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Sol
Sonntagsschreiber


Beiträge: 13



BeitragVerfasst am: 09.10.2008 01:20    Titel: Morgenseiten eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

[Du bist jetzt im Tag. Bald kommt die Nacht. Wegen dreiBuchstaben ist Globus ein Ort der Rückkehr. Es bringt nicht viel Zeit. Ohne Untertreibung. Mit Fragen nach Antworten. Es ist. Aus Dankbarkeit.]

Da steht ein Baum auf den ich schaue
Nebel bedeckt Boden, bedeckt die Wipfel.
Einem Schatten gleich steht  die Dunkelheit im Nebel.

Ich warte. Ich gehe nicht. Ich weiche nicht.
Ich atme tief.

Wieviel Zeit vergeht, das weiß ich nicht.

Die Luft ist wärmer, die Dunkelheit im Wandel.
Ich blinzele, und sehe den Stamm.

Die Äste breiten sich aus, und dem grau entkommen kleine grüne Blätter.
Jetzt werde ich wärmer.

Meine Füße stehen auf der Erde - und fühlen sich gehalten.
Mein Körper spürt Zerbrechlichkeit, die verletzte rechte Schulter und die verbogene Wirbelsäule.
Blätter fallen zu Boden.Der Nebel zieht weiter.

Graunbraune Erde wird wie größer. Da steht der Baum.

Schönheit und Geheimnis.  
Plötzlich glaube ich, er wäre genauso da ohne mich.

Ich will zu ihm hingehen. Die Nebelwand zieht fort.
Da sehe ich schwarz-grüne Punkte in der Luft, hoch oben.

Der Nebel zieht in den Wald.
Ich bin also auf einer Lichtung.
Und wie still es ist.

Wo sind die Geräusche? Da sind sie.
Ein Klopfen, ein sanftes Rauschen, dreimal Knacken.

Ob Sie mir das glauben werden, dass ich hier bin?
Und wie soll ich es erzählen?

Ein Windstoß packt mich, und ich blicke auf.
Der Baum ist wie eine Tür, seine Farben werden tiefer,
und er steht so klar da.
Sechs Schritte bis zu seinem Stamm.

Trockene Rinde, sie ragt hinein in die Luft.
Ich spüre die Kraft, mit der er steht.

Irgendwas Tolles muss jetzt passieren, denke ich.
Der Wind schiebt sich in meinen Rücken, ich höre genau hin.
Und nichts passiert.

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femme-fatale233
Geschlecht:weiblichFüßchen

Alter: 27
Beiträge: 2099
Wohnort: München
Das Bronzene Pfand


BeitragVerfasst am: 15.12.2008 18:27    Titel: Re: Morgenseiten Antworten mit Zitat

Hallo Sol!
Auch dieser Text von Dir hat mich als Leserin mal wieder sehr angesprochen, eine Kleinigkeit ist mir jedoch aufgefallen:

Sol hat Folgendes geschrieben:

Da steht ein Baum auf den ich schaue
Nebel bedeckt Boden, bedeckt die Wipfel.
Einem Schatten gleich steht (Wiederholung, ist ungünstig) die Dunkelheit im Nebel.


Liebe Grüße, femme-fatale233
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Brynhilda
Felix Aestheticus

Alter: 40
Beiträge: 9709
Wohnort: Oderint, dum probent.


Edgar Allan Poe (1809 bis 1849) - Zum 200. Geburtstag
BeitragVerfasst am: 23.12.2008 19:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sol!

Ein sehr schöner Text.
Nur an einigen Stellen sollte man ihn stilistisch ein wenig ausbessern.

Da steht ein Baum auf den ich schaue
Nebel bedeckt den Boden, bedeckt die Wipfel.
Einem Schatten gleich darin steht die Dunkelheit.

Ich warte. Ich gehe nicht. Ich weiche nicht.
Ich atme tief.

Wieviel Zeit vergeht, weiß ich nicht.

Die Luft ist wärmer, die Dunkelheit im Wandel.
Ich blinzle, und sehe den Stamm.

Die Äste breiten sich aus, und dem Grau entkommen kleine grüne Blätter.
Jetzt werde ich wärmer.

Meine Füße stehen auf der Erde - und fühlen sich gehalten.
Mein Körper spürt Zerbrechlichkeit, die verletzte rechte Schulter und die verbogene Wirbelsäule.
Blätter fallen zu Boden.Der Nebel zieht weiter.

Graunbraune Erde wird wie größer. Da steht der Baum.

Schönheit und Geheimnis.
Plötzlich glaube ich, er wäre genauso da ohne mich.

Ich will zu ihm hingehen. Die Nebelwand zieht fort.
Da sehe ich schwarz-grüne Punkte in der Luft, hoch oben.

Der Nebel zieht in den Wald.
Ich bin also auf einer Lichtung.
Und wie still es ist.

Wo sind die Geräusche? Da sind sie.
Ein Klopfen, ein sanftes Rauschen, dreimal Knacken.

Ob Sie mir glauben werden, dass ich hier bin?
Und wie soll ich es erzählen?

Ein Windstoß packt mich, und ich blicke auf.
Der Baum ist wie eine Tür, seine Farben werden tiefer,
und er steht so klar da.
Sechs Schritte bis zu seinem Stamm.

Trockene Rinde, sie ragt hinein in die Luft.
Ich spüre die Kraft, mit der er steht.

Irgendwas Tolles (*) muss jetzt passieren, denke ich.
Der Wind schiebt sich in meinen Rücken, ich höre genau hin.
Und nichts passiert.


(*) Das Wort "Tolles" ist hier eindeutig fehl am Platze.

So, ich hoffe, du kannst damit etwas anfangen.
Es ist sind ja wirklich nur ein paar winzige Kleinigkeiten.

Viele Grüße,
Brynhilda
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