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Welche Fassung ins Skript nehmen? A oder B?


 

 
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Chamomila
Geschlecht:weiblichLeseratte


Beiträge: 117



BeitragVerfasst am: 19.01.2022 21:23    Titel: Welche Fassung ins Skript nehmen? A oder B? eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hej!

Gerade sitze ich an der Passage, an der mein Hobbydetektiv Krister - frisch vom Verwandtenbesuch in Oslo zurückgekommen - seinem besten Freund Gunnar und dessen kleiner Schwester ein paar Anekdoten über sein Leben in der Stadt erzählt.
Ich hab jetzt zwei Fassungen - der erste Entwurf war mir neulich durch einen Fehler beim Speichern durch die Lappen gegangen, ist aber heute überraschend wieder als vorher ausgedruckte Kopie wieder aufgetaucht.
Und dann der zweite Entwurf, den ich dann noch mal neu geschrieben hatte.

Was meint ihr, welcher ist besser und sollte drin bleiben?

Fassung A:
Zitat:
„An den meisten Abenden haben sie drauf bestanden, dass ich zu etwas mitkomme, was sie ‚Soiree‘ genannt haben. Da hab ich dann irgendwo ’rumgesessen oder ’rumgestanden, wie bestellt und nicht abgeholt und hab nicht gewusst wohin mit mir – und das in einem fürchterlich steifen Anzug und mit ‘ner albernen Schleife um den Hals, wie so ‘n Schoßhündchen – und auf den Tischen haben eine Menge Sachen gestanden, die man essen sollte, aber die waren irgendwie … - also, ich meine … - habt ihr schon mal rohe, glitschige Muscheln aus der Schale geschlabbert? Oder Fischlaich gegessen?“
Solveig krauste ihre Nase und Gunnar schüttelte schaudernd den Kopf:
„Nee – und ich hoffe, dass es mit mir auch nie so weit kommt ... - wie schmeckt denn Fischlaich?“
„Sehr salzig“, stellte Krister trocken fest, „Und sonst eben wie toter Fisch ... – Ja, und dann sollte ich entweder irgendwelche endlosen Vorträge anhören oder mit irgendwelchen wildfremden Damen plaudern ... - Und dabei musste ich die ganze Zeit fürchterlich aufpassen, dass ich nicht vor lauter Langeweile schlafend vom Stuhl kippe!“
Solveig gähnte und Krister nickte grinsend.
„Ja – genauso hab ich mich da auch gefühlt.“
Solveig kuschelte sich an ihren Bruder und blinzelte schläfrig.
„Einmal“, fuhr Krister fort, „musste ich auch mit in die Oper - das ist ähnlich wie eine Soiree, nur dass man da nicht unbedingt mit fremden Frauen reden muss, und dass es da dunkel ist und vorne ständig irgendjemand in altmodischen Kleidern irgendeinen langen Klagegesang auf italienisch anstimmt – das hört sich ähnlich an, wie eine Zahnbehandlung bei Tore Sjøberg – und immer wenn man denkt, jetzt ist er endlich fertig damit, fängt er wieder von vorn an! Aber wenigstens fällt es da nicht so auf, wenn man irgendwann einschläft … - naja, außer man fängt plötzlich an, laut zu schnarchen, so wie ich …“


Fassung B:
Zitat:
„An den meisten Abenden haben sie drauf bestanden, dass ich zu etwas mitkomme, was sie ‚Soiree‘ genannt haben. Da hab ich dann irgendwo ’rumgesessen oder ’rumgestanden, wie bestellt und nicht abgeholt und hab nicht gewusst wohin mit mir – und das in einem fürchterlich steifen Anzug und mit ‘ner albernen Schleife um den Hals, wie so ‘n Schoßhündchen – und auf den Tischen haben eine Menge Sachen gestanden, die man essen sollte, aber die waren irgendwie … - also, ich meine … - habt ihr schon mal rohe, glitschige Muscheln aus der Schale geschlabbert? Oder Fischlaich gegessen?“
Solveig krauste ihre Nase und Gunnar schüttelte schaudernd den Kopf:
„Nee – und ich hoffe, dass es mit mir auch nie so weit kommt ... - wie schmeckt denn Fischlaich?“
„Sehr salzig“, stellte Krister trocken fest, „Und sonst eben wie toter Fisch... – Ja, und dann sollte ich entweder irgendwelche endlosen Vorträge anhören oder mit irgendwelchen wildfremden Damen plaudern ... - Und dabei musste ich die ganze Zeit fürchterlich aufpassen, dass ich nicht vor lauter Langeweile schlafend vom Stuhl kippe!“
Solveig gähnte und Krister nickte grinsend.
„Ja – genauso hab ich mich da auch gefühlt.“
Solveig kuschelte sich an ihren Bruder und blinzelte schläfrig.
„Einmal“, fuhr Krister fort, „musste ich auch mit in eine Oper. Die hat wenigstens den Vorteil, dass da nichts Grässliches gegessen werden muss – aber sonst ... Ich meine, ich mag ja Musik – aber nicht gerade stundenlange laute Klagegesänge. Das hört sich etwa an, wie eine Zahnbehandlung bei Tore Sjøberg! Und außerdem versteht man kein Wort davon, weil alles auf italienisch gesungen wird. Aber wenigstens fällt es da nicht so auf wie bei einer Soirée, wenn man irgendwann vor Langeweile einschläft … - naja, außer man fängt plötzlich an, laut zu schnarchen, so wie ich …“


Was meint ihr? Fassung A oder B?

LG, Cammy

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Maunzilla
Reißwolf


Beiträge: 1640



BeitragVerfasst am: 19.01.2022 22:03    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sehe da keinen großen Unterschied. ^^"
Ich würde vielleicht ein klein wenig mehr zu Version 2 neigen.

Du machst ein ziemliches Durcheinander mit den Satzzeichen. ' ist der Apostroph oder das Auslassungszeichen. `und ´sind Akzente. Die gehören nur über Buchstaben (é, è) aber nicht lose in den Text. Wink

Im ersten Satz würde ich nicht unbedingt zweimal das Perfekt verwenden. ...was sie Soirée nannten. klingt für mich etwas eleganter.
Soirée kann man auf Deutsch mit oder ohne Akzent schreiben, aber dann bitte immer gleich.  Wink

Nur so ein Gedanke: Sind Muscheln in Schweden so eine ungewöhnliche Speise? Ich dachte als Küstenland wären Meerestiere und Fisch eine alltägliche Kost. Aber vielleicht leben diese Leute auch weiter weg von der Küste und sind es dann nicht gewöhnt...


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HansGlogger
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Beiträge: 154
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 19.01.2022 22:22    Titel: Antworten mit Zitat

Du solltest die Unterschiede in den Fassungen kenntlich machen. Farbe und Fettdruck
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Chamomila
Geschlecht:weiblichLeseratte


Beiträge: 117



BeitragVerfasst am: 19.01.2022 22:38    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ah, Tausend Dank!

Ja, dann also eher Fassung 2...

Ja, du hast recht mit deiner Vermutung:
Gunnar, Solveig, Krister und Co leben eher landeinwärts, in einem winzigen, abgelegenen norwegischen Bauerndorf. Also, diese Art von Dorf, in dem die Zahnschmerzen noch vom Schmied behandelt werden...
Das Dorf ist einen Tagesmarsch von der nächsten Bahnstation und mit der Bahn etwa eine Tagesreise von der nächsten Hafenstadt entfernt.
Fisch gibt es da zwar, aber eben selbst gefangenen (wie Lachs oder Forelle) aus einem Fluss in der Nähe.
So vornehme, ausgefallene (und leicht verderbliche) Delikatessen wie Austern und Kaviar dürften da also eher unbekannt sein - besonders bei der einfachen Bevölkerung, zu der auch Gunnar und Solveig gehören.

LG, Cammy
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Chamomila
Geschlecht:weiblichLeseratte


Beiträge: 117



BeitragVerfasst am: 19.01.2022 22:44    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ah, okay, @Hans Glogger - es geht um die (jetzt markierte) Passage:

Fassung A:
Zitat:
„An den meisten Abenden haben sie drauf bestanden, dass ich zu etwas mitkomme, was sie ‚Soirée‘ genannt haben. Da hab ich dann irgendwo ’rumgesessen oder ’rumgestanden, wie bestellt und nicht abgeholt und hab nicht gewusst wohin mit mir – und das in einem fürchterlich steifen Anzug und mit ‘ner albernen Schleife um den Hals, wie so ‘n Schoßhündchen – und auf den Tischen haben eine Menge Sachen gestanden, die man essen sollte, aber die waren irgendwie … - also, ich meine … - habt ihr schon mal rohe, glitschige Muscheln aus der Schale geschlabbert? Oder Fischlaich gegessen?“
Solveig krauste ihre Nase und Gunnar schüttelte schaudernd den Kopf:
„Nee – und ich hoffe, dass es mit mir auch nie so weit kommt ... - wie schmeckt denn Fischlaich?“
„Sehr salzig“, stellte Krister trocken fest, „Und sonst eben wie toter Fisch ... – Ja, und dann sollte ich entweder irgendwelche endlosen Vorträge anhören oder mit irgendwelchen wildfremden Damen plaudern ... - Und dabei musste ich die ganze Zeit fürchterlich aufpassen, dass ich nicht vor lauter Langeweile schlafend vom Stuhl kippe!“
Solveig gähnte und Krister nickte grinsend.
„Ja – genauso hab ich mich da auch gefühlt.“
Solveig kuschelte sich an ihren Bruder und blinzelte schläfrig.
„Einmal“, fuhr Krister fort, „musste ich auch mit in die Oper - das ist ähnlich wie eine Soirée, nur dass man da nicht unbedingt mit fremden Frauen reden muss, und dass es da dunkel ist und vorne ständig irgendjemand in altmodischen Kleidern irgendeinen langen Klagegesang auf italienisch anstimmt – das hört sich ähnlich an, wie eine Zahnbehandlung bei Tore Sjøberg – und immer wenn man denkt, jetzt ist er endlich fertig damit, fängt er wieder von vorn an! Aber wenigstens fällt es da nicht so auf, wenn man irgendwann einschläft … - naja, außer man fängt plötzlich an, laut zu schnarchen, so wie ich …“


Fassung B:
Zitat:
„An den meisten Abenden haben sie drauf bestanden, dass ich zu etwas mitkomme, was sie ‚Soirée‘ genannt haben. Da hab ich dann irgendwo ’rumgesessen oder ’rumgestanden, wie bestellt und nicht abgeholt und hab nicht gewusst wohin mit mir – und das in einem fürchterlich steifen Anzug und mit ‘ner albernen Schleife um den Hals, wie so ‘n Schoßhündchen – und auf den Tischen haben eine Menge Sachen gestanden, die man essen sollte, aber die waren irgendwie … - also, ich meine … - habt ihr schon mal rohe, glitschige Muscheln aus der Schale geschlabbert? Oder Fischlaich gegessen?“
Solveig krauste ihre Nase und Gunnar schüttelte schaudernd den Kopf:
„Nee – und ich hoffe, dass es mit mir auch nie so weit kommt ... - wie schmeckt denn Fischlaich?“
„Sehr salzig“, stellte Krister trocken fest, „Und sonst eben wie toter Fisch... – Ja, und dann sollte ich entweder irgendwelche endlosen Vorträge anhören oder mit irgendwelchen wildfremden Damen plaudern ... - Und dabei musste ich die ganze Zeit fürchterlich aufpassen, dass ich nicht vor lauter Langeweile schlafend vom Stuhl kippe!“
Solveig gähnte und Krister nickte grinsend.
„Ja – genauso hab ich mich da auch gefühlt.“
Solveig kuschelte sich an ihren Bruder und blinzelte schläfrig.
„Einmal“, fuhr Krister fort, „musste ich auch mit in eine Oper. Die hat wenigstens den Vorteil, dass da nichts Grässliches gegessen werden muss – aber sonst ... Ich meine, ich mag ja Musik – aber nicht gerade stundenlange laute Klagegesänge. Das hört sich etwa an, wie eine Zahnbehandlung bei Tore Sjøberg! Und außerdem versteht man kein Wort davon, weil alles auf italienisch gesungen wird. Aber wenigstens fällt es da nicht so auf wie bei einer Soirée, wenn man irgendwann vor Langeweile einschläft … - naja, außer man fängt plötzlich an, laut zu schnarchen, so wie ich …“


PS: die fehlplatzierten "Akzentzeichen" krieg ich nicht verbessert: die Apostroph-Zeichen sehen in dieser Schriftart hier leider zum verwechseln ähnlich aus...
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Ralphie
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Beiträge: 6184
Wohnort: Elsdorf
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BeitragVerfasst am: 20.01.2022 07:29    Titel: Antworten mit Zitat

Ich plädiere für Fassung A, wenn du die unnötigen Apostrophe und halben Anführungszeichen dem Müllcontainer anvertraust.
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Skatha
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BeitragVerfasst am: 20.01.2022 08:21    Titel: Antworten mit Zitat

meine Stimme geht an Version A - empfinde ich als fließender beim Lesen und auch als humorvoller.

LG Skatha


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HansGlogger
Geschlecht:männlichLeseratte

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Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 20.01.2022 08:28    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
nur dass man da nicht unbedingt mit fremden Frauen reden muss


Der Halbsatz aus Fassung A ist witzig und charakterisiert die Person deutlich. In der anderen fehlt er. Du musst entscheiden, ob diese Charakterzeichnung der Figur an dieser Stelle passt. Falls ja, würde ich diese  Fassung nehmen oder den Halbsatz in die andere einbauen.
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