Tempo

Aus Der DSFo.de Leitfaden

Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Tempo einer Geschichte ist durch verschiedene Maßnahmen beeinflussbar. Dialog, Eröffnung, Perspektive, Anzahl der Figuren, der Plot und seine Subplots wirken sich alle auf die Geschwindigkeit der Geschichte aus. Schon einmal ein Buch gelesen, dass du nicht aus der Hand legen konntest? Wenn ja, dann kannst du dir sicher sein, dass der Autor Bescheid wusste, wie man den Lesefluss beschleunigt und bremst.

Inhaltsverzeichnis

Genre

Die erwünschte Geschwindigkeit, in der sich die Handlung abspielt, ist vom Genre abhängig. Ein Thriller läuft schneller ab als eine Romanze, ein historischer Roman langsamer als ein Kriminalroman. Literarische Fiktion ist bekannt für den behäbigen Fluss, der dem Leser viel Zeit zum Nachdenken gibt.

Egal welches Genre: Der Leser braucht Gelegenheit zum Atem-Schöpfen. Eine Geschichte, die nur rasend schnell von Aktion zu Aktion fliegt, ermüdet den Leser genauso, als wenn er Seiten lange Beschreibungen und interne Gedanken durcharbeiten muss, bevor die Geschichte den nächsten Schritt macht.

Eröffnung

Der erste Absatz eines Buches, ja sogar der erste Satz, ist nach dem Titel und dem Klappentext das erste Willkommen des Autors an den Leser. Im ersten Kapitel wird dem Leser eine Geschichte versprochen und diese spiegelt sich im ersten Paragraphen wieder. Aktionen und Dialoge, Fragestellungen und Vorahnungen sind besonders geeignet, den Leser zum Weiterlesen anzuregen.

Haupthandlung

Die Haupthandlung oder der Hauptplot der Leitfigur sollte von Anfang an klare Ziele aufzeigen, die die Leitfigur mit Elan verfolgt. Es gibt nur wenige erfolgreiche Romane, die eine inerte, also untätige Leitfigur haben.

Es gibt Figuren, die nur wenig Veränderung erfahren, wie zum Beispiel Serienhelden (James Bond), aber die innere Reise des Helden trägt oft zum Spannungsbogen bei. Diese wird meistens in der Nebenhandlung abgearbeitet. Wichtig ist, den Leser des Öfteren an Ziel und Motivation der Leitfigur zu erinnern.

Nebenhandlung

Nebenhandlungen oder Subplots erlauben mehr Fülle und Variationen. Die Nebenhandlung kann von der Leitfigur handeln oder von Nebenfiguren. In jedem Fall darf die Nebenhandlung nicht mehr Gewicht bekommen als die Haupthandlung.

Sequenz und Sequel

Die Sequenz hat mehr Tempo als der mehr nach innen gerichtete Sequel.

Die Sequenz besteht aus einer Aktionsabfolge:

  • Äußerer Anlass (sichtbar, hörbar, riechbar)
  • Innere Reaktion (unbewusste Körperreaktion, Gedanken)
  • Äußere Reaktion (sichtbar, hörbar, riechbar)

Beispiel

Äußerer Anlass: Der Zug ratterte aus dem Bahnhof.

Innere Reaktion (kann weggelassen werden): Er schnaufte tief ein.

Innere Reaktion: "So ein Mist", dachte er.

Äußere (sichtbare) Reaktion: Er rannte noch ein Stück hinterher.


Die Sequel beinhaltet eine Reflexion des vorher Geschehenen:

  • Reflexion
  • Schlussfolgerung, neuer Entschluss in der Folge

Beispiel

Reflexion, meist als Gedanke: Was mache ich nur? Hätte doch eher von zu Hause losgehen müssen.

Neuer Gedanke, der zu einer neuen Aktion führt: Gut, dann muss ich ein Taxi nehmen.

Details

Details sind wichtig, vor allem im historischen Roman, Fantasy-Roman und in der Science Fiction, da der Leser nicht auf die bekannte Welt zurückgreifen kann. Da Details aber verlangsament sind, sollten sie sorgfältig in die Geschichte eingewoben werden. Dramatische Aktionspassagen sollten niemals durch Details aufgehalten werden.

Liste der Beschleuniger/Verlangsamer

Persönliche Werkzeuge