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Der Hässliche


 

 
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Anfaenger23
Schreiber-Lehrling

Alter: 89
Beiträge: 125



BeitragVerfasst am: 25.07.2014 20:22    Titel: Der Hässliche eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Dies ist der Anfang meiner Kurzgeschichte, welche ein Spinoff-Prequel zu meiner Hauptidee darstellt. Es wird die Hintergrundgeschichte einer Hauptperson erläutert.
Mein Plan ist es, mehrere Prequels und Spinoffs zu schreiben, in denen ich meinen Stil festige und vor allem rapide verbessere (gleichzeitig aber auch meinen einzelnen Figuren mehr Tiefe geben zu können). Daher würde ich mich besonders über stilistische Kritik freuen (sowohl negativ, wie positiv).

Viel Spaß smile




Die Wüste


Seine Augen waren nur Schlitze. Das Tuch über die Nase und den Cowboyhut tief nach unten gezogen. Auf jede freie Stelle peitschte der Wind mit Sandkörnern erbarmungslos ein. Es war kein besonders starker oder langer Schmerz. Mehr ein kurzes und schnelles Stechen. Für ein paar Stunden, wäre ihm diese Unannehmlichkeit eventuell nicht einmal aufgefallen. Aber nach drei Tagen spürte er sie deutlicher denn je - die ockerfarbenen Mikronadeln.
Immer wieder blinzelte er gegen sie an. Er konnte kaum noch sehen. Aber das war auch nicht nötig. Er brauchte nur die ungefähre Richtung, welche er von seinem Kompass ablas.
Als er anderen Leuten von seiner Expedition erzählte, lachten sie ihn aus:
„Was für ein Torr!“
„Der Sandsturm ist viel zu stark.“
„Nicht umsonst lassen die Leute sie ihn Ruhe.“
„Selbst wenn du da lebend ankommst. Wie kommst du da lebend wieder raus?“
„All diese Mühen, nur für einen doofen Stamm.“
„Nur für einen doofen Stamm“. Doch das war es ihm Wert. Er wollte sie kennenlernen. Sie studieren: Ihre Kultur, ihre Lebensweise, ihr Weltbild. Ein Abenteuer erleben. Ihm ging es nicht um die angebliche Geistermagie, weswegen ein Dutzend von Forschern vergeblich diesen schwierigen Weg auf sich genommen hatte. Um sie erst für sich und schlussendlich, mit ihrer Macht, alles zu gewinnen.

Mit jedem Schritt nahm die Härte der Sandkörner ab und seine Sichtweite erhöhte sich. Unter den Lidern kamen allmählich dunkelbraune Augen zum Vorschein. Obwohl er erst 35 war, zeigten die vielen Falten, eines der Opfer seiner vielen Reisen.
Endlich hatte er den Sandsturm überwunden, der sich wie ein Wall um das Gebiet der Papagari-Indianer zog. Nun strafte ihn ein anderes Naturelement: Feuer.
Er wusste nicht, ob es die Ablenkung oder Abschirmung des Sturmes war, welche ihm dieses unerträgliche Hitzegefühl ersparte. Doch jetzt war es da. Sein Kopf fühlte sich schon leicht benommen an. Das nasse Hemd schien schon unter dem Mantel mit seiner Haut zu verschmelzen. Es tropfe ihm die Nase, die Stirn und das Kinn herunter. Am liebsten hätte er sich die Kleider vom Leib gerissen, doch er wusste, was dann die Sonne mit seiner Haut anstellte. Einzig das Wissen, gleich da zu sein munterte ihn auf.
Eine Woche war er jetzt unterwegs gewesen. Da würden ihn ein paar Grad mehr, auch nicht aufhalten.

Er sah es. Zwar noch fern, aber er sah es. Die Zelte der Papagari-Indianer. Die braunen Kegel, waren kaum vom Rest –dem endlosen Sand- zu unterscheiden.
Wie ein Geist schritt er durchs Dorf. Eine Kindergruppe kickte mit einem Ball. Tierleder, welches mit Pflanzen verknotet wurde. Eine andere Kindergruppe tobte gerade herum und spielte Fangen. Sie beachteten ihn nicht. Obwohl er einen starken Kontrast zu ihnen bildete: Sie mit ihrem freiem Oberkörper und voller Bemalungen und er, verschlossen und eingepackt in seinem schwarzen Ledermantel.
Er kam an einen Feuerplatz auf dem ein so großer Kochtopf draufstand, dass er darin hätte baden können. Mit einem gewaltigen Knochen rührte ein älterer Mann darin herum. Blasen ploppten auf. Die Brühe sah mit ihrer grünlich braunen Farbe nicht sehr appetitlich aus. Doch der undefinierbare Geruch machte ihn hungrig. Vielleicht war es auch die lange Reise.
Der Mann schaute nicht auf. Selbst als er ihm direkt gegenüberstand und in die Augen starrte. Fero huschte ein inneres Grinsen über die Wangen. Es stimmte was man über ihr Verhalten zu Fremden erzählte. Er schlurfte weiter. Fast wie ein Pendel, wackelte er hin und her. Gerne würde er von dem Eintopf kosten. Aber er ersparte sich die Frage, da er die Antwort schon wusste.
Er näherte sich einem besonderen Zelt. Es war regenbogenfarben und auf den Stangen steckten Schädel von diversen Tieren. Sogar einen menschlicher war dabei. Ein Schauer lief ihm über den Rücken.
Das musste es sein. Endlich. Behutsam schob er die Vorhänge beiseite und trat ein.

In der Mitte meditierte ein Greis mit Glatze im Schneidersitz. Räucherstäbchen und Kerzen umringten ihn und versprühten einen Vanille-Himbeer-Duft. Felle bedeckten den Boden. Obwohl er ihn gehört hatte, dessen war sich er sicher, verharrte der Mann in seiner Position. Fero schlich heran.
„Wonach suchst du mein Kind?“
„Nach dem Ältesten“
„Und der wahre Grund?“ Der Mann öffnete nicht einmal die Augen.
„Die Erlaubnis eurem Stamm beizutreten.“
Der Mann schwieg. Fero dachte, er würde über die Antwort grübeln. Aber nach ein paar Minuten erkannte er, dass der Mann ihn nun ignorierte.
„Ich will eure Kultur kennenlernen.“
Schweigen. Seine Antwort schien dem Greis immer noch nicht zu reichen. Er bemerkte ein Summen. Eine Fliege. Er konnte sie zwar bei der schwachen Beleuchtung nicht sehen. Dafür aber umso deutlicher hören. Immer wieder stoppte das Geräusch, um dann ein paar Sekunden später wieder zu starten. Entweder war ihre Pausenphase bei seinem Eintritt sehr lang, oder er nahm sie erst jetzt wahr.
„Ich will etwas anderes erleben. Ein Abenteuer. Mich ödet der Alltag in der Stadt an. Immer geht es nur ums arbeiten und abends werden dann Märchen in den Tavernen erzählt, während man sich zulaufen lässt. Und auf dem Lande ist es nicht viel besser. Habe es ausprobiert. Daher reise ich nun herum. Ich bin schon viel herumgekommen in Melder: Linnblum, Trego, Ridoc, Reli, Haggta, Gular und noch viele mehr. Alles schöne Gegenden, keine Frage. Und jeder Ort hat mich auf seine eigene Art fasziniert. Doch alle gaben mir nicht wonach ich wirklich suchte: Mal etwas gänzlich anderes.“
Wieder hörte er das Summen. Plötzlich verstummte es, wie auf Befehl. Der Mann füllte das Schweigen: „Das ist auch nicht der wahre Grund. Niemand sucht nach was „anderem“. Man sucht nach Abwechslung wegen der eigenen Unzufriedenheit. Der Grund warum du also hier bist ist, weil du mit deinem jetzigen Leben nicht zufrieden bist, sonst bräuchtest du keine Veränderung. Etwas stört dich. Ich weiß zwar nicht was und es geht mich auch nichts an. Aber es muss so extrem sein, dass du bereit warst diese lange Reise auf dich zu nehmen.“
Unterbewusst musste Fero ihm zustimmen.
Der Greis fuhrt fort: „Ich werde dich akzeptieren. Allerdings musst du dich an unsere – meine – Regeln halten. Tust du das nicht….“
Der Mann nahm eine Glocke von dem Kissen, auf dem er saß, und läutete sie dreimal. Er zeigte in die pure Dunkelheit und dirigierte den Zeigefinger langsam Richtung Fero. Es war die Fliege.
Wie von einer Geisterkraft berührt, schwebte sie lautlos vor Feros Augen, ca. einen halben Meter entfernt. Er konnte sie deutlich erkennen. Sie war erstarrt. Kein Flügelschlag, kein Summen, nicht die kleinste Regung. Der Mann schnappte einmal Zeigefinger und Daumen zusammen und die Fliege zermatschte augenblicklich. Ein leises Platschen unterbrach die Stille.
Das war entweder ein spezieller Zaubertrick oder echte Magie. Irgendetwas in ihm sagte: Letzteres.
Er schluckte die Angst herunter.
„Ich werde mich an eure Gebote halten.“
Missmutig nickte der Mann. „Ja. Das hoffe ich. Es wäre schade um so einen jungen Mann.“




PS:
-Erster Satz: Seine Augen waren zwei Schlitze.
Habe hier überlegt eventuell besser: Seine Augen zeigten zwei Schlitze.
Um das Wort "waren" zu vermeiden. Finde aber es klingt dann sehr gezwungen und unpassend. Was meint ihr? (Versuche halt möglichst die Anzahl der passiven und schwache Verben möglichst klein zu halten)
-Darf man „eh“ überhaupt benutzen?
-Ist bei dem ersten Absatz auch klar, dass er in einer „Sandnebelfront“ läuft?

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Papa Schlumpf
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 59
Beiträge: 364
Wohnort: Friedersdorf


BeitragVerfasst am: 25.07.2014 22:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, 23,
die Sache mit dem Stil kriegen deine Kritiker bestimmt hin. Hier nur ein paar Hinweise, ganz ohne Wertung und wirklich nicht böse gemeint:
Was für ein Torr! Ich glaube, da ist ein "r" zuviel.
  Obwohl er erst 35 war, zeigten die vielen Falten, eines der Opfer seiner vielen Reisen.  Ich glaube, das ist kein Satz.
 Einzig das Wissen, gleich da zu sein munterte ihn auf. Ich glaube, am Ziel? Und ein Komma fehlt.
 Die braunen Kegel, waren kaum vom Rest –dem endlosen Sand- zu unterscheiden. Klingt mir nicht wirklich. Vielleicht "verschmolzen mit dem endlosen Sand" oder so. Ein Komma zuviel. Gleicht sich aus.
Er kam an einen Feuerplatz auf dem ein so großer Kochtopf draufstand, dass er darin hätte baden können. Feuerstelle? Auf-Draufstand geht nicht. Versuche mal, das anders zu formulieren.
Über Interpunktion will ich heute nicht weiter reden, da sind etliche Fehler drin, die die Story aber nicht stören.
Zu den nachgeschobenen Fragen: Auf Ableitungen der Verben "sein" und "haben" kann man nicht völlig verzichten, doch sollte der Gebrauch maßvoll sein. Insbesondere die Bildung von Zeitformen und des Konjunktiv bilden hier böse Fallen für endlose Wiederholungen. Denen bist Du aber beim ersten "Drüberschauen" einigermaßen entgangen.
Der erste Absatz sagt eindeutig Sandsturm.
In der Hoffnung, Dir geholfen zu haben verbleibe ich Dein
Papa Schlumpf


_________________
Nicht alles, was wir bewirken, haben wir auch gewollt.
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Doir
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Beiträge: 56



BeitragVerfasst am: 26.07.2014 01:19    Titel: Re: Der Hässliche Antworten mit Zitat

Hallo Anfaenger23,

ich lass dir mal meine Gedanken da. Nicht alle davon musst du genauso sehen oder gar übernehmen, aber vielleicht hilft dir die eine oder andere Anmerkung.

Anfaenger23 hat Folgendes geschrieben:


Er konnte kaum noch sehen. Aber das war auch nicht nötig. Er brauchte nur die ungefähre Richtung, welche er von seinem Kompass ablas.


Wie schlecht sah er denn? Vielleicht etwas konkretisieren, dass er nicht weit voraus schauen konnte.

Anfaenger23 hat Folgendes geschrieben:

Doch das war es ihm Wert. Er wollte sie kennenlernen. Sie studieren: Ihre Kultur, ihre Lebensweise, ihr Weltbild. Ein Abenteuer erleben. Ihm ging es nicht um die angebliche Geistermagie[...]


Gehört diese Geistermagie nicht auch zur Kultur des Stammes und abenteuerlich wäre es sicherlich auch. Ich glaube, der Protagonist ist hier nicht ganz aufrichtig.

Anfaenger23 hat Folgendes geschrieben:

Unter den Lidern kamen allmählich dunkelbraune Augen zum Vorschein. Obwohl er erst 35 war, zeigten die vielen Falten, eines der Opfer seiner vielen Reisen.


Ich nehme an, du willst in der personalen Erzählform schreiben, da sie Näher am Protagonisten ist. Dieser Teil hier wird aber von einem auktorialen Erzähler erzählt, denn Fero sieht sich nicht von außen und deshalb können für ihn auch nicht dunkelbraune Augen zum Vorschein kommen.


Anfaenger23 hat Folgendes geschrieben:

Er wusste nicht, ob es die Ablenkung oder Abschirmung des Sturmes war, welche die ihm dieses unerträgliche Hitzegefühl ersparte hatte.


 

Anfaenger23 hat Folgendes geschrieben:
Doch jetzt war es da. Sein Kopf fühlte sich schon leicht benommen an. Das nasse Hemd schien schon unter dem Mantel mit seiner Haut zu verschmelzen. Es tropfe ihm die Nase, die Stirn und das Kinn herunter.


Das Hemd tropfte ihm die Nase herunter? Es durch Schweiß ersetzen.

Anfaenger23 hat Folgendes geschrieben:

Am liebsten hätte er sich die Kleider vom Leib gerissen, doch er wusste, was dann die Sonne mit seiner Haut anstellte anstellen würde.
 



Anfaenger23 hat Folgendes geschrieben:

Da würden ihn ein paar Grad mehr, auch nicht aufhalten.  


Das Komma muss weg.

Anfaenger23 hat Folgendes geschrieben:
Er sah es. Zwar noch fern, aber er sah es. Die Zelte der Papagari-Indianer. Die braunen Kegel, waren kaum vom Rest –dem endlosen Sand- zu unterscheiden.  


Das Dorf ist noch fern und die Zelte sind kaum vom Sand zu unterscheiden, trotzdem ist er sicher dass er das Dorf sieht? Vielleicht hat er ja auch aufsteigenden Rauch gesehen? Oder etwas anderes, dass ihn sicher werden lässt.

Anfaenger23 hat Folgendes geschrieben:
Wie ein Geist schritt er durchs Dorf.


Wie schreitet ein Geist?

Anfaenger23 hat Folgendes geschrieben:
Eine Kindergruppe kickte spielten mit einem Ball.
  

Oder traten gegen einen Ball. Kicken passt nicht in die Erzählweise der Geschichte.

Anfaenger23 hat Folgendes geschrieben:
Sie mit ihrem freiem Oberkörper und voller Bemalungen und er, verschlossen und eingepackt in seinem schwarzen Ledermantel.
  

Schwarzer Ledermantel in der Wüste? Kein Wunder das sich das Hemd verflüssigt. Smile
Ich weiß, dass dunkle Kleidung durchaus in der Wüste getragen wird, aber das sind zumeist leichte Gewänder. Einen Ledermantel kann ich mir nicht vorstellen, aber ich bin bereit dazuzulernen.
Vielleicht konnte er sie wegen den eiskalten Nächten nicht zu Hause lassen. Aber wieso würde er ihn Tagsüber tragen?


Anfaenger23 hat Folgendes geschrieben:

Er kam an einen Feuerplatz auf dem ein so großer Kochtopf draufstand, dass er darin hätte baden können.
  


Anfaenger23 hat Folgendes geschrieben:

Der Mann schaute nicht auf. Selbst als er ihm direkt gegenüberstand und in die Augen starrte.
   

Schwer jemanden in die Augen zu starren, wenn er hinunter schaut.


Anfaenger23 hat Folgendes geschrieben:
Fero huschte ein inneres Grinsen über die Wangen.
  
Was denn nun? Innen oder außen?

Anfaenger23 hat Folgendes geschrieben:

Er näherte sich einem besonderen Zelt. Es war regenbogenfarben und auf den Stangen steckten Schädel von diversen Tieren Tierschädel.
  

Entweder belässt du es bei Tieren oder du zählst ein paar Tierschädel auf. Aber diverse gehört da nicht rein.

Anfaenger23 hat Folgendes geschrieben:

In der Mitte meditierte ein Greis mit Glatze im Schneidersitz.
   

Sehr viel Information für einen Satz. Er sitzt in der Mitte des Zeltes, er meditiert, er ist alt, er hat eine Glatze und er sitzt im Schneidersitzt. Mach mehr Sätze daraus und verpack die Information etwas aufregender.

Vielleicht sieht er erstmal nur einen alten Mann sitzen. Womöglich ist er schon lange tot, so regungslos wie er da sitzt. Keine Reaktion, als er sich ihm nähert. Erst als Fero versucht sein eigenes Spiegelbild in der Glatze des Greises zu betrachten... Ist ein bisschen übertrieben, aber ich hoffe du weißt was ich meine.


Anfaenger23 hat Folgendes geschrieben:

„Wonach suchst du mein Kind?“
„Nach dem Ältesten“
Und der wahre Grund?“ Der Mann öffnete nicht einmal die Augen.


Der Aussage des Alten passt nicht so recht zudem, was vorher gesagt wurde.

Anfaenger23 hat Folgendes geschrieben:

Aber nach ein paar Minuten erkannte er, dass der Mann ihn nun ignorierte.


Er kann es nicht erkennen, höchstens vermuten. Vielleicht grübelt der Greis ja tatsächlich noch darüber.


Anfaenger23 hat Folgendes geschrieben:

Entweder war ihre Pausenphase bei seinem Eintritt sehr lang, oder er nahm sie erst jetzt wahr..


Oder sie kam erst später ins Zelt? Ich würde den Satz streichen. Du musst nicht erklären, wieso er sie vorher nicht bemerkt hat.


Anfaenger23 hat Folgendes geschrieben:

„Das ist auch nicht der wahre Grund. Niemand sucht nach was „anderem“. Man sucht nach Abwechslung wegen der eigenen Unzufriedenheit. Der Grund warum du also hier bist ist, weil du mit deinem jetzigen Leben nicht zufrieden bist, sonst bräuchtest du keine Veränderung. Etwas stört dich. Ich weiß zwar nicht was und es geht mich auch nichts an. Aber es muss so extrem sein, dass du bereit warst diese lange Reise auf dich zu nehmen.“


Das ist einfach nur eine Wiederholung von dem, was Fero davor gesagt hat, mit anderen Worten. Dass er nicht zufrieden war mit der Situation, das dürfte dein Protagonist auch selbst gewusst haben, ohne die Hilfe eines Weisen.

Wenn mir die Kellnerin ein Glas Pepsi auf den Tisch stellt und ich sage ich will etwas gänzlich anderes, nämlich ein Cocktail, dann braucht die Kellnerin mir nicht sagen, dass ich den Cocktail nicht will, weil ich was anderes will, sondern weil ich unzufrieden mit der Pepsi bin.


Anfaenger23 hat Folgendes geschrieben:

Wie von einer Geisterkraft berührt, schwebte sie lautlos vor Feros Augen, ca. einen halben Meter entfernt. Er konnte sie deutlich erkennen. Sie war erstarrt. Kein Flügelschlag, kein Summen, nicht die kleinste Regung. Der Mann schnappte einmal Zeigefinger und Daumen zusammen und die Fliege zermatschte augenblicklich. Ein leises Platschen unterbrach die Stille.
Das war entweder ein spezieller Zaubertrick oder echte Magie. Irgendetwas in ihm sagte: Letzteres.
Er schluckte die Angst herunter.
„Ich werde mich an eure Gebote halten.“
Missmutig nickte der Mann. „Ja. Das hoffe ich. Es wäre schade um so einen jungen Mann.“
  


Der Zaubertrick mit der Fliege wirkt etwas aufgesetzt. Zudem wird Fero für meinen Geschmack viel zu schnell akzeptiert. Daran kann man noch feilen

Nichtdestotrotz mag ich das Wüstensetting und bin gespannt, was du da noch rausholst.

lg
Doir
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inmutanka
Geschlecht:weiblichHobbyautor


Beiträge: 325



BeitragVerfasst am: 26.07.2014 15:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anfänger,

hier meine Gedanken, vllt. ist etwas brauchbares für dich dabei.

LG
Inmutanka

Zitat:
Die Wüste


Damit legst du das Setting klar. Ich bemerke es nur, weil ich dazu später noch einge Anmerkungen dazu habe. Was mir fehlt, ist ein Hinweis auf die Zeit, in der es spielt.

Zitat:
Seine Augen waren nur Schlitze. Das Tuch über die Nase und den Cowboyhut tief nach unten gezogen. Auf jede freie Stelle peitschte der Wind mit Sandkörnern erbarmungslos ein.
Es war kein besonders starker oder langer Schmerz. Mehr ein kurzes und schnelles Stechen. Für ein paar Stunden, wäre ihm diese Unannehmlichkeit eventuell nicht einmal aufgefallen. Aber nach drei Tagen spürte er sie deutlicher denn je - die ockerfarbenen Mikronadeln.
Immer wieder blinzelte er gegen sie an. Er konnte kaum noch sehen. Aber das war auch nicht nötig. Er brauchte nur die ungefähre Richtung, welche er von seinem Kompass ablas.


Liest sich für mich abgehackt. Ist es dein Stil? Mit etwas mehr *Verbindlichkeit* und umstellen, könntest du auch das Problem mit den *Schitzaugen* lösen. Bsp.

Seit drei Tagen ritt er (Name wäre besser) durch den Sandsturm, der Tag und Nacht über das Land tobte. Der tief in die Stirn gezogene Stetson und das Halstuch über der Nase schützten nur unzureichend. Erbarmungslos schmirgelten die feinen Sandkörner (*Mikronadeln - passt m. M. n. nicht, wenn es sich zum Bsp. um eine Story im 19./20. Jhdt. handelt, wozu wieder der Ausdruck *Tor* passen würde, den aber im 21. Jhdt. m. M. n. wohl kaum jemand benutzen würde) über die Haut und setzten sich trotz Tuch in Mund und Nase ab.
Aus entzündeten, zu Schlitzen zusammengepressten Augen sah er auf den Kompass. Die Richtung (welche?) passte. Ohne Kompass wäre eine Orientierung hoffnungslos. Er befand sich in einer ockerfarbenen Wolke, ohne Horizont. Himmel und Erde verschmolzen, hoben sich einander auf.
Er schüttelte die Wasserflasche. Obwohl er sparsam damit umgegangen war, sich und den Pferden nur das Notwendigste zugestanden hatte, reichte es nur noch für höchstens einen Tag. Wie lange würden sie danach noch durchhalten?
Trotz diesen Überlegungen riskierte er es, sein Taschentuch zu befeuchten und es sich über den schmerzenden Nacken zu legen, auf dem es wohl keinen Fetzen Haut mehr gab.

Was mir noch fehlt: wie ist er unterwegs? Reitet er? Läuft er? Wie sieht es (falls er reitet) mit seinen Tieren aus? Wie verhalten sie sich nach drei Tagen im Sturm? Sie dürften ebenfalls Atemprobleme haben, stolpern, der feine Sand setzt sich unter den Ritzen von Sattel und Packsattel ab, macht Druckstellen und reibt wund. Seinen Vorräten? Wie sieht es mit dem Brausen des Sturmes aus? Momentan habe ich das Gefühl, einen Stummfilm über einen Sandsturm zu sehen. Solche Details verdeutlichen seine Situation und machen Stimmung.

Zitat:
Als er anderen Leuten von seiner Expedition erzählte, lachten sie ihn aus:
„Was für ein Torr!“
„Der Sandsturm ist viel zu stark.“
„Nicht umsonst lassen die Leute sie ihn Ruhe.“
„Selbst wenn du da lebend ankommst. Wie kommst du da lebend wieder raus?“
„All diese Mühen, nur für einen doofen Stamm.“
„Nur für einen doofen Stamm“. Doch das war es ihm Wert. Er wollte sie kennenlernen. Sie studieren: Ihre Kultur, ihre Lebensweise, ihr Weltbild. Ein Abenteuer erleben. Ihm ging es nicht um die angebliche Geistermagie, weswegen ein Dutzend von Forschern vergeblich diesen schwierigen Weg auf sich genommen hatte. Um sie erst für sich und schlussendlich, mit ihrer Macht, alles zu gewinnen.


- Als er anderen Leuten von seiner Expedition erzählte - wen soll ich mir unter *anderen Leuten* vorstellen? Seine Ehefrau, Freunde, Wissenschaftler? Oder hat er sich auf einen öffentlichen Platz gestellt und seine Pläne herausposaunt?
Ich würde an deiner Stelle direkt mit der wörtlichen Rede beginnen.
lachten sie ihn aus: „Was für ein Torr!“  ff.  - Satz und wörtliche Rede passen so nicht. Es liest sich, als würden sie "Was für ein Tor!" lachen und nicht sagen. Und das geht meiner Ansicht nach nicht, niemand kann einen Satz lachen, sondern nur sagen und lachen.
- „Der Sandsturm ist viel zu stark.“ - hier könntest du noch etwas zu den Gegebenheiten einfügen, z. B. der Sandsturm über dem Tal oder dem Gebiet. Ich würde z. B. schreiben: Kein Mensch hat bisher den immerwährenden Sandsturm überwunden. Zumindest ist keiner von denen, die es versucht haben, zurückgekehrt.
- „Nicht umsonst lassen die Leute sie ihn Ruhe.“ - liest sich, als ob die Menschen mit Sicherheit wüssten, dass dort Menschen leben. Woher? Wenn es nur ein Gerücht/eine Sage ist, würde ich es deutlich machen. Etwa: Den  Hals für eine Legende riskieren ...
- doofen Stamm. - hier stoße ich mich am *doof*. Es ist zu modern, um in ein früheres Jhdt. zu passen. Daher wäre ein Hinweis, wann es spielt, wichtig.
- Doch das war es ihm Wert. Er wollte sie kennenlernen. Sie studieren: Ihre Kultur, ihre Lebensweise, ihr Weltbild. Ein Abenteuer erleben. Ihm ging es nicht um die angebliche Geistermagie, weswegen ein Dutzend von Forschern vergeblich diesen schwierigen Weg auf sich genommen hatte. Um sie erst für sich und schlussendlich, mit ihrer Macht, alles zu gewinnen. - Hier habe ich das Gefühl, der Autor will mir unbedingt auf das Auge drücken: Die *Leute* besitzen (angebliche) Geistmagie (was immer ich mir darunter vorstellen soll) und der Er (Prota) ist anders, als alle anderen. Meine Frage: Muss ich das unbedingt hier wissen? Ich denke - wie über den ganzen Absatz - nein, ich muss diese Hintergründe hier noch nicht wissen. Es zerreißt die Spannung. Ich will wissen, kommt der Prota durch den Sandsturm, überlebt er ihn, findet er sein Ziel? Eventl. würde ich den Prota denken/murmeln lassen: Und es gibt sie doch, ich werde den Stamm der Papagari finden. - Damit weiß ich als Leser: er sucht einen Stamm. Mir würde das genügen. Alles andere kann später kommen.

Zitat:
Mit jedem Schritt nahm die Härte der Sandkörner ab und seine Sichtweite erhöhte sich. Unter den Lidern kamen allmählich dunkelbraune Augen zum Vorschein. Obwohl er erst 35 war, zeigten die vielen Falten, eines der Opfer seiner vielen Reisen.


- Mit jedem Schritt nahm die Härte der Sandkörner ab - geht rein physikalisch nicht. Aus Sandkörner werden nicht auf einmal Wattebällchen. Was abnehmen kann, ist die Windstärke, wodurch die sich die Sichtweise herhöht und die (Auftreff)Wucht der Sandkörner sich verringert.
- Unter den Lidern kamen allmählich dunkelbraune Augen zum Vorschein. Obwohl er erst 35 war, zeigten die vielen Falten, eines der Opfer seiner vielen Reisen. - Auch hier habe ich wieder das Gefühl, der Autor will mir mit aller Macht Infos unterbreiten, die ich hier aber noch nicht benötige/wissen will.  Wobei der letzte Satz unvollständig ist.

Zitat:
Endlich hatte er den Sandsturm überwunden, der sich wie ein Wall um das Gebiet der Papagari-Indianer zog. Nun strafte ihn ein anderes Naturelement: Feuer.
Er wusste nicht, ob es die Ablenkung oder Abschirmung des Sturmes war, welche ihm dieses unerträgliche Hitzegefühl ersparte. Doch jetzt war es da. Sein Kopf fühlte sich schon leicht benommen an. Das nasse Hemd schien schon unter dem Mantel mit seiner Haut zu verschmelzen. Es tropfe ihm die Nase, die Stirn und das Kinn herunter.


- Endlich hatte er den Sandsturm überwunden, der sich wie ein Wall um das Gebiet der Papagari-Indianer zog. - Wieder das Gefühl: der Autor will mir mit dem Holzhammer eine Beschreibung liefern. Aber wie soll er von dem Sandsturmwall wissen, wenn ihn bisher niemand überwunden hat?
- Nun strafte ihn ein anderes Naturelement: Feuer. - Als ich das las, hatte ich das Bild von einer Feuerwand vor Augen. Aber später las ich, nein, kein Feuer, sondern Sonnenhitze. Passt also (für mich!) nicht.
- Er wusste nicht, ob es die Ablenkung oder Abschirmung des Sturmes war, welche ihm dieses unerträgliche Hitzegefühl ersparte. Doch jetzt war es da. - Was ich schon über Sandstürme gelesen habe, gehen die mit heißen Winden einher.  Stell dir also vor, du würdest seit drei Tagen durch den Luftstrom eines überdimensionalen heißen Föns reiten/laufen. Dann kommst du bei gleicher Temperatur in ein windstilles Gebiet - ich wüsste nicht, ob es da einen großen Unterschied gibt.  
- Das nasse Hemd schien schon unter dem Mantel mit seiner Haut zu verschmelzen. - s. o. heißer Wind trocknet/dörrt aus. Ich bezweifle, dass er noch genügend Flüssigkeit im Körper hat, um zu schwitzen.
- Es tropfe ihm die Nase, die Stirn und das Kinn herunter. *lach* Ein Satz bezieht sich immer auf den vorhergehenden. Demnach müsste ihm das Hemd von Nase, Stirn und Kinn tropfen.

Zitat:
Am liebsten hätte er sich die Kleider vom Leib gerissen, doch er wusste, was dann die Sonne mit seiner Haut anstellte. Einzig das Wissen, gleich da zu sein munterte ihn auf.
Eine Woche war er jetzt unterwegs gewesen. Da würden ihn ein paar Grad mehr, auch nicht aufhalten.


- ... was dann die Sonne mit seiner Haut anstellte.  - Um es mit den Worten des Professors Crey (Feuerzangenbowle) zu sagen: Da stelle mer uns mal janz dumm - was ich hiermit tue: Was stellt die Sonne mit der Haut an? Außerdem finde ich schlimmer, was die Hitze mit dem Körper anstellt: Wassermangel bewirkt Schluckbeschwerden, Desorientierung, Kopfschmerzen, Nierenschmerzen, logisches Denken lässt nach usw.
- Einzig das Wissen, gleich da zu sein munterte ihn auf. - Woher hat er das Wissen? Nach deiner o. g. Äußerung, dass anscheinend noch niemand zurückgekommen ist, kann er es m. M. n. nicht wissen, wie lange er noch braucht, oder? Wie muss ich mir sein *aufmuntern* vorstellen? Würde ich 3 Tage durch einen Sandsturm reiten/maschieren, und sähe jetzt (dazu gleich mehr) eine endlose Wüste vor mir und ich wüsste, jetzt muss ich nur noch ein best. Landschaftsmerkmal, x Kilometer, einen Tag etc. zurücklegen, dann würde mich das nicht *aufmuntern* sondern eher Hoffnung geben, doch noch mein Ziel zu erreichen bzw. zu überleben.
Ich würde mir noch gerne ein Bild über die Wüste machen. Es gibt ja verschiedene Arten davon, Sandwüsten, Geröllwüsten, ebenes Gelände, hügeliges/bergiges Gelände, absolut kahl oder wenigstens mit einigen Wüstenpflanzen undundund. So erscheint kein Bild.
- Eine Woche war er jetzt unterwegs gewesen. Da würden ihn ein paar Grad mehr, auch nicht aufhalten. - Geschmacksache, ich gebe es zu. Aber statt einfach schnöde zu schreiben: eine Woche war er unterwegs - würde ich dem Leser eine Einsicht über die Schwierigkeiten auf der Strecke geben, Bsp: Seit seinem Aufbruch hatte er fieberverseuchte Sümpfe voll von Giftschlangen und Alligatoren, eisige, schneebeladene Bergpässe und den Sandsturm überwunden. Eine sonnenverbrannte Ebene würde ihn nicht aufhalten.   
 
Zitat:
Er sah es. Zwar noch fern, aber er sah es. Die Zelte der Papagari-Indianer. Die braunen Kegel, waren kaum vom Rest –dem endlosen Sand- zu unterscheiden.


Hier habe ich mehrere Anmerkungen:
- Wenn sich die *Zelte* nicht vom Rest abheben, muss er schon seeehr nahe sein. Praktisch schon kurz davor stehen. Stell dir eine eintönige, hitzeflirrende Ebene vor, in der fast gleichfarbene *Zelte* stehen. Die sind nicht einmal auf einen Kilometer auszumachen.
- Um *Zelte* zu besitzen, müssten die Indianer über Leder oder Stoff verfügen. Um an Leder zu kommen, um daraus so große Dinge wie *Zelte* zu machen, müssten sie Wild mind. von Hirschgröße erlegen. In einer Wüste gibt es zwar größere Tiere z. B. Dromedare, Mendex- und Oryxantilope (sind nicht in den USA heimisch, ich weiß, nur als Bsp. großer Wüstensäuger gedacht) Gabelböcke etc.  Aber sie kommen nicht in diesem Außmaße vor, dass ein Stamm aus ihrenm Leder Zelte bauen könnte. Zumal zum Gerben ebenfalls Wasser benötigt wird. Daher haben z. B. die Wüstenindianer in Erdhütten/-löcher, oder Busch-/Grashütten (Hogan) oder Pueblos gelebt. Zumal auch nicht jede Tierhaut dafür geeignet ist, um das Eigengewicht einer Zelthaut zu tragen.

Zitat:
Wie ein Geist schritt er durchs Dorf. Eine Kindergruppe kickte mit einem Ball. Tierleder, welches mit Pflanzen verknotet wurde. Eine andere Kindergruppe tobte gerade herum und spielte Fangen. Sie beachteten ihn nicht. Obwohl er einen starken Kontrast zu ihnen bildete: Sie mit ihrem freiem Oberkörper und voller Bemalungen und er, verschlossen und eingepackt in seinem schwarzen Ledermantel.


- Wie ein Geist schritt er durchs Dorf. - Also ist er durch das ganze Gebiet gelaufen? Wie hat er dann die Wassermenge, die er für eine geplante Sandsturm/Wüstendurchquerung benötigt, getragen? Nur mal kurz überschlagen:
Mit 5 l Trinkwaser/Person, wenn sie bei Nacht läuft, kann sie rd. 30 km (wenn es einfaches Gelände ist) bewältigen.
Mit der gleichen Menge Trinkwasser bei Tag nur 10 km. Dazu kommt noch der Wind (Sandsturm), der zusätzlich ausdörrt. Das dürfte den Wasserverbrauch noch erhöhen und/oder die zurückgelegte Strecke weiter dezimieren. Ergo müsste er alleine für die 3 Tage Sandsturm mind. 15 - 20 l Wasser  mitschleppen. Da er nicht weiß, wie lange er durch Sandsturm/Wüste maschieren muss, müsste/sollte er noch etwas mehr mitschleppen und das zu dem übrigen notwendigen Gepäck/Ausrüstung. Und wenn er mit Gepäck auf dem Rücken marschiert, wird das die Wassermenge nochmals erhöhen und die zurückgelegte Strecke weiter vermindern. Also wäre zumind. ein Lastpferd/Muli angebracht.
Weiter: was soll ich mir *wie ein Geist* vorstellen? Bleich/weiß, durchsichtig, schwebend?
- Eine Kindergruppe kickte mit einem Ball./Eine andere Kindergruppe tobte gerade herum und spielte Fangen. - warum eine Kinder*gruppe* und nicht einfach Kinder? *Kickte* - auch hier bräuchte ich (wohlgemerkt ich!), vorher eine Zeit, um es einzuordnen. Ballkicken - wäre mir für die Wildwestzeit zu modern.
Du könntest es zusammenfügen: Kinder spielten mit einem Ball oder Fangen.
- Tierleder, welches mit Pflanzen verknotet wurde. - und das sieht er, während er vorbeigeht und der Ball rollt? Warum sollen sie es mit *Pflanzen verknoten*? Nähen ist eine Fähigkeit, die der Mensch ziemlich früh entwickelt hat. Also warum sollten sie den Ball nicht aus Leder(resten) zusammengenäht haben?
- Sie beachteten ihn nicht. Obwohl er einen starken Kontrast zu ihnen bildete: Sie mit ihrem freiem Oberkörper und voller Bemalungen und er, verschlossen und eingepackt in seinem schwarzen Ledermantel. - Hallo???
Da kommt ein Fremder in ein abgeschlossenes Dorf und die Kinder beachten ihn nicht? Das wäre aber ein total seltsames Verhalten von Kinder (und Erwachsenen).
- Sie mit ihrem freiem Oberkörper und voller Bemalungen - es gibt Stämme in Afrika und Amerika, die sich mit Erde etc. einrieben, um Schutz vor Insekten unf/oder Sonne zu haben. Aber das war kein (kunstvolles) bemalen, sondern nur ein *einreiben*. Richtiges Bemalen wird/wurde nur zu Zeremonien gemacht. Es macht auch keinen Sinn, dass Kinder, die spielen, toben und dadurch schwitzen, sich nur aus Jux und Tollerei, stundenlanger Bemalung aussetzen, die bei Wüstenhitze innerhalb kürzester Zeit wieder weg ist.
- schwarzen Ledermantel - nach 3 Tagen Sandsturm dürfte von Schwarz nicht mehr viel zu sehen sein. Der Sand wirkt wie Schmiergelpapier.

Zitat:
Er kam an einen Feuerplatz auf dem ein so großer Kochtopf draufstand, dass er darin hätte baden können. Mit einem gewaltigen Knochen rührte ein älterer Mann darin herum. Blasen ploppten auf. Die Brühe sah mit ihrer grünlich braunen Farbe nicht sehr appetitlich aus. Doch der undefinierbare Geruch machte ihn hungrig. Vielleicht war es auch die lange Reise.


Allgemein: OK - da ist ein Zeltdorf/-lager, mehrere Kinder und EIN älterer Mann. Wo sind die anderen Erwachsenen?

- Er kam an einen Feuerplatz auf dem ein so großer Kochtopf draufstand, - lt. Duden existiert das Wort *Feuerplatz* nicht, daher *Feuerstelle*.
Desweiteren ist Brennholz/Brennmaterial in der Wüste ebenso selten und kostbar wie Wasser. Wenn du nicht eine brauchbare/logische Erklärung lieferst, wie die Leute zu beiden Dingen (und dazu zu einem Kochtopf in Fast-Badenwannengröße) in dieser Menge kommen, würde ich mich auf eine kleine Feuerstelle mit einem kleinen Topf begnügen. Desweiteren frage ich mich, wie ein solch abgeschieden lebendes Wüstenvolk, das bisher quasi nur als Legende (nehme ich jetzt mal an) existierte, an einen Kochtopf/Eisentopf kommt?
- Mit einem gewaltigen Knochen rührte ein älterer Mann darin herum. - Ein so gewaltiges Tier lebt in der (in einer amerikanischen) Wüste? Weiter: Sie haben zwar einen Kochtopf und genügend Holz um ein so großes Feuer zu unterhalten, um den Inhalt eines *so großer Kochtopf ..., dass er darin hätte baden können* erhitzen zu können, aber nicht genug, um sich eine Art Kochlöffel daraus zu schnitzen? Weshalb ich das anmerke: Ich habe schon größere Knochen in der Hand gehabt und wenn ich daran denke, dass ich damit in einen Kochtopf hätte länger rühren müssen, dann muss der Typ ziemlich kräftig und muskulös sein. Den anders als in Comics und (alten) Filmen (Kannibalen, die Weiße in einen Kochtopf setzen und mit einem Knochen rühren) gezeigt, haben Knochen ab einer gewissen (gewaltigen?) Größe ein ziemliches Gewicht.
- Die Brühe sah mit ihrer grünlich braunen Farbe nicht sehr appetitlich aus. - Jeder hat eine andere Definition von appetitlich. In Sardinien ist ein Madenkäse Spezialität, in Island Harkal (fermentiertes Eishai-Fleisch) eine Spezialität, Ureinwohner in Australien essen/aßen den Magen/Darm samt Inhalt von Känguruhs ebenso die Inuits vom Seehund. Ich würde daher eher einen Vergleich bringen, a la: die Brühe erinnerte ihn an das Schlammwasser samt Bewuchs der Sümpfe, die er durchquert hatte.  
- Doch der undefinierbare Geruch machte ihn hungrig. - *Undefinierbar* heißt, dass er nicht zuordnen kann, von was dieser Geruch stammt (z. B. Fleisch), aber es bedeutet nicht, dass er nicht z. B. würzig, salzig, sauer, bitter, scharf, süß etc. riecht oder er ihn mit einem ihm bekannten Geruch z. B. roch wie erbrochener scharfer Senf - vergleichen kann.
- Vielleicht war es auch die lange Reise. - bisher hast du mir nur von 3 Tagen Wüstensturm und insgesamt *eine Woche* erzählt. *lange Reise* ist zwar relativ, aber das würde ich nicht unbedingt als *lang* in diesem Zusammenhang sehen. Vllt. würde ich schreiben, dass er schon seit einer Woche außer Skorpione und Grassamen nichts gegessen hat, sein Magen knurrt.

Zitat:
Der Mann schaute nicht auf. Selbst als er ihm direkt gegenüberstand und in die Augen starrte. Fero huschte ein inneres Grinsen über die Wangen. Es stimmte was man über ihr Verhalten zu Fremden erzählte.


Ok, ich fasse mal zusammen:
- Wie geht es, dass er ihm in die Augen starren kann, wenn der andere nicht aufschaut?
- Wie soll ich mir ein *inneres Grinsen, das über die Wangen huscht* vorstellen?
- Wie können *man* (wer ist *man*) etwas über ihr Verhalten wissen, wenn bisher niemand vom Versuch, sie zu treffen/besuchen zurückgekommen ist?

Zitat:
Er schlurfte weiter. Fast wie ein Pendel, wackelte er hin und her. Gerne würde er von dem Eintopf kosten. Aber er ersparte sich die Frage, da er die Antwort schon wusste.


- Er schlurfte weiter. Fast wie ein Pendel, wackelte er hin und her. - Ist das seine *übliche* Fortbewegungsart? Oder willst du damit seine Erschöpfung zeigen, wenn, dann würde ich *torkeln* wählen, denn den Vergleich mit einem Pendeln finde ich nicht gut.
- Gerne würde er von dem Eintopf kosten.  - Oben schreibst du *Brühe*. Brühe ist etwas anderes als ein *Eintopf*, siehe Fleischbrühe etc. d. h., die *Flüssigkeit* ist so dünn, dass du sie trinken kannst. Eintopf dagegen ist fast breiartig, dick und mit größeren Einlagen. Daher entscheide dich, ob es eine Brühe/Suppe oder ein Eintopf ist.
- Aber er ersparte sich die Frage, da er die Antwort schon wusste. - Oha, der Typ ist sogar Hellseher, da er weiß, wie ein bisher unerforschtes Volk reagieren wird? Dazu kommt noch, dass gerade Wüsten-/Halbwüstenvölker sehr gastfreundlich sind und jemanden, der mehr oder weniger verdurstet in ihr Lager torkelt, erst einmal *gepäppelt* wird. Schließlich könnten die Bewohner ja selbst mal in diese Lage kommen.

Zitat:
Er näherte sich einem besonderen Zelt. Es war regenbogenfarben und auf den Stangen steckten Schädel von diversen Tieren. Sogar einen menschlicher war dabei. Ein Schauer lief ihm über den Rücken.


Auch hier wieder: oben waren alle Zelte noch so braun, dass sie sich kaum von der Umgebung abhoben, jetzt ist ein Zelt *regenbogenfarbig*, passt für mich nicht. Es gibt zwar (auch in der Wüste) Pflanzenfarben, aber um so viel Farbe herzustellen, um ein ganzes Zelt zu bemalen, benötigt es eine Menge Pflanzen und Wasser, was in der Wüste wiederum Mangelware ist.
Desweiteren: woher kommen die Zeltstangen, wenn es keine Bäume gibt?
- Schädel diverser Tiere - wie ich schon oben schrieb, sind größere Tiere in der Wüste selten, selbst Wüstenfüchse und dortlebende Kojoten sind kleiner, als die im fruchtbareren Gebiet lebende Artgenossen. Daher machen sich - außer Fuchs- und Kojotenschädel, Schädel von Echsen, Schlangen, Vögel nicht besonders eindrucksvoll aus.
 Ein Schauer lief ihm über den Rücken. - Hm, was löst den Schauer aus? Nur der Anblick der Tierschädel? Oder der Menschenschädel? Warum? Ich hatte schon beides in der Hand und auch schon Leute in Museen beobachtet. Selbst Menschenschädel lösten bei den Betrachtern eher ein Gefühl der Faszination/Interesse als einen *Schauer* aus. An seiner Stelle würde ich mich eher fragen, ob der Schädel ein hochgeschätzter Ahne ist, der das Zelt bewachen soll. Oder ob es der Schädel eines der Besucher ist, die nie zurückgekehrt sind, quasi als Trophäe/Warnung und ob mir das gleiche Schicksal blühen würde.

Zitat:
Das musste es sein. Endlich. Behutsam schob er die Vorhänge beiseite und trat ein.


Ein Zelt mit Vorhänge/Gardinen/Store?

Zitat:
In der Mitte meditierte ein Greis mit Glatze im Schneidersitz. Räucherstäbchen und Kerzen umringten ihn und versprühten einen Vanille-Himbeer-Duft. Felle bedeckten den Boden.


- In der Mitte meditierte ein Greis mit Glatze im Schneidersitz. - auch für *meditieren/Schneidersitz* wäre ein Zeitrahmen des Geschehens wichtig. Ich bezweifle, dass z. B. Cowboys des 19. Jhdts. etwas mit dem Wort *meditieren* anfangen können.
- woraus schließt dein Prota, dass er *meditiert*? Nur aufgrund seiner Sitzart und der geschlossenen Augen?
- glatzköpfiger Greis - vllt. sitze ich jetzt einem Klischee auf. Aber in meiner Literatur über (Nordamerikanische) Indianer, gibt es keinen Stamm, bei dem Männer von Natur aus *glatzköpfig* sind, außer sie sind teilweise rasiert wie z. B. die Irokesen. Selbst alte Männer haben noch (dünnere) Haare. Auch in meinem indianischen Bekanntenkreis war kein Glatzköpfiger dabei.
- *Schneidersitz* wird auch *Türkensitz* genannt, u. a. weil die östlichen Völker ihn praktizierten und unsere früheren männl. Schneider so zum Nähen auf dem Tisch am Fenster bzw. näher an der Lampe saßen (vor Zeiten der Nähmaschine). Im Bezug auf Indianer finde ich es daher nicht passend.
- Räucherstäbchen und Kerzen umringten ihn und versprühten einen Vanille-Himbeer-Duft. - Woher hat er die Räucherstäbchen/Kerzen mit Vanille-Himbeer-Duft? Aus dem nächsten Supermarkt? Indianer verbrannten/verbrennen Salbei und Süßgras um Plätze/Behausungen vom Bösen zu reinigen und (Ahnen)Geister herbeizurufen.  
Räucherstäbchen und Kerzen *versprühen* keinen Duft, das können nur z. B. Raumsprays.
- Felle bedeckten den Boden. - ich gehe davon aus, dass dein Fero sich einigermaßen auskennt (Amerikaner?). Dann sollte er auch einigermaßen in der Lage sein, die Felle in etwa zuzuordnen. Der Oberbegriff *Felle* beinhaltet das Fell von z. B. Spitzmäuse bis zum Elch/Bär alles. Daher würde ich hier etwas spezifizieren: Felle von Gabelbock, Wüstenluchs und Fuchs z. B.

Zitat:
Obwohl er ihn gehört hatte, dessen war sich er sicher, verharrte der Mann in seiner Position. Fero schlich heran.
„Wonach suchst du mein Kind?“
„Nach dem Ältesten“
„Und der wahre Grund?“ Der Mann öffnete nicht einmal die Augen.
„Die Erlaubnis eurem Stamm beizutreten.“
Der Mann schwieg. Fero dachte, er würde über die Antwort grübeln. Aber nach ein paar Minuten erkannte er, dass der Mann ihn nun ignorierte.
„Ich will eure Kultur kennenlernen.“


- Obwohl er ihn gehört hatte, dessen war sich er sicher, verharrte der Mann in seiner Position. Fero schlich heran.

Allgemein: Es ist/gilt (gerade bei Indianern) als absolut unhöflich, eine Behausung zu betreten, wenn man nicht dazu eingeladen/aufgefordert wird. Höfliches Verhalten wäre, am Rande des Lagers zu warten (unter Umständen Stunden/Tage), bis jemand vom Stamm kommt und ihn einladet, das Lager zu betreten. Genauso wurde/wird auch bei den Behausungen verfahren. War der Eingang durch Stoff/Leder/Tür verschlossen, macht/machte man sich durch Rufen bemerkbar und wartete, bis ein Bewohner ihn einlud. Anders dagegen, wenn der Eingang offen/nicht verhüllt war/ist, das signalisierte: Besucher willkommen. Demnach hat dein Fero alles gemacht, um vom Stamm als unhöflicher, überheblich-arroganter Trottel abgestempelt zu werden. Kein guter Start, um eine Kultur kennenzulernen, oder?

- Obwohl er ihn gehört hatte, dessen war sich er sicher, - wieder einmal staune ich. Der Typ stolpert in ein bisher nicht erforschtes Dorf herein, ist unhöflich genug, um uneingeladen ein Zelt zu betreten, trifft zum ersten Mal auf den Greis und ist sich *sicher* das der Mann ihn gehört hat. Sorry, bei *Greis* gehe ich von einem alten Mann aus. Bei alten Leuten gehe ich (erfahrungsgemäß) davon aus, dass Seh- und Hörfähigkeit nicht mehr die besten sind. Was macht also deinen Fero seiner Sache so sicher?
- Fero schlich heran - Wenn die Formulierung so gewollt ist, würde ich Fero nun böse Absichten unterstellen. Grund: ungefragt ein Zelt betreten und, wenn der Bewohner meditierend dasitzt, sich anschleichen  - signalisiert mir: er hat unlautere Absichten.

- zum Dialog:
Fero kommt aus tagelangem Sandsturm und der Wüste. Wenn er beim Laufen pendelt (torkelt?) muss er erschöpft sein, dürfte unter Wassermangel leiden. Demnach dürften Mund und Rachen angeschwollen sein. Und er spricht noch ohne Probleme?
Wer spricht hier jetzt welche Sprache? Spricht der Stammesangehörige Feros Sprache? Dann frage ich mich, woher er die kann und wieso sich Fero nicht wundert, dass er sie beherrscht. Spricht Fero dagegen die Stammessprache, frage ich mich, woher er diese kann, wenn bisher noch niemand den Stamm erforscht hat. Und bitte nicht mit dem Argument kommen, er spreche *indianisch*, das würde bedeuten, dass es auch z. B. ein *europäisch* gibt, wo sich der Spanier ohne Probleme mit Russen, Türken, Finnen etc. unterhalten könnte.
Auch hier ignoriert Fero sämtliche Höflichkeitsregeln (dein Greis übrigens auch!). Zuerst wird sich über Beiläufigkeiten unterhalten sozusagen über Wetter, wie die Reise war, das Wohlbefinden etc. Alles durchzogen von schweigenden Pausen. Indian. Bekannte (Lakota/Dineh) erzählten mir, das Mundwerk der Weißen würde nie stillstehen und Schweigen würden sie nicht ertragen. Tatsächlich versuchen wir, Schweigen in einer Runde als peinlich/störend zu empfinden und versuchen dies, zu überbrücken. Sitzt du dagegen mit einer Native-Familie zusammen, so wird nur gesprochen, wenn es etwas zu sagen gibt und gemeinsames Schweigen wird *verbindend/vertrauend* empfunden.
Auch hier wieder: eigentlich wird einem Besucher zuerst Essen/Trinken angeboten, da allerdings dein Fero sich als unhöflich erweist, könnte ich das Verhalten des Greises als Retourkutsche akzeptieren ...
- „Die Erlaubnis eurem Stamm beizutreten.“ - Das ist schon mehr als unhöflich, das ist dummdreist und unverschämt. Um als Außenstehender/Nichtangehöriger in einem Stamm aufgenommen zu werden, muss man sich erst einmal beweisen, dass man dessen würdig ist. Dass man für die Stammesgemeinschaft einsteht, bereit ist, Freud und Leid mit ihnen zu teilen und einen wichtiges Mitglied für den Stamm ist. Falls diese Kriterien von mehreren wichtigen Mitglieder des Stammes als erfüllt angesehen werden, dann wird einem die Stammesaufnahme angetragen. Aber es kann niemand die Aufnahme fordern, und schon gar nicht, bei der ersten Begegnung. Dein Fero könnte z. B. das Ziel haben, irgendwann dort aufgenommen zu werden. Aber dort hineinspazieren und das mehr oder weniger fordern - unmöglich. Er könnte eventl. darum bitten, bei ihnen leben zu dürfen - was jedoch nicht gleichzusetzen ist, mit der Aufnahme in einem Stamm, im letzteren Falle würde/könnte/dürfte er sich als Angehöriger der Papagari bezeichnen. Im ersteren Falle wäre er nur (geduldeter) Gast.
- Aber nach ein paar Minuten erkannte er, dass der Mann ihn nun ignorierte. -
*lach* mein erster Gedanke war: Schnellmerker! Allerdings stimmt das so nicht. (Traditionelle) Indianer überlegen sich ihre Antwort sehr genau, denken alles durch, und das kann schon eine Zeit dauern, bis eine Antwort kommt.

Zitat:
Schweigen. Seine Antwort schien dem Greis immer noch nicht zu reichen. Er bemerkte ein Summen. Eine Fliege. Er konnte sie zwar bei der schwachen Beleuchtung nicht sehen. Dafür aber umso deutlicher hören. Immer wieder stoppte das Geräusch, um dann ein paar Sekunden später wieder zu starten. Entweder war ihre Pausenphase bei seinem Eintritt sehr lang, oder er nahm sie erst jetzt wahr.


Hm, er kann sie nicht sehen, aber er erkennt am Summen, dass es sich um eine Fliege handelt? Respekt ...

Zitat:
„Ich will etwas anderes erleben. Ein Abenteuer. Mich ödet der Alltag in der Stadt an. Immer geht es nur ums arbeiten und abends werden dann Märchen in den Tavernen erzählt, während man sich zulaufen lässt. Und auf dem Lande ist es nicht viel besser. Habe es ausprobiert. Daher reise ich nun herum. Ich bin schon viel herumgekommen in Melder: Linnblum, Trego, Ridoc, Reli, Haggta, Gular und noch viele mehr. Alles schöne Gegenden, keine Frage. Und jeder Ort hat mich auf seine eigene Art fasziniert. Doch alle gaben mir nicht wonach ich wirklich suchte: Mal etwas gänzlich anderes.“


Autsch - das wäre eine Antwort, wofür ich ihn an der Stelle des Indianers sofort zum Teufel jagen würde. Das klingt so: Mein Alltag ist langweilig, deswegen fahre ich zur Abwechslung nach Disney-World/Land.
Desweiteren: Linnblum, Trego, Reli, Haggta habe ich gegoogelt und auf Anhieb nichts gefunden, Trego gibt es mehrere: Maryland, Montana, Nevada, Wisconsin, Kansas - war er da überall? Wenn nicht, würde ich statt Land/Gemeinde einen Staat nennen; Ridoc fand ich nur in Finnland, daher würde ich auch eher das Land nennen, als eine (den meisten Lesern unbekannte) Stadt; Gular fand ich in Georgien, auch da würde ich den Staat benennen. Zumal einem Indianer (auch da spielt wieder das Jhdt. eine Rolle) eventl. auch die Staaten nichts sagen dürften.

Zitat:
Wieder hörte er das Summen. Plötzlich verstummte es, wie auf Befehl. Der Mann füllte das Schweigen: „Das ist auch nicht der wahre Grund. Niemand sucht nach was „anderem“. Man sucht nach Abwechslung wegen der eigenen Unzufriedenheit. Der Grund warum du also hier bist ist, weil du mit deinem jetzigen Leben nicht zufrieden bist, sonst bräuchtest du keine Veränderung. Etwas stört dich. Ich weiß zwar nicht was und es geht mich auch nichts an. Aber es muss so extrem sein, dass du bereit warst diese lange Reise auf dich zu nehmen.“


Um so eine Erklärung zu bekommen, müsste Fero dem Indianer schon vertraut bzw. sympathisch sein.
- *extrem* ist ein Wort, das kaum in einer indianischen Sprache (damit lehne ich mich jetzt mal aus dem Fenster) vorkommen dürfte. Aber auch hier: es spielt das Jhdt. eine Rolle und eine Erklärung, wie ein abgeschlossen lebendes Volk an solch ein Vokabular kommen sollte.

Zitat:
Unterbewusst musste Fero ihm zustimmen.
Der Greis fuhrt fort: „Ich werde dich akzeptieren. Allerdings musst du dich an unsere – meine – Regeln halten. Tust du das nicht….“
Der Mann nahm eine Glocke von dem Kissen, auf dem er saß, und läutete sie dreimal. Er zeigte in die pure Dunkelheit und dirigierte den Zeigefinger langsam Richtung Fero. Es war die Fliege.


Sorry - langsam kringeln sich mir die Fußnägel und ich verliere die Lust am Lesen. Aber der Reihe nach:
- Unterbewusst musste Fero ihm zustimmen. - *Unterbewusst* gibt es so nicht. Es gibt ein *unterbewusst wahrnehmen/vorhandensein* was aber in diesem Zusammenhang nicht stimmt/passt. Ich denke du meinst ein *unbewusst*, lt. Duden:
    nicht bewusst
    nicht in jemandes Bewusstsein tretend, jemandem nicht bewusst [werdend]
Auch das passt m. M. n. nicht in diesem Zusammenhang. Denn Fero ist es ja *bewusst*, dass der Indianer recht hat/haben könnte. Daher würde ein innerlich, in Gedanken etc. treffender sein.
- Ein Mann alleine konnte/kann nicht bei traditionellen Stämmen bestimmen, ob jemand bleiben darf (höchstens als persönlicher Gast). Schon gar nicht bei Stämmen, die in solch extremen Gebieten leben. Das kann nur der Stammesrat. Denn jeder weiterer Esser minderte die Ressourcen des Stammes, musste mitversorgt werden und konnte in Notzeiten eventl. auch den Tod von Stammesmitglieder bedeuten (weil zu wenig Nahrung/Wasser vorhanden ist). Ist er dagegen persönlicher Gast, dann ist der Gastgeber in allem (auch für eventl. Fehlverhalten) seines Gastes verantwortlich und nicht die Gemeinschaft.
- akzeptieren - auch das ist ein Wort, wo das Jhdt. (m. M. n.) eine Rolle spielt und so in einer indianischen Sprache (wieder aus dem Fenster lehnen) nicht vorkommt.
- Glocke/Kissen - Bei *Glocke* habe ich das Bild von einer klassischen Glocke (http://www.knotenpunkt-maritim.de/Sea%20Club/tischglocke_ma.jpg) vor Augen. Das gab es nicht bei den Indianern. Es gibt bei manchen Stämmen zwar den Jingle-Dance, allerdings sind die Jingles keine Glocken in unserem Sinne sondern Metallhülsen, die bei Bewegung aneinander berühren und dadurch klingen.
Ich will nicht bestreiten, dass es eine Art Kissen bei den Indianern gab (dazu müsste ich erst in meinen Fachbüchern nachlesen, und das ist - ehrlich gesagt - mir die Sache nicht wert). Allerdings hatte ich bei *nahm eine Glocke von dem Kissen* das Bild einer silbernen Tischglocke, die auf einem mit Trodeln geschmücktem Kissen lag. Also passt diese Beschreibung nicht (für mich jedenfalls). Und nicht nur die Glocke lag auf dem besagten Kissen, sondern auch der Indianer sitzt im Schneidersitz auf dem o. g. Kissen (passt für mich 2 x nicht).
- Er zeigte in die pure Dunkelheit  - ja wat nu? Oben erkennt Fero, dass der Alte glatzköpfig ist, Felle auf dem Boden liegen, er im Scheidersitz mit einer Glocke auf einem Kissen sitzt - und jetzt ist im Zelt *pure Dunkelheit*? Abgesehen davon, dass es - auch/gerade nicht bei Lederzelten tagsüber *pure Dunkelheit* herrscht, passt das alles nicht zusammen.
- dirigierte den Zeigefinger langsam Richtung Fero. Es war die Fliege. - *fg* er dirigiert seinen Zeigefinger Richtung Fero und Fero ist die Fliege?

Zitat:
Wie von einer Geisterkraft berührt, schwebte sie lautlos vor Feros Augen, ca. einen halben Meter entfernt. Er konnte sie deutlich erkennen. Sie war erstarrt. Kein Flügelschlag, kein Summen, nicht die kleinste Regung. Der Mann schnappte einmal Zeigefinger und Daumen zusammen und die Fliege zermatschte augenblicklich. Ein leises Platschen unterbrach die Stille.


- schwebte sie lautlos vor Feros Augen, ca. einen halben Meter entfernt. - wie sieht er das in *purer Dunkelheit*?
- schwebte sie lautlos/Kein Flügelschlag, kein Summen, - du schreibst hier zweimal das Gleiche. Wenn es jemand besser weiß, kann er mich berichtigen (lerne immer gerne dazu), aber meiner Meinung nach entsteht das Summen/Brummen von Fluginsekten durch den Flügelschlag. Daher: Kein Flügelschlag - kein Geräusch.
- die Fliege zermatschte augenblicklich. Ein leises Platschen unterbrach die Stille. - *g* da frage ich mich, welche Ausmaße die Fliege hat, wenn es platscht, wenn ihr zerquetschter Körper bzw. die Innereien (?) herunter fallen.

Zitat:
Das war entweder ein spezieller Zaubertrick oder echte Magie. Irgendetwas in ihm sagte: Letzteres.
Er schluckte die Angst herunter.
„Ich werde mich an eure Gebote halten.“
Missmutig nickte der Mann. „Ja. Das hoffe ich. Es wäre schade um so einen jungen Mann."


- Irgendetwas in ihm sagte - *irgendetwas*  ist ein Allgemeinplatz. Würde ich ersetzen durch: eine innere Stimme/ein Gefühl oder so etwas.
- Er schluckte die Angst herunter - Wieso hat er auf einmal Angst? Es war doch sein Wunsch/Wille/Ziel? Ich würde denken: Klasse, warum sollte mir das Blühen?
- „Ich werde mich an eure Gebote halten.“ - An welche Gebote? Hier würde ich den Indianer vorher einige Regeln nennen lasse, an die Fero sich zu halten hat. Blauäugig etwas versprechen, würde ich an Feros Stelle grundsätzlich nicht.
- Missmutig nickte der Mann. - Ähm, warum ist der Alte missmutig? Es liegt doch an ihm, ob der Typ bleibt oder nicht? Verstehe ich nicht ...

So, mein gesamtes Fazit:

Es klingt vllt. hart, aber nimm es bitte nicht persönlich. Es ist nichts, was du nicht ändern/verbessern könntest. Zumal es nur meine ureigenste Meinung ist, welche nicht der Nabel der Welt ist und andere Leser es anders sehen können/werden.

Die Story könnte spannend und interessant werden. Was mich - von Rechtschreib- und Satzzeichenfehler abgesehen - stört, ist
- die unbedachte Umgang mit Wörter (andere Bedeutung als die beabsichtigte)
- die mangelnde Recherche (aber das ist bei vielen Stories für mich der Fall).

So, wie die Story dasteht, wäre es für mich der erste Wurf. Das Niederschreiben/Festhalten einer Idee/Szene. Danach würde für mich die Arbeit anfangen.
 
Hellhörig werde ich, wenn Indianer in das Spiel kommen. Auch wenn es Fantasy/ein Fantasie-Stamm ist, ist es für mich ein Indiz, dass die Story bei den Natives in Amerika spielt. Daher müssten für mich einige grundlegende Dinge, die erwähnt werden, stimmen. Nicht unbedingt im Detail und von mir aus quer durch die Stämme gemixt (bei Fantasie-Stämmen), aber allgemeine/grundlegende Dinge, die vielen Stämmen gemein sind, sollten beachtet werden.

Dazu gehört die Lebensweise von Wüstenstämme, einfachste Verhaltenscodexe (die auch vielen anderen Naturvölkern auf anderen Kontinenten eigen sind), zur Verfügung stehende Materialien, Logiken usw.
(Über-)Leben/Fauna/Flora in der Wüste usw.

Das sind alles Dinge, die ich oberflächlich mit etwas Recherche abklären kann. Da ich früher für Bastei Western-Romane geschrieben und auch durch meine Freundschaft mit Natives einiges Wissen über sie angeeignet habe, kenne ich mich etwas bzgl. Stämme, Wüsten etc. aus. Lese ich nun Romane/Stories, wo nicht einmal die oberflächlichsten Dinge stimmen, reagiere ich allergisch und fühle mich vom Autor nicht wertgeschätzt, verar... Da ich ihm als Leser nicht einmal die simpelste Recherche wert bin.

LG
Inmutanka


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Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben; Sie haben meine Phantasie beflügelt. ... Vor allem aber danke ich all jenen, die mich lieben, so wie ich bin; Sie geben mir die Kraft zum Leben! Danke. (Paul Coelho)
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Anfaenger23
Schreiber-Lehrling

Alter: 89
Beiträge: 125



BeitragVerfasst am: 26.07.2014 17:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Papa Schlumpf:
Danke für deine kurze Meinung.


@Doir:
Ich werde nicht auf jede einzelne Stelle eingehen, ich verspreche aber in einer Überarbeitung jeder deiner Punkte zu beachten und an Stellen (sie mit Schweiß statt Es), wo ich Verbesserungspotenzial sehe, Hand anzulegen.


@immutanka:
Vorweg:
Meine Story spielt in keiner Zeit und auch in keiner geographischen Verortung die dir bekannt ist (dass du einige der Fantasieorte wirklich gefunden hast ist reiner Zufall.)

Ich bin schon viel herumgekommen in Melder.....

Somit ist jegliche Kritik die sich deinerseits darauf bezieht, dass sich die Naturvölker in Amerika sich anders verhalten, nichtig. Selbstverständlich, ist der Begriff Indianer meinerseits falsch gewählt und wird von mir bei der Überarbeitung rausgenommen.

Auch, dass es in Wüsten dieses und jenes nicht gibt usw. ist halt damit irrelevant.


Dennoch bin ich für deine Kritik ziemlich dankbar, denn einige Logikfehler und Ungereimtheiten muss ich defintiv ausmerzen. (z.B: Wie bewegt er sich fort? Mehr Beschreibungen im Dorf etc.)

Ich möchte nicht patzig klingen, da du dir sehr viel Mühe gegeben hast. Aber falls du diese Geschichte weiterlesen solltest, musst du dich entweder von klassischen Welten und Zeiten trennen oder du wirst mir in jedem Text, über fünf Seiten vorhalten, dass diese und jenes nicht zusammen passe, da das andere Epochen sind. Um es umgangsprachlicher zu formulieren:

Bei mir kann es passieren, dass ein Ritter in eiserner Rüstung mit dem Pferd durch den Wald trappt und dann auf ein Banditen mit Maschinengewehr trifft, denn er mit seinem Laserschwert attackiert.


Ich werde die Geschichte nun versuchen zu überarbeiten und versuchen die genannten Kritikpunkte auszumerzen.

Danke für euer Feedback smile
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inmutanka
Geschlecht:weiblichHobbyautor


Beiträge: 325



BeitragVerfasst am: 26.07.2014 17:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anfänger,

Zitat:
@immutanka:
Vorweg:
Meine Story spielt in keiner Zeit und auch in keiner geographischen Verortung die dir bekannt ist (dass du einige der Fantasieorte wirklich gefunden hast ist reiner Zufall.)


OK, die Begriffe Indianer(Stamm) und Cowboyhut verorten eben deine Geschichte in Amerika ...

Ich bin schon viel herumgekommen in Melder.....

Zitat:
Somit ist jegliche Kritik die sich deinerseits darauf bezieht, dass sich die Naturvölker in Amerika sich anders verhalten, nichtig. Selbstverständlich, ist der Begriff Indianer meinerseits falsch gewählt und wird von mir bei der Überarbeitung rausgenommen.


Damit ist das *Problem* gelöst.

Zitat:
Auch, dass es in Wüsten dieses und jenes nicht gibt usw. ist halt damit irrelevant.


Jein, manche Dinge/Lebewesen sind von der Umwelt einfach vorgegeben. Außer du lieferst eine plausible Erklärung, warum dort etwas so ist, wie es ist. Wie ich immer sage: Wenn mir jemand eine logische Erklärung liefert, warum in seiner Welt der Himmel rot und das Gras lila ist, fresse ich es (die Tatsache, nicht das Gras wink )

Zitat:
Ich möchte nicht patzig klingen, da du dir sehr viel Mühe gegeben hast. Aber falls du diese Geschichte weiterlesen solltest, musst du dich entweder von klassischen Welten und Zeiten trennen oder du wirst mir in jedem Text, über fünf Seiten vorhalten, dass diese und jenes nicht zusammen passe, da das andere Epochen sind. Um es umgangsprachlicher zu formulieren:

Bei mir kann es passieren, dass ein Ritter in eiserner Rüstung mit dem Pferd durch den Wald trappt und dann auf ein Banditen mit Maschinengewehr trifft, denn er mit seinem Laserschwert attackiert.


*lach* habe selbst eine Geschichte erfunden, in der sich Batman, Tarzan, Rotkäppchen usw. tummeln. Wie gesagt, wenn du logische Erklärungen dafür hast, warum ein Ritter mit einer so fortschrittlichen Waffe wie einem Laserschwert sich auf so eine *primitive* Art wie auf einem Pferd fortbewegt und warum ein Bandit mit einem altmodischen Maschinengewehr und nicht mit einer Laserkanone herumballert - kann ich durchaus alles als glaubhaft und unterhaltsam finden.

LG

Inmutanka


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BeitragVerfasst am: 26.07.2014 18:13    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Dies ist der Anfang meiner Kurzgeschichte, welche ein Spinoff-Prequel zu meiner Hauptidee darstellt.

Hallo Anfänger,

ist das mit dem Spin-Off wirklich sinnvoll? Du solltest dich ja mit ganz viel Leidenschaft in deine eigentliche Geschichte stürzen
und da lenken diese Ausgliederungen doch eher ab.

Das Setting und deine Einfälle versprechen Spannung und Atmosphäre.
Du musst aber unbedingt an Stil und Sprache arbeiten und auf Details achten. Da stoße ich auf viele kleine Patzer, stolpere etwas
enttäuscht durch deine Geschichte und die Wirkung deiner Ideen kommt nicht zum Tragen.
 
Den ersten Absatz habe ich mir herausgezogen und genauer angesehen.


Seine Augen waren nur Schlitze.
Ist unklar. Wir wissen nicht, worum es geht und haben zu viele Optionen: Hinweis auf asiatische Abstammung, eine Erkrankung /
Behinderung oder das Zusammenkneifen der Augen?


Das Tuch über die Nase und den Cowboyhut tief nach unten gezogen.
Unvollständige Sätze funktionieren nur im Zusammenhang, z.B. als Ergänzung (hier Art und Weise).
Ted Silver ritt durch das Tal des Todes. (Wie?) Das Tuch über die Nase und den Cowboyhut tief nach unten gezogen.

Auf jede freie Stelle peitschte der Wind mit Sandkörnern erbarmungslos ein.
Problematisch aus auktorialer Sicht, denn der Wind peitscht auf jede Stelle ein.

Es war kein besonders starker oder langer Schmerz. Mehr ein kurzes und schnelles Stechen.

Für ein paar Stunden, wäre ihm diese Unannehmlichkeit eventuell nicht einmal aufgefallen.
„Unannehmlichkeit“ ist untertrieben, „nicht einmal aufgefallen“ weit übertrieben.

Aber nach drei Tagen spürte er sie deutlicher denn je - die ockerfarbenen Mikronadeln.
Das heißt, zwischen Einwirkung und Wahrnehmung liegen drei Tage. (Nach drei Tagen spürte er die Wirkung der Tablette.)    
Unsere Kombinationsgabe bereinigt das. Besser wäre m.E., in einen konkreten Zeitpunkt hineinzuspringen. Dann nähern wir
uns auch der Figur und dem Geschehen an.


Immer wieder blinzelte er gegen sie an. Er konnte kaum noch etwas erkennen sehen.
Hier wird es konkret.

Aber das war auch nicht nötig. Er brauchte nur die ungefähre Richtung, welche er von seinem Kompass ablas.
Und das ist nur noch Begründung des Erzählers.

Als er anderen Leuten von seiner Expedition erzählte, lachten sie ihn aus:
„Was für ein Torr!“
„Der Sandsturm ist viel zu stark.“
„Nicht umsonst lassen die Leute sie ihn Ruhe.“
„Selbst wenn du da lebend ankommst. Wie kommst du da lebend wieder raus?“
„All diese Mühen, nur für einen doofen Stamm.“
Im Prinzip habe ich damit kein Problem, würde nur die Zeichensetzung ändern.
Als er anderen Leuten von seiner Expedition erzählte, lachten sie ihn aus. „Was für ein Narr!“ - „Der Sandsturm ist viel zu stark.“
Die ersten Antworten werden selektiert und komprimiert. Auf die folgenden wörtlichen Zitate würde ich aber verzichten.


„Nur für einen doofen Stamm“.
Das ist zu infantil. Hier müsste ein echtes Argument kommen.

Doch das war es ihm Wert. Er wollte sie kennenlernen. Sie studieren: Ihre Kultur, ihre Lebensweise, ihr Weltbild. Ein Abenteuer
erleben. Ihm ging es nicht um die angebliche Geistermagie, weswegen ein Dutzend von Forschern vergeblich diesen schwierigen
Weg auf sich genommen hatte. Um sie erst für sich und schlussendlich, mit ihrer Macht, alles zu gewinnen.
Das ist nur abstrakter Erzählerkommentar. Und am Schluss wird ein Ziel genannt, das unser Held gar nicht verfolgen wird.
Der Prota braucht eine konkrete Aufgabe; diese sollte auch für den Leser interessant sein. Sonst legt er das Buch hier weg.

Oder du baust ein Mysterium um den Helden auf, das den Leser neugierig werden lässt. Später findet sich ja noch eine leichte
Andeutung dazu:
Der Mann füllte das Schweigen: „Das ist auch nicht der wahre Grund.


Gruß,
Carsten
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Anfaenger23
Schreiber-Lehrling

Alter: 89
Beiträge: 125



BeitragVerfasst am: 28.08.2014 05:32    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Edit:
Würde mich über neues Feedback freuen smile


@seitenlinie:

Sind wir mal ehrlich: Mein Stil ist noch ziemlich mangelhaft und jeder Leser würde ein Buch von mir nach fünf Seiten weglegen, selbst wenn es eine Biographie über ihn selbst wäre.

Nun reicht mir für mein Erstlingswerk aber nicht nur eine 0185-Geschichte, sondern ich möchte dort drei Dinge einbauen(inhaltliche Ungewohnheiten), wovon mir in diesem und auch anderen Foren dringlichst abgeraten wurde (da es einfach zu schwer ist, weil die Geschichte und der Lesefluss sehr schnell sperrig wird, wenn man es falsch macht).

Um nun dem Leser ein Teil dieser Sperrigkeit zu nehmen, muss mein Stil sich exorbitant verbessern. Nur dann wird sich der Leser mitnehmen lassen und bis zum Ende "durchhalten" (ich mag den Begriff durchhalten nicht, denn das Lesen selbst soll Spaß machen. Nur fehlt z.b. bis zu 80% der Geschichte ein roter Faden oder ein Motiv. Die Charaktere handeln und die Story passiert einfach. Aber es gibt nicht Großes wo drauf hingearbeitet wird(eigentlich schon, nur der Leser weiß davon nichts).
Das ist nur eine der Ungewohnheiten.


Wenn ich nun also Szenen aus meiner Hauptgeschichte schreibe, kann ich die einfach wegschmeißen. Denn mein jetziger Stil ist für diese Art von Geschichte noch zu unreif.

Also habe ich mir überlegt, ich schreibe einfach ein paar Spinoffs zu den Charakteren (deren Story wesentlich einfacher und klassischer ist) und versuche mich dort. Wenn dort mein Stil noch nicht ausgereift ist, macht es nicht so viel aus, weil die Story selbst nicht so "sperrig" ist.


Ich würde mich freuen, wenn du konkreter werden könntest(und ruhig allgemeine Charakteristika benennen würdest), wo ich an Stil und Sprache arbeiten sollte:
-zu viele Wiederholungen?
-Beschreibungen nicht bildlich genug?
-Satzstrukturen zu monoton?
-zu wenig Details? (zu schnelles fortschreiten der Handlung)
-zu viele Details? (zu langsames fortschreiten der Handlung)
-falsche Perspektiven?
-mehr Inneneinsicht?:
Was denkt Fero in Situation xy?
-mehr Außenansicht?:
Es ist nicht wichtig was Fero in Situation bc fühlt.
-Haupt- oder Nebencharaktere zu blass?
-falsche Begriffe? (habe ich jetzt meines Erachtens ausgemerzt)
-zu kurze Sätze?
-zu lange Sätze?

usw.



Zur Fortführung:
Im zweiten Part (folgt direkt hier drauf) wird ein extremer Zeitsprung nach vorne gemacht und der rote Faden erzeugt.
Leider werde ich diesen Teil nur in der FSK 18 Abteilung zur Verfügung stellen können sad .




@Doir:
Der Ledermantel ist halt sein Kleidungsstil.
Was der alte Mann sagt ist nicht offensichtlich. Rede mal mit Leuten, die auswandern oder sich auf ein Jahr backpacking vorbereiten. Habe schon mit einigen geredet. Jeder sagt nur: Ich will Abwechslung. Ich will mal was neues Erleben. Was Besonderes.
Wenn du dann aber nachhackst, kommt raus, dass es meistens (srry, möchte hier keinem zu nahe treten), Menschen sind die einfach nur unzufrieden sind(deswegen wollen sie ja radikale Veränderung). Die von ihrem Alltag angeödet sind. Oder gar tiefere Probleme haben. Kaum einer von denen sagt dir: Ich habe eine geile Freundin, einen super Job, tolle Hobbys und auch ansonsten könnte mein Leben nicht besser sein.

Inwiefern wirkt der Zaubertrick aufgesetzt? Kannst du es dir nicht vorstellen? Findest du es unpassend? Verstehst du den „Trick“ nicht? Findest du es passt nicht zu dem vorher eingeführten Charakter - dem Ältesten?

@immutanka:
„Wie schreitet ein Geist?“
Wie halt danach beschrieben. Sodass ihn keiner beachtet. Wie ein Unsichtbarer eben.

„unterbewusst“
Gibt es wohl laut Duden. In dieser Szene ist damit gemeint, dass Fero gedanklich nicht direkt zustimmt. Aber schon merkt, dass der alte Mann nicht unrecht hatte. Quasi, sich selbst nicht eingestehen möchte.

„Warum Angst haben?“
Für mich wirkt der Greis die ganze Zeit ziemlich mysteriös und seltsam. Danach lässt er sogar eine Fliege erstarren und zerquetscht sie zur reinen Machtdemonstrationen in der Luft (wohl gemerkt ohne physische Kraft).
Nun kommt noch dazu, dass er auf dort Menschenschädel gefunden hat.

Und….

Das kannst du aber nicht wissen, hat Fero schon einiges über den Stamm gehört. Meines Erachtens wird es auch in dem Text deutlich, als er den Menschenschädel sieht und ihm ein Schauer über den Rücken läuft. Er weiß, die reden nicht mit ihm. Die Leute mit denen er über den Stamm gesprochen haben, fragen so etwas wie: „Wie kommst du da lebend wieder raus?“ usw.

Meine Grundintention ist es halt eine semi-bedrohliche Atmosphäre zu schaffen und dem Leser klar zu machen, dass der Stamm zwar etwas mysteriöses und faszinierendes an sich hat. Allerdings nicht ein Kinderparadies ist, sondern auch dunkle Seiten hat. Dies wird indirekt im zweiten Teil auch sehr klar (denn ich noch veröffentlichen werde).





Die Wüste  Version 2.0




Seit drei Tagen schritt Fero durch den Sandsturm. Die Augen zu Schlitzen zusammengepresst. Sein Tuch hatte er weit über die Nase und den Cowboyhut tief nach unten gezogen, um sich vor den Sandkörnern zu schützen, mit denen der Wind auf jede freie Stelle einpeitschte. Es war kein starker Schmerz, sondern ein schnelles Stechen. Die ersten Stunde in dieser Hölle, konnte er sie gut ertragen, doch jetzt spürte er sie deutlicher denn je – die ockerfarbenen Mikronadeln.
Immer wieder blinzelte er gegen sie an, während er sich Stück für Stück vorkämpfte. Er konnte keine 5 Meter weit sehen. Durch das Rauschen auf den Ohren, war er sogar seiner akustischen Orientierung beraubt. Nur der Kompass gab ihm die Richtung vor.
„Was für ein Tor!“
„Der Sandsturm ist viel zu stark.“
„Nicht umsonst lassen die Leute sie in Ruhe.“
„Selbst wenn du da lebend ankommst. Wie kommst du da lebend wieder raus?“
„All diese Mühen, nur für einen dummen Stamm.“, erklangen die Stimmen der Leute in seinem Kopf.
„Nur für einen dummen Stamm“. Doch das war es ihm Wert. Er wollte sie kennenlernen. Sie studieren: Ihre Kultur, ihre Lebensweise, ihr Weltbild. Ein Abenteuer erleben. Ihm ging es nicht um die angebliche Geistermagie, weswegen ein Dutzend von Gelehrten vergeblich diesen Weg auf sich genommen hatte, um diese mysteriöse Macht für sich zu gewinnen.
Mit jedem Schritt nahm die Härte der Sandkörner ab und seine Sichtweite erhöhte sich. Unter den Lidern kamen allmählich dunkelbraune Augen zum Vorschein. Obwohl er erst 35 war, zeigten die vielen Falten, nur eines der Opfer seiner vielen Reisen.
Endlich hatte er den Sandsturm überwunden, der sich wie ein Wall um das Gebiet des Papagari-Stammes zog. Vor ihm erstreckte sich eine endlose Ebene voller Leere. Nun lastete ein anderes Naturelement auf ihm: Hitze.
Er wusste nicht, ob es die Ablenkung oder Abschirmung des Sturmes war, die ihm dieses Gefühl, der Insasse eines Flammenkäfigs zu sein, erspart hatten. Doch jetzt war es da. Sein Kopf fühlte sich schon leicht benommen an. Das nasse Hemd schien schon unter dem Mantel mit seiner Haut zu verschmelzen. Schweiß tropfe ihm die Nase, die Stirn und das Kinn herunter. Am liebsten hätte er sich die Kleider vom Leib gerissen. Aber er wusste, die Sonne würde ihn grillen wie ein Schwein über dem Feuer. Einzig das Wissen, gleich da zu sein munterte ihn auf. Eine Woche war er jetzt unterwegs gewesen. Da würden ihn ein paar Grad mehr, auch nicht aufhalten.


Er sah es. Zwar noch fern, aber er sah es: Die Zelte des Papagari-Stammes. Ihre braune Kegelform schien sich mit dem Sand zu vereinen.

Das Dorf wirkte wie eine zufällige Anhäufung von Zelten um Feuerstellen, auf denen die kalte Asche der vorigen Nacht ruhte. Die meisten Leute saßen auf aus Sand geformten Bänken und schnitzten, flochten, oder nähten, während sie sich unterhielten. Fero konnte nur einzelne Wörter aufschnappen, erkannte aber, dass es sich um seine Sprache handelte. Eine Kindergruppe spielte mit einem Ball aus Tierleder, der mit Pflanzen zusammengehalten wurde. Obwohl er einen starken Kontrast zu ihnen bildete - sie mit ihrem freiem Oberkörper und voller Bemalungen und er, verschlossen und eingepackt in seinem schwarzen Ledermantel - wurde ihm keinerlei Beachtung geschenkt.
Auf einer Feuerstelle stand ein Kochtopf, so groß, dass er darin hätte baden können. Mit einem gewaltigen Knochen rührte ein älterer Mann darin herum. Blasen ploppten auf. Die Brühe sah mit ihrer grünlich braunen Farbe nicht sehr appetitlich aus. Doch der Geruch ließ seinen Magen knurren.
Der Mann schaute nicht auf. Selbst als Fero ihm direkt gegenüberstand und sein Gesicht musterte. Innerlich lächelte er. Es stimmte was man über ihr Verhalten zu Fremden erzählte. Er schlurfte weiter. Fast wie ein Pendel, wackelte er hin und her. Gerne würde er von dem Eintopf kosten. Aber er ersparte sich die Frage, da er die Antwort schon wusste.
Er näherte sich einem besonderen Zelt. Es war regenbogenfarben und mindestens doppelt so groß, wie die Anderen. Die anderen Zelten mussten es verdeckt haben, da er es trotz seiner Auffälligkeit nicht aus der Ferne entdeckt hatte. Auf den Stangen steckten mehrere Schädel. Erst klassifizierte Fero sie alle nur als Tierschädel, doch bei genauerer Betrachtung, erkannte er einen menschlichen zwischen ihnen und es schauderte ihm.
Das musste es sein. Endlich. Behutsam schob er die Seidenvorhänge beiseite und trat ein.


In der Mitte saß ein Greis mit Glatze im Schneidersitz. Von Räucherstäbchen und Kerzen umringt wurde er von einem Vanille-Himbeer-Duft bei seiner Meditation unterstützt. Der Boden war mit Fellen von Schattenwanderern ausgelegt. Hundeartige Wesen, deren gelbe Augen in der Dunkelheit leuchteten und die eine Schulterhöhe von bis zu zwei Metern erreichen konnten. Sie sind nur bei Nacht anzutreffen und ihr schwarzes Fell ist außergewöhnlich weich (welche Zeitform? Sind oder waren?). Einige Leute zahlten Unsummen für so ein Schmuckstück. Allerdings sind diese Wesen sehr schwer aufzufinden und zweitens ist ein Treffen mit ihnen weder ein Garant für ein Fell, noch für das eigene Überleben. Er fragte sich, wie die Pagari an diese Rarität kamen.
Vorsichtig kam Fero näher. Obwohl er ihn gehört hatte, dessen war er sich sicher, verharrte der Mann in seiner Position.
„Wonach suchst du mein Kind?“ Der Mann öffnete nicht einmal die Augen.
„Nach dem Ältesten.“
„Und der wahre Grund?“
„Die Erlaubnis eurem Stamm beizutreten.“
Der Mann schwieg. Fero dachte, er würde über die Antwort grübeln. Aber nach ein paar Minuten erkannte er, dass der Mann ihn nun ignorierte.
„Ich will eure Kultur kennenlernen.“
Schweigen. Seine Antwort schien dem Greis immer noch nicht zu reichen.
Fero nahm ein Summen wahr. Eine Fliege. Er konnte sie zwar bei der schwachen Beleuchtung nicht sehen. Dafür aber umso deutlicher hören. Immer wieder unterbrach das Geräusch vorübergehend.
„Ich will etwas anderes erleben. Ein Abenteuer. Mich ödet der Alltag in der Stadt an. Morgens steht man auf, geht zur Arbeit und abends werden dann Märchen in den Tavernen erzählt, während man sich zulaufen lässt. Und auf dem Lande ist es nicht viel besser. Habe es ausprobiert. Daher reise ich nun herum. Ich bin schon viel herumgekommen in Melder: die Megastadt Linnblum, die tiefen Wälder von Ridoc, die Steppen von Reli, der himmlische Garten in Haggta, die Eisstadt Trego, die Vulkaninsel Gular und noch viele mehr. Alles schöne Gegenden, keine Frage. Und jeder Ort hat mich auf seine eigene Art fasziniert. Doch alle gaben mir nicht wonach ich wirklich suchte: Mal etwas gänzlich anderes. Weg von unserem Leben.“
Wieder hörte er das Summen. Plötzlich verstummte es, wie auf Befehl. Der Mann füllte das Schweigen: „Das ist auch nicht der wahre Grund. Niemand sucht nach was „anderem“. Man sucht nach Abwechslung wegen der eigenen Unzufriedenheit. Der Grund warum du also hier bist ist, weil du mit deinem jetzigen Leben nicht zufrieden bist, sonst bräuchtest du keine Veränderung. Etwas stört dich. Ich weiß zwar nicht was und es geht mich auch nichts an. Aber es muss so extrem sein, dass du bereit warst diese lange Reise auf dich zu nehmen. Alleine, dass du den Weg durch den Sandsturm auf dich genommen hast, zeigt deine Willenskraft.“
Unterbewusst musste Fero ihm zustimmen, auch wenn er es sich selbst nicht eingestehen wollte.
Der Greis fuhr fort: „Ich werde dich akzeptieren, so wie wir Pagari jeden akzeptieren, der uns um Erlaubnis fragt. Allerdings musst du dich an unsere – meine – Regeln halten. Tust du das nicht….“
Der Mann nahm eine goldene Glocke von dem Kissen, auf dem er saß, und läutete sie dreimal. Ihr Klang war, trotz der Stille, kaum zu hören. Er zeigte in eine Ecke voller Dunkelheit und dirigierte den Zeigefinger Richtung Fero. Es war die Fliege.
Wie von einer Geisterkraft gefangen, schwebte sie lautlos vor Feros Augen, ca. einen halben Meter entfernt. Er konnte sie deutlich erkennen. Sie war erstarrt. Kein Flügelschlag, kein Summen, nicht die kleinste Regung. Der Mann schnappte Zeigefinger und Daumen zusammen - die Fliege zermatschte. Ein leises Platschen unterbrach die Stille.
Das war entweder ein sehr spezieller Zaubertrick oder wahre Magie. Irgendetwas in ihm sagte Letzteres.
Fero schluckte den Kloß im Hals herunter. „Ich werde mich an eure Gebote halten.“
Missmutig nickte der Mann. „Ja. Das hoffe ich. Es wäre schade um so einen jungen Mann.“



@All:
-Als der Greis im Zelt, den Daumen und Zeigefinger zusammenschellen lässt: Wird dort deutlich, dass er nur in die Luft schnappt und die Fliege selbst, nicht berührt?

-Was haltet ihr mit der Ausführung der Schattenwanderer? Erzeugt es Atmosphäre, oder ist es am Thema vorbei und lenkt nur unnötig ab?
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Anfaenger23
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BeitragVerfasst am: 13.11.2014 23:09    Titel: Der Hässliche Part 3 pdf-Datei Antworten mit Zitat

Part 1
http://www.dsfo.de/fo/viewtopic.php?t=48965

Part 2 (Redlight-Disctrict)
http://www.dsfo.de/fo/viewtopic.php?t=49713


Wie immer geht es mir primär um eine Weiterentwicklung meines Stils, allerdings bin ich auch für inhaltliche Kritik offen smile


Die fremde Familie

Am morgigen Tag wachte Fero nur mit einem Lendenschurz auf. Noch trug er seine Unterhose drunter, da er dem Sichtschutz der Schürze nicht traute. Seine alte Kleidung hatte er in einer Kiste seines Zeltes geschlossen, den Schlüssel dafür hatte er dem Ältesten gegeben. So waren die Regeln: Jeder der neu in die Gemeinschaft kommt, bringt keine Sachen von außerhalb mit. Nur so war es möglich die Tradition der Pagari-Indianer zu wahren. Das störte ihn aber nicht wirklich. Er wollte keine Auszeit. Er wollte neue Erfahrungen. Und die gab es nur, wenn man Altes loslässt.
Verspannt stieg er vom Feldbett auf. Er war die weichen Matratzen in den Tavernen gewöhnt, für dieses harte Leder würde sein Körper aber eine Gewöhnungsphase brauchen. Da die anderen Familienmitglieder – so nannten sich die Papagari-Indianer untereinander- ohne Rückenschmerzen durch die Gegend liefen, war er aber zuversichtlich.
 Sein Augen untersuchten den Raum: Eine Holztruhe und sein Feldbett. Mehr Möbel wären auch nur Schnickschnack gewesen. Erschrocken blickte er an sich runter. Getrocknetes Blut. Es klebte an seinem ganzen Körper. Nicht nur die Tatsache selbst, ließ ihn erschaudern, sondern auch die Menge. Als ob er durch einen Wasserfall aus Blut gesprungen war. Er hatte weder Schmerzen noch sonstige Anzeichen, dass das Blut von ihm stammen konnte. Verdammt, woher kam das? Doch sein Gedächtnis gab ihm keine Antwort. Nur wie er sich im Lendenschurz ans nächtliche Lagerfeuer setzte und dort, von der Reise erschöpft, einschlief. Nichts. Nur schwarz.
 Mit dem Schlaf in den Knochen baumelte er durchs Dorf, die Menschen schauten ihn an und begrüßten ihn sogar. Doch keiner sprach ihn auf den roten Vorfall an, als ob sie es nicht sahen – oder sie wussten Bescheid und durften nicht reden.
Er tippte einer jungen Frau auf die Schulter, die gerade etwas Suppe löffelte: „Hallo, Schwester“, die übliche Anrede hier, “weißt du woher das Blut stammt?“ Er zeigte auf seinen Körper.
Sie lächelte ihn nur an und zeigte auf das bunte Zelt des Ältesten. Ein süßes Lächeln.
„Möchtest du ein Stück Brot?“ Sie hielt ihm ein Laib hin.
„Nein, danke.“ Der Schrecken vertrieb seinen Hunger und bevor er nicht wusste, woher dieses Blut kam würde sich daran auch nichts ändern.
Leicht benommen stapfte er zum Zelt.

„Na, mein Sohn, wieder aufgewacht?“, begrüßte ihn der Älteste, als er sich dem Altar im Zeltinneren näherte.
„Ja, ich wundere mich woher das Blut auf meinem Körper stammt?“, platze es ihm direkt heraus.
Der Älteste stand von seinen Knien auf und wandte sich Fero zu.
„Wie du sicherlich schon gehört hast und gestern auch gesehen hast, steht unsere Familie in Verbindung zu der Geisterwelt. Dadurch haben wir vielerlei Vorteile, allerdings müssen wir dadurch auch kleine und manchmal auch große Tribute zahlen. Denn ansonsten würden wir die Geister ungnädig stimmen und sie würden den Kontakt zu uns abbrechen.“
Fero blieb die Sprache weg - bedeckte etwa menschliches Blut seinen Körper. Falls ja und es würde nur von einem Menschen stammen, lebte dieser sicherlich nicht mehr.
„Wir haben dir gestern einen Thaigi-Pilz gegeben. Dieser löscht Erinnerungen, da ich dachte deine erste Zeremonie, gleich im Mittelpunkt zu erleben, würde dich zu sehr verstören.“
„Ist das etwas menschliches Blut?“, fiel Fero ihm ins Wort.
Der Älteste lachte schwach. „Nein, das ist nur Taubenblut.“
Einerseits beruhigte es ihn, andererseits widerte ihn die Vorstellung, von der Blutfontäne einer Taube übergossen worden zu sein, ebenso an.
„Warum habt ihr das Blut nach der Zeremonie nicht abgewaschen?“
Der Gesichtszug vom Ältesten änderte sich von einem Augenblick zum Nächsten von warm zu feurig. „Sind wir etwa deine Diener? Du kannst dich gefälligst selbst waschen. Gestern haben wir dir das Privileg zukommen lassen ein Teil unserer Familie zu werden. Aber statt einem Danke oder einer anderen Art der Ehrerbietung, stellst du nur kritische Fragen und erwartest auch noch mehr von uns. Frag Serina nach Rat. Sie wird dir eine Waschmöglichkeit geben. Ich will dich heute nicht mehr sehen, du respektloser Bengel.“ Er winkte ihn mit der Hand ab.
Fero war von der Reaktion überrascht und hätte am liebsten zurückgegrölt vor Wut. Doch er wusste auch, welche Stellung der Älteste hier hatte –zumindest aus Erzählungen. Daher entschied er, sich lieber zu fügen.
„Es tut mir leid. Ich wollte euch nicht beleidigen. Nur empfinde ich diese getrocknete Blut als sehr…“
„Mich interessiert dein Empfinden nicht.“, unterbrach der Älteste ihn. „Du solltest erst denken und dann sprechen. Eine Eigenschaft die vielen von euch Fremden fehlt.“ Fremde – der Begriff gefiel Fero nicht.
Er versuchte noch einmal eine Entschuldigung auszusprechen, aber ein weiterer Wink signalisierte ihm es heute lieber dabei zu belassen.

Serina? Wer war das? Auch wenn er gestern schon auf einer Zeremonie der Pagari war, kannte er keinen von ihnen. Jedenfalls nicht, dass er sich daran erinnern konnte - den Pilzen sei Dank.
„Entschuldigung Bruder, weißt du wo Serina ist?“, fragte Fero einen jungen Mann der mit einem Kaninchen über der Schulter Richtung Feuerstelle lief. Sein brauner Teint, die Standardhautfarbe der Pagari,  biss sich mit den neongelben Farbstreifen im Gesicht.
„Hey, Fero. Alles gut bei dir?“ Der Mann gab ihm die Hand.
„Ja, es geht. Ich würde mich nur gerne waschen und der Älteste meinte ich solle Serina nach Rat fragen.“
„Ah, okay. Soweit ich weiß ist sie heute für das Essen zuständig“, er deutete auf ein Zelt über dessen Eingang ein Holzschild mit einem eingeritzten Kochtopf hing, „sie müsste also in der Küche sein.“  Die Pagari organisierten ihr Zusammenleben über verschiedene Gemeinschaftszelte, denen jeweils eine Tätigkeit zugeschrieben wurde. So gab es die Küche, Waffenkammer, Geistertor – in dem man Kontakt zur anderen Welt aufnehmen konnte und jeweils ein Lager für Gebrauchsgegenstände und Nahrung. Letzteres befand sich direkt neben der Küche und war mit einem Sack auf dem Schild versehen.

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Constantine
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Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 14.11.2014 00:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anfänger23,

zwei Fragen:
1.) Inwiefern ist der zweite Teil zum Verständnis deiner "Der Hässliche"-Teile relevant für die Leser, die nicht zum Redlight District Zugang haben?

2.) Warum machst du drei Einzelfäden auf (wie ich sehe, ist der erste Teil schon einige Monate alt), anstelle deinen Mehrteiler in einem Thread fortzuführen? Notfalls lässt du deinen ersten Teil von einem Moderator in den Redlight District verschieben und führst dort deinen Mehrteiler in einem Faden fort.

LG,
Constantine
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Anfaenger23
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BeitragVerfasst am: 14.11.2014 01:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Constantine hat Folgendes geschrieben:
Hallo Anfänger23,

zwei Fragen:
1.) Inwiefern ist der zweite Teil zum Verständnis deiner "Der Hässliche"-Teile relevant für die Leser, die nicht zum Redlight District Zugang haben?

2.) Warum machst du drei Einzelfäden auf (wie ich sehe, ist der erste Teil schon einige Monate alt), anstelle deinen Mehrteiler in einem Thread fortzuführen? Notfalls lässt du deinen ersten Teil von einem Moderator in den Redlight District verschieben und führst dort deinen Mehrteiler in einem Faden fort.

LG,
Constantine



Hallo Constantine,

1) Der zweite Part im Redlight-Disctrict ist für das Verständnis nicht relevant (es handelt sich um einei Vorausblende), allerdings ist er ein wichtiges Spannungselement (erst da bekommt Fero eine komplett neue Dimension einehaucht).  

2) So ist mehr Übersicht geschaffen, falls Leute mal etwas zu älteren Teilen sagen möchten, entsteht keine Kreuzdiskussion. Ich sehe keiner meiner Teile als fertig an, somit gibt es nun immer noch die Möglichkeit z.B. Sachen aus dem ersten Part zu kritisieren und ich werde darauf auch eingehen.
Wenn ich nun in einem Thread immer weiter fortsetzte würde dies neuen Lesern suggieren ich möchte nur noch Kritik zu meinem neusten Abschnitt.
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Constantine
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Beiträge: 2711

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 14.11.2014 01:52    Titel: Antworten mit Zitat

Anfaenger23 hat Folgendes geschrieben:
Constantine hat Folgendes geschrieben:
Hallo Anfänger23,

zwei Fragen:
1.) Inwiefern ist der zweite Teil zum Verständnis deiner "Der Hässliche"-Teile relevant für die Leser, die nicht zum Redlight District Zugang haben?

2.) Warum machst du drei Einzelfäden auf (wie ich sehe, ist der erste Teil schon einige Monate alt), anstelle deinen Mehrteiler in einem Thread fortzuführen? Notfalls lässt du deinen ersten Teil von einem Moderator in den Redlight District verschieben und führst dort deinen Mehrteiler in einem Faden fort.

LG,
Constantine



Hallo Constantine,

1) Der zweite Part im Redlight-Disctrict ist für das Verständnis nicht relevant (es handelt sich um einei Vorausblende), allerdings ist er ein wichtiges Spannungselement (erst da bekommt Fero eine komplett neue Dimension einehaucht).  

2) So ist mehr Übersicht geschaffen, falls Leute mal etwas zu älteren Teilen sagen möchten, entsteht keine Kreuzdiskussion. Ich sehe keiner meiner Teile als fertig an, somit gibt es nun immer noch die Möglichkeit z.B. Sachen aus dem ersten Part zu kritisieren und ich werde darauf auch eingehen.
Wenn ich nun in einem Thread immer weiter fortsetzte würde dies neuen Lesern suggieren ich möchte nur noch Kritik zu meinem neusten Abschnitt.


Hallo Anfänger23,

zu deiner Antwort auf meine erste Frage:
Laut deiner eigenen Aussage aus dem ersten Teil
Anfaenger23 hat Folgendes geschrieben:
Zur Fortführung:
Im zweiten Part (folgt direkt hier drauf) wird ein extremer Zeitsprung nach vorne gemacht und der rote Faden erzeugt.
Leider werde ich diesen Teil nur in der FSK 18 Abteilung zur Verfügung stellen können sad .

empfinde ich den roten Faden, den du im zweiten Teil erzeugst, sehr relevant für das Verständnis einer Geschichte. Insofern wäre eine Zusammenführung der einzelnen Fäden sinnvoll.

Zu deiner Antwort auf meine zweite Frage:
Du verbaust dir mMn eher deine optimistische Ambition, da sich der Leser die Einzelteile zusammensuchen muss, anstelle die Teile in einem Faden vorzufinden und in seiner Gesamtheit lesen zu können. Jeden einzelnen Teil kannst du mit der Fortsetzungsfunktion kennzeichnen, so kommt der Leser direkt zum nächsten Teil.
Für mich ist deine aktuelle Herangehensweise mit der Zerteilung deiner Geschichte in mehreren Fäden keine optimale Herangehensweise, um deine Geschichte zu verfolgen.

LG,
Constantine
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MosesBob
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BeitragVerfasst am: 15.11.2014 02:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo! smile

Nur zur Info: Ich habe zwei Teile deiner Reihe zusammengefügt. Im dsfo ist es üblich, pro Geschichte nur einen Thread zu eröffnen (siehe Punkt 3). Dass ein Teil gesondert im Redlight steht, hat seine Richtigkeit, da es technisch nicht anders lösbar ist.

Frohes Schaffen weiterhin und beste Grüße,

Martin


_________________
Das Leben geht weiter – das tut es immer.
(James Herbert)

Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt untergeht, wird die eines Experten sein, der versichert, das sei technisch unmöglich.
(Sir Peter Ustinov)

Der Weise lebt still inmitten der Welt, sein Herz ist ein offener Raum.
(Laotse)
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Anfaenger23
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Alter: 89
Beiträge: 125



BeitragVerfasst am: 15.11.2014 19:06    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

MosesBob hat Folgendes geschrieben:
Hallo! smile

Nur zur Info: Ich habe zwei Teile deiner Reihe zusammengefügt. Im dsfo ist es üblich, pro Geschichte nur einen Thread zu eröffnen (siehe Punkt 3). Dass ein Teil gesondert im Redlight steht, hat seine Richtigkeit, da es technisch nicht anders lösbar ist.

Frohes Schaffen weiterhin und beste Grüße,

Martin



Diese Regelung ist zwar Bullshit (habe ja oben erklärt warum), da du aber nur die ausführende Kraft bist bedanke ich mich dennoch für deine Arbeit.

Auch dir ein frohes Schaffen

Anfaenger
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