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Für Josha


 

 
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meran
Gänsefüßchen


Beiträge: 16
Wohnort: wolkesieben


BeitragVerfasst am: 22.03.2014 19:01    Titel: Für Josha eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Neue Version »

Und plötzlich hast du
                             Siebenmeilenstiefel an,
                             und Zeit, sonst uferloses Wort,
                             steht da, als fremde Schöne
                             auf dem Weg nach drüben.


                             Konkreter, schwerer Schuh,
                             der alle Größen kann,
                             tritt Wurzeln frei vom Ort,
                             Risse in unsere Domäne,
                             dass neuen Blick wir üben.


                             Blick wider die Beschränkung
                             - großartige Schenkung -
                             Gegenwart ist Sterblichkeit,
                             und die Wege sind nicht weit,
                             zum Glück.


                                            (2013, einem krebskranken Freund)

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lilli.vostry
Wortschmiedin


Beiträge: 1223
Wohnort: Dresden


BeitragVerfasst am: 22.03.2014 22:01    Titel: aw:FürJosha Antworten mit Zitat

Hallo Meran,

das Bild von den Siebenmeilenstiefeln, die einen von einem Moment zum anderen überall hin bringen, ist ein schönes, märchenhaftes, unbeschwertes. Doch hier zieht sie jemand an, dem nicht mehr viel Lebenszeit bleibt, der schon auf dem Weg in eine andere Welt ist und nicht ist mehr wie es war, die Zeit wird zur fremden Schönen...
Der Anlass des Gedichts ist ein trauriger, dennoch fühlt man sich beim Lesen nicht bedrückt, die Zeilen haben etwas Leichtes, Schwebendes, Gelöstes und die Zuversicht, dass das Leben einen immer weiterträgt im steten Wandel zwischen Erneuerung und Vergängnis...

Im V2 bin ich über folgende Zeile gestolpert: "Konkreter, schwerer Schuh, der alle Größen kann..." Konkreter erscheint mir verzichtbar. Evt. ändern in: Schwerer Schuh, der alle Größen annimmt - damit die Aussage klarer wird.

Einige Kommata am Zeilenende in V1 und V3 sind m.E. überflüssig.
Ebenso der Einschub mit Bindestrichen - großartige Schenkung - geht auch ohne.
Den Schluss würde ich offener halten, etwa so:
Gegenwart ist Sterblichkeit
die Wege nicht weit


Viele Grüße,
Lilli


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firstoffertio
Geschlecht:weiblichShow-don't-Tellefant


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BeitragVerfasst am: 22.03.2014 23:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, meran,

willkommen.

Das Komma in der dritten Strophe nach 'weit' würde ich mir auch überlegen.

Die erste Strophe finde ich gut. Mir sagt auch der konkrete Schuh etwas.

Aber mit

Zitat:
Risse in unsere Domäne,
 dass neuen Blick wir üben.


habe ich Probleme. Mir fiel etwas ein wie:

Reißt in unserer Domäne
neuen Blick weit auf  Question

Das 'und' im vorletzten Vers würde ich weglassen.
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meran
Gänsefüßchen


Beiträge: 16
Wohnort: wolkesieben


BeitragVerfasst am: 26.03.2014 16:31    Titel: danke pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe lilli, lieber firstoffertio,

Endlich wieder hier!! Vielen Dank für´s Lesen und eure Gedanken dazu.
Unten der Text überarbeitet.
lilli:
"konkret" ist der Schuh hier, weil es eine unverrückbare Diagnose zu begreifen gilt, die an den Fersen heftet, Standfestigkeit abverlangt. Dass du gestolpert bist, gefällt mir geradezu wink. "Alle Größen kann" er nicht allein, weil es Jeden treffen kann, sondern auch, weil das zu erwartende Ausmaß der Krankheit variabel/unberechenbar ist.
Die Zeilen aus S1 und S2 stehen im Reim zueinander - Bsp.:
                      1:2 Siebenmeilenstiefel an
                      2:2 der alle Größen kann
(dein Vorschlag würde das aufheben).
"zum Glück" am Ende fällt aus dem Rahmen, irritiert, steht allein (ohne Reim). Betonen wollte ich a)dass kurze Wege auch kurzes Leid bedeuten,
                                      b) in der Unmittelbarkeit des Augenblicks das
                                          Glück gefunden werden kann.
firstoffertio:
Die Wucht des (Ein-)Tritts, die ja sogar partiell (=örtlich) entwurzelt, erzeugt ebenda, wo und wie wir gewohnt sind zu sein, Risse im Bild (vgl. plötzliche Öffnungen, Einschnitte usf.), die eine "neue" Sichtweise quasi erzwingen, respektive möglich machen, dass wir im Training bleiben (üben) zu sehen:
hey, jeder Moment ist verdammt kostbar - denn jeder von uns kann von Jetzt auf Gleich mit dem Tod konfrontiert sein. Jederzeit.

Wird das auch ohne diese meine Erläuterungen im Text transportiert??
 - Andernfalls wäre er recht hinfällig...

Danke auch für eure Anmerkungen zu Satzzeichen/ Überflusswörtern!
Nun denn:

                             Für Josha

                    Und plötzlich hast du
                    Siebenmeilenstiefel an
                    und Zeit, sonst uferloses Wort,
                    steht da als fremde Schöne
                    auf dem Weg nach drüben.

                    Konkreter schwerer Schuh,
                    der alle Größen kann
                    tritt Wurzeln los vom Ort,
                    Risse in unsere Domäne,
                    dass freien Blick wir üben:

                    Blick wider die Beschränkung
                    großartige Schenkung
                    Gegenwart ist Sterblichkeit,
                    die Wege sind nicht weit
                    zum Glück.


 Übrigens geht es (unüberarbeitet)  weiter wie folgt:


                     Ich seh:
                     deine verträumte Seele weiß.
                     Stetig spricht sie, doch noch leis,
                     und heimlich hörst du
                     ihr auch gerne zu.

                     Und eh
                     lachen wir über die Törichkeit
                     Alpha und Omega sei weit
                     zu glauben, oder hier -
                     wir sinds doch, wir...
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lilli.vostry
Wortschmiedin


Beiträge: 1223
Wohnort: Dresden


BeitragVerfasst am: 26.03.2014 21:31    Titel: aw:FürJosha Antworten mit Zitat

Hallo Meran,

eigentlich sollten sich die Zeilen schon aus sich selbst erschließen, das scheint mir hier nicht ganz gegeben.
Ohne Deine näheren Ausführungen was hinter dem "konkreten, schweren Schuh" steht - zumal konkret hier keine zusätzliche, detailierte Aussage zur Situation des LDU macht - hätte ich es nicht verstanden.
Ich würde daher statt konkret etwas wie unverrückbar schwerer Schuh oder ähnliches verwenden, um das Festhaften zu verdeutlichen.

Das Reimpaar "Siebenmeilenstiefel an" und erst mehrere Zeilen weiter "alle Größen kann" ist m.E. zu weit auseinander, um zu greifen.
Es klingt sprachlich nicht, da fehlt einfach etwas an der Stelle.
Mein Vorschlag um den Reim dennoch zu erhalten:
... der alle Größen annehmen kann...

Dann sitzt es passgenau.

Neuer Blick gefeiel mir besser statt freier in der jetzigen Version.

Die "kurzen Wege" im letzten Vers bezog ich auf die Vergänglichkeit des Momentes - der Gegenwart, die jeden Moment ein Stück stirbt... Der Zusammenhang zum einzeln stehenden
"zum Glück" kommt noch nicht so klar rüber m.E.

Die weiteren Zeilen braucht es nicht unbedingt, könnten evt. noch etwas mehr verdeutlicht werden.

Soweit meine Gedanken dazu.

Viele Grüße,
Lilli


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meran
Gänsefüßchen


Beiträge: 16
Wohnort: wolkesieben


BeitragVerfasst am: 27.03.2014 22:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe lilli,
du warst wieder fleißig! -
Da sich jeweils alle Zeilen von Vers eins und zwei reimlich treffen, empfinde ich dadurch doch ein subtiles Echo-Gewebe beim Lesen, der Wiederklang streift das Unterbewusstsein (?).
"der alle Größen kann" liegt dir quer - . Schon, die Wortwahl hat etwas Herbes, kommt ein wenig ungeschlacht daher. Mir ists zu seicht sonst... und rhythmisch finde ich mich nicht ganz einig mit den vorg. Alternativen von dir.
Vers zwei: firstoffertio z.B. konnte mit  "konkreter, schwerer Schuh" etwas anfangen - .
Mir liegt das "frei" statt "los", sowie der neue Blick auch näher.

Jedenfalls: Arbeit noch nicht abgeschlossen. Lasse ein Weilchen verstreichen, vielleicht gibt es noch die eine oder andere Sicht darauf durch Andere...
Ich danke dir sehr!
meran
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