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DER NÄCHSTE FRÜHLING


 

 
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hermann8332
Schreiberassi


Beiträge: 43



BeitragVerfasst am: 13.10.2017 12:03    Titel: DER NÄCHSTE FRÜHLING eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

DER NÄCHSTE FRÜHLING
( kommt bestimmt )

Schau !
Ein bischen Blau .........

Die Wühlmaus kriecht aus ihrem Bau

Und alles mögliche kriecht heraus
und dehnt sich aus .......

Die Primel primelt

Der Schnupfen schnieft

Die Nase trieft

Ein ungekühlter Käse schwiemelt

Drei Vögel singen

Zwei Kinder sieht man beim Seilspringen

Die Sonne grient ......

- auf einer Bank am Seemannsheim
ein alter Seemann spukt und priemt  -

........verstohlen hervor hinter vier, fünf Wolken,
        die den Frühlingswinden folgen ........  
        und lacht hellauf dann zwischen ihnen,

 - während der Seemann schmunzelt
und seine Stirn sich runzelt  -

Noch nirgendwo summen schon Bienen

Ein Kohlweißling flattert allein
Er wird der allererste sein

Der Bürger schwärmt,
denn die Luft hat sich erwärmt

Der Bauer düngt
Die Flur sie stinkt

Ein kühles Lüftchen weht vorbei

Ein Kind beißt in ein Osterei

Ein Jogger joggt
im Unterhemd

Wie aufgezogen er rumrennt

Im Biergarten schon jemand hockt


Das Himmelsblau wird wieder trüber

Sechs Fahrräder fahren vorrüber

Und sexy wirkt ein sexy Mädchen
mit seinem kurzen sexy Röckchen

das auf dem sexten Fahrrad sitzt
und beim Strampeln transpiriert

( Damit sich der Vers reimt
ist das Wort „ schwitzt „ gemeint )

Doch man sollt hier nicht meinen
sie transpiriert nur am Oberkörper

nein, sie schwitzt besonders stark
zwischen ihren strammen Beinen:

Dort, wo sie auf dem Sattel sitzt,
sie insgeheim am meisten schwitzt

Und der April denkt,

so wie der Schreiberling,
wenn er sexistisch wird

einfach was er will

dem Dichterling die Feder lenkt,
die ihm sein Hormonspiegel führt

Deshalb sei man nicht brüskiert !

Frühlingsgefühle,
Hormongewühle

Erotische Schwüle
nach dieser Winterkühle

Schmetterlinge im Bauch

Die hat die Radfahrerin auch

Zwanzig Minuten volle Sonne
leider aber nicht windstill

Weil der April
es gerade will

Dann wieder zerrissenes Grau
mit Triangeln voller Blau

Zwei Burschen auf den Stadtparkbänken
sich ruckartig den Hals verrenken,
weil eine Sie entlang stolziert

Der alte Rentner schaut kaum auf
denn er ist nicht mehr involviert,
nur an der Sonne interessiert

Niemand ist sonderlich pikiert
über den halbnackten Blödmann,
der joggend durch die City rennt

Es ist ein anderer als vorhin
und er joggt ohne Unterhemd

Der eine normale junge Mann ( siehe oben )
sich nicht mehr beherrschen kann

Etwas zwingt ihn aufzustehen
und der Tussi nachzugehen

Denn der April
macht mit ihm
was er gerade  will ......

An den Eisdielen bilden sich Schlangen

Es ist noch kühl und gar nicht heiß
Doch man ißt Eis,

nicht weil es schmeckt
nein, um in Laune zu gelangen,
die Frühlingsstimmung einzufangen  

Manche Autos öffnen ihr Dach
und ihre Radios machen Krach

mit einer blöden Popmusik
Es geht um Liebe und um Glück

Und eine blonde Zicke denkt:
Wer wohl sein Herz verschenkt
an mich ?

Sie spiegelt im Schaufenster sich,
wobei sie sich etwas verrenkt  

Millionen gut genährter Frauen
sich sorgenvoll daheim anschauen

sind frustriert und entsetzt,
denn sie haben zugesetzt,

brauchen eine Bikinifigur
kaufen sich eine Diätkur

Hausfrauen putzen Fensterscheiben

Männer Autos blitzblank reiben

Die Waschstraßen machen Umsatz

Die Spätzin treibt es mit dem Spatz

Das Gras wird grün

Die Wolken ziehn

Es schneit

Die Sonne scheint

Es regnet

Jedes Wetter uns begegnet
mir nichts, dir nichts, en passant

Oft ist kein Regenschirm zur Hand

Bald kommt der Osterhase

Es läuft so manche Nase

Schließlich machen die Pollen
nur das, was sie wollen

So wie der April
der macht auch nur
was er will

oder die Gefühle
im Hormongewühle
zB bei dem jungen Mann (siehe oben )
der nicht still sitzen kann

Ganz zu schweigen von den Spatzen,
die sich öffentlich abschmatzen

oder die Osterhasen
die ihre Eier liegen lassen
wie es ihnen paßt

oder wenn eine Hausfrau
den Entschluß gerade fasst:

Weg mit dem Winterschmutz
Ich mach jetzt Frühjahrsputz !

Oder die jungen Frauen
die auf ihre Figur schauen

Auch die Eisesser
machen es nicht besser

Ist das Wetter schön
will man Eis essen gehn

Oder wie der Bauer,
der sicher nicht den Odel ausbringt,
nur damit es stinkt

Frühling läßt sein blaues Band
wahllos flattern durch die Lüfte
und verschieden sind die Düfte
die da ziehen übers Land ............

Wir leben auf
und sind doch müde

Manchmal sonnig,
manchmal trübe
zeigt sich launisch
das Gemüt,
wenn der Frühling
in uns einzieht

Wir sind hektisch
Wir sind still
Wie er es gerade will

Optimistisch, depressiv
euphorisch, im Stimmungstief:

Man könnte beim Lachen weinen
und beim Weinen lachen

Frühling du machst oft mit uns
recht komische Sachen

Lass ruhig die Schalmei erschallen,
denn wenn im Herbst die Blätter fallen,
öffnet der Winter seinen Rachen

Was gibt es denn dann noch zum Lachen ?

Zum Beispiel über dieses Frühlingsgedicht
geschrieben Anfang Winter ......

Beim besten Willen, ich wüßte es nicht !

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Gast







BeitragVerfasst am: 14.10.2017 06:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

der Text ist angenehm, ohne jetzt genauer auf den Inhalt einzugehen, solltest Du vielleicht darauf achten, dass man beim Lesen holpert.

Dies liegt daran, dass viele Verse in der Betonungsabfolge nicht gut ausgearbeitet sind. Da sind viele Hebungen an Worten, die eigentlich nicht betont würden, und die der Leser unbewußt unbetont lesen möchte.

Das wäre wert, nochmal genau zu schauen.

VErsuche doch mal, eine feste Metrik einzuhalten.

Bspw. könntest Du das in Gänze in Jamben schreiben, der würde vielleicht gut passen.

Grüße,
Monochrom
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Stimmgabel
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BeitragVerfasst am: 20.10.2017 12:09    Titel: Antworten mit Zitat

-

Hallo hermann8332,

klar ist's mir wieder viel zu lang in einem Rutsch  / würde hieraus locker 20 eigene Gedichte gestalten ... oder paar Zyklen, oder oder ... kleiner ...

egal, ist hier der Erzählduktus unaufdringlich passend, das ab-und-an Brechen der Alternierung passt mMn ab und an ebenso  / warum nicht auch mal paar Reime weniger?

------------------------------------- ,

malt sich jeder seinen eigenen Frühling [ an ]  / schreiten, stakeln, stolpern frühlings_Beine fassadig durch die Welt, begegnen sich, erkennen sich:  Hey, spürst auch den Frühling? ... iss


Gruß Stimmgabel ...


-


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BeitragVerfasst am: 20.10.2017 21:22    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde das derb abstoßend. Das mag so gewollt sein.
Jedoch fehlt mir trotzdem das Gefühl, dass der Text bewusst so gestaltet ist.
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Gast







BeitragVerfasst am: 21.10.2017 04:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

ich glaube, es ist schon gewollt, dass man den Text mit einem Augenzwinkern lesen soll. VIele Passagen weisen darauf hin, dass es nicht ernst gemeint ist.

Grüße,
Monochrom
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meerenblau
Dichter und Denker


Beiträge: 1126



BeitragVerfasst am: 21.10.2017 14:50    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde es abstoßend. Sowas hat der Frühling nicht verdient.


Und da Hermann sich ja eh nicht für die Kommentare interessiert, kann ich das ja ruhig schreiben, ohne befürchten zu müssen, ihn zu kränken.
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Stimmgabel
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BeitragVerfasst am: 21.10.2017 15:39    Titel: Antworten mit Zitat

-

Drei Vögel singen

Zwei Kinder sieht man beim Seilspringen

Die Sonne grient ......

- auf einer Bank am Seemannsheim
ein alter Seemann spukt und priemt  -

........verstohlen hervor hinter vier, fünf Wolken,
        die den Frühlingswinden folgen ........  
        und lacht hellauf dann zwischen ihnen,

 - während der Seemann schmunzelt
und seine Stirn sich runzelt  -

Noch nirgendwo summen schon Bienen        <-- ironisch sehr gelungen, diese scheinbare nur kleine Unebenheit Daumen hoch ...
                                                            wissen wir [ einige ] ob der betrüblichen Insektensituation auf unserem
                                                            Erdenkunter_runter


-------------------------------------------------------------

Hallo herman8332,

treflliche z. B. diese Zeilen deines Textes über den vollprallen Frühling, seinen inneren Variitäten  / und der obige Ausschnitt ist ja nur einer von vielen deiner Gedankenreise, die den Frühling u.a. im Innern besuchen  / fein fein  Daumen hoch

... und wortig so angenehm fernab vom üblichen, inhaltslosen Schwebegeschwurbel der üblich_Gedichtchen Smile

... sprachlich fein gesetzt  / begleiten hier schnörkellose Worte deine leichten Rhythmusbrechungen, den Inhalt in seiner Lebendigkeit ... ist eben Lyrik  / nochmal:  fein fein !



Gruß Stimmgabel ...


-


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silesio
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BeitragVerfasst am: 21.10.2017 17:53    Titel: Antworten mit Zitat

Augenzwinkern, wunderbar! Aber dann nicht wieder düsterer Bierernst dazwischen!
Die Sonne grient - mich schüttet´s.
Am schlimmsten in meinen Augen: Auf einen Vordersatz muss ein entsprechender Reim in der nächsten Zeile gefunden werden. Und der kommt, ob der Gedanke nun dazu passt oder nicht, auf Deubel komm raus.
Entschuldigung!


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Stimmgabel
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BeitragVerfasst am: 21.10.2017 19:04    Titel: Antworten mit Zitat

-


silesio  җ , ΅΅ ΅  ΅΅΅  ΅΅    ΅   
                ach  ́  ́ ́́́́ ́́́   ́́́ ́ ́́́
                        so [ delle ]

_______ ؟ ؟  _ ؟  ___  ۃ  __      ֳ Frantisek

                                           Va
                                           louch
                                           braucht
                                           wenig ...

                                                     Platz


[ Keks ]


-


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silesio
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BeitragVerfasst am: 24.10.2017 08:45    Titel: Antworten mit Zitat

Ach Stimmgabel, ich finde deinen Beitrag genial - und es ist das erste Mal, dass ich einen sterblichen Lebenden so hoch bewerte: Dein Opusculum ist so offen und allumfassend, dass es da um den Frühling gehen kann, um alte Kanonen, um ein Werbeplakat für die Bäckerinnung, um die Beschimpfung eines gewissen Silesio, oder vielleicht um ganz etwas anderes.
Genial!


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Stimmgabel
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BeitragVerfasst am: 24.10.2017 10:35    Titel: Antworten mit Zitat

-
silesio hat Folgendes geschrieben:

Ach Stimmgabel ...

... Dein Opusculum ... um die Beschimpfung eines gewissen Silesio, oder vielleicht um ganz etwas anderes.
Genial!
.


Beschimpfung ?????

... mit deinem Nachanhängsel kommst du der Sache ahnungslos/voll schon näher.  Silesio  -> Silesium; heutige Sprachenklave im ehemals Schlesischen Raum ... so auch der Hinweis auf Frantisek Valouch's sinn_weisender Genügsamkeit [ weiß er von der würz_Weite eines einzelnen Keks'es, z. B. ... ];

so auch meine parallele Deutung zu herman8332's Text; jener Übergang aus einer daseienden Prallilität ins übliche Seichtklein der mencks, fröhnen sie ihre ach so großen Nichtigkeiten [ ihre Dellen ], tagein, tagaus ...


Gruß Stimmgabel ...


-


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