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Kurzgeschichte "Der Mord an Bernard Helios", Sci-Fi/Krimi


 

 
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dwin
Abc-Schütze


Beiträge: 7



BeitragVerfasst am: 30.09.2019 14:56    Titel: Kurzgeschichte "Der Mord an Bernard Helios", Sci-Fi/Krimi eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich hatte schon seit längeren Lust mal einen Science Fiction Roman zu schreiben, da ich aber noch nie etwas Derartiges getan hatte, habe ich mir eine zufällige Ausschreibung rausgesucht (Fast Menschlich) und auf gut Glück in die Tasten gehauen. Wie erwartet gehörte meine Geschichte natürlich nicht zu den Auserwählten, aber leider kam auch keinerlei Kommentar dazu zurück (was bei über 100 Einsendungen auch verständlich ist.)

Da ich mir aber trotzdem Kritik wünsche, würde ich mich freuen, wenn sich ein oder zwei der aktiven Forennutzer meine Geschichte antun würden.

___________________________________________________________

Der Mord an Bernard Helios.

Nachdenklich betrachtete ich das Muster der Blutspuren am Boden des Wartungsschachtes. Es war nicht schwer sich die Position der Körperteile vorzustellen, bevor die Reinigungseinheit sie in ihrem robotischen Eifer eingesammelt und ein Signal an die Polizeidiensstelle abgegeben hatte. Überall im Schacht waren kleine, verschmierte Flecken in allen Größenordnungen zu sehen. An der Öffnung zur Ventilation, wo der Torso des Opfers lag, war eine große und tiefe Blutlache. Der Wartungsschacht ergab ein alptraumhaftes Bild. Schaudernd wandte ich mich vom Tatort ab, Mord war sehr selten und noch viel seltener war er mit einer solchen Brutalität verbunden.
Ich schaute zu meinem Assistenzandroiden PA550, der gerade damit beschäftigt war Aufnahmen der Blutspuren zu machen.
"Gibt es bereits Informationen dazu wer das Opfer ist?"
PA550 machte diese kurze, fast unmerkliche Pause die Androiden zu eigen ist wenn sie große Datenmengen aus dem Netzwerk abriefen.
"Anhand der Seriennummern der Implantate wurde das Opfer als Bernard Helios, 66,  männlich identifiziert. Er arbeitete als selbstständiger Sicherheitsberater und wurde nicht als vermisst gemeldet."
Mein Irisholograph projezierte das Portrait eines Mannes mittleren Alters mit braunen, schulterlangem Haaren und einem kantigen Gesicht auf meine Netzhaut.
Die Informationen in der Polizeidatenbank zum Opfer waren recht spärlich. Er war niemals selbst mit dem Gesetz in Konflikt geraten und es gab nur wenige Aufzeichnungen von Zeugenaussagen die er im Rahmen seiner früheren Tätigkeit als privater Sicherheitsmann abgegeben hatte. Es gab keinerlei Auffälligkeiten oder registrierte Konflikte mit anderen Personen. Während ich mich mit dem Opfer vertraut machte, beendete PA550 seine Arbeit.
"Die Aufnahmen wurden in der Datenbank gespeichert, Blutproben und Leichenteile werden in 24 Minuten im Polizeilabor ankommen." Auf seine Worte hin schloss ich die Datei und ließ meinen Blick nochmal über den Tatort schweifen.
"Gut, richte für den Wartungsschacht eine 48 stündige Sperrzone ein, das sollte ausreichen um den Fall abzuschließen." Ich verließ den Tatort in Richtung des Einsatzfahrzeugs. Nur wenige Augenblicke später hörte ich wie PA550 mir folgte, nachdem mein Irisholograph mir den Bereich um den Wartungsschacht als unzugänglich anzeigte.
Während ich zum nächsten Zugangspunkt des Verkehrstunnelsystems fuhr, stellte ich im Navigationscomputer die Polizeiwache als Ziel ein und lehnte mich in das weiche Polster des Fahrersitzes zurück. Für eine Weile versuchte ich meine Augen zu schließen, aber ich sah immer wieder die blutigen Überreste des Mordopfers vor meinem geistigen Auge. Irgendwann gab ich es auf, aktivierte den Vollbildmodus meines Irisholographen und stöberte durch die aktuellen Nachrichten. Wie immer waren die Seiten voll von Artikeln rund um Roboterrechte. Die ganzen halbstarken Aktivisten, die mit einer Robonanny aufgewachsen waren, bewiesen ihre Unfähigkeit programmierte Reaktionen von Gefühlen und Speicherkarten von Erinnerungen zu unterscheiden. Auf dem Titelbild posierte ein Demonstrant, dessen Körper auffallend viele kybernetische Implantate besaß, mit dem Schriftzug "Ab wann bin ich kein Mensch mehr?". Viel Theatralik, ebenfalls wie immer. Ich las ein paar Absätze des Artikels, bevor ich genervt die Seite schloss. Ich sollte einfach aufs Land ziehen, weit weg von dem ganzen Zirkus, wo die Menschen noch normal waren.
Die sanfte Stimme meines Navigationscomputers unterbrach meine Gedanken.
"Das Ziel wird in fünf Minuten erreicht."
Den Vollbildmodus deaktivierend, drehte ich mich zu PA550 um.
"Sind die ersten Ergebnisse des Labors bereits übermittelt?"
"Bestimmung des Alters der Blutlachen und Todeszeitpunkt abgeschlossen, es wurden keine Fingerabdrücke oder DNA Spuren des Täters gefunden. Die Todesursache ist noch unklar. Ein vorläufiger Bericht wurde an ihr Büro gesandt."
Mein Interesse war geweckt. Keine DNA Spuren und Fingerabdrücke, soetwas benötigte Planung, eine Tat im Affekt war somit unwahrscheinlich. Vielleicht hatte der Mord etwas mit der Tätigkeit des Opfers als Sicherheitsberater zu tun.
"Wann ist das Opfer verstorben?"
"Der Tod trat gestern Abend um 23:31 Uhr ein, die Blutspuren am Tatort entstanden um 2:54 Uhr."
"Etwas mehr als drei Stunden Abstand zwischen der Tat und dem Auffinden des Körpers." Ich wurde nachdenklich. Wenn man die Zeit einbezieht, die notwendig war um einen Körper derart zu zerstückeln, dann sollte der Täter maximal zwei Stunden gehabt haben um vom Ort des Mordes bis zum Fundort zu gelangen.
"Beantrage die Satellitenbilder von 23:30 Uhr bis 3:00 Uhr in einem Umkreis von 200 Kilometer."
Es entstand eine kurze Stille im Fahrzeug.
"Dem Antrag wurde stattgegeben, die Satellitenbilder sind von ihrem Büro aus für die Dauer der Ermittlung abrufbar."
Ungeduldig wartete ich darauf die Polizeiwache zu erreichen. Gefühlte 99 Prozent aller Ermittlungen endeten in einer Personenrekonstruktion anhand der aufgefundenen DNA mit anschließender Lokalisierung durch das Satellitensystem. Ein Fall bei dem das nicht möglich war hatte Seltenheitswert. Endlich angekommen stieg ich aus dem Fahrzeug und eilte in mein Büro. Noch während ich meine Jacke auszog, aktivierte ich die Wandbildschirme und öffnete die bereitgestellten Daten.
Im Bericht des Labors wurden energetische Waffen, Gifte und Krankheiten als Todesursache ausgeschlossen, auch Spuren von stumpfer Gewalteinwirkung waren nicht auffindbar. Die Leiche wurde in kleine Stücke zerteilt, an deren Rändern Metallpartikel gefunden wurden. Die Analyse des Metalls war noch nicht abgeschlossen, aber ich kam nicht umhin mir vorzustellen, dass der Mord mit einem dieser antiken Messer oder Schwerter, die noch nicht aus Kohlenstoffkeramik bestanden, durchgeführt wurde. Auffällig war auch, dass die Körperteile starke Quetschungen aufwiesen, vermutlich vom Transport zum Wartungsschacht. Anhand der Blutspuren konnte man ausschließen, dass der Fundort der Leiche auch der Tatort war.
Ich verschob den Bericht in eine Ecke und konzentrierte mich auf das Video der Satellitenaufnahme. Erwartungsvoll rieb ich mir die Hände.
"Mal sehen ob du gut genug warst um unserem Auge zu entgehen."
Ich spielte das Video im Zeitraffer ab. Das Gebäude in dem die Leiche gefunden wurde war ein öffentlicher Gebäudekomplex mit relativ viel Personenverkehr trotz der späten Uhrzeit, es müsste aber auffallen wenn jemand die Überreste eines erwachsenen Mannes transportiert hatte. Ich konzentrierte meine Suche auf Personen und Roboter mit großen Gepäckstücken. Zu meiner Überraschung war auf dem gesamten Video nicht eine Person die mehr als einen großen Rucksack bei sich hatte, zu sehen. Auch die Überprüfung ob jemand das Gebäude mehrfach hintereinander betrat, blieb erfolglos.
"Vielleicht war es nicht ein Täter sondern eine Gruppe von Tätern.", murmelte ich vor mich hin. Ich aktivierte ein Programm zur Verfolgung einzelner Individuen und prüfte ob sich einige Personen, die in der fraglichen Zeit das Gebäude betraten, vorher bereits getroffen hatten, aber auch dieser Verdacht bestätigte sich nicht.
Verblüfft saß ich da. Wie ist die Leiche in den Wartungsschacht gekommen, wenn nicht durch die Eingänge? Gab es irgendwelche unterirdischen Zugänge, die nicht überwacht wurden? Ich rief den Grundriss des Gebäudes vom Server ab, sah meine Vermutung aber widerlegt. Die Satellitenbilder waren eine Sackgasse.
"Gut, die Leiche ist also aus dem Nichts gekommen, wir haben keine Fingerabdrücke oder andere Spuren vom Täter, keine Fasern, nicht den geringsten Hinweis." Ich rieb mir nachdenklich die Stirn. Die nächsten fünf Stunden verbrachte ich damit das Videomaterial systematisch zu durchsuchen, in der Hoffnung irgendetwas übersehen zu haben. Letztendlich musste ich dann doch aufgeben. Mir kam nicht die geringste Idee, wie die Leiche in das Gebäude gekommen war.
Nach einer kurzen Pause kontaktierte ich PA550.
"PA, hast du die Bilder vom Fundort der Leiche von Bernard Helios analisiert?"
"Die Auswertung wurde abgeschlossen, es wurden drei Auffälligkeiten festgestellt. Die Form der Blutspritzer weist darauf hin, dass die Leichenteile aus einer Höhe von ungefähr 120 Zentimeter auf den Boden geworfen wurden. Es gibt kleine, innerhalb der letzten 24 Stunden entstandenen Kratzspuren im Metall des Wartungsschachts und es konnten keine Wärmeabdrücke gefunden werden, die nicht von den Leichenteilen stammen."
Die Kratzer ließen sich erklären wenn die Leiche in einer Metallkiste transportiert wurde, aber warum sollte jemand die Kiste anheben anstatt sie einfach umzukippen um sie zu leeren?
"Ok, schick mir den schriftlichen Bericht zu und bring mir morgen früh gegen 7 Uhr einen Kaffee." Ich beendete die Kommunikation bevor PA550 meine Anweisung bestätigen konnte. Unentschlossen starrte ich noch eine Weile auf den Bildschirm, dann schob ich das Video in die Ecke zum Laborbericht und beendete den Tag, vielleicht würde mir etwas einfallen wenn ich ausgeruht war.
Am nächsten Morgen wurde ich unsanft von lauten Sprechgesängen und Rufen geweckt. Stöhnend erhob ich mich aus dem Bett und schaute durch das Schlafzimmerfenster nach draußen. Eine riesige Menschenmasse drängte sich durch die Straßen, gewappnet mit Schildern die Menschenrechte für Roboter forderten, Haftbarkeit für sogenannte Robotersklaverei und allen möglichen anderen Unsinn. Vielleicht war die Spinnerei mit dem Landleben ja doch eine Idee die ich weiter verfolgen sollte. Angenervt ging ich ins Badezimmer um zu duschen. Immerhin unterdrückte das Geräusch der Wasserdüsen einigermaßen den Lärm von der Straße. Kurz nachdem ich mich angezogen hatte, pünktlich zur vollen Stunde, brachte PA550 mir meinen Kaffee und berichtete welche Fortschritte es im Fall Helios während der Nacht gegeben hatte.
"Das Labor konnte die Todesursache ermitteln, der Hormonanalyse nach hat das Opfer einen Schock erlitten und ist anschließend verblutet." Mir lief ein leichter Schauder über den Rücken. Im Klartext hieß das, dass die Zerstückelung des Opfers bereits vor dem Todeszeitpunkt begonnen hatte. PA550 sprach weiter.
"Des Weiteren wurden die geschäftlichen Verbindungen des Opfers analysiert, die letzte Besprechung zu einem aktuellen Projekt hatte das Opfer gestern gegen 18 Uhr."
Mit einem lauten Knall fiel mir der Kaffeebecher aus der Hand und ich starrte PA550 entgeistert an.
"Könntest du das bitte nochmal wiederholen?"
"Natürlich. Des Weiteren wurden die geschäftlichen Verbindungen des Opfers analysiert, die letzte Onlinebesprechung zu einem aktuellen Projekt hatte das Opfer gestern gegen 18 Uhr."
"Das Opfer ist vorgestern kurz vor Mitternacht gestorben" Erwiderte ich trocken. PA550 schaute mich ausdruckslos an.
"Die involvierten Personen wurden befragt und sie bestätigen, dass die Besprechung ohne Probleme durchgeführt wurde. Die Versuche Herrn Helios persönlich anzurufen waren in der Nacht nicht erfolgreich." Ich schaute meinen Assistenzandroiden eindringlich an, fast hätte ich daran geglaubt die Spinner auf der Straße hätten recht und PA550 hätte einen Witz gemacht. Dann kramte ich hektisch mein Telefon hervor.
"Die Nummer!", schrie ich PA550 an, dieser schaute nur fragend zurück.
"Die verdammte Telefonnummer von Helios, gib sie mir!" In der gleichen Sekunde wurde mir die Nummer von Bernard Helios auf mein Telefon geschickt. Mit Schweißtropfen auf der Stirn wartete ich darauf, ob jemand den Anruf entgegennehmen würde.
"Guten Morgen, Helios Security, womit kann ich Ihnen helfen?" Mir verschlug es die Stimme.
"Ähm, guten Morgen, mein Name ist Uland, ich bin Ermittler bei der hiesigen Polizei und wollte Ihnen ein paar Fragen stellen. Hätten Sie kurz Zeit für mich?" Mein Gesprächspartner zögerte kurz.
"Dürfte ich erfahren worum es geht?" Meine Gedanken rasten, ich konnte ihm schwerlich Informationen über eine laufende Ermittlung geben, geschweige denn, dass es um seinen eigenen Tod ging.
"Ich untersuche einen Fall der die Fälschung von Kybernetikimplantaten betrifft. Laut meiner Daten haben sie Implantate die betroffen sein könnten und ich wollte deswegen sicherstellen, dass bei Ihnen keine Beschwerden aufgetreten sind."
"Oh. Nein, ich habe keine Probleme, um welche Implantate handelt es sich denn?"
"Ein Augenimplantat von Zeiss und der Appetitregulator von Vericon."
"Also das Augenimplantat funktioniert einwandfrei, bei dem Appetitregulator müssen sie sich täuschen, so etwas besitze ich nicht." Er klang ehrlich überrascht, was nachvollziehbar war, da ich mir das zweite Implantat ausgedacht hatte.
"Da wird uns ein kleiner Fehler unterlaufen sein, ich bin erfreut, dass Sie keine Beschwerden haben. Ich danke Ihnen für Ihre Zeit."
"Absolut kein Problem, noch einen schönen Tag."
"Ihnen auch, auf Wiederhören." Ich beendete den Anruf und unterdrückte den Impuls irgendetwas zerschlagen zu wollen.
"Verdammt! Wessen Leiche haben wir im Labor?" Nichts machte mehr einen Sinn, warum wiesen die Seriennummern der Implantate auf Herr Helios hin, was ist der Grund dahinter seinen Tod vorzutäuschen? Ich lief im Gang auf und ab. Der Fall wurde immer komplizierter, ich hatte keine Hinweise darauf wer die Leiche im Wartungsschacht deponiert hatte und nun wusste ich nicht einmal mehr wer die Leiche überhaupt war.
"PA550, recherchiere auf dem Weg zur Polizeistation alle Daten zu den vergangenen Arbeitsverhältnissen von Herrn Helios, vielleicht finde ich in seiner Arbeitsgeschichte einen Grund warum jemand seinen Tod fingieren sollte."
Ich fuhr mit dem Aufzug ins Erdgeschoss, wieder schlug mir die Welle aus Lärm und Geschrei entgegen, die ich schon völlig vergessen hatte. Ungeduldig bahnte ich mir meinen Weg durch die Menge. Plötzlich stellte sich mir ein Jugendlicher mit Megafon in den Weg und schrie mich an.
"Was ist dieser Roboter für dich, ist er dein Freund oder dein Werkzeug?" Ich ignorierte ihn und versuchte mich weiterhin durch die Menge zu quetschen, aber er ließ nicht locker. Im Sekundentakt schrie er seine Frage durch das Megafon. Endlich platzte mir der Kragen, ich drehte mich zu dem Jungen um und schrie zurück.
"Frag ihn doch selber!"
Verdutzt blieb der Junge stehen und schaute zu PA550, der natürlich nicht auf meine Aussage reagierte. So viel zu  Wille, Gefühle und Persönlichkeit. Ich wandte mich ab und beschleunigte meinen Schritt, diesmal wurde ich nicht weiter verfolgt. Selten erschien mir der Weg von der Haustür zum Parkplatz so lang wie heute.
In meinem Büro angekommen, schaltete ich direkt meinen Computer ein. Über Nacht hatten sich die Dateien zum Fall vervielfacht, neben dem kompletten Laborbericht wurde mir nun auch die Analyse des Fundortes der Leiche angezeigt, eine Zusammenfassung der bisherigen Ermittlungsschritte, eine DNA-Rekonstruktion des Opfers und die Details der Arbeitsgeschichte von Herrn Helios. Als ich mir das Bild der DNA-Rekonstruktion ansah wurde ich nachdenklich. Das Opfer sah Herrn Helios sehr ähnlich, wenn jemand einen solchen Aufwand betrieb um einen Tod vorzutäuschen, dann waren die Motive vermutlich deutlich komplexer als ich es mir wünschen würde. Nach einer kurzen Überlegung, sandte ich die Aufzeichnung des Telefongesprächs mit der Bitte eine Sprachanalyse durchzuführen an das Labor. Falls jemand Herr Helios imitierte würde ich das in kürzester Zeit wissen. Die Analyse der Metallspuren ergab ein unerwartetes Ergebnis, es handelte sich um eine moderne Legierung, die vor allem beim Skelett von Androiden und Transportkisten für große Lasten verwendet wurde. Ich dachte nochmal an die Satellitenaufzeichnung zurück, Transportkisten hatte ich keine gesehen. Den Gedanken, dass jemand einen Androiden benutzt hat um den Mord zu begehen, schloss ich direkt aus. Androiden konnten keine Menschen verletzen, das war in ihrer Hardware verankert und konnte nicht umprogrammiert werden. Außerdem, warum sollte jemand einen Androiden bis auf das Skelett auseinanderbauen nur um einen Mord zu verüben? Das machte keinen Sinn. Ich erstellte eine Informationsanfrage zur Verwendung der Legierung und wandte mich dann der Berufsgeschichte von Herrn Helios zu.
Sein Berufsleben verlief ohne große Umwege, nach der Schule war er für eine Weile Türsteher bei einem Jugendclub und wurde nach zwei Jahren von einem Bekannten an eine Sicherheitsfirma vermittelt. Dort arbeitete er für 21 Jahre bis die Firma Konkurs anmelden musste. Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit fand er wieder eine Stelle im gleichen Gewerbe und machte sich schließlich vor zwei Jahren selbstständig. Als ich mir die Liste der Objekte aus seinem Zuständigkeitsbereich ansah fiel mir sofort ein Eintrag ins Auge, ein Forschungskomplex für Androiden, Droid. Das konnte eine Verbindung zu den gefundenen Metallpartikeln sein. Vielleicht hatte der Täter Bauteile von Androiden zweckentfremdet, definitiv eine Spur die verfolgt werden sollte. Hastig verließ ich das Büro. Als ich am Fahrzeug ankam saß mein Assistenzandroid wie immer auf dem Rücksitz und war durch das Datenkabel mit dem Netzwerk verbunden. Ich stellte das Forschungszentrum als Fahrziel ein und aktivierte PA550. Nachdem ich ihn über meine Überlegungen informiert hatte gab ich die Anweisung die Leitung des Forschungskomplexes über mein Kommen zu informieren. Während mein Fahrzeug durch das Tunnelsystem raste, rief ich die aktuellen Laborberichte ab.
"Frequenzanalyse der Stimme stimmt mit früheren Aufnahmen von Herrn Helios überein, es ist kein Zusammenschnitt aus verschiedenen Aufnahmen und der charakteristische sowie der erworbene sprachliche Fingerabdruck passen zu den vorhandenen Daten.", murmelte ich vor mich hin.
"Wenn der Mörder nicht mit Helios zusammen aufgewachsen ist, kann das unmöglich gefälscht sein, egal wie gut die Imitation ist." In Gedanken versunken starrte ich auf die Projektion des Berichts. Warum einen Mord vortäuschen, was konnte dadurch erreicht werden? Mir fiel keine Antwort zu dieser Frage ein, hoffentlich würde ich einen Hinweis bei meinem Besuch im Forschungszentrum erhalten. In die Laborberichte vertieft merkte ich nicht wie wir am Ziel angekommen waren, bis der Navigationscomputer den entsprechenden Hinweis gab. Ich richtete meine Jacke und betrat das Foyer des Hauptgebäudes. Noch bevor ich mich richtig umschauen konnte, hörte ich eine Stimme nach mir rufen.
"Sie müssen bestimmt Komissar Uland sein. Willkommen bei Droid."
Als ich mich nach der Stimme umblickte, sah ich eine ältere Dame in Laborkittel auf mich zugehen.
"In der Tat, ich freue mich hier zu sein.", erwiderte ich mit einem freundlichen Lächeln.
"Mein Name ist Agathe Karo, Leiterin der Abteilung künstliche Intelligenz." Agathe reichte mir ihre Hand zur Begrüßung. "Ich hatte schon fast befürchtet, dass Monate vergehen würden bevor wir etwas zu den Ermittlungen hören. Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass sie die Zeit gefunden haben persönlich vorbei zu kommen."
Diese Begrüßung verwirrte mich, wusste sie etwas von dem Fall Helios? Vorsichtig fragte ich nach.
"Könnten wir uns in Ihr Büro setzen? Ich würde gerne von Ihnen persönlich hören, was genau passiert ist."
"Aber natürlich." Agathe wies in Richtung des Aufzugs. "Mein Büro ist in der 24. Etage, ich sollte eine Stunde Zeit haben um Ihre Fragen zu beantworten."
"Woran genau arbeitet Ihre Abteilung, wenn ich fragen darf?" Während wir auf den Aufzug warteten erkundigte ich mich ein wenig nach der Arbeit im Forschungskomplex. Agathe antwortete mit hörbarer Begeisterung in der Stimme.
"Meine Forschungsgruppe arbeitet daran Androiden nicht nur Intelligenz, sondern auch Charakter zu geben. In der Zukunft werden Sie nicht mehr unterscheiden können, ob Sie sich mit einem Androiden oder einem Menschen unterhalten."
Ich runzelte die Stirn.
"Ich weiß nicht, ob ich einen Computer mit Charakter haben wollen würde, ich kann mir nicht vorstellen, dass das die Effizienz der Androiden verbessert."
"Es geht nicht um die Effizienz Kommissar Uland, es geht um die Erweiterung unserer Gesellschaft und darum echte Intelligenz zu erschaffen. Echte Menschlichkeit und echte Gefühle."
Agathes Aussage ließ mich kurz verstummen, noch so eine Person. Wenn sie keine Wissenschaftlerin wäre, könnte ich sie vermutlich bei den Aktivisten auf der Straße finden. Resignierend unterließ ich es auf ihre Aussage etwas zu erwidern. Sie schien allerdings nichts von meinen Gedanken zu merken und fuhr im gleichen Tonfall fort.
"Wenn wir erfolgreich sind, können Menschen und Androiden sich in der Zukunft perfekt ergänzen. Nicht nur was die physische Arbeit betrifft, sondern auch auf psychologischer und sozialer Ebene."
Während der Fahrt mit dem Fahrstuhl schilderte Agathe mir ausführlichst ihre Vorstellungen des Einflusses den ihre Forschung auf die Zukunft haben würde, sie ging fest davon aus, dass ein Haufen elektrischer Bauteile Emotionen und eine lebendige Intelligenz erzeugen könnte. Als wir endlich im Büro ankamen, hörte ich dem Unsinn nur noch aus Höflichkeit zu und versuchte sie wieder zurück auf die von ihr angesprochenen Ermittlungen zu lenken.
"Dann berichten Sie mir doch bitte Ihre persönliche Sicht auf den Vorfall." Ich blieb so allgemein wie möglich, was immer eine gute Idee war wenn man keine Ahnung hatte worum es eigentlich ging.
"Nun ja, das Meiste werden sie ja bereits aus unserem Bericht wissen. Der Diebstahl ereignete sich vor ungefähr drei Tagen. Ich hatte am Abend noch ein letztes Mal die Erinnerungsspeicher der Prototypen sichern wollen als ich bemerkte, dass jemand in das Labor eingebrochen war."
Es ging also um einen Diebstahl, könnte das doch etwas mit meinem Fall zu tun haben?
"Was für Prototypen waren das genau?"
"Es handelt sich um Androiden für die der geistige Entwicklungsprozess eines Menschen simuliert wurde. Im Prinzip lassen wir sie Erinnerungen einiger Mitarbeiter durchleben und untersuchen ob sich parallele Charakterzüge in der künstlichen Intelligenz entwickeln."
Das klang für mich wie die geistige Version von Frankensteins Monster.
"Sie nehmen Erinnerungen ihrer Mitarbeiter?"
"Oh, keine Sorge, das Ganze passiert auf freiwilliger Basis und ist völlig ungefährlich. Die Erinnerungen werden unter Hypnose mit Elektroden direkt aus dem Gehirn ausgelesen. Es ist dem Prozess ähnlich, den sie bei Polizeiverhören verwenden, der Unterschied ist nur, dass auch viele unbewusste Erinnerungen mit abgegriffen werden. Eine unserer wichtigsten Entwicklungen."
In meinem Kopf formte sich eine Idee, wäre das nicht die perfekte Möglichkeit an geheime Daten zu gelangen?
"Haben sie keine Angst, dass jemand die Daten ihrer Mitarbeiter stehlen und so an Forschungsergebnisse gelangen könnte?"
Agathe lächelte bei meiner Bemerkung.
"Nein, daran haben wir natürlich gedacht, es wurden nur Mitarbeiter in unkritischen Positionen genommen, das heißt Reinigungskräfte, Kantinenangestellte, externer Wachschutz und Ähnliche."
Da war die Spur die ich suchte, externer Wachschutz, könnte Herr Helios einer der Freiwilligen gewesen sein?
"Haben sie eine Liste der betreffenden Personen da?"
"Aber sicher, eine Sekunde, ich suche die Datei raus."
Agathe starrte ein paar Sekunden in die Luft, vermutlich auf die Projektion ihres Irisholographen, wenig später wurde mir der Empfang einer Datei angezeigt. Ich öffnete die Liste und überflog die Namen, zu meiner Freude fand ich tatsächlich Bernard Helios auf der Liste. Ich müsste ihm wohl doch mal einen persönlichen Besuch abstatten.
"Könnten sie mir noch kurz die Details zum Einbruch schildern?"
"Da gibt es leider nicht viel, was ich Ihnen schildern könnte." Agathe seufzte.
"Wir konnten nicht herausfinden wie der Einbrecher in unser Labor gelangen konnte, ein Stromausfall hatte unsere Sicherheitssysteme ausfallen lassen. Das Einzige was wir sagen können ist, dass er zum Verlassen des Gebäudes die Wand zerstört hat, vermutlich weil er mit dem gestohlenen Androiden nicht auf dem gleichen Weg ungesehen wieder hinaus konnte."
Immer mehr Puzzleteile passten zueinander, ein Einbrecher der genauso ungesehen in das Labor einbrechen konnte wie er die Leiche des Opfers im Wartungsschacht deponiert hatte. Ich war mir absolut sicher, dass es sich um den selben Täter handeln musste.
Nach ein paar letzten, allgemeinen Fragen verabschiedete ich mich von Agathe und versprach eine schnelle Lösung für den Fall. Den Forschungskomplex verlassend eilte ich zu meinem Fahrzeug.
"PA550, suche die Adresse von Bernard Helios heraus, als ehemaliger Sicherheitsmann weiß er bestimmt am besten, wie man ungesehen das Labor betreten kann."
Als ich am Fahrzeug ankam war die Adresse bereits im Navigationscomputer eingetragen, eine halbe Stunde später verließen wir das Tunnelsystem und erreichten das Hochhaus in dem sich Helios Security befand. Innerlich angespannt ging ich zum Empfang.
"Ich bin Kommissar Uland, ich würde gern mit Herrn Helios von Helios Security sprechen."
Der Empfangsandroid schaute mich kurz an, vermutlich um meine Identität mit einem Gesichtsscan zu bestätigen.
"Guten Tag Kommissar Uland. Meinen Informationen nach befindet sich Herr Helios in seinem Büro auf der sechsten Etage, Raum 637. Soll ich ihre Ankunft ankündigen?"
"Nein, das ist nicht erforderlich."
Vor der Bürotür angekommen klopfte ich energisch an. Aus dem Inneren des Büros konnte ich Herrn Helios Stimme hören.
"Ja bitte?"
"Hallo Herr Helios, hier ist Kommissar Uland, wir hatten miteinander telefoniert."
"Oh, ja, ich erinnere mich. Eine Sekunde bitte."
Die Tür zum Büro wurde von einem Androiden geöffnet. Mich aufmerksam umschauend betrat ich das Büro. Es war recht spartanisch eingerichtet, ein paar große Aktenschränke und ein Schreibtisch. Die einzige Dekoration die ich sehen konnte, war eine große Palmenpflanze in der Fensterecke.
"Herr Helios?" Ich sah mich um, konnte aber Helios nirgendwo erblicken, wollte er irgendwelche Beweise vernichten? Gerade als ich mich in den anderen Räumen umsehen wollte, hörte ich seine verwunderte Stimme an meiner Seite.
"Ich bin doch hier Kommissar Uland."
Ich drehte mich um und sah direkt in das Gesicht des Androiden der mich anschaute.
"Womit kann ich Ihnen weiterhelfen Kommissar Uland, geht es wieder um die Implantate?"
Entgeistert schaute ich den Androiden an, war das ein schlechter Scherz?
"Wo ist Herr Helios?" Vermutlich konnte man meine Ungeduld deutlich in meiner Stimme hören.
"Ich bin Bernard Helios, wen haben sie denn erwartet?"
Ich spürte wie sich meine Ungeduld langsam in Wut verwandelte, ich hatte wirklich keine Zeit für diesen Unfug.
"Ich möchte sofort mit Herrn Helios sprechen, wo befindet er sich gerade?"
"Wie oft soll ich Ihnen denn noch sagen, dass ich Bernard Helios bin und jetzt würde ich Sie bitten mir ihre Dienstmarke zu zeigen."
Ich war sprachlos. Hatte gerade wirklich ein Android mir gesagt er wolle meine Dienstmarke sehen? Wie der sprichwörtliche Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte konnte ich die Wut, die ich seit der Demonstration am Morgen verspürte, nicht mehr zurückhalten.
"Du bist nicht Bernard Helios, du bist ein verdammter Android und wenn du mir nicht sofort sagst wo Herr Helios ist, dann sorge ich dafür, dass du in den nächsten zehn Minuten abgeschaltet wirst."
Der Android antwortete nicht und starrte mich nur mit seinen ausdruckslosen Augen an. Gerade als ich PA550 kontaktieren wollte hörte ich vom Androiden Geräusche, die mich an Schluchzen erinnerten.
"Aber ich bin doch Bernard, warum glaubt mir das niemand, ich bin kein Android, ich bin Bernard."
Schockiert entfernte ich mich einige Schritte vom Androiden, ein furchtbarer Verdacht kam in mir hoch.
"Bist du der Android aus dem Forschungskomplex von Droid?"
"Ich bin kein Android!" Plötzlich schrie er mich an. "Ich bin kein Android, der Andere war ein Android, er hatte mich irgendwie in den Forschungskomplex gebracht als ich geschlafen habe und wollte mir meine Identität stehlen. Ich bin Bernard Helios!"
Der Android starrte mich noch immer mit diesen ausdruckslosen Augen an, die so gar nicht zu den zornigen, fast schon wahnsinnig klingenden Emotionen in seiner Stimme passten.
"Du, du bist ein Android, ein Verbündeter von diesem anderen Androiden der mir mein Leben klauen wollte, du willst auch mein Leben klauen!" Er schritt langsam in meine Richtung. Plötzlich versuchte der Android sich auf mich zu werfen. In Sekundenbruchteilen zog ich mein Taser, den ich heimlich aktiviert hatte, drückte ab und sprang beiseite. Laut krachend fiel der Android zu Boden. Erleichtert atmete ich auf. Mit einem durchgeknallten Roboter hatte ich es auch noch nie zu tun gehabt. Gerade als ich mich erschöpft auf den Schreibtischstuhl niederlassen wollte, sah ich aus den Augenwinkeln wie der Android sich wieder zu Bewegen anfing. Scheinbar mühsam richtete er sich auf.
"Ich bin Bernard Helios, ich bin in dieser Stadt aufgewachsen, habe hier Jahrzehnte gearbeitet, ich kann mich an jedes Detail erinnern, ich bin Bernard!" Er wurde beim Sprechen immer lauter.
"Warum glaubst du mir nicht?" Wieder schrie er mich an.
"Sieh mich an, ich bin ein Mensch, ich bin aus Fleisch und Blut." Mit einem Ruck riss sich der Android die Brustplatte herunter, mit Schaudern sah ich wie sein Inneres voller Blutspuren war, unwillkürlich musste ich mich an die Metallspuren die im Laborbericht erwähnt wurden erinnern.
"Ich lebe, ich bin ICH!" Während er hysterisch schrie, riss er sich immer mehr Einzelteile aus dem  Körper.
"Ich bin- " Ohne den Satz zu beenden kippte der Android nach hinten und wurde still. In seiner Hand hielt er seinen Energieverteiler. Ungläubig schaute ich auf die Überreste des Androiden. Unfähig einen klaren Gedanken fassen zu können wankte ich aus dem Büro von Helios Security heraus, über den Gang und fuhr mit dem Fahrstuhl nach unten. In der Eingangshalle wartete PA550 auf mich. Ich schaute ihn eine Minute, ohne ein einziges Wort zu sagen, an.
"Komm, lass uns zurück zur Wache fahren." Wir setzten uns in das Fahrzeug und fuhren langsam zum nächsten Zugangspunkt des Verkehrstunnelsystems.

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Ralphie
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BeitragVerfasst am: 30.09.2019 21:00    Titel: Antworten mit Zitat

Das liest sich schon vielversprechend. Ich empfehle dir, noch etwas an der Kommasetzung zu arbeiten. Beim Lesen fühlte ich mich in einen Comic von Moebius (Jean Giraud) versetzt.
 smile extra


_________________
LG
Ralphie
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Corydoras
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BeitragVerfasst am: 30.09.2019 21:54    Titel: Antworten mit Zitat

Das mit der Kommasetzung kann ich bestätigen. Im Text fehlen gefühlte 100 Kommata. Interessant ist, dass du manchmal einen eingeschobenen Nebensatz zwar mit Komma beendest, aber nicht beginnst.

Zwei Rechtschreibfehler, die mir beim Überfliegen aufgefallen sind: projizieren und analysieren.

Du benutzt sehr viele Hilfsverben und sehr viel Passiv. Versuche, aktiver zu schreiben und aussagekräftigere Verben zu finden.


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dwin
Abc-Schütze


Beiträge: 7



BeitragVerfasst am: 30.09.2019 22:33    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für die Kommentare, ja, ich lasse oft Komma weg obwohl sie sich richtig anfühlen, weil ich immer der Meinung bin ich würde sie inflationär verwenden. Anscheinend ist dem nicht so ^^
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silke-k-weiler
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BeitragVerfasst am: 01.10.2019 11:01    Titel: Antworten mit Zitat

Moin dwin,

ich fand die Idee der Geschichte, den Konflikt, interessant und gut.
Was die Kommata betrifft: Nee, inflationär verwenden sollst du sie auch nicht. Very Happy  Eben an der richtigen Stelle setzen, damit die Lesbarkeit gewährt wird. Einige Stellen musste ich mehrmals lesen. Anderen Sätzen hätte es gut getan, sie in zwei zu splitten.

Zusätzlich zu den bereits gegebenen Kommentaren möchte ich anmerken, dass ich zu Beginn verwirrt war, was den Tatort betrifft. Die robotischen Reinigungskräfte hatten bereits Körperteile eingesammelt, der Torso scheint aber noch an Ort und Stelle zu liegen. Als Ermittler wäre ich ziemlich sauer, wenn man so an einem mögliche Tatort rumpfuschen würde.

"Gefühlte 99 Prozent aller Ermittlungen endeten ... " ist mir zu umgangssprachlich eingeleitet. Aber das ist mein persönlicher Geschmack.

Was mich auch wundert ist, warum der Helios nur anhand seiner Implantate identifiziert wird. Es gibt zwar eine DNA Rekonstruktion, aber ist DNA nicht mehr einzigartig genug, um eine Identität zweifelsfrei zu beweisen? Muss es eine Rekonstruktion sein, die dem Opfer ähnlich sieht? An dieser Stelle würde ich den vermeintlich lebendigen Herrn Helios gerne dringend persönlich und sofort treffen wollen, aber natürlich muss der Ermittler zuerst in die Firma, um die Sache mit den Erinnerungen zu erfahren. Ob man diese Informationen umstellen sollte? Dass zuerst die beruflichen Beziehungen inkl. Besuch bei Droid abgeklopft werden und erst dann das Telefongespräch ins Spiel kommt?

Das Ende - "Komm, lass uns zurück zur Wache fahren." Wir setzten uns in das Fahrzeug und fuhren langsam zum nächsten Zugangspunkt des Verkehrstunnelsystems. - finde ich, nach dem Erlebnis mit dem Androiden, der sich für Bernhard Helios hält, irgendwie mau. Das gäbe es andere Möglichkeiten (z.B. das Ausbluten des Ermittlers Smile  ... ähm ... oder eben etwas anderes. Warum sollte der Android seine "Selbsterkenntnis" nicht bis aufs Blut verteidigen wollen?)

Das waren meine ungeordneten Gedanken zu Deiner Kurzgeschichte.

VG
Silke
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dwin
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BeitragVerfasst am: 01.10.2019 13:09    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Silke, danke für deinen Kommentar, gerade Kritik bezüglich der Logik und möglicher Ungereimtheiten sind mir viel wert.

Der Reinigungsroboter hatte erst zu spät registriert, dass es sich um menschliche Überreste handelt, deswegen das "rumgepfusche" am Tatort

Auch kurz eine Erklärung zur Identifikation, anscheinend, habe ich das nicht gut rübergebracht.
Die primäre Identifikation lief über die Implantate ab, da diese registriert werden. DNA selbst wird nicht von jedem Bürger registriert, man kann also nicht ohne Vergleichs-DNA jemanden daran identifizieren.
Die DNA Rekonstruktion wurde erst durchgeführt, als geglaubt wurde, dass Helios doch nicht das Opfer ist. Sozusagen um ein Phantombild des Opfers zu erhalten. Hätte man die DNA von Helios gehabt, hätte man natürlich die Identität zweifelsfrei feststellen können.

Das mit dem späten persönlichen Besuch ist vermutlich etwas zu weit hergeholt, als Hintergrund der Geschichte war gedacht, dass die meisten Verbrechen automatisch aufgeklärt werden und deswegen die Ermittler für Sonderfälle auch alles eher auf unpersönliche Art und Weise regeln. Sollte ich aber dann vermutlich im Text auch deutlich machen.

Das Ende fand ich eigentlich recht gelungen, schade, dass es zu Mau rüberkommt. Gerade der letzte Satz, in dem er seinen Androiden das erstemal personalisiert und ihn durch die Verwendung von "Wir" prinzipiell als Person ansieht fand ich sehr schön um zu Visualisieren wie das Erlebte seinen grundsätzlichen Glauben, dass Roboter nur Objekte sind, ins Wanken gebracht hatte. Vielleicht etwas zu subtil?
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silke-k-weiler
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BeitragVerfasst am: 01.10.2019 14:48    Titel: Antworten mit Zitat

dwin hat Folgendes geschrieben:
Das Ende fand ich eigentlich recht gelungen, schade, dass es zu Mau rüberkommt. Gerade der letzte Satz, in dem er seinen Androiden das erstemal personalisiert und ihn durch die Verwendung von "Wir" prinzipiell als Person ansieht fand ich sehr schön um zu Visualisieren wie das Erlebte seinen grundsätzlichen Glauben, dass Roboter nur Objekte sind, ins Wanken gebracht hatte. Vielleicht etwas zu subtil?


Vielleicht auch nur für mich zu subtil. Manchmal kann die Moral unter einer Leuchtschrift "Hier tanzt gerade die Moral" vor mir zappeln und ich raff es trotzdem nicht. Laughing  Aber ich hatte den letzten Blick auf seinen Androiden tatsächlich eher als skeptischen, prüfenden Blick aufgefasst. Und das "wir" ging unbemerkt an mir vorüber. (Mit "du" hatte er ihn vorher im Text bereits angesprochen.) Der Ermittler wirkte auf mich im Verlauf der Geschichte einfach zu sehr in seiner Meinung gefestigt.
Da ich gerade "Es" hervorgekramt habe und lese, befinde mich vielleicht deshalb in einer morbiden Stimmung, was den Schluss betrifft. Es muss ja nicht immer böse enden, aber ich liebe den letzten Knall. Wenn der Held quasi gar nicht erst die Gelegenheit bekommt, irgendwas aus seine Reise an Fazit ziehen zu können, weil ihm etwas ... naja ... dazwischen kommt. z.B. ein mörderischer Android. Das ist Geschmackssache. Unabhängig davon könnte für mich deine Absicht etwas deutlicher zu Tage treten. Mich würde interessieren, wie die anderen das sehen.

Was mir vorhin noch einfiel: Die Leiche wurde zerstückelt, wobei der Fundort nicht dem Tatort entspricht. Das Opfer verblutete. Maximal zwei Stunden, um die Teile zum Fundort zu bringen. Lauter Leichenteile, die zuerst am Tatort, dann unterwegs (allerdings in einem Behälter), später am Fundort noch einmal ordentlich rumbluten. Der Torso lag gar in einer großen und tiefen Blutlache. Ich kenne mich da nicht aus, aber ist das nicht zu viel Blut am Fundort?

Aber das mit der DNA sehe ich ein. Ich hatte irgendwie vorausgesetzt, dass in dieser Welt jeder Mensch quasi automatisch mit so ziemlich allem registriert ist, was sich registrieren lässt, inkl. DNA, Fingerabdruck, Retina und was weiß ich.

LG
Silke
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dwin
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BeitragVerfasst am: 01.10.2019 14:57    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Das mit dem Blut ist ein interessanter Punkt, ich weiß in der Tat nicht wie schnell ein Mensch ausblutet, wollte es nicht unbedingt testen lol2

silke-k-weiler hat Folgendes geschrieben:
Mit "du" hatte er ihn vorher im Text bereits angesprochen.


Oh, wirklich? Das muss ich übersehen haben, das gehört definitiv erst in die Sätze nach der Konfrontation.
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silke-k-weiler
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BeitragVerfasst am: 02.10.2019 14:04    Titel: Antworten mit Zitat

dwin hat Folgendes geschrieben:
Das mit dem Blut ist ein interessanter Punkt, ich weiß in der Tat nicht wie schnell ein Mensch ausblutet, wollte es nicht unbedingt testen lol2

silke-k-weiler hat Folgendes geschrieben:
Mit "du" hatte er ihn vorher im Text bereits angesprochen.


Oh, wirklich? Das muss ich übersehen haben, das gehört definitiv erst in die Sätze nach der Konfrontation.


Ja, hier:

- Nach einer kurzen Pause kontaktierte ich PA550.
"PA, hast du die Bilder vom Fundort der Leiche von Bernard Helios analisiert?"

und hier:

- Mit einem lauten Knall fiel mir der Kaffeebecher aus der Hand und ich starrte PA550 entgeistert an.
"Könntest du das bitte nochmal wiederholen?"

Aber die Stellen dürftest Du inzwischen auch gefunden haben.

Ich habe mir explizit noch einmal das Ende durchgelesen und bin der Meinung, Du könntest die Konfrontation mit dem Androiden noch stärker herausarbeiten. In der einzigen Erwähnung einer gewissen Befindlichkeit: "Laut krachend fiel der Android zu Boden. Erleichtert atmete ich auf. Mit einem durchgeknallten Roboter hatte ich es auch noch nie zu tun gehabt." kommt für mich nicht rüber, was diese Situation mit dem Ermittler macht. So rupft sich der Android seine Bauteile raus und der Ermittler geht danach weg. Grundsätzlich aber eine schöne Szene von der Idee her. Sehr philosophisch und das ist vielleicht auch ein Knackpunkt: Geschichten dieses Inhalts sollten vom philosophischen Unterbau rund sein. Irgendetwas stört mich hier noch, ich kann es aber nicht benennen, weil das einfach Gewässer sind, in die ich mich nicht traue. Da fehlt mir selbst der theoretische Unterbau.

LG
Silke
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Daniel de Iguazu
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BeitragVerfasst am: 02.10.2019 16:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo dwin,

Danke für den Text. Erstmal ein paar kleinere Anmerkungen und Fragen:

Sehr viele Kommas haben gefehlt, was auch schon die anderen festgestellt haben. Stellvertretend dieser Satz: „Mal sehen(,) ob du gut genug warst(,) um unserem Auge zu entgehen.“

Zitat:
Überall im Schacht waren kleine, verschmierte Flecken in allen Größenordnungen zu sehen.

Zuerst schreibst du klein und dann in allen Größenordnungen?

Zitat:
Er war niemals selbst mit dem Gesetz in Konflikt geraten

Ich finde hier das „selbst“ überflüssig

Zitat:
Gut, die Leiche ist also aus dem Nichts gekommen [...]

Spätestens hier würde ich überlegen, ob der Mord im Gebäude durchgeführt wurde. Das wäre eigentlich schon mein erster Gedanke. Mit Fundort war ja nur der Wartungsschacht gemeint, oder? Allerdings wissen wir nichts über das Gebäude (Bürogebäude, Fabrik, etc.) – es sei denn, ich habe es überlesen.

Zitat:
PA550 sprach weiter.

Würde dahinter Doppelpunkt und die wörtliche Rede setzen.

Zitat:
"Des Weiteren wurden die geschäftlichen Verbindungen des Opfers analysiert, die letzte Besprechung zu einem aktuellen Projekt hatte das Opfer gestern gegen 18 Uhr."
Mit einem lauten Knall fiel mir der Kaffeebecher aus der Hand und ich starrte PA550 entgeistert an.

Warum ist Uland überrascht? Helios wurde erst nach 23 Uhr umgebracht, es war also noch genug Zeit.

Zitat:
„Guten Morgen, Helios Security, womit kann ich Ihnen helfen?" Mir verschlug es die Stimme […] geschweige denn, dass es um seinen eigenen Tod ging.

Hier habe ich nicht verstanden, warum Uland von Bernard Helios ausgeht. Es hätte auch irgendein Sekretär/Angestellter oder Android sein können – wäre ja auch angesichts des Mordes naheliegender. Deshalb würde ich den Angerufenen direkt mit „Guten Morgen, Bernard Helios, womit kann ich Ihnen helfen?" antworten lassen.

Zitat:
Soll ich ihre Ankunft ankündigen?

Herr Helios würde bestimmt seinen Empfangsandroid anweisen jeden Besucher, besonders die Polizei, anzukündigen.

Generell: Mich hat hier schon von Anfang an interessiert, wie die Androiden, zum Beispiel PA550, aussehen. Wie R2D2, C3PO, Data, Blech oder Haut? Nach und nach bekommt man im Text Antworten und besonders am Ende, wenn sich der Android selbst zerlegt, wird es klarer. Aber eventuell wäre es gut, auf das Aussehen der Androiden früher einzugehen. PA550 könnte ja auch eine wunderschöne Frau sein oder aussehen wie Arnold Schwarzenegger. Es sei, denn du willst den Leser mit voller Absicht im Unklaren lassen.

Mir gefällt das Cyberpunk-Setting sehr gut. Ist auch eine spannende Geschichte. Ja, doch. Hat mir gut gefallen.

Liebe Grüße
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silke-k-weiler
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BeitragVerfasst am: 02.10.2019 17:23    Titel: Antworten mit Zitat

dwin hat Folgendes geschrieben:

Gerade der letzte Satz, in dem er seinen Androiden das erstemal personalisiert und ihn durch die Verwendung von "Wir" prinzipiell als Person ansieht fand ich sehr schön um zu Visualisieren wie das Erlebte seinen grundsätzlichen Glauben, dass Roboter nur Objekte sind, ins Wanken gebracht hatte. Vielleicht etwas zu subtil?


Genau, ich glaube, ich weiß jetzt, was mir im Kopf rumort. Ich hoffe, ich kann es irgendwie verständlich machen: Agathe sagt: Es handelt sich um Androiden für die der geistige Entwicklungsprozess eines Menschen simuliert wurde. Im Prinzip lassen wir sie Erinnerungen einiger Mitarbeiter durchleben und untersuchen ob sich parallele Charakterzüge in der künstlichen Intelligenz entwickeln. Bedeutet, die Maschinen erleben Erinnerungen anderer. Das Ergebnis sieht man dann an dem Androiden, der Bernhard Helios ermordet hat. Er hält sich für selbigen, eben wegen der Erinnerungen, mit denen man ihn gefüttert hat. Als der Ermittler ihn damit konfrontiert, dass er nur ein Android sei, wehrt er sich vehement und verteidigt seine scheinbare Identität, die eben eine fremde Identität ist. Es ist für mich keine Selbsterkenntnis, sondern eher so, als hätte der Datensatz (die fremden Erinnerungen) eben zu einer Fehlfunktion, der Annahme einer fremden Identität, geführt. Das ist trotzdem ein spannender Ansatz, dennoch frage ich mich, ob sich daraus ableiten lässt, dass der Ermittler PA550 plötzlich als Person wahrnimmt. Denn der Android, der sich vor seinen Augen so gebärdet hatte, hielt sich zwar für eine Person, aber eben für eine andere. Das macht für mich einen Unterschied und ich hoffe verzweifelt, dass ich den irgendwie formulieren konnte, sodass man ihn halbwegs versteht. Laughing
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dwin
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BeitragVerfasst am: 02.10.2019 21:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Daniel de Iguazu hat Folgendes geschrieben:
Hallo dwin,


Vielen Dank erstmal für deine ausführliche Kritik, da hab ich wohl doch so Einiges übersehen ^^.

Zitat:

Zitat:
"Des Weiteren wurden die geschäftlichen Verbindungen des Opfers analysiert, die letzte Besprechung zu einem aktuellen Projekt hatte das Opfer gestern gegen 18 Uhr."
Mit einem lauten Knall fiel mir der Kaffeebecher aus der Hand und ich starrte PA550 entgeistert an.

Warum ist Uland überrascht? Helios wurde erst nach 23 Uhr umgebracht, es war also noch genug Zeit.


Die Leiche wurde in der Nacht des Vortages gefunden, dann wurden über den Tag die Videos ausgewertet und am nächsten Morgen wurde der Kommissar von seinem Androiden abgeholt, d.h. zwischen dem Tod und der entsprechenden Szene ist bereits mehr als ein Tag vergangen.

Zitat:

Zitat:
Soll ich ihre Ankunft ankündigen?

Herr Helios würde bestimmt seinen Empfangsandroid anweisen jeden Besucher, besonders die Polizei, anzukündigen.

Als erste Reaktion dachte ich hier, dass Android Helios dachte, er hätte "nur" einen Androiden geschrottet und deswegen nicht an sowas gedacht, andererseits wäre das vermutlich trotzdem ein Verbrechen, also könnte ich eine solche Handlung auch nachvollziehen, bin mir aber nicht sicher wie gut das passt. Der Empfangsandroid ist für das gesamte Büroebäude zuständig, nicht nur für Helios Unternehmen. (Oh Gott, ich neige tatsächlich dazu einzelne Sätze nur mit Kommata zu verbinden :'( )

Zitat:

Generell: Mich hat hier schon von Anfang an interessiert, wie die Androiden, zum Beispiel PA550, aussehen. Wie R2D2, C3PO, Data, Blech oder Haut? Nach und nach bekommt man im Text Antworten und besonders am Ende, wenn sich der Android selbst zerlegt, wird es klarer. Aber eventuell wäre es gut, auf das Aussehen der Androiden früher einzugehen. PA550 könnte ja auch eine wunderschöne Frau sein oder aussehen wie Arnold Schwarzenegger. Es sei, denn du willst den Leser mit voller Absicht im Unklaren lassen.


Je nach Bedarf, in meiner Vorstellung war der Assistenzandroid humanoid aber mit metallener Oberfläche, während z.B. die angesprochenen Nanny Androiden möglichst menschenähnlich sind. Aber das wollte ich jedem selbst überlassen, da gerade das Empfinden, wann man einen Androiden als Person ansieht, und wann als Maschine, von Person zu Person verschieden ist und ich nicht, durch eine Beschreibung, eine vorgefertigte Meinung erzeugen wollte.
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dwin
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BeitragVerfasst am: 02.10.2019 21:13    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

silke-k-weiler hat Folgendes geschrieben:
Er hält sich für selbigen, eben wegen der Erinnerungen, mit denen man ihn gefüttert hat. Als der Ermittler ihn damit konfrontiert, dass er nur ein Android sei, wehrt er sich vehement und verteidigt seine scheinbare Identität, die eben eine fremde Identität ist. Es ist für mich keine Selbsterkenntnis, sondern eher so, als hätte der Datensatz (die fremden Erinnerungen) eben


Das ist in der Tat eine recht philosophische Frage, die direkt fragt, was es eigentlich heißt ein Mensch zu sein. Bist du eigentlich noch der Gleiche wie gestern abend? Obwohl du die letzte halbe Stunde vorm Einschlafen vergessen hast?
Bist du nach einer Amnesie noch immer du?
Für mich ist ein Mensch die Summe seiner Erinnerungen, d.h. wenn man einem Wesen die Erinnerungen eines Menschen implantiert, dann ist er für mich dieser Mensch, allerdings nur für mich, er selbst für sich ist ein komplett anderer Mensch als der Spender der Erinnerungen, obwohl er vermutlich genau die gleichen Charakterzüge aufweisen wird. Gleichzeitig heißt das für mich aber auch, dass ein Mensch mit Amnesie in seinem Wesen gestorben ist und nun eine andere Person in seinem Körper lebt.
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Constantine
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Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 03.10.2019 13:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo dwin,

danke für deinen Einstandstext, den du für einen Wettbewerb verfasst hattest und abgelehnt worden bist. schade. von der Grundidee gefällt mir dein Setting. erinnert mich an den Film "Blade Runner" und neben möglicherweise Dick scheint sicherlich Asimov eine Inspirationsquelle gewesen zu sein.

Ich bin noch nicht ganz durch mit deiner KG, aber für mich zeichneten sich recht früh starke Mängel in deiner KG ab, die mir erklären könnten, warum dein Text nicht unter den Ausgewählten für den Wettbewerb gewesen ist. Da wären einige grundlegende Änderungen in deiner KG notwendig, die eine intensive Überarbeitung bedeutet, vor allem auf dem Gebiet der Genetik müsstest du deutlich nachrüsten und dich entweder durch Recherche schlau machen oder einen Biologen drüber lesen lassen, denn was mMn nicht möglich ist:
Zitat:

[...]
Als ich mir das Bild der DNA-Rekonstruktion ansah wurde ich nachdenklich. Das Opfer sah Herrn Helios sehr ähnlich,[...]

Falsch.
Da strickt dir z.B. die Epigenetik einen Strick und macht dir diesen Plotpoint völlig zunichte, vor allem, dass nicht in jeder Zelle die gleiche, identische DNA drin ist. Da musst du dir was andres überlegen, wie du herausfindest, dass das Opfer wie den vermeintlich Ermordeten aussieht, denn dies ist eine wichtige Entwicklung in deiner KG, die zu den folgenden Ermittlungen führt.

Auch ein Problem:
Zitat:
"Das Labor konnte die Todesursache ermitteln, der Hormonanalyse nach hat das Opfer einen Schock erlitten und ist anschließend verblutet." Mir lief ein leichter Schauder über den Rücken. Im Klartext hieß das, dass die Zerstückelung des Opfers bereits vor dem Todeszeitpunkt begonnen hatte.

Welche Hormone oder welches Hormon genau?
Das ist zu beliebig und die Konklusion ist eher unfreiwillig komisch als ernst zu nehmen.


Was mir auch nicht gefallen hat, zu Beginn kommst du mit diesen Infos:
Zitat:
Die Informationen in der Polizeidatenbank zum Opfer waren recht spärlich. Er war niemals selbst mit dem Gesetz in Konflikt geraten und es gab nur wenige Aufzeichnungen von Zeugenaussagen die er im Rahmen seiner früheren Tätigkeit als privater Sicherheitsmann abgegeben hatte. Es gab keinerlei Auffälligkeiten oder registrierte Konflikte mit anderen Personen.


später kommt dann dies
Zitat:
[...]und wandte mich dann der Berufsgeschichte von Herrn Helios zu.
Sein Berufsleben verlief ohne große Umwege, nach der Schule war er für eine Weile Türsteher bei einem Jugendclub und wurde nach zwei Jahren von einem Bekannten an eine Sicherheitsfirma vermittelt. Dort arbeitete er für 21 Jahre bis die Firma Konkurs anmelden musste. Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit fand er wieder eine Stelle im gleichen Gewerbe und machte sich schließlich vor zwei Jahren selbstständig. Als ich mir die Liste der Objekte aus seinem Zuständigkeitsbereich ansah fiel mir sofort ein Eintrag ins Auge, ein Forschungskomplex für Androiden, Droid.[...]

etwas ausführlicher.
Ich würde auf die erste Erwähnung aus der Polizeidatenbank verzichten und später, wenn er sich das Opfer genauer anschaut, dort die wichtigen Infos platzieren. So kommt es mir doch zu gewollt daher, auf Mystery zu früher Zeit des Textes zu machen.


Hier hat sich leider auch der Fehlerteufel eingeschlichen:
Zitat:
Androiden konnten keine Menschen verletzen, das war in ihrer Hardware verankert und konnte nicht umprogrammiert werden.

Du meintest sicherlich Software.

Insgesamt ziehen sich Mängel im Wissen zwischen Biologie und Informatik wie ein roter Faden durch den Text, wodurch dein Plot mMn zerfällt. Dahingehend müsstest du zunächst deutlich ausbessern, denn in dieser Form funktioniert die KG inhaltlich für mich leider nicht.

Soweit mein Leseeindruck deiner KG. Vielleicht ist etwas Hilfreiches für dich dabei, solltest du an deine KG nochmal dran gehen wollen.

LG Constantine
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fabian
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BeitragVerfasst am: 03.10.2019 18:09    Titel: Antworten mit Zitat

Constantine hat Folgendes geschrieben:

Hier hat sich leider auch der Fehlerteufel eingeschlichen:
Zitat:
Androiden konnten keine Menschen verletzen, das war in ihrer Hardware verankert und konnte nicht umprogrammiert werden.

Du meintest sicherlich Software.

Aus reinem Interesse: wieso sollte das nicht in Hardware verankert sein?
Nennt man so etwas nicht ROM?
Natürlich ist letztendlich NICHTS unumgehbar, auch kein ROM-Baustein, aber grundsätzlich wäre das doch Hardware, oder?
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Daniel de Iguazu
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BeitragVerfasst am: 03.10.2019 18:10    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Zitat:
Herr Helios würde bestimmt seinen Empfangsandroid anweisen jeden Besucher, besonders die Polizei, anzukündigen.

Als erste Reaktion dachte ich hier, dass Android Helios dachte, er hätte "nur" einen Androiden geschrottet und deswegen nicht an sowas gedacht, andererseits wäre das vermutlich trotzdem ein Verbrechen, also könnte ich eine solche Handlung auch nachvollziehen, bin mir aber nicht sicher wie gut das passt. Der Empfangsandroid ist für das gesamte Büroebäude zuständig, nicht nur für Helios Unternehmen.

Ja, aber das hat erst mal nichts mit dem Helios-Androiden zu tun. Helios hat entweder beim Bezug seines Büros die Anweisungen an dem Empfang gegeben oder der Empfangsandroid kündigt generell jeden an.
Das man überhaupt nicht angekündigt wird und man einfach so beim Chef einer Sicherheitsfirma anklopft, halte ich für unrealistisch. Gerade bei einer solchen Firma möchte man vorher wissen, wer da gerade vorbeikommt.

Zitat:
Aber das wollte ich jedem selbst überlassen, da gerade das Empfinden, wann man einen Androiden als Person ansieht, und wann als Maschine, von Person zu Person verschieden ist und ich nicht, durch eine Beschreibung, eine vorgefertigte Meinung erzeugen wollte.

Finde ich gut smile
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dwin
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BeitragVerfasst am: 03.10.2019 21:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Constantine hat Folgendes geschrieben:
Hallo dwin,


Danke erstmal für deine technischen Anmerkungen smile

Zitat:

scheint sicherlich Asimov eine Inspirationsquelle gewesen zu sein.


In meiner Jugend habe ich sehr viel Asimov und Lem gelesen, durchaus möglich, dass etwas davon hängen geblieben ist^^.

Zitat:

Da strickt dir z.B. die Epigenetik einen Strick und macht dir diesen Plotpoint völlig zunichte, vor allem, dass nicht in jeder Zelle die gleiche, identische DNA drin ist. Da musst du dir was andres überlegen, wie du herausfindest, dass das Opfer wie den vermeintlich Ermordeten aussieht, denn dies ist eine wichtige Entwicklung in deiner KG, die zu den folgenden Ermittlungen führt.


Interessant, in der Biologie bin ich in der Tat Laie, ich war von Alltagswissen (identisch aussehende Zwillinge, Klonexperimente an Tieren) her ausgegangen, dass man mit einer ausreichend großen DNA Probe den generellen Körperbau und Gesichtsstruktur modellieren könnte, wenn die Technologie weit genug ist. Sollte dies nicht der Fall sein, ist natürlich ein großer Logikbaustein meiner Geschichte nicht korrekt. Ich muss mich diesbezüglich wohl etwas belesen.

Zitat:

Hier hat sich leider auch der Fehlerteufel eingeschlichen:
Zitat:
Androiden konnten keine Menschen verletzen, das war in ihrer Hardware verankert und konnte nicht umprogrammiert werden.

Du meintest sicherlich Software.


Da würde ich dir widersprechen wollen, man kann Programme pur durch Hardware erstellen. Im strengen Sinne ist dies natürlich trotzdem Software, aber eben unveränderlich durch die Hardware definiert. Die Formulierung "in ihrer Hardware verankert" beschreibt dies mmn recht gut und erklärt dem Leser außerdem, dass dies nicht einfach durch ein Softwareupdate oder Hack geändert werden kann.

Über die hier nicht zitierten Kommentare werde ich mit Sicherheit bei der Überarbeitung des Textes nochmal grübeln smile
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Constantine
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Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 03.10.2019 21:16    Titel: Antworten mit Zitat

fabian hat Folgendes geschrieben:
Constantine hat Folgendes geschrieben:

Hier hat sich leider auch der Fehlerteufel eingeschlichen:
Zitat:
Androiden konnten keine Menschen verletzen, das war in ihrer Hardware verankert und konnte nicht umprogrammiert werden.

Du meintest sicherlich Software.

Aus reinem Interesse: wieso sollte das nicht in Hardware verankert sein?
Nennt man so etwas nicht ROM?
Natürlich ist letztendlich NICHTS unumgehbar, auch kein ROM-Baustein, aber grundsätzlich wäre das doch Hardware, oder?


Hallo fabian,
du hast recht, dass der ROM-Speicher eine Hardware ist und wie sein Name bereits sagt, nur lesbare Daten enthält, in der Regel aber nicht beschrieben werden kann. Die wichtigsten Kommunikationsprozesse werden vom ROM steuert. Inwiefern die Robotergesetze von Asimov wie eine Firmware fungieren und ausgeführt werden können, weiß ich leider nicht, da bin ich zu wenig Cybernetiker, würde sie aber eher wie Richtlinien-Einstellungen in einem Betriebssystem ansehen (somit eine Software-Konfiguration) anstelle von einer Firmware auf einem ROM-Speicher.
Aber wie gesagt, wo und wie diese Robotergesetze in einem Androiden eingerichtet sind, entzieht sich leider meiner Kenntnis.

LG Constantine
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Corydoras
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BeitragVerfasst am: 03.10.2019 21:25    Titel: Antworten mit Zitat

dwin hat Folgendes geschrieben:
Klonexperimente an Tieren


Gerade da unterscheiden sich Klone oftmals in der Fellfarbe bzw. Zeichnung vom Original. Das genetische Material mag zwar gleich sein, dennoch wird es dann bei jedem Versuch neu "ausgewürfelt", gerade bei so banalen Dingen wie dem Aussehen.


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Constantine
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Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 03.10.2019 21:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo dwin.

nur kurz zu deiner Anmerkung:
Zitat:
Zitat:

Da strickt dir z.B. die Epigenetik einen Strick und macht dir diesen Plotpoint völlig zunichte, vor allem, dass nicht in jeder Zelle die gleiche, identische DNA drin ist. Da musst du dir was andres überlegen, wie du herausfindest, dass das Opfer wie den vermeintlich Ermordeten aussieht, denn dies ist eine wichtige Entwicklung in deiner KG, die zu den folgenden Ermittlungen führt.


Interessant, in der Biologie bin ich in der Tat Laie, ich war von Alltagswissen (identisch aussehende Zwillinge, Klonexperimente an Tieren) her ausgegangen, dass man mit einer ausreichend großen DNA Probe den generellen Körperbau und Gesichtsstruktur modellieren könnte, wenn die Technologie weit genug ist.

Ich muss dich diesbezüglich leider enttäuschen. Du erwartest zu viel von der DNA. Mit DNA allein wirst du diese Idee leider nicht realisieren können. Da hilft dir die Genetik leider nicht, sondern die Anatomie und/oder Anthropologie, weil Knochen und Gewebe keine festen Strukturen sind, sondern sich im Laufe unseres Lebens in ihrer Form ändern. Vieles durch Umwelteinflüsse, sicherlich ist auch einiges genetisch disponiert, aber insgesamt benötigst du für diese Art von Fragestellung, die du dir von der DNA erhoffst, für Modellierungen von Körperbau und Gesichtsstrukturen, z.B. Skelett- und Schädelknochen oder deren Abdrücke und Fossilien (Archäologie).

Zitat:
Sollte dies nicht der Fall sein, ist natürlich ein großer Logikbaustein meiner Geschichte nicht korrekt. Ich muss mich diesbezüglich wohl etwas belesen.

Viel Erfolg hierbei.


Zitat:
Zitat:

Hier hat sich leider auch der Fehlerteufel eingeschlichen:
Zitat:
Androiden konnten keine Menschen verletzen, das war in ihrer Hardware verankert und konnte nicht umprogrammiert werden.

Du meintest sicherlich Software.


Da würde ich dir widersprechen wollen, man kann Programme pur durch Hardware erstellen.

Ich bin mir nicht sicher, ob man dies dann Programm bezeichnet (denn auch eine Firmware ist ein Programm) oder ob es sich um einen Prozess handelt, der z.B. von einem Transistor in Abhängigkeit von diversen Stromstärken und Spannungen gesteuert wird.

Zitat:
Im strengen Sinne ist dies natürlich trotzdem Software, aber eben unveränderlich durch die Hardware definiert.

Wie fabian richtig bemerkte: ein ROM-Speicher. Hierzu verweise ich auf meine weiteren Anmerkungen zu fabians Posting.

Zitat:
Die Formulierung "in ihrer Hardware verankert" beschreibt dies mmn recht gut und erklärt dem Leser außerdem, dass dies nicht einfach durch ein Softwareupdate oder Hack geändert werden kann.

Über die hier nicht zitierten Kommentare werde ich mit Sicherheit bei der Überarbeitung des Textes nochmal grübeln smile

Ich wünsche dir hierbei auch viel Erfolg.

LG Constantine
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