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menetekel
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BeitragVerfasst am: 01.12.2019 12:02    Titel: Antworten mit Zitat

Herr R. fühlt frühmorgens, was er nicht fühlen sollte, ihm aber ein Blauer Montag leichterdings ermöglichen könnte ...
Schlimmer noch als jenes grause Weckerklingeln wäre wohl nur die Gewissheit, den Liebsten froh wetterschlafen zu sehen, indes Herr R. seiner brotberufenen Tätigkeit nachgehen muss.

m.
die das auch schon erlebt hat  Cool


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Alles Amok! (Anita Augustin)
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davidmuc
Geschlecht:männlichSchreiberling

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BeitragVerfasst am: 06.12.2019 01:33    Titel: Antworten mit Zitat

Herzallerliebsten Dank!

Ich möchte mal meiner allerersten Freundin eins widmen, das hat sie irgendwie verdient.


Für Franziska (Verbleib unbekannt)

Im Park, wo heute zu Touristenzeiten
das Volk der Welt an seine Seen drängt,
wo Kinder turnen, Polizisten reiten,
bis sich der krumme Tag im Drehen senkt,

wo sich, ein Busen rechts, ein Rücken links,
Japaner beim Verzehr der Ente plagen,
kein Fahhrrad findet dort noch Lücken rings,
wo früher bloß ein paar Verpennte lagen -

Dort lagen wir, als ich fürs Grillen stimmte:
sie meinte, dass sie nichts zu kochen wüsste.
Dann war etwas im Busch, das Maß der Glut,

nachdem sie mir so lang im im Stillen grimmte,
es stieg, bis ich sie nach zwei Wochen küsste,
doch sie verließ beim letzten Glas der Mut.
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davidmuc
Geschlecht:männlichSchreiberling

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BeitragVerfasst am: 07.12.2019 00:25    Titel: Die Gier Antworten mit Zitat

die Gier,
eine Klangstudie.

O Herren, die ihr lebt von Pacht, ihr fresst,
samt Eurer schlimmen Drachenbrut das Land.
Wohin Ihr kommt, bringt mit der Fracht ihr Pest!

Wo sich auch Euer Blitz entlud, dass Brand
in jeden Bürgers Dach entfacht, ihr presst
aus uns, und trinkt das letzte Blut, das rannt’,

die Gier gibt sich in aller Pracht ihr Fest.
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davidmuc
Geschlecht:männlichSchreiberling

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BeitragVerfasst am: 12.12.2019 01:05    Titel: nachts, manchmal Antworten mit Zitat

nachts, manchmal

Du liegst manchmal im Eck voll Scham und grau
Du atmest manchmal leis und manchmal schwer,
dann bin ich nass vom Schweiß und manchmal leer,
und manchmal bin ich voller Gram und schau

und Deine Stirne kräuselt sich wie Meer
und mal sind Sterne da und manchmal nicht,
dann bist du mir so nah und manchmal dicht
und manchmal wundere ich mich, wie sehr.

« Was vorher geschah12345Wie es weitergeht »

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menetekel
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

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BeitragVerfasst am: 12.12.2019 17:37    Titel: Antworten mit Zitat

Schon wieder zwei herzzerreißende Liebesgedichte! Unterbrochen von ein wenig (verdientem) Hass. smile

Gerade das letzte, faltenverklärende Teilchen hats mir angetan.
Wohl dem, der so zurückgeliebt wird ...

m.


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Alles Amok! (Anita Augustin)
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davidmuc
Geschlecht:männlichSchreiberling

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BeitragVerfasst am: 23.12.2019 00:57    Titel: Tod in Venedig Antworten mit Zitat

Besten Dank love

Tod in Venedig

Ich fand auf einer Brückentreppe Schlaf,
auf die sich höchstes Elend legt und Pracht,
wo ich das Leid, das ich nun schleppe traf,
das mich seit jener Nacht nun prägt und lacht.

Es schimmert im Hotel nur bleicher Strass
Hier am Kanal wiegt mein Gewicht der Sand
in der Kapelle flüstern Streicher blass,
hier sah ich erstmals dein Gesicht. Der Wand

fast gleich, das dennoch Blut und  Leben hieß:
Ihm folgte ich fortan, wohin es bald
gerannt im Hauch der Cholera, versonnen.

Als ob er sagte, schau, ich bin es halt,
ein Junge, der sich noch leicht heben ließ.
Die letzten Stunden, die ich sah verronnen.
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davidmuc
Geschlecht:männlichSchreiberling

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BeitragVerfasst am: 31.12.2019 02:08    Titel: Ich Tarzan du Jane Antworten mit Zitat

Ich Tarzan du Jane

Soll ich den Sprung von der Liane wagen
und mich an Jane, statt ewig Cheeta ketten -
wird mich die Frau nicht bis zum Wahne jagen,
muss ich bald täglich mit der KiTa chatten?

Lebt sie mit mir in den vertrauten Bäumen?
Was wird aus ihr, wenn um sie Affen schleichen,
aus dem Verlobten, den verbauten Träumen,
turnt sie in England auch auf schlaffen Eichen?

Sucht sie verborgen nach der Frucht und leise,
wo Kolibris an fremden Samen nagen,
wird nicht ihr Schuh bald zwischen Steinen klemmen?

Ich bin umgeben hier von kleinen Stämmen
und kann ja kaum den eignen Namen sagen.
Ich heiße Abenteuer, Flucht und Reise.
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davidmuc
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BeitragVerfasst am: 09.01.2020 01:46    Titel: So heilig ist mir nur das Fest der Paarung Antworten mit Zitat

So heilig ist mir nur das Fest der Paarung



So heilig ist mir nur das Fest der Paarung,
dass es sich ganz dem strengen Geist verschließt.
Ich hab mit Cholera und Pest Erfahrung.

Und wenn mein Körper auch verschleißt, vergießt
darüber gerne auch im Schweiße Tränen.
Doch Weh, ihr sollt nicht alles hier vermüllen!

Ich sammle als Reliquien weiße Strähnen,
von allen, die sich nicht vor mir verhüllen,
sonst durch die Bar mit hohem Pegel rennen.

Die dann bei mir in aller Regel pennen,
es gab da auch ein paar, die fester waren.

Jetzt sitzen wir hier mit dem Schaumgetränk.
Du sagtest, du willst an Silvester fahren.
Jetzt bist du hier und bist mein Traumgeschenk.
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davidmuc
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BeitragVerfasst am: 07.02.2020 02:01    Titel: nach A. E. Housman (1859-1936) Antworten mit Zitat

Frei nach A. E. Housman (1859-1936) "VII"


Verwundert folg ich dem Geschehn und staun,
doch jeder ahnt, er wird hier nicht mehr sein,
er wird bei mir nun nicht mehr stehn und schaun,
ich habe keine Zuversicht mehr, nein.

Ein wirres Rudel aus Gestalten prägt,
die Theke, an der ich vergebens lehn,
ich, der sein  Herz fortan gespalten trägt
muss mit der Hälfte meines Lebens gehn.

-


He would not stay for me; and who can wonder?
He would not stay for me to stand and gaze.
I shook his hand and tore my heart in sunder
And went with half my life about my ways.
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Tula
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 608
Wohnort: die alte Stadt


BeitragVerfasst am: 07.02.2020 02:54    Titel: Antworten mit Zitat

Mann oh Mann, also Dichter oh Dichter!
4 Seiten bereits, ich musste da eben noch ein paar nach-lesen, alle geistreich und wunderschön Daumen hoch²
LG
Tula


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(Dichter und Leser)
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Mire_Klick
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BeitragVerfasst am: 22.02.2020 10:37    Titel: Antworten mit Zitat

Dein Talent lässt mich demütig werden. Vor allem in dieser Quantität.
Chapeau, mein Freund!
Vor allem deine Liebesgedichte haben mich kurz in die Ferne schweifen und tief fühlen lassen.


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davidmuc
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BeitragVerfasst am: 27.02.2020 02:33    Titel: Am Tag, als alle Banken schlossen Antworten mit Zitat

Besten Dank, Mire ich habe Deine Einstiegsgedichte gerade gelesen und freue mich daran. Gute Reimerinnen sind heute ja sehr selten. Nur zum kommentieren komme ich heute nicht mehr. Irgendwo muss man die Zeit zum Schreiben ja hernehen. Dafür gibts noch eins lieb auf die Schnauze.


Es war am Tag, als alle Banken schlossen
Ich kannte dich am Kleid: der Rand gestreift,
inmitten fettem Elend, schlanken Bossen,
ist unser beider Plan am Strand gereift.

Wir, die noch um die alten Mythen wussten,
und dass man keinen aus dem Zelt verweist,
wenn Stürme toben, Fluten wüten mussten,
und wusste auch, dass du der Welt verzeihst.

Denn welche Kraft du selbst dem Sturm verliehst,
ich seh noch, wie du wissend, leise wachst
bis man im siebten Stock den Turm verschließt,
und ganz auf deine eigne Weise lachst.
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Mire_Klick
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BeitragVerfasst am: 27.02.2020 08:48    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Es war am Tag, als alle Banken schlossen
Ich kannte dich am Kleid: der Rand gestreift,
inmitten fettem Elend, schlanken Bossen,
ist unser beider Plan am Strand gereift.

Wir, die noch um die alten Mythen wussten,
und dass man keinen aus dem Zelt verweist,
wenn Stürme toben, Fluten wüten mussten,
und wusste auch, dass du der Welt verzeihst.

Denn welche Kraft du selbst dem Sturm verliehst,
ich seh noch, wie du wissend, leise wachst
bis man im siebten Stock den Turm verschließt,
und ganz auf deine eigne Weise lachst.


oh Mann <3

Hast du schon mal ein Gedichtband veröffentlicht?
Ich würds kaufen! Du bist unglaublich talentiert!


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Mire_Klick
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BeitragVerfasst am: 27.02.2020 10:26    Titel: Antworten mit Zitat

Ich weiß gar nicht mehr, was ich alles zitieren soll.
Du hast hier einen neuen Riesenfan!!
2 Seiten lass ich mir noch frei, damit ich die nächsten Tage auch noch was zu lesen hab. smile
Darf man fragen, was du beruflich machst? Oder hast du dir das alles autodidaktisch angeeignet?
Wahnsinn!


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davidmuc
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BeitragVerfasst am: 28.02.2020 02:32    Titel: Der Sturm Antworten mit Zitat

Liebe Mire,

veröffentlicht habe ich noch nix, langsam wird es Zeit, ich weiß. Ich hab 2018-19 ein Jahr lang alle Shakespeare Sonette übersetzt, in diesem Stil, das hat mir sehr geholfen, mich auszudrücken.  Ich bin mit einigen noch nicht zufrieden, vielleicht sollte ich einfach die 100 besten davon veröffentlichen, statt weiter auf Perfektion zu warten...  Meine Schule sind Gruppen & Foren wie dieses, mit all ihren Mängeln und Zerwürfnissen...
Beruf, nun ja. heißt für mich Geld verdienen, um mich über Wasser zu halten.
Auch mal im Call Center, trotz Studium und so.  

anbei ein etwas formalistisches, Schnelles für Dich, mit der gesetzten Vorgabe, dass die erste Zeile auch die letzte ist.


Der Sturm

Du bist ein Sturm, entfachst die Glut und brennst
die Felder nieder, wenn du Funken trägst.
Ein jeder zählt zu deiner Brut und glänzt,
wenn du durch mein Gefilde trunken fegst.

Du bist ein Sturm, und wenn du droben wehst,
bis Ozeane sich und Land erheben,
du uns im Wirbel ganz verwoben drehst,
dann will ich dich auf Mund und Hand erleben:

Du bist ein Sturm, noch einmal sei’s erwähnt,
hast mich genauso, wie ich weiß, ersehnt,
du bist wie ich - aus Fleisch und Blut und grenzt

an meins und kannst mein Herz im Schlagen wiegen,
dass wir danach noch Stunden lagen, schwiegen:
Du bist ein Sturm, entfachst die Glut und brennst.
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Mire_Klick
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 32
Beiträge: 27
Wohnort: Österreich


BeitragVerfasst am: 28.02.2020 07:50    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Liebe Mire,


LiebeR, ich bin ein Mann.  ^^

Zitat:
Ich hab 2018-19 ein Jahr lang alle Shakespeare Sonette übersetzt, in diesem Stil, das hat mir sehr geholfen, mich auszudrücken. Ich bin mit einigen noch nicht zufrieden, vielleicht sollte ich einfach die 100 besten davon veröffentlichen, statt weiter auf Perfektion zu warten... Meine Schule sind Gruppen & Foren wie dieses, mit all ihren Mängeln und Zerwürfnissen...


WoW. Wieso hast du das getan? Zum Spaß? Ich weiß leidern icht mehr, wer das gesagt hat, aber er war ein großer Literat: Wenn du ewig auf den richtigen Moment wartest, wirst du es im Sterbebett bereuen. Es gibt keinen richtigen Moment, tu es. Und ich weiß, wie das ist, wenn man nie zufriedenen mit sich selbst oder seinen Leistungen ist. So ist das Leben. Du bekommst hiermit das beliebte "Mire-Zertifikat" : Du bist gut genug, ein bisschen Überarbeitung und Feinschliff schadet natürlich nie, aber ansonsten : Hau raus! ^^

Zitat:
Beruf, nun ja. heißt für mich Geld verdienen, um mich über Wasser zu halten.
Auch mal im Call Center, trotz Studium und so.


So sehe ich das auch. Ich bin gelernter Techniker und eines der Letzten Dinge die ich bin, ist Techniker. Die Geisteswissenschaften fließen mir durch die Adern. Dass du mit 50 noch studierst, find ich großartig. smile

Zitat:
anbei ein etwas formalistisches, Schnelles für Dich, mit der gesetzten Vorgabe, dass die erste Zeile auch die letzte ist.


Der Sturm

Du bist ein Sturm, entfachst die Glut und brennst
die Felder nieder, wenn du Funken trägst.
Ein jeder zählt zu deiner Brut und glänzt,
wenn du durch mein Gefilde trunken fegst.

Du bist ein Sturm, und wenn du droben wehst,
bis Ozeane sich und Land erheben,
du uns im Wirbel ganz verwoben drehst,
dann will ich dich auf Mund und Hand erleben:

Du bist ein Sturm, noch einmal sei’s erwähnt,
hast mich genauso, wie ich weiß, ersehnt,
du bist wie ich - aus Fleisch und Blut und grenzt

an meins und kannst mein Herz im Schlagen wiegen,
dass wir danach noch Stunden lagen, schwiegen:
Du bist ein Sturm, entfachst die Glut und brennst.



<3 <3


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davidmuc
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BeitragVerfasst am: 29.02.2020 01:29    Titel: Lieber Mire, Antworten mit Zitat

Lieber Mire,

verzeih den Fauxpas - die Namensendung klang so weiblich und ich musste unweigerlich an Brigitte Mira denken... und: sind wir nicht alle ein bisschen androgyn?  Embarassed

Erstmal muss ich ein kleines Missverständnis klären. Ich meinte: ich jobbe trotz eines Geisteswissenschaftlichen Universitätsabschlusses in unterbezahlten Stellungen: aufgrund psychischer Schwankungen, wenn man es so nennen will.

Es waren auch gut bezahlte dabei, als Vertriebsmanager bei Adobe verdient man ganz gut. Aber ich finde mich in dieser Parallelwelt nicht zurecht & versuche, viel Zeit (die fehlte mir da) in Dinge zu stecken, die mich interessieren.

Das Schreiben ist bei mir eine späte Sucht geworden. Als mich meine letzte Firma mich 2017 ein gutes halbes Jahr freistellte, habe ich mich bald Tag und Nacht fast in den Wahnsinn geschrieben: Ich wollte mithalten können mit dem, was in meiner Vorstellung von formalistischer Lyrik entsprach. In Amerika gab es den New Formalism, "Pop Sonnets" nach bekannten Songtexten wurde ein Bestseller, - Lyrik erzählte wieder allgemein zugängliche Geschichten, bot einen engen formalen Rahmen und, o Wunder: verkaufte sich wieder.

Oh je, jetzt gerate ich ins labern, dann schließe ich nur den Gedanken noch ab: In Deutschland hat dieses Revival kaum, und wenn: viel zu kopflastig für mich und die gemütlichen Nachbarn meines Lebens stattgefunden. Ich lese soviel ich kann:
Meine zeitgenössischen Vorbilder sind in den USA und Frankreich, wo eine gesprochene verständliche Sprache in formalem Gewand als Lyrik höchste Anerkennung findet, wenn sie eben ein Houellebecq, z.B. schreibt, dessen Romane verfilmt werden.  - Nächtliche Grüße!

Ich fühl mich heut so müde, friends -
Bin ich ein Fall von Frühdemenz?
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a.no-nym
Hobbyautor


Beiträge: 463



BeitragVerfasst am: 29.02.2020 01:44    Titel: Re: Lieber Mire, Antworten mit Zitat

davidmuc hat Folgendes geschrieben:
Ich fühl mich heut so müde, friends -
Bin ich ein Fall von Frühdemenz?


Frühdemenz

Bist heut am Morgen frühdement
Hieß das früher schlicht: verpennt
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davidmuc
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 53
Beiträge: 240
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 03.03.2020 01:17    Titel: Shakespeare Nr.18 revisited Antworten mit Zitat

Shakespeare Nr. 18 revisited


Ein Sommertag soll als Metapher kränken?
Ich hab dich auch schon Wein genannt und Brot,
ich würde mich in diesem Kaff ertränken:
ich wäre ohne dich nur Brand und Not.
.
Die Frage macht mich ganz verbohrt und wild:
Kommt ganz drauf an, wie dieser Tag verliefe!
Ich gebe bald Bericht in Wort und Bild,
den ich - nachdem ich bei dir lag - vertiefe.
-
Wie soll uns denn ein Sommertag belasten,
nachdem wir grade noch beim Ficken starben,
kann ich die Brust die vor mir lag, betasten?
In deinem hellen Licht ersticken Farben.
-
Mit deinem Leuchten macht kein Maler Kasse:
Du Teilchen freier, radikaler Masse.
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Tula
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 608
Wohnort: die alte Stadt


BeitragVerfasst am: 05.03.2020 09:15    Titel: Antworten mit Zitat

Moin David

Die Idee der Shakespeare-Sonette ist super und sollte sowohl den mondänen Lyrik-Leser als auch die "Elite" ansprechen. Ansonsten sind Schüttelreime ja eher eine Unter-Gattung der komischen Lyrik, die leider niemand ernst nehmen will.

Wäre zumindest möglich, dass du einen Verlag überzeugst, dass sich Lyrik durchaus verkauft. Leider ist auch hier Werbung das A und Ohhh ... Ja, denk' an das Buch, ich kaufe auch eins.

Das letzte wieder einmal Klasse!

LG
Tula


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menetekel
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 99
Beiträge: 1984
Wohnort: Planet der Frühvergreisten


BeitragVerfasst am: 05.03.2020 14:12    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, David,
denk an das Buch!

H i e r  findet sich die 2. Käuferin.

Ich kenne, forenweit,  keinen, der so routiniert und elegant verdichtet, noch dazu in dieser extra-schwierigen  Disziplin.

Gruß
m.


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davidmuc
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 53
Beiträge: 240
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 24.03.2020 01:11    Titel: Lagebericht Antworten mit Zitat

Die ganze Erde ist ein Tal der Not,
wo nur noch Spatzen sich die Schnäbel reiben.
An jeder Ecke droht final der Tod,
man mag es kaum bei Nacht und Nebel schreiben.

Doch gilt es jetzt, den Blick genau zu schärfen,
wir müssen doch auf uns gemeinsam achten,
beginnt man sich schon, wo ich schau zu nerven,
weil uns die engen Ängste einsam machen.

Wir gehn ins Internet und wollen Sachen,
die wir nicht brauchen, denn wir sollen wachen,
wenn morgens Nebel noch im Schilfe hängt:

Wer nach der langen Nacht mit Brand noch haucht,
sieht selten, wo man seine Hand noch braucht,
und es braucht jeden, der jetzt Hilfe schenkt.
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