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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Linsen, Spätzle. Tod


 

 
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Annidivini
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 59
Beiträge: 25
Wohnort: Stuttgart


BeitragVerfasst am: 03.04.2013 00:04    Titel: Linsen, Spätzle. Tod eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Linsen, Spätzle, Tod - eine kulinarische Heimat-Krimi-Satire
von Gerhard D. Wulf

geplanter Klappentext:

Alexander Hochreiter ist ein zynischer, alleinstehender Ex-Polizeireporter Anfang 50, der sich mit banalen Gelegenheits-Ermittlungen in Stuttgart geradeso über Wasser hält. An einem verkaterten Sonntagmorgen weckt ihn in aller Frühe ein Anruf aus einem Dorf auf der Schwäbischen Alb, der sein sinnentleertes Leben völlig verändern wird: Ein berühmter Fernsehkoch beauftragt ihn, für 20.000 Euro seinen verschwundenen Freund zu suchen. Hochreiter ahnt nicht, dass es eine schmerzhafte Reise in die eigene Vergangenheit wird und er sich seinem schlimmsten Albtraum stellen muss.

Textbeginn:

Sonntag, 15. Juli, vier Uhr, eine Wiese auf der Schwäbischen Alb ...
Es war saukalt an diesem Morgen. Feucht war das Gras nicht vom Tau einer Sommernacht, sondern vom Regen. Der hatte letzten Abend mit leichtem Nieseln begonnen und wollte mit seinem Tröpfeln nicht enden, als ob der Himmel inkontinent sei. Über den Wiesen lagen fette Nebelschwaden, die Luft roch erdig schwer nach Herbst. Dieser „Juli“ war widerlich, viel zu kühl und viel zu nass. Klimaerwärmung? Nichts davon zu spüren, im Gegenteil.  So beschissen waren die Sommer früher nicht. Manchen konnte das aber egal sein. Dem Menschen da zum Beispiel, der vornüber auf einem Bierfass hing. Der grotesk verkrümmt seinen Lederhosenhintern in die Höhe streckte und sein Ziegenbartkinn in den Matsch hinter dem Festzelt bohrte.

Einsam war es auf dem Platz und allein war der Trachtenträger, abgesehen von den Schnecken, die die gleitgünstigen Witterungsverhältnisse für ihre hungrigen Ausflüge nutzten.  Zum Beispiel von der matschigen Wiese über die Wange zum geöffneten Mund des Mannes, der dalag, als ob er seinen Rausch ausschlief. Die Fühler der prächtigen Alb-Weinbergschnecke legten sich vorsichtig auf die Lippen dessen, der hier mit Tausenden Fans ein Fest gefeiert hatte. „Stargast aus Stuttgart“, „Kochgenie und Showmaster“, „Freund und Förderer der Alb“ - so hatten sie geschrieben in den regionalen Zeitungen und bejubelt in Radio und Fernsehen.

Dort war er unter der Woche täglich mit seiner krawalligen Castingshow  „Deutschland sucht den Superkoch“ zu sehen. Mittwochs mischte er mit seiner Truppe ziegenbärtiger TV-Kochclowns die Restaurantszene auf, mit seinem fies mattschwarz und grellgelb lackierten „Hummer“: Dem „Feuersalamander“, Namensgeber der gleichnamigen Doku-Küchensoap. Unangemeldet fuhren sie vor, bestellten Essen und der Kochstar machte die Wirte dann vor laufenden Kameras unter höhnischem Gelächter, Gewiehere und Gemecker seiner Kochkumpel fertig. „Ich hab´ dzschon lang´ nach Dzschuhdzsohlen gedzsucht, die wirklich halten, dadzs hier könnte die Lödzsung dzsein!“ prustete er mit viel Speicheleinsatz. Ja, so liebte ihn sein Publikum: Schlagfertig und mit kräftigen Worten, wie im Popmusikbereich der zynische „Superstarsucher“ Peter Planken, war er ein „enfant terrible“ der TV-Koch-Szene.
 
Bei seinen Auftritten sah er aus und führte sich auf wie ein fettes Rumpelstilzchen auf Extasy: Seine Glatze kombinierte er mit Chinesenzopf und kinnlangen dünne Kurani-Koteletten, Kaiser-Wilhelm-Schnauzer und brustlangem Flecht-Goatie. An den Armen und an anderen Stellen trug er triviale Tribal-Tatoos. Seine Nerdbrille mit Lupengläsern ließ ihn wie eine Eule mit weit aufgerissenen Augen glotzen. Um den speckig glänzenden Kahlschädel war ein pinkfarbenes Piratentuch gewunden. Über den dicken Bauch hing ein grellbuntes Hawaihemd und an den Stampferbeinen spannten schockfarbene Glanz-Bermudas.  Wegen des erbsengroßen Zungenpiercings lispelte er schwerstens „dadzs hier könnte die Lödzsung dzsein oder wadzs meint Ihr?“ Oft verfiel er zusätzlich noch in den polternd harten Dialekt des kleinen Alb-Dorfes, aus dem er stammte: „Ottrrr waatz moint Irr“-  und dessen Festplatz er gerade mit seiner derangierten Anwesenheit zierte:  Martin Bachel, 165 cm, etwa 95 Kilo, 45 Jahre, gelernter Koch und heutiger Fernsehstar. Er nannte sich „Martäh Baschäll“, wegen seiner gallischen Sternekoch-Vorbilder, seiner Liebe zur französischen Küche und weil es ihm für seine Persönlichkeit „angemessen“ klang.

Um seine Vorstellung eines frankophilen Meisterkochs zu vervollständigen, sprach er ohne Punkt und Komma näselnd und rasend schnell in einer Art Singsang. Seine Gestik und Mimik setzte er dabei übertrieben unterstützend ein. Die Augen aufgerissen rollend formte er mit den Händen abstrakte Luftgemälde und hüpfte von Herd zu Herd wie eine Mischung aus Gummiball und Zappelphilipp. Zappelig war er schon als Kind. Damals in den Siebzigern nannte man das aber noch nicht „ADS“ oder „hyperaktiv“ und statt Tabletten und Therapien gab es Schläge und Bettfesseln. Im Mittelpunkt stand er schon wie zwanghaft in der Grundschule als Klassenkasper und seine Vorliebe für absurde Inszenierungen war legendär. So wie auch heute wieder. Wie aber war dieses überaus bizarre Arrangement hier auf dem Festplatz zustande gekommen?

Der seit Anbeginn aller Zeiten berühmteste Sohn der Gemeinde Leiserheim lag  in seiner seltsamen Trachtenkostümierung  zwischen leeren Bierfässern hinterm Festzelt. Weiße Pulverreste um die Nasenlöcher, eine fette Albschnecke auf dem dicken Brillenglas vor seinem linken Auge. Sie hatten ihn eingeladen als „den“ Showact für den Samstagabend der 1155-Jahr-Feier des Dorfes, aus dem er stammte. Und er hatte, nachdem der lokale Sponsor noch einmal kräftig nachlegte, erst nach einigem Zögern zugesagt. Schließlich war er lange weg von daheim. Hatte mit 15 seine Kochlehre in einem Kaff namens Froschbach bei Biberach begonnen, wo er bei der Tante unterm Dach wohnen konnte.  Im Wirtshaus  „Zum Ochsen“ gleich neben der Kirche schuftete er sechs Tage in der Woche von „Siabene“ in der Frühe bis „Älfe“ in der Nacht.  

Am Morgen ging es los mit stundenlangem Kartoffelschälen und mit den ersten Backpfeifen vom Ochsenwirt. Der brachte ihm so bei, wie man sparsam mit dem Rohmaterial umging. Es durfte auf keinen Fall zuviel weggeschält werden, „Bachl, bisch´d bacha? zahlsch Du däs? Do hosch!“ Und weil er schon heulte, konnte er gleich noch zwei Säcke Zwiebeln schälen und schneiden. „Demit d´woisch waromm d´hoilsch!“, witzelte der Wirt hämisch. Dann hieß es Berge von Karotten und Sellerie zu putzen und zu zerkleinern. Für die Brühe wurden  stinkende Knochen mit Fleischresten daran aufgesetzt und der Spätzlesteig gerührt, bis der und die Hände voller Blasen waren. Der Teig war natürlich ohne Eier, denn Spätzle mit Ei gab es, wenn überhaupt, nur sonntags. Die klebrige graue Mehlpampe musste Martin später in einen riesigen Topf mit siedendem Salzwasser schaben für den Mittagstisch.
 
Auch in die Geheimnisse des Soßenmachens wurde er eingeführt. Es gab zwei Sorten, eine helle und eine dunkle. Mehl und Margarine, Butter kam aus Kostengründen nicht in Frage, waren bei beiden die Hauptzutaten. Der Unterschied lag nur darin, dass bei der dunklen Soße das Mehl im Fett dunkelbraun angeröstet wurde. Dann wurde mit Wasser eine sämige Allzwecktunke für Spätzle, Klöße und Jäger- sowie Zigeunerschnitzel. Fleischküchle oder Braten angerührt. Bei Jägerschnitzeln wurden gummiartige Scheiben von Dosenchampignons hineingeworfen, die Zigeunerschnitzel erhielten den letzten Pfiff durch matschige Paprikastreifen aus dem Glas. Bei der „hella Sosa“ wurde sogar etwas Milch verwendet und diese Variante begleitete den zu Matsch und gräulich verkochten Blumenkohl. Gewürzt wurde großzügig aus der riesigen Maggiflasche, wenn die Soße eine „donkla“, also braun war. Sollte sie weiß bleiben, gab es ein Schäufelchen vom guten Hügli-Streupulver aus dem Eimer. Manchmal setzte Martin die Maggiflasche heimlich an die Lippen und nahm zur Stärkung einen kleinen Schluck der aromatischen Flüssigkeit. Pfeffer gab es nur als fades graues und schwarzes Tütenpulver, eine Mühle für frisch gemahlenes Gewürz war in der Küche nicht vorhanden. Solchen „französischen Firlefanz“ lernte Bachel erst viel später kennen.

Gerufen wurde der Martin nicht bei seinem Vor-  sondern bei seinem Nachnamen, weil alle fanden, dass das besser zu ihm passt: „Bachl“, also Dummkopf, Trottel, so nennen die Schwaben ja immer noch gerne nicht sonderlich intelligente Mitmenschen.  Oder zumindest solche, die sie aus eigener Warte dafür halten. „Däs isch viellaicht a Bachl“ sagen sie dann und zum Martin sagten sie eben „gäh här du Bachl“. Zum Kochen brauchte er immer zwei Töpfe: Einen auf dem Herd und den anderen unter seinen Füßen. Damit er als Fastzwerg überhaupt „schaffe konnt“. Das erzählte er Jahre später in der Talkshow „Wie ich wurde wer ich bin“, kurz „Wiwwib“ dem wie immer vor Anteilnahme triefenden Moderator Hannes Speermann.  Dessen Branchenspitzname war schlicht „Heuchel-Hannes“ und keiner verkörperte in Mimik und gekrümmter Körperhaltung so sehr Betroffenheit und Mitleid wie er. Scheinbar frei plauderte Martin hier über seine harte Kindheit und Jugend.

Das doofe Publikum musste ja nicht wissen, dass er alles vorher Punkt für Punkt mit seinem Imageberater und dieser mit dem Redaktionsteam abgesprochen hatte. Nichts erzählt hatte er von „speziellen“ Diensten, die er damals für den Ochsenwirt und andere verrichten musste. Die Erinnerung daran wäre ihm zu schmerzhaft und das Reden darüber zu peinlich gewesen. Er hatte früh erkannt, dass er sich eher für Männer interessierte. Und manche von ihnen, obwohl verheiratet und Sonntags sehr fromm, nutzten das schamlos aus, benutzten und verachteten ihn. Davon wollte er nichts mehr wissen, den Dreck war er endlich los, weil er jahrzehntelang hart geackert und geschuftet hatte.

Außerdem waren hier im Fernsehen ja nette und harmlose Anekdoten gefordert zur Unterhaltung. Die Zuschauer wollten nach einem harten Tag auf der Couch mit fürchterlichen Gerichtsshows  und elenden Schuldenschicksalen endlich etwas zu Lachen haben. Da hatten sie schließlich ein Recht darauf. Und das kriegten sie auch, oberflächlich und belanglos zwar, aber die Geschichte mit den zwei Töpfen kam so gut an, dass die „Boing!-Zeitung“ am nächsten Tag titelte: „Zweitopf-Koch Bachel rettet die Albschnecke“.

Fortsetzung folgt, wenn gewünscht  Smile
Liebe Grüße
Gerhard

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Harald
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BeitragVerfasst am: 03.04.2013 00:20    Titel: Antworten mit Zitat

Oha,

alle "Starköche", respektive deren Markenzeichen, in einen Mixbecher, gut geschüttelt, gängige "Schwulitäten" dazu, ein frankophiler Touch und fertig ist der neue Starkoch mit begrenzter Lebensdauer …

 Daumen hoch

Obwohl, wenn sich da manche auf den Schlipps getreten fühlen ...

 Rolling Eyes  Embarassed

Glückwunsch, der Part gefällt mir!

 Wink


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Liebe Grüße vom Dichter, Denker, Taxi- Lenker

Harald

Um ein Ziel zu erreichen ist nicht der letzte Schritt ausschlaggebend, sondern der erste!
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Annidivini
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BeitragVerfasst am: 03.04.2013 10:41    Titel: Gemixter Koch an Allerlei pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Harald,

danke für dein Lob  Embarassed Ja, es ist halt schon ganz anders, ein Prosastück zu schreiben als ein Kochbuch. Das ist ja eher Sachbuch als Fiktion ... obwohl, bei so manchen Kochbüchern ist es eher das und manchmal sogar Science Fiction  Smile
 
Und ich bin mir auch etwas unsicher, ob ich die Herren TV-Köche so auf die Schippe nehmen darf oder ob es da Ärger geben könnte. Ich hoffe, ich habe sie lang genug durch die Moulinette gejagt  Twisted Evil

Aber jetzt bin erst mal froh, dass ich mich getraut habe, ein Stück davon hier rein zustellen und bin gespannt auf weitere Reaktionen.

Liebe Grüße
Gerhard
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Nightflyer
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Beiträge: 132



BeitragVerfasst am: 03.04.2013 11:01    Titel: Antworten mit Zitat

Ich für meinen Teil denke, dass du mit Glatze, Ziegenbart bereits übertrieben hast (wohlgemerkt wenn ich bei der Google-Bildersuche diese zwei Schlagworte eingebe kommt da bereits ein Bild von Ralf Zacherl ).

Und egal wie weit du das noch verfälschst, der Leser wird da immer den Zacherl vor Augen haben. Meine Meinung: Entweder die Glatze oder den Ziegenbart streichen wink


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Jeder Tag verwelkt dahin wie die Blüte einer ausgedörrten Blume - doch der Wandel der Zeit ist der Sinn des Lebens.
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Anni6p
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Beiträge: 70
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BeitragVerfasst am: 03.04.2013 11:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Annidivini,
angeklickt habe ich deinen Thread, weil ich den Titel so spannend fand. Der ist dir auf jeden Fall gelungen und macht voll neugierig. smile
Ansonsten fand ich deinen Text interessant, insbesondere, weil man merkt, dass du dich damit auskennst, aber wirklich spannend oder fesselnd, was man von einem Krimi erwartet, war er für mich nicht. Vielleicht kommt das ja noch?
Soweit meine Einschätzung als Anfänger.
smile
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Annidivini
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 59
Beiträge: 25
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BeitragVerfasst am: 03.04.2013 11:15    Titel: Ähnlichkeiten mit lebenden Personen in der Satire pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Nightflyer,

natürlich war der Ralf Z.auch ein Studienobjekt, genauso wie der Stefan M.  oder der Frank Ö. oder ... da gibt es einige Details, die auf mehrere TV-Köche zutreffen und das ist auch durchaus beabsichtigt. Satire bzw. Parodie funktioniert doch so, sich Auffälligkeiten von Personen herauszupicken und dann damit durchaus auch despektierlich zu spielen.

Dass Du bei einem 95 Kilo-Klops aber ausgerechnet an den drahtigen Zacherl denken musst, überrascht mich. Hat der in letzter Zeit so zugenommen?  Smile

Ich kann ja mal überlegen, ob ich ihm ein Toupet auf die Glatze setze  Cool
Aber Ziegenbart muss sein, den haben ja fast alle Köche neuerdings  Very Happy

Liebe Grüße
Gerhard
PS: Damit habe ich die 15 voll, hurra, ich darf lesen!
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Nightflyer
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

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Beiträge: 132



BeitragVerfasst am: 03.04.2013 11:17    Titel: Antworten mit Zitat

Nachtrag zum Text selber: Find ich sehr ansprechend geschrieben, allerdings wechselt der Text aus der Sicht des Ermittlers in die Sicht des Starkochs ( das dieser schwul war weiss der Ermittler ja nicht )
Und auch die Länge des Lebenslaufs des Kochs finde ich etwas viel. Da ist ein Toter, ich will wissen warum. Mit dem Lebenslauf nimmst du diese Spannung wieder heraus.

Zitat:

Dass Du bei einem 95 Kilo-Klops aber ausgerechnet an den drahtigen Zacherl denken musst, überrascht mich. Hat der in letzter Zeit so zugenommen?

Genau das hab ich gemeint. TV-Koch, Glatze, Ziegenbart: Bamm der Zacherl. Und egal wie fett du deinen Prota machst, den Zacherl kriegst da nicht wieder raus.


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Annidivini
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BeitragVerfasst am: 03.04.2013 11:24    Titel: Ist der Koch tot? pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Nightflyer,

das ist die Frage: Ist der Koch tot? Habe ich so nicht geschrieben, könnte sein oder auch nicht  Surprised  

Einen Perspektivwechsel sehe ich auch nicht: Ein Erzähler berichtet über einen leblosen Mann auf einem Festplatz und über dessen Vergangenheit. Der Ermittler aus dem Klappentext ist doch noch gar nicht im Spiel ... nur Geduld, da gibt es schon noch mehr  Smile

Liebe Grüße
Gerhard
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Annidivini
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BeitragVerfasst am: 03.04.2013 14:47    Titel: Zu wenig Aktion am Anfang pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Anni6p,

es ist richtig, der Anfang ähnelt eher der Beschreibung eines Tatorts -einerseits äußerlich in der Lokalität und der ersten Person, die auftaucht und andererseits innerlich im Psychogramm dieser Person.

Das ist noch nicht soviel "äkschn", da hast Du vollkommen recht. Aber das wird noch und ich kann/muss da ja vielleicht auch straffen und Teile davon später im Werk behandeln.

Vielen Dank für deine Kritik und auch dafür, dass dir mein Titel gefällt  Embarassed

Liebe Grüße
Gerhard


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"Unsere Schädel sind wie die Kalkformationen der Alb: Stein gewordene Erinnerung an unser Leben, an Urmeere und ihre seltsamen Kreaturen, Schichten über Schichten von Sedimenten, über Millionen von Jahren verdichtet, vertrocknet und hart geworden, schließlich wieder ausgelaugt und ausgehöhlt durch den ewigen Kreislauf des Wassers ..." (Zitat aus "Linsen, Spätzle. Tod" von Gerhard D. Wulf)
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L.L.A.
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 109
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 03.04.2013 15:09    Titel: ... Antworten mit Zitat

Den Titel mag ich.
Der Klappentext war auch gut.
Das erste Kapitel war to much information.
Bisschen schneller ein bisschen mehr Handlung hätte mich erfreut.
Infos einstreuen kannste auch später noch.
Man muss die Hauptperson nicht komplett im ersten Kapitel erklären. Das macht müde, mich jedenfalls.


_________________
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Als meine Frau mich hinauswarf und ich mit 117 anderen schlief
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Versuchskaninchen
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BeitragVerfasst am: 03.04.2013 17:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Herr Weinverkoster Smile

ich habe es gelesen und noch einmal gelesen und noch einmal.
Also dreimal. Gestern Abend. Einmal 'barolitisiert', wie ich dir bereits zu später Stunde gestanden habe und eben noch zweimal hintereinander.
Vorneweg: Es ist unfassbar schwer, etwas zu beurteilen, für das einem nur so wenig zu Verfügung steht. Mir bleiben als Bewertungskriterien ja nur: Sprache, Stil, gelungener Einstieg, der Lust auf mehr macht oder nicht.

Ich mag deinen Schreibstil. Du skizzierst tolle Bilder und ich konnte die Szenerie spielend leicht vor meinem Auge heraufbeschwören, ohne dass es zu überlagert auf mich wirkte. Die Sprache und das Tempo finde ich persönlich völlig in Ordnung.

Vorneweg möchte ich dir sagen, was in meinem Hirn bereits arbeitet und auf welche Fährten du mich lockst, denn das interessiert mich bei meinen Lesern auch immer:
Ich denke Martin ist tot. Ich denke man wird ihm Drogenmissbrauch unterstellen, denn es deutet vielleicht erst einmal nicht auf einen Mord hin. Ich denke die ach so liebe BOING stürzt sich voller Begeisterung auf eine Schmierstory, dafür ist sie ja so bekannt, und kramt jedes noch so unliebsame Detail hervor und ich glaube die sensationshungrigen Journalisten finden in den neidvollen Exnachbarn willige Plaudertaschen.
(Du siehst, durch dein Kapitel arbeitet bei mir schon ganz viel und das ist gut)

Trotzdem finde ich es als Einstiegskapitel ungeeignet.
Ich habe dir bereits gesagt, dass ich diese Regionalkrimis sehr gern mag und mit dem Genre rennst du sicher bei jedem Verlag offene Türen ein, denn erst kürzlich berichtete der SWR, dass dieses Genre viele andere, weniger erfolgreiche Künstler trägt. Ich  – als Superlaie – finde, dass du schreiben kannst.  Du setzt die Worte richtig ein um dem Leser ein glaubwürdiges Bild der Szene zu skizzieren.
Aber. Stünde ich im Buchladen, hielte das Buch in der Hand, weil es bei Klüpfel/Kobr und Nele steht, weil mich vielleicht das Cover, auf jeden Fall der Titel (!) denn ich bin sofort im Ländle, und auch der Klappentext anspricht, verlierst du mich beim Überfliegen der ersten beiden Seiten, denn mehr gönne ich einem Debütanten, der noch in keiner Bestsellerliste steht nicht.

Und dann verlierst du mich völlig zu unrecht. Ich glaube, das steckt ganz viel Potential drin, ich kenne ja deine Idee.

Ich kann hier nur für mich sprechen.
Meine (achtung geklaut: ) „persönliche Privatmeinung“:  Mach einen Prolog für die „Tatortszene“, geh gar nicht auf die Person ein, die da liegt. Schaff eine vermeintlich idyllische Atmosphäre, so wie es zu Beginn passiert.  Lass den Leser mit dem Bild des verrenkten Kerls und den weißen Flecken um die Nasenlöcher zurück. Cut.

Einstieg: Hochreiter. Da (!) möchte ich viele Emotionen (entweder ich hasse den Kerl oder ich find ihn putzig, nervig, lustig… wie er eben ist, aber WIE er ist möchte ich dann sofort herauslesen.)
Und dann bring die story von dem Schnee-Martin  hinterher. Mach eine Rückblende von dem Abend, vor dem Mord. Vielleicht möchte ich als Leser schon im ersten Kapitel die ersten Verdächtigen in meinem Hirn haben, die natürlich überhaupt nichts mit der Sache zu tun haben, du weißt schon was ich meine. Da kannst du dann die Details über die (vermeintliche) Leiche in spe einstreuen.
Also hier steckt viel Lob und Bewunderung drin + einen Touch persönliche Privatmeinung.

Fazit: Ich würde weiterlesen, deinen ersten Leser hast du also. Schon allein wegen dem Akzent Wink


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Die Sprache ist die Quelle aller Missverständnisse.
(Antoine de Saint-Exupéry in Der kleine Prinz)
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Annidivini
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

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Wohnort: Stuttgart


BeitragVerfasst am: 03.04.2013 19:47    Titel: Wow, soviel Resonanz, danke! pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo L.L.A. und Alice,

Eure Kritik geht in die gleiche Richtung und ich finde auch durchaus berechtigt. Den Einstieg muss ich noch einmal gründlich überdenken und überarbeiten. Da ist schon zuviel vom Martin drin und vielleicht ist die Idee mit der Rückblende nicht schlecht.

Ich wollte halt den einen "Prota" - so heißt es ja wohl hier auf Fori-Deutsch - erst mal präsentieren, wenn er schon so auf der Bühne liegt, aber das stimmt, das ist vielleicht zu psychologisch und lässt den einen oder anderen Leser wieder aussteigen ...

Hochreiter früher einsteigen lassen, vielleicht schon am Abend vorher bei seinem "Versacken" im Biergarten bei zuviel Rotwein!!!, was ja der Grund dafür ist, dass er dann den ganzen Tag auf der Alb beim Ermitteln so fertig ist. Ist ja auch nicht mehr der Jüngste mit Anfang 50, ich kenn mich da aus Cool
 
Das probiere ich mal aus und bitte dann um neues Lesen   Smile

So und jetzt werde ich mir mal den Text von Alice "vorknöpfen" Cool

Vielen Dank und liebe Grüße

Gerhard


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Versuchskaninchen
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Wohnort: Santhiya Koh Yao Yai


BeitragVerfasst am: 03.04.2013 22:16    Titel: Re: Wow, soviel Resonanz, danke! Antworten mit Zitat

Annidivini hat Folgendes geschrieben:

Das probiere ich mal aus und bitte dann um neues Lesen   Smile


Sehr gerne. Ich bin gespannt.


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