Thriller
Aus Der DSFo.de Leitfaden
Thriller gehören zu der Gruppe der sogenannten Mystery-Romane, die auch Kriminal- und Spannungsromane beinhaltet.
Inhaltsverzeichnis |
Abgrenzung zum Kriminalroman
Drei wesentliche Faktoren grenzen den Thriller vom Kriminalroman ab:
- Die Kernfrage eines Thrillers ist: wie kann der Held/die Heldin die Katastrophe abwenden?
- Der Thriller ist daher zukunftsorientiert (er beschäftigt sich mit der nahen Zukunft)
- Zumeist ist der Held unmittelbar durch die drohende Katastrophe betroffen.
Mischformen
Thriller werden hauptsächlich mit Kriminalelementen versehen, wenn zum Beispiel die Geschichte mit einem Mord beginnt und der Held, der Detektiv, versucht, weitere Straftaten zu verhindern. Die Übergänge können fließend sein.
Eine weitere Mischform ist der romantische Spannungsroman, romantic suspense, in dem zumeist die Heldin in Gefahr gerät und der Held sie retten muss.
Daneben gibt es noch den Psychothriller, der sich durch eine eher psychische oder emotionale Bedrohung des Helden auszeichnet. Das klassische Motiv ist hier, dass der Protagonist - eigentlich ein geistig völlig gesunder Mensch - von einer oder auch mehreren Personen systematisch in den Wahnsinn getrieben wird. Psychothriller setzen verstärkt die Wahrnehmung des Helden in den Vordergrund, der sich gegen die Bedrohung zur Wehr zu setzen versucht, dabei aber oft überfordert und isoliert ist. Beispielsweise wendet er sich an ihm nahestehende Personen wie Freunde, Verwandte oder den Ehepartner, die ihm jedoch nicht glauben oder gelegentlich auch selbst Teil der Intrige sind. Letzteres wiederum führt oft dazu, dass der Held das Gefühl hat, niemandem mehr vertrauen zu können, unabhängig davon, ob diese Personen Teil der Intrige sind oder nicht. In vielen Fällen wird auch der Leser lange Zeit darüber im Unklaren gelassen, wer an der Verschwörung beteiligt ist und ob es überhaupt eine gibt, und deckt dies erst zeitgleich mit dem Helden auf.
Psychothriller, die bereits eine Mischform darstellen, weisen zudem häufig Elemente aus dem Horror- oder dem Fantasygenre auf. Da das Spiel mit der Psyche des Helden und der damit verbundene, mit Verlauf der Geschichte sukzessiv zunehmende Wahnsinn ein wesentlicher Kernpunkt ist, gerät der Held oftmals in beklemmende Situationen, hat Angstzustände, Alpträume oder Halluzinationen, bei der er die Verbindung zur Realität verliert. Zum Beispiel sieht und hört er Dinge, die gar nicht da sind oder die es eigentlich nicht geben kann (beispielsweise irreale Kreaturen wie Engel, Teufel oder Monster, die ihn bedrohen). Je nachdem welcher Art die Erscheinungen sind, weiß auch der Leser nicht, ob der Held nur phantasiert bzw. träumt oder ob sie vom Drahtzieher der Intrige hervorgerufen werden.
Bedrohung
Es geht um die Bedrohung der Welt des Helden, die verhindert werden muss. Im ursprünglichen Sinn ist eine Bedrohung der Erde, der Menschheit oder einer Organisation gemeint, der Begriff kann sich aber auch auf die Welt des Helden, seine Familie, sein Lebenstil oder ähnliches, beziehen.
Tempo
Thriller sind schnell getaktet, langatmige Beschreibungen sind zumeist fehl am Platz. Das Tempo wird gezielt durch Sprache kontrolliert, um Spannung aufkommen zu lassen, zudem enden viele Kapitel mit einem Cliffhanger.
Struktur
Thriller sind plotgetrieben, damit steht eine Charakterentwicklung des Heldens allenfalls im Hintergrund. Sie werden zumeist als Dreiakter strukturiert.
Eine Ausnahme bildet der Psychothriller, bei dem die Psyche des Helden und dessen Entwicklung im Vordergrund steht. Der Psychothriller setzt überwiegend auf den geistigen oder emotionalen Konflikt zwischen dem Protagonisten und dem (gelegentlich unbekannten) Antagonisten und ist somit eher charaktergetrieben denn plotgetrieben.
Perspektive
Die vorherrschende Perspektive ist entweder der Erzähler der Ersten Person oder der interne Erzäher der Dritten Person, um eine enge Anteilnahme an die Gefühlswelt des bedrohten Helden zu ermöglichen.

