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Enfant Terrible
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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 05.11.2008 19:45    Titel: Manche mögen Lieder nicht! eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Als der Himmel Kriegsbemalung anlegt,
besingt immer noch jemandes Laute
die Schönheit des Sonnenuntergangs –
vielleicht scheinheilig,
vielleicht einfach nur langsam.

Bald entdecken all jene,
die träumend am See saßen
und deren Balladen das Grollen überhörten,
dass die Tiefe des Wassers
sich nicht in Klängen messen lässt –
nur an den Armen,
die sich zur Oberfläche strecken.

Zu dieser Stunde bevorzugen es
selbst die Ruinen, zu schweigen
über den steinernen Ruhm ihrer Geschichte.
Ihre Labyrinthe winden sich in Wehen,
kraftlos, Besungenes zurückzuhalten.

Flieht, Helden!
Aus Versen über Silberglanz
lassen sich keine Dolche schmieden
gegen all die Kreaturen,
die in den Mythen
keinen Platz fanden.

Und manche von ihnen
mögen Lieder nicht.


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Enfant Terrible
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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 11.11.2008 18:34    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ta-daah... meine erste Telefon-Vertonung.
An dieser Stelle ein großes Lob an Boro, der uns die Zukunft näher bringt wink - so unkompliziert und in so hoher Qualität aufzunehmen, das habe ich mir nicht einmal erträumt. Und wie schnell der Beitrag hier erscheint! Große Klasse. Daumen hoch

Weniger Klasse ist allerdings meine Stimme, die am Telefon noch kindlicher wirkt als am Diktiergerät... aber was soll's...


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Pütchen
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BeitragVerfasst am: 12.11.2008 16:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Süße,

Glückwunsch zu deiner ersten Telefonvertonung!!

Ich habe von dir noch nichts gehört, nun ist es nett, mal deiner Stimme zu lauschen wink

Am Besten gefällt mir, wie du den letzten Satz bringst smile

(manches zwischendrin hätte ich persönlich vielleicht ein bisschen anders betont, aber das ist ja auch wieder Geschmacksache). Generell: schön gelesen Daumen hoch

Zum Gedicht selbst: Auch schön. Ich musste es mehrmals lesen, weil ich mir einfach unter dem Titel zuerst etwas anderes vorgestellt hatte (ich habe gerade so viele Musikgedichte gelesen wink) - aber er passt.

Und dann hat sich mir auch (denke ich) der ganze Sinn erschlossen ...

Liebe Grüße, Pütchen


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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 13.11.2008 18:38    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Besser spät als nie ein liebes Dankeschön für deinen Kommentar, und danke natürlich fürs Lesen (und Hören). Dein Feedback hat mich sehr gefreut!

Zitat:
Und dann hat sich mir auch (denke ich) der ganze Sinn erschlossen ...

Das freut mich! Und natürlich finde ich es interessant, wie genau du den "Sinn" interpretieren würdest....


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BeitragVerfasst am: 14.11.2008 20:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hi du Süße,

 Embarassed Ich scheue mich doch immer vor Interpretationen - aber für dich ... love

Ich sehe die vordergründige heile Welt, hinter der das Böse lauert.

Und auch irgendwie etwas Ungewisses/Unbekanntes, das Angst macht, und zeigt, dass das Schöne in vielen Dingen nur ein Trugschluss ist.

So, das habe ich gesehen rotwerd

Liebe Grüße, Pütchen


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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 14.11.2008 21:02    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Puetchen hat Folgendes geschrieben:
Ich sehe die vordergründige heile Welt, hinter der das Böse lauert.

Und auch irgendwie etwas Ungewisses/Unbekanntes, das Angst macht, und zeigt, dass das Schöne in vielen Dingen nur ein Trugschluss ist.

Genau das wollte ich ausdrücken und es freut mich unheimlich, dass du es so treffend auf den Punkt gebracht hast. Danke fürs Interpretieren! smile extra


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BeitragVerfasst am: 14.11.2008 21:23    Titel: Antworten mit Zitat

smile extra Das freut mich ja!! Ehrlich!

Bussi, Pütchen


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jim-knopf
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BeitragVerfasst am: 22.11.2008 12:06    Titel: Antworten mit Zitat

gefällt mir wirklich gut.
Man erkennt den Krümel darin und das ist gut so. Und auch sind die Bilder zum Teil brilliant.

Zitat:
dass die Tiefe des Wassers
sich nicht in Klängen messen lässt –
nur an den Armen,
die sich zur Oberfläche strecken.


Zitat:
Zu dieser Stunde bevorzugen es
selbst die Ruinen, zu schweigen


wunderbar...

Ein bisschen möchte ich an den Formulierungen herumkritteln. Vor allem hier:

Zitat:
Zu dieser Stunde bevorzugen es
selbst die Ruinen, zu schweigen
über den steinernen Ruhm ihrer Geschichte.


Die letzte Zeile wirkt hier wie angehängt. Das ließt sich nicht so schön. Warum nicht so:

Zu dieser Stunde
bevorzugen es selbst die Ruinen,
über den steinernen Ruhm ihrer Geschichte
zu schweigen

Auch finde ich "bevorzugen" hier nicht so schön. Das hat so einen nüchternen Klang, der mich aus dieser mystischen Bilderwelt ein wenig rausreißt. Vll noch ein Vorschlag

Zu dieser Stunde
schweigen selbst die Ruinen
über den steinernen Ruhm ihrer Geschichte.

Wobei hiermit ein Teil der Bedeutung verloren geht. Vll findest du ja ein passendes Synoniem für dieses "bevorzugen".

Ansonsten ist das ein wirklich schönes Gedicht, gefällt mir.  Very Happy

Grüsse
Roman


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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 23.11.2008 13:45    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen lieben Dank für deinen Kommentar, Roman. Ich finde es toll, wie du dich mit dem Gedicht beschäftigt hast, und über deine Verbesserungsvorschläge werde ich auf jeden Fall nachdenken. Schön, dass dir dieses Gedicht gefällt!

jim-knopf1988 hat Folgendes geschrieben:
Man erkennt den Krümel darin

Diese Aussage freut mich ganz besonders, da ich mit diesem Gedicht einen etwas anderen Stil ausprobiert hatte (bin ja noch auf der Suche), und befürchtet hatte, dass es nicht wie "mein" wirkt. Danke für die Beruhigung!


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