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Scritoressa
Geschlecht:weiblichGraue Hexe

Alter: 27
Beiträge: 776



BeitragVerfasst am: 23.01.2010 18:45    Titel: Verfolgt? eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Noch einmal ein kleiner Ausschnitt.
Zuerst Infos:
Kys ist eine Novizin in der Festung von Cir Nevial, kommt aus dem Süden, dunkle Haut.

Enjoy!


Eine orange Katze strich an den Hausmauern entlang und miaute laut. Kys ging in die Hocke und streckte die Hand aus. Das dünne Tier kam zögerlich näher und liess sie nicht aus den Augen. Dann rieb es seinen Kopf an ihrer Handfläche und Kys streichelte es sanft. Sie konnte die Knochen unter dem struppigen Fell fühlen, das von lautem Schnurren bebte.
Mit ihrer anderen Hand griff sie in die Tasche ihrer grauen Hose und holte ein Stück Schinken heraus, das sie morgens eingepackt hatte. Wieso hatte sie schon wieder vergessen.
Vorsichtig streckte sie es der Katze hin, die es misstrauisch beäugte. Dann verschlang sie es in einem Bissen und schaute fragend zu Kys auf.
„ Mehr hab' ich nicht dabei, tut mir Leid.“
Wieder strich sie über den Kopf der Katze, kraulte sie unter dem Kinn. Auf ein Mal drehte sich das Tier um und flitzte in eine der Seitenstrassen davon, tief geduckt und mit angelegten Ohren.
Für einen Moment überlegte Kys, was das sollte.
Wohl eine Maus. Ich werde wirklich paranoid.
Sie stand auf und klopfte sich den Strassenstaub von der Hose. Ein Fensterladen knatterte über ihr im Wind, der frisch und salzig vom Meer her über die Klippe geweht kam.
Noch einmal sah sie sich um, ob die Katze vielleicht zurück gekommen war, doch alles schien verlassen. Wieso auch nicht, die Menschen arbeiteten natürlich!
Von weiter unten drang der Lärm der Marktes zu ihr herauf. Sie spazierte über den Platz und in eine Gasse, die sie dorthin führen würde.
Etwas bewegte sich hinter ihr. Nur ein streunender Hund. Die Sonne schien ihr auf das Gesicht, als sie einen Moment nach oben schaute. Wieder ein Geräusch und diesmal auch ein Schatten, der sich irgendwo vor ihr durch den Durchgang bewegte.
Ihre Muskeln spannten sich an. Was war los? Oder reagierte sie wieder über? Wahrscheinlich. Doch das leise Unbehagen blieb und nagte in ihrem Bauch. Jetzt vorsichtiger glitt sie durch die Gasse und versuchte, kein Geräusch zu machen. Gleichzeitig lauschte sie angestrengt nach Anzeichen eines Verfolgers.
Nichts. Oder war da etwas über ihr? Kys schaute hoch, doch da sass nur eine zerzauste Taube, die vielleicht eine Begegnung mit der Katze von vorhin gehabt hatte.
Jetzt ist aber genug. Es wird Zeit dass ich zum Markt komme. Ob sie noch getrocknete Pai haben?
Nur mit Mühe hielt sie sich davon ab, alle paar Sekunden hinter sich zu blicken. Hier war nicht der Dschungel. Hier gab es keine Bestien, die dich mit Zähnen zerfleischten. Hier wurden Worte bevorzugt. Sogar in der Festung, dem grössten Ausbildungsort für Elitekrieger. Verrückt. Absolut verrückt. Und dieses Leben hatte sie freiwillig gewählt.

Auf dem Markt war es voll. Sehr voll und laut. Die Luft roch nach Fisch, nach süssen Kuchen, schwitzenden Tieren und vielem, das nicht so genau zu erkennen war. In der Mitte des Hauptplatzes ragte ein Springbrunnen auf, der sein glitzerndes Wasser in ein schmutziges Becken fallen liess. Die Stände quollen über vor Stoffen, Werkzeugen und Nahrungsmittel und aus einer Nebenstrasse hörte Kys Rinder brüllen. Eindeutig der lauteste Platz in der Stadt. Die Menschen hier waren so bunt gemischt, dass auch ihre dunkle Hautfarbe nicht weiter verwunderte. Hier gingen helläugige, blasse Nordländerinnen neben rabenschwarzen, golden tätowierten Männern aus Nime oder von den Wen- Inseln. Manche, die einen recht zwielichtigen Eindruck machten, schauten misstrauisch auf ihre Tracht, an der jeder eine Novizin erkennen konnte. Etwas seltenes auf Märkten wie diesem. Kys liess sich nicht stören und schlenderte auf einen kleinen Stand mit rotem Dach zu. Hinter ihm lächelte eine alte Frau ihr freundlich entgegen.
Kys beugte sich vor und lächelte zurück.
„ Haben Sie noch von den Pai? Oder sind schon alle weg?“
Die Händlerin grinste und schüttelte den Kopf. „ Ich habe extra noch welche auf die Seite getan, Mädchen. Dachte mir dass du kommst.“
Mit einer Hand griff sie unter die Theke und hielt eine kleine Tüte hoch.
„ Macht dann fünf Kupfersicheln.“
Kys warf die Münzen auf den Tisch und nahm die Tüte. „ Danke.“
Die Frau winkte ab und wünschte ihr einen schönen Tag.
Kys hatte es auf ein Mal eilig, nach Hause zu kommen. Hatte der Mann dort drüben gerade nach seinem Messer gegriffen?
Das Gefühl von Gefahr begleitete sie den ganzen Weg durch die Stadt nach oben und liess sie auch auf der Torbrücke nicht los, von wo die Reichen inzwischen verschwunden waren. Auch Melc war nicht mehr da. Und von Verfolgern keine Spur. Wieder einmal.



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Ruthi
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BeitragVerfasst am: 23.01.2010 19:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Scritoressa,
Ich geb einfach mal meinen Senf dazu, auch wenn du nicht explizit danach gefragt hast. smile
Inhaltlich fand ich die Szene durchaus interessant und ich würde gerne wissen wie es weiter geht.
Allerdings hat mir dein Schreibstil nicht so gut gefallen. Der Anfang liest sich wie ein Bericht oder ein Protokoll. Zweimal fängst du mit "dann" an, das liest sich sehr trocken, wie aufgezählt. Auch ein paar Adjektive könnten getrost wegfallen und der Text etwas gestrafft werden.

Zusammenfassung: Inhalt interessant, stilistische Umsetzung zu trocken.

LG Ruthi


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Scritoressa
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Alter: 27
Beiträge: 776



BeitragVerfasst am: 24.01.2010 12:40    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Oh. Gut dass du das sagst...

ich dachte, ich sollte mal den ganzen "Flausch" (=zuviel Gefühle, Beschreibungen usw.) weglassen, weil mir das mal jemand gesagt hat ( nicht hier im Forum)

...was ist jetzt also allgemein besser:
Mit Flausch oder ohne?

ich hoffe du kannst mir helfen.

lg Lisa


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Ruthi
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Alter: 34
Beiträge: 273



BeitragVerfasst am: 25.01.2010 08:55    Titel: Antworten mit Zitat

Allgemein kann man das schlecht beantworten.
Mir ist nur aufgefallen, dass es lebendiger wirkt, wenn man wenig allgemein verfasst und mehr aus den Perspektiven der Figuren. Ein kleines Beispiel:
statt:
Zitat:
Auf dem Markt war es voll.

eher:
"Kys reihte sich in den Strom der Menschen ein und wurde mit ihnen über den Marktplatz gezogen"
oder etwas negativer
"Als sie sich erneut nach möglichen Verfolgern umsehen wollte, wurde sie durch die Rempeleien der Marktbesucher schmerzhaft daran erinnert, dass man hier besser nicht gegen den Strom schwamm."

Nur so als Veranschaulichung smile Im Vergleich zum trockenen "Auf dem Markt war es voll" kann der Leser sich jetzt in die Situation einfühlen. Das hat mit "Flausch" wie du sagst nichts zu tun, es geht nur darum, dem Leser die Möglichkeit zu geben sich einzufühlen.

LG Ruthi


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Scritoressa
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BeitragVerfasst am: 26.01.2010 15:56    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Juhuu! Das versteh' ich sogar (bin manchmal etwas schwer von Begriff)!

Danke schon wieder...


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