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Du solltest nicht mehr so viel saufen


 
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menetekel
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

Alter: 100
Beiträge: 2073
Wohnort: Planet der Frühvergreisten


BeitragVerfasst am: 24.03.2020 13:00    Titel: Antworten mit Zitat

Ja,
die Aggressionen nehmen zu - das ist überall zu beobachten. Und wundert mich nicht wirklich. - Erzwungene Nähe macht Angst und enerviert.
Es gibt Nachbarn, deren Familienangehörige nur noch durch lautes Schreien mit ihren alten, schwerhörigen Müttern kommunizieren (können).
Andere ziehen sich komplett vom Leben zurück. Schweigen nur noch und lehnen Hilfsangebote ab.
Es ist ein Elend.
Und kein Ende abzusehen.

Du hast diesen Zustand treffend, doch unaufdringlich, geschildert.

Liebe Grüße
m.


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Alles Amok! (Anita Augustin)
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davidmuc
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 53
Beiträge: 290
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 30.03.2020 01:47    Titel: einem alten Freund Antworten mit Zitat

Du weißt, wie wir zu zweit am Tresen standen.
Ich konnte nur zu dir so ehrlich flüstern,
wie blank ich war und wie gefährlich lüstern,
und sah mich oft mit meinen Thesen stranden.

Du sagtest mir, ich bräuchte einen Mann,
ein Mann mit dem man reden, trinken, lieben
(versteht sich, dass wirs gern mit Linken trieben)
und sowas kann, da schau dir meinen an:

Den hab ich, wie man ihn für mich ersann:
Gespräche, sicher Bier und sicher Mann.
er legt sich zu mir und er tut es geil.

Er kennt die Vögel und die leisen Gräser,
und die Musik - und meine greisen Leser...
Das hilft im Leben doch ein gutes Teil.

(für meinen alten Freund Florian Fell. Und, wie immer, meinen heißgeliebten Mann)

« Was vorher geschah1234567Wie es weitergeht »

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Tula
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 684
Wohnort: die alte Stadt


BeitragVerfasst am: 30.03.2020 02:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo David

ich weiß gar nicht, welche Stelle ich hier zuerst zitieren sollte. So belasse ich es mit drei aussagekräftigen Smilies
 
Du-Du-Du! Sich kaputt lachen Daumen hoch²

LG
Tula


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aller Anfang sind zwei ...
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menetekel
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

Alter: 100
Beiträge: 2073
Wohnort: Planet der Frühvergreisten


BeitragVerfasst am: 31.03.2020 09:13    Titel: Antworten mit Zitat

Da smile ich mit. love
Veranstaltest du eigentlich auch Lesungen? Ich meine jenseits der Corona-Aera?

Fragende Grüße
m.


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davidmuc
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 53
Beiträge: 290
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 02.04.2020 02:32    Titel: Antworten mit Zitat

Meine Lieben!
Wie schön, in diesen Zeiten eine warme Ecke zu finden.
Übrigens lese ich schon auch gerne und aufmerksam alles, was ihr so schreibt. Wenn ich auch kaum kommentiere:  zu süchtig danach, in jeder freien wachen Minute weiter zu schreiben, denn nur wenn ich schreibe, werde ich nicht verrückt. Und ebendies hält mich momentan noch von anderen Veröffentlichungsgedanken fern.
Gleichwohl das Ansinnen sicher berechtigt ist, denn schon eine Callcenterkollegin bei "Teleperformance" hat mich ungefähr am 5.Jan. 2003 gebeten, meine sexy Stimme auf ihrem Anrufbeantworter zu hinterlassen.  

Darf ich bei all der Liebe jetzt noch so böse sein?



Vor meinem Fenster landen sechzehn Krähen,
die sich samt ihren schwarzen Schwingen setzen.
Ich zähle sie und kann sie krächzen sehen,
als hörte ich, was sie beim Singen schwätzen.

Die Vögel sah ich auf der Leinwand eben:
da dachte ich,  Gefühl, Du bist vertraut!
Und muss der Film auch  mit dem Einwand leben:
uns bleibt zum Schluss der Zugang trist verbaut.  

Was packt das Schicksal uns am jähen Kragen,
und über unsre kalten Gräber fliegen Krähen
Wo unser stolzes Land im Brühen glänzt,

wo sie in anderen Ländern Krähen jagen,
und Kinder längst im Gas von Kriegen flehen,
da wo kein Massengrab ans Blüten grenzt.
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davidmuc
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 53
Beiträge: 290
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 18.04.2020 00:37    Titel: Ausziehen Antworten mit Zitat

Es tut mir leid, mein Freund, ich werd jetzt gehn.
Ich hielte nicht mehr, wenn ich bliebe, Schritt,
schon bei der Frage, wer begehrt jetzt wen,
da gibt jetzt auch kein Strip der Liebe Sprit.

Vergiss mir nicht, es war das meiste gut
und falls du, dass ich endlich flieh, bereust,
so gibt, was schlecht war, dir im Geiste Mut,
wenn du dich einer andern Liebe freust,

bleibt auch auf deinem Laken hier mein Schmerz,
doch auch mit einer Hoffnung schließt die Nacht
Nur hoffe ich nicht, du genießt die Schlacht.

Es hat, verzeih mir das Geschmier, mein Herz
zwei Hälften, eine weint und eine lacht.
Lebwohl, nun gib auf dich alleine acht.

« Was vorher geschah1234567Wie es weitergeht »

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davidmuc
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 53
Beiträge: 290
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 22.04.2020 00:05    Titel: Ich bin gerannt, gerannt und bloß gerannt Antworten mit Zitat

Ich bin gerannt, gerannt und bloß gerannt,
Mein Herz schlug immer krasser bis zum Wagen,
da hat es für dich atemlos gebrannt,
mir stand ja schon das Wasser bis zum Kragen.

Ich bin gerannt, gerannt, ich war noch klein.
ich bin davon gerannt, da war ich vier.
Du kennst die Story, ja na klar, noch Wein -
ich weiß nicht, trink ich oder fahr ich? Wir,

wir sind ein Fundament, das hält die Wände.
Nachdem ich tausend Schlappen überwand.
Wer führte uns in aller Welt die Hände,

wenn wir zerbrechlich, wie wir sind, nicht wanken:
So hohe Wogen schwappen überland -
dass wir in diesem schroffen Wind nicht sanken?
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Tula
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 684
Wohnort: die alte Stadt


BeitragVerfasst am: 02.05.2020 01:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo David

wie immer eine Sonderklasse für sich Daumen hoch²

LG
Tula


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davidmuc
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 53
Beiträge: 290
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 04.05.2020 21:04    Titel: Schon komisch Antworten mit Zitat

Dankesehr! Pfiffig Blinzeln


Schon komisch, dass ein Typ wie Du beim Bund war.
Ich weiß nicht, kommt mir das jetzt nur so vor,
du warst im Bett so gar nicht unverwundbar,
wenn dir ein heißer Schrei entfuhr, sonor.

Du schienst dich, liebes wildes Tier, so gut
ins Leben, das ich grad verlor, zu fügen:
wir tun, was man aus geiler Gier so tut,
und brauchen uns dabei nichts vorzulügen.

Weil uns das gar nichts bringt, so ist dein Stil.
Das Publikum, das hier verkehrt, ist schwul
Die alte Bar gibt allen Halt und Boden.

Hier sucht so mancher Hintern bald und Hoden,
Und wer hier mit dir trinkt, so ist dein Spiel,
dem öffnest du dich unbeschwert, ist cool.
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sonicmountain
Abc-Schütze


Beiträge: 3



BeitragVerfasst am: 08.05.2020 14:39    Titel: Re: Schon komisch Antworten mit Zitat

davidmuc hat Folgendes geschrieben:


Schon komisch, dass ein Typ wie Du beim Bund war.
Ich weiß nicht, kommt mir das jetzt nur so vor,
du warst im Bett so gar nicht unverwundbar,
wenn dir ein heißer Schrei entfuhr, sonor.

Du schienst dich, liebes wildes Tier, so gut
ins Leben, das ich grad verlor, zu fügen:
wir tun, was man aus geiler Gier so tut,
und brauchen uns dabei nichts vorzulügen.

Weil uns das gar nichts bringt, so ist dein Stil.
Das Publikum, das hier verkehrt, ist schwul
Die alte Bar gibt allen Halt und Boden.

Hier sucht so mancher Hintern bald und Hoden,
Und wer hier mit dir trinkt, so ist dein Spiel,
dem öffnest du dich unbeschwert, ist cool.


Hab die ersten beiden Quartette mehr als gefeiert, vor allem die Verkreuzung von n- und f-Lauten bei "nur so vor" und "[-]fuhr, sonor"!
Finde deinen Stil sehr angenehm, werde noch ein bisschen weiter deine Gedichte durchforsten.
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Mire_Klick
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

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Beiträge: 29
Wohnort: Österreich


BeitragVerfasst am: 14.05.2020 15:02    Titel: Antworten mit Zitat

Immer wider nehme ich Gedichtbänder in die Hand und schmökere ein bisschen. Jetzt gerade dachte ich: Göthe oder Rilke, hab beide noch nicht durch. Aber hab mich dann doch für David entschlossen.
smile
Großartig, wie immet


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davidmuc
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Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 18.05.2020 01:52    Titel: Das 10.Sonett (für Brecht) Antworten mit Zitat

Das freut mich, Mire und sonicmountain :
Es ist mein Auftritt klein, mein Wesen leis
wer freut sich nicht, der sich gelesen weiß?


Das 10.Sonett. (für Brecht)

Wenn mich auch jemand weder schätzt noch liebt,
da sind nicht viele, die geblieben sind,
wünsch ich ihm wen, der ihn zuletzt noch schiebt.

Es sind, wo einer sieht oft sieben blind,
der Blick verfängt sich hier, verfängt sich dort,
so lange bis zu seinem Ziel er steigt.

Solang noch einer denkt: - er denkt sich fort,
solange wie Verstand und Stil er zeigt,
solang nur, bis sein Blick beim Wandern irrt.

Solang, bis er wie alle andern wird,
und nur noch blöd aus seiner Blöße grinnt,
dereinst für Scharfsinn und Elan geehrt.

Doch eins hat er uns, wie ich ahn, gelehrt:
So mancher wird, bei aller Größe, blind.



DAS ZEHNTE SONETT, Brecht (1925)
Archivdruck, PDF
http://www.brecht-notizbuecher.de/content/uploads/bba-10006.027.pdf
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davidmuc
Geschlecht:männlichSchreiberling

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Beiträge: 290
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 21.05.2020 02:09    Titel: ich komme grade nicht ins Lot Antworten mit Zitat

Ich komme grade nicht ins Lot, die Tage.
Verstrahlt der Frühling auch der Teiche Glanz,
so prüfe ich im Park halbtot die Lage,
doch es ist jeden Tag der gleiche Tanz.

Ich komme grade nicht mehr in die Gänge.
Ist selten, dass der Drang zum Laufen siegt.
Wir spüren beide seit Beginn die Enge,
bis man am Schluss zu zweit beim Saufen liegt.

Im Netz, nur auf die neuesten Gags versessen.
Kann man sich was, in dieser Lage, fangen?
Da kann man auch schonmal den Sex vergessen.
Denn Sex bedeutet: in Gefahr gelangen.

Ich weiß noch nicht, was uns das Ganze tut,
doch alles ist, solang tanze, gut.

« Was vorher geschah1234567

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Tula
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 684
Wohnort: die alte Stadt


BeitragVerfasst am: 21.05.2020 02:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo David

Wo alle Welt seit Wochen Corona-Gedichte schreibt und nun dieses ... natürlich sternenhoch über alle anderen, besonders der schelmische Fingerzeig in der dritten Strophe. Was bleibt einem da noch übrig als ... ehm, deine Gedichte zu lesen

 Daumen hoch Daumen hoch²

LG
Tula


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davidmuc
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BeitragVerfasst am: 02.08.2020 01:39    Titel: Begegnung Antworten mit Zitat

Danke noch, nach all der Zeit.

Begegnung

Sie werden, trotz der Eleganz, zu Tieren
und immer heißer tanzt zum Bass das Paar,
sie scheint schon nach dem nächsten Tanz zu gieren,
doch er zahlt mit dem Spruch “So passt das” bar.

Sie blickt ihn an und plötzlich scheint sie nüchtern,
Mit einem Schlag verfehlt der Spuk sein Ziel,
sein nettes Angebot verneint sie, schüchtern -
und so verdirbt ein falscher Zug sein Spiel.
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menetekel
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

Alter: 100
Beiträge: 2073
Wohnort: Planet der Frühvergreisten


BeitragVerfasst am: 02.08.2020 07:17    Titel: Antworten mit Zitat

"So passt das", Liebwerter. love

Entzückte Grüße
m.


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