten Anweisungen zu widersetzen CES-101! Eine Konditionierung wird hier unabdinglich sein."
"Fick dich du perverser -"

Die Fesseln an deinem Körper beginnen zu kribbeln und du merkst wie sich deine Muskeln unkontrolliert anspannen und deinen Körper mit aller Kraft schütteln. Du Schreist wie du nie zuvor geschrieen hast, die Dunkelheit umnachten deinen Geist bis dein Körper wieder so regungslos daliegt wie zuvor.

Kapitel 1

Hong Kongs Nächte...(Platzhalter, Einführung des Schauplatzes)

"Wie viel Uhr ist es?"
"Keine Ahnung, er wird schon gleich hier sein. Hab Geduld!"
Geduckt harrten zwei Schatten zwischen den Mülltonnen einer kleinen Häusergasse aus. Über ihnen surrte langsam eine Überwachungskamera ihre Runden. Links, Rechts, Links, Rechts wie ein Uhrwerk auf die Sekunde gestimmt. Es hatte Wochen gedauert die toten Winkel der mechanischen Augen zu bestimmen und jetzt hockten sie in einem, in einer der unzähligen Gassen, geduckt hinter dem Abfall eines Hong Konger Wohnkomplexes.

"Ich glaube ich bekomme einen Krampf."
"Reiß dich zusammen!"
"Aber wenn es doch so ist, Sam?"
"Er wird gleich hier sein und keine Namen. Wer weiß ob diese Kameras inzwischen auch Tonaufnahmen speichern."
"Und er hat ganz sicher den Chip?"
"Das hoffe ich, sonst war es das ganze Risiko nicht wert und wir müssen von vorne anfangen."
"Und wie kommen wir zurück?"
"So wie wir her gekommen sind. Vertrau mir die Kameraroutine ändert sich erst wieder in ein paar Stunden bis dahin sind wir über den gleichen Weg wieder zurück in Zone D! Und wenn doch was passieren sollte -"

Ein Pfiff durchbrach die Stille.
Sam und ihr Begleiter suchten den Ursprung und fanden ihn auf der gegenüberliegenden Gassenseite. Ein weiterer Schatten grüßte sie per Handzeig, geduckt hinter einem Container richtete er seine andere Hand auf die Kamera über ihnen woraufhin das Surren stoppte. Irritiert schauten beide nach oben. Wie von Geisterhand war die bis soeben noch surrende Kamera in ihrer Bewegung erstarrt.

"Habt ihr worum ich euch gebeten hatte?"
Sam und ihr Begleiter zuckten in sich zusammen. Der Schatten offenbarte sich ihnen als ein mindestens zwei Meter hoher, breiter Mann, dessen Gesicht von einem breiten Schal und tief sitzender Mütze zu großen Teilen verdeckt war. Ein Mensch dieser Größe konnte sich unmöglich so lautlos bewegen. Nur zwei blau funkelnde Augen starrten sie aus dem dunklen Spalt oberhalb des Wollschals an.

"Ich sehe den Leuten mit denen ich Geschäfte machen gerne ins Gesicht!", entgegnete Sam schnell. Sie war noch immer überrascht, dass sich dieser Hühne unbemerkt an sie hatte heran schleichen können.
"Ich kann auch wieder gehen wenn ihr es euch anders überlegt habt!"
Seine Augen schienen Sam zu durchbohren, sie brannten ihr Abbild förmlich auf ihrer Netzhaut ein.
"Hast du es mitgebracht?"
"Habt ihr getan worum ich euch gebeten habe?"
Sam griff in eine kleine lederne  Umhängetasche und suchte ein Bündel hervor. Ehe sie es dem blauäugigen Schatten überreichen könnte riss er ihr es aus der Hand.
"Hey-"
"Sei still, oder willst du dass dich jemand hört?"
Seine Stimme hatte etwas überhebliches. Sam meinte förmlich ein Grinsen unter seinem Schal erkennen zu können.

"Da habt ihr euren Chip."
Wie einen Sack Müll warf er ein weiteres Bündel auf den Boden vor Sam, die sich direkt darauf stürzte, aus Angst es könnte ihr durch eine unglückliche Fügung direkt wieder entrissen werden.
"Wollen wir mal sehen ob ihr euren neu gewonnenen Schatz auch heil nach Hause bringt."

Wieder richtete er eine Hand in die Luft und das surren startete erneut. Sam beobachtete wie sich die Kamera über ihnen erneut in Bewegung setzte, sich absenkte und sie in den Fokus nahm. Hektisch drehte sie sich zu ihrer Begleitung um. Der fremde Schatten war verschwunden und ihr Begleiter stand an selber Stelle wie zuvor auch, verunsichert, erstarrt. Ihre Blicke trafen sich und obwohl keiner ein Wort heraus brachte dachten beide das selbe.
"Lauf!"


Danke für eure Zeit smile[/i]

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Stagepilot
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 50
Beiträge: 37
Wohnort: Melmak


BeitragVerfasst am: 20.12.2015 07:17    Titel: Antworten mit Zitat

Erstmal Glückwunsch zur gut lesbaren und auch fesselnden Story. Da ich hier auch neu bin (keine Angst mein Einstand kommt auch bald-Chance zur Retourkutsche), weiß ich nicht so recht, wie man Textstellen farbig markiert um sie dann besser zu besprechen.
Einerseits ist viel Spannungsbogen im Aufbau und man will als Leser einige Fragen beantwortet wissen (Was hat es mit dem Chip auf sich? Wer beobachtet die Figuren durch surrende Kameras? Wieso werden sie dennoch nicht früher enttarnt/gesehen? Um welche Dienstleistung handelt es sich bei dem Geschäft?) andererseits sind ein paar Logikbrücken noch zu bauen, finde ich. Der Sprung vom Prolog zum ersten Kapitel erscheint mir etwas zu extrem. Das Gedicht am Anfang ist keine schlechte Idee, andererseits zieht der Leser unwillkürlich eine Gedankenschleife ins Jahr 1945 und ein Logikfehler ist m.E. drin, da der Zeitraum an einer Gedichtstelle nicht begrenzt ist, sondern man den Eindruck hat, dass er immer noch besteht, so dass wenn man die folgenden Zeilen liest, eher der Eindruck entstehen könnte, dass A.H. als Reinkarnation zurück kommt. Also ich würde das Gedicht entweder später zwischen zwei Kapitel packen oder ganz weglassen oder einen eindeutigen Bezug zur Fiction also Zukunft herstellen. Was sehr gut beschrieben wurde, ist die ausweglose Situation auf dem OP-Tisch. Wobei der Dialog etwas mutig ist. Ist aber okay und passt in einen Roman. Wäre es in der Realität, würde ich behaupten, dass der Protagonist besser beraten wäre, seine verbale Gegenwehr etwas zu zügeln, wenn er weiter denkt und überleben will. Dabei frage ich mich, ob er eher intelligent oder weniger klug sein soll. Wenn es jemand gelang vielen Kameras auszuweichen, muss er sehr klug sein, wenn jemand aber eine "provokante Gegenrede" formuliert (in der ausweglosen Situation und auch noch fixiert ist) spricht es widerum für weniger Klugheit. Andererseits kann das auch damit zusammenhängen, dass er sich an nichts erinnern kann. Da wünscht man sich als Leser dann eine Erklärung, warum er so wütend und (über)mütig reagiert, welches in einem Nebensatz geschehen könnte.
Sprachlich und auch absatztechnisch würde ich nicht "meckern" wollen. Weiter so.


_________________
Du sollst nicht fressen, saufen, spielen: Schreib!
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Bonston
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

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Beiträge: 28
Wohnort: Neuseeland


BeitragVerfasst am: 20.12.2015 08:04    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast meinen ersten kleinen Tect zu lesen. Alle drei Teile sind durchaus stark unterschiedlich und ich weiß zwar in welchem Zusammenhang sie stehen, bin mir aber noch nicht im Klaren in welcher Form ich sie verknüpfen soll ohne direkt zu viel preis zu geben.

Den Handlungsstrang des Prologes würde ich gerne in gegebenem Dtil weiterführen während sich die restliche Story entfaltet um sie an einem bestimmten Punkt zusammen zu führen, so dass es nicht nur einen Sinn gibt sondern im besten Falle, die Geschichte und Intentionen der Charaktere auf den Kopf stellt.

Das Gedicht wiederum soll eine aktuelle Propaganda widerspiegeln, das von mir (noch unzureichend beschriebene) Hong Kong wird von einem gesichtslosen Diktator (Der Uhrmacher) geführt. Ich hoffe ich kann durch ein paar Erklärungen am Anfang des Kapitels (anstelle des Platzhalters) zumindest hier einen Bogen schlagen so dass dies ersichtlich wird.

Die Kritik am Dialog ist durchaus berechtigt und ich bin denke ich noch nicht weit genug in der Entwicklung des Charakters um genau sagen zu können ob die undurchdachte Reaktion durch Dummheit oder einfach aufbrausendes Temperament/Verwirrung hervorgerufen wird. Vielleicht setze ich mich noch einmal daran und schaue ob ich dies besser lösen kann, damit es sich nicht zu unlogisch anfühlt.

Eine Überarbeitung ist definitiv nötig, es ist gut mal unabhängige Meinungen zu einem Text zu hören, damit man diesen weiter entwickeln kann. Ich hoffe den Gefallen bei deinem ersten Text hier im Forum erwidern zu können smile
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Bonston
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 28
Beiträge: 28
Wohnort: Neuseeland


BeitragVerfasst am: 20.12.2015 11:30    Titel: Erste Überarbeitung pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hier der Versuch zumindest das Gedicht in einen direkten Bezug zu bringen und den Dialog etwas zu entschärfen. Hoffe so klingt das Konstrukt etwas besser. Eine ordentlich formatierte PDF ist angehangen.

Prolog

Wenn dein Körper wieder zum Leben erwacht, dann fühlt sich das in etwa so an, als ob eine höhere Macht mit roher Gewalt Energie durch deine leblose Hülle pumpt. Die Wärme kehrt zurück und flutet deine Venen bis in die kleinsten Kapillaren, Sauerstoff strömt mit einem explosiven Atemzug zurück in deine Lunge, unzählige Gedanken explodieren in deinen Hirnzellen. Lichtstrahlen brechen durch deine Augenlider und erweitert deine Nadelöhr großen Pupillen bis deine Iris droht von ihnen verschlungen zu werden. Nur um festzustellen, dass an diesem Ort, zu diesem Anlass, niemand auf dich wartet.
Was passiert mit mir?
Gedanken schießen dir durch den Kopf, irren wie ein Suchtrupp durch die Ruinen eines zerschlagenen Hirns, auf der Suche nach jedem noch so kleinen Überbleibsel einer Identität. Fragen häufen sich, Fragen die du dir nie stellen musstest, Fragen auf die du keine Antworten mehr findest.
Wer bin ich?
Die weißen Kacheln um dich herum blenden dich, du sehnst dich nach Dunkelheit, dein Kopfschmerz geht einher mit den Lichtstrahlen, als wären es Messer, die von allen Seiten auf dich einstoßen. Muskelkontraktionen schütteln deinen Körper und finden Fesseln an Hals und Extremitäten. Panik. Schmerz. Fragen.
Wo bin ich?
Deine Pupillen kontrollieren den Lichtfluss, Formen lösen sich aus dem gleißenden Lichtstrom. Schatten bilden sich vor deinen Augen und malen deine Umgebung auf weißem Grund. Du erkennst Gerätschaften und Werkzeuge, medizinische Apparaturen funkeln im sterilen Licht. Dein Kopf ist fixiert, du versuchst dennoch einen bestmöglichen Überblick zu bekommen. Die Gurte geben nicht nach, dein Puls rast, du gibst den Kampf auf und lehnst dich zurück. Über dir brennen OP-Lichter wie heiße Sonnen, sie füllen deine Augen mit ihrem Licht. Du schließt die Augen. Du atmest bewusst ein und aus, auf der Suche nach Ruhe und Antworten.
Vielleicht hatte ich einen Unfall? Wieso bin ich fixiert? Das macht alles keinen Sinn. Vielleicht-
Plötzliche Dunkelheit umgibt dich, das Licht, das noch bis vor wenigen Sekunden deine Augenlider erhellte, ist erloschen. Lediglich ein paar kleine Leuchtstoffröhren leuchten noch in den Ecken und tunken den Raum in ein düsteres Dunkelblau. Eine dir unbekannte Person tritt vor dich. Du fragst dich ob sie die ganze Zeit schon hinter dir stand. Still und starr steht sie vor dir, das schwache Licht der Leuchtstoffröhren umrandet ihre Silhouette in der Dunkelheit. Sie spricht mit dir. Du lauscht.
"Willkommen zurück, CES-010! Sie befinden sich in einer staatlichen Korrektureinrichtung. Als verurteilter Terrorist und Gefahr gegen den Staat wurden Teile ihrer Hirnstruktur neu kalibriert. Sobald Sie bereit sind, können wir mit dem Programm der Resozialisierung beginnen."
Terrorist? Resozialisierung?
Die Stimme der Person klang männlich, tief und eisern. Als würde sie durch eine Maske sprechen.
"Um sicherzugehen, dass während der Kalibrierungsprozedur keine Schäden am Hirn entstanden sind, muss ich darauf bestehen, dass Sie mir mündlich in geordneten Sätzen zu verstehen geben, dass Sie zum Fortfahren des Prozesses bereit sind."
"Was soll das alles? Wieso bin ich hier? Wieso kann ich mich an nichts erinnern?"
"Ich muss Sie bitten, meinen Anweisungen folge zu leisten. Ich benötige eine Antwort im direkten Bezug auf meine Fragen. Sind Sie bereit zum Fortfahren der Prozedur?"
"Was ist das hier für eine kranke Scheiße? Machen Sie mich los! Das kann alles nicht richtig sein!"
"Ich bin mir durchaus bewusst, dass der selektive Verlust einiger Gedächtnisstränge verwirrend sein kann. Ich muss dennoch abermals darauf bestehen, dass Sie mir eine klare Antwort im direkten Sachbezug geben, CES-101. Sollten sie sich weiterhin meinen Anordnungen widersetzen wird zu ihrer Konditionierung der Einsatz von elektrischen Impulse nötig sein."
"Wer zum Teufel sind Sie und warum halten Sie mich fest? Und was ist ein Resozialisierungsprozesd?
"Als Gefahr für die Allgemeinheit ist es unsere Pflicht Sie allen gefährlichen Gedankenguts zu berauben. Da dies nun geschehen ist werden Sie durch gründliche Konditionierung wieder im Anschluss des Prozesses als guter Bürger dieses Staates fungieren können. Sind Sie nun bereit zum fortfahren CES-010?"
"Nein!"
"Können Sie mir eine formale Begründung für ihre Unpässlichkeit geben?"
"Ich will das alles nicht, sagen Sie mir wer ich bin!"
"Dies ist Ihre letzte Warnung, CES-010. Antworten Sie Sachbezogen oder ich muss zu unangenehmeren Mitteln greifen!"
"Bitte machen Sie mich los, ich bitte Sie!"
"Ich sehe Sie haben auch ohne Erinnerungen einen nicht ungefährlichen Drang dazu sich direkten Anweisungen zu widersetzen CES-101! Eine Konditionierung wird hier unabdinglich sein."
"Wieso tun Sie das? Wieso -"
Die Fesseln an deinem Körper beginnen zu kribbeln und du merkst wie sich deine Muskeln unkontrolliert anspannen und deinen Körper mit aller Kraft schütteln. Du Schreist wie du nie zuvor geschrieen hast, die Dunkelheit umnachten deinen Geist, die Muskeln erschlaffen, die Finsternis bleibt.


Kapitel 1

"War Hong Kong eigentlich immer so dreckig?", fragte er sie mit bedeckter Stimme. Sie harrten erst zwei Minuten in der schützenden Dunkelheit einer kleinen Nebengasse aus, dennoch hatte der laue Sommerwind bereits Müll und unzählige Flugblättern durch ihre Gebeine gejagt.
"Ich weiß es nicht, ich kann es mir nicht mehr anders vorstellen um ehrlich zu sein."
"Überall Flugblättern und Plakate, die altmodische Propaganda hat das digitale Zeitalter wie es scheint komplett ignoriert."
"Hast du so ein Ding schonmal gelesen? Die haben vor allem Inhalte ignoriert."
Jetzt wo sie es erwähnte fiel ihm auf, dass er wirklich noch kein Propagandablatt bewusst gelesen hatte. Und das obwohl diese Heutzutage komm zu umgehen waren Langsam griff er nach einem der Zettel zu seinen Füßen und las die in großen Buchstaben verbreitete Botschaft. Unter dem roten Zeichen einer Taschenuhr stand:

Der Uhrmacher
Wo Raum und Zeit im Chaos wankten
Wo Welten um mehr Welten zankten
Die Welt uns einen Führer schenkte
Der uns durch alle Zeiten lenkte

Durch die Arbeit, unsren Fleiß
Durch die Ordnung und den Schweiß
Durch gute wie auch schlechte Tage
Stellten wir ihn nie in Frage

Wir gedenken all der Zeiten
Als Geschenke ohne Vorbehalt
Mit ihm gemeinsam woll'n wir schreiten
Bis an's Ende unsrer Zeit

Mit jedem Vers wurde sein grinsen etwas größer, Ihr Räuspern holte ihn wieder in die Situation zurück. Es müsste gleich so weit sein.
"Wie viel Uhr ist es?"
"Keine Ahnung, er wird schon gleich hier sein. Hab Geduld!"
Geduckt harrten die zwei Schatten zwischen den Mülltonnen der kleinen Häusergasse aus. Über ihnen surrte langsam eine Überwachungskamera ihre Runden. Links, Rechts, Links, Rechts wie ein Uhrwerk auf die Sekunde gestimmt. Es hatte Wochen gedauert die toten Winkel der mechanischen Augen zu bestimmen und jetzt hockten sie in einem, in einer der unzähligen Gassen, geduckt hinter dem Abfall eines Hong Konger Wohnkomplexes.
"Ich glaube ich bekomme einen Krampf."
"Reiß dich zusammen!"
"Aber wenn es doch so ist, Sam?"
"Er wird gleich hier sein und keine Namen. Wer weiß ob diese Kameras inzwischen auch Tonaufnahmen speichern."
"Und er hat ganz sicher den Chip?"
"Das hoffe ich, sonst war es das ganze Risiko nicht wert und wir müssen von vorne anfangen."
"Und wie kommen wir zurück?"
"So wie wir her gekommen sind. Vertrau mir, die Kameraroutine ändert sich erst wieder in ein paar Stunden. Bis dahin sind wir über den gleichen Weg wieder zurück in Zone D! Und wenn doch was passieren sollte -"
Ein Pfiff durchbrach die Stille.
Sam und ihr Begleiter suchten den Ursprung und fanden ihn auf der gegenüberliegenden Gassenseite. Ein weiterer Schatten grüßte sie per Handzeig, geduckt hinter einem Container richtete er seine andere Hand auf die Kamera über ihnen woraufhin das Surren stoppte. Irritiert schauten beide nach oben. Wie von Geisterhand war die bis soeben noch surrende Kamera in ihrer Bewegung erstarrt.
"Habt ihr worum ich euch gebeten hatte?"
Sam und ihr Begleiter zuckten in sich zusammen. Der Schatten offenbarte sich ihnen als ein mindestens zwei Meter hoher, breiter Mann, dessen Gesicht von einem breiten Schal und tief sitzender Mütze zu großen Teilen verdeckt war. Ein Mensch dieser Größe konnte sich unmöglich so lautlos bewegen. Nur zwei blau funkelnde Augen starrten sie aus dem dunklen Spalt oberhalb des Wollschals an.
"Ich sehe den Leuten mit denen ich Geschäfte machen gerne ins Gesicht!", entgegnete Sam schnell. Sie war noch immer überrascht, dass sich dieser Hühne unbemerkt an sie hatte heran schleichen können.
"Ich kann auch wieder gehen wenn ihr es euch anders überlegt habt!"
Seine Augen schienen Sam zu durchbohren, sie brannten ihr Abbild förmlich auf ihrer Netzhaut ein.
"Hast du es mitgebracht?"
"Habt ihr getan worum ich euch gebeten habe?"
Sam griff in eine kleine lederne  Umhängetasche und suchte ein Bündel hervor. Ehe sie es dem blauäugigen Schatten überreichen könnte riss er ihr es aus der Hand.
"Hey-"
"Sei still, oder willst du dass dich jemand hört?"
Seine Stimme hatte etwas überhebliches. Sam meinte förmlich ein Grinsen unter seinem Schal erkennen zu können.
"Da habt ihr euren Chip."
Wie einen Sack Müll warf er ein weiteres Bündel auf den Boden vor Sam, die sich direkt darauf stürzte, aus Angst es könnte ihr durch eine unglückliche Fügung direkt wieder entrissen werden.
"Wollen wir mal sehen ob ihr euren neu gewonnenen Schatz auch heil nach Hause bringt."
Wieder richtete er eine Hand in die Luft und das surren startete erneut. Sam beobachtete wie sich die Kamera über ihnen erneut in Bewegung setzte, sich absenkte und sie in den Fokus nahm. Hektisch drehte sie sich zu ihrer Begleitung um. Der fremde Schatten war verschwunden und ihr Begleiter stand an selber Stelle wie zuvor auch, verunsichert, erstarrt. Ihre Blicke trafen sich und obwohl keiner ein Wort heraus brachte dachten beide das selbe.
"Lauf!"
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Seraiya
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 914



BeitragVerfasst am: 20.12.2015 20:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Bonston,

ist nur meine subjektive Meinung.
Ich gebe keine Gewähr, dass meine Kommavorschläge alle richtig sind, aber es fehlen einige.


Zitat:
Wenn dein Körper wieder zum Leben erwacht, dann fühlt sich das in etwa so an, als ob eine höhere Macht mit roher Gewalt Energie durch deine leblose Hülle pumpt. Die Wärme kehrt zurück und flutet deine Venen bis in die kleinsten Kapillaren, Sauerstoff strömt mit einem explosiven Atemzug zurück in deine Lunge, unzählige Gedanken explodieren in deinen Hirnzellen. Lichtstrahlen brechen durch deine Augenlider und erweitert deine Nadelöhr großen Pupillen bis deine Iris droht von ihnen verschlungen zu werden. <- das liest sich alles gut und schön, schöne Wortwahl, klare Bilder, im Ganzen ist es mir aber zuviel des Guten Nur um festzustellen, dass an diesem Ort, zu diesem Anlass, niemand auf dich wartet. <- hier ändert sich jetzt etwas. Ebene noch las ich eher allgemein, jetzt geht es darum, dass niemand auf mich wartet.
Was passiert mit mir?
Gedanken schießen dir durch den Kopf, irren wie ein Suchtrupp durch die Ruinen eines zerschlagenen Hirns, auf der Suche nach jedem noch so kleinen Überbleibsel einer Identität. Fragen häufen sich, Fragen die du dir nie stellen musstest, Fragen auf die du keine Antworten mehr findest. <- Ich empfinde leider nichts, kann nicht mitfühlen. Es ist zu distanziert.
Wer bin ich?
Die weißen Kacheln um dich herum blenden dich, du sehnst dich nach Dunkelheit, dein Kopfschmerz geht einher mit den Lichtstrahlen, als wären es Messer, die von allen Seiten auf dich einstoßen. Muskelkontraktionen schütteln deinen Körper und finden Fesseln an Hals und Extremitäten. Panik. Schmerz. Fragen. <- Mich interessiert, warum du diese Form gewählt hast, anstatt über den Betroffenen direkt zu schreiben. Es geht um ihn, seine Sicht, seine Erlebnisse, die ich nicht an mich heranlassen kann, weil du mir von vorneherein die Möglichkeit dazu nimmst. (Immer noch schöne Wortwahl)
Wo bin ich?
Deine Pupillen kontrollieren den Lichtfluss, Formen lösen sich aus dem gleißenden Lichtstrom. Schatten bilden sich vor deinen Augen und malen deine Umgebung auf weißem Grund. Du erkennst Gerätschaften und Werkzeuge, medizinische Apparaturen funkeln im sterilen Licht. Dein Kopf ist fixiert, du versuchst dennoch einen bestmöglichen Überblick zu bekommen. Die Gurte geben nicht nach, dein Puls rast, du gibst den Kampf auf und lehnst dich zurück. Über dir brennen OP-Lichter wie heiße Sonnen, sie füllen deine Augen mit ihrem Licht. Du schließt die Augen. Du atmest bewusst ein und aus, auf der Suche nach Ruhe und Antworten. <- Allmählich wird es mir zuviel an Adjektiven und an Bildern, die du mir alle voweg nimmst und mir keinen Raum für eigene Fragen und Vorstellungen lässt.
Vielleicht hatte ich einen Unfall? Wieso bin ich fixiert? Das macht alles keinen Sinn. Vielleicht-
Plötzliche Dunkelheit umgibt dich, das Licht, das noch bis vor wenigen Sekunden deine Augenlider erhellte, ist erloschen. Lediglich ein paar kleine Leuchtstoffröhren leuchten noch in den Ecken und tunken den Raum in ein düsteres Dunkelblau. Eine dir unbekannte Person tritt vor dich. Du fragst dich ob sie die ganze Zeit schon hinter dir stand. Still und starr steht sie vor dir, das schwache Licht der Leuchtstoffröhren umrandet ihre Silhouette in der Dunkelheit. Sie spricht mit dir. Du lauscht. <- lauschst
"Willkommen zurück, CES-010! Sie befinden sich in einer staatlichen Korrektureinrichtung. Als verurteilter Terrorist und Gefahr gegen den Staat <- wieso bringst du diese Info hier ein? Ohne wäre es spannender. wurden Teile ihrer Hirnstruktur neu kalibriert. Sobald Sie bereit sind, können wir mit dem Programm der Resozialisierung beginnen."
Terrorist? Resozialisierung?
Die Stimme der Person klang männlich, <- könnte mMn raus. Ich denke, du solltest dich von einigen Adjektiven verabschieden und dem Leser etwas Fantasie zugestehen. tief und eisern. Als würde sie durch eine Maske sprechen.
"Um sicherzugehen, dass während der Kalibrierungsprozedur keine Schäden am Hirn entstanden sind, muss ich darauf bestehen, dass Sie mir mündlich in geordneten Sätzen zu verstehen geben, dass Sie zum Fortfahren des Prozesses bereit sind." <- unschöne Satzkonstruktion
"Was soll das alles? Wieso bin ich hier? Wieso kann ich mich an nichts erinnern?" <- könnte auch raus
"Ich muss Sie bitten, meinen Anweisungen folge zu leisten. Ich benötige eine Antwort im direkten Bezug auf meine Fragen. Sind Sie bereit zum Fortfahren der Prozedur?"
"Was ist das hier für eine kranke Scheiße? Machen Sie mich los! Das kann alles nicht richtig sein!" <- das auch
"Ich bin mir durchaus bewusst, dass der selektive Verlust einiger Gedächtnisstränge verwirrend sein kann. Ich muss dennoch abermals darauf bestehen, dass Sie mir eine klare Antwort im direkten Sachbezug geben, CES-101. Sollten sie sich weiterhin meinen Anordnungen widersetzen Komma wird zu ihrer Konditionierung der Einsatz von elektrischen Impulse nötig sein."
"Wer zum Teufel sind Sie und warum halten Sie mich fest? Und was ist ein Resozialisierungsprozesd?
"Als Gefahr für die Allgemeinheit ist es unsere Pflicht Sie allen gefährlichen Gedankenguts zu berauben. <- denke, das könnte man schöner schreiben und nicht mir "als" anfangen. Da dies nun geschehen ist Komma werden Sie durch gründliche Konditionierung wieder im Anschluss des Prozesses als guter Bürger dieses Staates fungieren können. Sind Sie nun bereit zum fortfahren CES-010?"
"Nein!"
"Können Sie mir eine formale Begründung für ihre Unpässlichkeit geben?"
"Ich will das alles nicht, sagen Sie mir wer ich bin!"
"Dies ist Ihre letzte Warnung, CES-010. Antworten Sie Sachbezogen <- klein oder ich muss zu unangenehmeren Mitteln greifen!" <- ! ist hier fehl am Platz
"Bitte machen Sie mich los, ich bitte Sie!"
"Ich sehe Komma, glaub ich Sie haben auch ohne Erinnerungen einen nicht ungefährlichen <- bin sicher, das kannst du besser Drang dazu sich direkten Anweisungen <- und indirekten nicht? Dachte schon bei der "heißen Sonne" ob es auch kalte Sonnen gibt ... zu widersetzen CES-101! Eine Konditionierung wird hier unabdinglich sein." <- Soweit waren wir schon.
"Wieso tun Sie das? Wieso -"
Die Fesseln an deinem Körper beginnen zu kribbeln und du merkst wie sich deine Muskeln unkontrolliert anspannen und deinen Körper mit aller Kraft schütteln. Du Schreist wie du nie zuvor geschrieen hast, die Dunkelheit umnachten deinen Geist, die Muskeln erschlaffen, die Finsternis bleibt. <- jetzt durfte ich kurz im Geschehen sein und dann werde ich wieder herausgerissen und distanziert, das stört mich persönlich sehr und nimmt mir den Lesegenuss.


Kapitel 1

"War Hong Kong eigentlich immer so dreckig?", fragte er sie mit bedeckter Stimme. Sie harrten erst zwei Minuten in der schützenden Dunkelheit einer <- würde ich streichen. Nebengasse kann schon genug aussagen. kleinen Nebengasse aus, dennoch hatte der laue Sommerwind bereits Müll und unzählige Flugblättern durch ihre Gebeine gejagt. <- das ist eher unwahrscheinlich ...
"Ich weiß es nicht, ich kann es mir nicht mehr anders vorstellen um ehrlich zu sein."
"Überall Flugblättern und Plakate, die altmodische Propaganda hat das digitale Zeitalter wie es scheint <- scheinbar, anscheinend tuts auch komplett ignoriert."
"Hast du so ein Ding schonmal gelesen? Die haben vor allem Inhalte ignoriert."
Jetzt Komma wo sie es erwähnte Komma fiel ihm auf, dass er wirklich noch kein Propagandablatt bewusst gelesen hatte. Und das obwohl diese Heutzutage komm <- kaum? zu umgehen waren Punkt Langsam <- wieso langsam? griff er nach einem der Zettel zu seinen Füßen <- könnte raus, du erwähnst bereits oben wo sich das Zeug befindet und las die in großen Buchstaben verbreitete Botschaft. Unter dem roten Zeichen einer Taschenuhr stand:

Der Uhrmacher
Wo Raum und Zeit im Chaos wankten
Wo Welten um mehr Welten zankten
Die Welt uns einen Führer schenkte
Der uns durch alle Zeiten lenkte

Durch die Arbeit, unsren Fleiß
Durch die Ordnung und den Schweiß
Durch gute wie auch schlechte Tage
Stellten wir ihn nie in Frage

Wir gedenken all der Zeiten
Als Geschenke ohne Vorbehalt
Mit ihm gemeinsam woll'n wir schreiten
Bis an's Ende unsrer Zeit

Mit jedem Vers wurde sein grinsen <- groß etwas größer, Ihr Räuspern holte ihn wieder in die Situation zurück. <- ist nicht so, als wäre er kurz in einer anderen Welt gewesen, oder doch? Es müsste gleich so weit sein. <- könnte auch raus
"Wie viel Uhr ist es?"
"Keine Ahnung, er wird schon <- könnte auch raus gleich hier sein. Hab Geduld!"
Geduckt harrten die zwei Schatten zwischen den Mülltonnen der kleinen Häusergasse <- hab nicht vergessen, wo sie sich befinden aus. Über ihnen surrte langsam <- noch ein überflüssiges "langsam" eine Überwachungskamera ihre Runden. Links, Rechts, Links, Rechts wie ein Uhrwerk auf die Sekunde gestimmt. Es hatte Wochen gedauert die toten Winkel der mechanischen Augen zu bestimmen und jetzt hockten sie in einem, in einer der unzähligen Gassen <- ich weiß es immer noch , geduckt <- du wiederholst dich und benutzt für meinen Geschmack zu viele Adjektive, wie schon erwähnt. Lass die Situation wirken, nicht erklären, erleben lassen. hinter dem Abfall eines Hong Konger Wohnkomplexes.
"Ich glaube ich bekomme einen Krampf."
"Reiß dich zusammen!"
"Aber wenn es doch so ist, Sam?"<- was ist das für eine Frage? Erwartet er tatsächlich eine Antwort?
"Er wird gleich hier sein und keine Namen. Wer weiß ob diese Kameras inzwischen auch Tonaufnahmen speichern."
"Und er hat ganz sicher den Chip?"
"Das hoffe ich, sonst war es das ganze Risiko nicht wert und wir müssen von vorne anfangen."
"Und wie kommen wir zurück?"
"So wie wir her gekommen sind. Vertrau mir, die Kameraroutine ändert sich erst wieder in ein paar Stunden. Bis dahin sind wir über den gleichen Weg wieder zurück in Zone D! Und wenn doch was passieren sollte -"
Ein Pfiff durchbrach die Stille.
Sam und ihr Begleiter suchten den Ursprung und fanden ihn <- "fanden den Ursprung" würde wohl reichen auf der gegenüberliegenden Gassenseite. Ein weiterer Schatten grüßte sie per Handzeig, geduckt hinter einem Container richtete er seine andere Hand auf die Kamera über ihnen Komma woraufhin das Surren stoppte. Irritiert schauten beide nach oben. Wie von Geisterhand war die bis soeben noch surrende <- blablub, der Leser ist nicht blöd Kamera in ihrer Bewegung erstarrt.
"Habt ihr worum ich euch gebeten hatte?"
Sam und ihr Begleiter zuckten in sich zusammen. Der Schatten offenbarte sich ihnen als ein mindestens zwei Meter hoher, breiter Mann, dessen Gesicht von einem breiten Schal und tief sitzender Mütze zu großen Teilen verdeckt war. Ein Mensch dieser Größe konnte sich unmöglich so lautlos bewegen. <- wieso nicht? Weil er mit dem Kopf an den Himmel stößt?  Nur zwei blau funkelnde Augen starrten <- würde mich wohl für funkeln oder starren entscheiden sie aus dem dunklen Spalt oberhalb des Wollschals an.
"Ich sehe den Leuten mit denen ich Geschäfte machen gerne ins Gesicht!", entgegnete Sam schnell. Sie war noch immer überrascht, dass sich dieser Hühne unbemerkt an sie hatte heran schleichen können.
"Ich kann auch wieder gehen Komma wenn ihr es euch anders überlegt habt!"
Seine Augen schienen Sam zu durchbohren, sie brannten ihr Abbild förmlich auf ihrer Netzhaut ein.
"Hast du es mitgebracht?"
"Habt ihr getan Komma worum ich euch gebeten habe?"
Sam griff in eine kleine lederne  Umhängetasche und suchte ein Bündel hervor. Ehe sie es dem blauäugigen Schatten überreichen könnte <- konnte Komma riss er ihr es aus der Hand.
"Hey-"
"Sei still, oder willst du Komma dass dich jemand hört?"
Seine Stimme hatte etwas überhebliches. <- groß und würde ich weglassen. Ergibst sich aus de Gespräch, dass er sich überlegen fühlt und so soll es auch sein. Sam meinte förmlich <- kann raus ein Grinsen unter seinem Schal erkennen zu können.
"Da habt ihr euren Chip."
Wie einen Sack Müll warf er ein weiteres Bündel auf den Boden vor Sam, die sich direkt darauf stürzte, aus Angst es könnte ihr durch eine unglückliche Fügung direkt wieder entrissen werden.
"Wollen wir mal sehen Komma ob ihr euren neu gewonnenen Schatz auch heil nach Hause bringt."
Wieder richtete er eine Hand in die Luft und das surren <- groß startete erneut. Sam beobachtete Komma wie sich die Kamera über ihnen erneut in Bewegung setzte, sich absenkte und sie in den Fokus nahm. Hektisch drehte sie sich zu ihrer Begleitung um. Der fremde Schatten war verschwunden und ihr Begleiter stand an selber Stelle wie zuvor auch, verunsichert, erstarrt. Ihre Blicke trafen sich und obwohl keiner ein Wort heraus brachte <- herausbrachte dachten beide das selbe <- dasselbe.
"Lauf!"  



Gerne gelesen.


LG,
Seraiya


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Einen Dummkopf erkennt man daran, dass er alles abtut, was er anhand eigener Erfahrungen nicht erklären kann.
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Bonston
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BeitragVerfasst am: 21.12.2015 03:27    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Seraiya,

Danke für das detaillierte Feedback, da hast du mir für heute einige Hausaufgaben gegeben. Ich kann alles gut nachvollziehen und sehe alles als berechtigt an. Ich werde mich nachher mal dransetzen und an einer Überarbeitung arbeiten.

Danke, dass du so viel Zeit investiert hast. Ich hab vermutlich einen Kontrollwahn, vielleicht deshalb die vielen Adjektive :p

Ich Update die Version und setze mich mal intensiv mit all deinen Kommentaren auseinander.

LG Bonston
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Bonston
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BeitragVerfasst am: 21.12.2015 12:42    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielleicht sind ja alle guten Dinge drei. Habe mich der ausführlichen Kritik angenommen und hab ein wenig Rumprobiert. Hoffe es liest sich jetzt einfacher und lässt bessere Bilder entstehen. smile Feedback welcome!



Prolog
Sie hatte nie an die Möglichkeit einer Wiedergeburt geglaubt und doch fühlte sich ihr Erwachen so an.
Eine radikale Sensation, als ob eine höhere Macht mit roher Gewalt Energie durch eine leblose Hülle pumpt. Die Wärme kehrt zurück und flutet deine Venen bis in die kleinsten Kapillaren, Sauerstoff strömt mit einem explosiven Atemzug zurück in deine Lunge, unzählige Gedanken explodieren in deinen Hirnzellen und erste Lichtstrahlen brechen durch deine Augenlider.
Sie bekam ein neues Leben, nur um festzustellen, dass an diesem Ort, zu diesem Anlass niemand auf sie wartete.
Was passiert mit mir?
Unzählige Gedanken schossen ihr durch den Kopf und irrten wie ein Suchtrupp durch die Ruinen ihres zerschlagenen Hirns. Nichts! Keine Gedanken, keine Erinnerungen, nichts was dieser Situation einen Sinn geben würde. Ihr Brustkorb bebte sichtbar mit jedem Herzschlag. Es raste. Sie hyperventilert, sie schrie, doch außer ihrer Stimme vermochte nichts die Stille dieses Ortes zu durchbrechen. Die weißen Kacheln um sie herum blendenten, Kopfschmerzen gingen einher mit den Lichtstrahlen, als wären es Messer, die von allen Seiten auf sie einstießen. Muskelkontraktionen schüttelten ihren Körper und fanden Fesseln an Hals und Extremitäten. Panik. Schmerz. Fragen.
Wo bin ich?
Ihre Pupillen begannen den Lichtfluss zu kontrollieren, Formen lösten sich aus dem Lichtstrom und Schatten malten die Umgebung auf weißem Grund. Angeschnallt auf einem OP-Tisch, umringt von Gerätschaften und Werkzeugen, lag sie verwirrt inmitten eines Saals. Medizinische Apparaturen funkelten im Licht, als wären es Diamanten. Ihr Puls schoss in unendliche Höhen, der Kopfschmerz pochte im Takt.
Hatte ich einen Unfall? Wieso bin ich fixiert? Das macht alles keinen Sinn. Vielleicht-

Das Licht, das bis vor wenigen Sekunden ihre Augenlider erhellte, erlosch. Lediglich ein paar Leuchtstoffröhren leuchteten in den Ecken und tunkten den Raum in ein düsteres Dunkelblau. Sie war nicht allein.

Wo zuvor die Bestecke funkelten war jemand. Das schwache Licht der Leuchtstoffröhren umrandet seine Silhouette in der Dunkelheit.

"Willkommen zurück, CES-010! Sie befinden sich in einer staatlichen Korrektureinrichtung. Es wurden Teile ihrer Hirnstruktur neu kalibriert. Sobald Sie bereit sind, können wir mit dem Programm der Resozialisierung beginnen."
Resozialisierung?
"Um sicherzugehen, dass während der Kalibrierungsprozedur keine Schäden am Hirn entstanden sind, müssen Sie mir mündlich bestätigen, dass Sie zum Fortfahren des Prozesses bereit sind."
"Was soll das alles? Wieso bin ich hier?
"Ich muss Sie bitten, meinen Anweisungen folge zu leisten. Ich benötige eine Antwort im direkten Bezug auf meine Fragen. Sind Sie bereit zum Fortfahren der Prozedur?"
"Was ist das hier für eine kranke Scheiße?"
"Ich bin mir durchaus bewusst, dass der selektive Verlust einiger Gedächtnisstränge verwirrend sein kann. Ich muss dennoch abermals darauf bestehen, dass Sie mir eine klare Antwort im direkten Sachbezug geben. Sollten sie sich weiterhin meinen Anordnungen widersetzen, wird zu ihrer Konditionierung der Einsatz von elektrischen Impulse nötig sein."
"Wer zum Teufel sind Sie und warum halten Sie mich fest? Und was ist ein Resozialisierungsprozess?
"Aufgrund ihrer Einstufung sahen wir uns gezwungen, erhebliche Teile ihres Gedächtnisses zu löschen. Da dies geschehen ist, werden Sie durch gründliche Konditionierung im Anschluss des Prozesses als guter Bürger dieses Staates fungieren können. Sind Sie bereit zum fortfahren?"
"Nein!"
"Können Sie mir eine formale Begründung für ihre Unpässlichkeit geben?"
"Ich will das nicht!"
"Dies ist Ihre letzte Warnung, CES-010. Antworten Sie sachbezogen oder ich muss zu unangenehmeren Mitteln greifen."
"Bitte machen Sie mich los, ich bitte Sie!"
"Es scheint mir, dass sie auch ohne gefährliches Gedankengut Probleme haben Anweisungen folge zu leisten. Sie lassen mir keine Wahl."
"Wieso tun Sie das? Wieso -"
Die Fesseln an ihrem Körper kribbelten und die Haut rötete sich, als unzählige Stromstöße ihre Muskeln erzittern ließen. Ihr Körper presste sich unkontrolliert in die Fesseln, ein Schrei durchbrach die Dunkelheit. Die Muskeln erschlafften, Ihre Stimme verstummte, die Finsternis blieb.


Kapitel 1

"War Hong Kong immer so dreckig?", fragte er sie mit bedeckter Stimme. Sie harrten erst wenige Minuten in der schützenden Dunkelheit einer Nebengasse aus, dennoch hatte der laue Sommerwind bereits Müll und einige Flugblättern durch ihre Gebeine gejagt.
"Ich weiß es nicht, ich kann es mir nicht mehr anders vorstellen um ehrlich zu sein."
"Überall Flugblättern und Plakate, die altmodische Propaganda hat das digitale Zeitalter scheinbar komplett ignoriert."
"Hast du so ein Ding schonmal gelesen?  Die haben vor allem logische Inhalte ignoriert."
Jetzt, wo sie es erwähnte, fiel ihm auf, dass er wirklich noch kein Propagandablatt bewusst gelesen hatte. Und das obwohl diese Heutzutage kaum zu umgehen waren. Er griff nach einem der Zettel und inspizierte die Botschaft. Eine rote Taschenuhr thronte am Kopfe der Nachricht. Unter ihr stand in großen Buchstaben geschrieben:

Wo Raum und Zeit im Chaos wankten*
Wo Welten um mehr Welten zankten*
Die Welt uns einen Führer schenkte*
Der uns durch alle Zeiten lenkte*

Durch die Arbeit, unsren Fleiß*
Durch die Ordnung und den Schweiß*
Durch gute wie auch schlechte Tage*
Stellten wir ihn nie in Frage*

Wir gedenken all der Zeiten*
Als Geschenke ohne Vorbehalt*
Mit ihm gemeinsam woll'n wir schreiten*
Bis an's Ende unsrer Zeit*

Gelobt sei der Uhrmacher!


Mit jedem Vers wurde sein Grinsen etwas größer. Ihr Räuspern lenkte seine Aufmerksamkeit wieder auf die Situation.
"Wie viel Uhr ist es?"
"Keine Ahnung, er wird gleich hier sein. Hab Geduld!"
Geduckt harrten die zwei Schatten zwischen Mülltonnen aus. Über ihnen surrte eine Überwachungskamera ihre Runden. Links, Rechts, Links, Rechts wie ein Uhrwerk auf die Sekunde gestimmt. Es hatte Wochen gedauert die toten Winkel der mechanischen Augen zu bestimmen und jetzt hockten sie in einem, hinter dem Abfall eines Hong Konger Wohnkomplexes.
"Ich glaube ich bekomme einen Krampf, Sam."
"Reiß dich zusammen! Er wird gleich hier sein und keine Namen. Wer weiß ob diese Kameras inzwischen auch Tonaufnahmen speichern."
"Und er hat ganz sicher den Chip?"
"Das hoffe ich, sonst war es das ganze Risiko nicht wert und wir müssen von vorne anfangen."
"Und wie kommen wir zurück?"
"So wie wir her gekommen sind. Vertrau mir, die Kameraroutine ändert sich erst wieder in ein paar Stunden. Bis dahin sind wir über den gleichen Weg zurück in Zone D! Und wenn doch was passieren sollte -"
Ein Pfiff durchbrach die Stille.
Sam und ihr Begleiter fanden den Ursprung auf der gegenüberliegenden Gassenseite. Ein weiterer Schatten grüßte sie per Handzeig, geduckt hinter einem Container richtete er seine andere Hand auf die Kamera über ihnen, woraufhin das Surren stoppte. Irritiert schauten beide nach oben. Wie von Geisterhand waren alle Kameras in ihrem Umkreis erstarrt.
"Habt ihr worum ich euch gebeten hatte?"
Sam und ihr Begleiter zuckten in sich zusammen. Der Schatten offenbarte sich ihnen als ein mindestens zwei Meter hoher, breiter Mann, dessen Gesicht von einem roten Schal und einer Mütze teilweise verdeckt war. Nur zwei blaue Augen starrten sie aus dem dunklen Spalt oberhalb des Wollschals an.
"Ich sehe den Leuten mit denen ich Geschäfte machen gerne ins Gesicht!", entgegnete Sam schnell. Sie war überrascht, dass sich dieser Hühne unbemerkt an sie hatte heran schleichen können.
"Ich kann auch wieder gehen, wenn ihr es euch anders überlegt habt!"
Seine Augen schienen Sam zu durchbohren, sie brannten ihr Abbild förmlich auf ihrer Netzhaut ein.
"Hast du es mitgebracht?"
"Habt ihr getan, worum ich euch gebeten habe?"
Sam griff in eine kleine lederne  Umhängetasche und suchte ein Bündel hervor. Ehe sie es dem blauäugigen Schatten überreichen konnte, riss er ihr es aus der Hand.
"Hey-"
"Sei still, oder willst du, dass dich jemand hört?"
Sam meinte ein Grinsen unter seinem Schal erkennen zu können.
"Da habt ihr euren Chip."
Wie einen Sack Müll warf er ein weiteres Bündel auf den Boden vor Sam, die sich ohne Zögern darauf stürzte, aus Angst es könnte ihr durch eine unglückliche Fügung wieder entrissen werden.
"Wollen wir mal sehen, ob ihr euren neu gewonnenen Schatz heil nach Hause bringt."
Wieder richtete er eine Hand in die Luft und das Surren startete erneut. Sam beobachtete, wie sich die Kamera über ihnen in Bewegung setzte, sich absenkte und sie in den Fokus nahm. Hektisch drehte sie sich zu ihrer Begleitung um. Der fremde Schatten war verschwunden und ihr Begleiter stand an selber Stelle wie zuvor, verunsichert, erstarrt. Ihre Blicke trafen sich und obwohl keiner ein Wort herausbrachte dachten beide dasselbe.
"Lauf!"
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Rainer Prem
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 61
Beiträge: 956
Wohnort: Wiesbaden


BeitragVerfasst am: 21.12.2015 20:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Eins vorneweg zu deinen drei Versionen: Es ist schlechthin unmöglich, innerhalb eines Tages so viel Abstand von seinem eigenen Text zu bekommen, dass man in der Lage ist, eine wirklich durchdachte Überarbeitung hinzubekommen und nicht nur einfach Textänderungen von anderen einzuarbeiten. "Rumprobieren" hilfst schon gar nicht.

In einem anderen Schriftstellerforum, in dem ich aktiv bin, gilt eine Ein-Wochen-Regel.

Ansonsten:
Prolog: Zu viel Springen zwischen erster, zweiter und dritter Person beim Aufwachen. Zu wenige Kommas. Einige unglückliche Formulierungen, z.b. "tunkten" Und selbst wenn diese unpersönliche Stimme sich geschwollen ausdrückt, sollte die Anzahl der Substantivierungen ("Konditionierung", "Einstufung") doch in einem lesbaren Rahmen bleiben. Bitte auch Groß-/Kleinschreibung überprüfen "zum fortfahren" "dass sie auch".

Kapitel 1: Wieder unglückliche Formulierungen "Gebeine" "surrte ihre Runden" und noch ein paar andere. Das Gedicht finde ich persönlich verunglückt. Ich bin kein Lyrikexperte, aber diese Reime klingen mir schon sehr gezwungen. Das erste was mir spontan in den Kopf kam, war "reim dich oder ich fress dich."

Alles in allem hört es sich nach dem Anfang einer interessanten Geschichte an, die aber (sorry) sehr holprig erzählt wird.

Vorschlag: Lies dir deine Sätze laut vor oder lass sie dir von jemand vorlesen. Vielleicht kriegst du dann ein besseres Gespür.

Grüße
Rainer
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Bonston
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 28
Beiträge: 28
Wohnort: Neuseeland


BeitragVerfasst am: 21.12.2015 22:20    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für das Feedback Rainer,

Es ist wohl wirklich das beste, wenn ich mich für die nächsten Tage anderen Texten widme und diesen nochmal von A nach Z untersuche wenn besagter Abstand hergestellt ist. Ich behalte deine Anmerkung im Hinterkopf und schaue, dann ob ich das ganze in eine glatte Form bringen kann.

LG

Andreas
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V.K.B.
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 45
Beiträge: 1501
Wohnort: an der Nordseeküste
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 04.01.2016 01:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo! Als erste Antwort eines Neu-Registrierten beschränke ich mich mal auf positive Kritik (und einen Verbesserungsvorschlag):

Mir gefällt der Schreibstil im Prolog  gut, man kann sich die Situation vorstellen und mitfühlen. Auch das Erwachen kommt gut rüber. Erst nach und nach versteht man, worum es geht, die Situation wird langsam vorstellbarer, es geht dem Leser also wie der Protagonistin.

Ich persönlich fand den alten Anfang aber besser als den neuen ersten Satz, denn dieser nimmt meiner Meinung nach zu viel vorweg, da er eigentlich schon zusammenfasst, worum es genau geht. Das läuft dem langsamen Gestalt-Annehmen der Szene zuwider. Vielleicht beginnst du besser mit ein paar Bildern, optischen oder sonstigen sensorischen Eindrücken, erst dann mit Gedanken. Das würde das Wiedererwachen des Bewusstseins noch mehr unterstreichen.
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