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Wolf Hole Junction


 

 
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Autor66
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

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Beiträge: 17
Wohnort: Staufenberg


BeitragVerfasst am: 26.04.2014 09:02    Titel: Wolf Hole Junction eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe Mitglieder.
Möchte euch hier mal eine Leseprobe meines neuen Werkes vorstellen.
Es geht um einen Hobby Archäologen, der in der Wüste Arizonas auf ein grusliges Geheimnis stößt. Mit Hilfe eines Sheriffs und den Navajo Indianern, taucht er in die düstere und unheimliche Zwischenwelt der Dämonen und Geister ein. Am Ende löst sich auch das Geheimnis um seine verschollenen Vorfahren auf.
Ein Roman, der auch die Frage aufwirft. Gibt es Geister und Dämonen, die die Lebenden heimsuchen?

Es ist drückend heiß an diesem Tag, dem 16. August des Jahres 1886.
Die drei Männer zerren den Mann brutal vorwärts. Die Schlinge eines Lassos ist um seinen Körper gewickelt, das andere Ende am Knauf eines Sattels befestigt. Brutal wird er vorwärts gezerrt. Er stolpert und fällt in den Staub der Wüste. Zwei Cowboys steigen von ihren Pferden. Bob Anderson nimmt ein Lasso und wirft ihn über den dicken, knorrigen Ast eines alten Baumes und bindet das Ende um den Stamm.
„So, du Frauenmörder“, ruft Ted Grandner. „Jetzt wirst du hängen. Bereue deine Sünden! Bete zu Gott, denn gleich wirst du zur Hölle fahren, für deinen feigen, erbärmlichen Mord!“
Brad Marlow kommt auf seinem Pferd näher heran, in der Hand die Zügel der anderen drei Gäule. Er sitzt ab und führt eines der Tiere unter den Baum, genau unter den Strick, der jetzt sanft im heißen Wind baumelt.
Ringsherum herrscht Stille. In der Ferne schreit jammernd ein Coyote. Staubteufel tanzen in der kargen, von Sträuchern und Kakteen durchzogenen Landschaft Süd-Arizonas. In einiger Entfernung erkennt man in der flimmernden Hitze die Umrisse der Häuser von Wolf Hole Junction.
Die drei Männer, die soeben vorhaben, einen Lynchmord zu begehen, sind Cowboys. Cowboys von der Bar T. Ranch, hier gleich in der Nähe.
David Mellrose, der Gefesselte, wehrt sich verzweifelt.
„Ihr Schweine! Ihr wisst doch nicht, was ihr tut!“, schreit er. „Ich bin es doch gar nicht gewesen. Ich habe Mary nicht ermordet. Gerade als ihr ankamt, wollte ich Hilfe holen. Sie lag schon tot in der Scheune, als ich hinzukam. Das müsst ihr mir glauben. Dann kam Marshal Daniel Richards um die Ecke. Ich habe mir das Pferd geschnappt und bin los geritten. So glaubt mir doch!
Bob Anderson grinst spöttisch. „Ja, sicher! Wenn über einem der Strick baumelt, wird jede Lüge zur Wahrheit, was? Der Marshal hat uns erzählt, dass er dich hat wegrennen sehen. Er kam vorbei, um mit meinem Vater Geschäftliches zu besprechen. Du kamst gerade aus der Scheune gerannt, wo Mary lag. Du bist es gewesen. Wer sonst? Ted ist ja noch zurückgegangen und hat Mary dort liegen sehen. Sie war noch nicht ganz tot, du Ratte. Sie hatte noch einen Namen gemurmelt. DEINEN Namen, David!“
David Mellrose schüttelt sich wild und bäumt sich auf in Todesangst, will die gefesselten Hände freibekommen. Doch der eiserne Griff von Bob hält ihn fest.
Schreiend und sich vergeblich wehrend wird er aufs Pferd gehoben. Das Tier scheut und stampft mit den Hufen auf. So als wüsste es, dass gleich etwas Schreckliches passieren wird.
Brad Marlow hat Mühe das Tier im Zaum zu halten. Fest greift er in die Zügel und drückt das Pferd zurück unter den Baum.
David Mellrose schreit und seine Augen sind weit aufgerissen, als Bob Anderson ihm die Schlinge um den Hals legt.
„Ihr Hurensöhne! Ihr Mörder!“, schreit David mit sich überschlagender Stimme. „Ich war es nicht! Ich verfluche euch! Euch alle! Ihr sollt verdammt sein. Ich verfluche euch, eure Kinder und Kindeskinder. Alle sollt ihr verrecken und in der Hölle schmoren. Ich schwöre euch: Ich komme zurück und werde euch holen. Bei allen Heiligen! Tut mir das nicht an!“
Die letzten Worte des Unglücklichen gehen jedoch unter in einem Gurgeln. Einem würgenden, elenden Geräusch aus Röcheln und verzweifelten nach Luft schnappen, als das Pferd unter ihm mit einem derben Schlag davon gejagt wird. Grotesk baumelnd schwingt Davids geschundener Körper hin und her. Seine gurgelnden Laute sind noch eine Weile zu hören. Seine verzweifelten Zuckungen, dem Tod zu entrinnen, dauern fast endlos an. Sein Gesicht wird rot und seine Zunge quillt aus dem Mund, so als ob sie Platz machen will, um noch den letzten Rest lebensspendender Luft in die Lungen zu lassen.
Seine Augen scheinen aus den Höhlen zu treten. Langsam schwingt sein sterbender Körper aus. Die Beine strampeln und zucken noch einige Male. Ein letztes Röcheln und David Mellrose ist tot.
Keiner der Männer spricht ein Wort. Nur das Geräusch des knarrenden Stricks mit dem leblosen Körper daran durchbricht die gespenstische Stille. Sogar die Staubteufel in der Weite der Landschaft sind plötzlich verschwunden.
Dann lassen die Männer den Leichnam herunter, befreien ihn von der Schlinge und legen ihn auf den Boden.
„Wenigstens wollen wir ihn nicht den Coyoten und Geiern überlassen“, murmelt Brad Marlow düster.
Schweigend buddeln sie eine flache Grube in den ausgedörrten Boden. Dann suchen sie größere Steine und schichten das Grab zu einem kleinen Hügel auf.
Kein Gebet. Keine Abschiedsrede. Nur einen kurzen Blick werfen die Männer noch auf den kleinen Steinhügel, ehe sie sich in die Sättel schwingen und davon reiten. Einige Geier schweben lautlos hoch oben über der gespenstischen Szene und in der Ferne erklingt das klagende Jaulen eines Kojoten.

Es ist das Jahr 2001, zwischen Phoenix und Tucson, auf dem Highway 10.
Dean Grandner dreht am Knopf des Autoradios, bis Country Musik ertönt. Breit grinsend schielt er zu seiner Beifahrerin hinüber. Seine Freundin Linda Bradshow rollt mit den Augen und grinst dünn.
„Ooh Gott ... Du mit deiner blöden Country Musik. Ich kann sie bald nicht mehr hören.“ Dann versucht sie kichernd am Knopf zu drehen, doch Dean klopft ihr sanft auf die Hand.
„Wirst du wohl!“, lacht er fröhlich. „Das ist die beste und ehrlichste Musik, mein Schatz. Nicht so wie dein Hip Hop Kram, wobei sich einem die Zehennägel aufrollen.“
Was Linda mit einer schnippischen Bemerkung und spöttischen Lachen quittiert.
„Puuhh, ist das wieder heiß heute“, stöhnt sie und fächelt sich Luft ins Gesicht. „Dreh die Klimaanlage bitte etwas höher!“
Dean gehorcht und kurze Zeit später strömt etwas kühlere Luft in das Wohnmobil.
Seit Stunden sind sie jetzt unterwegs. Ihren Urlaub wollen sie mal wieder draußen in der herrlichen Natur Arizonas verbringen.
Besonders Dean zieht es immer wieder hinaus in die Wüste. Als Hobby-Archäologe interessiert er sich besonders für die indianische Kultur und Lebensweise. Schon manche wertvollen Artefakte und Gegenstände aus der Zeit des Wilden Westens hat er gefunden. „Man muss nur wissen, wo man zu suchen hat“, sagt er immer. Zuhause in Phoenix hat er eine kleine Ausstellung arrangiert, in der indianische Artefakte, Gegenstände aus der Zeit des Wilden Westens und Bilder aus einer längst vergangenen Zeit zu bewundern sind.
Doch die wichtigsten Gegenstände überlässt er schon mal gerne Linda. Da sie Lehrerin und Dozentin für amerikanische Geschichte ist, kommt ihr das Hobby des Freundes sehr gelegen.
Auch sie ist gerne in freier Natur, genießt die Stille und Einsamkeit in den Bergen und kann nie genug von den Wundern der Natur bekommen. Insbesondere bestaunt sie immer wieder das Monument Valley, den Grand Canyon mit dem imposanten Colorado River und die eindrucksvollen Landschaften Süd Arizonas.
Sie ist hier in der Nähe geboren und sagt über sich selber, dass sie sehr bodenständig und heimatverbunden sei. Schon oft war sie beim River Rafting auf den Flüssen des Landes unterwegs, ist meilenweit gewandert und kennt auch viele Indianer vom Stamm der Navajo.
Dean lenkt das Fahrzeug langsam in eine Park-Bucht. Stöhnend reckt und streckt er die Arme aus.
„Wow, ist das `ne Fahrt. Ich glaube, es ist besser, wenn du ab jetzt übernimmst. Bis Tucson sind es noch gut hundertfünfzig Meilen. Komm, lass uns mal aussteigen!“ Sagt´s und windet sich aus dem Wohnmobil.
Auch Linda dehnt ihren Körper und lockert ihre verkrampften Muskeln, als sie draußen stehen.
Ab und an rollt ein Wagen auf dem Highway vorbei. Für viele ist es einfach zu heiß, um jetzt durch diese Hitze zu fahren. Erst gegen Abend nimmt der Verkehr wieder zu.
Sie schauen sich um. Jeder von ihnen kennt zwar diese Landschaft, doch sie beeindruckt sie immer wieder. Diese Weite und Einsamkeit, die es sonst kaum auf der Welt gibt, zieht sie einfach in ihren Bann.
Bis zum Horizont kann man das Band des Highway 10 verfolgen. Nur kurz unterbrochen von wenigen schmalen, flachen Tälern und Biegungen.
Hier ist das Land der Legenden, Erzählungen und Abenteuer. Das Land der Kakteen, Palmlilien und Mesquite-Bäume.
Dean war schon oft zum Jagen in dieser Gegend, bis hinunter nach Sierra Vista führten seine Touren. Als hauptberuflicher Büchsenmacher ist es fast schon Pflicht, auf die Jagd zu gehen. Sein Geschäft läuft gut. Kein Wunder, hier zu Lande besitzt fast jeder eine Waffe und das Schießen ist so normal, wie anderswo Kegeln oder Bowling.
Wer meint, in dieser Wüstenregion gäbe es nichts zu jagen, der irrt gewaltig. Zu den jagdbaren Wildtierarten gehören Weißwedel- und Maultierhirsche sowie Wapiti, Gabelböcke und Dickhornschafe. In abgelegenen Gebieten leben sogar noch vereinzelt Bären. In den Bergregionen leben Raubtiere wie Pumas, Dachse und andere marderartige Tiere. Man muss sie eben nur finden.
„Lass uns weiterfahren!“, sagt Dean nach einer Weile.
Seufzend steigt Linda hinter das Steuer des Wohnmobils. Gerne tut sie das nicht. Solche großen Kisten fährt sie ungern. Immerhin ist das Wohnmobil viereinhalb Meter lang und ein Meter neunundsiebzig breit. Sie hat Schwierigkeiten mit solch einem Gefährt einzuparken und auch das Rückwärtsstechen liegt ihr nicht. Naja, hier auf dem breiten Highway immer geradeaus zu fahren, traut sie sich dennoch zu.
Mit ihren ein Meter dreiundsechzig ist sie geradezu ein Püppchen und kann kaum über das Lenkrad blicken. Dean kann es sich nie verkneifen, sie aufzuziehen und sich darüber lustig zu machen. Was Linda jedes Mal seine spöttischen Worte nachäffen lässt und spitz bemerkt, dass sie halt nun mal so ein mickriges Päckchen ist. Was beide dann zu einem lauten Lachen veranlasst.
 Die beiden haben sich gesucht und gefunden. Auch eine dieser lustigen Zufälle. Linda kam eines Tages zu Dean in seinen Laden und fragte nach einer geeigneten Waffe für sie. Sie stand vor dem Verkaufstresen und Dean musste sich ein Grinsen verkneifen, wie sie so vor ihm stand. Sie wollte eine Handfeuerwaffe, und ihr Augenmerk lag dabei auf einem 45er Colt Goverment, eine frühere Standard-Waffe des Militärs. Dean musste noch breiter grinsen und entgegnete, dass dieses Schießeisen für sie doch ein wenig zu wuchtig wäre. Da bräuchte sie einen Baumstamm zum Auflegen und eine dicke Mauer hinter sich. Einige Sekunden der Verblüffung später musste Linda herzlich lachen über diese trockene Bemerkung. Und sie sah ein, dass diese Waffe doch wohl etwas zu groß für sie wäre.
Und so kamen sie ins Gespräch, was wiederum dazu führte, dass Dean sie zum Essen einlud. Linda gefiel Deans Humor. Seine lockere, ehrliche Art, mit Dingen umzugehen beeindruckte sie sehr. Dabei ist Dean nicht gerade ein Adonis, mit seiner Größe von einem Meter dreiundsiebzig. Doch sein markantes Gesicht, mit den mittellangen blonden Haaren und dem Drei-Tage-Bart, strahlt etwas aus, das Linda nicht erklären kann. Dazu seine blauen Augen mit den Lachfältchen. Für Linda zwar nicht Liebe auf den ersten Blick, doch immerhin auf den Zweiten.
Und sie ist ja eine sehr hübsche Lady. Siebenundzwanzig Jahre alt, schlank, mit langen schwarzen Haaren. Einem süßen Stupsnäschen und grünen Augen, die immer zu lachen schienen. Gerade mal zwei Jahre jünger als Dean. Dean Grandner ist neunundzwanzig Jahre alt und hatte schon so einiges im Leben hinter sich. Fast hätte er mal geheiratet. Doch das hat aus irgendwelchen Gründen nicht geklappt. Gott sei Dank, wie er heute sagt.
Nun sind sie seit zwei Jahren ein Paar und ergänzen sich vorzüglich.
 Nun rollen sie im gemächlichen Tempo Tucson entgegen.
Langsam wird es dunkel, als die ersten Lichter der Stadt auftauchen. Auf einem Parkplatz in der Innenstadt stellen sie ihr Motorhome ab. Sie wollen noch einen Bummel machen und dabei verschiedene Dinge einkaufen. Auch der Proviant soll aufgefüllt werden. Lange wollen sie in der Stadt nicht bleiben. Gleich morgen früh soll es weiter gehen.
Beide hassen Großstädte mit ihrem Verkehr, der Hektik und dem Trubel. Deshalb bezogen sie auch gemeinsam ein Haus am Rande von Phoenix. So sind sie schnell in der Stadt und trotzdem weitab von all dem Lärm und der Hektik dieser Großstadt.
Im Del Norte Shopping Center schlendern sie durch die langen Gänge und suchen sich die Fressalien für die kommende Woche aus. Alles, was man zum Campen eben so braucht. Und vor allem viel Wasser in großen Plastikkanistern Auch mehrere Gaskartuschen für die Lampen werden nicht vergessen.
Danach fahren sie zurück zum Freeway und stellen ihr Wohnmobil auf einem kleinen Parkplatz ab.
Bei einem gemütlichen Abendessen plaudern beide über das, was sie die nächsten Tage vorhaben.
„Die Gegend unten in der Nähe von Sahuarita soll interessant sein“, murmelt Dean zwischen zwei Bissen. „Dort bin ich ehrlich gesagt noch nicht gewesen. Irgendwo dort soll es sogar eine Geisterstadt geben. Keine Ahnung wo.“
„Uuuh, eine Geisterstadt“, kichert Linda und schüttelt sich.
„Wie gruselig. Hoffentlich begegnen wir dort nicht den Toten, die aus ihrem Grab aufsteigen!“ Wobei sie mit den Augen rollt und die Zähne fletscht, als ob sie ein Untoter wäre.
Dean lacht schallend. „Keine Angst Baby. Wer tot ist, bleibt auch tot. Aber ich weiß, dass man an solchen Orten noch Artefakte und Kram aus den Zeiten des alten Westens finden könnte. Schließlich war dort um 1883 Silber entdeckt worden. Fast wie beim Goldrausch sind die Leute damals dorthin geströmt. Zudem lebten schon seit tausenden von Jahren die Pima- und Maricopa-Indianer dort. Heute befindet sich in dem Gebiet das Navajo-Reservat, das größte Indianerreservat der USA. Wenn wir dort nichts finden, fresse ich einen Besen!“
Linda ist belustigt von den Ausführungen ihres Freundes. „Ja, mein Schatz. Ich kenne die Geschichten. Schließlich bin ich Geschichtslehrerin. Hast du das vergessen?“ Dabei sticht sie mit ihrem Zeigefinger Dean kichernd in die Seite.
Noch eine Weile unterhalten sie sich über die kommenden Tage, ehe sie müde in die Betten fallen.

Schon früh um fünf ist Dean aufgewacht. Linda schläft noch und so geht er nach draußen, zieht tief die würzige Morgenluft ein und reckt und streckt sich. „Aaah, was für ein herrlicher Morgen“, ruft er erfreut, im Bewusstsein, dass ihn Linda gar nicht hören kann. „Es wird bestimmt wieder sehr heiß heute.“ Doch Dean mag diese Zeit. Wenn die Sonne langsam hinter dem Horizont aufgeht. Die ersten Strahlen sich wie goldene Fäden über der Landschaft verbreiten. Die Ruhe, die jetzt noch herrscht. Denn bald wird die Stadt erwachen und es werden sich wieder Hektik und Lärm verbreiten. Deshalb will er auch so schnell wie möglich von hier verschwinden.
Und so bemüht er sich leise zu sein, als er schon mal Kaffeewasser heiß macht und das Frühstück vorbereitet. Murmelnd wälzt sich Linda im Bett hin und her. Lächelnd blickt Dean zu ihr herüber. Als er einen Teller an eine Kaffeetasse stößt, schlägt Linda die Augen auf.
Mit verschlafenem Blick sieht sie ihn an.
„Aaah, bist ja schon wach. Wie spät ist es denn?“
Lächelnd antwortet Dean: „Raus aus den Federn, Süße! Es ist halb sechs. Der Kaffee ist gleich fertig.“
Seufzend kuschelt sich Linda in ihre Decke. „Ach neee! Ist ja noch mitten in der Nacht.“
Dean geht zu ihr ans Bett und will ihr die Decke wegziehen. Lachend sträubt sie sich und die beiden albern eine Weile herum, bis sich Linda endlich aus dem Bett windet.
„Ich gehe erst mal duschen“, sagt sie und verschwindet gähnend in der Kabine.
„Ja, muss ich auch noch“, ruft Dean hinterher. Dann schmiert er sich ein Toastbrot und studiert die Karte.
Von Tucson bis runter nach Sahuarita sind es nur noch etwa zwanzig Meilen. Mit dem Finger fährt er die Route ab.
„Na prima. Es führen einige Schotterpisten wie die Twin Buttes Road hinaus in die Wüste. Kann man also bequem mit dem Wohnmobil entlang fahren“, murmelt er vor sich hin. „Dort liegt auch irgendwo diese komische Ghost Town“, sagt er laut, als Linda aus der Dusche kommt.
Sie hat nur ein großes Badetuch um ihren schlanken Körper gewunden. Und ihre langen, schwarzen Haare fallen nass über ihre zarten Schultern. Verführerisch blinzelt sie Dean an und setzt ihr reizvolles Lächeln ein. Sie umschlingt ihn von hinten und lehnt ihren Kopf an seinen.
„Musst du nicht auch noch duschen?“, flüstert sie und gibt ihm einen zärtlichen Kuss auf den Hals.
Dean grinst und dreht sich zu ihr um. „Ach Darling! Ich weiß, was du willst“, kichert er. „Du willst nur, dass ich mich ausziehe, was?“
Er zieht ihren Kopf nach unten und gibt ihr einen langen, innigen Kuss.
»Ich liebe dich so sehr, Schatz! Doch du hast recht. Duschen will ich auch noch, bevor wir losfahren.“
Und lachend befreit er sich aus Lindas Umarmung und zieht seinen Jogging-Anzug aus. Dann verschwindet er flugs in der Kabine, bevor Linda ihn wieder einfangen kann.
Lachend setzt sie sich an den Tisch und gießt sich einen Kaffee ein. Dean hat ihr schon ein Toastbrot geschmiert, das sie mit Heißhunger verschlingt. Aus dem Fenster sieht sie, wie auf dem Freeway die ersten Autos vorbeiziehen. Die Stadt erwacht. Neben ihrem Wohnmobil steht jetzt noch ein anderes. Sie waren wohl des Nachts angekommen, als beide schliefen. Auch dort wird jetzt Frühstück gemacht, wie Linda durch die dünnen Gardinen erkennen kann.
Ein Liedchen pfeifend steht Dean unter der Brause, derweil Linda den Tisch abräumt und Ordnung macht.
Als sie endlich abfahren, steht die Sonne schon in voller Größe am Himmel. Schon jetzt sind es achtundzwanzig Grad. Es wird wieder ein verdammt heißer Tag.

In Sahuarita angekommen halten sie vor einem Laden an, in dem es auch Karten von dieser Gegend gibt. Deans Karte ist im Maßstab zu groß. Er braucht eine mit einem kleineren, auf der auch Wege, Pfade und Ansiedlungen eingezeichnet sind.
Der Ladenbesitzer Mr. Miller durchstöbert ein Regal und kommt mit einer der Karten zurück.
„So, Mister Grandner! Hier, das müsste die Richtige sein für Sie!“
Dabei faltet er die Landkarte auf dem Tresen aus und Dean und Linda beugen sich neugierig darüber.
„Hier sind auch die alten Ranches, Anwesen und Dörfer von früher eingezeichnet“, erklärt Miller.
„Aaah. Und hier irgendwo soll die Ghost Town liegen“, bemerkt Dean und tippt mit dem Finger auf eine Stelle der Karte.
„Ja genau, dort liegt die Geisterstadt Wolf Hole Junction. Man sagt, dass es dort spuken soll“, grinst der Ladenbesitzer hintergründig. „Außerdem sollen dort komische und unerklärliche Dinge vor sich gehen.“
Dean blickt ihn von unten herauf an.
„Ja, das sagt man von allen Geisterstädten“, kichert er belustigt. „Deshalb nennt man sie auch so. Vielleicht kann mir ja jemand von den Geistern bei meiner Suche helfen. Die kennen sich doch prima aus dort in der Einöde.“
„Naja, wer weiß“, entgegnet Miller. „Sogar die Indianer erzählen sich Gruselgeschichten von dem Ort. Aber viel kann ich ihnen da auch nicht sagen. Am besten sie gehen selbst hin und erkundigen sich. Wenn sie Archäologe sind, wird sie das bestimmt interessieren.“
„Na und ob“, freut sich Dean. „Solche Orte sind meine Leidenschaft, ob mit oder ohne Gespenster.“
Dann verabschieden sie sich von Miller und begeben sich zu ihrem Wohnmobil.
Dean holt ein kaltes Getränk aus dem Kühlschrank und dann sehen sie sich noch einmal die Karte genauer an.
„Da ist wirklich nichts außer Sand, Geröll und Schlangen“, murmelt Linda. „Aber hier, ein paar Meilen weiter im Reservat, liegt eine kleine Siedlung der Navajo. Da kenne ich einige Leute. Hatte sie mal zu einem Geschichtsunterricht eingeladen. Na, die Kinder haben vielleicht gestaunt, als echte Indianer in der Klasse auftraten.“ Linda lacht in Erinnerung an diese Episode.
„Tja, kann ich mir gut vorstellen“, grinst Dean. „Wer lernt heutzutage schon echte Indianer kennen? Vor allem welche, die ihr Brauchtum noch pflegen?“
Dann beschließen sie, die Siedlung zu besuchen. Sie müssen sowieso in diese Richtung, wenn sie die Ghost Town besichtigen wollen. Und die Navajo leben nur ein paar Meilen weiter südlich.

Auf einer staubigen Schotterpiste geht es in  südwestliche Richtung.
Bald liegen die letzten Häuser hinter ihnen. Hier und dort noch ein kleines Anwesen, dann tauchen sie ein, in eine wilde, trockene und heiße Einöde. Saguaro und Kandelaber-Kakteen sowie  Mesquite-Bäume sind die einzigen Gewächse weit und breit. Dazwischen vereinzelt, wachsen diese stachligen Büsche, die sogenannten Tumbleweed. Ein Tumbleweed ist der ausgetrocknete und stachlige Teil einer Pflanze, der sich von ihrer Wurzel gelöst hat und somit vom Wind in alle Richtungen gerollt werden kann. Diese Dinger findet man in jedem anständigen Western. Überall rollen sie durch die Landschaft, wenn gerade der einsame Held auftaucht und in eine Stadt reitet.
Die Schotterpiste mutiert nun zu einem kaum noch erkennbaren Pfad.
Dean hat Mühe, das schaukelnde Gefährt unter Kontrolle zu behalten.
Linda muss sich am Griff festhalten, sonst wird sie hin und her geschleudert.
Eine wahrlich abenteuerliche Strecke ist das. Und auf der Karte auch noch als Straße bezeichnet. Eine trockene, weitläufige Landschaft tut sich auf. Kakteen und Sträucher, sowie große Felsen, die Red Rocks, beherrschen das Gebiet. Wenig später durchfahren sie wieder kleinere Wälder von Zypressen. Es geht auf und ab.
Endlich! Nach etlichen Meilen des Schaukelns und Rumpelns erreichen sie flacheres Gelände. Dean schwitzt trotz der voll aufgedrehten Klimaanlage. Schweißperlen rinnen ihm übers Gesicht. Linda ergeht es nicht anders. Stöhnend und seufzend klammert sie sich an dem Haltegriff fest, als Dean das Gefährt anhält. Ein verdächtiges Geräusch unter dem Wagen hat ihn alarmiert. Beide setzen ihre Hüte auf, um nicht gleich einen Hitzschlag zu erleiden, und steigen aus. Ein sanfter, aber heißer Wind weht durch die karge Landschaft. Stille umgibt sie. Nur das leise Rieseln von Sand, das vom Wind davongetragen wird, ist zu hören.
Dean legt sich auf den Rücken und schiebt sich unter das Wohnmobil. Plötzlich flucht er leise. Er hat sich die Finger an dem heißen Auspuff verbrannt.
Linda hört ihn rufen: „Mist, verdammter! Der Auspufftopf ist etwas abgerissen. Der hält nicht mehr lange, auf diesen Schotterwegen. Müssen in die Stadt und ihn reparieren lassen.“
Dann kommt er unter dem Wagen hervorgekrochen, streift sich den Sand von den Händen und blickt missmutig drein.
Linda kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. Wie Dean da steht ... sich an den Ohren knubbert und vor sich hin brabbelt.
So ist es immer, wenn er ein Problem hat. Das an den Ohren ziehen ist seine Methode über Schwierigkeiten nachzudenken.
„Ach Schatz! Wir kommen doch bald wieder in die Stadt“, wirft sie ein, sich ein prustendes Lachen verbeißend. „Ich habe vorhin eine Werkstatt gesehen. Die richtet das schon. Solange wird das Teil ja noch halten.“
Dean verzieht das Gesicht zu einer komischen Fratze „Mhhh ... ja. Muss ja. Hab keine Lust, jetzt wieder zurück zu fahren“, erwidert er zerknirscht.
„Also fahren wir weiter und hoffen, dass das Ding noch hängen bleibt.“
Zum Glück führt die Straße jetzt durch ebenes Gelände und wenigstens das Geschaukel hört auf. Mit einer riesigen Staubfahne hinter sich nähern sie sich langsam der Ghost Town Wolf Hole Junction.
Wie auf Kommando singt Johnny Cash im Radio "Ghost Rider in the Sky". Linda rollt wieder mit den Augen.
„Oh Gott! Nicht schon wieder. Naja ... aber der Song passt ja“, meint sie lakonisch. „Wenn das mal kein böses Omen ist!“
Grinsend steuert Dean das Gefährt um eine Anhäufung großer, roter Felsen. Dann durchfahren sie noch einen kleinen Canyon und befinden sich urplötzlich auf einer, sich bis zu den Bergen erstreckenden, kargen Hochebene.
Aus der flimmernden Hitze erheben sich verfallene, teils eingestürzte Hütten und Häuser. Als sie näher kommen, suchen zwei Coyoten schnell das Weite.
Vor dem Ort hält Dean an und sie steigen aus.
Eine gespenstische Stille herrscht. Nur der Wind säuselt leise sein Lied und hier und da knacken einige knochentrockene Büsche in der Hitze.
Ein Tumbleweed rollt langsam und wie von Geisterhand bewegt über die Hauptstraße. Es ist ein kleiner Ort. Entlang der Mainstreet zählt Dean etwa zwanzig Häuser. Einige nach so vielen Jahren noch in einem erstaunlich guten Zustand. Andere wiederum in sich zusammen gefallen. Windschief steht die Kirche etwas abseits. So, als gehöre sie nicht wirklich zu diesem Ort. Ein Haus dazwischen ist völlig ausgebrannt. Die schwarzen Balken ragen wie drohende Finger in den wolkenlosen Himmel.
Etwas abseits der Hauptstraße liegen noch rechteckige Fundamente, auf denen mal Holzhütten gestanden haben. Kleine Staubteufel wirbeln wie Kobolde zwischen den Ruinen. Auf der Hauptstraße sind heute noch tiefe Wagenspuren zu erkennen. Frachtwagen transportierten früher das silberhaltige Erz aus den Minen zur Weiterverarbeitung nach Tucson. Wolf Hole Junction schien nur eine Zwischenstation zu sein.
Nördlich führt die Straße aus dem Ort heraus und verliert sich in der Weite des Landes. Nur die tiefen Wagenspuren lassen noch erkennen, dass hier früher reger Verkehr herrschte. In der Ferne erheben sich die Red Rocks. Eine Felsenlandschaft, die sich bis zum Grand Canyon erstreckt. Dazwischen einige hohe Tafelberge, die wie verloren in der Weite der Wüstenlandschaft stehen.
Kein Kindergelächter, das durch die Gassen tönt, keine Fußgänger, die beschwingt ihres Weges gehen. Die leeren Fenster der Holzhäuser erscheinen wie dunkle Augenhöhlen. Es liegt gespenstische Ruhe in der Luft. In dieser Stille wirkt das Öffnen der Saloontür laut wie ein Paukenschlag. Quietschend schwingen die Flügeltüren auf, als sie den Raum betreten. Die Holzdielen ächzen unter ihren Schritten. In der Mitte des Saloons stehen, wie zufällig angeordnet, Tische und Stühle. Sie sehen aus, als sei gestern noch an ihnen gelacht und gespielt worden, würde nicht ein dicker Staubfilm die Sitzflächen der Stühle und die Tischplatten bedecken. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man Spinnennetze, die sich zwischen Stuhl- und Tischbeine spannen.
Ein unheimlicher Ort, dessen Atmosphäre sich selbst Dean nicht entziehen kann. Auch Linda ist schweigsamer als sonst. Ab und an weht leise fauchend ein sanfter Windstoß durch die Ritzen und Fenster und wirbelt den dicken Staub auf. Dann ist wieder totale Stille. Vorsichtig treten sie zurück ins Freie.
Langsam gehen sie die Mainstreet hinunter. An einer leeren Fensterhöhle bewegen sich die Reste einer Gardine. Ein Schild, das halb abgerissen an einem Vordach hängt, schaukelt leicht im Wind.
Drüben auf der anderen Seite quietscht eine Tür in den rostigen Angeln. Staub wird auf der Straße hochgewirbelt und verflüchtigt sich zwischen den Häuserruinen.
Wahrlich ... Eine Geisterstadt.
Das ehemalige Büro des Stadt-Marshals liegt fast in der Mitte des Ortes. Erkennbar an der verwitterten Schrift der Hausfassade. Dean betritt vorsichtig den hölzernen Gehsteig und blickt durch das kaputte Fenster. Die Eingangstür ist verklemmt. Mit einem kräftigen Tritt fliegt sie aus dem maroden Rahmen und Dean betritt den Raum.
Unter seinen Schritten knarren die alten Holzdielen.
Linda kommt neugierig hinterher.
Der Raum ist staubig. Auf dem Schreibtisch liegen einige Steckbriefe und andere Papiere herum. Über den Fußboden rollt eine leere Flasche, als Dean sie leicht mit dem Fuß anstößt. Zerbrochene Tassen und Teller liegen herum.
Ein Schrank, der auch schon bessere Tage gesehen hat, steht schief in einer Ecke.
Hinten im Raum befindet sich eine Tür. Als Dean sie knarrend öffnet, rieselt dicker Staub auf seinen Hut.
Hier befand sich mal das Jail, das Stadtgefängnis des Ortes.
Alle vier Zellen sind nur mit einer hölzernen Pritsche ausgestattet. Die eisernen Zellentüren stehen offen.
Durch das einzige Fenster im Raum scheint gleißend die Sonne. In deren Strahlen wirbelt der Staub wie silberne Körnchen umher.
Sie gehen zurück in das Büro. Nachdem er den Staub von den Dokumenten geschüttelt hat, studiert Dean die Steckbriefe. Finstere Gestalten sind darauf zu erkennen. Auf manche von denen waren bis zu fünfzig Dollar Kopfgeld ausgesetzt. Dean muss grinsen. Und auch Linda kann ihr Lachen nicht zurückhalten.
„Na, viel können die nicht auf dem Kerbholz gehabt haben. Wahrscheinlich alles nur Hühner und Eierdiebe. Gab es hier keine richtig harten Gesetzlosen?“
Dean lacht leise. „Nee, Schatz. Man stellt sich immer vor, dass die schlimmsten Revolverhelden und Banditen hier herumgelaufen sind. Das sind Märchen. Sicher, es gab sie auch. Doch in diesem riesigen Land sind sich solche Männer ihr Leben lang nicht einmal begegnet. Drüben in Tombstone war es etwas anders. Na, die Geschichte kennst du ja selber. Mit Wyatt Earp, Doc Holliday und den Kampf am OK Corral. Obwohl das im Grunde auch nur eine kleine, unbedeutende Episode des Westens war. Die Geschichte wurde nur aufgebauscht und gewinnbringend vermarktet.“
Linda nickt nur dazu. Als Lehrerin kennt sie sämtliche wahren und erfundenen Heldentaten des Wilden Westens genau.
Neugierig betrachtet Dean einige Bilder an den Wänden. Sie zeigen ehemalige Einwohner der Stadt sowie den Bürgermeister. Auch Bilder von der Umgebung sind zu finden. Ein Ranchgebäude, dem man ansieht, dass die Besitzer nicht gerade am Hungertuch nagen mussten. Unter dem Bild ist in verschnörkelter Schrift zu lesen: Bar T. Ranch Besitzer Buck Anderson.
Grinsend und leicht mit dem Kopf schüttelnd will Dean sich gerade zum Gehen wenden, als sein Blick in eine Ecke fällt. Dort liegt ein halb zerrissenes Stück Papier.
Nur der Name, der gerade noch zu lesen ist, lässt ihn stutzig werden: Grandner.
Dean hebt das Papier auf und entfaltet es auf dem Schreibtisch. Da einige Stücke des Papiers fehlen, kann er nur entziffern:

Notice
...letzten drei Tagen sind auf der Bar T. Ranch
Bob Anderson
...ed Grandner
und Brad Marlow ...
... unerklärliche Weise verschwunden.
Wer sie ...
richten bitte an ...
Daniel Richards. Town Marshal
August 17th. 1886

Darüber die Bilder der drei Vermissten.
Dean ist verwundert.
„Sieh dir diesen Namen an!“, ruft er zu Linda hinüber. „Das ist ja ein komischer Zufall. Einer der Kerle, die verschwanden, hatte meinen Nachnamen.“
Neugierig kommt Linda hinzu und nimmt das Papier in die Hand. Dann liest sie leise den Text vor. “Hmm. Ja ... ist schon komisch“, bemerkt sie nachdenklich.
„Aber bestimmt bist du nicht der Einzige mit solch einem  Nachnamen. Da gibt es bestimmt viele.“
Dean zupft wieder mal an seinem Ohr. „Naja ... Grandner ist ja nun kein ein Allerweltsname, wie Miller oder Smith. Sehr merkwürdig, das Ganze.“ Wobei er sich mit heruntergezogenen Mundwinkeln am Kinn kratzt.
„Das würde mich jetzt aber doch interessieren“, ruft er forsch. „Wenn wir wieder nach Sahuarita kommen, werde ich mal den Sheriff dort fragen. Vielleicht weiß der etwas über diese Geschichte.“
Linda grinst dünn. „Tjaaa ... wenn du meinst, mein Schatz. Vielleicht hast du ja wirklich Vorfahren aus dieser Zeit“, fügt sie kichernd hinzu.
Dean grinst breit. „Wer weiß! Vielleicht ist das die interessanteste Story, auf die wir hier stoßen. Stell dir vor, da ist was Wahres dran. Na ... deine Schulklasse würde Augen machen, wenn du davon erzählen würdest. Außerdem ist es doch reizvoll, auch mal in seiner eigenen Vergangenheit zu forschen.“
Dean steckt sich das Stück Papier ein und dann gehen beide nach draußen.
Ein wenig stöbern sie noch in der Stadt herum, doch Dean findet nichts, was für ihn noch von Interesse ist. Und so gehen sie zu ihrem Wohnmobil zurück.
Es ist fast Mittag und die Hitze wird immer unerträglicher.
Linda möchte unbedingt erst einmal in das Reservat  fahren und einige ihrer Freunde dort besuchen. Dean willigt ein. Jetzt im Schatten einiger Bäume zu sitzen und was Kühles zu trinken wünscht auch er sich.
Durstig nehmen beide einen großen Schluck aus der Wasserflasche, ehe sie weiter fahren.
Und wieder geht es über eine ausgefahrene, knochentrockene Piste Richtung Süden.
Das Geklapper des kaputten Auspuffs nervt Dean.
Hoffentlich fällt er nicht jetzt gerade ab, denkt er bei sich. Dann erweckt etwas anderes seine Aufmerksamkeit.
Links von der Piste, etwas erhöht und völlig freistehend, erblickt er einen alten abgestorbenen Baum. Er tritt so heftig auf die Bremse, das Linda nach vorne geschleudert und fast aus ihrem Sitz gerissen wird. Sie will schon losschimpfen, doch Deans beruhigende Geste lässt sie schweigen.
Starr blickt Dean zu dem alten Baum hinüber. Kein Busch, kein trockener Grashalm ist weit und breit zu sehen. Nur dieser alleinstehende kahle Baum in der Weite der glühenden Landschaft. Seine wenigen knorrigen Äste heben sich drohend und schwarz gegen den blauen Himmel ab. Einer davon steht waagerecht vom Stamm ab. Er zeigt genau in Richtung der Geisterstadt. Wie ein Wegweiser, denkt Dean.
„Ein komischer Anblick“, murmelt er. „Direkt unheimlich. Komm! Lass uns mal hingehen!“
Nur widerwillig folgt Linda. Trotz dem beide breitkrempigen Hüte aufhaben, haben sie das Gefühl, als wenn ihnen der Schädel kocht. So stapfen sie durch den heißen Sand hinüber zu dem einsamen Baum. Je näher sie kommen, desto mehr beschleicht Dean ein beängstigendes, unheimliches Gefühl. So etwas hat er noch nie erlebt. Auch eine solche bedrückende, fast gespenstische Atmosphäre hat er selten gespürt.
Die kleinen Windhosen, die eben noch in der Nähe tanzten, sind plötzlich verschwunden. Totenstille herrscht. Nicht das noch so kleinste Geräusch ist zu hören. Dieser komische Baum ist tatsächlich rabenschwarz. So als wäre er total ausgebrannt.
Jetzt sieht man auch den Steinhügel, der am Fuße des  Baumes liegt.
„Sieht aus, wie ein Grab“, murmelt Dean und kneift die Augen zusammen.
„Aber kein Kreuz und keinerlei Hinweis, wer hier liegt.“ Linda geht langsam um den ominösen Baum herum, blickt an ihm hoch und stutzt.
„Sieh mal Dean! Der Ast dort. Sieht aus, als wenn dort etwas gescheuert hätte. Aber das dürfte man nach so vielen Jahren gar nicht mehr erkennen.“
Jetzt blickt auch Dean zu dem dicken, knorrigen Ast hoch. Er verzieht nachdenklich das Gesicht. Tatsächlich! Dort an dem, was früher eine Rinde war, kann man noch gut erkennen, dass etwas daran gescheuert hat. Eigentlich unmöglich. Der Baum steht bestimmt schon hundertfünfzig Jahre oder länger dort.
Dean stemmt sich gegen den Stamm. Und versucht, zu rütteln. Er steht fest, wie ein Fels in der Brandung. Keinen Zentimeter bewegt er sich.
„Der hätte bei dieser Trockenheit und Hitze schon längst umfallen müssen“, bemerkt Dean kopfschüttelnd. „Sieh dich um! Hier im weiteren Umkreis hatten mal mehrere Bäume gestanden. Jetzt liegen dort hinten nur noch bleiche, verdorrte Überreste herum. Wieso steht ausgerechnet dieser noch?“
Darauf kann auch Linda keine Antwort geben.
Dean bückt sich und untersucht die Steine zu seinen Füßen. Vorsichtig nimmt er einen nach dem anderen von dem Haufen und legt ihn beiseite. Darunter ist nur trockener, staubiger Boden. Vorsichtig buddelt Dean im losen Geröll. Er spürt etwas Festes, Hartes. Dann fließt plötzlich wie durch Zauberhand der Sand beiseite und gibt ein Skelett frei. Der weit geöffneten Kiefer des Totenschädels scheint ihn anzuschreien. Urplötzlich schnellt das Skelett halb aus der Grube empor und die Augen leuchten grün-gelblich auf.

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Adam Aurel
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BeitragVerfasst am: 26.04.2014 10:43    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Seine gurgelnden Laute sind noch eine Weile zu hören. Seine verzweifelten Zuckungen, dem Tod zu entrinnen, dauern fast endlos an. Sein Gesicht wird rot und seine Zunge quillt aus dem Mund, so als ob sie Platz machen will, um noch den letzten Rest lebensspendender Luft in die Lungen zu lassen.
Seine Augen scheinen aus den Höhlen zu treten. Langsam schwingt sein sterbender Körper aus. Die Beine strampeln und zucken noch einige Male. Ein letztes Röcheln und David Mellrose ist tot.


Hallo Autor66.

Interessante Story. Hat Potential aus dem man durchaus viel rausholen kann.

Ich war etwas überrascht, dass sie im Präsens geschrieben ist. Anfangs hoffte ich, das würde sich ändern. Später wurde der Text für mich zunehmend anstrengender. Fühlte sich für mich einfach an wie ein Fremdkörper. Als ein Freund anrief, las ich ihm diese Stelle vor und bat ihn um seine Meinung:

Zitat:
Vor dem Ort hält Dean an und sie steigen aus.
Eine gespenstische Stille herrscht. Nur der Wind säuselt leise sein Lied und hier und da knacken einige knochentrockene Büsche in der Hitze.


"Das klingt ja total bescheuert", sagte er daraufhin. Ich will dich nicht beleidigen, aber den Eindruck hatte ich auch oft.

Viele Stellen sind mir zu erklärend.

Zitat:
grinst der Ladenbesitzer hintergründig.


Zitat:
Ein unheimlicher Ort, dessen Atmosphäre sich selbst Dean nicht entziehen kann.


Zitat:
Auch eine solche bedrückende, fast gespenstische Atmosphäre hat er selten gespürt.


Dieser Vergleich hat mit ordentlich Magenschmerzen bereitet:

Zitat:
In dieser Stille wirkt das Öffnen der Saloontür laut wie ein Paukenschlag.


Bei einem Paukenschlag kommt mir alles in den Sinn, aber keine Saloontür. Ich denke da eher an Fingernägel an einer spröden Tafel o.Ä.

Ich habe diesen Text ausgewählt, weil ich Horror gelesen habe. Leider habe ich davon wenig gemerkt, da der halbe Text aus "grinst" zu bestehen scheint.

Einen Verbesserungsvorschlag hätte ich da für die Szene im Laden: Im Roman Graf Dracula fragt der Protagonist einen Wirt nach diesem. Dieser reagiert wutentbrannt, bekreuzigt sich und weigert sich zum Schluss mit ihm zu reden und schmeißt ihn aus dem Laden.
Das hat bei mir wirklich Unbehagen ausgelöst.

Zitat:
Das Geklapper des kaputten Auspuffs nervt Dean.
Hoffentlich fällt er nicht jetzt gerade ab, denkt er bei sich.


Mitten in der Wüste, womöglich meilenweit entfernt von der nächsten Raststätte, glaube ich nicht, dass in technischer Fehler am Auto bloß nervt. Alleine dieser Gedanke bereitet mir Unbehagen. Was wäre, wenn mein Auto kaputt ginge? Da würde ich meine beiden Helden noch viel mehr in die Bredouille zwingen.



Was war gut:

Zitat:
Die schwarzen Balken ragen wie drohende Finger in den wolkenlosen Himmel.


Ein schöner Vergleich. Das ist bei mir in Erinnerung geblieben.

Außerdem finde ich die Morgenszene und das Liebesspiel zwischen den beiden sehr schön. Ich musste selbst... grinsen.
Der Wohnwagen nebenan löst bei mir weiterhin ein Gefühl von behagen aus, da auch hier die Nachbarn fröhlich zu frühstücken scheinen.

Fazit: Horror ist es für mich nicht. Das Präsens war für mich der Horror. Aber anfürsich halte ich es für guten Stoff für eine Geschichte.
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Autor66
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BeitragVerfasst am: 26.04.2014 11:07    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Erst einmal danke für die konstruktive Kritik. Wenn ich mir das so recht überlege, denke ich auch, dass hier manches verbessert werden muss. Allerdings kommen die gruseligen Stellen erst weiter hinten.
Würde gerne jemanden finden, der mir hilft, die Story zu verbessern Smile


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Siegfried
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BeitragVerfasst am: 26.04.2014 11:55    Titel: Antworten mit Zitat

Tipp von meiner Seite:

Wird (mindestens!) die Hälfte der Sprecherverben raus. Ganz besonders die, wo ein Sprecherverb von einer Aktion gefolgt wird oder wor sich Adjektive bzw. Partizipien mit dem Sprecherverb verbünden. Mach daraus einfache Hauptsätze. Das liest sich dann wesentlich flüssiger.

Alt:
Lächelnd antwortet Dean: „Raus aus den Federn, Süße! Es ist halb sechs. Der Kaffee ist gleich fertig.“

Neu:
Dean lächelt. „Raus aus den Federn, Süße! Es ist halb sechs. Der Kaffee ist gleich fertig.“


Alt:
„Ich gehe erst mal duschen“, sagt sie und verschwindet gähnend in der Kabine.

Neu:
„Ich gehe erst mal duschen.“ Sie verschwindet gähnend in der Kabine.


Alt:
„Musst du nicht auch noch duschen?“, flüstert sie und gibt ihm einen zärtlichen Kuss auf den Hals.

Neu:
„Musst du nicht auch noch duschen?“ Sie küsst ihn zärtlich auf den Hals.


Alt
„Aaah. Und hier irgendwo soll die Ghost Town liegen“, bemerkt Dean und tippt mit dem Finger auf eine Stelle der Karte.

Neu:
„Aaah. Und hier irgendwo soll die Ghost Town liegen.“Dean tippt mit dem Finger auf eine Stelle der Karte.


Alt:
„Ach Schatz! Wir kommen doch bald wieder in die Stadt“, wirft sie ein, sich ein prustendes Lachen verbeißend. „Ich habe vorhin eine Werkstatt gesehen. Die richtet das schon. Solange wird das Teil ja noch halten.“

Neu:
„Ach Schatz! Wir kommen doch bald wieder in die Stadt.“ Sie muss sich ein Lachen verkneifen. „Ich habe vorhin eine Werkstatt gesehen. Die richtet das schon. Solange wird das Teil ja noch halten.“

An dieser Stelle eine Nebenbemerkung:
Ich bin mir nicht sicher, aber statt "solange" würde ich hier "so lange" schreiben. "Solange" heißt "während, derweil, unterdessen" (als Konjunktion).

LG
Siegfried
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Autor66
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BeitragVerfasst am: 26.04.2014 11:59    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ja, dass liest sich schon besser. vielen Dank. Dann muss ich das Skript nochmals überarbeiten. Tja, man lernt nie aus. Schreiben ist schon eine Kunst für sich. Smile

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Tinlizzy
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BeitragVerfasst am: 26.04.2014 12:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Hobbyautor66,

Ich sehe auch, dass deine Geschichte sehr viel Potenzial hat und du wirklich etwas daraus machen kannst. Allerdings hapert es schlicht an den schreiberischen Feinheiten auf die wir alle rein gefallen sind und die ganz normal sind, wenn jemand allein in seinem Stübchen werkelt.

Mein Tipp für sich bezieht auf eine von mir früher beliebte Fehlerquelle, du schreibst sehr viele Passiv-Sätze. Versuche mal, bewusst so oft aktiv zu verwenden wie du nur kannst. Das macht deinen Text um einiges lebendiger und er steckt voller überflüssiger Füllwörter.  Kürzt du diese heraus, wird dein Text besser und kürzer.

Dein Plot gefällt mir sehr gut, der gibt viel her und du wirst sehen, wenn du deinen Text etwas aufpolierst, gewinnt er unheimlich.
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BeitragVerfasst am: 26.04.2014 12:27    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ja, ich sehe, dass da noch einiges im arben liegt. Man lernt ja auch nie aus. Und ich finde es gut, wenn jemand die Fehler aufzeigt. Smile Ich schreibe auch noch nicht lange. Habe erst vor etwa einem Jahr angefangen

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Tinlizzy
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BeitragVerfasst am: 26.04.2014 12:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Autor 66,

dafür schreibst du aber schon wirklich gut! Und diese Hinweise sind alle
wirklich wohlmeinend und haben nur den Sinn, dir dabei zu helfen, deinen
wirklich interessanten Stil zu verbessern. Mir wurde auch ganz toll geholfen, als ich hier angekommen bin. Ich habe zwar fürchterlich viel Arbeit dadurch, aber seit ich diese Ratschläge alle befolge, ist mein Werk um etliches besser geworden. Du wirst sehen, es lohnt sich!!!
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BeitragVerfasst am: 26.04.2014 13:40    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Davon bin ich überzeugt. Man hat ja auch so schon einiges an Arbeit. Und wenn der Erfolg dann wegen schlechten Schreibstil ausbleibt, wundert man sich. Smile

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Adam Aurel
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BeitragVerfasst am: 26.04.2014 16:16    Titel: Antworten mit Zitat

Das wird schon. James N. Frey schreibt in seinem Buch "Wie man einen verdammt guten Kriminalroman schreibt", dass man um eine starke Erzählerstimme zu entwickeln, ganze Kapitel aus Büchern abschreiben soll, die einen faszinieren.
So, so sagt er, entwickelt man ganz unterbewusst verschiedene Stimmen.

LG, Adam.
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BeitragVerfasst am: 26.04.2014 16:21    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Was lange währt..wird endlich gut, heißt auch ein Sprichwort Smile

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Hoody
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BeitragVerfasst am: 26.04.2014 21:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ralph.

Ich habe heute Abend (leider) nichts vor und ich liebe Horrorgeschichten. Daher kommt dein Text wie gerufen.
Nimm meine Kritik bitte nicht persönlich und vorallem ist es nur meine Meinung. Andere Leser, andere Meinungen. Du entscheidest welche Ratschläge/Verbesserungsvorschläge angenommen werden und welche eher nicht. Ich habe mir die anderen Kritiken noch nicht durchgelesen. Falls sich was wiederholen sollte, tut es mir Leid.
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Du schreibst in der Gegenwart. Präsens nennt sich das, oder? Laughing Jedenfalls war das anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Die meisten Bücher benutzen die Vergangenheitsform und da sticht so ein "Exot" natürlich heraus. Ich finde aber die Gegenwartsform überhaupt nicht schlimm. Natürlich, man muss sich erst einmal reinlesen, aber Präsens hat auch seine Vorteile. Die Geschichte wirkt lebendiger, schneller und irgendwie auch näher. Ich finde Präsens viel intensiver - natürlich muss sich der Leser erstmal daran gewöhnen, aber nach ein paar Seiten sollte das kein Problem mehr sein. Ist wohl Geschmackssache. Aber ich glaube in der Verlagswelt wirst du es mit Präsens schwer haben. Mir fällt ehrlich gesagt kein einziger Buchtitel ein, der die Gegenwartsform benutzt.

Zitat:
Es ist drückend heiß an diesem Tag, dem 16. August des Jahres 1886.

Show dont tell. Der berühmte Satz. Den liest man wohl öfter. Wolf Hole Junction ist ein Romanprojekt. Wenn du in eine Buchhandlung gehst, ein bisschen die Titel abklapperst, mehrere Klappentexte durchliest und dann ein paar Bücher aufschlägst - wann und woran bleibst du hängen? Ist natürlich auch wieder von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Aber der Klappentext und der Anfang sollten den Leser neugierig machen. Vorallem als Erstlingwerk (in einem richtigen Verlag) stelle ich mir das ungemein wichtig vor. Bekanntere Autoren haben es durch ihren Namen sicherlich etwas leichter, aber das erste Buch eines Autoren sollte den Leser gleich fesseln - meiner Meinung nach. Der Leser MUSS diese Geschichte lesen, er kann gar nicht anders. Er liest die ersten Sätze und denkt sich: Ui,ui,ui. Klingt spannend.
Deshalb solltest du deinen ersten Satz streichen und dafür den Zweiten als Anfang nehmen.
Zitat:
Die drei Männer zerren den Mann brutal vorwärts.

Denn der liest sich wesentlich spannender,als ein Informationssatz, denn mehr Inhalt bietet er nicht.
Es ist heiß. Wir haben den 16.08.1886.
Fertig. Solche Informationen könntest du besser in die Geschichte einbauen und nicht mit der Holzhammermethode den Leser aufs Auge drücken. Zeig (show) uns, dass es heiß ist. Lass die Figuren schwitzen, die Sonne erbarmungslos Sonnenstiche verteilen. Es gibt so viele Möglichkeiten.  Die Jahreszahl kannst du sicherlich noch anders einbauen. Ist diese überhaupt so wichtig? Also die genaue Nennung? 1886 ist doch eine ganz "andere" Welt als 2001. Zeig uns durch die Atmosphäre, durch den Ort, der Sprechweise der handelnden Personen usw., dass wir uns nicht in der Gegenwart befinden.

Zitat:
Die drei Männer zerren den Mann brutal vorwärts.

Der zweite Satz ist spannend. Aber was meinst du mit brutal? Du zeigst uns im dritten Satz diese Brutalität. Also könntest du den zweiten Satz auch streichen. Du könntest den dritten Satz etwas ausarbeiten, mehr Schmerz einbauen. Dann kommt das Brutale auch besser zum Vorschein.

Zitat:
Bob Anderson nimmt ein Lasso und wirft ihn über den dicken, knorrigen Ast eines alten Baumes und bindet das Ende um den Stamm.

Du solltest dich immer Fragen, welche Informationen wichtig sind. Welche Informationen sind logisch und werden durch Adjektive/unnötigen Beschreibungen wiederholt?
Bob Anderson nimmt ein Lasso, wirft ihn über den knorrigen Ast eines Baumes und bindet das Ende um den Stamm.
Geht sicherlich schöner, aber soll ja nur als Beispiel dienen. Zu viele Adjektive versüßen einen Satz. Klar, hier könnte man es durchgehen lassen. Zumindest knorrig und alt - man muss ja nicht im jeden Satz irgendwas zeigen. Aber kommt sowas öfter vor, wirkt der Text, der Schreibstil irgendwann überladen und vollgepackt.

Ich lass die Detailkritik mal sein. Als Tipp: Du liest sehr viele Westerngeschichten. Druck dir deine Geschichte aus und vergleich sie mit einer anderen Geschichte. Klar, du schreibst in der Gegenwartsform, aber darauf kommt es nicht an. So wirst du viele Wortwiederholungen, überladene oder unnötige Sätze schnell auffinden können.

Informationen
Du hast sehr viele Informationen in deiner Geschichte einfach roh hingeschrieben. Manchmal geht es sicherlich nicht anders. Aber teilweise besteht ein ganzer Absatz aus mehreren Informationen, die das Tempo der Geschichte drosseln. Zum Beispiel die Beschreibung von Dean und Linda. Sehr langatmig. Könnte man lebendiger und schöner einbauen. Streich am besten alle Informationen rot an. Du wirst sehen, es sind ganz schön viele. Versuch diese Informationen jetzt aus der Geschichte zu brechen und sinnvoll zu verstreuen und IN die Geschichte einzubinden, damit es sich nicht so liest:

Geschichte
trockene Information
Geschichte
trockene Information

Perspektive und Schreibstil:
Du hast sehr viele Wortwiederholungen drinnen. Du schreibst sehr passiv. Erzählst mehr, statt es zu zeigen. Man muss nicht alles zeigen. Das wäre übertrieben. Aber an den richtigen Stellen ist eine gezeigte Passage unglaublich stark. Aber das habe ich schon öfter in der Detailkritik erwähnt, deswegen lasse ich das jetzt mal.
Die Perspektive bereitet mir ein bisschen Kopfschmerzen. Du schreibst in der Allwissenden (auktoriale) Perspektive. Dadurch kannst du zwar in alle Charaktere schlüpfen,alle Gefühle und alle Gedanken hervorheben, aber dass musst du dann auch einhalten. Auch wirkt diese Perspektive sehr distanziert, bisschen träge und langatmig. Da du in Präsens schreibt, finde ich die Perspektive nicht geeignet. Generell trifft man diese Perspektive mittlerweile seltener an. Ich weiß nicht ob du ein Herr der Ringe Fan bist, aber lies dir mal die Herr der Ringe Trilogie durch (Oder zumindest die ersten zwei,drei Kapitel) und dann ein Horrorbuch oder Thriller. Du wirst es sicherlich gleich bemerken. Das Horrorbuch ist einfach intensiver und lebendiger. Man kann sich mit der Hauptperson besser identifizieren, besser in sie einfühlen. Ihre Entscheidungen nachvollziehen, ihre Gefühle richtig miterleben und so weiter.
Durch den allwissenden Erzähler wirkt leider alles irgendwie blass. Zum Beispiel am Anfang:
Zitat:
Sie schauen sich um. Jeder von ihnen kennt zwar diese Landschaft, doch sie beeindruckt sie immer wieder. Diese Weite und Einsamkeit, die es sonst kaum auf der Welt gibt, zieht sie einfach in ihren Bann.
Bis zum Horizont kann man das Band des Highway 10 verfolgen. Nur kurz unterbrochen von wenigen schmalen, flachen Tälern und Biegungen.
Hier ist das Land der Legenden, Erzählungen und Abenteuer. Das Land der Kakteen, Palmlilien und Mesquite-Bäume.
Dean war schon oft zum Jagen in dieser Gegend, bis hinunter nach Sierra Vista führten seine Touren. Als hauptberuflicher Büchsenmacher ist es fast schon Pflicht, auf die Jagd zu gehen. Sein Geschäft läuft gut. Kein Wunder, hier zu Lande besitzt fast jeder eine Waffe und das Schießen ist so normal, wie anderswo Kegeln oder Bowling.
Wer meint, in dieser Wüstenregion gäbe es nichts zu jagen, der irrt gewaltig. Zu den jagdbaren Wildtierarten gehören Weißwedel- und Maultierhirsche sowie Wapiti, Gabelböcke und Dickhornschafe. In abgelegenen Gebieten leben sogar noch vereinzelt Bären. In den Bergregionen leben Raubtiere wie Pumas, Dachse und andere marderartige Tiere. Man muss sie eben nur finden.  

Und jetzt ein anderer Text:

Zitat:
Die wunderschöne Hotelanlage wird Sie begeistern! Ob groß oder klein. Hier kommt jeder auf seine Kosten. Ein Spa Bereich lädt zum Entspannen ein. Der beruhigende Duft ätherischer Öle bereinigt jeden Stress. Sie wollen aber auch Action? Es richtig krachen lassen? Das Wasser spüren? "Achtung, Arschbombe*", rufen? Dann dürften Sie auf keinen Fall unsere Wasserrutschen verpassen! Abends lädt die angrenzende Bar "Karambole" zu einem unglaublichen Erlebnis ein! Sie werden einen Sonnenuntergang erleben, den Sie nie wieder vergessen werden. Wie die letzten Sonnenstrahlen über die Meeresoberfläche gleiten und der Wind den Sand zum Tanzen bringt, sind nicht die einzigen Hingucker, die diese Region zu bieten hat.

*Bitte achten Sie auf die ausgehängten Regeln. Bisher wurde in der Region noch nicht die Frage gestellt: Müssen wir uns benehmen oder waren schon andere Deutsche hier? Wir wollen, dass es so bleibt

Okay, ich werde wohl niemals so etwas schreiben können. Bin ich kein guter Promoter? Laughing Ich glaube mein Beispiel verfehlt ein wenig das Ziel.
Jedenfalls liest sich dein Text eher wie ein Reisebericht und nicht wie eine Geschichte.
Ich habe mir deine Homepage angeschaut. Schöne Seite und tolle Videos. Da kriegt man schon ein wenig Fernweh. Country und Western sind deine Leidenschaft. Ich kenne da noch so jemanden. Achtung, Schleichwerbung. Wo der Hass regiert Jedenfalls: Stell dir einen Moment vor, du würdest diese ganzen Kakteen und Palmlilien sehen. Du stehst vor dieser unglaublichen Kulisse. Da du diese Landschaften und alles drumherum schon öfters live gesehen hast, wird es dir sicherlich leicht fallen, dich in diese Szenario reinzudenken. Was für Gefühle hast du jetzt? Schreib dir die Gefühle auf. Deine Gedanken. Einfach alles. Aber nicht so, als wäre es eine Geschichte. Es sind deine Emotionen. Lass ihnen den Spielraum. Auch wenn es vielleicht kitschig ist oder übertrieben. Muss ja keiner außer dir lesen. Jetzt versuch diese Gefühle in der Ich-Form aufzuschreiben und als Geschichte. In der Ich-Form wird es dir leichter fallen. Und nun versuch diese Gefühle auf deine Hauptfigur zu übertragen - wenn sie die gleichen Gefühle wie du hast. Davon gehe ich aber aus. Jetzt musst du dich halt entscheiden. In welche Rolle willst du schlüpfen? Da Dean den Nachnamen trägt, wird er wohl der Hauptcharakter werden. Pass aber dabei auf, dass Dean nicht zu Ralph wird - außer du willst es so. Wenn er aber andere/eigene Charakterzüge hat, denkt er sicherlich ein wenig anders, so sieht er diese Landschaft anders und spürt diese Emotionen anders.

Charaktere
Du hast zwei nette Charaktere erfunden. Zwar ein wenig stereohaft und manchmal wirken die Dialoge etwas gezwungen und nicht immer real. Natürlich sind Dialoge sehr schwer, aber unglaublich wichtig. Sie lockern die Story auf. Vielleicht bin ich gerade ein wenig "streng". Denn an sich finde ich die Gespräche der beiden Protagonisten sehr menschlich. Da habe ich schon ganz andere Sachen gelesen. Aber etwas ungezwungener würde nicht schaden. Ich kann es nicht richtig beschreiben. Beide Figuren haben viel Sprechzeit bekommen. Der Eine redet 8 Sätze, die nächste Person nimmt diese Sätze so hin. Im nächsten Dialog redet die andere Person 9 Sätze und die Person nimmt diese Sätze auch so hin. Eine richtige Kommunikation will nicht entstehen. Sie reden zwar miteinander, aber im Grunde redet immer nur einer, der andere hört zu und macht dann einen Witz/stimmt zu oder reagiert überhaupt nicht. Sowas kommt in deiner Geschichte sehr oft vor. Versuch deine Charaktere lebendiger zu machen, vorallem in den Dialogen. Deine Protagonisten sind sich relativ ähnlich vom Charakter, von der Sprechart - finde ich. Beide sind mir echt sympathisch. Scheinen nette Menschen zu sein, aber sie wollen nicht lebendig werden. Sie reden und denken, aber so richtig wollen sie mir nicht ans Herz wachsen. Auch wenn sie ein Paar sind, sich gut kennen und auf einer Wellenlinie schwimmen, haben sie doch unterschiedliche Ansichten/Meinungen oder Vorzüge und Charakterzüge. Versuch diese stärker auszuarbeiten. Denk einfach an deine eigene Beziehung oder an Dialogen mit deinen Freunden.
Du sollst jetzt natürlich keine total überzeichnete Charaktere erfinden, aber Hauch ihnen mehr Eigenarten ein.
Hier eine Stelle, in der es dir sehr gut gelungen ist (Eine tolle Stelle. Sowas haucht Charakteren Leben ein)
Zitat:
Linda kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. Wie Dean da steht ... sich an den Ohren knubbert und vor sich hin brabbelt.
So ist es immer, wenn er ein Problem hat. Das an den Ohren ziehen ist seine Methode über Schwierigkeiten nachzudenken.

Nur über das Wort knubbern? bin ich gestolpert. Habe erst knabbern gelesen Laughing Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, was knubbern heißt. Drücken? Oder wirklich knabbern? Wenn ja, dann hat Dean wohl ein unglaubliches Talent Shocked
Charakterisieren ist sehr wichtig. Glaubhafte Charaktere auch. Jeder Mensch hat eine Motivation, ein Ziel und meistens erreicht man sein Ziel nicht einfach so. Es muss immer ein Konflikt gelöst werden, dadurch wachsen die Charaktere. Motivation,Konflikt,Entwicklung.
Bisher mussten deine Charaktere keine groben Konflikte überwinden,aber ich kenne ja nicht deine ganze Geschichte.
Hab grad eine tolle Seite gefunden. Wollte eigentlich nur nachschauen, ob ich Charakterisierung richtig geschrieben habe (Google, Freund und Helfer) und da spuckt mir die Suchmaschine plötzlich was Tolles aus. Habe es mir jetzt nicht komplett durchgelesen, aber die Seite bzw., die Erklärung scheint echt gut zu sein. Charakterisierung Werde mir den Text sicherlich auch noch einmal genauer durchlesen.

Geschichte:
An sich finde ich die Geschichte ganz in Ordnung. Klar, am Schreibstil muss noch gearbeitet werden, aber das ist normal.
Am Anfang beschreibst du, wie jemand erhängt wird. Dieser verflucht anschließend die Cowboys. Ich fand es gut, dass du im Prolog eine kleine Vorahnung aufgebaut hast.
Ted Grandner - Prolog Charakter
Dean Grandner - Hauptcharakter
Der aufmerksame Leser bekommt hier natürlich einen Hinweis. "Ahh, der Erhängte hat doch die komplette Familie + zukünftige Kinder der Cowboys verflucht. Ist dieser Dean Grandner einer der Nachfahren? Mhhh." Sowas weckt das Interesse und erzeugt Spannung. Natürlich ist er einer der Nachfahren. Das weiß jeder Leser. Aber so fiebert man mit. Was passiert mit Dean? Oder hat der besagte Fluch schon Früchte in der Vergangenheit getragen? Da kommen einige Fragen auf, die man auch etwas provozieren könnte. Du erzählt etwas von einer ersten Ehe, die bei Dean irgendwie nicht geklappt hat. Ich habe jetzt gerade nicht im Kopf, ob Linda mit Dean verheiratet ist. Sie wird als Freundin bezeichnet. Vielleicht hindert dieser Fluch Dean daran, richtig zu lieben oder eine Ehe einzugehen? Du verstehst hoffentlich, worauf ich hinaus will. Du musst nicht mit der Holzhammermethode los legen und schreiben: Dean kann wegen eines alten Fluches nicht heiraten. Zeig es uns durch seine Zweifel und Ängste - zum Beispiel. Selbst wenn nicht der Fluch Schuld ist, dass er nicht heiraten möchte, macht ihn sowas nur lebendiger. Ja, ich dring da jetzt grad tief in deine Geschichte ein. Ich will sie nicht ändern, es soll nur als Beispiel dienen. Man hat viele Möglichkeiten einen Charakter lebendig zu machen oder Spannung zu erzeugen. Dafür müssen die Charaktere und der Plot gut ausgearbeitet sein. Da könnte man sowas gezielt einbauen.

Die Geschichte bietet ein wenig Spannung. Das Ende finde ich überzogen. Die Entdeckung des gleichen Nachnamens und das Skelett sind schon spannend. Nur muss das Skelett gleich auferstehen?  
Der Mittelteil ist ein bisschen lang und langweilig. Beim ersten Durchlesen habe ich die meisten Passagen übersprungen. Beim zweiten Durchlesen musste ich mich durchkämpfen. Das liegt vorallem an den vielen Informationen, die eigentlich gar nicht alle erwähnt werden müssen - zumindest alle auf einmal und an der Stelle. Dadurch zieht es sich sooo schrecklich. Gegen Ende hin wurde es dann wieder spannend.

Ich hoffe, du kannst mit der Kritik was anfangen.

mfg Hubi


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Nennt mich einfach Hubi oder J-da oder Huvi : D

Ich bin wie eine Runde Tetris. Nichts will passen.

"Ein schlechter Schriftsteller wird manchmal ein guter Kritiker, genauso wie man aus einem schlechten Wein einen guten Essig machen kann."
Henry de Montherlant

"Wenn die anderen glauben, man ist am Ende, so muss man erst richtig anfangen."
Konrad Adenauer
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inmutanka
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BeitragVerfasst am: 27.04.2014 06:37    Titel: Antworten mit Zitat

OT: Hallo Hoody/Hubi,

1a Kommentar - Daumen hoch² Daumen hoch²

Wollte ich dir nur mal dalassen.

LG


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Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben; Sie haben meine Phantasie beflügelt. ... Vor allem aber danke ich all jenen, die mich lieben, so wie ich bin; Sie geben mir die Kraft zum Leben! Danke. (Paul Coelho)
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BeitragVerfasst am: 27.04.2014 11:07    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Woww, Hubi. Herzlichen Dank für diese, sehr ausführliche und konstruktive Kritik.
Das alles zu verarbeiten und umzusetzen, wird noch einige Arbeit machen. Das muss ich auch erst mal in die richtige Reihenfolge kriegen, lach.
Ich glaube, ich werde mir das ausdrucken, damit ich es immer mal lesen kann Smile
Ja,ja. So etwas zu schreiben, ist schon nicht einfach. Besonders was die Charakterisierung der Protagonisten angeht. Ich wollte am Anfang den Leser in die Vergangenheit bringen. Dort fand ja der Lynchmord statt. Um ihn dann in der Gegenwart langsam an die Folgen dieses Mordes heranzuführen.
Dean Grandner weiß ja bis dahin nicht, was mit seinen Vorfahren geschehen ist. Nur eben, dass sie spurlos verschwanden. Und genau so, erging es dem Sheriff. Der Auslöser, der "Ahaa" Effekt, kommt ja in dem Moment, wo Dean das Schriftstück mit seinem Nachnamen findet. Er denkt "Zufall?" Wird aber dann nachdenklich und begegnet am "Hanging Tree", dem Dämon.
Von da an rollt die Geschichte dann weiter.
Aber ich sehe schon, dass ich noch einiges verbessern muss.
Herzlichen Dank.
LG Ralph

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Adam Aurel
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BeitragVerfasst am: 27.04.2014 16:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo nochmal.

Ich muss etwas zu meiner vernichtenden Kritik über das Präsens ergänzen.
Lese jetzt schon den ganzen Tag ein Buch und mir fiel schlagartig auf, hey es ist im Präsens geschrieben. Das fiel mir auch nur auf, weil ich an deine Geschichte denken musste.

Das Buch heißt "Ich darf nicht schlafen" von S.J. Watson.

LG, Adam.
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BeitragVerfasst am: 27.04.2014 16:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Siehste, lach. Es gibt also auch noch andere, die so schreiben.

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R.H.Pape
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BeitragVerfasst am: 27.04.2014 16:15    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hoody hat Folgendes geschrieben:
Hallo Ralph.

Ich habe heute Abend (leider) nichts vor und ich liebe Horrorgeschichten. Daher kommt dein Text wie gerufen.
Nimm meine Kritik bitte nicht persönlich und vorallem ist es nur meine Meinung. Andere Leser, andere Meinungen. Du entscheidest welche Ratschläge/Verbesserungsvorschläge angenommen werden und welche eher nicht. Ich habe mir die anderen Kritiken noch nicht durchgelesen. Falls sich was wiederholen sollte, tut es mir Leid.
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Du schreibst in der Gegenwart. Präsens nennt sich das, oder? Laughing Jedenfalls war das anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Die meisten Bücher benutzen die Vergangenheitsform und da sticht so ein "Exot" natürlich heraus. Ich finde aber die Gegenwartsform überhaupt nicht schlimm. Natürlich, man muss sich erst einmal reinlesen, aber Präsens hat auch seine Vorteile. Die Geschichte wirkt lebendiger, schneller und irgendwie auch näher. Ich finde Präsens viel intensiver - natürlich muss sich der Leser erstmal daran gewöhnen, aber nach ein paar Seiten sollte das kein Problem mehr sein. Ist wohl Geschmackssache. Aber ich glaube in der Verlagswelt wirst du es mit Präsens schwer haben. Mir fällt ehrlich gesagt kein einziger Buchtitel ein, der die Gegenwartsform benutzt.

Zitat:
Es ist drückend heiß an diesem Tag, dem 16. August des Jahres 1886.

Show dont tell. Der berühmte Satz. Den liest man wohl öfter. Wolf Hole Junction ist ein Romanprojekt. Wenn du in eine Buchhandlung gehst, ein bisschen die Titel abklapperst, mehrere Klappentexte durchliest und dann ein paar Bücher aufschlägst - wann und woran bleibst du hängen? Ist natürlich auch wieder von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Aber der Klappentext und der Anfang sollten den Leser neugierig machen. Vorallem als Erstlingwerk (in einem richtigen Verlag) stelle ich mir das ungemein wichtig vor. Bekanntere Autoren haben es durch ihren Namen sicherlich etwas leichter, aber das erste Buch eines Autoren sollte den Leser gleich fesseln - meiner Meinung nach. Der Leser MUSS diese Geschichte lesen, er kann gar nicht anders. Er liest die ersten Sätze und denkt sich: Ui,ui,ui. Klingt spannend.
Deshalb solltest du deinen ersten Satz streichen und dafür den Zweiten als Anfang nehmen.
Zitat:
Die drei Männer zerren den Mann brutal vorwärts.

Denn der liest sich wesentlich spannender,als ein Informationssatz, denn mehr Inhalt bietet er nicht.
Es ist heiß. Wir haben den 16.08.1886.
Fertig. Solche Informationen könntest du besser in die Geschichte einbauen und nicht mit der Holzhammermethode den Leser aufs Auge drücken. Zeig (show) uns, dass es heiß ist. Lass die Figuren schwitzen, die Sonne erbarmungslos Sonnenstiche verteilen. Es gibt so viele Möglichkeiten.  Die Jahreszahl kannst du sicherlich noch anders einbauen. Ist diese überhaupt so wichtig? Also die genaue Nennung? 1886 ist doch eine ganz "andere" Welt als 2001. Zeig uns durch die Atmosphäre, durch den Ort, der Sprechweise der handelnden Personen usw., dass wir uns nicht in der Gegenwart befinden.

Zitat:
Die drei Männer zerren den Mann brutal vorwärts.

Der zweite Satz ist spannend. Aber was meinst du mit brutal? Du zeigst uns im dritten Satz diese Brutalität. Also könntest du den zweiten Satz auch streichen. Du könntest den dritten Satz etwas ausarbeiten, mehr Schmerz einbauen. Dann kommt das Brutale auch besser zum Vorschein.

Zitat:
Bob Anderson nimmt ein Lasso und wirft ihn über den dicken, knorrigen Ast eines alten Baumes und bindet das Ende um den Stamm.

Du solltest dich immer Fragen, welche Informationen wichtig sind. Welche Informationen sind logisch und werden durch Adjektive/unnötigen Beschreibungen wiederholt?
Bob Anderson nimmt ein Lasso, wirft ihn über den knorrigen Ast eines Baumes und bindet das Ende um den Stamm.
Geht sicherlich schöner, aber soll ja nur als Beispiel dienen. Zu viele Adjektive versüßen einen Satz. Klar, hier könnte man es durchgehen lassen. Zumindest knorrig und alt - man muss ja nicht im jeden Satz irgendwas zeigen. Aber kommt sowas öfter vor, wirkt der Text, der Schreibstil irgendwann überladen und vollgepackt.

Ich lass die Detailkritik mal sein. Als Tipp: Du liest sehr viele Westerngeschichten. Druck dir deine Geschichte aus und vergleich sie mit einer anderen Geschichte. Klar, du schreibst in der Gegenwartsform, aber darauf kommt es nicht an. So wirst du viele Wortwiederholungen, überladene oder unnötige Sätze schnell auffinden können.

Informationen
Du hast sehr viele Informationen in deiner Geschichte einfach roh hingeschrieben. Manchmal geht es sicherlich nicht anders. Aber teilweise besteht ein ganzer Absatz aus mehreren Informationen, die das Tempo der Geschichte drosseln. Zum Beispiel die Beschreibung von Dean und Linda. Sehr langatmig. Könnte man lebendiger und schöner einbauen. Streich am besten alle Informationen rot an. Du wirst sehen, es sind ganz schön viele. Versuch diese Informationen jetzt aus der Geschichte zu brechen und sinnvoll zu verstreuen und IN die Geschichte einzubinden, damit es sich nicht so liest:

Geschichte
trockene Information
Geschichte
trockene Information

Perspektive und Schreibstil:
Du hast sehr viele Wortwiederholungen drinnen. Du schreibst sehr passiv. Erzählst mehr, statt es zu zeigen. Man muss nicht alles zeigen. Das wäre übertrieben. Aber an den richtigen Stellen ist eine gezeigte Passage unglaublich stark. Aber das habe ich schon öfter in der Detailkritik erwähnt, deswegen lasse ich das jetzt mal.
Die Perspektive bereitet mir ein bisschen Kopfschmerzen. Du schreibst in der Allwissenden (auktoriale) Perspektive. Dadurch kannst du zwar in alle Charaktere schlüpfen,alle Gefühle und alle Gedanken hervorheben, aber dass musst du dann auch einhalten. Auch wirkt diese Perspektive sehr distanziert, bisschen träge und langatmig. Da du in Präsens schreibt, finde ich die Perspektive nicht geeignet. Generell trifft man diese Perspektive mittlerweile seltener an. Ich weiß nicht ob du ein Herr der Ringe Fan bist, aber lies dir mal die Herr der Ringe Trilogie durch (Oder zumindest die ersten zwei,drei Kapitel) und dann ein Horrorbuch oder Thriller. Du wirst es sicherlich gleich bemerken. Das Horrorbuch ist einfach intensiver und lebendiger. Man kann sich mit der Hauptperson besser identifizieren, besser in sie einfühlen. Ihre Entscheidungen nachvollziehen, ihre Gefühle richtig miterleben und so weiter.
Durch den allwissenden Erzähler wirkt leider alles irgendwie blass. Zum Beispiel am Anfang:
Zitat:
Sie schauen sich um. Jeder von ihnen kennt zwar diese Landschaft, doch sie beeindruckt sie immer wieder. Diese Weite und Einsamkeit, die es sonst kaum auf der Welt gibt, zieht sie einfach in ihren Bann.
Bis zum Horizont kann man das Band des Highway 10 verfolgen. Nur kurz unterbrochen von wenigen schmalen, flachen Tälern und Biegungen.
Hier ist das Land der Legenden, Erzählungen und Abenteuer. Das Land der Kakteen, Palmlilien und Mesquite-Bäume.
Dean war schon oft zum Jagen in dieser Gegend, bis hinunter nach Sierra Vista führten seine Touren. Als hauptberuflicher Büchsenmacher ist es fast schon Pflicht, auf die Jagd zu gehen. Sein Geschäft läuft gut. Kein Wunder, hier zu Lande besitzt fast jeder eine Waffe und das Schießen ist so normal, wie anderswo Kegeln oder Bowling.
Wer meint, in dieser Wüstenregion gäbe es nichts zu jagen, der irrt gewaltig. Zu den jagdbaren Wildtierarten gehören Weißwedel- und Maultierhirsche sowie Wapiti, Gabelböcke und Dickhornschafe. In abgelegenen Gebieten leben sogar noch vereinzelt Bären. In den Bergregionen leben Raubtiere wie Pumas, Dachse und andere marderartige Tiere. Man muss sie eben nur finden.  

Und jetzt ein anderer Text:

Zitat:
Die wunderschöne Hotelanlage wird Sie begeistern! Ob groß oder klein. Hier kommt jeder auf seine Kosten. Ein Spa Bereich lädt zum Entspannen ein. Der beruhigende Duft ätherischer Öle bereinigt jeden Stress. Sie wollen aber auch Action? Es richtig krachen lassen? Das Wasser spüren? "Achtung, Arschbombe*", rufen? Dann dürften Sie auf keinen Fall unsere Wasserrutschen verpassen! Abends lädt die angrenzende Bar "Karambole" zu einem unglaublichen Erlebnis ein! Sie werden einen Sonnenuntergang erleben, den Sie nie wieder vergessen werden. Wie die letzten Sonnenstrahlen über die Meeresoberfläche gleiten und der Wind den Sand zum Tanzen bringt, sind nicht die einzigen Hingucker, die diese Region zu bieten hat.

*Bitte achten Sie auf die ausgehängten Regeln. Bisher wurde in der Region noch nicht die Frage gestellt: Müssen wir uns benehmen oder waren schon andere Deutsche hier? Wir wollen, dass es so bleibt

Okay, ich werde wohl niemals so etwas schreiben können. Bin ich kein guter Promoter? Laughing Ich glaube mein Beispiel verfehlt ein wenig das Ziel.
Jedenfalls liest sich dein Text eher wie ein Reisebericht und nicht wie eine Geschichte.
Ich habe mir deine Homepage angeschaut. Schöne Seite und tolle Videos. Da kriegt man schon ein wenig Fernweh. Country und Western sind deine Leidenschaft. Ich kenne da noch so jemanden. Achtung, Schleichwerbung. Wo der Hass regiert Jedenfalls: Stell dir einen Moment vor, du würdest diese ganzen Kakteen und Palmlilien sehen. Du stehst vor dieser unglaublichen Kulisse. Da du diese Landschaften und alles drumherum schon öfters live gesehen hast, wird es dir sicherlich leicht fallen, dich in diese Szenario reinzudenken. Was für Gefühle hast du jetzt? Schreib dir die Gefühle auf. Deine Gedanken. Einfach alles. Aber nicht so, als wäre es eine Geschichte. Es sind deine Emotionen. Lass ihnen den Spielraum. Auch wenn es vielleicht kitschig ist oder übertrieben. Muss ja keiner außer dir lesen. Jetzt versuch diese Gefühle in der Ich-Form aufzuschreiben und als Geschichte. In der Ich-Form wird es dir leichter fallen. Und nun versuch diese Gefühle auf deine Hauptfigur zu übertragen - wenn sie die gleichen Gefühle wie du hast. Davon gehe ich aber aus. Jetzt musst du dich halt entscheiden. In welche Rolle willst du schlüpfen? Da Dean den Nachnamen trägt, wird er wohl der Hauptcharakter werden. Pass aber dabei auf, dass Dean nicht zu Ralph wird - außer du willst es so. Wenn er aber andere/eigene Charakterzüge hat, denkt er sicherlich ein wenig anders, so sieht er diese Landschaft anders und spürt diese Emotionen anders.

Charaktere
Du hast zwei nette Charaktere erfunden. Zwar ein wenig stereohaft und manchmal wirken die Dialoge etwas gezwungen und nicht immer real. Natürlich sind Dialoge sehr schwer, aber unglaublich wichtig. Sie lockern die Story auf. Vielleicht bin ich gerade ein wenig "streng". Denn an sich finde ich die Gespräche der beiden Protagonisten sehr menschlich. Da habe ich schon ganz andere Sachen gelesen. Aber etwas ungezwungener würde nicht schaden. Ich kann es nicht richtig beschreiben. Beide Figuren haben viel Sprechzeit bekommen. Der Eine redet 8 Sätze, die nächste Person nimmt diese Sätze so hin. Im nächsten Dialog redet die andere Person 9 Sätze und die Person nimmt diese Sätze auch so hin. Eine richtige Kommunikation will nicht entstehen. Sie reden zwar miteinander, aber im Grunde redet immer nur einer, der andere hört zu und macht dann einen Witz/stimmt zu oder reagiert überhaupt nicht. Sowas kommt in deiner Geschichte sehr oft vor. Versuch deine Charaktere lebendiger zu machen, vorallem in den Dialogen. Deine Protagonisten sind sich relativ ähnlich vom Charakter, von der Sprechart - finde ich. Beide sind mir echt sympathisch. Scheinen nette Menschen zu sein, aber sie wollen nicht lebendig werden. Sie reden und denken, aber so richtig wollen sie mir nicht ans Herz wachsen. Auch wenn sie ein Paar sind, sich gut kennen und auf einer Wellenlinie schwimmen, haben sie doch unterschiedliche Ansichten/Meinungen oder Vorzüge und Charakterzüge. Versuch diese stärker auszuarbeiten. Denk einfach an deine eigene Beziehung oder an Dialogen mit deinen Freunden.
Du sollst jetzt natürlich keine total überzeichnete Charaktere erfinden, aber Hauch ihnen mehr Eigenarten ein.
Hier eine Stelle, in der es dir sehr gut gelungen ist (Eine tolle Stelle. Sowas haucht Charakteren Leben ein)
Zitat:
Linda kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. Wie Dean da steht ... sich an den Ohren knubbert und vor sich hin brabbelt.
So ist es immer, wenn er ein Problem hat. Das an den Ohren ziehen ist seine Methode über Schwierigkeiten nachzudenken.

Nur über das Wort knubbern? bin ich gestolpert. Habe erst knabbern gelesen Laughing Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, was knubbern heißt. Drücken? Oder wirklich knabbern? Wenn ja, dann hat Dean wohl ein unglaubliches Talent Shocked
Charakterisieren ist sehr wichtig. Glaubhafte Charaktere auch. Jeder Mensch hat eine Motivation, ein Ziel und meistens erreicht man sein Ziel nicht einfach so. Es muss immer ein Konflikt gelöst werden, dadurch wachsen die Charaktere. Motivation,Konflikt,Entwicklung.
Bisher mussten deine Charaktere keine groben Konflikte überwinden,aber ich kenne ja nicht deine ganze Geschichte.
Hab grad eine tolle Seite gefunden. Wollte eigentlich nur nachschauen, ob ich Charakterisierung richtig geschrieben habe (Google, Freund und Helfer) und da spuckt mir die Suchmaschine plötzlich was Tolles aus. Habe es mir jetzt nicht komplett durchgelesen, aber die Seite bzw., die Erklärung scheint echt gut zu sein. Charakterisierung Werde mir den Text sicherlich auch noch einmal genauer durchlesen.

Geschichte:
An sich finde ich die Geschichte ganz in Ordnung. Klar, am Schreibstil muss noch gearbeitet werden, aber das ist normal.
Am Anfang beschreibst du, wie jemand erhängt wird. Dieser verflucht anschließend die Cowboys. Ich fand es gut, dass du im Prolog eine kleine Vorahnung aufgebaut hast.
Ted Grandner - Prolog Charakter
Dean Grandner - Hauptcharakter
Der aufmerksame Leser bekommt hier natürlich einen Hinweis. "Ahh, der Erhängte hat doch die komplette Familie + zukünftige Kinder der Cowboys verflucht. Ist dieser Dean Grandner einer der Nachfahren? Mhhh." Sowas weckt das Interesse und erzeugt Spannung. Natürlich ist er einer der Nachfahren. Das weiß jeder Leser. Aber so fiebert man mit. Was passiert mit Dean? Oder hat der besagte Fluch schon Früchte in der Vergangenheit getragen? Da kommen einige Fragen auf, die man auch etwas provozieren könnte. Du erzählt etwas von einer ersten Ehe, die bei Dean irgendwie nicht geklappt hat. Ich habe jetzt gerade nicht im Kopf, ob Linda mit Dean verheiratet ist. Sie wird als Freundin bezeichnet. Vielleicht hindert dieser Fluch Dean daran, richtig zu lieben oder eine Ehe einzugehen? Du verstehst hoffentlich, worauf ich hinaus will. Du musst nicht mit der Holzhammermethode los legen und schreiben: Dean kann wegen eines alten Fluches nicht heiraten. Zeig es uns durch seine Zweifel und Ängste - zum Beispiel. Selbst wenn nicht der Fluch Schuld ist, dass er nicht heiraten möchte, macht ihn sowas nur lebendiger. Ja, ich dring da jetzt grad tief in deine Geschichte ein. Ich will sie nicht ändern, es soll nur als Beispiel dienen. Man hat viele Möglichkeiten einen Charakter lebendig zu machen oder Spannung zu erzeugen. Dafür müssen die Charaktere und der Plot gut ausgearbeitet sein. Da könnte man sowas gezielt einbauen.

Die Geschichte bietet ein wenig Spannung. Das Ende finde ich überzogen. Die Entdeckung des gleichen Nachnamens und das Skelett sind schon spannend. Nur muss das Skelett gleich auferstehen?  
Der Mittelteil ist ein bisschen lang und langweilig. Beim ersten Durchlesen habe ich die meisten Passagen übersprungen. Beim zweiten Durchlesen musste ich mich durchkämpfen. Das liegt vorallem an den vielen Informationen, die eigentlich gar nicht alle erwähnt werden müssen - zumindest alle auf einmal und an der Stelle. Dadurch zieht es sich sooo schrecklich. Gegen Ende hin wurde es dann wieder spannend.

Ich hoffe, du kannst mit der Kritik was anfangen.

mfg Hubi

Na aber Hallo Hubi. Klar kann ich damit was anfangen. Finde es schon toll, wie du es interpretiert und analysiert hast. Naja. so ein Profi bin ich noch lange nicht. Bin nur ein Hobby Schreiber, lach.

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