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Stille Jagd


 

 
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Scritoressa
Geschlecht:weiblichGraue Hexe

Alter: 27
Beiträge: 776



BeitragVerfasst am: 09.05.2010 11:36    Titel: Stille Jagd eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Das hier ist ein Ausschnitt aus dem selben PRojekt wie " SChüsse", einfach etwas später. Maya, die Prota ist im Wald joggen.

Wenn ihr Kommentare abgebt (und ich hoffe das tut ihr, bin immer für KRitik zu haben), könntet ihr bitte kurz angeben, was für GEfühle euch beim lesen kamen? Oder gab es keine? Wäre einfach gut zu wissen...

Maya seufzte und ging weiter. Im Gehen trank sie noch einen Schluck Wasser. Das nächste Rascheln war sehr nahe, beinahe direkt hinter ihr. Sie wirbelte auf dem Absatz herum und nahm die Flasche in beide Hände, bereit, sie als Waffe einzusetzen. Doch da war nichts.
Ich werde paranoid. Na toll.
Dann klimperte etwas hinter der nächsten Kurve. Vorsichtig schlich sich Maya an und machte sich auf alles gefasst. Dort stand eine kleine, windschiefe Hütte, an deren Dach hunderte Talismane und Windspiele hingen. Auf einer Bank vor der Tür sass ein alter Mann mit wettergegerbtem Gesicht und rauchte Pfeife. Der Rauch roch süsslich und irgendwie nach Blumen. Interessant.
„ Guten Abend, junge Dame!“, grüsste er sie freundlich. Maya hielt an und lächelte. Sie hatte den Alten schon früher im Wald gesehen, jetzt wusste sie auch wo er wohnte.
„ Guten Abend.“
Der Mann richtete sich auf und musterte sie prüfend. „ Ich weiss nicht ob es klug ist, um diese Zeit noch alleine durch die Wälder zu stromern.“
„ Ich auch nicht. Aber Sie sind auch alleine, nicht?“
„ Durchaus. Doch ich bin geschützt.“
Er wedelte mit der Hand zu den Amuletten über seinem Kopf.
„ Wissen Sie ob es hier in der Nähe zutrauliche Tiere gibt?“, fragte sie aus einem Impuls heraus.
„ Eigentlich nicht. Wieso meinst du?“
Er wirkte alarmiert.
„ Ach, einfach so. Ich dachte ein paar Mal ich hätte etwas in meiner Nähe rascheln hören. War wohl nur ein Vogel. Ich muss dann mal weiter. Ich will vor der Dämmerung zu Hause sein, meine Mutter schiebt sonst Krise.“
„ Schön. Aber warte einen Moment.“
Er erhob sich langsam und streckte die Hand nach einem kleinen Lederband aus, an dem eine dunkelgrüne Kugel hing. „ Nimm doch das mit. Einfach zur Sicherheit.“
Er reichte ihr das Amulett und Maya streifte es sich schulterzuckend über den Kopf. „ Danke. Wiedersehen!“
„ Das hoffe ich doch. Viel Glück, Mädchen.“
Nachdenklich ging Maya weiter, jetzt etwas schneller. Die Kugel schlug mit jedem Schritt gegen ihre Brust, deshalb zog sie die Kette wieder aus und steckte sie in den Gürtel, direkt neben das Handy. Der Alte war wohl ein bisschen verrückt.
Vor ihr raschelte wieder etwas und ein durchdringender Moschusgeruch verklebte ihr die Kehle. Auch die Vögel waren wieder still.
Dreh jetzt ja nicht durch. Du bist müde und der Mann hat einen an der Waffel. Ganz ruhig.
Maya begann wieder zu laufen. Sie wollte nur noch nach Hause. Ein Scharren ertönte hinter einem Holzstoss direkt neben einer Lichtung. Beunruhigt schloss sie die Hand um den Talisman und zwang sich, langsamer zu atmen.
Hier ist nichts, sagte sie sich immer wieder, doch jetzt half es nicht mehr. Maya hatte Angst, auch wenn sie das nie zugegeben hätte. Das Horoskop kam ihr in den Sinn, das Loch in Kellys Stirn. Alles stürzte auf sie ein und ohne es zu merken begann sie zu rennen.
Hinter ihr krachte etwas durch das Unterholz, und sie warf einen Blick über ihre Schulter. Da war nichts. Ihr Fuss berührte etwas pelziges, warmes. Erschrocken zog sie ihn zurück und starrte auf das Hindernis. Mitten auf dem Weg lag ein kleiner, brauner Hase. Seine Augen blickten sie starr an, als würde er sie anklagen. Mitten in seinem hellen Bauch war ein grosses, ausgefranstes Loch. Maya keuchte vor Entsetzen. Das Blut war noch warm und floss aus dem armen Tier. Auch ihr Fuss war ganz nass. Erschrocken schüttelte sie ihren Turnschuh, dann rannte sie weiter. In ihrer Brust schwoll ein dicker Knoten an. Was geschah hier nur? Das konnte nicht alles Einbildung sein, oder?



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Liwona
Schneckenpost


Beiträge: 13
Wohnort: Oldenburg


BeitragVerfasst am: 11.05.2010 08:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Scritoressa!

Zunächst vielleicht meine Gefühle beim Lesen:
Am Anfang wusste ich nicht so recht, was ich davon halten sollte (logisch), dann drängten sich mir einige logik-fragen auf (vielleicht, weil ich die Texte vorher nicht gelesen habe, macht nix).
Ich merkte, dass du Spannung aufbauen willst durch das Geräusch hinter ihr, aber wirklich Spannung kommt am Anfang nicht auf.
Dann trifft sie so plötzlich mir nichts, dir nichts auf den alten Mann, sie unterhalten sich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich ein solches Gespräch mit einem fremden führen würde. Die meisten Menschen sind ja eher zurückhaltend, und es ist für mich eine Frage der Nachvollziehbarkeit, ob ein Mädchen wirklich einem Fremden nach zahmen Tieren fragt ...
Für die Handlung ist dieses Gespräch sicher wichtig, aber es ist nicht authentisch. (Für mich authentischer wärs, wenn der alte mann, ganz senioren-like, sie anspricht und einfach erzählt und Maya nur weg will. So situationen erlebe ich manchmal in der Innenstadt, wenn ich mich einach ausruhen will und dann kommt da irgendein rentner und zwingt mir ein Gespräch auf).
Von daher runzelte ich beim Lesen eher die Stirn, als dass es spannend war.

Bei der zweiten unheimlichen Begegnung, mit dem toten hasen, ist es schon was anderes. da kommt mehr spannung auf.
Aber bitte lasse Einschüübe wie
Zitat:
Interessant.
und
Zitat:
Was geschah hier nur? Das konnte nicht alles Einbildung sein, oder?

weg. Du lässt sie schon in Gedanken reden, dann braucht der erzähler nicht auch noch seinen Senf dazugeben.

Irgendwie hatte ich beim Lesen nicht das Bild einer joggenden Maya im Kopf. Da fehlt mir was.

Aber sonst finde ich den Ausschnitt ganz gut. Mir persönlich fehlt noch die ein oder andere Besonderheit. Den Mann beschreibst du nur als "alt" mit tausenden Talismanen an seiner Hütte.Ich kann ihn mir nicht so recht vorstellen. Zwei Sätze nebenher, die ihn beschreiben und schon entsteht ein plastisches Bild und keine Pappfigur, die Informationen rüberwachsen lässt. (z.b. "... sagte der Alte und krazte sich am kahlen Schädel" ... oder so was in der Art)

LG
Liwona
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Scritoressa
Geschlecht:weiblichGraue Hexe

Alter: 27
Beiträge: 776



BeitragVerfasst am: 12.05.2010 16:26    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

HI LIwona

hast REcht, das mit dein Einschüben ist so eine alte Gewohnheit. Meinst du, das GEspräch mit dem Alten ginge, wenn sie ihn schon zuvor getroffen und mit ihm gesprochen hätte?

Das mit dem Rascheln und so: Was könnte ich da besser machen? Es weglassen? Bin froh um jede Idee


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Eselsohr


Beiträge: 268
Wohnort: Augsburg


BeitragVerfasst am: 12.05.2010 17:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Scritoressa.

Interessanter Text. Erinnert mich ein bisschen an "Die Chemie des Todes" von Simon Beckett, wo es eine nahezu gleiche Szene gibt. Ein Mädchen geht joggen, fühlt sich verfolgt, findet ein kürzlich getötetes Tier mitten auf dem Weg... Aber das nur am Rande.

Ich kann mich Liwona nur anschließen.

Zu dem Rascheln. Es kommt besser, wenn du Maya fühlen lässt, dass sie jemand verfolgt, nicht hören oder sehen.

Grüße,
Socke
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Scritoressa
Geschlecht:weiblichGraue Hexe

Alter: 27
Beiträge: 776



BeitragVerfasst am: 14.05.2010 09:49    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

(Simon BEckett kenne ich nicht...sollte ich das lesen?)

für die, die interessiert, was Maya verfolgt:
http://www.dsfo.de/fo/viewtopic.php?t=23489&highlight=

(die Bestie)


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_narrative
Eselsohr


Beiträge: 268
Wohnort: Augsburg


BeitragVerfasst am: 18.05.2010 12:50    Titel: Antworten mit Zitat

(Simon Beckett ist ein britischer Autor, der klasse Kriminalromane verfasst. Ob du das lesen sollst, bleibt dir überlassen Smile )
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