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Hör auf die Stille


 

 
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Elena
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 79
Beiträge: 112
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 21.09.2020 12:05    Titel: Hör auf die Stille eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Unter dem Licht sitzen,
die Kühle der weichenden
Nacht auf der Haut,
erste Geräusche der Straße,
fremd aller Poesie.

So der Morgen,
wenn die Nacht aus Träumen
erwacht und unentwegt
eine energische Amsel
die Frühe besingt.

Allmählich werden
Gedanken zur Form, Fragen,
die sich von selbst ergeben,
und vorm Haus startet
jemand sein Auto.

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Nina
Geschlecht:weiblichDichterin


Beiträge: 4724



BeitragVerfasst am: 23.10.2020 11:52    Titel: Re: Hör auf die Stille Antworten mit Zitat

Liebe Elena,

ein Gedicht über die Stille. Ich gehe mal durch die Strophen:

Elena hat Folgendes geschrieben:
Unter dem Licht sitzen,
die Kühle der weichenden
Nacht auf der Haut,
erste Geräusche der Straße,
fremd aller Poesie.


Unter dem Licht sitzen, ... das könnte die Sonne sein, eine Lampe oder auch das Glück.
Die Kühle der weichenden ... ganz wunderbar gesagt! Die Kühle der Weichenden ...
Nacht auf der Haut ... ein starkes Bild, mit den vorhergehenden Zeilen zusammen, lese ich es als "aufsteigende Helligkeit", der Tag beginnt.
In der letzten Zeile lese ich "fern aller Poesie". Irgendwie ist mir das fremd hier zu fremd. Für mich gehen "Geräusche der Straße" und "Poesie" zusammen, d.h. ich kann mir schon Poetisches dazu vorstellen bzw. "zusammendenken". Insofern ist es für mich eher "fern" als "fremd", aber das kann ja subjektiv anders empfunden werden.

Elena hat Folgendes geschrieben:
So der Morgen,
wenn die Nacht aus Träumen
erwacht und unentwegt
eine energische Amsel
die Frühe besingt.


Die singende Amsel ist ein schönes, verdichtetes Bild, wie herausgenommen aus einem Gesamten. Die Nacht, die aus Träumen erwacht, gefällt mir auch sehr.

Elena hat Folgendes geschrieben:
Allmählich werden
Gedanken zur Form, Fragen,
die sich von selbst ergeben,
und vorm Haus startet
jemand sein Auto.


Hier kann ich den Übergang nicht so ganz finden. Vorher die Beschreibungen, atmosphärisch, und hier ganz "denkerisch". Eher kühl als sanft. Eher bedrängend, als beruhigend. Andererseits passt es zum Tagesanbruch. Also das Denken war ja im Traum und wurde vielleicht geweckt durch die energische Amsel. Und schon rattern die Fragen los. Und überhaupt beginnen die Geräusche mehr zu werden, wie durch das startende Auto auf der Straße angestoßen. Vielleicht ist es so von Dir gedacht.

Warum es "Hör auf die Stille" heißt, weiß ich allerdings nicht so genau. Für mein Empfinden beschreibst Du hier den Übergang, von der Ruhe ins städtische Treiben sozusagen. Den Titel kann ich gedanklich nicht richtig "ansetzen" an das, was hier beschrieben ist.

Gerne gelesen.

Liebe Grüße
Nina


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Liebe tut der Seele gut.
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Elena
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 79
Beiträge: 112
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 23.10.2020 14:33    Titel: Hör auf die Stille pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe Nina,

aha, mit diesem Gedicht kommst du nicht so recht klar. Ich beschreibe darin den dämmernden Morgen eines noch nicht begonnenen Tages mit seinen Eindrücken, der vom Gedicht ablenken würde. Gewöhnlich schreibe ich nämlich am Morgen. Das geht also nicht daraus hervor, dass es sich um ein Gedicht um das Schreiben handelt. Muss ich was ändern. Beim Schreiben bin ich nicht sozusagen momentan, sondern im Gedicht, und die Umwelt wird unwichtig. Erst das startende Auto bringt mich zurück in die Gegenwart. Das wollte ich ausdrücken. Tja, da muss ich sehen, was ich mit dem Gedicht anstelle. Vielleicht schreibe ich es ganz neu. Hab vielen Dank, Nina, deine Einschätzung hilft mir und dem Gedicht.

Lieben Gruß, Elena
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schwarzer lavendel
Geschlecht:weiblichLeseratte


Beiträge: 148



BeitragVerfasst am: 23.10.2020 14:40    Titel: Antworten mit Zitat

liebe elena,
schreib lieber ein neues und lass das.

Allmählich werden
Gedanken zur Form

das ließe sich variieren.
damit spielen meine gedanken noch.

ich stelle heute auch ein neues ein.
liebe grüße
charlotte


_________________
poesie ist die fortsetzung der verzweiflung.
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Nina
Geschlecht:weiblichDichterin


Beiträge: 4724



BeitragVerfasst am: 23.10.2020 14:52    Titel: Re: Hör auf die Stille Antworten mit Zitat

Liebe Elena,

Elena hat Folgendes geschrieben:
Liebe Nina,

 Ich beschreibe darin den dämmernden Morgen eines noch nicht begonnenen Tages mit seinen Eindrücken, der vom Gedicht ablenken würde. Gewöhnlich schreibe ich nämlich am Morgen. Das geht also nicht daraus hervor, dass es sich um ein Gedicht um das Schreiben handelt. Muss ich was ändern.


es war lediglich der Titel, den ich mit dem Inhalt nicht zusammen bringen konnte. Nun, nach Deiner Erklärung, verstehe ich den Zusammenhang. Ich habe eine Idee zu Deinen Änderungsgedanken, vielleicht kannst Du etwas damit anfangen. Es ist nur eine Kleinigkeit.

Tatsächlich braucht es m.E. zumindest einen weiteren Hinweis auf das Schreiben von Gedichten. Du hast es ja bereits angerissen, als Du "fremd aller Poesie" schriebst. Insofern würde ich auch davor den Hinweis setzen. Ich denke, das kann auf diese Weise geschehen, ohne das gesamte Gedicht neu schreiben zu müssen.

Bislang heißt es in der ersten Strophe:

Zitat:
Unter dem Licht sitzen,
die Kühle der weichenden
Nacht auf der Haut,
erste Geräusche der Straße,
fremd aller Poesie.


Das ließe sich m.E. leicht verändern zu:

Zitat:
Unter dem Licht sitzen [mit einem Stift / mit einem leeren / weißen Blatt Papier],
die Kühle der weichenden
Nacht auf der Haut,
erste Geräusche der Straße,
fremd aller Poesie.


Also so in diese Richtung. Dann wäre es m.E. auch gleich von der Richtung (inhaltlich) klar(er).


Elena hat Folgendes geschrieben:
Beim Schreiben bin ich nicht sozusagen momentan, sondern im Gedicht, und die Umwelt wird unwichtig. Erst das startende Auto bringt mich zurück in die Gegenwart. Das wollte ich ausdrücken.


Diesen "Zustand" kenne ich sehr, sehr gut. Vom Malen und Zeichnen auch, auch vom Schreiben. Es ist wie ein "inneres Versenken", wie "eine Meditation" sozusagen, bzw. Einssein mit dem, was man gerade tut.

Elena hat Folgendes geschrieben:
Hab vielen Dank, Nina, deine Einschätzung hilft mir und dem Gedicht.


Gern geschehen, liebe Elena. Vielleicht helfen Dir nun auch die weiteren Gedanken.

Liebe Grüße zurück
Nina


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Babella
Geschlecht:weiblichKlammeraffe

Alter: 57
Beiträge: 712

Das goldene Aufbruchstück Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 23.10.2020 15:14    Titel: Antworten mit Zitat

Ganz ehrlich, an Gedichten schätze ich, dass ich mir meine eigenen Gedanken machen kann. Dein Hinweis, dass es um das Schreiben geht, verdirbt mir die Freude an deinen Zeilen. Schon wieder ein Gedicht über das Dichten, gähn. Ich fand es beim ersten Lesen hübsch, und Poesie ist ja nicht nur "was mit Gedichten", sondern auch so ein Lebensgefühl.

Also, das nur mal so als Kontrapunkt.
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Minerva
Geschlecht:weiblichEselsohr


Beiträge: 334



BeitragVerfasst am: 23.10.2020 15:25    Titel: Antworten mit Zitat

Mir gefällt es. Über das "fremd" stolper ich auch ein wenig.

Ich finde den Übergang ins "Denkerische" gelungen, weil das ja der Prozess ist, der stattfindet. Etwa genau bei der Hälfte: "erwacht und unentwegt".
Von der Nacht in den Tag, vom Formlosen ins die Form, von der Stille in den "Lärm".

Und den Hinweis, dass es ums Schreiben geht, hat Elena ja nur gegeben in Antwort auf Nina.
Warum soll sie ein Neues schreiben? Was habt ihr denn nur?  Neutral


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schwarzer lavendel
Geschlecht:weiblichLeseratte


Beiträge: 148



BeitragVerfasst am: 23.10.2020 15:27    Titel: Antworten mit Zitat

Minerva hat Folgendes geschrieben:
Mir gefällt es. Über das "fremd" stolper ich auch ein wenig.

Ich finde den Übergang ins "Denkerische" gelungen, weil das ja der Prozess ist, der stattfindet. Etwa genau bei der Hälfte: "erwacht und unentwegt".
Von der Nacht in den Tag, vom Formlosen ins die Form, von der Stille in den "Lärm".

Und den Hinweis, dass es ums Schreiben geht, hat Elena ja nur gegeben in Antwort auf Nina.
Warum soll sie ein Neues schreiben? Was habt ihr denn nur?  Neutral


sie soll es nicht ändern. das war der gedanke.
wenn, dann ein neues und dieses so lassen.


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Babella
Geschlecht:weiblichKlammeraffe

Alter: 57
Beiträge: 712

Das goldene Aufbruchstück Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 23.10.2020 15:47    Titel: Antworten mit Zitat

Wie man sich missverstehen kann, wenn man nur "lass es" schreibt.

Ja, finde ich übrigens auch: Lass es, wie es ist, und schreib ein anderes über das Schreiben, wenn es denn unbedingt sein muss Wink
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Minerva
Geschlecht:weiblichEselsohr


Beiträge: 334



BeitragVerfasst am: 23.10.2020 15:57    Titel: Antworten mit Zitat

Ach so, na dann Laughing
Ich war schon etwas verwundert.


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Elena
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 79
Beiträge: 112
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 23.10.2020 17:14    Titel: Hör auf die Stille pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe Nina,

Stift und Blatt Papier stimmen ja irgendwie nicht. Ich ändere den Anfang ungefähr so:

Vorm Computer sitzen,
die Kühle der weichenden Nacht
auf der Haut. Diese Stille.
Erste Geräusche der Straße,
fremd aller Poesie.

Jetzt müsste die Situation klar sein. Den Rest lass ich so. Danke noch mal Nina. Gewusst, wie.

Liebe, liebe Grüße, Elena
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Elena
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 79
Beiträge: 112
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 23.10.2020 17:29    Titel: Hör auf die Stille pdf-Datei Antworten mit Zitat

Meinen Dank an alle, die ins Gedicht gekuckt und sich Gedanken gemacht haben, wo es hakt. Ich bin Ninas Rat gefolgt, und ich denke, so geht es.

Es ist ja bloß ein Gelegenheitsgedicht, taugt nichts, aber zu schade für die Löschtaste, ein Genre-Bildchen sozusagen. Aber natürlich muss man da auch sauber arbeiten.

Liebe Grüße an alle, Elena
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schwarzer lavendel
Geschlecht:weiblichLeseratte


Beiträge: 148



BeitragVerfasst am: 24.10.2020 14:26    Titel: Re: Hör auf die Stille Antworten mit Zitat

Elena hat Folgendes geschrieben:

Vorm Computer sitzen,
die Kühle der weichenden Nacht
auf der Haut. Diese Stille.
Erste Geräusche der Straße,
fremd aller Poesie.


ich glaub, ich behalte das gedicht, wie es war.
liebe grüße
charlotte


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