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Übung - Lebendiger Dialog

 

 
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Teatime
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber

Alter: 32
Beiträge: 11
Wohnort: Köln


BeitragVerfasst am: 04.06.2018 19:15    Titel: Übung - Lebendiger Dialog eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo zusammen smile
Ich habe mich mal an dieser Übung versucht. Bin mir nicht ganz sicher, ob ich nicht zu viel Beschreibung dazwischen habe, aber vom Gefühl her passt das. Was meint ihr?

Liebe Grüße
Teatime




Das hämmernde Klopfen an der Tür des Einfamilienhauses mischte sich in das Stakkato des Regengeprassels. „He, Kershaw! Mach die verdammte Tür auf, ich weiß, dass du da bist! Deine Schrottlaube von Auto steht in der Einfahrt.“

„Johnny“, zischte Rob. Mit finsterer Miene zog er die Haustür auf, die daraufhin den Blick auf den gleichaltrigen, völlig durchnässten Jungen freigab.

„Ahh, hast dich also doch getraut, die Tür aufzumachen. Dachte schon ich muss noch lauter klopfen, weil du dich unter der Bettdecke versteckst.“

Rob verschränkte die Arme vor der Brust. „Was willst du? Und was machst du bei diesem Sauwetter überhaupt draußen?“

„Hatte was zu erledigen. Aber die Karre von meinem Alten wurde von einem Ast getroffen.“

Neugierig lehnte Rob sich zur Seite, während ein Blitz am unwettergeplagten Himmel zuckte. „Ohhh. Na, so ein Pech.“

„He, komm schon, lass mich rein. Ich frier mir hier draußen den Arsch ab. Bei dem Wetter schaffe ich es nicht bis nach Hause.“

„Willst du die Nacht über hier bleiben, oder was?“, fragte Rob ungläubig. „Und ich darf mir nachher von der Polizei was anhören, weil ich dich hier verstecke. Was ist es diesmal, Johnny? Drogen? Raub? Versteckst du da Geld oder sowas?“

„Halt dein dreckiges-“ Die Hände zu Fäusten geballt machte er einen Schritt auf sein Gegenüber zu. „Hör mal zu, du Nulpe. Ich befinde mich in sowas wie einer Notlage. Du und deine beiden Freunde tut doch immer so, als wärt ihr die Gutmenschen schlechthin. Aber jetzt, wo du es mal beweisen kannst, kneifst du? Alter Heuchler.“

Unwillig presste Rob die Zähne aufeinander, ehe er den Atem in einem Stoß entließ. „Also gut, komm rein. Aber ich warne dich. Wenn du Ärger machst, schmeiß ich dich raus, da kannst du Gift drauf nehmen.“

Abwehrend hob Johnny die Hände. „Hey, ich bin friedlich.“

Widerwillig trat Rob zur Seite, während er mit dem Handy den Flur erleuchtete und prompt die braunen matschigen Fußabdrücke erblickte, die sein Schulkamerad beim Eintreten auf den blütenweißen Fliesen hinterließ.


_________________
Kleine Meise, großes Herz.
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Mogmeier
Geschlecht:männlichGrobspalter

Moderator
Alter: 46
Beiträge: 2000
Wohnort: Reutlingen


BeitragVerfasst am: 11.06.2018 23:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Teatime,

die Beschreibungen zwischen den einzelnen Sprechparts – sagen wir mal 90 Prozent davon – sind in der Szene zu viel. Überhaupt würde ich größtenteils auf so dialogbezogene Beschreibungen verzichten, denn Emotionen und Regungen der sprechenden Personen lassen sich auch gut und gerne anhand der direkten Rede rüberbringen, und dazu sollte man einen Dialog auch verwenden [dürfen]: um Stimmungen dem Leser rüberzubringen. Letztendlich gibt das dem Dialog damit auch seine Natürlichkeit. Soll heißen: Lege als Autorin deinen beiden Protagonisten nicht deine handlungsbezogenen Worte in den Mund, sondern höre zu, was die beiden erzählen und vor allem wie sie es erzählen.

Und noch mal zu den Beschreibungen:
Klar ist: Text, der sich auf die Handlung der Szene bezieht, um diese voranzutreiben (um diese zu gestalten), der muss, darf und sollte auch zwischen den Sprechparts platziert werden. Was man aber keinesfalls tun sollte: dazwischen Passagen platzieren, die nur dafür gedacht sind, den Dialog voranzutreiben, denn das sollte ein lebendiger Dialog von sich aus schon machen (… sich sozusagen selbst vorantreiben).



Am Rande noch ein kleines Beispiel eines reinen Dialogs, der – so ganz ohne Beschreibung des Drumherums – trotzdem das Gesamtbild der ganzen Szene, in der dieser Wortwechsel vonstattengeht, rüberbringt.

»Guten Tag! Einen Kaffee. ›To go‹ bitte.«
»Groß? Klein?«
»Klein.«
»Zum Hiertrinken oder zum Mitnehmen?«
»Ja.«
»…«

 smile

Beste Grüße
Mog


_________________
»Nichtstun ist besser, als mit viel Mühe nichts schaffen.«
Laotse
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PikaCat
Geschlecht:weiblichSchreiberassi


Beiträge: 45



BeitragVerfasst am: 27.06.2018 13:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hi teatime,

ein paar Eindrücke von einer Anfänger-Autorin!! Daher "ohne Gewähr"!


"ah" und "he" würde ich weglassen, habe gelernt, dass diese menschlichen Ausrufe in Dialogen weggelassen werden sollen, oder wenn überhaupt nur sehr sehr sparsam und aussagebekräftigend genutzt werden sollen, hier finde ich, kann man sie getrost weglassen

Von "Neugierig lehnte Rob..." bis "Versteckst du da Geld oder sowas?" würde ich auf jeden Fall Dialog einfach fließen lassen. Oder besser noch bis "....da kannst du Gift drauf nehmen."

"Die Hände zu Fäusten geballt, machte er einen Schritt auf sein Gegenüber zu." finde ich sehr heftig, zumindest sollte Jonny wieder einen Schritt zurück machen u. Fäuste wieder runternehmen bevor er spricht, sich also besinnt, dass er ja was von dem anderen will, meinem Gefühl nach.
Ich würde nach "...da kannst du Gift drauf nehmen" erst weiter die Situation beschreiben, in etwa: Rob bis die Zähne aufeinander, entließ einen Atemstoß und schritt widerwillig zur Seite...... "Ich bin ganz friedlich" trat Jonny ein und hob abwehrend/beschwichtigend die Hände.

Und ich finde, du könntest die Dialogsprache der Figuren noch besser anpassen. Jonny spricht hauptsächlich sehr unflätig, da stören mich so Worte wie "Ich befinde mich" (besser: ich habe sowas wie .....), "Gutmenschen" (vielleicht: die Besten, die Guten, was besseres), "..beweisen..." (zeigen)
"du und deine Freunde tut doch immer so..." der grammatikalische Fehler von "tut" ("tuen" meine ich müsste dahin) würde zu Jonny s Dialogsprache passen!
"Halt dein dreckiges....." das er im Reden abbricht, wird durch ... dargestellt.

Deine PikaCat
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