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Wie bringe ich jetzt nur dieses junge Liebespaar zusammen ...?


 
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Chamomila
Geschlecht:weiblichLeseratte


Beiträge: 117



BeitragVerfasst am: 02.12.2021 03:50    Titel: Wie bringe ich jetzt nur dieses junge Liebespaar zusammen ...? eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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...ohne dass es ins Kitschige abdriftet...

Langsam krieg' ich graue Haare mit den beiden!

Kriegen sollen sie sich auf jeden Fall, mein junger Hobbydetektiv und seine große Liebe. Aber die Details...?!?


Die Ausgangslage:

Der 20jährige Krister, Sohn eines reichen Gestütsbesitzers, und sein gleichaltriger Freund Gunnar leben in einem winzigen Dorf im ausgehenden 19. Jahrhundert.
Als ein Ermordeter gefunden wird, beschließen die beiden, selbst Detektiv zu spielen und nach dem Mörder zu suchen. Nur dumm, dass die von ihnen entdeckte Spur direkt zu Kristers Familie führt...

Um seinem gewalttätigen Vater zu entkommen, ist Krister irgendwann im Lauf der Handlung von zu Hause ausgerissen und versteckt sich jetzt in einer abgelegenen Kate in den Wäldern, die er gemeinsam mit seinem Freund wieder zu einer brauchbaren Unterkunft herrichtet.

Josefina ist die 19jährige Stieftochter von Kristers Tante. Sie ist heftig in den gutaussehenden Krister verliebt - und Kristers heimliche große Liebe.
Bei Kristers letztem Besuch bei seiner Tante ist dieser Zustand eines Abends ein bisschen eskaliert. Mit Folgen:
Bei einem Gegenbesuch bei Kristers Eltern, einige Zeit später, übergibt sich Josefina eines Morgens spontan, und eröffnet der entsetzten Familie dann, dass sie ein Kind erwartet. Den Namen des Vaters will sie aber nicht nennen.

Offiziell weiß niemand in Kristers Familie, wo Krister jetzt steckt - bis auf dessen kleine Schwester, die mit der Schwester von Gunnar befreundet ist. Und die kann hervorragend schweigen. Die übrige Familie glaubt, dass Krister sich auf den Weg nach Amerika gemacht hat.
Als Josefina allerdings mit der Schwangerschaft herausrückt, ahnt die kleine Schwester, wie alles zusammenhängt und verrät Josefina heimlich, wo sie Krister findet.
Josefina macht sich sofort auf den Weg zu Krister und bringt ihm - mehr oder weniger schonend - bei, dass er bald Vater wird und dass sie ihn heiraten will.
Krister selbst findet diese Idee eigentlich nicht unangenehm - sie kommt eben nur ein bisschen plötzlich. Aber nachdem Josefina sich auf den Rückweg gemacht hat, gefällt ihm der Gedanke immer besser.

So weit bin ich jetzt.


Angedacht ist bisher, dass Josefina durchbrennt und zu Krister zieht - aber das war damals ja ein ziemliches No-Go! Und ich glaube auch nicht, dass der eigentlich ziemlich brave und gut erzogene Krister, sich auf eine wilde Ehe einlässt!
Sie braucht also einen guten Grund, um abzuhauen - und am besten auch noch einen Grund, der auch ihren zukünftigen Mann überzeugt...

Könnte man das so machen, dass sich Josefinas und Kristers Eltern in der Zwischenzeit darauf verständigt haben, die schwangere Tochter bzw. Nichte so schnell wie möglich "an den Mann zu bringen" und nach einigem Überlegen auf einen älteren, heiratswilligen Witwer mit sechs Kindern aus dem Bekanntenkreis kommen, den Josefina aber unter keinen Umständen heiraten will?
(Was ähnliches ist jedenfalls einer Urgroßtante von mir passiert, es läge also im Bereich des Möglichen.)
Josefinas Eltern planen die Abreise schon für den nächsten Tag, um keine Zeit mehr zu verlieren - und Josefina bleibt kaum etwas anderes übrig, als im Schutz der Nacht abzuhauen und zu Krister zu flüchten.

Kann man das so machen?
Oder ist das zu kitschig / zu sehr Klischee?
Und was gäbe es für Alternativen?

LG, Cammy

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Tobias Tezuka
Geschlecht:männlichGänsefüßchen

Alter: 43
Beiträge: 17
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 02.12.2021 05:20    Titel: Antworten mit Zitat

Kommt immer darauf an wie man es erzählt - manchmal überzeugt mich ein Happy End mehr als ein aufgesetztes Unhappy End. (Gibt ja auch den Begriff "Saurer Kitsch".)

Also, müsste ich dann tatsächlich mal lesen wie du das schreibst,ist aus diesem Text noch nicht ganz ersichtlich.

Wo spielt das Ganze, in Skandinavien???


_________________
Man hatte uns als Kindern das Ende der Welt versprochen, und dann bekamen wir es nicht.
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Levo
Klammeraffe


Beiträge: 501



BeitragVerfasst am: 02.12.2021 07:59    Titel: Antworten mit Zitat

Klischee an Klischee ist es auf jeden Fall (böser Vater, heimliche Liebe, dramatisches Schwangerschaftserbrechen, Not zur Ehe mit offenbar verantwortungsarmen Kindsvater oder ungeliebtem, womöglich ätzendem Ersatzmann ...), die Frage ist, was Du daraus machst. Auf Deine Umsetzung kommt es an, ob es haareraufendes Melodram und sachte/leidenschaftliche/mitreißende Liebes- und spannende Krimigeschichte wird. Wie spielt denn der Mord in die Lovestory hinein?

Zitat:
.Angedacht ist bisher, dass Josefina durchbrennt und zu Krister zieht - aber das war damals ja ein ziemliches No-Go! Und ich glaube auch nicht, dass der eigentlich ziemlich brave und gut erzogene Krister, sich auf eine wilde Ehe einlässt! Immerhin hatte er kein Problem, seine große Liebe in die Bredouille zu bringen ...
Sie braucht also einen guten Grund, um abzuhauen - und am besten auch noch einen Grund, der auch ihren zukünftigen Mann überzeugt...
Wird sie eventuell durch den Mörder bedroht?  
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Koubert
Wortedrechsler


Beiträge: 55



BeitragVerfasst am: 02.12.2021 09:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Chamomilla,

Klischees können ja auch was Schönes sein, vor allem im Romantik-Genre. smile

Mir kommt bei deiner Geschichte folgender Einfall (er setzt ein nach Kristers "Auszug" von Zuhause):

Josefina erzählt niemandem von der Schwangerschaft, vor allem nicht ihren Eltern, weil sie natürlich mit Ärger rechnet. Krister will sie schon davon erzählen, aber als sie bei einem Besuch im Haus seiner Eltern erfährt, dass er verschwunden ist, erscheint ihr die Situation ausweglos. Sie versucht, ihren Zustand so gut es geht zu verbergen, aber ihren Eltern wird bald klar, was Sache ist (da könnte die Morgenübelkeit reinkommen). Und dann kommt die Sache mit der arrangierten Ehe.

Krister widerrum ahnt nichts von Josefinas verzweifelter Lage und ist mit seiner Detektivarbeit beschäftigt. Er erfährt von der Schwangerschaft erst, als die arrangierte Ehe schon geplant ist (seine clevere Schwester könnte da ja was gehört und zwei und zwei zusammen gezählt haben).

Tja, und nun muss er zusehen, dass er die Ehe verhindert und Josefina selbst heiratet. Für noch mehr Dramatik könnte sie in der Nacht vor der Hochzeit türmen. und er muss sie dann finden, ganz in Sorge um seine große Liebe. Je nachdem, wie deine Mordsache ausgehen soll, könnte man da ja die beiden Storys zusammen bringen. Der Mörder könnte hinter Josefina oder auch hinter Krister her sein (letzterer hat vielleicht was gegen den Mörder in der Hand), und der/die jeweils andere könnte den/die Geliebte/n am Ende retten.

Also, kurz: Ich würde Josefina nicht zu Krister kommen lassen, sondern ihn von Dritten von ihrer Not erfahren lassen. Dann bekommst du die zwei bestimmt leichter zusammen am Ende. Das ist dann weniger "Heirate mich jetzt, ich bin schwanger", sondern mehr so die (nicht mehr) Jungfer in Nöten. wink
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Selanna
Geschlecht:weiblichReißwolf


Beiträge: 1171
Wohnort: Süddeutschland


BeitragVerfasst am: 02.12.2021 17:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Chamomila,
Zitat:
Angedacht ist bisher, dass Josefina durchbrennt und zu Krister zieht - aber das war damals ja ein ziemliches No-Go! Und ich glaube auch nicht, dass der eigentlich ziemlich brave und gut erzogene Krister, sich auf eine wilde Ehe einlässt!

Es war aber auch damals möglich, durchzubrennen und sich einen Geistlichen zu suchen, der einen traut (vgl. Gretna Green). Übrigens: Wenn eine Frau von Stand (Josephina ist ja dieselbe Schicht wie Krister, oder?) schwanger war, dürften beide Familien auf eine Heirat gedrängt haben. Wenn ein Paar unbedingt heiraten wollte, die Eltern aber dagegen waren, so war das sogar der beste Weg: Sie schlafen miteinander und um die Ehre der Tochter wiederherzustellen, wird geheiratet. Es gibt da ein recht tragisches Beispiel aus der Geschichte, als Albrecht IV. von Bayern skrupellos mit einer Kaisertochter schlief, um ihrem Vater die Ehe und einiges an Territorien abzupressen. Ist ihm nicht gleich, aber nach einigen Jahren so auch gelungen. Wie es der Kaisertochter in den ersten Jahren damit erging, hat mit klischeehaftem Liebesglück leider nichts zu tun. - Ich sehe auf jeden Fall keinen Grund, der dagegen spricht, warum die beiden nicht mit dem Segen aller schnellstmöglich heiraten sollten? Sprich: Warum verheimlicht Josefina den Namen? Gibt es dafür einen plausiblen Grund oder ist dient das nur der Dramatisierung?
Zitat:
Sie braucht also einen guten Grund, um abzuhauen - und am besten auch noch einen Grund, der auch ihren zukünftigen Mann überzeugt...

Der Grund, abzuhauen, ist, dass sie als schwangere Ledige unbedingt einen Ehemann braucht, wer wäre da naheliegender als Krister? Das dürfte wohl ihr einziges Streben gewesen sein: eine schnelle Heirat. Und wenn, wie Du selbst schreibst, Krister „ziemlich brav und gut erzogen“ ist, würde er erkennen, in welche missliche Lage er sie gebracht hat und auch versuchen, das möglichst schnell wieder hinzubiegen. Ich sehe hier kein Problem?
Zitat:
Könnte man das so machen, dass sich Josefinas und Kristers Eltern in der Zwischenzeit darauf verständigt haben, die schwangere Tochter bzw. Nichte so schnell wie möglich "an den Mann zu bringen"

Absolut, das wäre genau das, was man angestrebt hätte. Die zweite Möglichkeit wäre, dass man sie für eine Weile der Öffentlichkeit entzieht, bis sie entbunden hat und das Kind dann weggibt.
Zitat:
nach einigem Überlegen auf einen älteren, heiratswilligen Witwer mit sechs Kindern aus dem Bekanntenkreis kommen

Welchen Grund hätte der Witwer, eine Schwangere zu heiraten? Man hätte wohl eher einen Mann in Not gesucht, einen, der die Mitgift/Besitz braucht, oder einen, der einen Posten braucht, oder einen, der Zugang zu best. Kreisen/Aufstieg braucht. Vllt ist der Witwer aber auch pleite und zeugungsunfähig, das wären doch ideale Voraussetzungen Wink
Zitat:
Kann man das so machen?

Ja.
Zitat:
Oder ist das zu kitschig / zu sehr Klischee?

Ist das ein Nebenstrang oder die Haupthandlung? Im Nebenstrang fände ich das völlig vertretbar. Und, wie andere schon schrieben: Wenn Du mit wenig Pathos/Schmalz schreibst, warum sollte es kitschig sein? Ledige Schwangere wurden geächtet, aus der Gesellschaft ausgestoßen, zu entdecken, ledig schwanger zu sein, war gesellschaftlicher Suizid. Und das auch noch in einem skandinavischen, sprich protestantischen, Land. Der Super-GAU. Das kannst Du ganz unkitschig beschreiben. Wenn sie es Krister sagt, kannst Du den kitschigen Weg wählen, ob sie sich mit Hach! und Seufz! in die Arme sinken und sich ewige Liebe schwören und er sagt, dass er so glücklich ist und sich auf das Kind freut. Das gefällt mit Sicherheit auch vielen Lesern, also keine Scheu. Oder Du kannst sie zurückgenommener agieren lassen, innerhalb damaliger Umgangsformen, und – je nachdem aus wessen Sicht Du schreibst – Dich auf die Gedanken der erzählenden Person konzentrieren, die innerlich vollkommen aus den Fugen gerät, während sie nach außen Fassung bewahrt.
Zitat:
Und was gäbe es für Alternativen?

Kouberts Idee finde ich nicht schlecht. Allerdings ist die Vermittlerin bei einem Liebespaar in Nöten auch eine Art Klischee. Das liegt jetzt rein an Deinen Figuren. Ist Josefina ein Charakter, die Krister mit dem Problem konfrontiert? Oder ist Josefina ein Charakter, der Hilfe von außen braucht?
Liebe Grüße
Selanna


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Nur ein mittelmäßiger Mensch ist immer in Hochform. - William Somerset Maugham
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Chamomila
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Beiträge: 117



BeitragVerfasst am: 02.12.2021 21:17    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hej, Selanna!

Mye takk! Du hast mich da gerade auf einige gute Ideen gebracht...

Zitat:
Ich sehe auf jeden Fall keinen Grund, der dagegen spricht, warum die beiden nicht mit dem Segen aller schnellstmöglich heiraten sollten? Sprich: Warum verheimlicht Josefina den Namen? Gibt es dafür einen plausiblen Grund oder ist dient das nur der Dramatisierung?

Krister ist nicht gerade der Traumschwiegersohn von Josefinas Eltern:
Josefinas Familie wohnt in der Stadt, der Vater ist Geschäftsmann. Kristers Eltern besitzen zwar ein Gestüt und sind - für die Verhältnisse im Dorf - sehr wohlhabend, aber eben nur "Dorfleute"
Bei seinem letzten Besuch in der Stadt hat Krister auch nicht den besten Eindruck hinterlassen: er hat zwar tadellose Manieren, ist höflich und freundlich, aber absolut kein Stadtmensch - auf Gesellschaften langweilt er sich zu Tode, auch wenn er versucht, sich nichts anmerken zu lassen, in der Oper schläft er sogar ein und sein Freundeskreis auf dem Land besteht zum größten Teil aus Handwerkern. Außerdem ist er finanziell von seinem Vater abhängig und da er irgendwann das Gestüt erben soll, wird sich daran auch in absehbarer Zeit nicht viel ändern...
Der zwar schon angejahrte und verwitwete, aber eben wohlhabende, kultivierte und gebildete Geschäftsfreund von Josefinas Vater ist da schon eher etwas - und außerdem zeigt der schon seit einiger Zeit ziemliches Interesse an der hübschen Josefina...

Was Krister betrifft:
Wenn sein Vater jetzt erfährt, dass Krister der Vater von Josefinas Baby ist - und ihm dann irgendwann begegnet, kann es für Krister richtig unangenehm werden:
Bei ihrer letzten Begegnung hatte sein Vater ihn halb bewusstlos geprügelt. Und das nur, weil sich Krister mit dem "Fräulein Untugendsam" aus dem Dorf unterhalten - nur unterhalten - hatte.
Nicht auszudenken, was der Vater anstellt, wenn er erfährt, dass sein Sohn eine junge Frau aus guter Familie geschwängert hat!
Jedenfalls will Josefina da nichts riskieren.

Zitat:
Ist das ein Nebenstrang oder die Haupthandlung? Im Nebenstrang fände ich das völlig vertretbar.

Es ist nur ein Nebenstrang...

Zitat:
Ist Josefina ein Charakter, die Krister mit dem Problem konfrontiert? Oder ist Josefina ein Charakter, der Hilfe von außen braucht?

Danke für die Fragen!!! Ich hab mir gerade noch mal die Szenen durchgelesen, in denen Josefina bisher vorkommt und dabei ist mir aufgefallen:
Die hübsche Josefina ist weder auf den Kopf, noch auf den Mund gefallen - im Gegenteil, sie ist sogar ziemlich taff, offen für Neues, aktiv und unkonventionell und keineswegs das, was man ein "braves Mädchen" nennen würde... Ein bisschen der Typ "Ilse Macket" (kennt die noch jemand?), nur weniger aufbrausend und biestig.
Jetzt, wo du so fragst, kann ich mir sogar vorstellen, dass die ganze Situation sogar von Anfang an von Josefina geplant gewesen sein könnte, um sich ihren Krister zu sichern und ihrem ungeliebten Verehrer in der Stadt zu entgehen...


@Tobias:
Ja, die Geschichte spielt in Skandinavien, genauer gesagt in Südnorwegen.
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Selanna
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BeitragVerfasst am: 02.12.2021 23:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Chamomila,

vær så god Wink
Zitat:
Krister ist nicht gerade der Traumschwiegersohn von Josefinas Eltern:

Aber in der Situation hätten sie vermutlich genommen, was man kriegt – für ihre schwangere Tochter. Damals hat man sich als ledige Mutter nicht nach oben, sondern eher nach unten geheiratet Confused Wobei Du Dir natürlich schriftstellerisch einiges an Freiheiten herausnehmen kannst Wink
Zitat:
Außerdem ist er finanziell von seinem Vater abhängig und da er irgendwann das Gestüt erben soll, wird sich daran auch in absehbarer Zeit nicht viel ändern...

Das dürfte damals den meisten Söhnen so ergangen haben.
Zitat:
Der zwar schon angejahrte und verwitwete, aber eben wohlhabende, kultivierte und gebildete Geschäftsfreund von Josefinas Vater ist da schon eher etwas - und außerdem zeigt der schon seit einiger Zeit ziemliches Interesse an der hübschen Josefina...

Okay, Du sagst also, er will sie heiraten, weil sie hübsch ist. Sie wäre wahrscheinlich nicht hübsch genug gewesen, um ein Kuckuckskind aufzuziehen – in der damaligen Zeit. Aber so weit lässt Du es ja gar nicht kommt Wink
Zitat:
Wenn sein Vater jetzt erfährt, dass Krister der Vater von Josefinas Baby ist - und ihm dann irgendwann begegnet, kann es für Krister richtig unangenehm werden:

Halte ich für unwahrscheinlich (rein historisch gesehen), da sich Krister so ja gesellschaftlich nach oben heiratet. Da hätte damals wohl kein Vater was dagegen gehabt.
Zitat:
Ein bisschen der Typ "Ilse Macket" (kennt die noch jemand?),

Hey, das ist das Deutsche Schriftstellerforum Wink
Zitat:
Jetzt, wo du so fragst, kann ich mir sogar vorstellen, dass die ganze Situation sogar von Anfang an von Josefina geplant gewesen sein könnte, um sich ihren Krister zu sichern und ihrem ungeliebten Verehrer in der Stadt zu entgehen...

Ähm, das kann ich mir historisch betrachtet nicht vorstellen, weil das soziales russisch Roulette wäre. Aber ich nehm es bei Historischem immer zu genau, also hör da nicht zu sehr auf mich.
Liebe Grüße
Selanna


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Chamomila
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BeitragVerfasst am: 03.12.2021 00:02    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hab jetzt die Szene fertig, in der Josefina ausgerissen und bei Krister eingezogen ist (einen halben Tag nachdem sie ihm von dem Baby erzählt und sich mehr oder weniger mit ihm verlobt hat):

Irgendwas war anders…
Krister hatte keine Ahnung, was ihn geweckt hatte. Er wollte sich gerade auf die andere Seite drehen und weiterschlafen, als… - da lag schon was! Mit einem Mal war Krister hellwach. Der Vollmond schien in die Kammer und er brauchte nicht mal eine Kerze anzuzünden, um zu erkennen, dass neben ihm ein zweiter Mensch lag. Guter Moses! Krister setzte sich auf und sah sich seinen unerwarteten Bettnachbarn genauer an. Im nächsten Moment sprang er aus dem Bett, als hätte er mindestens eine Vogelspinne neben sich entdeckt.
„Josefina!“
Josefina blinzelte verschlafen.
„Ja? Was ist?“
„Was machst du in meinem Bett?!“
Sie gähnte nur und hob auffordernd die Decke hoch.
„Schlafen. Komm’ jetzt auch wieder ’rein!“
Krister blieb stehen und starrte sie fassungslos an.
„Bist du von Sinnen??!“
Langsam wurde auch Josefina wacher.
„Ich hätte eine Flasche Champagner mitbringen sollen“, stellte sie fest, „Damit bist du viel zutraulicher…“
Krister machte einen Schritt rückwärts.
„Bleib mir bloß vom Leib mit Champagner! Nie wieder rühr’ ich dieses Teufelszeug an, das schwör’ ich dir!“
Josefina zog einen Flunsch: „War’s denn so schlimm?“
Krister schüttelte den Kopf und fuhr sich verzweifelt mit den Fingern durch die Haare.
„Damit hat das nichts zu tun! Wir hätten das einfach nicht machen dürfen, verstehst du das? Nicht, bevor wir verheiratet sind!“
Josefina setzte sich jetzt auch auf.
„Bis du mir endlich einen Antrag gestellt hättest, hätten meine Eltern mir längst diesen alten Witwer angehängt“, erklärte sie sachlich, „Das war einfach Notwehr!“
Krister lachte – leicht hysterisch – auf: „Warte mal … du sagst mir da jetzt nicht, dass du das alles mit voller Absicht …?“
Josefina lächelte versöhnlich.
„Komm schon, sei’ nicht böse! Das war einfach eine Verzweiflungstat!“
Krister atmete einmal tief durch und stellte zu seiner Überraschung fest, dass er Josefina tatsächlich nicht böse sein konnte. Er lächelte zurück und ging dann in Richtung Kammertür.
„Wo willst du hin?“ erkundigte sich seine Braut überrascht.
„Auf die Ausziehbank in der Küche - und dabei bleibt’s auch bis zur Hochzeit. Und noch eins, meine Liebe: bis zur Hochzeit keine Gutenachtküsse mehr, verstanden?“
Er sah zu, wie sich Josefina wieder ins Kissen kuschelte, nickte ihr freundlich zu und schloss vorsichtig die Kammertür von außen.


So weit die erste Skizze...

LG, Cammy
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Nachtvogel
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BeitragVerfasst am: 03.12.2021 00:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Chamomila,

für mich klingt die Geschichte gut und nicht zu kitschig. Zum Historischen kann ich leider nicht so viel sagen. Die Szene finde ich gut und ziemlich lustig. Aber...

Chamomila hat Folgendes geschrieben:
Krister lachte – leicht hysterisch – auf: „Warte mal … du sagst mir da jetzt nicht, dass du das alles mit voller Absicht …?“
Josefina lächelte versöhnlich.
„Komm schon, sei’ nicht böse! Das war einfach eine Verzweiflungstat!“
Krister atmete einmal tief durch und stellte zu seiner Überraschung fest, dass er Josefina tatsächlich nicht böse sein konnte.

Das halte ich dann doch für ziemlich unglaubwürdig. Er hat allen Grund, böse zu sein. Immerhin wird hier angedeutet, dass Josefina seine Betrunkenheit komplett ausgenutzt hat.

Liebe Grüße
Nachtvogel
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Chamomila
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BeitragVerfasst am: 03.12.2021 03:19    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Wenn sein Vater jetzt erfährt, dass Krister der Vater von Josefinas Baby ist - und ihm dann irgendwann begegnet, kann es für Krister richtig unangenehm werden:

Halte ich für unwahrscheinlich (rein historisch gesehen), da sich Krister so ja gesellschaftlich nach oben heiratet. Da hätte damals wohl kein Vater was dagegen gehabt.


Nun ja, Kristers Vater wird es vor allem darum gehen, dass sein Sohn sich eine weitere 'moralische Verfehlung' geleistet hat.
Selbst wenn daraus eine 'gute Partie' wird, darf sich Krister vorher noch auf eine scheußliche Tracht Prügel gefasst machen: Unzucht ist Unzucht und gehört strengstens geahndet - so zumindest die Auffassung von Kristers Vater.
Mit anderen Worten: auch wenn sein Sohn sich dadurch vorteilhaft verheiraten könnte, muss er für das "sündhaft" unehelich gezeugte Kind trotzdem noch eine kräftige Portion Schläge kassieren - mit Vaters Reitgerte auf den bloßen Rücken, so wie üblich... Einfach, damit er noch mal verdeutlicht kriegt, was sich für einen Hjerdested gehört.
Und das weiß auch Josefina nur allzu gut (schließlich hat sie bei der gemeinsam verbrachten Nacht die Narben von früheren Bestrafungen auf Kristers Rücken und Schultern gesehen...)
Also wird sie sich hüten, Kristers Namen in Verbindung mit ihrem Baby zu nennen!

Zitat:
Ähm, das kann ich mir historisch betrachtet nicht vorstellen, weil das soziales russisch Roulette wäre.

Ja, soziales russisch Roulette - aber eben (aus Josefinas Sicht) die einzige Chance, dass ihr Krister in Sachen Heiraten endlich mal "in die Puschen kommt": also dass er - und wenn er noch so schüchtern oder unsicher ist - sich endlich zu einem Heiratsantrag aufrafft, bevor es zu spät ist und Josefina mit ihrem unerwünschten Verehrer verlobt wird.

Zitat:
Okay, Du sagst also, er will sie heiraten, weil sie hübsch ist. Sie wäre wahrscheinlich nicht hübsch genug gewesen, um ein Kuckuckskind aufzuziehen – in der damaligen Zeit.

Sagen wir's mal so: Witwer Grønning wäre (bei einer entsprechenden Mitgift) sicherlich bereit, über so einiges hinwegzusehen - so lange die süße junge Josefina ihm gegenüber nur eheliche Pflichten zu erfüllen hat...

LG, Cammy
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Chamomila
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BeitragVerfasst am: 05.12.2021 22:46    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hier jetzt die nächste Szene zu dieser Story, mit der ich immer noch nicht ganz zufrieden bin - vor allem mit dem Schlussteil.
Sie spielt etwa einen Tag vor der Szene oben.

Handelnde Personen:
Josefina Stenrud
Nora Hjerdested, Josefinas Stieftante, Mutter von Krister
Asgeir Hjerdested, Josefinas Stiefonkel, Vater von Krister
Jonetta Hjerdested, 10 Jahre alt, Tochter von Asgeir und Nora (und die Einzige in der Familie, die weiß, wo Krister sich versteckt)
Viktor Stenrud, Josefinas Vater
Marianna Stenrud, Josefinas Halbschwester

Außerdem wird noch Gunnar erwähnt: Kristers bester Freund, ein junger Tischler.
Gunnar ist wie ein Bruder für Krister; er hat ihm bei der Flucht aus dem Elternhaus geholfen und unterstützt ihn seitdem nach Kräften.
Kristers Vater hält wenig von dieser Freundschaft: für ihn ist Gunnar nur ein ungebildeter, ärmlicher Handwerker und keineswegs ein gleichwertiger Umgang für einen Hjerdested-Sohn...

Zitat:
Was für ein herrlicher Morgen, dachte Nora Hjerdested. Die Sonne schien hell und freundlich auf den reich gedeckten Frühstückstisch. Die ganze Familie war versammelt, Dorthea kam mit der Kanne herein und der Duft von frischem Kaffee erfüllte den Raum…
Im nächsten Moment presste Josefina mit einem leisen Würgen die Hand auf den Mund. Sie sprang auf, stürzte auf die Veranda hinaus und übergab sich herzhaft in die Pelargonien. Anschließend ließ sie sich leise aufseufzend in den Korbstuhl sinken. Nach und nach kam auch die restliche Familie nach draußen.
„Josefina!“ Nora Hjerdested setzte sich neben ihre Nichte und nahm ihre Hand, „Was ist denn mit dir? Bist du krank? Fehlt dir was?“
Josefina schüttelte den Kopf. Sie war kreidebleich und lehnte sich erschöpft zurück, aber sie strahlte über das ganze Gesicht: „Ich bin in froher Hoffnung!“
Die darauf folgende Totenstille konnte man fast mit Händen greifen. Viktor Stenrud fasste sich als erster.
„Du bist was??!“
„In froher Hoffnung!“ wiederholte Josefina und sah dabei durchaus glücklich aus.
„Was meint sie damit?“ fragte Marianna ihre Cousine leise. Jonetta zuckte die Schultern.
„Ich glaub‘, sie hat das Gleiche wie unsere Katze neulich ...“
Marianna riss erstaunt die Augen auf.
„Du meinst: sie kriegt Junge ...?!“
„Wer???“ donnerte Viktor Stenrud jetzt los, „WER WAR ES???!“
Josefina schwieg und lächelte weiter. Ihre Familie sollte diese frohe Neuigkeit besser erst einmal gründlich verdauen, fand sie, bevor man ihnen die genaueren Details und Umstände beibringen konnte…
Asgeir Hjerdested stand neben den geschändeten Pelargonien wie eine abgezogene Handgranate.
„Ich wette, das war dieser verdammte Tischler!“ knurrte er, „Na, der kann sich auf was gefasst machen! Wenn ich den erwische, erkennt der sich drei Wochen lang nicht wieder! Erst macht der mir meinen Sohn rebellisch und schnüffelt in Sachen ’rum, die ihn nichts angehen und dann macht er sich auch noch über meine Nichte her und ...“
„Jetzt tust du dem armen Gunnar aber wirklich unrecht, Onkel Asgeir!“ unterbrach ihn Josefina vorwurfsvoll, „Der hat mit der ganzen Sache überhaupt nichts zu tun! Und wer sich hier tatsächlich über wen hergemacht hat, ist auch noch nicht gesagt ...“
Der Pferdehändler warf ihr einen mörderischen Blick zu und musterte dann seinen Schwager, als hätte er ein besonders ekelhaftes Insekt vor sich. Seine Stimme klang anfangs leise und abgehackt, wurde dann aber immer lauter:
„Was hast du mir da für ein durch und durch verdorbenes, lasterhaftes, sittenloses Subjekt in meine anständige Familie eingeschleppt??!!!“
Viktor Stenrud ignorierte die Frage.
„Jetzt sag‘ mir endlich, wer es war!!!“ herrschte er Josefina an, „Ich bring‘ den Kerl um, das schwöre ich!“
„Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich mein Kind zur Halbwaise mache!“ Josefina stand langsam auf und ging auf die Stufen zu, die in den Garten führten, „Außerdem werde ich den Vater selbstverständlich heiraten! Und jetzt glaube ich, dass mir ein kleiner Spaziergang sehr gut tun würde – kommst du mit, Jonetta?“
Sie blinzelte ihrer Cousine kurz zu und die begriff sofort.
„Ja, warte – ich hol‘ nur noch kurz was von oben!“
Jonetta rannte davon und kam kurze Zeit später zurück – mit Puppe Edit im Arm. Sie blinzelte Josefina ebenfalls zu und hüpfte die Verandastufen in den Garten hinunter, wo ihre Stiefcousine auf sie wartete.


Also...
Was könnte hier noch verbessert werden?

By the way:
Jonettas geliebte Puppe "Edit" - ursprünglich eine kostbare Porzellanpuppe, die nach einem "Unfall" von einem Freund von Krister einen neuen Kopf aus Holz geschnitzt bekommen hatte - ist das Hassobjekt von Jonettas Vater: seiner Meinung nach ist die teure Puppe seitdem ruiniert.
Vielleicht kann Jonetta ihre Puppe irgendwie als Ablenkungsmanöver für etwas nutzen, was sie aus dem Haus schmuggeln will: Wenn ihr Vater die Puppe sieht, ärgert er sich so, dass er alles andere nicht bemerkt...
Und wenn ja, für was?
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Selanna
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BeitragVerfasst am: 06.12.2021 19:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Chamomila,

was für eine Art Feedback willst Du denn? Nur ein kurzes "Passt" / "Nicht so ganz" oder differenzierter? Falls letzteres, dann denke ich, Du würdest weit mehr Feedback und Vorschläge erhalten, wenn Du die beiden Textabschnitte in den Prosabereich verlegen lässt. Am besten Du schreibst einen Moderator via PN an (Mogmeier, Bananenfischin, Pütchen, holg etc.), der/die könnte das für Dich erledigen.
Falls Dir ein kurzes Feedback reicht: Du machst nach wie vor Fehler in der Absatzsetzung bei direkter Rede und auch bei den Auslassungspunkten fehlt noch immer das Leerzeichen. Ansonsten: Den ersten Abschnitt kann man inhaltlich wahrscheinlich so lassen, aber sprachlich könne man noch ein bisschen feilen. Besonders im zweiten Abschnitt fielen mir einige Allgemeinplätze und abgedroschene Formulierungen auf, bei denen Dir sicher auch etwas Schöneres einfällt Wink Auch sonst ist einiges noch nicht ideal (zB Großbuchstaben). Was mich stutzen ließ, war die Formulierung "in froher Hoffnung", denn ich kenne nur "guter Hoffnung sein" (nicht "froher" und ohne "in").

Liebe Grüße
Selanna


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Chamomila
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BeitragVerfasst am: 07.12.2021 23:33    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hej, Selanna!

Ja, vielleicht wäre die ganze Sache besser im Prosa-Bereich aufgehoben...
...wie erreiche ich denn einen Moderator am besten? Und wen sollte ich am besten anschreiben?

Und ja: wahrscheinlich lässt meine Zeichensetzung immer noch gewaltig zu wünschen übrig, ich bekenne mich schuldig!!! -
- allerdings habe ich heute noch mal meinen alten Deutschlehrer angerufen und gefragt (dem schicke ich, seit er Rentner ist, immer mal wieder Geschreibsel von mir, auch - auf besondere Bitte - immer wieder "Nordland"-Fragmente) und der meint, er hätte nichts daran auszusetzen.
Naja, das liegt wohl dran, dass er nur Hauptschul-Deutschlehrer ist...

Die Formulierung "in froher Hoffnung sein" habe ich aus einem Buch ("Hexenschwestern"), das ich mir vor einiger Zeit von einer Freundin geliehen habe - allerdings weiß ich jetzt auch nicht mehr genau, ob ich da nicht zwei Formulierungen durcheinandergewürfelt habe...
...ich müsste Katja fragen, ob sie mir das Buch noch mal ausleiht!!!

LG, Chamomila
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Selanna
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BeitragVerfasst am: 08.12.2021 00:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Chamomila,
Zitat:
...wie erreiche ich denn einen Moderator am besten? Und wen sollte ich am besten anschreiben?

Ich habe Dir in meinem letzten Post doch eine ganze Reihe an Moderatoren aufgezählt. Wen Du da anschreibst, dürfte egal sein, wenn jemand nicht dafür zuständig ist, leitet er es an den zuständigen weiter.
Wie Du jemanden anschreibst: Links auf der Homepage in der grünen Spalte steht „Du hast (k)eine neuen Nachrichten“. Darauf klickst Du. Auf der so aufgerufenen Seite siehst Du einen großen weißen Button „neuer beitrag“, den Du anklickst. In die jetzt erscheinende Maske gibst Du unter „Benutzernamen“ einen der in meinem letzten Post genannten Namen ein.
So kannst Du übrigens jedes Mitglied anschreiben. Oder Du klickst unter dem Beitrag eines Mitglieds auf den kleinen „PN“-Button.

Zitat:
- allerdings habe ich heute noch mal meinen alten Deutschlehrer angerufen und gefragt (dem schicke ich, seit er Rentner ist, immer mal wieder Geschreibsel von mir, auch - auf besondere Bitte - immer wieder "Nordland"-Fragmente) und der meint, er hätte nichts daran auszusetzen.

Ich möchte mich da nicht vordrängen, Du darfst gerne auch Deinem Deutschlehrer vertrauen. Das meine ich ganz neutral.
Zitat:
Die Formulierung "in froher Hoffnung sein" habe ich aus einem Buch ("Hexenschwestern"), das ich mir vor einiger Zeit von einer Freundin geliehen habe - allerdings weiß ich jetzt auch nicht mehr genau, ob ich da nicht zwei Formulierungen durcheinandergewürfelt habe...

Stell es doch einfach mal im Forum zur Diskussion, vllt unter der Rubrik „Rechtschreibung“? Ich kenne nur die Frohe Botschaft (im christlichen Sinne) und guter Hoffnung sein – aber bloß weil ich es nicht kenne, heißt das noch lange nichts.
Viel Erfolg weiterhin und liebe Grüße
Selanna


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Nur ein mittelmäßiger Mensch ist immer in Hochform. - William Somerset Maugham
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SilkeE
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BeitragVerfasst am: 09.12.2021 10:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

hier sind meine Eindrücke zum Text. Sorry, wenn es teilweise etwas harsch klingt, aber ich sehe hier noch so einige Baustellen. Und da du Feedback wünschst, und ich aus eigener Anschauung weiß, wie wichtig es ist, sich Feedback anzuhören, kommen hier meine Kommentare. Ich schreibe übrigens auch historisch, aber Mittelalter.

Zitat:
Was für ein herrlicher Morgen, dachte Nora Hjerdested. Ist dieser erste Satz wirklich notwendig? Die Sonne schien hell und freundlich auf den reich gedeckten Frühstückstisch. Die ganze Familie war versammelt, Dorthea Dorothea? kam mit der Kanne herein und der Duft von frischem Kaffee erfüllte den Raum… warum Punkt, Punkt, Punkt? Das macht den Erzähler nicht besonders neutral.
Im nächsten Moment presste Josefina mit einem leisen Würgen die Hand auf den Mund. Sie sprang auf, stürzte auf die Veranda hinaus und übergab sich herzhaft herzhaft? in die Pelargonien. Anschließend ließ sie sich leise aufseufzend in den Korbstuhl sinken. Nach und nach kam auch die restliche Familie nach draußen. So, spätestens ab hier hast du ein Perspektivproblem. Du beginnst die Szene mit einem Blick in Noras Gedankenwelt, dann stürzt du mit Josefine hinaus in den Garten. Beides zusammen ist nicht sehr geschickt gelöst. Entweder du nimmst die eine oder die andere als Protagonistin deiner Szene, ansonsten riskierst du Verwirrung beim Leser.
„Josefina!“ Ja, so heißt sie. Nora Hjerdested Brauchst du den Nachnamen setzte sich neben ihre Nichte und nahm ihre Hand, Punkt. „Was ist denn mit dir? Bist du krank? Fehlt dir was?“ Dreimal das Gleiche gefragt, und dann auch noch das Offensichtliche.
Josefina schüttelte den Kopf. Sie war kreidebleich und lehnte sich erschöpft zurück, aber sie strahlte über das ganze Gesicht: Punkt. Außerdem: Ein wirrer Kontrast aus körperlicher Erschöpfung und gleichzeitiger Freude, aber man kann das gerade so durchgehen lassen, auch wenn ich es vielleicht anders formulieren würde „Ich bin in froher Hoffnung!“ Darüber wird ja schon an anderer Stelle diskutiert. Übrigens interessant, dass sie mit all den Feinheiten einer Schwangerschaft vertraut ist. War das damals so, dass junge Damen sich da so gut auskannten?
Die darauf folgende Totenstille konnte man fast mit Händen greifen. Sehr wertender Erzähler. Ich hätte eher gesagt "Es wurde totenstill." Viktor Stenrud Nachname? fasste sich als erster. Was passiert in der Schrecksekunde nach dieser Offenbarung? Wechseln sie Blicke? Schauen sie in die Büsche? Hält jemand die Luft an. Entweicht jemandem ein geschockter Aufschrei? Fasst sich jemand an den Mund? Wenn wir die Welt aus Josefines Augen sehen, was denkt sie sich in diesem Moment? Hat sie Angst? Ist sie voller Trotz? Bangt sie um ihre Zukunft?
„Du bist was??!“ Die übermäßige Nutzung von Satzzeichen würde ich vermeiden und stattdessen mit Hilfe seiner körperlichen Reaktionen sein Entsetzen ausdrücken.
„In froher Hoffnung!“ wiederholte Josefina und sah dabei durchaus glücklich aus. "Durchaus" streichen. "Glücklich" streichen, denn schon gesagt. Hier also abermals Außenansicht. Wer erzählt hier personal? Nora?
„Was meint sie damit?“ fragte Marianna ihre Cousine leise. Jonetta zuckte die Schultern. Jonetta ist also die Cousine? Warum erklärst du das so und in diesem Moment? Ist die Beziehung der beiden zueinander dem Leser an dieser Stelle noch nicht klar? Wenn doch, dann schreib doch einfach "fragte Marianna Jonetta leise. Jene zuckte  mit den Schultern."
„Ich glaub‘, sie hat das Gleiche wie unsere Katze neulich ...“
Marianna riss erstaunt die Augen auf.
„Du meinst: sie kriegt Junge ...?!“ Satzzeichen! Und generell ... sind das Kinder, die da miteinander reden? Ist das für den Leser in diesem Moment wichtig, was die KINDER in dieser Situation beizusteuern haben? Machst du das für Komik? Dann es wirkt für mich recht deplatziert und treibt die Dramatik nicht besonders voran. Ich will an dieser Stelle wissen, was die ERWACHSENEN von dieser Neuigkeit halten.
„Wer“, donnerte Viktor Stenrud. „Wer war es?“--- ich habe hier mal die Interpunktion korrigiert. Insgesamt halte ich diese übertriebene Reaktion des Mannes für unpassend. Es würde viel bedrohlicher wirken, wenn er leise wäre und mit beherrschter Ruhe seine Fragen stellt.
Josefina schwieg und lächelte weiter. Ihre Familie sollte diese frohe Neuigkeit besser erst einmal gründlich verdauen, fand sie, bevor man ihnen die genaueren Details und Umstände beibringen konnte… Okay, okay. Josefina ist ein tough girl ... sie wird angebrüllt und lächelt einfach weiter glücklich vor sich hin, wobei sie wahrscheinlich noch den Geschmack ihrer eigenen Kotze im Mund hat und sich körperlich kaum besser fühlen dürfte als vor dem Kotzen. Das würde ich mal überdenken. Außerdem guckst du hier wieder in ihren Kopf, wohingegen du am Anfang der Szene noch in Noras Kopf warst, also Perspektive. Aber "frohe" Neuigkeit - ist sie total naiv? Kennt sie nicht die Konventionen ihrer Zeit? Siehst sie nicht die Reaktionen ihrer Familie?
Asgeir Hjerdested stand neben den geschändeten Wortwahl Pelargonien wie eine abgezogene Handgranate. Ich gehe davon aus, die gab es damals schon? Aber generell, das Bild funktioniert für mich nicht. Keiner bleibt neben einer scharfen Handgranate stehen und guckt nur ein wenig pikiert. Wieder denke ich, du willst Komik einbauen, und ich frage mich, wieso.
„Ich wette, das war dieser verdammte Tischler!“ knurrte er Punkt. „Na, der kann sich auf was gefasst machen! Wenn ich den erwische, erkennt der sich drei Wochen lang nicht wieder! Erst macht der mir meinen Sohn rebellisch und schnüffelt in Sachen ’rum, die ihn nichts angehen und dann macht er sich auch noch über meine Nichte her und ...“ Vielleicht möchtest du ja wirklich, dass dieser Mann ein unbeherrschter Grobian ist, der gern zu voreiligen Schlüssen kommt. Doch ich hätte es bevorzugt, wenn er sich die Zeit nähme, einmal gründlich darüber nachzudenken, bevor er irgendwelche Beschuldigungen in den Raum wirft. Es macht ihn unbedacht, zügellos und durch und durch unsympathisch und nicht nachvollziehbar.
„Jetzt tust du dem armen Gunnar aber wirklich unrecht, Onkel Asgeir!“ unterbrach ihn Josefina vorwurfsvoll vorwurfsvoll?, Punkt. „Der hat mit der ganzen Sache überhaupt nichts zu tun! Und wer sich hier tatsächlich über wen hergemacht hat, ist auch noch nicht gesagt ...“ Oha. Unkluger Move. Ist sie so naiv?
Der Pferdehändler Pferdehändler? Vielleicht "Ihr Onkel"? warf ihr einen mörderischen Blick zu und musterte dann seinen Schwager, als hätte er ein besonders ekelhaftes Insekt vor sich. Erzählt mit Geschmacksverstärker. Seine Stimme klang anfangs leise und abgehackt, wurde dann aber immer lauter: Abermals - zeige es anders. Springt er auf? Fuchtelt er mit den Händen in der Luft herum? Läuft er rot an? Das, was du hier tust, ist mir zu Bühnenanweisung.
„Was hast du mir da für ein durch und durch verdorbenes, lasterhaftes, sittenloses Subjekt in meine anständige Familie eingeschleppt??!!!“ Satzzeichen-Party!!?!???! Und abgesehen davon, was für eine unreife Reaktion eines Familienhauptes im Kreise seiner Lieben. Ich verstehe ja, wenn er angesichts dieser Neuigkeit aufgebracht ist, aber er macht sich mit seiner explosiven Art echt zum Affen. Sowas wird hinter verschlossenen Türen besprochen, nicht vor dem Gesinde, vor den Kindern, vor der Beschuldigten und Hans und die Welt.
Viktor Stenrud ignorierte die Frage. Und das zeigt sich ... indem er ... schweigt ... mit den Händen knetet .... den Blick abwendet ... tief durchatmet??? Zeig mir, was in ihm wohl vorgehen mag!
„Jetzt sag‘ mir endlich, wer es war!!!“ herrschte er Josefina an, „Ich bring‘ den Kerl um, das schwöre ich!“ Jao. Da würde ich auch beginnen, Namen zu nennen.
„Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich mein Kind zur Halbwaise mache!“ Eben! Josefina stand langsam auf und ging auf die Stufen zu, die in den Garten führten, Ist sie nicht im Garten? „Außerdem werde ich den Vater selbstverständlich heiraten! Und jetzt glaube ich, dass mir ein kleiner Spaziergang sehr gut tun würde – kommst du mit, Jonetta?“ Wow. Ok. Also selbstbewusst ist sie. Und arrogant. Und sie weiß nicht, dass sie einfach so nicht wird heiraten können? Wer auch immer für sie verantwortlich ist, Vater, Vormund, was auch immer, wird für sie den Schriftkram machen müssen. Oder sehe ich das falsch?
Sie blinzelte ihrer Cousine kurz zu und die begriff sofort. Zwinkerte? Und ... Perspektive ... Und show don't tell. Sie zwinkerte ihrer Cousine zu. Jonetta sprang auf. "Ja, warte - "
„Ja, warte – ich hol‘ nur noch kurz was von oben!“ Klingt sehr modern in meinen Ohren.
Jonetta rannte davon und kam kurze Zeit später zurück Während alle geduldig warten ... schließlich hat der Onkel grad nicht noch gebrüllt und Josefina ihr gesamtes Weltbild ins Wanken gebracht. Sie stehen einfach da, plaudern und warten auf das Kind. – mit Puppe Edit im Arm. Sie blinzelte Josefina ebenfalls zu und hüpfte die Verandastufen in den Garten hinunter, wo ihre Stiefcousine auf sie wartete.
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Chamomila
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BeitragVerfasst am: 10.12.2021 11:14    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hej, Silke!

Erst mal danke für das ausgiebige Feedback!
Ich war bisher mit dieser Szene nicht besonders zufrieden und jetzt hab ich einige Anhaltspunkte woran das liegen könnte...

Zitat:
Was für ein herrlicher Morgen, dachte Nora Hjerdested. Ist dieser erste Satz wirklich notwendig?
Naja, er sollte so ein bisschen die absolute Ahnungslosigkeit der Familie unterstreichen - und ein bisschen auch das Harmoniebedürfnis von Frau Hjerdested
Die Sonne schien hell und freundlich auf den reich gedeckten Frühstückstisch. Die ganze Familie war versammelt, Dorthea Dorothea?
Nein, Dorthea stimmt schon - es ist die norwegische Form von Dorothea, ich hab den Namen aus den Romanen von Tryggve Gulbransson
kam mit der Kanne herein und der Duft von frischem Kaffee erfüllte den Raum… warum Punkt, Punkt, Punkt? Das macht den Erzähler nicht besonders neutral.
geändert
Im nächsten Moment presste Josefina mit einem leisen Würgen die Hand auf den Mund. Sie sprang auf, stürzte auf die Veranda hinaus und übergab sich herzhaft herzhaft? geändert in die Pelargonien. Anschließend ließ sie sich leise aufseufzend in den Korbstuhl sinken. Nach und nach kam auch die restliche Familie nach draußen. So, spätestens ab hier hast du ein Perspektivproblem. Du beginnst die Szene mit einem Blick in Noras Gedankenwelt, dann stürzt du mit Josefine hinaus in den Garten. Beides zusammen ist nicht sehr geschickt gelöst. Entweder du nimmst die eine oder die andere als Protagonistin deiner Szene, ansonsten riskierst du Verwirrung beim Leser.
Okay... - dann müsste ich also auch den ersten Teil aus Josefinas Perspektive schreiben...
„Josefina!“ Ja, so heißt sie. Nora Hjerdested Brauchst du den Nachnamen? Ja, ich glaub schon: Josefinas Tante ist eine Nebenfigur, zu sehr am Rande, um sie intim nur beim Vornamen zu nennen, aber zu sehr mit den Hauptfiguren verwandt, um nur den Nachnamen zu nutzen: Sie ist die Tante von Josefina und die Mutter von Josefinas Stiefcousin Krister - einem der Hauptcharaktere. setzte sich neben ihre Nichte und nahm ihre Hand, Punkt. „Was ist denn mit dir? Bist du krank? Fehlt dir was?“ Dreimal das Gleiche gefragt, und dann auch noch das Offensichtliche. Ja, so etwas wäre typisch für Mutter/Tante Hjerdested, wenn sie sich aufregt.
Josefina schüttelte den Kopf. Sie war kreidebleich und lehnte sich erschöpft zurück, aber sie strahlte über das ganze Gesicht: Punkt. Außerdem: Ein wirrer Kontrast aus körperlicher Erschöpfung und gleichzeitiger Freude, aber man kann das gerade so durchgehen lassen, auch wenn ich es vielleicht anders formulieren würde „Ich bin in froher Hoffnung!“ Darüber wird ja schon an anderer Stelle diskutiert. Übrigens interessant, dass sie mit all den Feinheiten einer Schwangerschaft vertraut ist. War das damals so, dass junge Damen sich da so gut auskannten?
Wenn sie eine bereits verheiratete "Busenfreundin" und/oder eine indiskrete Zofe mit entsprechenden Erfahrungen hatte, konnte eine junge Dame damals so einiges über dieses Thema erfahren, wenn sie wollte.
Die darauf folgende Totenstille konnte man fast mit Händen greifen. Sehr wertender Erzähler. Ich hätte eher gesagt "Es wurde totenstill." Viktor Stenrud Nachname? Ja, Nachname: Viktor Stenrud ist der Vater von Josefina (der seine aufsässige Tochter ganz offensichtlich überhaupt nicht im Griff hat). fasste sich als erster. Was passiert in der Schrecksekunde nach dieser Offenbarung? Wechseln sie Blicke? Schauen sie in die Büsche? Hält jemand die Luft an. Entweicht jemandem ein geschockter Aufschrei? Fasst sich jemand an den Mund? Wenn wir die Welt aus Josefines Augen sehen, was denkt sie sich in diesem Moment? Hat sie Angst? Ist sie voller Trotz? Bangt sie um ihre Zukunft?
Gute Impulse! Was Josefina betrifft, ist sie wohl eher zufrieden: denn ihre Schwangerschaft bringt sie ihrem Traummann - dem Kindsvater, der bei ihrer Familie als Schwiegersohn unerwünscht ist - ein Stück näher. Glaubt sie zumindest.
„Du bist was??!“ Die übermäßige Nutzung von Satzzeichen würde ich vermeiden und stattdessen mit Hilfe seiner körperlichen Reaktionen sein Entsetzen ausdrücken.
Stimmt! Mye takk!
„In froher Hoffnung!“ wiederholte Josefina und sah dabei durchaus glücklich aus. "Durchaus" streichen. "Glücklich" streichen, denn schon gesagt. Hier also abermals Außenansicht. Wer erzählt hier personal? Nora?
„Was meint sie damit?“ fragte Marianna ihre Cousine leise. Jonetta zuckte die Schultern. Jonetta ist also die Cousine? Warum erklärst du das so und in diesem Moment? Ist die Beziehung der beiden zueinander dem Leser an dieser Stelle noch nicht klar? Wenn doch, dann schreib doch einfach "fragte Marianna Jonetta leise. Jene zuckte  mit den Schultern."
„Ich glaub‘, sie hat das Gleiche wie unsere Katze neulich ...“
Marianna riss erstaunt die Augen auf.
„Du meinst: sie kriegt Junge ...?!“ Satzzeichen! Und generell ... sind das Kinder, die da miteinander reden? Ist das für den Leser in diesem Moment wichtig, was die KINDER in dieser Situation beizusteuern haben? Machst du das für Komik? Dann es wirkt für mich recht deplatziert und treibt die Dramatik nicht besonders voran. Ich will an dieser Stelle wissen, was die ERWACHSENEN von dieser Neuigkeit halten.

Stimmt, hast recht... Passage gestrichen.
Die Familienverhältnisse sind folgendermaßen:
Josefina ist die Tochter von Viktor Stenrud und die Stieftochter seiner Frau Hildur, geb. Hjerdested. Marianna ist ihre 10jährige Halbschwester.
Asgeir und Nora Hjerdested sind Onkel und Tante von Josefina und die Eltern von Jonetta (10 Jahre) und dem knapp 20jährigen Krister, der allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht (mehr) bei seinen Eltern lebt.
Krister und Josefina sind ineinander verliebt, was von beiden Familien überhaupt nicht gern gesehen wird.

„Wer“, donnerte Viktor Stenrud. „Wer war es?“--- ich habe hier mal die Interpunktion korrigiert. Insgesamt halte ich diese übertriebene Reaktion des Mannes für unpassend. Es würde viel bedrohlicher wirken, wenn er leise wäre und mit beherrschter Ruhe seine Fragen stellt.
Hast recht...
Josefina schwieg und lächelte weiter. Ihre Familie sollte diese frohe Neuigkeit besser erst einmal gründlich verdauen, fand sie, bevor man ihnen die genaueren Details und Umstände beibringen konnte… Okay, okay. Josefina ist ein tough girl ... sie wird angebrüllt und lächelt einfach weiter glücklich vor sich hin, wobei sie wahrscheinlich noch den Geschmack ihrer eigenen Kotze im Mund hat und sich körperlich kaum besser fühlen dürfte als vor dem Kotzen. Das würde ich mal überdenken. Außerdem guckst du hier wieder in ihren Kopf, wohingegen du am Anfang der Szene noch in Noras Kopf warst, also Perspektive. Aber "frohe" Neuigkeit - ist sie total naiv? Kennt sie nicht die Konventionen ihrer Zeit? Siehst sie nicht die Reaktionen ihrer Familie?
"Frohe" Neuigkeit ist aus Josefinas Perspektive und in Hinsicht auf ihre Familie leicht ironisch - für sie selbst ist diese Neuigkeit, zumindest ihrer Meinung nach, tatsächlich gut, denn wie schon erwähnt, der Mann ihrer Träume rückt damit in greifbare Nähe: Schwanger dürfte sie in der "besseren Gesellschaft" nicht mehr so gut "an den Mann zu bringen" sein und das steigert die Chancen, ihrer Familie auch einen eher unerwünschten Kandidaten schmackhaft zu machen.
Asgeir Hjerdested stand neben den geschändeten Wortwahl Pelargonien wie eine abgezogene Handgranate. Ich gehe davon aus, die gab es damals schon? Aber generell, das Bild funktioniert für mich nicht. Keiner bleibt neben einer scharfen Handgranate stehen und guckt nur ein wenig pikiert. Wieder denke ich, du willst Komik einbauen, und ich frage mich, wieso.
Ja, Handgranaten gab es damals schon! Und die abgezogene Handgranate ist eine Metapher für den Gemütszustand von Vater Hjerdested: ganz kurz vor der Explosion...
„Ich wette, das war dieser verdammte Tischler!“ knurrte er Punkt. „Na, der kann sich auf was gefasst machen! Wenn ich den erwische, erkennt der sich drei Wochen lang nicht wieder! Erst macht der mir meinen Sohn rebellisch und schnüffelt in Sachen ’rum, die ihn nichts angehen und dann macht er sich auch noch über meine Nichte her und ...“ Vielleicht möchtest du ja wirklich, dass dieser Mann ein unbeherrschter Grobian ist, der gern zu voreiligen Schlüssen kommt. Doch ich hätte es bevorzugt, wenn er sich die Zeit nähme, einmal gründlich darüber nachzudenken, bevor er irgendwelche Beschuldigungen in den Raum wirft. Es macht ihn unbedacht, zügellos und durch und durch unsympathisch und nicht nachvollziehbar.
Asgeir Hjerdested ist ein Grobian und Selbstbeherrschung ist für ihn ein Fremdwort. Sein Sohn ist von zu Hause weggelaufen, nachdem er ihn mit der Reitgerte halb bewusstlos geprügelt hatte und seine Ausbrüche sind im Dorf geradezu sprichwörtlich.
Gunnar - ein junger Tischler und der beste Freund von Sohn Krister - ist Vater Hjerdesteds persönliches Hassobjekt: Gunnar verdient nicht viel als Angestellter in der Tischlerei, ist ganz allein für seine kleine Schwester verantwortlich und hat nie eine höhere Schule von innen gesehen = arm und ungebildet = kein passender Umgang für einen Hjerdested-Sohn. Und dass Gunnar Krister nach seiner Flucht von zu Hause auch noch bestärkt, unterstützt und ihn bei sich aufgenommen hatte, hat ihn bei Vater Hjerdested nicht gerade beliebter gemacht. Wenn es nach Asgeir Hjerdested ginge, wäre Gunnar für alles Übel auf der Welt verantwortlich.

„Jetzt tust du dem armen Gunnar aber wirklich unrecht, Onkel Asgeir!“ unterbrach ihn Josefina vorwurfsvoll vorwurfsvoll?, Punkt.
Ja, vorwurfsvoll: Josefina kennt und schätzt Gunnar und ist es leid, dass ihr Onkel ständig auf ihm herumhackt.
„Der hat mit der ganzen Sache überhaupt nichts zu tun! Und wer sich hier tatsächlich über wen hergemacht hat, ist auch noch nicht gesagt ...“ Oha. Unkluger Move. Ist sie so naiv?
Ja - stimmt...
Der Pferdehändler Pferdehändler? Vielleicht "Ihr Onkel"? Stimmt, würde vielleicht besser passen! warf ihr einen mörderischen Blick zu und musterte dann seinen Schwager, als hätte er ein besonders ekelhaftes Insekt vor sich. Erzählt mit Geschmacksverstärker. Seine Stimme klang anfangs leise und abgehackt, wurde dann aber immer lauter: Abermals - zeige es anders. Springt er auf? Fuchtelt er mit den Händen in der Luft herum? Läuft er rot an? Das, was du hier tust, ist mir zu Bühnenanweisung.
Stimmt, hast recht!
„Was hast du mir da für ein durch und durch verdorbenes, lasterhaftes, sittenloses Subjekt in meine anständige Familie eingeschleppt??!!!“ Satzzeichen-Party!!?!???! Und abgesehen davon, was für eine unreife Reaktion eines Familienhauptes im Kreise seiner Lieben. Ich verstehe ja, wenn er angesichts dieser Neuigkeit aufgebracht ist, aber er macht sich mit seiner explosiven Art echt zum Affen. Sowas wird hinter verschlossenen Türen besprochen, nicht vor dem Gesinde, vor den Kindern, vor der Beschuldigten und Hans und die Welt.
Wie schon erwähnt: Selbstbeherrschung ist keineswegs seine Stärke - bei passendem Anlass explodiert er wie die oben erwähnte abgezogene Handgranate. Und wenn er so richtig in Fahrt ist, hat er auch keine Hemmungen, sich in der Öffentlichkeit danebenzubenehmen.  
Viktor Stenrud ignorierte die Frage. Und das zeigt sich ... indem er ... schweigt ... mit den Händen knetet .... den Blick abwendet ... tief durchatmet??? Zeig mir, was in ihm wohl vorgehen mag!
Hast recht!
„Jetzt sag‘ mir endlich, wer es war!!!“ herrschte er Josefina an, „Ich bring‘ den Kerl um, das schwöre ich!“ Jao. Da würde ich auch beginnen, Namen zu nennen.
„Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich mein Kind zur Halbwaise mache!“ Eben! Josefina stand langsam auf und ging auf die Stufen zu, die in den Garten führten, Ist sie nicht im Garten? Nein, sie ist auf der Veranda. „Außerdem werde ich den Vater selbstverständlich heiraten! Und jetzt glaube ich, dass mir ein kleiner Spaziergang sehr gut tun würde – kommst du mit, Jonetta?“ Wow. Ok. Also selbstbewusst ist sie. Und arrogant. Und sie weiß nicht, dass sie einfach so nicht wird heiraten können? Wer auch immer für sie verantwortlich ist, Vater, Vormund, was auch immer, wird für sie den Schriftkram machen müssen. Oder sehe ich das falsch?
Wenn sie ein paar gute Beziehungen hat, die das für sie regeln können... - und solche Beziehungen hat sie - über ihren Stiefcousin Krister, der ein paar entsprechende Leute kennt: In Norwegen, wo Krister und Josefina wohnen, reicht eine kirchliche Trauung aus, standesamtlich braucht nicht geheiratet zu werden. Und Krister ist gut mit dem Kirchenältesten befreundet, der da wiederum einige Fäden ziehen kann...
Sie blinzelte ihrer Cousine kurz zu und die begriff sofort. Zwinkerte? Und ... Perspektive ... Und show don't tell. Sie zwinkerte ihrer Cousine zu. Jonetta sprang auf. "Ja, warte - "
Stimmt wieder.
„Ja, warte – ich hol‘ nur noch kurz was von oben!“ Klingt sehr modern in meinen Ohren.
Jonetta rannte davon und kam kurze Zeit später zurück Während alle geduldig warten ... schließlich hat der Onkel grad nicht noch gebrüllt und Josefina ihr gesamtes Weltbild ins Wanken gebracht. Sie stehen einfach da, plaudern und warten auf das Kind.
– mit Puppe Edit im Arm. Sie blinzelte Josefina ebenfalls zu und hüpfte die Verandastufen in den Garten hinunter, wo ihre Stiefcousine auf sie wartete.
Stimmt - sollte ich streichen.
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SilkeE
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BeitragVerfasst am: 10.12.2021 11:41    Titel: Antworten mit Zitat

Ok, ich verstehe nun, dass du diesen Charakter als jähzornigen Mann darstellen willst. Das ist ok, jeder ist ja anders, und es ist schön, dass du dir Gedanken machst zu den unterschiedlichen charakterlichen Ausprägungen deiner Figuren.

Das Problem nur ist: Ich habe Schwierigkeiten, dir das abzukaufen. Wäre diese Figur ein junges, wildes Mädchen, fein, kein Problem! Doch hier geht es ja um einen gestandenen Mann, einen Familienvater, Hausherrn, Geschäftsmann. Er repräsentiert die Familie nach außen, hat jede Menge Aufgaben, Verantwortung und Pflichten. Würde er seinen Gefühlen so freien Lauf lassen, wäre er im echten Leben nicht weit gekommen. Die Gesellschaft hätte ihn längst zurechtgestutzt.

Das heißt nicht, dass er nicht ausflippen darf. Aber ich würde die Situation entsprechend schaffen, wo er sich das ungestraft erlauben darf. In seinem Arbeitszimmer, zum Beispiel, mit geschlossenen Türen (übrigens sehr praktisch, weil seine Opfer dann aufch dem Gezeter nicht so einfach entfliehen können).

Und ich würde ihn nicht einfach wüten und toben lassen. Das passt einfach nicht zu einem erwachsenen Mann. Da würde ich noch einmal in mich gehen und überlegen, welche Handlungen, Worte und Reaktionen da angemessen wären, damit es glaubhaft rüberkommt.

LG, Silke
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Chamomila
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BeitragVerfasst am: 10.12.2021 12:31    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Ok, ich verstehe nun, dass du diesen Charakter als jähzornigen Mann darstellen willst. Das ist ok, jeder ist ja anders, und es ist schön, dass du dir Gedanken machst zu den unterschiedlichen charakterlichen Ausprägungen deiner Figuren.

Das Problem nur ist: Ich habe Schwierigkeiten, dir das abzukaufen. Wäre diese Figur ein junges, wildes Mädchen, fein, kein Problem! Doch hier geht es ja um einen gestandenen Mann, einen Familienvater, Hausherrn, Geschäftsmann. Er repräsentiert die Familie nach außen, hat jede Menge Aufgaben, Verantwortung und Pflichten. Würde er seinen Gefühlen so freien Lauf lassen, wäre er im echten Leben nicht weit gekommen. Die Gesellschaft hätte ihn längst zurechtgestutzt.

Das heißt nicht, dass er nicht ausflippen darf. Aber ich würde die Situation entsprechend schaffen, wo er sich das ungestraft erlauben darf. In seinem Arbeitszimmer, zum Beispiel, mit geschlossenen Türen (übrigens sehr praktisch, weil seine Opfer dann aufch dem Gezeter nicht so einfach entfliehen können).

Und ich würde ihn nicht einfach wüten und toben lassen. Das passt einfach nicht zu einem erwachsenen Mann. Da würde ich noch einmal in mich gehen und überlegen, welche Handlungen, Worte und Reaktionen da angemessen wären, damit es glaubhaft rüberkommt.


Ja, stimmt schon - allerdings hab ich auch keine Szenen, bei denen er in der Öffentlichkeit einen Wutausbruch kriegt. Die spart er sich tatsächlich für die eigenen vier Wände auf.
Verbale Entgleisungen wie z.B. taktlose oder verletzende Kommentare - vor allem gegenüber Leuten, denen er sich gesellschaftlich und/oder moralisch überlegen fühlt - können allerdings auch in der Öffentlichkeit vorkommen.

Die Veranda von den Hjerdesteds, wo sich die Szene abspielt, ist ein halbgeschlossener Raum, ähnlich wie die Veranda auf dem angehängten Foto:
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Chamomila
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BeitragVerfasst am: 10.12.2021 13:02    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

So - hab die Szene jetzt noch mal überarbeitet:

„Ich weiß etwas, was ihr nicht wisst!“
Josefina sang leise und triumphierend vor sich hin, während sie die kleine Schmuckspange aus Elfenbein, die sie von Krister zum Namenstag bekommen hatte, am Kragen ihrer Spitzenbluse befestigte. Ihr war klar, dass sie ihrer Familie bald mitteilen musste, wie die Dinge standen. Aber sie hatte keine Angst davor: so, wie die Dinge standen, rückte Krister damit für sie in greifbare Nähe – ganz gleich, was ihre Eltern von ihm hielten!
Sie lächelte ihrem Spiegelbild zu und ging die Treppe hinunter ins Esszimmer. Dort war bereits die restliche Familie versammelt: Vater und Mutter, Onkel Asgeir, Tante Nora, Jonetta und Marianna. Nur Kristers Platz war leer. Josefina warf einen raschen Blick auf ihre Cousine, dachte an ihr kleines Gespräch vom letzten Abend und setzte sich ebenfalls.
Die Sonne schien hell und freundlich auf den reich gedeckten Frühstückstisch. Dorthea kam mit der Kanne herein und der Duft von frischem Kaffee erfüllte den Raum.
Im nächsten Moment presste Josefina mit einem leisen Würgen die Hand auf den Mund. Sie sprang auf, stürzte auf die Veranda hinaus und übergab sich in die Pelargonien. Anschließend ließ sie sich leise aufseufzend in den Korbstuhl sinken. Nach und nach kam auch die restliche Familie.
„Josefina!“ Nora Hjerdested stürzte sich wie ein Habicht auf sie und nahm ihre Hand, „Kindchen! Was ist denn mit dir? Bist du krank? Fehlt dir was?“
Josefina schüttelte den Kopf. Sie war kreidebleich und lehnte sich erschöpft zurück, auf ihrer Stirn standen Schweißperlen, aber sie strahlte über das ganze Gesicht:
„Ich werde Mutter!“
Was folgte, war Totenstille. Josefinas Stiefmutter tastete kreidebleich nach dem Türrahmen und hielt sich daran fest. Nora Hjerdested griff in ihrer Kleidertasche nach dem Riechsalz. Ihr Mann starrte Josefina an, als hätte sie sich vor seinen Augen in eine Huldra* verwandelt. Marianna und Josefina spähten neugierig um die Ecke, sichtlich bemüht, unauffällig zu bleiben, damit man sie nicht bemerkte und wegschickte. Viktor Stenrud fasste sich als erster.
„Du wirst was?!“
„Mutter.“ wiederholte Josefina ruhig und lächelte stolz.
 „Und wer …“ die Stimme von Josefinas Vater klang mühsam beherrscht, „… ist der Vater?“
Josefina schwieg und lächelte weiter. Ihre Familie sollte diese frohe Neuigkeit besser erst einmal gründlich verdauen, fand sie, bevor man ihnen die genaueren Details und Umstände beibringen konnte …
Asgeir Hjerdested stand wie eine abgezogene Handgranate neben den Pelargonien.
„Ich wette, das war dieser verdammte Tischler!“ knurrte er, „Na, der kann sich auf was gefasst machen! Wenn ich den erwische, erkennt der sich drei Wochen lang nicht wieder! Erst macht der mir meinen Sohn rebellisch und steckt seine Nase in Sachen, die ihn nichts angehen und dann macht er sich auch noch über meine Nichte her und ...“
„Jetzt tust du dem armen Gunnar aber wirklich unrecht, Onkel Asgeir!“ unterbrach ihn Josefina vorwurfsvoll, „Der war an dem fraglichen Abend nicht mal in meiner Nähe!“
Ihr Onkel warf ihr einen mörderischen Blick zu und musterte dann seinen Schwager, als hätte er ein besonders ekelhaftes Insekt vor sich.
„Was hast du mir da für ein durch und durch verdorbenes, lasterhaftes, impertinentes Subjekt in meine anständige Familie eingeschleppt?!“
Viktor Stenrud würdigte ihn keines Blickes. „Jetzt sag‘ mir endlich, wer es war!!!“ herrschte er Josefina an, „Ich bring‘ den Kerl um, das schwöre ich!“
„Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich mein Kind zur Halbwaise mache!“ Josefina erhob sich mit der Würde einer Königin und ging auf die Stufen zu, die in den Garten führten, „Außerdem werde ich den Vater selbstverständlich heiraten! Und jetzt glaube ich, dass mir ein kleiner Spaziergang sehr gut tun würde – kommst du mit, Jonetta?“
Sie blinzelte ihrer Cousine kurz zu. Jonetta nickte und hüpfte hinter ihrer Cousine her, die Verandastufen hinunter in den Garten.


Besser?

*Eine Huldra ist übrigens ein norwegischer Waldgeist bzw. ein Walddämon in Frauengestalt.
In meinem fertigen Buch werde ich wohl einen Anhang mit Erläuterungen zu den speziellen norwegischen Begriffen einfügen.
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SilkeE
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BeitragVerfasst am: 10.12.2021 13:33    Titel: Antworten mit Zitat

Chamomila hat Folgendes geschrieben:


Ja, stimmt schon - allerdings hab ich auch keine Szenen, bei denen er in der Öffentlichkeit einen Wutausbruch kriegt. Die spart er sich tatsächlich für die eigenen vier Wände auf.
Verbale Entgleisungen wie z.B. taktlose oder verletzende Kommentare - vor allem gegenüber Leuten, denen er sich gesellschaftlich und/oder moralisch überlegen fühlt - können allerdings auch in der Öffentlichkeit vorkommen.

Die Veranda von den Hjerdesteds, wo sich die Szene abspielt, ist ein halbgeschlossener Raum, ähnlich wie die Veranda auf dem angehängten Foto:


Ich kenne mich in der Zeit nicht besonders gut aus und habe auch wirklich keinen Einblick! Aber ... ich habe die Vermutung, dass es nicht ganz so schwarz und weiß war zu jener Zeit. Selbst innerhalb des eigenen Heims gab es bestimmt öffentliche, semi-öffentliche und private Bereiche, und eine Veranda, selbst mit Überdachung, wäre meiner Ansicht nach zumindest ein semi-öffentlicher Bereich. Vor allem, wenn dort von einem Mädchen der Kaffee hereingetragen und eingeschenkt wird.

Ich denke da zum Beispiel an die tollen Wohnungen der Gründerzeit hier in Berlin, wo die repräsentativen Räume zur Straße hin oftmals 355 Tage im Jahr verschlossen blieben und nur für den hohen Besuch geöffnet wurden. Dahinter lag das so genannte Berliner Zimmer, was den Lebensmittelpunkt der Familie darstellte, wo gegessen und musiziert wurde. In den Seitenflügel hinein waren dann die privaten Schlafzimmer, die Küche und die Kammer der Magd. Ja, ein und dieselbe Wohnung, aber eben mit Abstufungen.

Oder ich denke an Thomas Mann, dessen Arbeitszimmer ihm heilig war, und das keines seiner zahlreichen Kinder betreten durfte.

Nur so als Denkanreiz.
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SilkeE
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BeitragVerfasst am: 10.12.2021 13:56    Titel: Antworten mit Zitat

Erstmal vorneweg - ich bin nur eine Stimme von vielen. Was ich hier sage und vorschlage, ist nicht Gesetz. Ich sage hier nur, was mir negativ auffällt und was ich persönlich anders machen würde.

Chamomila hat Folgendes geschrieben:

„Ich weiß etwas, was ihr nicht wisst!“ Oje - nein, das würde ich sofort wieder streichen. Sorry. Aber das klingt wie das Kinderlied "Ich seh was, was du nicht siehst", und das lässt deine Prota sehr, sehr jung und naiv erscheinen. Du kannst auch ohne diesen Satz die Szene beginnen, also meiner Meinung nach, raus damit.
Josefina sang leise und triumphierend das Wort würde ich nicht benutzen an dieser Stelle vor sich hin, während sie die kleine Schmuckspange aus Elfenbein, die sie von Krister zum Namenstag bekommen hatte, am Kragen ihrer Spitzenbluse befestigte. Bandwurmsatz. Kannst du das in kleinere aufteilen? Weiß der Leser bereits, wer ihr die Brosche gegeben hat? Dann könntest du das auch weglassen, schließlich denkt der Leser ja auch ein wenig mit. Ansonsten schöne Symbolik. Ihr war klar, dass sie ihrer Familie bald mitteilen musste, wie die Dinge standen. Aber sie hatte keine Angst davor: so, wie die Dinge standen Wiederholung vom vorigen Satz, rückte Krister damit für sie in greifbare Nähe – ganz gleich, was ihre Eltern von ihm hielten!
Sie lächelte ihrem Spiegelbild zu und ging die Treppe hinunter ins Esszimmer. Dort war bereits die restliche Familie versammelt: Vater und Mutter, Onkel Asgeir, Tante Nora, Jonetta und Marianna. Hey, keine Nachnamen! Finde ich viel besser so! Sind ja nicht auf dem Amt. Wenn du aus Josefinas Sicht erzählst, dann betet sie ja nicht auch ständig die Nachnamen ihrer Verwandtschaft durch Nur Kristers Platz war leer. Bedeutungsschwanger, sehr hübsch! Josefina warf einen raschen Blick auf ihre Cousine, dachte an ihr kleines Gespräch vom letzten Abend und setzte sich ebenfalls. Was macht derweil die Cousine? Guckt sie das Kristall auf dem Tisch an? Erwidert sie den Blick? Lächelt sie? Und überhaupt, was machen denn grad die anderen so? Plaudern sie?
Die Sonne schien hell und freundlich auf den reich gedeckten Frühstückstisch. Dorthea kam mit der Kanne herein und der Duft von frischem Kaffee erfüllte den Raum.
Im nächsten Moment Plötzlich? presste Josefina mit einem leisen Würgen die Hand auf den Mund. Überleg mal, ob du uns Lesern nicht erst die Innenperspektive geben willst. Was geht durch ihren Kopf, während sie die Familie da vor sich sieht. Malt sie sich die Szene schon mal auf. Und dann, sobald sie der Kaffeeduft trifft, überrollt sie da eine Welle der Übelkeit? Sie sprang auf, stürzte auf die Veranda hinaus Tür ist schon auf? und übergab sich in die Pelargonien. Anschließend Das klingt sehr berichtsmäßig ... "Als nichts mehr kam, taumelte sie zurück und ließ sich ..." ließ sie sich leise aufseufzend in den Korbstuhl sinken. Nach und nach kam auch die restliche Familie. So tröpfchenweise? Gelangweilt?
„Josefina!“ Nora Hjerdested stürzte sich wie ein Habicht auf sie Ah, nee, offenbar doch nicht. Sie stürzt hinzu - schön starkes Verb! und nahm ihre Hand, Punkt„Kindchen! Was ist denn mit dir? Bist du krank? Fehlt dir was?“
Josefina schüttelte den Kopf. Sie war kreidebleich Das kann Josefina eigentlich nicht wissen, es sei denn, da ist ein Spiegel. Das wäre etwas, was ich Nora ausrufen lassen würde - "Josefina, du bist ja kreidebleich!" und lehnte sich erschöpft zurück, auf ihrer Stirn standen Schweißperlen, aber sie strahlte über das ganze Gesicht: Ich komme immer noch nicht so recht damit klar, wie du diesen Widerspruch erzählst. Vielleicht eher sowas wie "Sie lehnte sich zurück, schaute in die besorgten Gesichter und sagte mit einem triumphierenden Lächeln: Ich erwarte ein Kind!"
„Ich werde Mutter!“
Was folgte, war Totenstille. Hier tritt der Erzähler sehr stark hervor. Josefinas Stiefmutter tastete kreidebleich schon wieder kreidebleich nach dem Türrahmen und hielt sich daran fest. Nora Hjerdested griff in ihrer Kleidertasche nach dem Riechsalz. Ihr Mann starrte Josefina an, als hätte sie sich vor seinen Augen in eine Huldra* verwandelt. Marianna und Josefina spähten neugierig um die Ecke, sichtlich bemüht, unauffällig zu bleiben, damit man sie nicht bemerkte und wegschickte. Viktor Stenrud fasste sich als Erster. YES! Viel besser! Du zeigst den Schock. Du brauchst die Stille gar nicht erwähnen. Man fühlt, dass keiner mehr was sagen kann.
„Du wirst was?!“
„Mutter.“ wiederholte Josefina ruhig und lächelte stolz. Stolz ist wertend. Nur sehr gezielt einsetzen. Überlege, ob du es zeigen kannst in ihrer Haltung. Vielleicht reckt sie das Kinn oder betrachtet ihre Fingernägel.
 „Und wer …“ die Stimme von Josefinas Vater klang mühsam beherrscht vielleicht räuspert er sich, weil die Stimme belegt ist?, „… ist der Vater?“ Hübsch
Josefina schwieg und lächelte weiter. Sie ließ sich zurückfallen und blieb ihm eine Antwort schuldig. Ihre Familie sollte diese frohe Neuigkeit besser erst einmal gründlich verdauen, fand sie, bevor man ihnen die genaueren Details und Umstände beibringen konnte … Keine Pünktchen
Asgeir Hjerdested stand wie eine abgezogene Handgranate neben den Pelargonien. Das kann ich mir immer noch nicht vorstellen. Beschreibe es lieber anhand von Haltung, Bewegung und Gesichtsausdruck.
„Ich wette, das war dieser verdammte Tischler!“ knurrte er, „Na, der kann sich auf was gefasst machen! Wenn ich den erwische, erkennt der sich drei Wochen lang nicht wieder! Erst macht der mir meinen Sohn rebellisch und steckt seine Nase in Sachen, die ihn nichts angehen und dann macht er sich auch noch über meine Nichte her und ...“
„Jetzt tust du dem armen Gunnar aber wirklich unrecht, Onkel Asgeir!“ unterbrach ihn Josefina vorwurfsvoll, Vielleicht tadelnd? Ich finde das Wort an dieser Stelle wirklich nicht passend ... „Der war an dem fraglichen Abend nicht mal in meiner Nähe!“
Ihr Onkel warf ihr einen mörderischen Blick zu und musterte dann seinen Schwager, als hätte er ein besonders ekelhaftes Insekt vor sich.
„Was hast du mir da für ein durch und durch verdorbenes, lasterhaftes, impertinentes Subjekt in meine anständige Familie eingeschleppt?!“
Viktor Stenrud würdigte ihn keines Blickes. „Jetzt sag‘ mir endlich, wer es war!!!“ herrschte er Josefina an, „Ich bring‘ den Kerl um, das schwöre ich!“ Er ballte drohend die Faust? Er lief rot an? Seine Augen traten aus den Höhlen? Eine Ader pulsierte bedrohlich auf der Stirn?
„Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich mein Kind zur Halbwaise mache!“, erwiderte Josefina ruhig. Sie erhob sich mit der Würde einer Königin und ging auf die Stufen zu, die in den Garten führten, „Außerdem werde ich den Vater selbstverständlich heiraten! Und jetzt glaube ich, dass mir ein kleiner Spaziergang sehr gut tun würde – kommst du mit, Jonetta?“
Sie blinzelte ihrer Cousine kurz zu. Jonetta nickte und eilte ihr hinterher.


Besser? Ja, schon besser. Ist bestimmt noch Luft nach oben. Aber der Text macht sich! Bravo!

*Eine Huldra ist übrigens ein norwegischer Waldgeist bzw. ein Walddämon in Frauengestalt.
In meinem fertigen Buch werde ich wohl einen Anhang mit Erläuterungen zu den speziellen norwegischen Begriffen einfügen.
Ja, das wissen die Leser bestimmt zu schätzen.
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Chamomila
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Beiträge: 117



BeitragVerfasst am: 10.12.2021 15:04    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

So - noch mal überarbeitet...
(Netterweise ist heute sonst nicht viel los, so dass ich ein bisschen Zeit dazu hab!)

Josefina sang leise und triumphierend vor sich hin, während sie die kleine Schmuckspange aus Elfenbein, die sie von Krister zum Namenstag bekommen hatte*, am Kragen ihrer Spitzenbluse befestigte. Ihr war klar, dass sie ihrer Familie bald mitteilen musste, wie die Dinge standen. Aber sie hatte keine Angst davor: durch diese Tatsachen rückte Krister für sie in greifbare Nähe – ganz gleich, was ihre Eltern von ihm hielten!
Sie lächelte ihrem Spiegelbild zu und ging die Treppe hinunter ins Esszimmer. Dort war bereits die restliche Familie versammelt: Vater und Mutter, Onkel Asgeir, Tante Nora, Jonetta und Marianna. Nur Kristers Platz war leer. Josefina warf einen raschen Blick auf ihre Cousine, die gelangweilt mit ihrem Löffel spielte. Sie dachte an ihr kleines Gespräch vom letzten Abend und setzte sich ebenfalls.
Die Sonne schien hell und freundlich auf den reich gedeckten Frühstückstisch. Dorthea kam mit der Kanne herein und der Duft von frischem Kaffee erfüllte den Raum.
Dieser Geruch… Josefina presste mit einem leisen Würgen die Hand auf den Mund. Sie sprang auf, stürzte auf die Veranda hinaus und übergab sich in die Pelargonien. Als nichts mehr kam, ließ sie sich leise aufseufzend in den Korbstuhl fallen. Nach und nach kam auch die restliche Familie.
„Josefina!“ Nora Hjerdested stürzte sich wie ein Habicht auf sie und nahm ihre Hand, „Kindchen! Du bist ja bleich wie der Tod! Was ist denn mit dir? Bist du krank? Fehlt dir was?“
Josefina schüttelte den Kopf und lehnte sich erschöpft zurück. Auf ihrer Stirn standen Schweißperlen, sie lächelte ihre Familie triumphierend an:
„Ich werde Mutter!“
Niemand sagte ein Wort. Im Speisezimmer schlug leise eine Tür zu, offenbar hatte Dorthea gerade taktvoll den Raum verlassen. Josefinas Stiefmutter tastete kreidebleich nach dem Türrahmen und hielt sich daran fest. Nora Hjerdested griff in ihrer Kleidertasche nach dem Riechsalz. Ihr Mann starrte Josefina an, als hätte sie sich vor seinen Augen in eine Huldra verwandelt. Marianna und Jonetta spähten neugierig um die Ecke, sichtlich bemüht, unauffällig zu bleiben, damit man sie nicht bemerkte und wegschickte. Viktor Stenrud fasste sich als erster.
„Du wirst was?!“
„Mutter.“ wiederholte Josefina ruhig und hob das Kinn etwas.
 „Und wer …“ die Stimme von Josefinas Vater klang mühsam beherrscht, „… ist der Vater?“
Josefina ließ sich zurücksinken und blieb die Antwort schuldig. Ihre Familie sollte diese frohe Neuigkeit besser erst einmal gründlich verdauen, fand sie, bevor man ihnen die genaueren Details und Umstände beibringen konnte.
Asgeir Hjerdested stand wie eine abgezogene Handgranate** neben den Pelargonien.
„Ich wette, das war dieser verdammte Tischler!“ knurrte er, „Na, der kann sich auf was gefasst machen! Wenn ich den erwische, erkennt der sich drei Wochen lang nicht wieder! Erst macht der mir meinen Sohn rebellisch und steckt seine Nase in Sachen, die ihn nichts angehen und dann macht er sich auch noch über meine Nichte her und ...“
„Jetzt tust du dem armen Gunnar aber wirklich unrecht, Onkel Asgeir!“ unterbrach ihn Josefina vorwurfsvoll***, „Der war an dem fraglichen Abend nicht mal in meiner Nähe!“
Ihr Onkel warf ihr einen mörderischen Blick zu und musterte dann seinen Schwager, als hätte er ein besonders ekelhaftes Insekt vor sich.
„Was hast du mir da für ein durch und durch verdorbenes, lasterhaftes, impertinentes Subjekt in meine anständige Familie eingeschleppt?!“
„Asgeir! Bitte!“ Seine Frau legte ihm beruhigend die Hand auf den Arm. Er schüttelte sie ab.
„In meinem eigenen Haus rege ich mich auf, wie und wo ich will!“ zischte er.
Viktor Stenrud würdigte die beiden keines Blickes. „Jetzt sag‘ mir endlich, wer es war!!!“ herrschte er Josefina an und ballte die Faust, „Ich bring‘ den Kerl um, das schwöre ich!“
„Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich mein Kind zur Halbwaise mache!“ erwiderte Josefina ruhig. Sie erhob sich mit der Würde einer Königin und ging auf die Stufen zu, die in den Garten führten, „Außerdem werde ich den Vater selbstverständlich heiraten! Und jetzt glaube ich, dass mir ein kleiner Spaziergang sehr gut tun würde – kommst du mit, Jonetta?“
Sie blinzelte ihrer Cousine kurz zu. Jonetta nickte und rannte hinter ihr her, bevor ihr Vater sie zurückhalten konnte.

*Dass sie die Spange von Krister bekommen hat, wird hier zum ersten Mal erwähnt: so oft ist Josefina nicht auf dem Gestüt Hesterhaugen zu Besuch, dass es vorher schon eingebaut werden könnte.

**Muss mir noch durch den Kopf gehen lassen, ob und wie ich das anschaulicher beschreibe...

***habs mal mit "tadelnd" probiert - passt nicht so wirklich.
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